Mit geeigneten Nahrungsergänzungen und einer sinnvollen Ernährung können entzündliche Darmkrankheiten in ihren Symptomen verringert und in ihrem Verlauf verbessert werden.

Mit geeigneten Nahrungsergänzungen und einer sinnvollen Ernährung können entzündliche Darmkrankheiten in ihren Symptomen verringert und in ihrem Verlauf verbessert werden.

 

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Die entzündlichen Darmkrankheiten sind weltweit immer weiter verbreitet, zu ihnen gehören vor allem der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. Sie sind chronisch und treten ständig oder schubweise immer wieder auf. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Verstopfung, Diarrhö und Bauchkrämpfe. Medikamente können die Symptome lindern, die Krankheiten jedoch nicht heilen. Doch mit einer geeigneten Ernährung und Nahrungsergänzungen sind einige Erfolge zu erreichen. Sie können die Symptome der entzündlichen Darmkrankheiten lindern oder gar zu einer Remission beitragen. Eine Gruppe polnischer Wissenschaftler wertete dazu 30 relevante Studien aus. Ihre Analyse zeigt, dass Ballaststoffe, einige Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) und Fettsäuren sowie eine zuckerarme Ernährung bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa die Lebensqualität deutlich verbessern können.

 

Bei den Polyphenolen gibt es besonders für Curcumin und Resveratrol bereits einige gute Ergebnisse. Curcumin ist in Kurkuma enthalten und zeigte entzündungshemmende Wirkungen. In einigen Studien zu entzündlichen Darmkrankheiten konnten Curcumin-Gaben im Vergleich zu einem Placebo die Krankheitsaktivität stärker verringern oder sogar die Remission erreichen. Resveratrol kommt in vielen Pflanzen vor, z.B. in Weintrauben, Heidelbeeren und Erdnüssen. Es wirkt antioxidativ und kann Entzündungen hemmen, auch einige Wirkungen bei entzündlichen Darmkrankheiten sind untersucht. Ballaststoffe, darunter u.a. Fruktane, (Fructooligosaccharide, Inulin etc.), Psyllium (Flohsamen) sowie Hafer- und Weizenkleie, können positiv wirken und Magen-Darm-Symptome bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten ebenso wie die Lebensqualität verbessern. Bei den Fettsäuren wurden vor allem die Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), untersucht. Auch sie konnten entzündliche Darmkrankheiten verringern. Sie konnten weiter dazu beitragen, den Einsatz von Kortikosteroiden zu senken.

 

Bei den entzündlichen Darmkrankheiten wurden verschiedene Ernährungsweisen untersucht. Bewährt hat sich vor allem die FODMAP-Ernährung, bei der die Aufnahme von kurzkettigen, hoch fermentierbaren und schlecht resorbierbaren Kohlenhydraten eingeschränkt wird. Sie führen durch bakterielle Fermentierung und Wassersekretion z.B. zur Darmdysbiose, Verletzungen/Entzündungen und übermäßiger Gasbildung. Empfohlen werden Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, laktosefreie Milchprodukte, glutenfreies Getreide (z.B. Reis), Obst (z.B. Bananen), Gemüse (z.B. Spinat), die meisten Nüsse sowie viele Gewürze und Kräuter. Zu meiden sind Lebensmittel mit einem hohen Laktosegehalt, Hülsenfrüchte, Knoblauch und Zwiebeln. Den Patienten wird empfohlen, in den ersten 4-6 Wochen vor der Diät einige strenge Einschränkungen in der Ernährung einzuhalten und jede Veränderung der Symptome genau zu beobachten. Ziel ist ein optimales Niveau der FODMAP-Diät, das individuellen Bedürfnissen am besten entspricht. Die Anwendung dieser Ernährungsweise zeigt, dass sich dadurch gastrointestinale Symptome und Beschwerden verringern lassen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit. Eine geeignete Ernährung und eine Reihe von Nahrungsergänzungen können dazu beitragen, die Lebensqualität von Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten zu verbessern und die Symptome im Magen-Darm-Trakt zu lindern. In weiteren Forschungen sollten z.B. wirksame Dosierungen und längerfristige Wirkungen einzelner Substanzen genauer untersucht werden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen bereits, dass Nahrungsergänzungen und eine geeignete Ernährung eine Alternative oder zumindest eine Maßnahme sein können, um die üblichen Krankheitsverläufe bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu verbessern und eventuell Medikamente zu verringern. Die Forscher empfehlen bei entzündlichen Darmkrankheiten, Diäten und Nahrungsergänzungen nicht auf eigene Faust anzuwenden. Zusammen mit Ernährungsfachleuten und Therapeuten können individuell geeignete Ernährungsweisen, Substanzen und Dosierungen ausgewählt werden. Dies kann zu einer höheren Lebensqualität sowie zur besseren Krankheitskontrolle und zu weniger Komplikationen führen.

 

Unser Tipp: Die Funktionen im Magen-Darm-Trakt können durch viele Nahrungsergänzungen beeinflusst werden. Dazu gehören z.B. geeignete Vitamine, Mineralien, Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe etc., einzeln und in bewährten Mischungen. Auch wir empfehlen (nicht nur) bei Darmkrankheiten, die Anwendungen mit einem Therapeuten und Ernährungsfachleuten individuell auszuwählen.

 

Quelle:
Bartosz Malinowski et al., The Rundown of Dietary Supplements and Their Effects on Inflammatory Bowel Disease - A Review. In: Nutrients, online am 14.5.2020, doi: 10.3390/nu12051423.