Mit grünem Tee länger leben?

 

Wer pro Woche mindestens drei Tassen grünen Tee trank, konnte in einer chinesischen Studie die Perspektive für ein längeres, gesünderes Leben verbessern. Das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle hatte sich dadurch um 20 % verringert.

 

Der grüne Tee gilt allgemein als sehr gesund, weil er viele bioaktive Inhaltsstoffe, vor allem Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) enthält. Gesundheitlich wirksam sind besonders die Catechine, darunter vor allem EGCG (Epigallocatechingallat), für das viele Wirkungen nachgewiesen sind, z.B. auf Herzfunktionen, Blutgefäße und den Bluthochdruck, hinzu kommen verringerte Entzündungen und antioxidative Funktionen. Im schwarzen Tee ist der antioxidative Effekt dagegen deutlich geringer, weil im Lauf der Fermentation die Polyphenole oxidieren. Schwarzer Tee wird außerdem häufiger mit Milch getrunken, was z.B. die Wirkungen auf die Blutgefäße hemmen könnte.

 

Einige Studien zeigten jedoch, dass die Polyphenole aus dem grünen Tee im Körper nicht längerfristig gespeichert werden können. Daher ist vermutlich ein regelmäßiger Konsum notwendig, um die herzschützenden Wirkungen des grünen Tees zu erreichen. In einer chinesischen Langzeitstudie prüften Forscher daher, wie sich das Trinken verschiedener Teesorten auf das Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfälle auswirkt.

 

Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie nahmen seit 1998 rund 101.000 chinesische Erwachsene aus 15 Provinzen an einer prospektiven Studie (China-PAR) teil. Alle Teilnehmer wurden zu ihrem gewohnten Teekonsum befragt, dazu gehörte die Art des bevorzugten Tees und die üblicherweise konsumierte Menge. Danach wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine trank regelmäßig Tee (wenigstens 3-mal pro Woche), die andere trank Tee nur selten oder nie. 50 % der Teetrinker bevorzugten den grünen Tee, 8 % tranken schwarzen Tee, die restlichen Teilnehmer tranken am liebsten aromatisierte Tees. Im Lauf von sieben Jahren Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe rund 3.700 atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten auf, knapp 1.500 Teilnehmer verstarben aufgrund dieser Krankheiten.

 

Die regelmäßigen Teetrinker konnten ihr Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle im Durchschnitt um 20 % verringern. Sie konnten koronare Herzkrankheiten oder Schlaganfälle deutlich verzögern (um 1,41 Jahre), und sie hatten eine längere Lebenszeit (im Durchschnitt 1,26 Jahre) im Vergleich zu Teilnehmern, die grünen Tee selten oder nie tranken. Die Ergebnisse waren für den grünen Tee signifikant und am effektivsten bei denen, die den Tee regelmäßig über viele Jahre tranken. Nach weiteren acht Jahren befragten die Forscher noch einmal 14.000 Teilnehmer aus dieser Studie zu ihrem Lebensstil und zu den Gewohnheiten beim Teetrinken. Sie wurden danach fünf Jahre lang weiter beobachtet. Teilnehmer, die ihren hohen Teekonsum über all diese Jahre beibehielten, konnten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten nun noch weiter, d.h. um 39 %, senken.

 

Aus einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht auf die Ursachen für die positiven Wirkungen des grünen Tees schließen. Dies müsste in kontrollierten Studien weiter untersucht werden. Die Ergebnisse lassen sich ohne weiteres auch nicht auf andere Regionen übertragen, da z.B. in Europa der grüne Tee noch immer seltener als schwarzer Tee getrunken wird. Die Forscher ziehen dennoch aus dieser Studie das Fazit, dass ein regelmäßiger Konsum von grünem Tee die Gesundheit stärkt und die Lebensperspektiven verbessern kann. Das gilt vor allem für ein verringertes Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten und bei einem regelmäßigen Teekonsum über viele Jahre.

 

Unser Tipp: Extrakte aus dem grünen Tee sind in Nahrungsergänzungsmittelnm einzeln und in Kombinationen, enthalten. Dabei ist besonders der gute Gehalt an Polyphenolen und speziell von EGCG (Epigallocatechingallat) wichtig.

 

Quelle:
Xinyan Wang et al., Tea consumption and the risk of atherosclerotic cardiovascular disease and all-cause mortality: The China-PAR project. In: European Journal of Preventive Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 8.1.2020, doi: 10.1177/2047487319894685.


Diäten zur Gewichtsreduktion auf dem „realen“ Prüfstand

 

Ohne intensive diätetische Unterstützung haben viele Programme zum Abnehmen einen eher geringen Erfolg. In einer Studie prüften Forscher über ein Jahr, wie Diäten zur Gewichtsabnahme von den Teilnehmern befolgt werden und welche gesundheitlichen Verbesserungen sie bringen.

 

Verschiedene Diäten führten in kontrollierten Versuchen zum Gewichtsabbau. Bisher gibt es jedoch nur wenig Nachweise für die langfristige Wirksamkeit von Diäten zur Gewichtsabnahme unter normalen Lebensbedingungen, die nicht intensiv unterstützt werden. Eine Forschergruppe aus Neuseeland untersuchte dies in einer Studie bei übergewichtigen Erwachsenen. Geprüft werden sollte, wie wirksam drei verschiedene Diäten unter den Bedingungen der "realen Welt" waren,

 

Ein Jahr lang nahmen 250 gesunde, übergewichtige Erwachsene (BMI ab 27) an der Studie teil. Alle erhielten anfangs eine Aufklärung über die verschiedenen Diäten, danach konnten sie sich für eine Form entscheiden. Sie hatten die Wahl zwischen der Mittelmeer- oder der Paleo-Diät oder dem intermittierenden Fasten. Zur Mittelmeerdiät gehört der Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Getreidewaren, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Olivenöl sowie mäßige Mengen an Fisch, Huhn, Eiern und Milchprodukten. Rotes Fleisch sollte nur einmal pro Woche oder noch seltener gegessen werden. Bei der Paleo-Diät wurde eine gemäßigte Form empfohlen. Neben wenig verarbeiteten Lebensmitteln mit dem Schwerpunkt auf Obst und Gemüse, tierischen Proteinen, Nüssen, Kokosnussprodukten und gutem Olivenöl sollten auch einige Milchprodukte sowie bis zu einer Portion Hülsenfrüchte und Getreidewaren täglich einbezogen werden.

 

Beim intermittierenden Fasten reduzierten die Teilnehmer an zwei selbst gewählten Tagen pro Woche ihre Energiezufuhr um rund 25 % (500 Kalorien bei Frauen, 600 Kalorien bei Männern). Nach der Beratung führten die Teilnehmer ihre gewählte Diät ohne die Unterstützung durch Ernährungsberater durch.

 

Rund 54 % der Teilnehmer entschieden sich für das intermittierende Fasten, 27 % für die Mittelmeerdiät und 18 % für die Paleo-Diät. Nach einem Jahr befolgten jedoch nur noch etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Mittelmeerdiät (57 %) und das intermittierende Fasten (54 %), nur rund ein Drittel hielt noch die Paleo-Diät (35 %) aufrecht. Die anderen Teilnehmer brachen die Diät vorzeitig ab oder befolgten sie nur noch teilweise. Nach einem Jahr betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust 4 Kilogramm beim intermittierenden Fasten, 2,8 Kilogramm bei der Mittelmeerdiät und 1,8 Kilogramm bei der Paleo-Diät. Die Einhaltung der jeweiligen Diät über das ganze Jahr erhöhte den Gewichtsverlust beim intermittierenden Fasten und bei der Mittelmeerdiät um 1,1 bzw. 1,8 Kilogramm. Die Forscher untersuchten im Lauf der Studie auch Veränderungen im Stoffwechsel. Beim intermittierenden Fasten und bei der Mittelmeerdiät sank der systolische Blutdruck im Durchschnitt um 4,9 mm Hg bzw. um 5,9 mm HG. Außerdem verringerte sich bei der Mittelmeerdiät der Blutzuckerspiegel (glykiertes Hämoglobin) im Durchschnitt um 0,8 mmol/mol.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass die mediterrane Diät, das intermittierende Fasten- oder auch die Paleo-Diät eine gesunde Ernährungsweise sein kann. Die Gewichtsabnahme blieb jedoch ohne die regelmäßige Diät-Betreuung der Teilnehmer eher bescheiden. Mit der Fasten- oder der Mittelmeerdiät war der Erfolg etwas besser, und die Teilnehmer erreichten auch einige gesundheitliche Verbesserungen im Blutdruck und/oder im Blutzucker. Die Forscher heben hervor, dass es nicht die eine, einzig „richtige“ Ernährung für alle Menschen gibt, sondern verschiedene Optionen. Alle drei Diäten bieten sinnvolle Ansätze für eine gesunde Ernährung. Die „beste“ Ernährung ist die, die gesunde Lebensmittel enthält und zum Individuum passt. Hier zeigte sich, dass die mediterrane Ernährung für die Teilnehmer in der Durchführung am einfachsten war. Zu hoch sollten die Erwartungen an den Erfolg bei der Gewichtsabnahme durch eine Diät ohne ständige Begleitung nicht sein, um Enttäuschungen zu vermeiden, die den Abbruch nach sich ziehen können. Unter realen Bedingungen des Alltags erreichten die Teilnehmer mit der Mittelmeer-Diät und dem intermittierenden Fasten die besten Ergebnisse.

 

Unser Tipp: Bei einer Gewichtsreduktion sollte darauf geachtet werden, dass sich durch die verminderte Kalorienaufnahme die Zufuhr von wichtigen Mikro-Nährstoffen nicht ebenfalls verringert. Gute Multipräparate mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen können mögliche Defizite ausgleichen.

 

Quelle:
Michelle R. Jospe et al., Intermittent fasting, Paleolithic, or Mediterranean diets in the real world: exploratory secondary analysis of a weight-loss trial that included choice of diet and exercise. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 27.12.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqz330.


Bei Teenagern mit PCOS ist das Mikrobiom stärker belastet

 

Bei übergewichtigen Teenagern mit einem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) wurden in einer Studie mehr ungesunde Darmbakterien gefunden. Das deutet darauf hin, dass das Mikrobiom im Darm bei PCOS eine Rolle spielen könnte.

 

Veränderungen im Darm-Mikrobiom sind mit dem metabolischen Syndrom verbunden. Die Zusammensetzung der Bakterien wirkt sich auf den Energiestoffwechsel, auf Störungen des Glukose- und Lipidstoffwechsels sowie auf entzündliche Prozesse aus. Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann diese Situation weiter verschlechtern, diese Stoffwechselstörung beeinträchtigt das hormonelle Gleichgewicht von Frauen. Betroffen sind etwa 6 bis 18 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter, das Risiko steigt bei Übergewicht deutlich an. Die Krankheit ist durch erhöhte Testosteronspiegel im Blut gekennzeichnet, dies kann zu Akne, übermäßigem Haarwachstum und unregelmäßiger Menstruation beitragen. Bei erwachsenen Frauen zeigte sich bereits, dass die Krankheit vermutlich mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmbakterien einhergeht. Ob PCOS auch bei Teenagern mit einem veränderten Bakterien-Profil verbunden ist, prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern in einer kleinen Studie.

 

Sie untersuchten bei 58 übergewichtigen Teenagern (im Durchschnitt 16 Jahre alt) die Vorkommen und Vielfalt der Bakterien im Stuhl. 37 Mädchen waren an PCOS erkrankt, zur Kontrolle waren 21 gesunde Mädchen einbezogen. Bei allen wurden typische Stoffwechsel-Marker untersucht und Hormonmessungen durchgeführt. Mit PCOS hatten die Mädchen im Vergleich zu den Gesunden häufiger ein verändertes Darm-Mikrobiom. Typisch waren dann eine geringere Vielfalt und ein höherer Anteil von ungesunden Bakterien. Das war mit höheren Konzentrationen von Testosteron und anderen charakteristischen Markern des metabolischen Syndroms verbunden, z.B. mit einem höheren Blutdruck, Leberentzündungen und höheren Triglyzeriden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Teenager mit PCOS hatten im Vergleich zu den gesunden Mädchen ein verändertes Darm-Mikrobiom. Ein weiterer Nachweis, dass das Mikrobiom bei PCOS und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen offenbar eine wichtige Rolle spielt. Die Veränderungen im Mikrobiom treten bereits bei jugendlichen Mädchen auf, die an PCOS erkrankt sind und sich noch in einem frühen Stadium der Erkrankung befinden. In weiteren Studien sollten künftig die Zusammenhänge zwischen PCOS und dem Mikrobiom näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Auch wenn die Beeinflussung des Mikrobioms durch gesunde Bakterien hier nicht untersucht wurde, so gibt es deutliche Hinweise aus der Forschung, dass Prä- und Probiotika zusammen mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, die Bakterienflora im Darm zu verbessern.

 

Quelle:
Beza Jobira et al., Obese adolescents with PCOS have altered biodiversity and relative abundance in gastrointestinal microbiota. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Online-Veröffentlichung vom 23.1. 2020, doi: 10.1210/clinem/dgz263.


In einer kleinen Studie an Patienten mit dem metabolischen Syndrom konnte ein Intervallfasten mit begrenzter täglicher Nahrungsaufnahme an 10 Stunden viele Symptome des metabolischen Syndroms verbessern.

 

In einer kleinen Studie an Patienten mit dem metabolischen Syndrom konnte ein Intervallfasten mit begrenzter täglicher Nahrungsaufnahme an 10 Stunden viele Symptome des metabolischen Syndroms verbessern.

 

Bei der Flut an Diäten, die ständig in den Medien propagiert wird, ist es oft schwer zu beurteilen, ob die Maßnahmen sinnvoll sind oder langfristig eher wenig Erfolg bieten. In letzter Zeit wurde das Intervallfasten populär, bei dem entweder ein oder zwei Tage pro Woche nichts gegessen wird oder die Mahlzeiten täglich nur in einem begrenzten Zeitfenster von etwa acht Stunden (ohne Kalorien-Zählung) aufgenommen werden. Doch bisher gibt es noch nicht viele Studien, die sich mit dem Intervallfasten beschäftigten. Eine US-amerikanische Pilotstudie bei Menschen mit dem metabolischen Syndrom zeigte nun, dass ein Intervallfasten mit der Nahrungsaufnahme an 10 Stunden täglich half, das Körpergewicht, auch ohne vermehrte Körperbewegung, zu senken und den Stoffwechsel zu verbessern.

 

Das metabolische Syndrom ist weit verbreitet, rund jeder fünfte Erwachsene ist in Deutschland davon betroffen. Zu den Merkmalen gehören Übergewicht und (abdominale) Adipositas, erhöhte Blutfette sowie ein zu hoher Blutdruck und Blutzucker. Mindestens drei Merkmale müssen bei einem Patienten vorhanden sein, um ein metabolisches Syndrom zu diagnostizieren. In der Folge erhöht sich das Risiko für kardiometabolische Krankheiten, dazu gehören Herz-Kreislauf-Krankheiten und der Typ 2 Diabetes. Zu den grundlegenden Empfehlungen gehören mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung. Wie man aus langer Erfahrung weiß, ist beides nicht leicht zu erreichen. Das Intervallfasten könnte dabei helfen, darauf deuteten Versuche bei Tieren hin.

 

Die zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme hatte sich auf den Tag-Nacht-Rhythmus günstig ausgewirkt. Das Intervallfasten trug zu einem geringeren Gewicht und besseren Stoffwechsel-Parametern bei. Die kalifornische Forschergruppe prüften daher in einer kleinen Pilotstudie, ob das Intervallfasten auch bei Menschen mit dem metabolischen Syndrom hilfreich sein kann. Daran nahmen 13 Männer und 6 Frauen mit dem metabolischen Syndrom teil, 16 von ihnen nahmen Medikamente, Statine oder Blutdrucksenker, ein. Vor der Studie zogen sich die Mahlzeiten der Teilnehmer über 14 Stunden pro Tag hin. In der Studie beschränkten sie 12 Wochen lang ihre Mahlzeiten auf 10 Stunden pro Tag. Sie konnten selbst auswählen, in welcher Zeit sie aßen. Die meisten nahmen ihr Frühstück etwas später als gewohnt und die letzte Mahlzeit etwas früher ein. Sie blieben bei drei Mahlzeiten täglich und verzichteten abends auf Snacks.

 

Am Ende der Studie hatten sich einige typische Parameter des metabolischen Syndroms verbessert. Das betraf das geringere Gesamtcholesterin (− 1,2 mg/dl), den verbesserten Blutdruck (− 5,1 mm Hg beim systolischen, − 6,4 mm Hg beim diastolischen Blutdruck) und den langfristigen Blutzuckerwert HbA1c (− 0,22 %), bei den Insulin-Werten zeigte sich zumindest ein abnehmender Trend. Die Teilnehmer berichteten außerdem über eine verbesserte Schlafqualität. Für viele sicher am erfreulichsten, sie nahmen mit dem Intervallfasten 3,3 kg Gewicht ab, verringerten ihren Taillenumfang und das Körperfett (einschließlich abdominales Fett), ohne sich stärker körperlich bewegt zu haben.

 

Die Forscher ziehen daraus das Fazit, dass ein verbesserter zirkadianer Rhythmus dazu beitragen kann, das metabolische System zu verbessern. Sie prüfen jetzt die Wirkung des Intervallfastens beim metabolischen Syndrom in einer größeren Studie. Noch ist nicht geklärt, ob die erreichten Vorteile eine Folge des Intervallfastens oder der Gewichtsreduktion sind. Für die Teilnehmer dürfte dies weniger von Bedeutung sein. Ihre Ernährungsprotokolle zeigten jedenfalls, dass es den meisten gelang, sich an die Essenszeiten im Lauf von 10 Stunden täglich zu halten.

 

Quelle:
Michael J. Wilkinson et al., Ten-Hour Time-Restricted Eating Reduces Weight, Blood Pressure, and Atherogenic Lipids in Patients with Metabolic Syndrome. In: Cell Metabolism, Online-Veröffentlichung vom 5.12.2019, doi: 10.1016/j.cmet.2019.11.004.


Ein Forscherteam der Universität Homburg analysierte die Versorgung in Deutschland und empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um Defizite an Vitamin D besser zu vermeiden.

 

Defizite an Vitamin D sind weltweit sehr verbreitet. Ein Forscherteam der Universität Homburg analysierte die Versorgung in Deutschland und empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um Defizite an Vitamin D besser zu vermeiden.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Funktionen, und es werden noch immer neue Aufgaben entdeckt. Neben der bekannten Schlüsselrolle im Kalzium-Haushalt und bei der Knochen- und Muskel-Gesundheit ist Vitamin D für viele andere Prozesse im Stoffwechsel, im Immun- und Hormonsystem sowie für den Tag-Nacht-Rhythmus (zirkadianes System) wichtig. Langfristig können Defizite z.B. zu Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten sowie zu Störungen im Immunsystem beitragen. Vitamin D wird überwiegend über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Die Aufnahme aus der Ernährung ist vergleichsweise gering. Vitamin D kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, z.B. in fettreichen Fischen, in der Leber und im Lebertran, in Eiern und Milchprodukten.

 

Pflanzliche Lebensmittel enthalten mit Ausnahme von Pilzen nur wenig Vitamin D, das außerdem in seiner Form weniger wirksam ist. Für Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. eine tägliche Zufuhr von 400 I.E. (10 µg) Vitamin D aus der täglichen Ernährung für Säuglinge. Für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, schwangere und stillende Frauen sind 800 I.E. (20 µg) pro Tag angesetzt. Vor allem in den sonnenärmeren Herbst- und Wintermonaten sollten regelmäßig an Vitamin D reiche Lebensmittel verzehrt und auf einen gesunden Lebensstil geachtet werden.

 

Allgemein ist die Versorgung mit Vitamin D in Deutschland gut untersucht. Rund 63 % der Kinder und Jugendlichen (1 bis 17 Jahre) und rund 57 % der Erwachsenen (18 bis 79 Jahre) haben Serumspiegel von Vitamin D unter dem wünschenswerten Ziel von mindestens 50 nmol/L. 2008 zeigte eine Untersuchung bei rund 4.000 Personen, dass rund 45 % der Männer und rund 55 % der Frauen Vitamin D fehlte. In den sonnenarmen Monaten zwischen November und April waren rund 68 % der Männer und 61% der Frauen mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt. Eine neuere Auswertung bei Erwachsenen zeigte, dass 25 % der Männer und Frauen von November bis April zu geringe Vitamin D-Spiegel (<30 nmol/L) hatten. Besonders betroffen sind davon ältere Menschen, weil sie weniger Vitamin D über die Haut bilden und sich oft weniger in der Sonne aufhalten. Auch Bewohnern von Pflegeheimen und Menschen mit dunklerer Hautfarbe fehlt Vitamin D häufiger.

 

Viele Gruppen in der Bevölkerung haben ein erhöhtes Risiko für Vitamin D-Defizite oder einen Mehrbedarf. Dazu gehören z.B. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich zu wenig in der Sonne aufhalten oder eine dunklere Haut haben, ältere Menschen ab 50 Jahren sowie schwangere und stillende Frauen. Auch einige Krankheiten und bestimmte Medikamente können zu einer schlechteren Versorgung mit Vitamin D beitragen. Stärkere Defizite sollten durch die gezielte Ergänzung von Vitamin D behoben werden. Das geschieht meist für einige Wochen mit hoch dosiertem Vitamin D, danach geht man zu einer Erhaltungstherapie mit einer geringeren Dosis über. Die Vitamin D-Werte sollten bei einer solchen Therapie kontrolliert werden, um die Dosierung individuell anzupassen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die häufigen Defizite an Vitamin D in Deutschland zeigen, dass es wichtig ist, Strategien für eine verbesserte Versorgung zu entwickeln. Dabei gilt es. eine individuelle Balance zwischen der Aufnahme von Vitamin D über die Haut, dem Verzehr von Vitamin D-reichen Lebensmitteln und gegebenenfalls mit Ergänzungen von Vitamin D zu erreichen. Für die meisten Menschen in Deutschland ist zu empfehlen, sich zwei- bis dreimal pro Woche im Frühjahr, Sommer und Herbst zwischen 10 und 15 Uhr etwa 5 bis 30 Minuten (je nach Tages- und Jahreszeit, Breitengrad und Hautpigmentierung) in der Sonne aufzuhalten. Dabei sollten etwa 20 bis 25 % des Körpers, z.B. Arme und Beine, frei sein. So wird die Balance zwischen den gesundheitlichen Vorteilen der Sonnenwirkung auf die Haut und dem minimal erhöhten Hautkrebs-Risiko gewährleistet.

 

Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten ist es wichtig, sich regelmäßig vitaminreich zu ernähren und besonders auf die Aufnahme von Vitamin D zu achten. Menschen mit Risikofaktoren für Vitamin D-Defizite sowie bei einem früher aufgetretenen Mangel an Vitamin D, bei Osteoporose und Osteomalazie, dunkler Hautpigmentierung (ab Hauttyp III) oder einer allgemein ungesunden Lebensweise sollten ihre Versorgung mit Vitamin D kontrollieren lassen und gegebenenfalls Vitamin D nach therapeutischer Empfehlung ergänzen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Einzeln wird es u.a. in emulgierter bzw. flüssiger Form angeboten, die gut dosierbar und sehr gut bioverfügbar ist. Auf eine gute Qualität (z.B. ohne Konservierungsstoffe) sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Roman Saternus et al., A Critical Appraisal of Strategies to Optimize Vitamin D Status in Germany, a Population with a Western Diet. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.11.2019, doi: 10.3390/nu11112682..


Neue Veganer − wie schnell sinkt das Vitamin B12?

 

 

Veganer haben durch ihre rein pflanzliche Ernährung ohne Milchprodukte ein erhöhtes Risiko für Defizite an einigen Mikro-Nährstoffen. Das betrifft vor allem Vitamin B12 (Cobalamin). Forscher prüften bei neuen Veganern, wie sich die veränderte Ernährung auf typische Biomarker auswirkt.

 

Die vegane Ernährung wird in den westlichen Ländern immer beliebter. Veganer schließen aus gesundheitlichen, ökologischen und/oder ethischen Gründen alle tierischen Lebensmittel, also auch Milchprodukte, strikt aus ihrer Ernährung aus.

 

Da Vitamin B12 vorwiegend in tierischen und nur sehr geringfügig in pflanzlichen Lebensmittel enthalten ist, erhöht sich das Risiko für ein Defizit an Vitamin B12, das am Stoffwechsel aller Zellen beteiligt und für die DNA-Synthese wichtig ist. Weder Tiere noch Pflanzen bilden jedoch Vitamin B12 selbst. Es wird über die tierischen Darmbakterien synthetisiert und kommt daher in Milchprodukten vor. Bei Veganern, führt dieser Verzicht ohne Ergänzung von Vitamin B12 zum Mangel. Als Folge können die (megaloblastische) Anämie (der Knochenmarkszellen) und periphere Neuropathien (Schäden im Nervensystem) entstehen. Defizite an Vitamin B12 führen weiter dazu, dass mehr Homocystein im Körper gebildet wird, eine Aminosäure, die in höheren Mengen schädlich wirken kann.

 

Vitamin B12 wird im Körper hauptsächlich in der Leber und in der Niere gespeichert. Man schätzt, dass die täglichen Verluste an Vitamin B12 normalerweise weniger als 0,1% der gesamten Körperspeicher bei Erwachsenen ausmachen. Bisher ging man daher davon aus, dass bei einer rein pflanzlichen Ernährung, wenn Vitamin B12 nicht ergänzt wird, Defizite erst nach einiger Zeit nachweisbar sind. Man hielt es aber für möglich, dass typische Marker für den Vitamin B12-Status, schon bei einer kurzfristig begrenzten Zufuhr abnehmen, ohne dass ein offensichtlicher Mangel vorliegt. Das könnte z.B. Marker betreffen, die für Entzündungen und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems relevant sind.

 

Eine Forschergruppe der Universitäten Heidelberg, Freiburg und Ulm prüfte Veränderungen im B12-Status in einer kleinen Studie. Daran nahmen von April bis Juni 2017 53 Personen teil, die von 18 bis zu 60 Jahren alt und vorher weder Vegetarier noch Veganer waren. Alle nahmen eine Woche vor Beginn der Studie an einer ausgewogenen, gemischten Ernährung teil. Dann wurden zwei Gruppen gebildet. Die eine ernährte sich vier Wochen lang täglich weiter wie gewohnt auch mit Fleisch und verzehrte davon täglich > 150 g. Die andere Gruppe ernährte sich dagegen strikt vegan. Beide Gruppen wurden in dieser Zeit regelmäßig betreut, und alle Teilnehmer notierten täglich ihre Ernährung in einem Protokoll. Vor und nach der Studie wurden bei allen Teilnehmern Blut- und Urinproben genommen. Neben Vitamin B12 wurden auch Folat und Vitamin B6 bestimmt, die an der Homocystein-Konzentration beteiligt sind. Dazu wurden weitere Werte (z.B. Glutathion, Methioninsulfoxid, Fettsäuren und Vitamin D) ermittelt, die mit Vitamin B12 in Verbindung stehen. Die Forscher konnten schließlich die Daten von 44 Personen auswerten, für die alle nötigen Ergebnisse vorlagen.

 

Die Beurteilung der Ernährung sowie der Blut- und Urinparameter deutete darauf hin, dass die pflanzliche Ernährung für die Gesundheit von Vorteil ist. Sie führte zu einer signifikanten Senkung der Cholesterin-Aufnahmen und allgemein zu angemessenen Profilen bei den Makro- und Mikro-Nährstoffen. Das galt mit Ausnahme von Vitamin B12. Hier zeigten die Daten, dass Holotranscobalamin (Holo-TC), die bioaktive Form von Vitamin B12 im Plasma, in nur vier Wochen bei geringer Aufnahme von Vitamin B12 signifikant abnahm. Während dieser Zeit blieben Homocystein und die damit verbundene Methylmalonsäure (MMA) im normalen Bereich, und es gab keine klinischen Anzeichen für einen Vitamin-B12-Mangel. Die Forscher gehen davon aus, dass das Holo-TC ein schnell reagierender Biomarker sein kann, um die Zufuhr von Vitamin B12 bei Veganern oder auch Vegetariern zu kontrollieren. Sie weisen jedoch auf einen wichtigen Unterschied hin. Eine verminderte Zufuhr von Vitamin B12 führt zur geringeren Konzentration von Holo-TC im Serum, das bedeutet, dass weniger bioaktives Vitamin B12 für die Versorgung der Zellen verfügbar ist. Dies entspricht (noch) nicht einem zellulären Vitamin-B12-Mangel, der von einer Erhöhung der Biomarker Homocystein und MMA begleitet wird. Die Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels sollte immer mindestens einen systemischen Biomarker (Serum-Vitamin B12 oder Holo-TC) und einen zellulären Biomarker (Homocystein oder bevorzugt MMA) beinhalten. Das bioaktive Vitamin B12 (Holo-TC) kann jedoch als eigenständiger Biomarker ausreichen, um die Aufnahme von Vitamin B12 bei Menschen mit vegetarischer/veganer Ernährung zu überwachen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 ist einzeln, in Kombination mit den anderen B-Vitaminen oder auch in vielen Multi-Präparaten enthalten. Einzeln gibt es z.B. B12-Lutschtabletten, dabei wird Vitamin B12 sublingual besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Ann-Kathrin Lederer et al., Vitamin B12 Status Upon Short-Term Intervention with a Vegan Diet − A Randomized Controlled Trial in Healthy Participants. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 18.11.2019, doi: 10.3390/nu11112815.


Vitamin D − ein möglicher Biomarker fürs Altern

 

Die Beziehung zwischen Vitamin D und der Häufigkeit von chronischen Krankheiten ist bekannt. Vitamin D könnte daher möglicherweise ein Biomarker für das physiologische Altern sein.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Aufgaben, die auch im Alter mit seinen komplexen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Eine Gruppe von italienischen Forschern führte dazu eine Meta-Analyse durch, in der die Rolle der Konzentration von Vitamin D als Biomarker für das gesunde Altern untersucht wurde. Einbezogen waren Studien ab dem Jahr 2000 bis zum Anfang 2019. Untersucht wurde die Beziehung zwischen dem Vitamin-D-Status und langfristigen Lebensperspektiven, Krankheiten sowie der körperlichen und kognitiven Funktionalität. Die Forscher konnten 24 Studien, vor allem aus Europa und den USA, in ihre Analyse einbeziehen. Daran waren rund 78.000 ältere Personen mit einem durchschnittlichen Alter von über 50 Jahren beteiligt. Alle waren zu Beginn der jeweiligen Studien gesund und hatten bisher Vitamin D nicht ergänzt. Bei niedrigen Vitamin D-Werten (25(OH)D) zeigten sich Beziehungen zu respiratorischen und kardiovaskulären Ereignissen, zu Markern im Zusammenhang mit Knochenbrüchen, z.B. an den Hüften, aber auch in anderen Körperbereichen (ohne Wirbelbrüche), sowie zur Sterblichkeit. Die Forscher prüften zusätzlich die Beziehungen zwischen dem gesunden Altern und dem sogenannten aktiven Vitamin D (1,25(OH)2), das geringer konzentriert und weniger haltbar ist. Dabei zeigten sich ähnliche Ergebnisse, die jedoch klinisch von geringerer Bedeutung waren.

 

Für die Forscher bestätigte sich damit, dass der Vitamin D-Status (25(OH)D) als ein sinnvoller Biomarker für Altersprozesse dienen kann. Damit könnten Prognosen für verschiedene krankhafte Entwicklungen und in Bezug auf die Lebensperspektiven bzw. das Sterblichkeitsrisiko ermöglicht werden. Das gilt z.B. für Lungenfunktionen und -krankheiten, kardiovaskuläre und koronare Krankheiten, Hüftfrakturen und die Vorkommen von Sarkopenie (Abbau von Muskelmasse und -kraft). Kein Zusammenhang zeigte sich dagegen in dieser Analyse zwischen Vitamin D und dem Sturzrisiko sowie der Knochenmineraldichte. Gleiches galt für die kognitiven Funktionen und bei kardiometabolischen Krankheiten (z.B. Bluthochdruck und Diabetes) sowie für Krebskrankheiten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese systematische Auswertung zeigte besondere Aspekte von Vitamin D als ein möglicher (mehrdimensionaler) Indikator für die Gesundheit im Alter. Da Altersprozesse jedoch generell sehr komplex sind, sollten diese Beziehungen in weiteren Studien genauer untersucht werden. Dabei wäre auch die Frage zu klären, ob Ergänzungen von Vitamin D krankhafte Entwicklungen im Alter verringern oder verzögern können.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem als D3 (Cholecalciferol) in Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden. Flüssige Formen sind z.B. sehr gut dosierbar und werden vom Körper besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Silvia Caristia et al., Vitamin D as a Biomarker of Ill-Health among the Over-50s: A Systematic Review of Cohort Studies. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.10.2019, doi: 10.3390/nu11102384.


Die gesunde Ernährung beeinflusst das Hörvermögen

 

Der zunehmende Hörverlust gilt als ein Teil des Alterungsprozesses. Möglicherweise gibt es Faktoren, die den Verlust des Gehörs verringern, verzögern oder verhindern können. Dazu könnte eine gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen beitragen.

 

Schon in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass eine höhere Aufnahme von bestimmten Lebensmitteln und Mikronährstoffen das Risiko für einen Hörverlust im Alter verringern kann. Dazu gehören die Carotinoide Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, Folsäure und die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie sind in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie in Fischen und Meeresfrüchten enthalten und werden bei einer gesunden Ernährung häufiger verzehrt. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern prüfte im Rahmen der „Nurses' Health Study II“ (2012-2018), einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie mit Frauen aus Gesundheitsberufen, ob es Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust gibt bzw. wie sich der Hörverlust im Lauf von drei Jahren verändert.

 

Einbezogen waren 3.135 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren. Bei allen war mehrmals die Art der Ernährung zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt worden. Dabei prüften die Forscher auch, wie stark sich die Teilnehmerinnen an gesunde Ernährungsweisen anpassten. Als Vorgabe dienten hier die DASH-Diät zur Senkung des Blutdrucks, die alternative mediterrane Ernährung und der Alternate Healthy Eating-Index (AHEI 2010). Die stärkere Einhaltung dieser Ernährungsweisen wurde mit einer Reihe von wichtigen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Das gilt z.B. für ein geringeres Risiko von Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall sowie allgemein für ein gesundes Altern. Zu Beginn und nach drei Jahren wurde bei allen Teilnehmerinnen das Hörvermögen untersucht. Audiologen maßen die Veränderungen der Reinton-Hörschwellen und die niedrigsten Lautstärke, die eine Teilnehmerin in einem Ohr noch erkennen konnte. Ihnen wurden Töne mit niedrigen (0,5, 1 und 2 kHz), mittleren (3 kHz und 4 kHz) und höheren Frequenzen (6 kHz und 8 kHz) mit variablen Lautstärke-Pegeln präsentiert. Die Teilnehmerinnen gaben an, wann sie den Ton nur noch knapp hören konnten.

 

Diese Untersuchungen wurden nach drei Jahren bei allen Teilnehmerinnen wiederholt. In dieser Zeit hatten 19 % der Frauen einen Hörverlust in den tiefen Frequenzen, 38 % einen Hörverlust in den mittleren Frequenzen und fast die Hälfte einen Hörverlust in den höheren Frequenzen entwickelt. Es zeigte sich weiter, dass Frauen, die sich stärker an gesunde Ernährungsweisen hielten, ein deutlich geringeres Risiko für eine sinkende Hörsensitivität hatten. Ihr Risiko für einen Rückgang beim Hören der Mittelfrequenzen war um fast 30 % geringer im Vergleich zu den Frauen, die sich am wenigsten gesund ernährten. Das Risiko für einen Hörverlust in den höheren Frequenzen war bei einer gesunden Ernährung um bis zu 25 Prozent niedriger.

 

Die Forscher waren überrascht, dass sich bei so vielen Frauen, die zudem oft noch in einem Alter waren, in dem man das Gehör meistens noch nicht untersuchen lässt, in einer relativ kurzen Zeitspanne ein Hörverlust gezeigt hatte. Eine gesunde Ernährung kann diesen Prozess offenbar deutlich verlangsamen. Die Forscher empfehlen, die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust im höheren Alter in weiteren Studien näher zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Wenn die Versorgung mit Mikronährstoffen über die Ernährung nicht ausreicht, dann können wichtige Nährstoffe, wie z.B. die Carotinoide, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren, auch über Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Auf eine gute Qualität sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Sharon G. Curhan et al., Prospective Study of Dietary Patterns and Hearing Threshold Decline. In: American Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 14.10.2019, doi: 10.1093/aje/kwz223.


Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle.

 

Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle. Bei einem länger anhaltenden Kurzschlaf können häufiger Defizite an Mikronährstoffen auftreten.

 

Ein guter Schlaf ist erholsam für den Körper, das gilt vor allem für das Immun-, Hormon- und Nervensystem. Eine normale Schlafdauer erreichen Erwachsene mit sieben bis neun Stunden, bei den Älteren ab 65 Jahren geht man von sieben bis acht Stunden Schlaf aus. Zu wenig Schlaf kann, wenn er über längere Zeit anhält, viele gesundheitliche Folgen haben. Davon sind immer mehr Menschen betroffen. Zu wenig Schlaf führt z.B. zu erhöhter Reizbarkeit, kognitiven Schwächen und zu einem beeinträchtigten Immunsystem. Wie eine Auswertung der großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) zeigt, gehört zu den Folgen eines länger anhaltenden Kurzschlafs auch die unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Sie spielen neben vielen anderen Aufgaben im Körper auch eine Rolle in der Chronobiologie. Durch die Regulation des zirkadianen Rhythmus wird die Anpassung an den 24-stündigen Tag- und Nacht-Rhythmus erreicht. Dazu trägt z.B. die Synthese des sogenannten „Schlafhormons“ Melatonin bei, die durch die Vitamine Folat und Vitamin B6 sowie durch das Spurenelement Zink unterstützt wird.

 

Die Forscher befragten Teilnehmer an der NHANES-Studie in Bezug auf ihre Ernährung, die Aufnahme von Mikronährstoffen aus Nahrungsergänzungen und zu ihrer üblichen Schlafdauer. Die Analyse von rund 26.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 47 Jahre) aus den Jahren 2005 bis 2016 ergab, dass die Schlafdauer im Durchschnitt bei sieben Stunden lag. Insgesamt berichtete rund ein Drittel der Teilnehmer über eine zu geringe Schlafdauer von weniger als sieben Stunden. Männer waren vom Kurzschlaf häufiger betroffen. Den Teilnehmern mit einem zu kurzem Schlaf fehlte es häufiger an wichtigen Mikronährstoffen. Das betraf bei Erwachsenen im Alter ab 19 Jahren vor allem Kalzium, Magnesium und Vitamin D und bei den 19- bis zu 50-Jährigen auch Vitamin K. Diese Defizite zeigten sich auch nach der Daten-Anpassung an mögliche andere Einflussfaktoren. Teilnehmer, die über Kurzschlaf berichteten, hatten außerdem häufiger eine zu geringe Versorgung an mehreren Nährstoffen, auch hier wurden Unterschiede im Alter und Geschlecht beobachtet. Erwachsene ab 51 Jahren hatten bei kurzer Schlafdauer häufiger unzureichende Aufnahmen von mehreren Mikronährstoffen. Bei den Frauen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und der oftmals nicht ausreichenden Zufuhr von Kalzium, Magnesium und den Vitaminen A, C, D und E. Obwohl insgesamt mehr Männer einen Kurzschlaf hatten, fand man bei ihnen meist nur eine unzureichende Zufuhr von Vitamin D.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und einer nicht genügenden Versorgung mit einzelnen und/oder mehreren Mikronährstoffen gibt. Das betrifft vor allem Kalzium, Magnesium und die Vitamine A, C, D und E. Durch einen längerfristig anhaltenden Kurzschlaf kann demnach der Bedarf für Nahrungsergänzungen mit einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen ansteigen.

 

Unser Tipp: Abendlicher Hunger, ein üppiges Essen, zu viel Säure, Koffein oder Alkohol können den Schlaf stören. Hausmittel wie warme Milch und Kräutertees können das Einschlafen unterstützen. Eine ausreichende Zufuhr an Mikronährstoffen ist für den Schlaf wichtig, das gilt neben den genannten Vitaminen und Mineralstoffen z.B. auch für die Aminosäure Tryptophan.

 

Quelle:
Chioma J. Ikonte et al., Micronutrient Inadequacy in Short Sleep: Analysis of the NHANES 2005-2016. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.10.2019, doi: 10.3390/nu11102335.


Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Die gute Versorgung mit Jod ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Zu den Funktionen von Jod gehört, dass es auf das Nervensystem einwirkt. Neurokognitive Fähigkeiten werden von einer guten Jodversorgung beeinflusst. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft mit der Jodversorgung des Fötus durch die Mutter. Ein milder bis moderater Jodmangel in der frühen Schwangerschaft kann zu einem später verringerten verbalen IQ der Kinder beitragen. Eine gute Jodversorgung ist auch in der gesamten Kindheit sehr wichtig. So konnte z.B. bei 10- bis 13jährigen Schülern die Gabe von täglich 150 µg Jod über ein halbes Jahr die kognitiven Funktionen signifikant verbessern. Auch die Folgen von Joddefiziten sind bekannt, so wurde u.a. ein Zusammenhang zwischen einem Jodmangel und der Entwicklung von ADHS hergestellt.

 

Auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin wurden im September in München neue Ergebnisse der KiGGS Welle 2, einer Langzeitstudie zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, zur Jodversorgung vorgestellt. In dieser Studie wurden von 2014 bis 2017 bei rund 15.000 Teilnehmern im Alter von 0 bis zu 29 Jahren umfangreiche Daten zur Gesundheit erhoben. Bei rund 3.300 Kindern und Jugendlichen wurde im Urin auch der Jodgehalt bestimmt. Im Durchschnitt lag die Jodausscheidung bei rund 90 µg/L. Die Empfehlung für eine gute Jodversorgung liegt nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwischen 100 und 199 µg/L Jod. Die Jodwerte der Kinder und Jugendlichen waren damit allgemein niedrig. Rund 60 % der Kinder und Jugendlichen waren nicht ausreichend mit Jod versorgt. Nur Jungen von drei bis zu sechs Jahren hatten mit durchschnittlich rund 106 µg/L Jod noch akzeptable Werte.

 

Die Forscher stufen daher Deutschland wieder als Jodmangelgebiet ein, anders noch als in den 80er und 90er Jahren. Auch in der vorangegangenen KiGGS-Basisuntersuchung (2003 bis 2006) wurden mit Joddefiziten von rund 42 % noch bessere Werte erzielt, außerdem war die Jodausscheidung der Teilnehmer zu dieser Zeit deutlich höher. Die Forscher gehen davon aus, dass die inzwischen wieder seltenere Verwendung von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie zu den Ursachen für den erhöhten Jodbedarf gehört. Industriell hergestellte Lebensmittel sind nach wie vor die wichtigste Salzquelle, rund 77 % der Salzaufnahmen gehen auf ihr Konto. Salz, das im Haushalt verwendet wird, kommt dagegen nur auf einen Anteil von 10 %.

 

Unser Tipp: Jod kann auch als Nahrungsergänzung aufgenommen werden. Es wird z.B. in vom Körper sehr gut aufnehmbaren Formen, z.B. als flüssiges Jod (Kaliumjodid), angeboten.

 

Quelle:
Dr. Beate Fessler, „Ein Anlass zur Sorge“ Deutschland − ein Jodmangelland. In: Springer Medizin, Online-Veröffentlichung vom 22.9.2019.


Gesunde Ernährung und Vitamin D stärken bei Depressionen

 

Eine gesunde Ernährung kann ebenso wie eine gute Versorgung mit Vitamin D dazu beitragen, den Zustand bei Depressionen zu verbessern. Sowohl Studenten als auch ältere Patienten mit Depressionen konnten davon in zwei kleineren Studien profitieren.

 

Schon seit längerem ist bekannt, dass sich Patienten mit Depressionen oft sehr schlecht ernähren. Eine gesündere Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, Fisch und magerem Fleisch, kann dazu beitragen, dass sich depressive Symptome verringern. Das bestätigt eine neue, australische Studie an 76 Studenten im Alter von 17 bis zu 35 Jahren. Sie waren in einem Test durch eine erhöhte Depressivität aufgefallen und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sah sich ein Video an, in dem sie eine Diätassistentin zur Veränderung ihrer Ernährung aufforderte. Sie erhielten dazu einen Lebensmittelkorb mit gesunden Nahrungsmitteln und einen Einkaufsgutschein im Wert von 60 US-Dollar. In den drei Wochen danach wurden die Studenten zweimal von der Ernährungsberaterin angerufen, um sie weiter zu einer gesünderen Ernährung zu motivieren. Die Studenten der zweiten Gruppe erhielten dagegen keinerlei Informationen zur gesunden Ernährung, man lud sie nur zu einer weiteren Untersuchung nach drei Wochen ein.

 

Die meisten Studenten, die an der Ernährungsberatung teilgenommen hatten, befolgten die Empfehlungen. Das zeigten sowohl einer Befragung zu ihren Depressionen als auch Hautmessungen. Letztere zeigen über Farbveränderungen der Haut an, ob vermehrt Flavonoide aus Obst und Gemüse verzehrt wurden. Die gesündere Ernährung hatte sich außerdem nachweisbar positiv auf die Depressionen ausgewirkt. Auf der Depressions-Skale waren die Werte um rund 21 Punkte gesunken. Depressive Symptome, Ängste und Stress hatten sich gebessert. Bei den Studenten ohne Ernährungsintervention zeigte sich dagegen ein leichter Anstieg der Depressionen. Nach drei Monaten konnten die Forscher 33 Teilnehmer an der Diätberatung noch einmal kontaktieren. Knapp zwei Drittel der Studenten hielt sich weiter an die Empfehlungen für eine gesündere Ernährung. Die günstige Wirkung auf die depressiven Symptome war weiterhin nachweisbar.

 

Mit zunehmendem Alter steigen die Vorkommen von depressiven Stimmungen und Depressionen an. So schätzt man z.B. in Großbritannien, dass rund 22 % der Männer und 28 % der Frauen über 65 Jahren von Depressionen betroffen sind. Die Prävention und Therapie von Depressionen spielt für die Gesundheit im Alter eine wichtige Rolle. Dabei kommt es auch auf die gute Versorgung mit Vitamin D an, wie eine aktuelle iranische Studie zeigt. Daran waren 68 Personen über 60 Jahren beteiligt, die an mäßigen bis schwereren Depressionen litten. Bei allen Teilnehmern wurde zu Beginn der Studie die Versorgung mit Vitamin D im Blut geprüft. Dabei fanden sich im Durchschnitt relativ niedrige Vitamin D-Werte (unter 30 ng/ml). Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine Gruppe erhielt wöchentlich 50.000 I.E. Vitamin D, die andere Gruppe nahm zur Kontrolle ein Placebo.

 

Die Ergebnisse zeigten, dass sich mit der Aufnahme von Vitamin D die Werte im Blutspiegel deutlich erhöht hatten. Damit sanken auch die Werte für Depressionen leicht ab, während sich in der Placebo-Gruppe die Tendenz zu einem Anstieg der Depressionen zeigte. Die Forscher verweisen darauf, dass es im Hippocampus, ein Bereich des Gehirns, der mit Depressionen verbunden ist, viele Vitamin D-Rezeptoren gibt. Bekannt ist weiter, dass mehrere Vitamin D-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überqueren können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Vitamin D bei älteren depressiven Patienten dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern. Patienten könnten im Rahmen einer Therapie von Depressionen auch von der ergänzenden Gabe von Vitamin D profitieren..

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten, dabei wird meist die natürliche Form D3 (Cholecalciferol) bevorzugt. Als Einzelpräparat wird Vitamin D3 u.a. in emulgierter Form angeboten, das die Aufnahme deutlich verbessert.

 

Quelle:
Heather M. Francis et al., A brief diet intervention can reduce symptoms of depression in young adults - A randomised controlled trial. In: PLOS One, Online-Veröffentlichung vom 9.10. 2019, doi: 10.1371/journal.pone.0222768.
und
Negin Masoudi Alavi et al., Effect of vitamin D supplementation on depression in elderly patients: A Randomized clinical trial. In: Clinical Nutrition, Vol. 38, Nr. 5, S. 2065-2070.


Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Die Psoriasis ist eine erblich bedingte, chronische und entzündliche Erkrankung der Haut und der Gelenke. Nach der Neurodermitis ist sie die häufigste chronische Hauterkrankung. Typische Merkmale sind die rote Fleckenbildung an der Haut mit einer trockenen und silbrig glänzenden Schuppung, die meist in Schüben auftreten. Das Auftreten der Krankheit kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören z.B. äußere Verletzungen sowie Belastungen durch Stress, Alkohol oder Medikamente, aber auch Infektionen und Stoffwechselstörungen sowie umweltbedingte Faktoren. Auch die Ernährung kann die Psoriasis beeinflussen. Eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und die zu hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren können die Schwere der Psoriasis beeinflussen. Das hatten Forscher der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Leipzig in einer Studie geklärt.

 

Bekannt ist allgemein, das die typische westliche Ernährung zu einem Ungleichgewicht zwischen der durchschnittlichen Aufnahme an gesättigten und den ungesättigten Fettsäuren führt, wobei die gesättigten Fette, die vor allem aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen werden, meist überwiegen. Bei Übergewicht können Adipozyten (Zellen im Fettgewebe) zu entzündlichen Prozessen beitragen, wozu.u.a. auch der oxidative Stress beiträgt, der bei Übergewicht verstärkt auftritt. Damit verbunden sind nicht nur die Entwicklung von Typ II Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch die Verschlechterung von entzündlichen Hauterkrankungen wie der Psoriasis. Die Forscher entdeckten bei Psoriasis-Patienten, wie gesättigte Fettsäuren zum Schlüsselfaktor für verstärkte Hautentzündungen werden können.

 

Dabei war der Spiegel der freien Fettsäuren im Serum der einzige Parameter, der die Schwere der Psoriasis direkt beeinflussen kann. Gesättigte Fettsäuren können so genannte myeloische Zellen (des blutbildenden, jedoch nicht des lymphatischen Systems) für erhöhte entzündliche Reaktionen sensibilisieren und in der Folge die Keratinozyten (hornbildende Zellen der Oberhaut) aktivieren. Die Forscher vermuten, dass eine Reduktion von gesättigten Fettsäuren hilfreich sein kann, um neben der üblichen Behandlung der Psoriasis die Krankheit auch über eine gesunde Ernährung zu unterstützen und zu lindern. Die Forscher starteten nun eine Studie, in der eine spezielle Diät zusätzlich zur Therapie der Psoriasis über sechs Monate lang getestet wird.

 

Unser Tipp: Die meisten ungesättigten Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen. Einige, wie die Alpha-Linolensäure (Omega-3), die Linolsäure (Omega-6) und die sehr gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen, sind essenziell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Bei einem besonderen Bedarf gibt es eine Reihe von essenziellen Fettsäuren auch als Nahrungsergänzungen, dabei spielt bei Kombinationen auch ein gutes Verhältnis der Fettsäuren zueinander eine Rolle.

 

Quelle: 
Diana Herbert et al., High-Fat Diet Exacerbates Early Psoriatic Skin Inflammation Independent of Obesity: Saturated Fatty Acids as Key Players. In: Journal of Investigative Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2018
und
ikr, Psoriasis. Spezialdiät im Text. In: Ärzte-Zeitung, Online-Veröffentlichung vom 23.10.2019.


Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden.

 

Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden. Dabei liefern Bio-Äpfel die bessere Bakterien-Qualität im Vergleich zu konventionell angebauten Äpfeln.

 

Reichlich Obst und Gemüse, das gehört zu einer guten Ernährung dazu. Sie enthalten neben den jeweiligen pflanzlichen Bestandteilen und Nährstoffen auch eine Fülle von Bakterien, die wir mit dem Verzehr aufnehmen und die dann vorübergehend auch unseren Darm besiedeln. Diese Mikroorganismen sind für eine gesunde Darmflora sehr wichtig. Rohes Obst und Gemüse ist eine besonders gute Quelle für die Mikroorganismen im Darm, denn beim Kochen werden die meisten Bakterien vernichtet.

 

Wie die Besiedelung von Bakterien speziell beim Apfel aussieht, das untersuchten Forscher des Instituts für Umweltbiotechnologie der Technischen Universität Graz in einer Studie. Sie nahmen das Mikrobiom der Äpfel unter die Lupe und bestimmten den Gehalt an Mikroorganismen. Dabei verglichen sie auch Äpfel aus dem biologischen und konventionellen Anbau. Generell zählen Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten. Mit ihrem Verzehr nehmen wir nicht nur die Schalen und das Fruchtfleisch auf, ein normaler Apfel enthält im Durchschnitt rund 100 Millionen Bakterien. Sie sind vor allem in den Samen und im Fruchtfleisch konzentriert und deutlich weniger in den Schalen angesiedelt. In den verschiedenen Geweben eines Apfels (Stängel, Schalen, Fruchtmark, Samen und Kelch) siedeln sich verschiedene Bakterienstämme und -arten an.

 

Der Großteil geht auf das Konto der Proteobakterien (80 %), mit einigem Abstand gefolgt von Bacteriodetes (9 %), Actinobacteria (5 %) und Firmicutes (3 %). Zu ihnen gehören jeweils diverse Bakteriengruppen und -arten, die die Gesundheit stärken können, einige dieser Arten wirken jedoch auch gesundheitsschädigend. Deutliche Unterschiede bei den Bakterien fanden die Forscher zwischen Bio-Äpfeln und Äpfeln aus dem konventionellen Anbau. Bio-Äpfel hatten eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien mit einer signifikanten Verschiebung der Bakteriengattungen und -ordnungen., von fast 40 %. In konventionell angebauten Äpfeln beobachteten die Forscher mehr Bakterien, die für ein gesundheitsschädliches Potential bekannt sind.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mit dem Verzehr eines Apfels werden rund 100 Millionen Bakterienzellen verzehrt. Obwohl die Menge bei einem Bio-Apfel und einem aus dem konventionellen Anbau gleich ist, unterscheidet sich die Zusammensetzung der Bakterien deutlich. Die Bio-Äpfel enthalten nicht nur eine größere Vielfalt, sondern auch mehr gesündere Bakterienarten.

 

Quelle:
Birgit Wassermann et al., An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples. In: frontiers in Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 24.7.2019, doi: 10.3389/fmicb.2019.01629.


Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost?

 

Ein englisches Forscherteam wertete Daten der großen EPIC-Oxford-Studie aus, um die Risiken für Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Vegetariern, Pescatariern und Fleischessern zu untersuchen. Dabei zeigt sich, ganz so eindeutig ist das Ergebnis nicht.

 

Am englischen Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) waren von 1993 bis 2001 rund 48.000 Männer und Frauen beteiligt. Der Anteil der Vegetarier, einschließlich der Veganer, war mit 16.000 recht hoch, dazu gaben rund 7.500 Teilnehmer an, zwar kein Fleisch, jedoch Fisch zu essen. Damit waren die Gruppen der Vegetarier und Pescatarier fast ebenso groß wie die Gruppe, die auch Fleisch aß. Die Teilnehmer wurden bis zum Jahr 2001 beobachtet. In dieser Zeit kam es in dieser großen Gruppe zu 2.830 ischämischen Herzkrankheiten, die aufgrund einer mangelnden Durchblutung entstehen. Weiter traten 1.072 Schlaganfälle auf, rund die Hälfte davon ebenfalls ischämisch, die andere Hälfte hämorrhagisch, d.h. aufgrund von Blutungen, die im Gehirn entstanden.

 

Bei den Vegetariern war das Risiko für ischämische Herzkrankheiten um 22 % geringer im Vergleich zu den Fleischessern, auch bei den Pescatariern sank dieses Risiko, mit 13 % jedoch etwas geringer. Allerdings hatten die Vegetarier bei den Schlaganfällen ein um 20 % erhöhtes Risiko, für die Forscher ein unerwartetes Ergebnis. Die Pescatarier schnitten hier besser ab, bei ihnen zeichnete sich nur eine leichte Tendenz für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle ab. Bei den Vegetariern zeigte sich ein besonders erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle.

 

Rund zehn Jahre später, 2010, konnten die Forscher einen Großteil der Teilnehmer an der EPIC-Oxford-Studie erneut zu ihren Essgewohnheiten befragen. Danach untersuchten die Forscher den Einfluss eines langfristigen Verzichts auf Fleisch in Bezug auf die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Einbezogen waren auch andere Einflussfaktoren, z.B. der Gesundheitszustand, Rauchen, die körperliche Aktivität, die Einnahme von Nahrungsergänzungen und die Ernährungsweise. Generell hatten hier die Vegetarier und etwas weniger ausgeprägt die Pescatarier ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten im Vergleich zu den Fleischessern. Seit langem ist bekannt, dass sich einige der typischen Risikofaktoren für diese Krankheiten, ein zu hoher Blutdruck, ein hoher Blutzucker und zu hohe Cholesterinwerte, bei der vegetarischen Ernährung verbessern, das zeigte sich auch in dieser Studie. Die Forscher vermuten, dass weitere Aspekte eines allgemein gesünderen Lebensstils dabei eine Rolle spielen. Die Vegetarier waren im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die Fleischesser, sie trieben mehr Sport, und sie hatten ein geringeres Körpergewicht.

 

Anhand einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht klären, warum die Vegetarier ein erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle hatten. Die Forscher vermuten, dass möglicherweise die schlechtere Versorgung mit den Vitaminen B12 und D oder auch mit essentiellen Aminosäuren dazu beitragen könnten. Die Ursachen für diese Beziehung müssten in weiteren Studien untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vegetariern und vor allem Veganern fehlt es häufiger an Vitamin B12 und Vitamin D, die vor allem im Fleisch vorhanden sind. Diese Werte sollten beobachtet werden, vorhandene Defizite können mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Wer Fisch nicht mag, ihn gar nicht oder nur selten isst, kann die in fetttreichen Fischen enthaltenen gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA als Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf die gute, stabile Qualität der Präparate sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Tammy Y. N. Tong et al., Risk of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford story. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 4.9.2019, doi: 10.1136/bmj.14897.


Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle.

 

Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle. Daher könnten Vegetarier und Veganer schlechter mit Eisen versorgt sein als Fleischesser.

 

Eisen gehört zu den essentiellen Spurenelementen, es ist als Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen und als Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) sehr wichtig. Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Nährstoff-Defiziten. Pflanzliche Lebensmittel sind allgemein eine weniger gute Eisenquelle, daher könnten Vegetarier und Veganer relativ oft Defizite in der Eisen-Versorgung haben. Eisen ist in Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen enthalten, das gilt für pflanzliche, aber auch für tierische Lebensmittel. Gute Mengen an Eisen liefern z.B. mageres Rindfleisch, Eier und Schweinekoteletts.

 

Bei den pflanzlichen Quellen liefern Ölsamen, Getreide und Hülsenfrüchte relativ viel Eisen. Dabei unterschieden sich jedoch die Eisenformen. Gut verfügbares Häm-Eisen (2-wertiges Fe) ist nur in Fleisch und Fisch enthalten. Pflanzliche Lebensmittel liefern ebenso wie Milch und Milchprodukte dagegen nur Nicht-Häm-Eisen (3-wertiges Fe), das vom Körper deutlich schlechter aufgenommen wird. Daher können die vegetarische und vegane Ernährung den Eisenstatus verringern, da das enthaltene Eisen weniger bioverfügbar ist. Das überprüften spanische Forscher in einer Studie.

Die Forscher untersuchten bei 49 Lakto-Ovo-Vegetariern und bei 55 Veganern die hämatologischen und biochemischen Eisenparameter. Sie analysierten bei allen Teilnehmern den Konsum von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen, die Körperzusammensetzung, die körperliche Aktivität, bei den Frauen außerdem die menstruellen Blutverluste und den Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln. Je nach dem Grad der Eisenversorgung bzw. den Eisendefiziten wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingestuft: Eisenmangelanämie, Eisenmangel (Ferritin <15 ng/ml), Eisendefizite (Ferritin ≥15 bis ≤30 ng/ml) und eine ausreichende Eisenversorgung (Ferritin >30 ng/ml). Die Eisenmangelanämie war nur bei 4 Teilnehmern vorhanden (4,8%). Bei knapp 28 % wurde ein Eisenmangel festgestellt, bei knapp 31 % fanden sich Eisendefizite, entsprechend waren nur etwas mehr als ein Drittel der Vegetarier und Veganer ausreichend mit Eisen versorgt.

 

Die Eisenwerte waren jedoch nicht mit der Dauer der vegetarischen Ernährung verbunden, und es gab zwischen Vegetariern und Veganern keine Unterschiede. Außerdem zeigten sich keinerlei Beziehungen zur körperlichen Aktivität. Frauen waren vom Eisenmangel deutlich stärker betroffen, das Ferritin im Serum war bei Frauen niedriger als bei Männern. Frauen haben generell einen höheren Eisenbedarf und während der Menstruation geht mit dem Blutverlust auch ein Teil des Eisens verloren. Von der Eisenmangelanämie und dem Eisenmangel waren nur die Frauen betroffen. Sie nahmen auch am häufigsten Eisenergänzungen ein. 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Eisenstatus zeigte keine Unterschiede zwischen Lakto-Ovo-Vegetariern und Veganern, auch die Dauer der pflanzlichen Ernährung beeinflusste die Eisenversorgung nicht. Von einem Eisenmangel waren vor allem die Frauen häufiger betroffen. Sie sollten auf ihre Eisenversorgung besonders achten, das gilt vor allem, wenn sie durch die Menstruation intensive Blutverluste haben.

 

Unser Tipp: Eisen wird als Nahrungsergänzung einzeln und kombiniert mit anderen Mikro-Nährstoffen in verschiedenen Formen angeboten. Auf besonders gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Angélica Gallego-Narbón et al., Physiological and Diet Determinants of Iron Status in Spanish Vegetarians. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 26.7.2019, doi: 10.3390/nu11081734.


Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Viele Paare, die sich vergeblich ein Kind wünschen, suchen nach den möglichen Ursachen dafür. Zur Unfruchtbarkeit können verhaltensbedingte, medizinische und biologisch bedingte Faktoren beitragen. Dazu gehören z.B. die Ernährung, Rauchen, Alter, Übergewicht oder das polyzystische Ovarsyndrom. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine erhöhte Belastung mit toxischen Metallen, wie Quecksilber, Cadmium und Blei, die Fruchtbarkeit verringern kann. Im Gegensatz dazu tragen essentielle Spurenelemente zur reproduktiven Gesundheit bei. Hinweise dazu gibt es für die männliche Fruchtbarkeit in Bezug auf Selen, Zink und Kupfer. Es gibt auch Hinweise dazu bei schwangeren Frauen, die mögliche Wirkungen dieser Spurenelemente auf das Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien, auf den Beitrag zum Zellwachstum (Zink), zur Synthese von Proteinen (Selen, Zink) und zur Blutbildung (Kupfer) zeigen.

 

Doch bisher ist zur direkten Wirkung dieser Spurenelemente auf die weibliche Empfängnis wenig bekannt. Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte daher diese Beziehungen im Rahmen einer Bevölkerungsstudie. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen den mütterlichen Plasmakonzentrationen der Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen in Bezug auf die Fruchtbarkeit zu untersuchen. Dabei spielte die Zeit bis zur Schwangerschaft und eine eventuell eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität) eine Rolle.

 

Die Forscher werteten Daten aus einem Teilbereich der internationalen SCOPE-Studie (Screening for Pregnancy Endpoints) aus. Rund 1.060 Frauen aus Adelaide und Umgebung hatten von Ende 2004 bis Mitte 2008 daran teilgenommen. Bei den Teilnehmerinnen wurden um die 15. Woche der normal verlaufenden Schwangerschaft herum Blutproben genommen. Darin wurden die Werte der Spurenelemente, vor allem von Kupfer, Selen und Zink, sowie von CRP, einem typischen Entzündungs-Marker, bestimmt. Die Frauen gaben außerdem Auskunft über ihre Gesundheit und Ernährung, z.B. über den Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Fast Food sowie über den Konsum von Alkohol und ihr Rauchverhalten. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungen, z.B. von Vitamin C, Folsäure, Multi-Vitaminen und Spurenelementen, wurde untersucht.

 

Rund 85 % der Frauen mit Kinderwunsch hatten bis zu einem Jahr gebraucht, um schwanger zu werden.15 % benötigten dazu eine längere Zeitspanne, was als Subfertilität, also eine geringere Fruchtbarkeit, eingestuft wurde. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei. Dazu gehörte z.B. eine niedrigere Frequenz des Geschlechtsverkehrs oder der geringere Verzehr von Obst. Bei den Spurenelementen waren niedrigere Zink- und Selen-Konzentrationen mit einer längeren Dauer bis zur Empfängnis verbunden. Geringere Selen-Konzentrationen erhöhten außerdem das Risiko für eine schlechtere Fertilität (um 46 %). Für Kupfer konnte die Beziehung zur Fertilität bzw. zur Zeit, bis zu der die Empfängnis eintrat, nicht bestätigt werden.

 

Die Forscher sind nach den Ergebnissen dieser Analyse der Ansicht, dass eine gute Versorgung mit Spurenelementen, speziell von Zink und Selen, aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen die Fruchtbarkeit unterstützen können. Diese Beziehungen sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink und Selen sind als Nahrungsergänzungen einzeln, aber auch in Multipräparaten verfügbar. Dabei sollten gut bioverfügbare Formen bevorzugt werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenso wie schwangere und stillende Frauen Nahrungsergänzungen nach therapeutischer Empfehlung einnehmen.

 

Quelle:
Jessica A. Grieger et al., Maternal Selenium, Copper and Zinc Concentrations in Early Pregnancy, and the Association with Fertility. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 19.7.2019, doi: 10.3390/nu11071609.


Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Seit vielen Jahren wird innerhalb der EPIC-Studie in zehn europäischen Ländern die Beziehung zwischen der Ernährung und Krebskrankheiten untersucht. Dazu gehört auch der Einfluss von Fischölen mit den darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Sie haben antientzündliche Wirkungen und könnten daher zur Senkung des Krebsrisikos beitragen. An der EPIC-Studie waren von 1992 bis 2000 rund 521.000 Menschen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlangen, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt. Alle Teilnehmer nahmen an einer umfangreichen Befragung zur Ernährung teil. Daraus wurde der übliche Fischverzehr ermittelt. Die Forscher unterschieden dabei den Anteil von fettreichen Fischen, die z.B. reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten, und den von mageren, weißen Fischsorten.

 

Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 15 Jahren erkrankten in dieser großen Gruppe 6.291 Personen an Darmkrebs (1,3 %). Teilnehmer mit dem höchsten Fischkonsum hatten ein um 12 % geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Teilnehmern, die am seltensten Fisch, d.h. weniger als eine Portion Fisch pro Woche, verzehrten. Eine vergleichbare Risikosenkung wurde beim Verzehr von fettreichen Fischsorten erreicht. Beim mageren, weißen Fisch zeigte sich eine ähnliche Tendenz, die Werte erreichten jedoch nicht die statistische Signifikanz.

 

Die Forscher untersuchten außerdem, ob und wie die Fisch-Fettsäuren das Krebsrisiko beeinflussen konnten. Sie werteten dazu die Daten einer Untergruppe mit rund 920 Teilnehmern aus, die Hälfte von ihnen war an Krebs erkrankt, die andere Hälfte war gesund. Bei allen Teilnehmern wurden die Fettsäuren im Blut bestimmt, das galt speziell für den Anteil der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören. Bei ihrer erhöhten Aufnahme verringerte sich ebenfalls das Risiko für den Darmkrebs, in etwa im gleichen Maße wie beim allgemeinen Fischverzehr. Dagegen war die höhere Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu den Omega-3-Fettsäuren mit einem höheren Risiko für den Darmkrebs verbunden. Andere Fettsäuren beeinflussten das Darmkrebsrisiko nicht.

 

Die Forscher vermuten aufgrund dieser Ergebnisse, dass sich der regelmäßige Fischverzehr, nahezu unabhängig von der Sorte, positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Noch lässt sich nicht genau angeben, worauf die präventiven Wirkungen des Fischverzehrs und der Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen sind. Vermutlich spielt dabei auch die Balance zwischen den Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, da sie unterschiedlich auf Entzündungen einwirken können. Die Omega-3-Fettsäuren könnten zur Senkung des Darmkrebs-Risikos über die Bildung von Eicosanoiden beitragen. Diese Verbindungen, die aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehen, sind an vielen Zell- und Gewebefunktionen beteiligt. Sie spielen in der Immunabwehr und bei Heilungsprozessen, z.B. bei Entzündungen, eine wichtige Rolle, da sie u.a. antientzündliche Fähigkeiten besitzen.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch ergänzen. Dabei ist auf die gute und stabile Qualität der Präparate zu achten.

 

Quelle:
Elom K. Agalo et al., Consumption of Fish and Long-chain n-3 Polyunsaturated Fatty Acids Is Associated With Reduced Risk of Colorectal Cancer in a Large European Cohort. In: Clinical Gastrienterology and Hepatology, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.cgh.2019.06.031.


Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Im Rahmen einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) wird seit vielen Jahren untersucht, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflusst. Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist vor allem in Gemüse und Obst enthalten, es muss regelmäßig aufgenommen werden, da es im Körper nicht selbst gebildet werden kann. Vitamin C ist an vielen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt. Es wird besonders für den Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und Zähne benötigt und trägt auch zur Prävention von Blutungen und zur Wundheilung bei. Es wirkt weiter antioxidativ, spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und fördert die Aufnahme von Eisen und Zink. Die bekannteste Mangelkrankheit von Vitamin C ist der Skorbut, bei der Kollagen nicht ausreichend gebildet werden kann. Das Bindegewebe, die Knochen, der Knorpel und die Blutgefäße sind davon beeinträchtigt. Typische Symptome sind eine schlechte Wundheilung, Blutungen, Ödeme und Müdigkeit. Der Skorbut tritt heute nur noch selten auf, da extreme Defizite an Vitamin C selten sind.

 

Bei einem geringeren Mangel an Vitamin C können jedoch die Symptome eines latenten Skorbuts auftreten. Dazu gehören unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Muskelschmerzen, die mit einer besseren Versorgung von Vitamin C dann leicht vermeidbar sind. Bekannt ist weiter, dass ein erhöhter Bedarf an Vitamin C bestehen kann. Das gilt z.B. für Raucher, deren Umsatz von Vitamin C höher ist. Im Rahmen der Norfolk-EPIC-Studie wurden Risikofaktoren für einen Mangel an Vitamin C über mehrere Jahre hinweg untersucht. Die Ergebnisse zeigten, wie Defizite an Vitamin C die Gesundheit beeinträchtigen.

 

Rund 30.000 Männer und Frauen von 40 bis zu 79 Jahren aus Norfolk und Umgebung nahmen ab 1993 an der Studie mit einem Gesundheits-Check teil. Für rund 22.000 Teilnehmer konnten nach einem einige Jahre später durchgeführten zweiten Gesundheits-Check die Ergebnisse von Vitamin C im Blut ausgewertet und verglichen werden. Sehr geringe Vitamin C-Werte hatten 315 Teilnehmer (1,4 %), geringes Vitamin C fanden die Forscher immerhin bei 2.410 Teilnehmern (10.7 %). Die Defizite an Vitamin C kamen häufiger bei Teilnehmern vor, die Männer waren, ein höheres Alter hatten und weniger körperlich aktiv waren. Sie waren häufiger sozial benachteiligt, weniger gebildet und rauchten mehr.

 

Bei einer geringen Versorgung mit Vitamin C hatten die Teilnehmer häufiger einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, wie eine umfassenden Befragung zeigte. Dazu gehörten zum Teil die Symptome eines latenten Skorbuts, z.B. erhöhte Müdigkeit oder verstärkte körperliche Schmerzen. Diese Ergebnisse waren konstanter bei Teilnehmern, die keine Vitamin C-Ergänzungen einnahmen und bereits beim ersten Gesundheits-Check niedrigere Vitamin C-Werte hatten.

 

Allgemein sollte daher auf eine gute Versorgung mit Vitamin C geachtet werden. Die Aufnahme von ausreichend Vitamin C aus Obst und Gemüse stärkt die Gesundheit und trägt dazu bei, die Symptome eines latenten Skorbuts zu vermeiden. Vor allem Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Defizite an Vitamin C haben, sollten auf eine gute Versorgung achten.

 

Unser Tipp: Vitamin C-Ergänzungen können bei einer schlechten Versorgung mit Vitamin C und bei einem erhöhten Bedarf die Versorgung verbessern. Es gibt verschiedene Formen von Vitamin C, auf eine gute Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Stephen J. McCall et al., Plasma Vitamin C Levels: Risk Factors for Deficiency and Association with Self-Reported Functional Health in the European Prospective Investigation into Cancer-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.7.2019, doi: 10.3390/nu11071552.


Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen.

 

Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen. Schon bei der Diagnose sollte daher auf die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen geachtet werden.

 

Die Zöliakie (glutensensitive Enteropathie oder auch Sprue genannt) entsteht durch die Unverträglichkeit von Gluten (Klebereiweiß) im Magen-Darm-Trakt, Gluten ist in vielen Getreidesorten (z.B. Weizen, Roggen, Gerste etc.) enthalten, die dann ebenso wie andere glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang gemieden werden müssen. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Wachstumsstörungen, Bauchschmerzen, chronische Diarrhoe oder Obstipation, Anämie und depressive Verstimmungen. Es werden verschiedene Formen der Krankheit unterschieden, sie kann bei Babys bereits einige Monate nach dem Abstillen auftreten, aber auch erst später im Schul- oder gar Erwachsenenalter.

 

Bei der Zöliakie kommt es durch den Verzehr von Gluten zu einer Immunreaktion im Dünndarm und zu chronischen Entzündungen der Darmschleimhaut. Das führt dazu, dass Nährstoffe zum Teil nur unzureichend aufgenommen bzw. nicht verdaut werden können. Betroffen ist davon auch die Resorption einiger wichtiger Mikro-Nährstoffe. In einer Studie untersuchten Forscher der US-amerikanischen Mayo Clinic vom Jahr 2000 bis zu 2014 bei Erwachsenen mit einer neu diagnostizierten Zöliakie die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. 309 Patienten (196 Frauen, 113 Männer) mit einem durchschnittlichen Alter von 46 Jahren konnten in die Studie einbezogen werden. Bei allen wurde die Versorgung mit den bestimmten Mikro-Nährstoffen geprüft, von denen bekannt ist, dass sie bei einer Zöliakie häufiger unzureichend sind. Das betraf Zink, Vitamin D, Ferritin (Depot-Eisen), Kupfer, Vitamin B12 und Folat. Untersucht wurden auch die Gewebetransglutaminase IgA und Albumin (Plasmaprotein), die für die Bestimmung der Zöliakie wichtig sind. Die Ergebnisse wurden mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bestimmt wurde auch das Körpergewicht der Teilnehmer, da Gewichtsverluste bei der Zöliakie als typisch gelten.

 

Das bestätigte sich hier jedoch nicht, im Durchschnitt lag der Body Mass Index bei 25,9, also bei einem leichten Übergewicht. Eine Gewichtsabnahme wurde nur bei rund 25 % der Patienten beobachtet. Bei den Mikro-Nährstoffen fehlte den Zöliakie-Patienten am häufigsten Zink. Rund 60 % der Patienten waren mit Zink nicht ausreichend versorgt. Bei den Kontrollpersonen waren nur rund 33 % davon betroffen. Auch bei der Versorgung mit Kupfer, (rund 6 %), Vitamin B12 (rund 5 %) und Folat (knapp 4 %) hatten Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den Gesunden etwas häufiger unzureichende Werte. Bei Zöliakie fehlte es oft auch an Ferritin (rund 31 %). Bei Vitamin D unterschieden sich die Zöliakie-Patienten kaum von den Gesunden, knapp ein Fünftel war in beiden Gruppen mit Vitamin D unzureichend versorgt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Defizite an Mikro-Nährstoffen bei Patienten mit Zöliakie recht weit verbreitet sind. Sie empfehlen, dass bei der Diagnose einer Zöliakie entsprechend auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen kontrolliert wird. Das gilt vor allem für Vitamin D, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Zink und Kupfer.

 

Quelle:
Adam C. Bledsoe et al., Micronutrient Deficiencies Are Common in Contemporary Celiac Disease Despite Lack of Overt Malabsorption Symptoms. In: Mayo Clinic Proceedings, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.mayocp.2018.11.036.


Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein.

 

Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein. Sie können den Schutz vor Diabetes erhöhen und die glykämische Kontrolle verbessern.

 

Die beeinträchtigte Glukosetoleranz spielt bei der Entstehung des Diabetes eine wichtige Rolle. Er ist durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet, der von der gestörten Glukosetoleranz abhängig ist. Dabei spielt auch der Stoffwechsel von Zink eine Rolle. Viele Studien zeigten bereits, dass eine zu geringe Versorgung mit Zink die Insulinbildung beeinträchtigt, die Insulinsensitivität verringert und typische Entzündung-Marker erhöht (Il-6. TNFalpha. hsCRP). Die Zinkwerte sind bei Diabetes-Patienten häufig niedriger als bei Gesunden. Diabetiker mit geringen Zinkwerten sind meist schon längere Zeit erkrankt, haben eine schlechtere Glukose-Kontrolle und verringerte Funktionen der B-Zellen im Pankreas, die Insulin bilden. Doch es gibt bisher nur wenig Studien, in denen Zinkergänzungen in Bezug auf die Prävention oder Therapie von Diabetes untersucht wurden. Daher führten chinesische Forscher eine Meta-Analyse zur Beziehung von Zink und Diabetes durch.

Sie konnten 32 (randomisierte, placebokontrollierte) Studien, in denen die Ergänzung von Zink bei der Prävention und Behandlung von Diabetes untersucht wurde, einbeziehen. Beteiligt waren insgesamt 1.700 Teilnehmer aus 14 Ländern, vor allem aus Asien. In 22 Studien wurden nur Zinkgaben eingesetzt, in weiteren 10 Studien wurden neben Zink auch andere Ergänzungen angewendet. Die durchschnittliche Dosierung betrug täglich 35 mg Zink, die Studien dauerten von einem Monat bis zu einem Jahr. Insgesamt verringerte sich bei den Teilnehmern mit Zinkergänzungen die Nüchtern-Glukose statistisch signifikant (im Durchschnitt -14,15 mg/dL). Bei der Glukosemessung zwei Stunden nach einer Mahlzeit konnte Zink ebenfalls die Werte verringern (im Durchschnitt -36,85 mg/dL). Auch die Werte von Nüchtern-Insulin, Insulinresistenz, glykiertem Hämoglobin und dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP) verbesserten sich mit den Ergänzungen von Zink im Vergleich zu den Kontrollgruppen ohne Zink.

 

Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass sich die Zinkgaben auf die Nüchtern-Glukose signifikant auswirkten, beeinflusst zum einen durch den Diabetes-Status, zum anderen durch die Form der Zinkgaben. Hier wirkte sich anorganisches Zink stärker auf die Nüchtern-Glukose aus. Das erklären die Forscher so: In den Studien mit anorganischem Zink wurden im Durchschnitt höhere Zinkdosierungen eingesetzt. Anorganisches Zink wurde außerdem häufiger bei Diabetikern als bei Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko geprüft. Die am besten geeigneten Zinkformen sollten daher in Zukunft bei Diabetes weiter geprüft werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse die positive Wirkung von Zinkergänzungen für die Prävention und Therapie von Diabetes unterstützt. Mehrere glykämische Schlüsselfunktionen können durch Zink verbessert werden. Die bessere Versorgung mit Zink kann die glykämische Kontrolle sowohl bei Diabetikern als auch bei Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko (z.B. beim metabolischen Syndrom etc.) modulieren. Zink spielt dabei eine wichtige Rolle, es ist reichlich in den Pankreas-Inseln vorhanden, wo es die Kristallisation und Bildung von Insulin beeinflusst. Zink scheint weiter den Glukose-Transporter GLUT4 und die Glukose-Nutzung zu beeinflussen. Zinkdefizite sind oft mit erhöhten chronischen Entzündungen verbunden, es gibt außerdem Nachweise, dass Zinkergänzungen auf das hochsensitive CRP positiv wirken. Von Zinkergänzungen können Diabetiker ebenso wie Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes profitieren.

 

Unser Tipp: Zink wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen zur Ergänzung angeboten. Für die Regulation der Blutglukose und für einen guten Blutzuckerspiegel gibt es außerdem spezielle Kombinations-Präparate.

 

Quelle:
Xinhua Wang et al., Zinc supplementation improves glycemic control for diabetes prevention and management: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 110, Nr. 1, 2019, S. 76-90, doi: 10.1093/ajcn/nqz041.