Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Mit einem Diabetes steigt das Risiko für Folge-Krankheiten, zu denen u.a. die diabetische Retinopathie gehört. Rund ein Drittel der Diabetiker, vor allem die älteren Patienten, sind davon betroffen. Die Retinopathie beeinträchtigt die Sehkraft und kann in schweren Fällen bis zur Erblindung führen. Die möglichst frühzeitige Vorbeugung mit der regelmäßigen Augenkontrolle ist für Diabetiker daher sehr wichtig. Noch ist nicht genau geklärt, wie der Diabetes zur Schädigung der Netzhaut führt, aber Entzündungen, oxidativer Stress und mikrovaskuläre Veränderungen spielen eine zentrale Rolle bei den beeinträchtigten Netzhaut-Funktionen. Forschungen zeigten, dass die Netzhaut reich ist an langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, das gilt besonders für die DHA (Docosahexaensäure). Die Fettsäuren wirken u.a. antientzündlich und positiv auf die Blutgefäße ein, das könnte zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen.

 

Eine Gruppe von Forschern prüfte im Rahmen der großen spanischen Bevölkerungsstudie zur mediterranen Ernährung (PREDIMED), ob und wie eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung die Retinopathie bei Diabetes beeinflussen kann. Einbezogen wurden 3.614 Teilnehmer von 55 bis 80 Jahren, die bereits zu Beginn der Studie (2003) Diabetiker waren. Für 3.482 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren waren am Studienende (2009) sämtliche nötigen Daten verfügbar. Allen Teilnehmern wurde empfohlen, zur Vorbeugung vor kardiovaskulären Krankheiten täglich wenigstens 500 mg Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.

 

Dies kann in der Regel mit zwei möglichst fettreichen Fischmahlzeiten, z.B. mit Lachs, Sardinen etc., leicht erreicht werden. Da in Spanien traditionell viel Fisch gegessen wird, erreichten 2.611 Teilnehmer (75 %) der Diabetiker die vorgegebene Menge an Omega-3-Fettsäuren. Im Lauf der Beobachtungszeit von sechs Jahren trat bei 69 Teilnehmern (2 %) eine diabetische Retinopathie auf. Nach Anpassung der Daten in Bezug auf Alter, Geschlecht, Lebensstil und klinischen Daten etc. hatten Diabetiker, die täglich weniger als 500 mg an Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, ein um 48 % erhöhtes Risiko für die diabetische Retinopathie. Von der vorbeugenden Wirkung der Fischöle profitierten besonders Teilnehmer mit einem erhöhtem Blutdruck und bei einem fortgeschrittenen Diabetes. Die Forscher sehen sich daher darin bestätigt, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen können.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder selten isst, kann Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzung in Kapselform aufnehmen. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in Herstellung und Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle: Aleix Sala-Vila et al., Dietary Marine ω-3 Fatty Acids and Incident Sight-Threatening Retinopathy in Middle-Aged and Older Individuals With Type 2 Diabetes. Prospective Investigation From the PREDIMED-Trial. In: JAMA Ophthalmology, Online-Veröffentlichung vom 18.8.2016, doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.2906.

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