Mit zunehmendem Alter können Schäden an der Netzhaut entstehen. Zum Schutz vor der Makuladegeneration könnte

 

Mit zunehmendem Alter können Schäden an der Netzhaut entstehen. Zum Schutz vor der Makuladegeneration könnte der Fischverzehr mit den enthaltenen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA beitragen.

 

Die vom höheren Alter abhängige Makuladegeneration ist ein maßgeblicher Grund für die Entstehung von Sehbehinderungen bis zur Blindheit in den westlichen Industrieländern. Meist tritt die Krankheit etwa ab dem Alter von 65 Jahren auf. Sehzellen in der Netzhaut (Retina), die zuständig für das scharfe und farbige Sehen sind, gehen dabei zugrunde. Bei dieser Krankheit gibt es zwei Formen, die trockene Makuladegeneration entwickelt sich langsam und tritt häufiger auf. Die feuchte Makuladegeneration ist seltener und entwickelt sich sehr viel schneller.

 

Bisher ist die Ursache dieser Krankheit nicht geklärt, man weiß jedoch, dass oxidativer Stress, Rauchen, Alkohol, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten die Entstehung der Makuladegeneration beeinflussen können. Antioxidantien könnten daher möglicherweise zum Schutz vor dieser Augenkrankheit beitragen. Ein verringertes Risiko für die feuchte Makuladegeneration ist für die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen. Zu ihnen gehören die EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die vorwiegend aus fettreichen Fischen wie Thunfisch, Makrele, Lachs, Sardinen und Hering aufgenommen werden. Ein höherer Fischverzehr kann die Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren im Blut erhöhen. Bekannt ist, dass die DHA sowohl im Gehirn als auch in der Netzhaut vorhanden ist, und sie hält die Zellmembranen flüssig. Die EPA kann die Viskosität (Zähflüssigkeit) des Bluts und die Blutfette verringern und die DHA-Funktionen in der Netzhaut unterstützen. Dennoch gibt es bisher nur wenige Nachweise über die Beziehung des Fischverzehrs zur Makuladegeneration.

 

In einer Meta-Analyse suchten Forscher daher zunächst nach relevanten Studien vom Anfang der 90er Jahre an bis heute. Insgesamt konnten schließlich acht Beobachtungsstudien aus Europa, den USA und Australien ausgewertet werden. Daran hatten rund 129.000 Personen teilgenommen, rund 4.200 Teilnehmer waren in den jeweiligen Studienzeiten an der Makuladegeneration erkrankt. Ein erhöhter Fischverzehr konnte das Risiko für die Krankheit verringern, das galt sowohl für die trockene als auch für die feuchte Form. Dieser positive Einfluss galt sowohl für langzeitige Beobachtungen von mehr als 20 Jahren als auch für kürzere Beobachtungszeiten von weniger als zehn Jahren. Der Verzehr von dunklen Fischsorten, vor allem von Thunfisch, konnte das Risiko für die Makuladegeneration deutlicher verringern. Allgemein zeigte sich eine lineare Beziehung. Der regelmäßige Verzehr von einer Fischmahlzeit pro Woche senkte das Risiko für die Makuladegeneration um 11 %.

 

Die Forscher empfehlen, die Beziehung zwischen dem Fischverzehr und der damit verbundenen Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in weiteren Studien näher zu überprüfen. Dabei sollte z.B. auch untersucht werden, ob und wie sich verschiedene Zubereitungsmethoden, Backen, Kochen, Braten und Räuchern, auf den Gehalt an Fettsäuren und anderen in den Fischen enthaltenen Nährstoffen auswirken.

 

Unser Tipp: Auch wer Fisch nicht regelmäßig isst, kann die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen als Ergänzung aufnehmen. Dabei sollte man auf eine gute Qualität, z.B. in Reinheit und Stabilität der Fettsäuren, achten.

 

Quelle: Wei Zhu et al., Fish Consumption and Age-Related Macular Degeneration Incidence: A Meta-Analysis and Systematic Review of Prospective Cohort Studies. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110743.