Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei.

 

Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei. Sie sind vor allem in roten und blauen Obstsorten sowie in Citrusfrüchten enthalten.

 

Ein erhöhter Verzehr von Obst senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu trägt der Gehalt an Flavonoiden (eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) bei, zu denen u.a. die Anthocyane und Flavanone gehören. Die Anthocyane sind vor allem in Früchten mit roter, blauer und violetter Farbe enthalten, die Flavanone kommen in den Citrusfrüchten vor. Beide Arten von Pflanzenstoffen waren in einigen Studien mit einem sinkenden Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen verbunden. Ob diese Beziehung auch bei den Männern besteht, war bisher weitgehend unbekannt. Forscher aus Großbritannien und den USA untersuchten daher nun auch bei Männern die Beziehung von Anthocyanen und Flavanonen zur koronaren Herzkrankheit und zu Schlaganfällen.

 

An einer langjährigen Beobachtungsstudie mit Männern aus Gesundheitsberufen (Health Professionals Follow-Up Study) nahmen 43.880 Männer teil, die zu Beginn keine Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten. Aus Ernährungs-Befragungen wurden ihre Aufnahmen von Flavonoiden und speziell von Anthocyanen und Flavanonen ermittelt. Im Lauf von 24 Jahren der Beobachtung traten bei den Männern 4.046 Herzinfarkte und 1.572 Schlaganfälle auf. Eine erhöhte Aufnahme von Anthocyanen war allgemein nicht mit dem Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko verbunden. Detailliertere Analysen zeigten jedoch eine Verbindung zu den nicht tödlich verlaufenden Herzinfarkten. Hier konnten die Anthocyane das Risiko für Herzinfarkte um 13% senken. Bei Männern, die normale Blutdruckwerte hatten, war diese Beziehung noch stärker ausgeprägt, ihr Herzinfarkt-Risiko sank um 19%.

 

Auch die Aufnahme von Flavanonen war insgesamt nicht mit dem Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden. Bei der näheren Analyse zeigte sich jedoch, dass höhere Aufnahmen von Flavanonen signifikant das Risiko für den ischämischen Schlaganfall um 22% senken konnten. Davon profitierten vor allem die Teilnehmer ab 65 Jahren.

 

Der höhere Verzehr von Flavonoiden kann also auch bei Männern dazu beitragen, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu senken. Die mögliche Wirkung auf die Herzgesundheit basiert vermutlich darauf, dass Flavonoide den Blutfluss verbessern und dazu beitragen, das Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) zu hemmen. Das könnte beispielsweise den vorbeugenden Effekt auf die ischämischen Schlaganfälle erklären. Möglicherweise gibt es aber weitere, noch nicht erkannte Wirkungen, die in weiteren Studien untersucht werden sollten.

 

Quelle: Aedin Cassidy et al., Habitual intake of anthocyanin and flavanones and risk of cardiovascular disease in men. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 3.8.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.133132

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