Höhere Vitamin D-Werte tragen zur Prävention von Darmkrebs bei

 

Eine gute Versorgung mit Vitamin D kann offenbar das Risiko für Darmkrebs signifikant verringern. Das zeigt eine neue Studie, an der über 20 medizinische Zentren und Organisationen beteiligt waren.

 

Vitamin D ist für seine Wirkungen auf die Knochengesundheit bekannt, es könnte aber auch das Risiko für Darmkrebs beeinflussen, z.B. das Zellwachstum und die Zellregulation. Frühere Studien zeigten dazu jedoch bisher nicht einheitliche Ergebnisse. Dies lässt sich zum Teil z.B. durch zu kleine Teilnehmergruppen oder eine zu geringe Dauer der Vitamin D-Ergänzung erklären. Jedenfalls konnte man bisher keine Angaben über Vitamin D-Konzentrationen ermitteln, die für ein verringertes Darmkrebs-Risiko nützlich sein könnten.

 

In einer Meta-Analyse wurden daher die Beziehungen von Vitamin D und Darmkrebs genauer untersucht. Daran waren Forscher der American Cancer Society, der Harvard-Universität und des National Cancer Institute sowie über 20 weitere medizinische Zentren und Organisationen beteiligt. Ausgewertet wurden 17 (prospektive) Bevölkerungsstudien mit standardisierten Kriterien. Insgesamt nahmen daran rund 5.700 Patienten mit Darmkrebs sowie 7.100 Kontrollpersonen aus den USA, Europa und Asien teil. Bei allen Untersuchungen von Vitamin D wurde eine einheitliche Methode genutzt, um mögliche Unterschiede in den Ergebnissen zu vermeiden.

 

Teilnehmer mit geringen Konzentrationen von Vitamin D im Blut (<30 nmol/L) hatten im Vergleich zu Werten, die für die Knochengesundheit als ausreichend betrachtet werden (50-<62,5 nmol/L), ein um 31 % höheres Risiko für Darmkrebs im Lauf der jeweiligen Beobachtungszeiten (Durchschnitt 5 1/2 Jahre). Teilnehmer mit höheren Werten von Vitamin D (75-<87,5 und 87,5-<100 nmol/L) konnten ihr Darmkrebs-Risiko um 19 bzw. 27 % senken. Die Beziehung von Vitamin D zum Darmkrebs-Risiko wurde bei der Anpassung an weitere Einflussfaktoren, z.B. Body Mass-Index und körperliche Aktivität etc., nur minimal beeinflusst, die Beziehung blieb weitgehend konstant. Frauen profitierten von höheren Vitamin D-Werten stärker als die Männer. Bei den Frauen war die Beziehung zwischen Vitamin D und Darmkrebs signifikant, bei den Männern zeigte sich ebenfalls ein Trend zu einem verringerten Risiko, der jedoch weniger ausgeprägt war. Die Ergebnisse blieben insgesamt auch bei verschiedenen Darmkrebs-Arten, beim Vergleich der geografischen Regionen sowie bei den Jahreszeiten der Blutentnahmen stabil.

Die Forscher ziehen das Fazit: Höhere Vitamin D-Werte im Blut sind mit einem geringeren Darmkrebs-Risiko verbunden, statistisch signifikant bei Frauen, dazu ein ähnlicher Trend bei Männern. Die Ergebnisse verstärken die Nachweise für eine schützende Wirkung der guten Versorgung mit Vitamin D auf das Krebsrisiko. Die optimale Versorgung liegt dafür deutlich über den Empfehlungen zur Aufnahme von Vitamin D. Bisher empfehlen Gesundheits-Organisationen Vitamin D nicht für die Prävention von Darmkrebs. Dies sollte nach Meinung der Forscher nun geändert werden. Dabei ist zu beachten, dass für ein verringertes Darmkrebs-Risiko höhere Vitamin D-Werte nötig sind, die über den Empfehlungen für die Knochengesundheit liegen.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Es kann zu einem geringeren Teil auch aus der Nahrung, vor allem aus mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln, aufgenommen werden. Da die natürliche Versorgung oft nicht ausreicht, kann die Versorgung mit Vitamin D auch durch Nahrungsergänzungen verbessert werden.

 

Quelle:
Marjorie McCullough et al., Circulating Vitamin D and Colectoral Cancer Risk: An International Pooling Project of 17 Cohorts. In: JNCI (Journal of the National Cancer Institute), Online-Veröffentlichung vom 14.6.2018, doi: 10.1093/jnci/djy087.