Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert.

 

Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert. Das zeigt eine französische Studie über Vitamin D.

 

Vitamin D gehört zu den am häufigsten untersuchten Vitaminen. Es ist für die Gesundheit von Knochen und Muskeln sehr wichtig, aber auch in vielen anderen Körpergeweben vorhanden. Daher könnte es eine Schlüsselrolle bei vielen Körperfunktionen spielen. Vitamin D beeinflusst z.B. das Immunsystem, Entzündungen, das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und die kognitiven Funktionen. Vitamin D kann der Körper, anders als andere Vitamine, über die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut selbst bilden. Die Aufnahme aus der Nahrung ist dagegen gering, wichtige Quellen sind Milchprodukte, Eier und Fische. In den nördlichen Ländern und mit einem Lebensstil, der mehr und mehr in Innenräumen stattfindet, ist die Vitamin D-Versorgung bei vielen Menschen nicht ausreichend gedeckt. In Europa geht man von Defiziten in der Bevölkerung aus, die von 35 bis zu 70 % reichen.

 

Bei der individuellen Aufnahme spielen u.a. auch die Kenntnisse über Nährstoffe eine Rolle. In einer Studie prüften daher französische Forscher im Rahmen einer großen Bevölkerungsstudie (NutriNet-Santé), was Menschen über Vitamin D wissen. Daran nehmen seit 2009 rund 60.000 Franzosen ab 18 Jahren teil. Sie beantworten jedes Jahr Fragen zu ihrer Gesundheit, seit 2012 werden dabei auch die Kenntnisse über Vitamin D untersucht.

Insgesamt kannten 92 % der Teilnehmer Vitamin D. Ihre Kenntnisse basierten vorwiegend auf Informationen von Ärzten, kamen aber auch aus den Medien. Die Informationen von Ärzten erweisen sich dabei als die zuverlässigere Quelle. 72 % der Befragten nannten die Sonne als Vitamin D-Quelle. Deutlich weniger bekannt war der Vitamin D-Gehalt in (fettreichen) Fischen, Lebertran, angereicherten Milchprodukten oder Medikamenten. Auch einige falsche Quellen wurden genannt, z.B. Olivenöl, Weißfisch und Huhn, die kein Vitamin D enthalten. Wer bereits einmal Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, kannte sich mit den Quellen meist besser aus. Rund ein Viertel der Teilnehmer glaubte, dass ihre Vitamin D-Versorgung wohl zu gering sein könnte.

 

Wer bereits irgendwann Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, war mit 47 % öfter davon überzeugt, dass die eigene Versorgung zu gering ist. Tatsächlich hatte aber nur ein Drittel derjenigen, die ein Defizit vermuteten, zu geringe Vitamin D-Werte. Andererseits glaubten von denen, die ein Vitamin D-Defizit hatten, nur 16 %, dass sie zu gering versorgt waren. Falsche Annahmen zeigten sich auch beim Einfluss des Hauttyps auf die Vitamin D-Versorgung. So glaubten mehr Menschen mit heller Haut schlecht mit Vitamin D versorgt zu sein als Teilnehmer mit dunklerer Haut, die tatsächlich ein höheres Risiko für eine Unterversorgung haben. Beim Einfluss von Vitamin D auf die Gesundheit kannten 78 % die gute Wirkung auf die Knochen, weniger bekannt war der Zusammenhang mit Osteoporose und Rachitis. Nur 40 % wussten, wie wichtig Vitamin D in der Schwangerschaft für die Mutter und die Entwicklung des Kindes ist. Noch weniger kannten den Einfluss von Vitamin D auf Haut- und Krebskrankheiten, Infektionen oder psychische Krankheiten.

 

Dies ist die erste europäische Studie, die Kenntnisse über Vitamin D in einer so großen Bevölkerungsgruppe näher untersucht hat. Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Zugang zu einfachen, aktuellen Informationen über Vitamin D in Gesundheitsberufen ebenso wie in der allgemeinen Bevölkerung verbessert werden sollte. 

 

Quelle:
Mélanie Deschasaux et al., What Do People Know and Believe about Vitamin D? In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110718.