Können Omega-3-Fettsäuren auch glücklich machen?

 

Seit langem ist bekannt, dass die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen einige mentale Zustände beeinflussen können. In einer neuen Studie zeigten sich nun Beziehungen zwischen den Omega-3-Spiegeln und Glücksgefühlen der Teilnehmerinnen.

 

Nach Untersuchungen der Positiven Psychologie stehen positive Emotionen z.B. in direktem Zusammenhang mit verbesserten Werten bei Depressionen. Emotionale Störungen und ein höherer Grad der belastenden Symptome können das Glücksgefühl und das emotionale Wohlbefinden beeinflussen. Dabei spielen z.B. Selbstwert-Gefühle, Gefühle der Erfüllung oder psychologische Belohnungen eine Rolle. Die Steigerung positiver Gefühle kann für das psychische Wohlbefinden und für die Therapie von psychischen Störungen wichtig sein, auch wenn vor allem letztere mit vielen anderen Einflussfaktoren verbunden sind. Ein Team japanischer Forscher untersuchte in einer kleinen Studie Faktoren, die helfen können, einen positiven psychosomatischen Zustand im Alltag aufrecht zu erhalten.

 

Dabei gehört u.a. die Ernährung zu den wichtigen Faktoren. Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass z.B. die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren zum Schutz vor kognitiven oder psychischen Störungen beitragen kann. Neben dem allgemeinen Wohlbefinden können Ernährungsfaktoren auch zur Aufrechterhaltung des hedonischen Wohlbefindens, wie z.B. Glücksgefühlen, beitragen. Die Forscher untersuchten daher in einer Studie Gefühle von subjektiv empfundenem Glück und Erfüllung bzw. das Gefühl, wertvoll zu sein in Bezug zu Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren und anderen Einflussfaktoren.

 

An der Studie waren 133 Mitarbeiterinnen eines Krankenhauses und eines Pflegeheims in Japan beteiligt. Bei allen Frauen wurden die Konzentrationen der Omega-3-Fettsäuren gemessen. Mit einer in Japan genutzten Glücks-Skala wurden die subjektiven Empfindungen der Frauen bestimmt, Gefühle der Erfüllung wurden ebenfalls mit einer Skala bewertet. Weitere Einflussfaktoren wie Alter, Body Mass Index, Menopause, Körperbewegung und Ernährungsgewohnheiten, darunter auch die Neigung zum Naschen, wurden einbezogen und an die Ergebnisse angepasst. Es zeigten sich signifikant positive Beziehungen zwischen den Omega-3-Fettsäuren (aus Fischölen) und dem Gefühl der Erfüllung für die Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Dagegen zeigte sich zur Alpha-Linolensäure (aus pflanzlichen Quellen) keine positive Beziehung. Gefühle der Erfüllung waren speziell von der Versorgung mit der EPA sowie von der beginnenden Menopause mit dem Ausbleiben der Menstruation beeinflusst. Ansonsten spielten das Alter, der Body Mass Index oder auch Naschgewohnheiten bei den Glücksgefühlen keine beeinflussende Rolle.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Erstmals zeigte sich hier ein Zusammenhang von positiven Gefühlen und den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen. Bei den Frauen hatten die Glücksgefühle eine stärkere Beziehung zu positiven Gefühlen der Erfüllung, zur Versorgung mit der EPA und zur Menopause. Das galt abgestuft in dieser Reihenfolge und unabhängig von der Versorgung mit der DHA. Weitere Studien sind künftig nötig, um die Ursachen für diese Beziehungen, z.B. auch für die fehlende Wirkung der Alpha-Linolensäure auf diese Gefühle, zu untersuchen. Trotz der Beschränkungen durch eine kleine Studie deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die EPA für die Aufrechterhaltung unseres psychologischen Wohlbefindens nützlich sein könnte.

 

Unser Tipp: Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA und DHA, sind in Nahrungsergänzungen gemeinsam und meist in ihrem natürlichen Verhältnis enthalten. In einigen Präparaten ist die Dosierung der EPA deutlich erhöht.

 

Quelle:
Hirohito Tsuboy et al., Omega-3 Eicosapentaenoic Acid Is Related to Happiness and a Sense of Fulfilment - A Study among Female Nursing Workers. In: Nutrients, online 11.11.2020, doi: 10.3390/nu12113462.