Vitamin C fürs Zahnfleisch und die Netzhaut

 

Die zu geringe Versorgung mit Vitamin C kann zu Blutungen im Zahnfleisch und in der Netzhaut führen. Eine verbesserte Aufnahme von Vitamin C kann solche Blutungen verringern.

 

Zahnfleischbluten ist ein Signal für eine mögliche Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis) und kann auch ein frühes Zeichen für eine Parodontose (Schwund im Zahnfleisch etc.) sein. Ein Besuch beim Zahnarzt sollte die Ursachen klären. Weniger bekannt ist, dass die Blutungen im Zahnfleisch möglicherweise auch ein Zeichen für eine zu geringe Versorgung mit Vitamin C sein können. In solchen Fällen bringt eine verbesserte Mundhygiene mit vermehrtem Zähneputzen und der Reinigung der Zahnzwischenräume keine Abhilfe. Die Verbindung zwischen der ausreichenden Aufnahme von Vitamin C und dem Zahnfleischbluten wurde bereits vor über 30 Jahren erkannt, sie geriet jedoch bald in Vergessenheit. Von leichten Blutungen aufgrund von Vitamin C-Defiziten kann außerdem die Netzhaut des Auges betroffen sein. Beides könnte ein Zeichen für eine systemische mikrovaskuläre Störung sein, die durch eine erhöhte Aufnahme von Vitamin C rückgängig gemacht werden kann.

 

Eine Forschergruppe aus den USA untersuchte diese Beziehungen in 15 klinischen Studien aus sechs Ländern mit 1.140 vorwiegend gesunden Teilnehmern. Sie bezogen außerdem die Daten von 8.120 US-Amerikanern (aus der großen NHANES-Bevölkerungsstudie) in ihre Analyse mit ein. Geprüft wurden bei den Teilnehmern die Werte von Vitamin C und ob sich durch Ergänzungen von Vitamin C Blutungen im Zahnfleisch und/oder in der Netzhaut vermeiden lassen. Die Auswertungen zeigten, dass das Zahnfleischbluten, ausgelöst durch eine sanfte Sondierung oder durch eine vorhandene Gingivitis, mit geringen Vitamin C-Werten im Blut verbunden war. Gleiches galt für leichte Blutungen in der Netzhaut. Eine erhöhte tägliche Aufnahme von Vitamin C konnte bei den Teilnehmern mit zu geringen C-Werten diese Blutungen verringern.

 

Das Auftreten von Blutungen im Zahnfleisch und in der Netzhaut könnte ein Zeichen für eine generelle Störung im mikrovaskulären System sein. Dazu gehört dann auch die Neigung zu mikrovaskulären Blutungen im Gehirn, im Herz und in den Nieren. Die Forscher empfehlen, auf die Aufnahme von ausreichend Vitamin C zu achten. Bevorzugt werden sollten nicht verarbeitete Lebensmittel wie Kohl (z.B. Grün- und Rosenkohl etc.), Paprikaschoten, Kiwis und Citrusfrüchte. Allerdings werden an Vitamin C reiche Obstsorten wie Orangen und Kiwis wegen ihres Zuckergehalts z.B. in kohlenhydratarmen Diäten oft nicht einbezogen. Hinzu kommt, dass die täglichen Bedarfsempfehlungen für Vitamin C (110 mg für Erwachsene in Deutschland) zu gering sein könnten, um solche mikrovaskulären Blutungen im Zahnfleisch und in der Netzhaut zu vermeiden. Reicht die Aufnahme von Vitamin C aus der Nahrung nicht aus, um eine gute Zufuhr zu sichern, dann kann Vitamin C mit 100 bis 200 mg täglich auch aus Nahrungsergänzungen aufgenommen werden.

 

Unser Tipp: Vitamin C ist einzeln und kombiniert in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Dabei sollte auf eine gute Qualität geachtet werden. So fördert z.B. säurearmes (gepuffertes) Vitamin C die gute Aufnahme.

 

Quelle
Philipp P. Hujoel et al., Bleeding tendency and ascorbic acid requirements: systematic review and meta-analysis of clinical trials. In: Nutrition Reviews, online 1.2.2021, doi: 10.1093/nutrit/nuaa115.