Ernährung und Lebensstil beeinflussen das Reflux-Risiko

 

Das häufige und schmerzhafte Sodbrennen könnte um bis zu 50 % verringert werden, wenn die Betroffenen sich gesund ernähren und einen gesunden Lebensstil führen. Das zeigt eine US-amerikanische Bevölkerungsstudie.

 

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird durch eine Entzündung der Speiseröhre ausgelöst. Sie kann entstehen, wenn der Schließmuskel zwischen der Speiseröhre und dem Magen nicht genügend funktioniert. So kann ein Teil des sauren Mageninhalts zurück in die Speiseröhre fließen und dort die Schleimhaut schädigen. Zu den häufigsten Symptomen gehören das Sodbrennen mit saurem Aufstoßen und brennenden Schmerzen in der Speiseröhre. Es können aber auch andere Beschwerden, z.B. Druckgefühle, Schmerzen und Luftaufstoßen, auftreten. Die Refluxkrankheit entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer weit verbreiteten Volkskrankheit. In den USA sind rund 30 % der Bevölkerung davon betroffen (in Deutschland rund 25 %). Damit steigt auch das Risiko für Folgekrankheiten, die bis hin zu Krebs reichen können. Die Refluxkrankheit kann medikamentös (z.B. mit Protonenpumpenhemmern) behandelt werden, das kann jedoch einige Nebenwirkungen haben. Bei häufigem Sodbrennen können auch ein gesünderer Lebensstil und eine gesündere Ernährung hilfreich sein.

 

Bisher wurde jedoch nicht näher geprüft, ob diese Maßnahmen allein bereits das Krankheitsrisiko senken können. Ein Team von US-Forschern untersuchte daher anhand der „Nurses´Health Study 2“, wie sich das Sodbrennen verringern lässt. Seit 1989 nehmen knapp 117.000 Krankenschwestern an der Studie teil. Zweimal pro Jahr gaben sie in einer detaillierten Befragung Auskünfte über ihren Gesundheitszustand. Sie gaben weiter regelmäßig Auskünfte über ihren Lebensstil und ihre Ernährung. Von 2004 bis 2017 wurden die Teilnehmerinnen auch mehrmals zur gastroösophagealen Refluxkrankheit und zum Sodbrennen befragt. Die Angaben von rund 43.000 Teilnehmerinnen von 42 bis 62 Jahren konnten dazu ausgewertet werden. Im Lauf der langen Studienjahre erkrankten knapp 9.300 Frauen an der Refluxkrankheit. Die Forscher analysierten, welche Faktoren sie davor schützen oder ihr persönliches Krankheitsrisiko erhöhen konnten.

 

Die Analysen zeigten, dass eine gesunde Ernährung zusammen mit einem guten Lebensstil das Risiko für die Refluxkrankheit deutlich verringern konnte. Den größten Einfluss hatte ein normales Körpergewicht (BMI von 18,5 bis 24,9), dadurch verringerte sich das Krankheitsrisiko um 31 %. Eine gesunde Ernährung senkte das Refluxrisiko um 13 %. Daran hatte die relativ geringe Aufnahme von Kaffee, Tee und kohlensäurehaltigen Getränken (weniger als zwei Tassen/Gläser) täglich mit der Risikosenkung von 8 % einen wichtigen Anteil. Hinzu kam, dass die regelmäßige körperliche Aktivität (wenigstens 30 Minuten mäßiger bis mittlerer Aktivität täglich) das Refluxrisiko um 9 % senken konnte. Diese Wirkung erklären die Forscher so: Die Körperaktivität könnte die Mobilität im Magen-Darm-Trakt fördern und dafür sorgen, dass der saure Magensaft besser in den Darm gelangt und nicht nach oben in die Speiseröhre austreten kann.

 

Einen gewissen Einfluss hatte außerdem der Verzicht auf das Rauchen, der das Refluxrisiko um 6 % senkte. Erfüllten die Teilnehmerinnen alle fünf Kriterien, verringerte sich ihr Refluxrisiko um 50 %. Auch Frauen, deren Reflux-Krankheit medikamentös behandelt wurde, profitierten von einer gesunden Ernährung und dem guten Lebensstil, auch sie konnten damit ihre Symptome verringern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse zeigen, dass eine regelmäßige gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil die Reflux-Krankheit und ihr häufigstes Symptom, das Sodbrennen, erheblich verringern können. Für viele Patienten könnte dadurch die Einnahme von Medikamenten zur Therapie der Refluxkrankheit unnötig werden. Die Forscher halten dies für die beste Option bei der Refluxkrankheit, um die Symptome zu kontrollieren. Mit einem guten Lebensstil und gesunder Ernährung ließen sich auf diese Weise mehr als ein Drittel der Fälle von Refluxkrankheiten vermeiden.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen beeinflussen die Funktionen im Magen-Darm-Trakt, dazu gehören die Vitamine A und U (dl-Methionin-S-methyl-sulfoniumchlorid) sowie einige pflanzliche Substanzen (z.B. Gamma-Oryzanol aus Reis) und Extrakte. Sie können zum Schutz der Magenschleimhaut und vor Sodbrennen beitragen.

 

Quelle:
Raaj S. Mehta et al., Association of Diet and Lifestyle With the Risk of Gastroesophageal Reflux Disease Symptoms in US Women. In: JAMA Internal Medicine, online 4.1.2021, doi: 10.1001/jamainternmed.2020.7236