Gesunde Fettsäuren senken Allergien bei Jugendlichen

 

Sind Kinder im Alter von 8 Jahren mit den gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3- und -6-Fettsäuren gut versorgt, sinkt einige Jahre später ihr Risiko für die Entwicklung von Asthma oder Heuschnupfen.

 

Allergische Krankheiten wie Asthma oder Rhinitis (Heuschnupfen) sind heute weltweit verbreitet, und sie beginnen oft schon in der Kindheit. Dabei wird das Krankheitsrisiko sowohl von vererbten Faktoren als auch von der Umgebung beeinflusst. Es gibt aus früheren Studien Hinweise, dass die langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und -6) das Risiko für allergische Krankheiten beeinflussen können, jedoch sind die Ergebnisse dazu bisher nicht einheitlich. Diese Fettsäuren sind für den Körper essentiell, sie können nicht selbst gebildet und müssen daher aus der Nahrung aufgenommen werden. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure), DHA (Docosahexaensäure) und DPA (Docosapentaensäure) sind Fischöle, für pflanzliche Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind es vor allem Nüsse und verschiedene Pflanzenöle.

 

In einer neuen und bisher größten Studie hat das Institut für Umweltmedizin vom schwedischen Karolinska Institut die Beziehung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zur Entwicklung von Allergien bei Kindern und Jugendlichen nun näher untersucht. An der Studie nahmen zu Beginn 940 Kinder aus der schwedischen Bevölkerungsstudie (BAMSE) im Alter von acht Jahren teil. Bei allen Kindern wurden in Blutproben der Gehalt bzw. das Verhältnis von Omega-3- (EPA, DHA, DPA, Alpha-Linolensäure) und Omega-6-Fettsäuren (Linol-, Arachidonsäure) untersucht. Die Kinder wurden außerdem zu allergischen Symptomen befragt, und es wurden Allergietests (IgE-Messungen) durchgeführt. Im Alter von 16 Jahren wurde bei den nun jugendlichen Teilnehmern die Neigung zu allergischen Krankheiten, Asthma und Rhinitis etc., erneut geprüft.

 

Kinder, die im Alter von acht Jahren höhere Werte bei den langkettigen Omega-3-Fettsäuren erreicht hatten, waren im Alter von 16 Jahren deutlich weniger anfällig für die Entwicklung von Asthma oder allergischer Rhinitis. Hatten sie mit acht Jahren höhere Werte der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, so war dies ebenfalls mit einem geringeren allergischen Risiko im Alter von 16 Jahren verbunden. Kinder, bei denen mit acht Jahren bereits Asthma oder eine allergische Rhinitis entwickelt waren, hatten bei einer guten Versorgung mit der Arachidonsäure eine gute Chance, mit 16 Jahren frei von allergischen Symptomen zu sein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass ein besseres Verhältnis von Omega-3- und-6-Fettsäuren im Blut von Kindern mit acht Jahren einige Jahre später das Risiko für allergische Krankheiten verringern kann. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen, zwei- oder dreimal pro Woche Fisch zu essen und dabei zwischen fettreicheren und mageren Sorten zu variieren.

 

Unser Tipp: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können auch mit Nahrungsergänzungen aus Fisch- und Pflanzenölen aufgenommen werden. Sie werden einzeln, aber auch zusammen in einem guten Verhältnis angeboten, auf eine hohe Qualität sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Jessica Magnussen et al., Polyunsaturated fatty acids in plasma at 8 years and subsequent allergy disease. In: The Journal of Allergy and Clinical Immunology, Online-Veröffentlichung vom 5.12.2017, doi: 10.1016/j.jaci.2017.09.023.


Omega-3-Fettsäuren - trotz Bekanntheit zu wenig genutzt

 

Viele Menschen kennen die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen für die Gesundheit. Dieses Wissen führt jedoch oft nicht dazu, die Versorgung mit diesen gesunden Fettsäuren zu verbessern.

 

Die Aufnahme von Mikro-Nährstoffen wird auch durch die Kenntnisse über deren gesundheitlichen Nutzen gefördert. Das kann die Wahl von Lebensmitteln mit guten Nährstoff-Quellen ebenso wie die Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln beeinflussen. Noch ist jedoch eher wenig bekannt, wie die individuelle Wahrnehmung von Mikro-Nährstoffen die Versorgung anregen kann. Ein Forscherteam von der Purdue University in Indiana (USA) und der Ludwig-Maximilians-Universität in München untersuchte am Beispiel der Omega-3-Fettsäuren die Kenntnisse über den Nutzen dieser Nährstoffe im Vergleich zur tatsächlichen Versorgung durch die Ernährung und Nahrungsergänzungen. Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören zu den kritischen Nährstoffen, von denen man weiß, dass durch die unzureichende Versorgung die Gesundheit belastet wird, es steigt dann z.B. das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind vor allem fettreiche Fische und Meeresfrüchte. Empfohlen werden daher meist zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Tatsache ist jedoch in vielen Ländern, dass Fisch zu wenig gegessen wird.

 

200 Erwachsene aus den USA und aus Deutschland im Alter von 18 bis zu 80 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie gaben Auskunft über ihre Kenntnisse zu Omega-3-Fettsäuren und schätzten ihre Versorgung ein. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war der Ansicht, dass Omega-3-Fettsäuren einen guten Nutzen für die Gesundheit von Herz und Gehirn haben und dass sie mit Fischen deren wichtigste Nahrungsquellen kennen. Mit dem Omega-3-Index, der als Biomarker für die längerfristige Versorgung mit EPA und DHA gilt, wurde bei den Teilnehmern die tatsächliche Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren geprüft. Mit diesem Index lässt sich auch einschätzen, wie hoch das Risiko für die Entstehung von koronaren Herzkrankheiten ist. Die Ergebnisse zeigten, dass die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bei den meisten Teilnehmern nicht ausreichend war. Das galt gleichermaßen für diejenigen, die glaubten, dass sie genügend versorgt waren als auch für andere, die meinten, dass ihre Versorgung unzureichend war. Nur relativ wenige Teilnehmer hatten Omega-3-Indexwerte, die für einen guten Schutz des Herz-Kreislauf-Systems ausreichten.

 

Ein mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten 30 % der Teilnehmer aus den USA und 27 % der Deutschen. Ein hohes Risiko hatten 40 % der US-amerikanischen Teilnehmer, mit 10 % war hier der Anteil der Deutschen deutlich geringer. Noch können die Forscher nicht genau erklären, warum trotz der Kenntnisse über Omega-3-Fettsäuren die Versorgung nicht ausreichend gedeckt wird. Möglicherweise könnten häufiger eher fettarme Fische bevorzugt werden, die geringer mit Omega-3-Fettsäuren versorgen. Es könnte auch daran liegen, dass pflanzliche Lebensmittel bevorzugt werden, die wie z.B. Walnüsse und Leinsamen reichlich die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure enthalten. Sie kann jedoch im Körper nicht so effizient wie die EPA und DHA aus Fischölen genutzt werden.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass optimale Werte an Omega-3-Fettsäuren idealerweise durch die Nahrung erreicht werden sollten. Ihnen ist jedoch bewusst, dass dies nicht für jeden Menschen erreichbar ist. Nahrungspräferenzen, vegetarische, vegane Ernährung oder Nahrungsmittelallergien können z.B. dazu führen, dass Fisch nicht oder nicht ausreichend gegessen wird. Für Vegetarier und Veganer gibt es auf Algen basierende Quellen von Omega-3-Fettsäuren und damit angereicherte Lebensmittel. Für alle anderen sind Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzungen empfehlenswert, um gute Werte zu erreichen. Die Forscher empfehlen, sie nicht auf leeren Magen, sondern zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen. Für die gute Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren im Körper sind auch andere Nahrungsfette wichtig.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden in verschiedenen Formen und Dosierungen als Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle: 
Sowmyanarayanan V. Thuppal et al., Discrepancy between Knowledge and Perceptions of Dietary Omega-3 Fatty Acid Intake Compared with Omega-3-Index. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 24.8.2017, doi: 10.3390/nu9090930.


Der reichliche Verzehr von Broccoli kann die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm verändern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der reichliche Verzehr von Broccoli kann die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm verändern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der Magen-Darm-Trakt wird von unzähligen Bakterien besiedelt, deren Zusammensetzung u.a. von der Ernährung abhängt. Wie aber bestimmte Lebensmittel die Mikrobiota beeinflussen, das ist bisher noch recht wenig erforscht. Von Kohlsorten (Kreuzblütler), z.B. Broccoli, Blumenkohl und Weißkohl, sind gute gesundheitliche Wirkungen bekannt. Das wird vor allem auf ihren recht hohen Gehalt an Glucosinolaten (auch Senfölglycoside genannt) zurückgeführt, die u.a. antibakteriell wirken können. Beim Broccoli ist z.B. erforscht, dass er zur Krebsprävention aufgrund eines hohen Anteils an Glucosinolaten beitragen kann. Besonders wichtig ist dabei Glucoraphanin, das mit Hilfe des Enzyms Myrosinase zum Senföl Sulphoraphan (Isothiocyanat) gespalten wird, ein sekundärer Pflanzenstoff mit starken antioxidativen, antibiotischen und antikarzinogenen Eigenschaften. Auch das für seine Spaltung nötige Enzym Myrosinase kommt im Broccoli vor, wird jedoch beim Kochen abgebaut.

 

Bei Nagetieren hatte man bereits beobachtet, dass die Aktivität dieses Enzyms bei einem regelmäßigen Kohlkonsum höher ist und offenbar grundlegende Funktionen für die Mikrobiota haben könnte. Um diese Zusammenhänge näher zu klären, führte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern eine kleine Studie mit 18 gesunden Männern und Frauen durch. Sie prüften den Einfluss eines regelmäßigen Broccoli-Verzehrs auf die Mikrobiota im Darm und die Rolle von Mikroben bei der Glucosinolat-Hydrolyse (Spaltung durch Reaktion mit Wasser).

 

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß täglich 200 Gramm von gekochtem Broccoli und 20 Gramm Daikon-Rettich (asiatischer Rettich), der eine gute Quelle für das Enzym Myrosinase ist. Die andere Gruppe aß in der gleichen Zeit zur Kontrolle eine Kost, die keinerlei Kohlsorten enthielt. Nach einem Tag Pause tauschten die beiden Gruppen diese Kost, so dass am Studienende für jeden Teilnehmer Ergebnisse aus einer Periode mit und ohne Broccoli verfügbar waren. Anhand von Stuhlproben der Teilnehmer wurden im Lauf der Studie mehrere mikrobielle Analysen durchgeführt. Der regelmäßige Verzehr von Broccoli beeinflusste die Bakteriengemeinschaft im Darm.

 

Durch seinen Konsum veränderte sich das Verhältnis von Bacteroidetes zu Firmicutes, die ersteren gehören zur häufigsten Bakteriengruppe der normalen Darmflora, zu den letzteren gehören nützliche, aber auch viele schädliche Bakterien. Die Teilnehmer in der Broccoli-Periode erhöhten das Verhältnis der beiden Bakterienarten um bis zu 37 %. Während der kohlfreien Kost verringerte sich dagegen dieses Verhältnis. Speziell die Gattung der Bacteroides erhöhte sich z.B. um 6 % beim Broccoli-Verzehr und sank um 2 % in der Kontrollgruppe ohne Kohl.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Verzehr von Broccoli die Vielfalt und Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm bei gesunden Menschen beeinflusst. Für die Forscher verbessern sich damit die Kenntnisse über die Rolle der bakteriellen Hydrolyse von pflanzlichen Nährstoffen. Die Forscher bewerten den Anstieg von Bacteroides als besonders wichtig, weil man für eine spezielle Form dieser Bakterien (Bacteroides thetaiotaomicron) bereits experimentell nachweisen konnte, dass sie Glucosinolate nutzen können.

 

Unser Tipp: Im Alltag dürfte es etwas eintönig sein, jeden Tag Brokkoli zu essen. Samenextrakte aus dem Brokkoli mit Sulphoraphan-Glucosinolaten sind auch als Nahrungsergänzung erhältlich.

 

Quelle:
Jennifer L. Kaczmarek et al., Broccoli Consumption Impacts the Human Gastrointestinal Microbiota. In: FASEB Journal Vol. 31, Nr 1 Supplement 965.18.


Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind

 

Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind.

 

Magnesium ist ein essentielles Spurenelement, das bei vielen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Es beeinflusst zelluläre, neurologische und muskuläre Funktionen und ist auch ein Bestandteil der Knochen. Rund zwei Drittel des gesamten Magnesiums im Körper sind im Knochengewebe angesiedelt. Einige Studien zeigten, dass Magnesium gut auf die Knochengesundheit einwirkt. Bisher fehlte es jedoch an Nachweisen, in denen Magnesium in Bezug auf Knochenbrüche untersucht wurde. Ein Team aus englischen und finnischen Forschern prüfte diese Wirkung im Rahmen einer großen finnischen Bevölkerungsstudie (Kuopio Ischemic Heart Disease).

 

Einbezogen waren 2.245 Männer im Alter von 42 bis zu 61 Jahren. Zu Beginn wurden ihre Magnesium-Werte im Blutserum gemessen, sie nahmen außerdem an einer Ernährungsbefragung teil. Im Lauf der langen Beobachtungszeit von rund 25 Jahren traten bei den Teilnehmern 123 Knochenbrüche auf, 78 davon im Hüftbereich. Magnesium war mit dem Risiko für Knochenbrüche allgemein verbunden, das galt auch, wenn andere Risikofaktoren einbezogen wurden.

 

Männer mit den niedrigsten Magnesium-Konzentrationen hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, das galt vor allem für Brüche im Hüftbereich. Männer mit den besten Magnesium-Werten (ab 2,3 mg/dl) waren dagegen deutlich besser vor Knochenbrüchen geschützt. Sie hatten ein um 44 % verringertes Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Auffällig war, dass die Aufnahme von Magnesium aus der Ernährung nicht direkt mit den Knochenbrüchen verbunden war. Generell hängen die Magnesium-Werte im Blut von der Zufuhr von Magnesium aus Lebensmitteln und Wasser ab. Trotz genügend Magnesium in der Nahrung kann die Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesium, z.B. bei älteren Menschen, bei Darm- und Nierenstörungen oder auch bei der Nutzung bestimmter Medikamente (z.B. Diuretika etc.), beeinträchtigt sein. Wird reichlich Magnesium, z.B. aus dunklem Blattgemüse, Nüssen, Samen und Avocados, aufgenommen, führt dies dann nicht unbedingt zu verbesserten Magnesium-Werten im Blut. Hier könnten Ergänzungen dann eher zu einer besseren Versorgung mit Magnesium führen.

 

Noch ist nicht genau geklärt, wie Magnesium zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen kann und wie zu geringe Magnesium-Konzentrationen die Knochengesundheit beeinträchtigen. In Frage kommen z.B. ein verschlechtertes Knochenwachstum, geringere Knochendichte und Osteoporose. Magnesium wirkt außerdem über einen vom Stickoxid abhängigen Mechanismus auch auf die Aktivität der Osteoblasten und die Anzahl der Osteoklasten (Knochenzellen) ein. Auch wenn dazu bisher nicht alle Fragen geklärt sind, halten die Forscher die Wirkung von Magnesium für beachtlich. Sie vermuten, dass gute Magnesium-Werte im Blutserum zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen können.

 

Dies sollte in weiteren Studien untersucht werden. Bei älteren Menschen und bei denen, die ein erhöhtes Risiko für eine geringe Versorgung mit Magnesium haben, kann es sinnvoll sein, die Magnesium-Werte zu bestimmen. Man schätzt, dass etwa 2,5 bis 15 % der Bevölkerung nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind. Symptome können vor allem bei niedrigen Konzentrationen (unter 2 mg/dl) entstehen. Reicht die Versorgung nicht aus, dann ist die Ergänzung ein Weg, Magnesium im Serum zu erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen, gleich ob als Einzel- oder im Multipräparat, kommt es auch auf die Qualität an. Das betrifft z.B. die Magnesiumverbindung: Magnesiumcitrate oder -glukonate sind besser bioverfügbar.

 

Quelle:
Setor Kwadzo Kunutsor et al., Low serum magnesium levels are associated with increased risk of fractures: a long-term prospective cohort study. In: European Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 12.4.2017, doi: 10.1007/s10654-017-0242-2.


Mikro-Nährstoffe bei Fleischessern, Vegetariern und Veganern

 

Durch unterschiedliche Ernährungsweisen werden nicht immer alle für den Körper wichtigen Mikro-Nährstoffe in den nötigen Mengen regelmäßig zugeführt. Eine Schweizer Studie zeigt jetzt einige typische Defizite auf, die bei gemischter Kost und bei der pflanzlicher Kost von Vegetariern und Veganern entstehen.

 

Die vegetarische und vegane Ernährung wird in Deutschland und in der Schweiz zunehmend beliebter, auch wenn ihre Anteile an der Ernährung insgesamt nach wie vor eher gering sind. Ob und wie sich die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen durch diese Ernährungsweisen unterscheidet, das wurde bisher nicht näher untersucht. In einer Studie prüften daher Schweizer Forscher, ob und wie Fleischesser, Vegetarier und Veganer mit einigen ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. 206 Schweizer im Alter von 18 bis zu 50 Jahren, die sich mit Fleisch (100), vegetarisch (53) oder vegan (53) ernährten, nahmen an der Studie teil.

 

Bei allen wurden im Blut die Konzentrationen der Vitamine A, C, D, E, B1, B2, B6, B12, Folsäure, Pantothensäure, Niacin, Biotin und Beta-Carotin sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Eisen, Magnesium und Zink untersucht, außerdem wurden die Jodwerte im Urin gemessen. Drei Tage lang wurden bei allen Teilnehmern die Nahrungsaufnahmen genau untersucht und gewogen. Daraus konnten die Aufnahmen der Mikro-Nährstoffe berechnet werden. Einbezogen in die Analyse wurden auch andere beeinflussende Faktoren, z.B. Gewicht, Größe, körperliche Aktivität und Lebensstil der Teilnehmer.

Bei allen drei Ernährungsweisen zeigten sich Defizite in der Eisenversorgung. Ansonsten gab es zwischen den Gruppen einige auffällige Unterschiede in der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Die Fleischesser hatten die geringsten Aufnahmen bei Magnesium sowie bei den Vitaminen C und E, Niacin und Folsäure. Den Vegetariern fehlte es vor allem an Vitamin B6 und Niacin. Die Veganer nahmen am wenigsten Kalzium auf, sie waren außerdem relativ gering mit Vitamin D, B12 und Zink versorgt. Überraschend stuften die Forscher aber die Versorgung mit Vitamin B12 bei den Veganern insgesamt als nicht so schlecht ein. Seit langem ist bekannt, dass sie durch den strikten Verzicht auch auf Eier, Käse und Milchprodukte mit ihrer Ernährung kaum Vitamin B12 aufnehmen, das hauptsächlich in tierischen und nur sehr gering in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt.

 

Trotz der unzureichenden B12-Aufnahme aus der Ernährung zeigten sich bei den Veganern jedoch im Vergleich zu den anderen Gruppen keine sehr großen Unterschiede. Die Forscher führten dies auf den weit verbreiteten Nutzen von Nahrungsergänzungen zurück, mit denen das bekannte Defizit an Vitamin B12 bei Vegetariern und speziell bei Veganern ausgeglichen werden kann.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen: Trotz der erheblichen Unterschiede in der Ernährung und in der Aufnahme sowie bei den Defiziten von Mikro-Nährstoffen ist grundsätzlich eine gut balancierte Ernährung bei allen drei Ernährungsweisen erreichbar. Mögliche Unterversorgungen an Vitaminen, Mineral- und Spurenstoffen können sowohl mit Lebensmitteln, die mit Mikro-Nährstoffen angereichert sind, als auch gezielt mit Nahrungsergänzungen ausgeglichen werden.

 

Unser Tipp:

Qualitativ gute Multi-Vitamin- und Mineralstoff-Präparate können die Basis für eine optimale Versorgung mit Mikro-Nährstoffen schaffen. Gezielt können bei Bedarf auch einzelne Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ergänzt werden. Statt einzelne B-Vitamine aufzunehmen, wird oft empfohlen, den gesamten Komplex der B-Vitamine aufzufüllen.

 

Quelle:
R. Schüpbach et al., Micronutrient status and intake in omnivores, vegetarians and vegans in Switzerland. In: European Journal of Nutrition Vol. 56, Nr. 1, 2017, S. 283-293, doi: 10.1007/s00394-015-1079-7.


Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem.

 

Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem. Viele ältere Menschen sind aus ihrer Ernährung oft nicht ausreichend mit B-Vitaminen versorgt. Sie sollten daher besonders auf eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen achten.

 

Die schützenden Funktionen von B-Vitaminen, vor allem von Folat und den Vitaminen B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), werden (nicht nur) bei Alterskrankheiten immer stärker erforscht. Bisher richtete sich der Blick vor allem auf die Funktionen von Folat (Folsäure ist dessen synthetische Form) und Vitamin B12. In Zukunft sollen auch die Beziehungen der Vitamine B2 und B6 intensiver untersucht werden. Defizite an B-Vitaminen können aufgrund verschiedener Bedingungen entstehen. Dazu gehört die unzureichende Aufnahme aus der Ernährung, ein erhöhter Bedarf, die schlechte Absorption, genetische Störungen und Krankheiten sowie die mögliche Interaktion mit einigen Medikamenten. Bekannt ist, dass ältere Menschen häufiger zu gering mit B-Vitaminen versorgt sind, das gilt vor allem für Folat, B2 und B6.

 

Der häufigste Grund für die schlechte Versorgung mit Folat und B2 im Alter ist eine zu geringe Zufuhr aus der Ernährung. Dagegen beruht eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12 meist auf einer Malabsorption, abhängig von der individuellen Auswahl von Lebensmitteln. B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten, Vegetarier und vor allem Veganer sind daher oft zu wenig mit B12 versorgt. Außerdem entsteht im Alter ein erhöhter Bedarf an B6, u.a. weil Altersprozesse die Absorption der B-Vitamine negativ beeinflussen. Das beeinträchtigt u.a. den Transport und den Stoffwechsel der B-Vitamine. In einigen Beobachtungsstudien zeigte sich, dass ein geringer B-Vitamin-Status zu einem höheren Risiko für degenerative Krankheiten führt. Das gilt z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose und die Neigung zu Knochenbrüchen sowie für kognitive Dysfunktionen.

Eine geringe Versorgung mit B-Vitaminen führt vermutlich zu Störungen im Kohlenstoff-Metabolismus. Dieser trägt u.a. zur Biosynthese der DNA und RNA und zu Methylierungs-Reaktionen (Gen-Aktivierung und -Deaktivierung) bei. Folat und die damit verbundenen Vitamine B2, B6 und B12 haben eine vitale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels. Störungen innerhalb dieser Abläufe als Folge eines zu geringen B-Vitamin-Status können die Gesundheit beeinträchtigen. Nachweise, dass die gute Versorgung mit B-Vitaminen dazu beitragen kann, vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Störungen im Knochen- und Hirnsystem zu schützen, nehmen in der Forschung zu.

 

Von einer guten Versorgung profitieren vor allem Menschen, die vorher mit diesen Vitaminen schlecht versorgt waren. Ältere Menschen sollten zur Vorbeugung vor degenerativen Krankheiten auf ihren B-Vitamin-Status achten und bei Bedarf B-Vitamine einzeln oder kombiniert bzw. den gesamten B-Komplex ergänzen.

 

Unser Tipp: Bei einer allgemeinen Ergänzung ist es oft empfehlenswert, die B-Vitamine als gesamten Komplex (insgesamt 8 Vitamine) zu ergänzen, da sie sich bei vielen Abläufen im Körper gegenseitig beeinflussen und unterstützen.

 

Quelle:
Kirsty Porter et al., Causes, Consequences and Public Health Implications of Low B-Vitamin Status in Ageing. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, 725, doi: 10.3390/nu8110725.


In einer Auswertung vieler internationaler Studien zur Versorgung mit Vitamin E erreichte nur eine kleinere Gruppe der Teilnehmer die gesundheitlich optimalen Werte.

 

In einer Auswertung vieler internationaler Studien zur Versorgung mit Vitamin E erreichte nur eine kleinere Gruppe der Teilnehmer die gesundheitlich optimalen Werte.

 

Das fettlösliche Vitamin E kommt in vielen Lebensmitteln vor. Das gilt vor allem für Vollkornprodukte, Pflanzenöle, Samen, Nüsse, Obst, Gemüse, Milchprodukte und Eier. Vitamin E ist auch einigen Lebensmitteln zugesetzt und in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann der Bedarf in der Regel gedeckt werden. Dennoch zeigen einige Studien, dass die gute Versorgung nicht immer erreicht wird. Damit erhöht sich das Risiko für gestörte Körperfunktionen. Das betrifft u.a. den Fettstoffwechsel, das Immunsystem, kognitive Funktionen sowie das Muskel- und Herz-Kreislauf-System. Vitamin E ist auch ein wichtiges Antioxidans, das die Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen (Lipidoxidation) schützen kann.

 

Forscher des MIPH (Mannheim Institute of Public Health, Social and Präventive Medicine, Universität Heidelberg) werteten internationale Studien zur Versorgung mit Vitamin E von 2000 bis 2012 in einer Meta-Analyse aus. Einbezogen waren 132 Studien mit knapp 250.000 Teilnehmern aus 46 Ländern. Ein großer Teil davon stammte aus den USA und Europa, darunter z.B. eine große EPIC-Studie mit 36.000 Teilnehmern. Die Aufnahmen von Vitamin E aus der Ernährung wurde bei allen Teilnehmern ebenso wie die Konzentration im Blutserum bestimmt. Leitwert war die wichtigste Vitamin E-Form, das Alpha-Tocopherol. Soweit die Studien andere Vitamin E-Formen einbezogen hatten, wurde dies berücksichtigt. Da die täglich empfohlenen Bedarfswerte sich in den Ländern teilweise unterscheiden, wurden die USA-Werte genutzt.

 

Der tägliche Bedarf von Vitamin E (RDA) beträgt dort 15mg für alle Menschen ab 14 Jahren. Berechnet wurde auch der mit 12mg Vitamin E etwas geringere EAR-Wert, der durchschnittliche tägliche Bedarf für die gleichen Altersgruppen. Die optimale Aufnahme von täglich 15mg Vitamin E erreichten nur 18%, auf den Durchschnitt von 12mg kamen 39% der Teilnehmer. Rund vier Fünftel der Teilnehmer waren also mit Vitamin E nicht in den gesundheitlich wünschenswerten Mengen versorgt, drei Fünftel erreichten nicht einmal die durchschnittliche Versorgung.

 

Verschiedene Beobachtungsstudien lassen annehmen, dass Vitamin E-Serumwerte (Alpha-Tocopherol) ab 30μmol/L sich positiv auf die Gesundheit bzw. auf die Prävention von Herz-Kreislauf- und einigen Krebskrankheiten auswirken. Diese optimalen Werte erreichten weltweit nur 21% der Teilnehmer. Als Schwellenwert für einen deutlichen Mangel an Vitamin E gelten Serumwerte unter 12μmol/L. Eine so geringe Versorgung fanden die Forscher bei 13% der Teilnehmer weltweit, in Europa war der Anteil mit 8% etwas geringer. Betroffen davon waren vor allem Neugeborene und Kinder bis zu 12 Jahren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass weltweit beträchtliche Teile der Bevölkerung mit Vitamin E nicht ausreichend bzw. optimal versorgt sein dürften. Insgesamt schnitten die Europäer etwas besser ab, dennoch ist die Versorgung auch hier nicht immer zufriedenstellend. Die EPIC-Studie zeigte z.B., dass die Versorgung mit Vitamin E im Süden besser ist als im Norden. Das ist vermutlich auf andere Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen, da z.B. pflanzliche Öle im Süden mehr genutzt werden als im Norden.

 

Unser Tipp: Vitamin E wird in synthetischen und natürlichen Formen angeboten. Es ist in vielen Multi-Präparaten und einzeln erhältlich. Neben Alpha-Tocopherol werden auch natürliche gemischte Tocopherole angeboten, sie ergänzen neben Alpha- auch Beta-, Delta- und Gamma-Tocopherol und verstärken damit den antioxidativen Schutz durch Vitamin E.

 
Quelle: Péter Szabolcs et al., Systematic Review of Global Alpha-Tocopherol Status as Assessed by Nutritional Intake Levels and Blood Serum Concentrations. In: International Journal for Vitamin and Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 14.7.2016, doi: 10.1024/0300-9831/a000281.



Vegane Ernährung – wie steht es mit den Mikro-Nährstoffen?

 

Die vegane Ernährung findet immer mehr Anhänger. Da in tierischen Lebensmitteln wichtige Mikro-Nährstoffe enthalten sind, die in einer rein pflanzlichen Ernährung gering oder gar nicht vorkommen, kann es bei Veganern zur Unterversorgung mit einzelnen Stoffen kommen.

 

Die vegane Ernährung kann einige gesundheitliche Vorteile im Vergleich zum Verzehr tierischer Produkte haben. Verringert werden z.B. Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, gesteigert wird die Aufnahme von Ballaststoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Recht gut ist meist auch die Bilanz bei den Vitaminen C, E, B1 (Thiamin) und Folat sowie bei den Mineralstoffen Magnesium und Kalium. Je stärker jedoch die Vielfalt an Lebensmitteln eingeschränkt wird, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper nicht mehr mit allen wichtigen Makro- und Mikro-Nährstoffen ausreichend versorgt wird. Bei der veganen Ernährung kann die Zufuhr an Proteinen bzw. essentiellen Aminosäuren kritisch sein. Durch den Verzicht auf Fisch fehlen auch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Bei den Vitaminen fehlen am häufigsten Vitamin B12 (Cobalamin), oft auch die Vitamine B2 (Riboflavin) und D. Bei den Mineralstoffen fehlen am häufigsten Kalzium, Eisen, Jod, Zink und Selen.

 

Nicht für alle Menschen ist daher eine vegane Ernährung gut geeignet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät, in der Schwangerschaft und Stillzeit, wenn die gute Versorgung mit allen Mikro-Nährstoffen besonders wichtig ist, auf die vegane Ernährung zu verzichten. Auch für Kinder und Jugendliche ist laut DGE diese Ernährungsform in allen Altersgruppen ungeeignet. Die Ernährungsfachleute betonen, dass eine vegane Ernährung nicht generell ernährungsphysiologisch günstig und gesund ist. Neben den empfehlenswerten Sorten an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Samen, Pflanzenölen und Vollkornprodukten werden im Handel viele vegane Fertig- und Ersatzprodukte angeboten, darunter z.B. Wurst- und Käseimitate. Sie sind teilweise stark industriell verarbeitet und können daher viele Zusatzstoffe, Zucker, Fett und Salz enthalten, was ihren ernährungsphysiologischen Wert mindern kann.

 

Veganer sollten generell auf eine Ernährung mit nährstoffdichten Lebensmitteln achten. Sie sollten ihre Versorgung mit Mikro-Nährstoffen von Zeit zu Zeit prüfen und sich über gesunde Ernährung beraten lassen. Da die Versorgung mit Vitamin B12 bei der veganen Ernährung am kritischsten ist, empfiehlt die DGE allen Veganern, unbedingt und regelmäßig Vitamin B12 zu ergänzen. Nährstoffergänzungen können natürlich auch alle anderen vorhandenen Versorgungsdefizite an Mikro-Nährstoffen im Bedarfsfall ausgleichen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 wird je nach Bedarf einzeln, kombiniert mit anderen B-Vitaminen oder als Bestandteil von Multi-Präparaten angeboten. Bei den Einzelpräparaten sollte besonders auf bioaktive Formen geachtet werden. Empfehlenswert ist  z.B. Methylcobalamin, im Angebot sind auch gut bioverfügbares sublinguales und flüssiges Vitamin B12.

 
Quelle: dge, Vegane Ernährung - DGE rät zu Nährstoffpräparaten und qualifizierter Beratung. Presseinformation „DGE aktuell“ 4/2016, vom 12.4.2016.



Die tägliche Einnahme von Vitamin D konnte in einer Studie die Körperleistungen und einige kardiovaskuläre Risikofaktoren von Gesunden verbessern.

 

Die tägliche Einnahme von Vitamin D konnte in einer Studie die Körperleistungen und einige kardiovaskuläre Risikofaktoren von Gesunden verbessern.

 

Vitamin D ist sowohl ein Vitamin als auch ein Hormon, es hilft u.a., die Werte von Kalzium und Phosphat im Blut zu kontrollieren. Es ist auch am Knochenstoffwechsel beteiligt und für die Bildung von Knochen und Zähne essenziell. Vitamin D wird über die Sonneneinwirkung auf die Haut (UVB-Strahlen) gebildet, vor allem in den Wintermonaten kann dies in den nördlichen Regionen nicht ausreichend sein. In der Nahrung ist Vitamin D vor allem in Milchprodukten, Eigelb, Fisch und Leber enthalten, die teilweise eher wenig gegessen werden. In Deutschland geht man zwar nicht von einem Vitamin D-Mangel aus, aber rund 60 % der Bundesbürger erreichen die wünschenswerte Versorgung mit Vitamin D im Blut (50 Nanomol pro Liter) nicht. Langfristig ist die Unterversorgung mit Vitamin D mit Insulin-Resistenz, Diabetes, rheumatoider Arthritis und einem erhöhten Risiko für einige Krebsarten verbunden.

 

Einige Studien lassen vermuten, dass Vitamin D die Funktionen eines bestimmten Enzyms (11-ßHSD1) blockieren kann, das an der Bildung des „Stresshormons“ Cortisol beteiligt ist. Hohe Cortisol-Werte können den Blutdruck erhöhen, indem die Arterien und Blutgefäße verengt und die Wasserausscheidung verzögert werden. Da Vitamin D die zirkulierenden Cortisol-Werte senken kann, könnte es theoretisch auch die Körperleistungen verbessern und kardiovaskuläre Risikofaktoren verringern. Dies untersuchten englische Forscher der Queen Margaret University in Edinburgh in einer Pilotstudie an 13 gesunden Erwachsenen. Sie erhielten zwei Wochen lang täglich eine leicht erhöhte Dosis von 50 mcg Vitamin D. Im Vergleich zu Teilnehmern, die nur ein Placebo eingenommen hatten, war am Ende der Studienzeit mit der Einnahme von Vitamin D der Blutdruck geringer, auch die Cortisol- Werte (gemessen im Urin) waren gesunken. Bei Fitness-Tests erreichten die Teilnehmer mit Vitamin D auf dem Fahrrad nun 6,5 km in 20 Minuten gegenüber nur 5 km am Beginn der Studie.

 

Trotzdem die Teilnehmer nun um 30 % schneller waren, hatten sie geringere Anzeichen von körperlicher Anstrengung. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Einnahme von Vitamin D auch bei Gesunden die Körperfunktionen verbessern kann. Die körperliche Fitness lässt sich steigern und kardiovaskulären Risikofaktoren wie der Bluthochdruck und zu hohe Cortisol-Werte verringern sich. Dies soll nun in weiteren Studien geprüft werden. Als Teilnehmer sollen dabei auch Athleten und Ausdauer-Sportler einbezogen werden.

 

Quelle:
Raquel R. Iniesta et al., Effect of vitamin D supplementation on cardiovascular risk factors and exercise performance in healthy subjects; a randomized placebo controlled pilot study. Präsentation auf der Jahreskonferenz der „Society for Endocrinology“, 2.-4.11.2015, Pressemitteilung.


Multi-Vitamine und Mineralstoffe bei gesunden Erwachsenen

 

Oft heißt es, gesunde Menschen, die sich gut ernähren, brauchen keine Nahrungsergänzungen. Eine australische Studie zeigt, auch Gesunde können von der Einnahme von Multi-Nährstoff-Präparaten profitieren.

 

58 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis zu 39 Jahren nahmen an der (randomisierten, doppelblinden) Studie teil. Zu Beginn wurden bei allen Teilnehmen die Stimmungen, die kognitiven Funktionen und dazu auch verschiedene Biomarker im Blut untersucht. Vier Wochen lang erhielt dann die eine Hälfte der Teilnehmer täglich ein Präparat mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Es enthielt neben den B-Vitaminen (B1, B2, B6, B12, Niacin, Pantothensäure, Folsäure, Biotin) auch Vitamin C, Kalzium, Magnesium und Zink. Dabei waren einige Nährstoffe teilweise etwas höher dosiert als es die täglichen Empfehlungen vorgeben. Die andere Hälfte der Teilnehmer nahm in der gleichen Zeit zum Vergleich nur ein Placebo ein.

 

Nach vier Wochen zeigte sich, dass sich bei den Teilnehmern mit den Multi-Nährstoffen zwar nicht die kognitiven Funktionen, jedoch die Stimmungen verbessert hatten. Sie fühlten sich weniger depressiv und niedergeschlagen. In ihrem Blut waren vor allem die Werte für die Vitamine B6 und B12 angestiegen, dagegen hatte sich das im Übermaß schädlich wirkende Homocystein verringert. Auch die Folatwerte in den roten Blutzellen hatten sich leicht verbessert. Die Mediziner führen diese Wirkungen u.a. auf die verbesserte Zufuhr der B-Vitamine zurück, die eine wichtige Rolle sowohl bei den Hirnfunktionen als auch bei der Senkung von Homocystein spielen. Vermutlich spielen aber auch weitere Faktoren bei diesen Wirkungen eine Rolle.

 

Für die Forscher ist mit dieser Studie bestätigt, dass sich bereits bei relativ kurzfristigen Einnahmen von Vitaminen und Mineralstoffen auch bei gesunden Erwachsenen bestimmte Funktionen im Körper verbessern lassen.

 

Quelle: David J. White et al., Effects of Four-Week Supplementation with a Multi-Vitamin/Mineral Preparation on Mood and Blood Biomarkers in Young Adults: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. In: Nutrients Nr. 7, 2015, S. 9005-9017, doi: 10.3390/nu7115451.



Eine Auswertung von sieben Studien zeigt den Einfluss von Vitamin D-Ergänzungen auf die Muskelkraft bei gesunden, jungen Menschen.

 

Eine Auswertung von sieben Studien zeigt den Einfluss von Vitamin D-Ergänzungen auf die Muskelkraft bei gesunden, jungen Menschen.

 

Vitamin D kann auch auf die Muskelkraft einwirken. Frühere Studien untersuchten diese  Beziehung jedoch vor allem an älteren Frauen und gebrechlichen Menschen. Englische Mediziner der Queen Mary University in London führten nun eine Literaturrecherche durch und untersuchten die Beziehung von Vitamin D zur Muskelkraft bei Jüngeren, die ein sportliches Training machten. Sieben qualitativ gute Studien konnten in die Analyse einbezogen werden. Enthalten waren darin die Daten von 310 jungen Erwachsenen im Alter von 21 bis zu 31 Jahren, davon waren zwei Drittel Frauen.

 

Die Teilnehmer/innen nahmen entweder an einem athletischen oder auch an einem nicht-athletischen Training teil. Die Studienzeiten reichten von vier Wochen bis zu sechs Monaten. Je nach dem angewendeten Studienkonzept wurde Vitamin D in verschiedenen, im Vergleich zu den üblichen Tagesdosen erhöhten Mengen eingenommen. Dabei reichte die Spanne von 100 mcg pro Tag bis zu 1.500 mcg pro Woche (das entspricht 214 mcg pro Tag). Die Wirkung von Vitamin D wurde mit einem Placebo verglichen, das die jeweiligen Kontrollgruppen erhalten hatten.

 

Die Auswertung der Studie zeigte im Vergleich, dass die Ergänzung von Vitamin D signifikant die Muskelstärke in den oberen und unteren Gliedmaßen verbessern konnte. Für die Forscher bleibt nun noch genauer zu prüfen, wie sich Vitamin D auf die Muskelkraft auch unter anderen Bedingungen auswirkt, z.B. bei sportlichen Ausdauerleistungen und maximalen Kraftanforderungen.

 

Quelle: Peter B. Tonlinson et al., Effects of vitamin D supplementation on upper and lower body muscle strength levels in healthy individuals. A systematic review with meta-analysis. In: Journal of Science and Medicine in Sport Vol. 18, Nr. 5, 2015, S. 575-580, doi: 10.1016/j.hsams.2014.07.022.



Körperliche Bewegung und eine für die Knochen gesunde Ernährung sind eine gute Basis, um der Osteoporose vorzubeugen.

Körperliche Bewegung und eine für die Knochen gesunde Ernährung sind eine gute Basis, um der Osteoporose vorzubeugen. Dazu gehört auch die ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D.

 

Rund ein Viertel der Bevölkerung über 50 Jahre, ca. 6.5 Millionen Frauen und ca. 1,3 Millionen Männer sind von Osteoporose betroffen. Die Krankheit verringert nach und nach die Knochendichte, und die Mikrostruktur des Knochens wird zerstört. Das führt zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche. Jährlich erleiden rund 4 bis 5 % der Osteoporose-Kranken einen Knochenbruch. Damit wird auch die Lebensqualität und Unabhängigkeit im höheren Alter beeinträchtigt.

 

Für gesunde Knochen sind neben hochwertigen Proteinen eine gute Versorgung mit Kalzium und Vitamin D besonders wichtig, das gilt auch bei Osteoporose. Ältere Erwachsene können mit der guten Versorgung von Vitamin D Stürzen und Knochenbrüchen vorbeugen bzw. deren Auftreten und Häufigkeit verringern. Mit zunehmendem Alter lässt die Bildung von Vitamin D über die Sonneneinwirkung auf die Haut nach, auch der Aufenthalt im Freien ist oft geringer. Bei Osteoporose besteht ein Mehrbedarf an Vitamin D und Kalzium, der über die Ernährung allein nicht immer zu decken ist. Es ist z.B. reichlich in Hering, Sardellen und Heilbutt enthalten, die jedoch eher wenig gegessen werden. Bei Osteoporose sollte Vitamin D täglich mit bis zu 50 mcg aufgenommen werden. Auch bei Kalzium ist die die täglich empfohlene Dosis dann mit 1.500 mg etwas höher als bei Gesunden. Kalzium ist vor allem in Milchprodukten, Gemüse (Grünkohl, Broccoli, Lauch) und bestimmten Mineralwässern reichlich vorhanden. Zur Knochenstärkung können weiter gute Aufnahmen von Vitamin C, K, B2 und B6 beitragen.

 

Eine neue Studie stellt die optimale Ernährung zur Stärkung der Knochenmineraldichte vor. Neben der relevanten Literatur wurden Daten der Rotterdam-Studie mit rund 5.000 Teilnehmern ab 55 Jahren ausgewertet. Durch eine ausführliche Ernährungsbefragung konnten verschiedene Ernährungsgruppen bestimmt und zur Knochenmineraldichte in Beziehung gesetzt werden. Daraus wurde eine für die Knochen günstige Ernährung ermittelt. Dazu gehören Gemüse, Obst, Fisch, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Bohnen und Milchprodukte. Schlechter bewertet wurden Fleisch und industriell verarbeitete Lebensmittel, einschließlich von Süßwaren. Im Vergleich zu Empfehlungen für eine allgemein gesunde Ernährung (z.B. der WHO) hatte eine Ernährung mit diesen Komponenten eine deutlich stärkere Verbindung zur Knochendichte (bis zum Dreifachen größer). Unterschiedlich ist vor allem die stärkere Empfehlung von Milchprodukten, die für gesunde Knochen stärker berücksichtigt werden sollten.

 

Der knochenstärkende Effekt dieser Ernährung war durch Kalzium allein nicht erklärbar. Auch andere Komponenten der Nahrung spielen dabei eine ergänzende Rolle. Die Ernährungsbefragung zeigte jedoch auch, dass viele Teilnehmer nur wenig Fisch und Gemüse aßen. Natürlich können fehlende Mikro-Nährstoffe auch mit Nahrungsergänzungen zugeführt werden. Das kann z.B. bei Kalzium und Vitamin D sinnvoll sein, wenn die mit der Ernährung aufgenommenen Mengen nicht ausreichend sind. Außerdem gibt es gut zusammengestellte Multi-Präparate, die alle Mikro-Nährstoffe enthalten, die für einen gesunden Knochenbau wichtig sind.

 

Quelle:
E. A. L. de Jonge et al., Development of a Food Group-Based Diet Score and Its Association with Bone Mineral Density in the Elderly: The Rotterdam Study. In: Nutrients Vol. 7. Nr. 8, 2015, S. 6974-6990, doi: 10.3390/nu7085317.  



Die Ernährung, einschließlich verschiedener Mikro-Nährstoffe, beeinflusst entzündliche Prozesse im Körper.

 

Die Ernährung, einschließlich verschiedener Mikro-Nährstoffe, beeinflusst entzündliche Prozesse im Körper. Das kann dazu beitragen, das Risiko für chronische Krankheiten zu verringern.

 

Die Entzündung ist eine normale Reaktion des (unspezifischen) Immunsystems auf schädliche Eindringlinge in den Körper. Sind jedoch vermehrt chronische und oftmals unbemerkt verlaufende Entzündungen (geringen Grades) im Körper vorhanden, so gehört dies zu den grundlegenden Störungen bei der Entstehung und Entwicklung vieler chronischer Krankheiten. Entzündungen spielen eine Rolle im Stoffwechsel, sie sind z.B. bei starkem Übergewicht (Adipositas) häufiger vorhanden. Entzündungen niedrigen Grades sind auch ein Merkmal beim metabolischen Syndrom sowie bei Diabetes, Herz-Kreislauf- und Darm-Krankheiten.

 

Die Ernährung kann zu ineffektiven oder übermäßigen Entzündungsreaktionen beitragen, das gilt besonders für die bei uns weit verbreitete westliche Ernährungsweise. Typisch sind die oft ungünstigen Aufnahmen von Fetten mit zuviel gesättigten und zu wenig mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie von Kohlenhydraten mit zuviel Glukose. Komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe werden dagegen zu wenig aufgenommen. Studien zeigten, dass ein hoher Konsum an Fett und Glukose nach dem Verzehr Entzündungsreaktionen hervorrufen können. Das kann die Entwicklung von Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten beeinflussen. Weiter können Defizite, aber auch ein Übermaß an bestimmten Mikro-Nährstoffen zu entzündlichen Reaktionen beitragen. Das gilt beispielsweise für die unzureichende oder unausgewogene Versorgung mit den Vitaminen Folsäure, B1, B6, B12 und E  sowie dem Spurenelement Zink. Auch einige sekundäre Pflanzenstoffe, Flavonoide, Anthocyane und Catechine, können antientzündlich wirken. Eine gesunde Ernährung und eine gute Versorgung mit einer Reihe von antientzündlichen Mikro-Nährstoffen können zur Prävention und Kontrolle von niedrig-gradigen Entzündungen im Körper beitragen.

 

Quelle:
Anne M. Minihane et al., Low-grade inflammation, diet composition and health: current research evidence and its translation. In: British Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 31.7.2015, doi: 10.1017/S0007114515002093.



Der Abbau der Muskelmasse und -funktionen im Alter ist ein wichtiger Risikofaktor für die sinkende Fähigkeit, alttägliche Aktivitäten auszuführen.

 

Der Abbau der Muskelmasse und -funktionen im Alter ist ein wichtiger Risikofaktor für die sinkende Fähigkeit, alttägliche Aktivitäten auszuführen. Omega-3-Fettsäuren können die Muskeln von älteren Menschen stärken.

 

Der Verlust an Muskelmasse gehört zu den normalen Folgen des Alterns. Der Abbauprozess kann sich durch schlechten Appetit, ungesunde Ernährung, verringerte körperliche Aktivität sowie durch chronische Krankheiten weiter verschlechtern. Das kann u.a. zu vermehrten Stürzen und zu verlängerten Erholungszeiten führen. Ein US-amerikanisches Forscherteam untersuchte, wie sich Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen (EPA und DHA) auf die Muskeln älterer Menschen auswirken. Sie könnten dazu beitragen, den alterstypischen Verlust an Muskelmasse- und -funktionen zu verlangsamen. 60 gesunde Männer und Frauen von 60 bis zu 85 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine erhielt sechs Monate lang täglich Omega-3-Fettsäuren, die andere Gruppe erhielt als Placebo ein Pflanzenöl.

 

Bei allen Teilnehmern wurden zu Beginn und nach der Studie bestimmte Kriterien der Muskelmasse und -funktionen gemessen. Dazu gehörten das Oberschenkel-Volumen, die Handgriffstärke und die maximale Körperkraft (im Ober- und Unterkörper). 44 Teilnehmer blieben bis zum Ende der Studie dabei (in beiden Gruppen ca. 75 %). Im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhten sich bei den Älteren mit Omega-3-Fettsäuren die Muskelkraft und -funktionen. Die Mediziner ziehen das Fazit: Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen können den normalen Muskelabbau bei Älteren verlangsamen. Werden Omega-3-Fettsäuren regelmäßig eingenommen, könnte dies dazu beitragen, die Unabhängigkeit von älteren Menschen länger aufrechtzuerhalten.

 

Quelle:
Gordon I. Smith et al., Fish oil-derived n-3 PUFA therapy increases muscle mass and function in healthy older adults. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 102, Nr. 1, 2015, S. 115-122, doi: 10.3945/ajcn.114.105833.



Vitamin D - gut in der Schwangerschaft

 

Wird Vitamin D in der Schwangerschaft ergänzt, kann sich die Entwicklung der Kinder verbessern.
Das betrifft das Geburtsgewicht und die Größe der Kinder.

Auf 108 Gramm mehr Körpergewicht und 0,3 Zentimeter mehr an Körpergröße brachten es im Durchschnitt Neugeborene von Müttern, die in ihrer Schwangerschaft Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatten. Das zeigt die Auswertung einer Meta-Analyse von 13 (randomisierten kontrollierten) Studien. Sie enthielten Daten von 2.299 neugeborenen Kindern, deren Mütter in der Zeit der Schwangerschaft Vitamin D im Vergleich zu einem Placebo ergänzt hatten. Gemessen wurde bei allen Frauen das im Blutserum zirkulierende Vitamin D (25OHD) sowie verschiedene mit der Schwangerschaft verbundene Faktoren. Die Vitamin D-Ergänzung verbesserte bei den schwangeren Frauen die D-Werte im Blut, und sie erhöhte leicht und signifikant das Geburtsgewicht und die -größe der Kinder.   
 


Die Forscher empfehlen schwangeren Frauen, wenigstens die täglich empfohlene Menge von 15 mcg (600 I.E.) Vitamin D aufzunehmen. Da die Versorgung mit Vitamin D aus der Ernährung nicht immer ausreicht, ist die Ergänzung sinnvoll. Sie kann den Bedarf an Vitamin D bei Mutter und Kind verbessern.


Quelle:
Faustino R. Pérez-López et al., Effect of vitamin D supplementation during pregnancy on maternal and neonatal outcomes: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. 
In: Fertility and Sterility Vol. 103, Nr. 5, S. 1278-1288.e4

Wir ergänzen noch: Bevorzugt werden sollte bei Vitamin D-Ergänzungen allgemein Vitamin D3 (Cholecalciferol). Diese Form ist besser bioverfügbar als Vitamin D2 (Ergocalciferol).


Trotz Nahrungsüberfluss: Kindern und Jugendlichen fehlen oft Mikro-Nährstoffe

Viele Kinder in Europa sind nicht genügend mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt.

Die ausreichende Aufnahme von Mikro-Nährstoffen aus der Nahrung wird auch in europäischen Ländern nicht immer erreicht, in denen eher der Überfluss als der Mangel an Nahrung ein Problem ist. Zwei Studien stellten bei Kindern im Alter von 4 bis zu 18 Jahren in vielen Ländern Europas, einschließlich Deutschland, die Unterversorgung an einigen Mikro-Nährstoffen fest. Es mangelt dabei weniger an der Quantität, sondern zu oft an der Qualität der Nahrung.

 

Trotz der oft übermäßigen Zufuhr an Kalorien fehlt es zu häufig an der genügenden Aufnahme an einzelnen Vitaminen, Spurenelementen und anderen Mikro-Nährstoffen. Dabei gibt es natürlich Unterschiede zwischen den jeweiligen Ländern, Altersgruppen und Geschlechtern. Am häufigsten fehlten den Kindern und Jugendlichen die Vitamine D, E und Folsäure sowie Jod. Defizite kamen häufiger auch bei Eisen, Kalzium und Phosphat vor. Die Unterversorgung mit Selen und Magnesium sowie mit den Vitaminen C und B6 kamen dagegen seltener oder nicht vor.

 

Die Autoren gehen davon aus, dass Teile der europäischen Kinder durch die nicht ausreichende Aufnahme von Mikro-Nährstoffen vermeidbaren Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. So könnten u.a. das Wachstum und die Entwicklung der Kinder beeinflusst werden. Geeignete Nahrungsergänzungen könnten die Zufuhr an Mikro-Nährstoffen bei Kindern und Jugendlichen verbessern, die ein Risiko für Defizite haben. Sie sollten in der Auswahl der Nährstoffe und Dosis an ihren individuellen Bedarf angepasst werden.

 

Quellen:
Boris Kaganov et al., Suboptimal Micronutrient Intake among Children in Europe. In: Nutrients Vol. 7, Nr. 5, 2015, S. 5324-3535, doi: 10.3390/nu7053524.
sowie
- I. Elmadfa, European Nutrition and Health Report, Forum of Nutrition, Vol. 62., 2009.
- G. B. Mensink et al., Mapping low intake of micronutrients across Europe. In: British Journal of Nutrition Vol. 110, Nr. 4, 2013, S. 755-773.

 




Die Versorgung mit Vitamin B12 ist bei Vegetariern oft nicht ausreichend, aber es können auch andere wichtige Nährstoffe fehlen.

 

Vitamin B12 ist für die Zellbildung und speziell für die roten Blutzellen sowie für den Protein- und Aminosäuren-Stoffwechsel sehr wichtig. B12 ist in tierischen Lebensmitteln enthalten, vor allem in Innereien. In Pflanzen kommt dieses B-Vitamin dagegen nur in geringen Spuren vor. Vegetarier und speziell Veganer, die auf Lebensmittel verzichten, die wie Milch, Eier und Käse aus tierischen Quellen stammen, sind daher oft damit unterversorgt. Das kann langfristig zu gesundheitlichen Störungen führen, zum Beispiel im Immun- und Nervensystem.

 

Wie stark Vegetarier von einem Mangel an Vitamin B12 betroffen sind, zeigt eine Auswertung von 40 Studien, in die verschiedene vegetarische Ernährungsweisen einbezogen waren. Bei mehreren Teilnehmer-Gruppen wurde eine Unterversorgung festgestellt. Vitamin B12 fehlte bis zu 45 Prozent der Kleinkinder und bis zu 33 Prozent der älteren Kinder und Heranwachsenden. 17 bis 39 Prozent der schwangeren Frauen waren mit B12 unterversorgt, die Werte variierten abhängig von der Phase der Schwangerschaft. Bei Erwachsenen und älteren Teilnehmern reichten die Defizite teilweise bis zu 86,5 %. Generell hatten die Vegetarier ein hohes Risiko für Defizite in der Versorgung mit Vitamin B12. Veganer, die keine B12-Ergänzungen einnahmen, waren besonders stark betroffen.

 

Vegetariern können neben Vitamin B12 aber auch andere wichtige Mikro-Nährstoffe fehlen, wie eine australische Studie zeigt. 308 Studentinnen wurden über ihre Ernährung und Körperaktivität befragt. 78 Prozent der jungen Frauen hatten ein normales Gewicht und bewegten sich ausreichend. 258 Teilnehmerinnen erreichten jedoch nicht die Empfehlungen für den täglichen Verzehr von Getreideprodukten, Gemüse, Fleisch und Fisch sowie für andere energiedichte Lebensmittel. 23 Prozent der Studentinnen ernährten sich vegetarisch. Bei ihnen fehlte es neben Vitamin B12 auch an genügend Omega-3-Fettsäuren, Selen und Zink im Vergleich zu den Frauen, die tierische Lebensmittel aßen.

 

Zur Sicherheit empfehlen die Mediziner Vegetariern und vor allem Veganern die Einnahme von B12, um eine angemessene Zufuhr von diesem Vitamin zu erhalten. Auch Multi-Nährstoffe können dazu beitragen, die Versorgung mit fehlenden Mikro-Nährstoffen zu verbessern. Vegetarier sollten eventuell ihre Versorgung mit Mikro-Nährstoffen, vor allem mit Vitamin B12, untersuchen lassen.

 

Quelle

R. Paslak et al., The prevalence of cobalamin deficiency among vegetarians assessed by serum vitamin B12: a review of literature. In: European Journal of Clinical Nutrition (2014), 68, S. 541-548, doi: 10.1038/ejcn.2014.46. F. Fayet et al., Avoidance of meat and poultry decreases intakes of omega-3 fatty acids, vitamin B12, selenium and zinc in young women. In: Journal of Human Nutrition and Dietetics 2014 Vol. 27, Supplement 2, S. 135-143, doi: 10.1111/jhn,12092.