Vitamin D beim Müdigkeitssyndrom

 

Wenn Müdigkeit über eine längere Zeit anhält, spricht man von Fatigue oder dem Müdigkeitssyndrom. Sie tritt häufiger infolge von schwereren Krankheiten, aber auch bei älteren Menschen zum Teil ohne erkennbare Gründe auf. Oft wird dann auch ein Mangel an Vitamin D festgestellt.

 

Müdigkeit ist durch ein vermindertes Energieniveau, eine geringere Muskelkraft und sinkende kognitive Leistungen gekennzeichnet. Der Verlust an Kraft und Ausdauer belastet die Verrichtung alltäglicher Aufgaben, das soziale und familiäre Leben ebenso wie die Arbeitsleistungen. Die Müdigkeit ist normalerweise ein vorübergehender Zustand, ausgelöst z.B. durch Schlafmangel oder Stressbelastungen. Wenn aber die Müdigkeit häufiger auftritt und über längere Zeit vorkommt, spricht man von Fatigue. Sie kann z.B. als chronisches Erschöpfungs- oder Müdigkeitssyndrom bei verschiedenen chronischen Krankheiten auftreten, das gilt vor allem bei Krebskrankheiten. Es gibt inzwischen einige Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einer zu geringen Versorgung an Vitamin D und der Fatigue. Davon könnten ältere Menschen stärker betroffen sein, da ihre Fähigkeit zur Bildung von Vitamin D durch die Sonneneinwirkung auf die Haut sinkt und sie sich oftmals auch weniger im Freien aufhalten. Eine Gruppe von italienischen Forschern untersuchte daher in einer Studie den Vitamin D-Status bei älteren Menschen mit und ohne Müdigkeitssyndrom.

 

Einbezogen waren 480 ältere Patienten (ab 65 Jahren) aus einem Krankenhaus im italienischen Catania. Die Hälfte von ihnen litt am Müdigkeitssyndrom, die andere Hälfte hatte keine auffälligen Symptome von erhöhter Müdigkeit und diente zur Kontrolle. Bei allen Teilnehmern wurde der Grad der Müdigkeit anhand einer Skala gemessen, auch die geistige und körperliche Müdigkeit wurden untersucht. Bei allen Teilnehmern wurden in Blutproben auch die Konzentration von Vitamin D sowie einige andere Parameter bestimmt. Die Patienten mit Fatigue hatten im Vergleich zu den Kontrollpersonen höhere Werte bei der körperlichen und mentalen Müdigkeit sowie auf der Schweregrad-Skala. Parameter im Blut, die mit der Müdigkeit zusammenhingen, waren jedoch in beiden Gruppen weitgehend normal.

 

Einige Unterschiede fanden die Forscher z.B. bei den Werten von Thrombozyten (Blutplättchen), Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und Hämatokrit (feste Blutbestandteile). Die Werte von CRP (C-reaktives Protein), ein typischer Entzündungs-Marker, waren bei den Fatigue-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher. Auffällig waren bei den Müdigkeits-Patienten vor allem die niedrigeren Vitamin-D-Spiegel. Bei einer besseren Versorgung mit Vitamin D war dagegen die Ausprägung der Müdigkeit geringer.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Defizite an Vitamin D waren in dieser Studie mit den Vorkommen von geistiger und körperlicher Fatigue verbunden. Das deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass eine Ergänzung von Vitamin D das Risiko für die Fatigue bei älteren Menschen verringern könnte. Diese Zusammenhänge sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist für die Knochen, Muskeln, die Verwertung von Kalzium und Phosphor, aber auch für das Immunsystem sehr wichtig. Auf eine gute Qualität sollte bei Ergänzungen geachtet werden, die Aufnahme kann z.B. durch emulgierte oder flüssige Vitamin D-Formen verbessert werden.

 

Quelle:
Manuela Pennisi et al., Decrease in Serum Vitamin D Level of Older Patients with Fatigue. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 20.10.2019, doi: 10.3390/nu11102531.