Die Vorteile der mediterranen Ernährung für die Vorbeugung vor vielen Krankheiten sind gut nachgewiesen. Nun zeigt sich auch ihr starker Einfluss auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen jeden Alters.

 

Die Vorteile der mediterranen Ernährung für die Vorbeugung vor vielen Krankheiten sind gut nachgewiesen. Nun zeigt sich auch ihr starker Einfluss auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen jeden Alters.

 

Die mediterrane Kost gehört zu den Ernährungsweisen, die gesund sind und sehr gut schmecken. Sie enthält reichlich Obst, Gemüse, Fisch und Olivenöl, dagegen werden Milchprodukte, rotes Fleisch und Zucker weniger gegessen. In vielen Studien konnte der positive Einfluss der Mittelmeerkost auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht etc. belegt werden. In einer Übersicht analysierte eine Gruppe von australischen Forschern nun Studien zur Beziehung der mediterranen Ernährung und dem Abbau kognitiver Funktionen. 18 internationale Langzeit- und Beobachtungs-Studien aus den Jahren 2000 bis 2015 mit Erwachsenen aller Altersgruppen konnten in die Auswertung einbezogen werden. Untersucht wurden jeweils die mediterrane Ernährung und ihre Beziehung zur Verbesserung von kognitiven Prozessen oder zur Verringerung des kognitiven Abbaus.

 

Die Forscher sehen in entzündlichen Prozessen und im oxidativen Stress die Hauptursachen für die geringere Gesundheit und die schlechteren Gehirnfunktionen im Alter. Allerdings beginnt der Abbau der kognitiven Funktionen schon in jüngeren Jahren und schreitet langsam voran. So sinkt die Geschwindigkeit im Denken und Gedächtnis etwa ab der dritten Lebensdekade und schwächt sich mit den Jahren weiter ab. Die Geschwindigkeit von Abrufen aus dem Kurzzeitgedächtnis sinkt von den dreißiger bis zu den achtziger Jahren um rund 50 %, wie Studien zeigten. Die Ernährung, vor allem die mediterrane Ernährung, könnte ein wichtiger Faktor sein, mit dem sich degenerativen Prozessen vorbeugen lässt.

 

Die Mittelmeerkost ist eine gute, vielfältige  Quelle für Mikro-Nährstoffe, mit denen die Risiken für den Abbau von Gehirnprozessen gesenkt werden könnten. Von diversen Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen ist bekannt, dass sie für die Gehirnfunktionen wichtig sind. Eine besondere Rolle spielen dabei z.B. die B-Vitamine, B1, B2, B6, B12, Biotin, Folsäure, Niacin und Pantothensäure. Sie sind u.a. wichtige Regulatoren von Neurotransmittern. Aber auch Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) im Blut und vermutlich die Mikrobiota im Darm können durch die mediterrane Ernährung positiv beeinflusst werden. Und nicht zuletzt stärken Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen die kognitiven Funktionen über lange Zeit.

 

Bei Menschen, die ihre Ernährung stärker an die Mittelmeerkost angepasst hatten, zeigten sich verbesserte Hirnfunktionen. Ihre Entwicklung beim kognitiven Abbau verlief langsamer. Sie hatten z.B. ein besseres Gedächtnis, waren aufmerksamer und auch ihre Sprachfähigkeit war verbessert. Außerdem konnte die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit verlangsamt werden. Dieser positive Einfluss auf das Gehirn war nicht nur bei Menschen vorhanden, die im Mittelmeerraum lebten, sondern bei allen, die sich auf diese Weise ernährten. Die Wirkungen waren zwar im Alter besonders effektiv, aber nicht nur auf ältere Menschen beschränkt. Zwei der ausgewerteten Studien untersuchten junge Erwachsene, und in beiden verbesserten sich mit der mediterranen Kost die kognitiven Leistungen.

 

Quelle: Roy J. Hardman et al., Adherence to a Mediterranean-Style Diet and Effects on Cognition in Adults: A Qualitative Evaluation and Systematic Review of Longitudinal and Prospective Trials. In: frontiers In Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 22.7.2016, doi: 10.3389/fnut.2016.00022.

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