Mehr pflanzliche Kost senkt das Diabetes-Risiko

 

Ein höherer Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Typ 2 Diabetes verbunden. Das zeigen zwei neue Studien.

 

Der Typ 2 Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, die auf der Insulinresistenz oder dem Insulinmangel beruht, verbunden mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Weltweit steigt die Zahl der Diabetiker stark an. Zu den möglichen Ursachen gehören u.a. die genetische Veranlagung, eine fettreiche Ernährung und starkes Übergewicht. Die Umstellung der Ernährung, z.B. mit dem Verzehr von mehr pflanzlichen Lebensmitteln, gehört zu den grundlegenden Therapiemöglichkeiten.

 

Eine Gruppe von europäischen Forschern untersuchte die Beziehungen der Blutwerte von Vitamin C und Carotinoiden, die in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten sind, und dem Typ 2 Diabetes. Im Rahmen der großen EPIC-Studie zur Gesundheit und Ernährung wurden in acht Ländern Europas knapp 10.000 Erwachsene ausgewählt, bei denen dieser Diabetes erstmals diagnostiziert wurde. Sie wurden mit 13.000 gesunden Erwachsenen in Bezug auf ihre Ernährung bzw. die Werte von Vitamin C und Carotinoiden verglichen. Nach der Anpassung an weitere Einflussfaktoren zeigte sich, dass höhere Blutwerte von Vitamin C und Carotinoiden, sowohl einzeln als auch gemeinsam, mit einem geringeren Risiko für den Typ 2 Diabetes verbunden waren. Teilnehmer mit den höchsten Werten hatten ein um 50 % geringeres Diabetes-Risiko im Vergleich zu denen mit den geringsten Vitamin C- und Carotinoid-Werten. Die Forscher kalkulierten, dass sich pro 66 Gramm mehr Obst und/oder Gemüse pro Tag das Diabetes-Risiko um 25 % verringerte. Die Blutwerte von Vitamin C und Carotinoiden können außerdem als ein Biomarker für die Einschätzung des Diabetes-Risikos genutzt werden.

 

In der zweiten Studie untersuchten US-amerikanische Forscher die Beziehungen zwischen dem Verzehr von Vollkornprodukten und dem Typ 2 Diabetes. Sie werteten Daten der „Nurses Health Study“ und „Health Professionals Follow-up Study“ aus, an der rund 160.000 Frauen und 36.500 Männer von 1984 bis 2017 beteiligt waren. Alle waren anfangs frei von Diabetes, Herz- und Krebskrankheiten. Bei allen wurde der Verzehr von Vollkorn-Lebensmitteln erfasst, dazu gehörten u.a. Frühstücks-Cerealien, Haferflocken, brauner Reis, zugesetzte Kleie und Weizenkeime.. Im Lauf der Studienjahre erkrankten rund 18.600 Teilnehmer am Typ 2 Diabetes. Nach der Anpassung an andere Einflussfaktoren hatten die Teilnehmer mit dem höchsten Verzehr von Vollkornprodukten ein um 29 % geringeres Risiko für den Typ 2 Diabetes. Auch ein relativ geringer Verzehr an Vollkorn-Lebensmitteln zeigte seine Wirkungen. So verringerte sich das Diabetes-Risiko beim Verzehr von einer oder mehrerer Portionen kalter Vollkornflocken zum Frühstück oder von dunklem Brot täglich um 19 bis 21 % im Vergleich zu einem geringeren Verzehr.

 

Die Ergebnisse beider Studien deuten darauf hin, dass schon ein gering erhöhter Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten dazu beiträgt, das Diabetes-Risiko zu senken. Das gilt besonders für Erwachsene, die bisher nur geringe Mengen an diesen Lebensmitteln essen. Beide Studien unterstützen die Empfehlung zu einem erhöhten Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten als Teil einer gesunden Ernährung und zur Vorbeugung von Typ 2 Diabetes.

 

Unser Tipp: Wenn die Zufuhr an Vitamin C und Carotinoiden nicht ausreichend ist, können sie auch mit Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Sie werden teils einzeln, teils in verschiedenen Kombinationen von Carotinoiden und anderen Mikronährstoffen angeboten. Wir empfehlen, auf gute bioverfügbare Formen zu achten.

 

Quellen:
Ju-Sheng Zheng et al., Association of plasma biomarkers of fruit and vegetable intake with incident type 2 diabetes: EPIC-InterAct case-cohort study in eight European countries. In British Medical Journal, online 8.7.2020, doi: 10.1136/bmj.m2194. 
Yang Hu et al., Intake of whole grain foods and risk of type 2 diabetes: results from three prospective cohort studies. in: British Medical Journal, online 8.7.2020, doi: 10.1136/bmj.m2206.