Multi-Vitamine/Mineralstoffe beugen Versorgungslücken vor

 

Viele Menschen nehmen Nahrungsergänzungen ein, um Defiziten mit wichtigen Mikro-Nährstoffen in der täglichen Versorgung vorzubeugen. Das gelingt weitgehend, wie eine große Bevölkerungsstudie aus den USA zeigt.

Rund 50 % der Erwachsenen in den USA nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein. Doch bisher gibt es relativ wenig Informationen über deren Einfluss auf die Nährstoff-Aufnahmen und die Korrektur möglicher Defizite bei den Mikro-Nährstoffen. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher führte dazu eine umfassende statistische Analyse durch. Als Basis dienten ihnen die nationalen, repräsentativen Daten von rund 10.700 Erwachsenen aus der großen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Surveys), die von 2009 bis 2012 durchgeführt wurde. Dabei wurden Untersuchungen über die Aufnahmen von Mikro-Nährstoffen allein aus der Ernährung und dazu im Vergleich mit der kombinierten Einnahme von Multi-Vitamin/Multi-Mineralstoff-Ergänzungen durchgeführt. Einbezogen waren 17 der wichtigsten Mikro-Nährstoffe mit ihrem geschätzten durchschnittlichen Bedarf. Hinzu kam der Status von fünf Nährstoffen mit bekannten Biomarkern und häufiger vorkommenden Defiziten im Blut.

 

Im Vergleich zur Ernährung allein sorgte die zusätzliche Aufnahme von Mikro-Nährstoffen für geringere Vorkommen von unzureichender Versorgung bei 15 der 17 Nährstoffe. Außer für Kalzium, Magnesium und Vitamin D verhinderte der häufigste Gebrauch von Nahrungsergänzungen von wenigstens 21 Tagen pro Monat unzureichende Aufnahmen bei den wichtigsten Mikro-Nährstoffen. Das war mit der Ausnahme von Eisen auch mit signifikant niedrigeren Raten für Defizite bei den untersuchten Nährstoff-Biomarkern im Blut verbunden. Bei sieben Mikro-Nährstoffen zeigte sich eine leicht erhöhte Zufuhr über den so genannten tolerablen täglichen Aufnahmewerten, die jedoch jeweils unter ≤4% lag.

Aus Sicht der Forscher unterstützen die Ergebnisse den Nutzen von Nahrungsergänzungen für die allgemeine Gesundheit. Sie widersprechen dem oft angeführten Argument, dass eine gute Ernährung allein ausreicht, um mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit wichtig sind, zu versorgen. Deutliche Mangel-Krankheiten durch fehlende Vitamine kommen heute zwar nur äußerst selten vor, doch viele Studien zeigen, dass auch geringere Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen die Gesundheit beeinträchtigen können. Beim großen Spektrum der Mikro-Nährstoffe kann es immer wieder einmal kurzfristig zu unzureichenden Aufnahmen kommen.

 

Die Forscher gehen heute von wenigstens 11 Mikro-Nährstoffen aus, die in den USA häufiger oder zumindest kurzfristig in einem zu geringen Maß aufgenommen werden. Das sind die Vitamine A, C, D, E, K, Folsäure und Cholin (vitaminähnliche Substanz) sowie die essentiellen Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Magnesium und Kalium. Multi-Nahrungsergänzungen können helfen, kleinere Versorgungslücken im Alltag auszugleichen. Das gelingt weitgehend, jedoch nicht bei allen Stoffen, wie diese Auswertung der NHANES-Daten zeigt. Kritisch waren teilweise noch die Aufnahmen von Kalzium, Vitamin D und Magnesium. Den größten Nutzen von Vitaminen und Mineralstoffen hatten die Teilnehmer, die am beständigsten Nahrungsergänzungen nutzten. Sie hatten ein deutlich geringeres Risiko für Mangelversorgungen an Mikro-Nährstoffen.

 

Unser Tipp: Multi-Vitamine und Multi-Mineralstoff-Ergänzungen gibt es in vielen Mixturen und Dosierungen, sie lassen sich daher sehr gut an den individuellen Bedarf anpassen. Auf eine gute Qualität bei den einzelnen Mikro-Nährstoffen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Jeffrey R. Blumberg et al., Impact of Frequency of Multi-Vitamin/Multi-Mineral Supplement Intake on Nutritional Adequacy and Nutrient Deficiencies in U.S. Adults. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.8.2017, doi: 10.3390/nu9080849.