Raucher ernähren sich oft schlechter als Nichtraucher, was u.a. eine geringere Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen zur Folge hat. Damit steigen die Risiken für erhöhten oxidativen Stress und seine Folgen.

 

Raucher ernähren sich oft schlechter als Nichtraucher, was u.a. eine geringere Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen zur Folge hat. Damit steigen die Risiken für erhöhten oxidativen Stress und seine Folgen.

 

Weltweit ist die Zahl der Raucher gesunken, dennoch gehört das Rauchen nach wie vor zu einem der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung chronischer Krankheiten. Dazu gehören z.B. Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegs-Krankheiten. Sie sind u.a. auch durch die Ernährung zu beeinflussen. Frühere Studien zeigten bereits, dass die Ernährung von Rauchern oft eine geringere Qualität hat, damit verbunden ist meist auch die verringerte Aufnahme von Mikro-Nährstoffen. Raucher haben, abhängig vom Stoffwechsel, einen erhöhten Bedarf an Mikro-Nährstoffen, der durch das Rauchen beeinflusst ist. So zeigte sich z.B., dass für Vitamin C Aufnahmen von bis zu 200 mg täglich erforderlich waren, um vor geringen Vitamin C-Werten im Serum zu schützen. Die empfohlene Vitamin C-Aufnahme für Erwachsene liegt deutlich darunter. US-amerikanische Forscher prüften nun im Rahmen einer Studie zum Stress und Rauchverhalten auch die Energie- und Nährstoff-Aufnahmen der Teilnehmer.

 

138 Raucher und 46 Nichtraucher nahmen an der Studie teil, alle hatten im Durchschnitt ein leichtes Übergewicht, der Body Mass Index war bei den Rauchern etwas höher. An drei Tagen zeichneten alle Teilnehmer ihre verzehrten Nahrungsmittel auf. Daraus wurde die jeweilige Gesamt-Energiezufuhr berechnet. Einbezogen wurden auch die Aufnahmen wichtiger Mikro-Nährstoffe, u.a. mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamine. Im Vergleich zu den Nichtrauchern nahmen die Raucher im Durchschnitt täglich rund 200 Kalorien weniger Energie auf. Bei den Makro-Nährstoffen (Proteine, Fett und Kohlenhydrate) fanden sind kaum Unterschiede, allerdings nahmen die Raucher weniger mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolensäure und DHA) zu sich. Generell erreichten sowohl die Raucher als auch die Nichtraucher bei einigen Mikro-Nährstoffen nicht die empfohlenen täglichen Werte. Raucher waren dabei oft noch geringer versorgt.

 

Das galt vor allem für wichtige Schlüssel-Nährstoffe bei den Vitaminen und Mineralstoffen. Sie können bei einer guten Versorgung dazu beitragen, das Risiko für chronische Krankheiten zu verringern. Die Raucher nahmen mit ihrer Ernährung vor allem weniger Eisen, Phosphor, Vitamin C, Vitamin D, B2, Niacin und Folsäure auf.

 

Die Forscher setzten z.B. bei Vitamin C den täglichen allgemeinen Bedarfswert von 75 mg an. Rund die Hälfte der Raucher und fast ein Drittel der Nichtraucher erreichten diese Aufnahme mit ihrer Ernährung nicht. Das ist besonders problematisch, weil für Raucher ein erhöhter Bedarfswert gilt, der um 35 mg täglich höher liegt. Diese etwas höhere Versorgung soll dazu beitragen, den oxidativen Stress, der mit dem Rauchen verbunden ist, besser zu kompensieren. Eine zu geringe Vitamin C-Aufnahme kann bei Rauchern den oxidativen Stress erhöhen und zur Entstehung von mit dem Rauchen verbundenen Lungenkrankheiten beitragen. Weiter waren bei den Rauchern die Aufnahmen von Vitamin A häufiger zu gering, gleiches galt oftmals auch für die B-Vitamine, speziell für B2, Niacin, Pantothensäure und Vitamin B6.

 

Beim Vitamin E zeigten sich deutliche Defizite bei den Rauchern, aber auch bei Nichtrauchern, also waren bei fast allen Teilnehmern die durchschnittlichen Aufnahmen davon zu gering. Auch dies war für die Raucher problematischer, weil Vitamin E als wichtiges Antioxidans eine zentrale Rolle beim Schutz vor dem oxidativen Stress und freien Radikalen spielt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die verringerte Aufnahme von wichtigen Mikro-Nährstoffen bei Rauchern das Risiko für chronische Krankheiten erhöhen kann. Gesundheitsprogramme für Raucher sollten sich nicht allein auf den Rauchverzicht richten, sondern auch eine verbesserte Ernährung mit guten Aufnahmen von Mikro-Nährstoffen empfehlen. Das gilt besonders für die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie für Magnesium, Folsäure und die Vitamine A, C und E.

 

Unser Tipp: Gute Nährstoff-Präparate mit Multi-Vitaminen und -Mineralstoffen können die Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen bei Rauchern verbessern. Darin sind z.B. viele Antioxidantien enthalten, die beim erhöhten oxidativen Stress wichtig sind.

 

Quelle:
Susan K. Raatz et al, Smokers report lower intake of key nutrients than nonsmokers yet both fall short of meeting recommended intakes. In: Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 28.7.2017, doi: 10.1016/j.nutres.2017.07.010.