Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen.

 

Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen. Das ist eine degenerative Erkrankung der Netzhaut, die zum fortschreitenden Sehverlust führt.

 

Bei der altersbedingten Makuladegeneration wird der gelbe Fleck (Macula lutea) der Netzhaut (Retina) in seiner Funktion gestört. Das führt vor allem im höheren Alter zu einem fortschreitenden Sehverlust. Aus einigen Studien ist bekannt, dass Antioxidantien der Entwicklung dieser Augenkrankheit vorbeugen bzw. ihren Verlauf verlangsamen können. Untersucht sind dazu bisher vor allem die Vitamine C, E, A sowie Carotinoide, weniger die Wirkungen von Flavonoiden, pflanzlichen Substanzen aus Obst und Gemüse, von denen bereits viele gesundheitliche Funktionen bekannt sind. Sie haben teilweise auch antioxidative und antientzündliche Wirkungen. Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Blue Mountains Eye Study) untersuchte eine australische Forschergruppe die Beziehungen zwischen der Ernährung und der Aufnahme von Flavonoiden incl. der dazu gehörenden Untergruppen.

 

Flavonoide sind starke Antioxidantien, die in fast allen Obst- und Gemüsesorten vorkommen und das Immunsystem stärken. Einbezogen in die Studie waren seit 1992 rund 2.850 Erwachsene ab dem Alter von 49 Jahren, davon konnten rund 2.000 Personen bis zu 15 Jahren und länger beobachtet werden. Bei allen Teilnehmern wurde die Ernährung mit Hilfe von Befragungen untersucht, daraus wurde die Aufnahme von Flavonoiden eingeschätzt. Besonderes Augenmerk richteten die Forscher auf den Verzehr von stark flavonoidreichen Lebensmitteln, vor allem auf Tee, Äpfel, Rotwein und Orangen, die häufiger konsumiert werden. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem die Gesundheit der Augen in Bezug auf die Makuladegeneration untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass Teilnehmer, die regelmäßig Flavonoide aufgenommen hatten, deutlich besser vor der Entwicklung der Makuladegeneration geschützt waren. Jeder Anstieg bei den Gesamt-Flavonoiden war mit einem geringeren Risiko für diese Augenkrankheit verbunden. Besonders effektiv wirkte dabei Hesperidin, ein Flavonoid, das vor allem in Orangen und Zitronen vorhanden ist. Bei einem höheren Verzehr konnten dadurch vor allem die späten Stadien der Krankheit verringert werden. Teilnehmer, die täglich z.B. eine Orange aßen, konnten ihr Risiko für die fortschreitende Makuladegeneration um 61 % verringern im Vergleich zu denen, die niemals Orangen verzehrten. Auch nur einer Orange pro Woche hatte noch eine gewisse Risikominderung zur Folge. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass Flavonoide zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen können. Das sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Augengesundheit gibt es spezielle Nahrungsergänzungen, die neben wichtigen Vitaminen auch antiooxidative Bioflavonoide, Heidelbeerextrakt sowie Lutein, Lykopin und Zeaxanthin enthalten. Von ihnen ist bekannt, dass sie die Sehkraft besonders gut stärken können.