Mehr Vitamin K könnte das Herz von Jugendlichen schützen

 

Bei Jugendlichen, die nur wenig Vitamin K1 mit ihrer Ernährung aufnahmen, erhöhte sich das Risiko für eine ungesunde Vergrößerung der linken Herzkammer.

 

In einigen großen Bevölkerungsstudien zeigten sich Verbindungen zwischen einer guten Versorgung mit Vitamin K1 (Phyllochinon) und Cholesterinwerten sowie geringeren Lipidwerten im Blut, was mit gesünderen Herzfunktionen verbunden wird. Das essentielle, fettlösliche Vitamin K wird u.a. für gesunde Knochen und die Blutgerinnung benötigt. Es gibt zunehmend Nachweise, dass Vitamin K auch die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems beeinflusst. Eine gute Versorgung kann dazu beitragen, den Kalzium-Ablagerungen in den Wänden der Blutgefäße vorzubeugen. Vitamin K1 ist jedoch nur relativ kurzzeitig, d. h. über sechs Stunden lang, aktiv, nachdem es mit der Nahrung aufgenommen wurde, was die gute Versorgung eventuell beeinträchtigen kann.

 

Jetzt untersuchte eine Forschergruppe der Augusta University (Georgia, USA) erstmals den Einfluss von Vitamin K auf die Herzgesundheit von Jugendlichen. An der Studie nahmen 766 gesunde Teenager im Alter von 14 bis zu 18 Jahren teil. Bei allen wurde die Versorgung mit Vitamin K1 (Phyllochinon) aus der Ernährung untersucht, es ist besonders reichlich z.B. in Spinat, Kohl, Salat und Olivenöl enthalten. Die Teilnehmer trugen sieben Tage lang Aktivitäts-Monitore und berichteten wiederholt genauestens darüber, was sie gegessen hatten. Von allen lagen schließlich für wenigstens sechs Tage Aufzeichnungen über die Ernährung vor. Die Auswertungen dieser Daten zeigte, dass nur ein Viertel der Jugendlichen eine angemessene Versorgung mit Vitamin K1 erreicht hatte.

 

Mit einem Echokardiogramm wurde bei allen Teilnehmern außerdem die linke Herzkammer untersucht, die das Blut durch den gesamten Körper pumpt. Hier zeigte sich eine deutliche Beziehung zur Versorgung mit Vitamin K1. Bei Teilnehmern, die am wenigsten K1 aufgenommen hatten, fanden die Mediziner häufiger eine ungesunde Entwicklung der linken Herzkammer. Sie war einschließlich der Kammerwände vergrößert (Linksherzhypertrophie), und die Blutmenge, die vom Herz ausgestoßen wurde, war signifikant geringer. Im Vergleich zu Jugendlichen, die genügend Vitamin K1 aufgenommen hatten, war das Risiko für solche Veränderungen der linken Herzkammer bei geringer Versorgung um das 3,3-fache erhöht. Dies war unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren, z.B. von Geschlecht, Körperbau, -aktivität und Blutdruck.

 

Vergrößerungen der linken Herzkammer werden ansonsten bei Erwachsenen beobachtet, deren Herz z.B. durch einen anhaltend hohen Blutdruck stark belastet und dadurch in seinen Funktionen gestört wird. Für die Forscher zeigte sich hier erstmals die Verbindung zwischen Vitamin K und der Herzstruktur bzw. den Herzfunktionen bei jungen Menschen. Durch eine bessere Versorgung mit Vitamin K könnten sich solche Veränderungen der linken Herzkammer bei Jugendlichen möglicherweise vermeiden lassen. Das könnte langfristig die Gesundheit des Herzens fördern und die Risiken für Herzerkrankungen senken.

 

Unser Tipp: Vitamin K wird häufig als Vitamin K2 angeboten, oder auch in einer ausgewogenen und synergistischen Kombination von K1 und K2.

 

Quelle:
Mary K. Douthit et al., Phylloquinone Intake Is Associated with Cardiac Structure and Funktion in Adolescents. In: The Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 7.7.2017, doi: 10.3945/jn.117-253666.