Frühere Studien zeigten bereits, dass die mediterrane Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann.

 

Frühere Studien zeigten bereits, dass die mediterrane Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann. Doch bisher gibt es nur wenige Erkenntnisse über die möglichen Mechanismen, mit denen diese gute Wirkung erreicht wird.

 

Die mediterrane Ernährung hat längst auch viele Anhänger in anderen Ländern gefunden, da sie nicht nur gut schmeckt, sondern auch sehr gesund ist. Das ist auf den Verzehr von reichlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Olivenöl, Wein in Maßen, Fisch und wenig Fleisch und Milchprodukten zurückzuführen. Im Rahmen einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie, der Women’s Health Study, prüfte ein Forscherteam daher die Anpassung an die mediterrane Ernährung bei rund 26.000 anfangs gesunden Frauen (Durchschnittsalter 55 Jahre). Sie setzten diese Angaben in Bezug zu den im Lauf von 12 Jahren Beobachtung in dieser großen Gruppe aufgetretenen kardiovaskulären Krankheiten. Um auch mögliche Mechanismen zu erkennen, über die die mediterrane Ernährung das kardiovaskuläre Risiko beeinflussen kann, prüften sie dazu den Einfluss von 40 typischen Biomarkern.

 

Zu Beginn der Studie beantworteten die Frauen detaillierte Fragen zu ihrer Ernährung. Daraus wurde ihre Anpassung an die mediterrane Kost bestimmt, und danach wurden sie auf drei Gruppen verteilt, mit jeweils niedriger, mittlerer oder hoher Einhaltung der mediterranen Ernährung. Die mediterrane Kost hatte bei niedrigen Aufnahmen einen Anteil von rund 25 %, beim mittleren Anteil von 36 % und bei hohen Aufnahmen von 39 % an der gesamten Ernährung. Im Lauf der langjährigen Beobachtungszeit traten rund 1.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten auf. Dabei zeigte sich eine unterschiedliche Verteilung in den drei Gruppen. Bei geringer mediterraner Kost traten kardiovaskuläre Krankheiten bei 428 Frauen (4,2 %) auf, in der Gruppe mit mittlerer Anpassung waren 356 Frauen (3,8%) betroffen, und bei der höchsten mediterranen Ernährung erkrankten nur 246 Frauen (3,8%).

 

Im Vergleich zur niedrigen Gruppe verringerte sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei mittlerer Anpassung an die mediterrane Kost um 23 %, bei hoher Anpassung sogar um 28 %. Das ist ein Vorteil, der in seiner Größenordnung der Anwendung von Statinen oder anderen präventiven Medikamenten ähnlich ist. Die Forscher konnten diese positiven Effekte vor allem auf eine Reihe von veränderten Biomarkern zurückführen. Mit der mediterranen Kost veränderten sich vor allem die Biomarker für Entzündungen (29,%), den Glukosestoffwechsel, die Insulinresistenz (28%) und der Body-Mass-Index (27 %). Weitere Einflüsse gab es auf den Blutdruck, die Cholesterinwerte, verzweigtkettige Aminosäuren (13,6%), Apolipoproteine (6,5%) und andere kleinmolekulare Metaboliten (5,8%), die jedoch weniger ausgeprägt waren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass bei einer höheren Aufnahme der mediterranen Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten etwa um ein Viertel geringer ist. Das ließ sich zum Teil durch die Beeinflussung von verschiedenen Biomarkern erklären. Die Forscher stellten zudem fest, dass bereits kleinere Unterschiede in den Biomarkern auf multifaktorielle Weise zu dem langfristig beobachteten kardiovaskulären Nutzen beigetragen hatten. Diese Ergebnisse könnten einen starken Einfluss auf die öffentliche Gesundheit haben, denn selbst kleinere Veränderungen in den Risikofaktoren können die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Das gilt besonders für den langfristigen Nutzen einer mediterranen Ernährung in Bezug auf Entzündungen sowie für den Glukosestoffwechsel, die Insulinresistenz und den Body-Mass-Index.

 

Quelle:
Shafqat Ahmad et al., Assessment of Risk Factors and Biomarkers Associated With Risk of Cardiovascular Disease Among Women Consuming a Mediterranean Diet. In: JAMA Network Open, Online-Veröffentlichung vom 7.12.2018, doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5708.

Vitamin E trägt mit seinen antioxidativen Funktionen zur Stärkung des Immunsystems bei.

 

Vitamin E trägt mit seinen antioxidativen Funktionen zur Stärkung des Immunsystems bei. Dabei richtet die Forschung ihren Blick zunehmend auf Vitamin E in Bezug auf spezielle Immunzellen.

 

Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans, das die mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation schützen, die Bildung von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies regulieren und die Übertragung von Signalen im Körper modulieren kann. Einflüsse auf das Immunsystem durch Vitamin E wurden experimentell ebenso wie unter gesunden und krankhaften Bedingungen beobachtet. Mit besseren Kenntnissen über die Entwicklung, Funktion und Regulation von Immunzellen konzentrierten sich neuere Studien zur Wirkung von Vitamin E vor allem auf diese Zellen: Dendritische Zellen, Makrophagen (Fresszellen), natürliche Killer-Zellen sowie die T- und B-Lymphozyten. In einer Übersicht fassten Forscher den Stand der Forschung zu immunologischen Veränderungen zusammen, die bei Vitamin E beobachtet wurden.

 

Die wichtigste und bekannteste Form von Vitamin E ist Alpha-Tocopherol, doch zu diesem Vitamin gehören insgesamt acht Formen. Vitamin E ist der Sammelbegriff für vier Tocopherole und vier Tocotrienole (jeweils α, β, γ, δ) in Lebensmitteln. Sie haben antioxidative Fähigkeiten, können aber nicht ineinander umgewandelt werden und haben teils unterschiedliche Funktionen. Die wichtigsten Nahrungsquellen für Vitamin E sind pflanzliche Öle und Nüsse. Sojabohnen-, Sonnenblumen-, Mais-, Walnuss-, Baumwoll-, Palm- und Weizenkeimöle enthalten im Vergleich zu anderen Ölen relativ hohe Mengen, d.h. mehr als ca. 50 mg Vitamin E/100 g Öl. Die Anteile von α-, β-, γ- und δ-Tocopherolen hängen von der jeweiligen Ölsorte ab. Distel- und Sonnenblumenöle sind z.B. reich an α-Tocopherol, Soja- und Maisöle enthalten hauptsächlich γ-Tocopherol, und Baumwollsamenöl enthält ähnliche Anteile an α- und γ-Tocopherolen. Zur guten Aufnahme von Vitamin E können außerdem Nahrungsergänzungen beitragen.

 

Zu den wichtigen antioxidativen Funktionen von Vitamin E gehört, dass es Peroxyl-Radikale (Art der reaktiven Sauerstoffspezies) abfängt und die Oxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren hemmt. In Gegenwart von Vitamin E reagieren Peroxylradikale mit α-Tocopherol anstelle von Lipidhydroperoxid. Dadurch wird die Kettenreaktion der Bildung von Peroxylradikalen gestoppt und die weitere Oxidation der mehrfach ungesättigten Fettsäuren verhindert. Tocopheroxylradikale, die aus α-Tocopherol- und Peroxylradikalen gebildet werden, werden durch Vitamin C oder Glutathion (antioxidatives Tripeptid) reduziert. Die antioxidative Aktivität von Vitamin E kann weiter für die Regulierung mehrerer Enzyme verantwortlich sein, die an der Signalübertragung beteiligt sind.

 

Mit erhöhten Gaben von Vitamin E konnten in Interventionsstudien eine erhöhte Bildung von Lymphozyten, eine verbesserte, verzögerte Hypersensibilität (bei Allergien) sowie die erhöhte Bildung von Interleukin 2 (T-Zell-Wachstumsfaktor) und eine verminderte Bildung von Interleukin 6 (B-Zell-Differenzierungs-Faktor) beobachtet werden. Beim Menschen wurden die Auswirkungen von Vitamin E auf die natürlichen Vorkommen von Infektionskrankheiten in mehreren Studien untersucht. Dabei zeigte sich, dass die immunstimulierende Wirkung von Vitamin E die Resistenz gegenüber Infektionen stärkt. Allerdings waren die Effekte teils relativ gering, und in einigen Studien wurden positive Effekte nur in Untergruppen von Probanden beobachtet. Zu solchen nicht einheitlichen Ergebnissen könnten verschiedene Faktoren beigetragen haben. Das gilt z.B. für die Dosis der verwendeten Vitamin-E-Ergänzung, die erreichten Veränderungen des Vitamin-E-Spiegels oder auch für das Alter der Probanden.

 

Generell lässt sich sagen, dass Vitamin E die Immunreaktionen unterstützt und den Schutz vor mehreren Infektionskrankheiten erhöht. Verschiedene Erklärungen für die grundlegenden Mechanismen werden diskutiert. Dazu gehören z.B. die Senkung der Produktion von Prostaglandin E2, das an Entzündungs- und Fieberreaktionen beteiligt ist. Weiter geht es um die effektivere Bildung von Immunsynapsen in heranreifenden T-Lymphozyten, die Einleitung von Signalen zur Aktivierung von T-Lymphozyten sowie die Modulation des Gleichgewichts von Typ1- und Typ2-T-Helferzellen. Mit Vitamin E wurde auch eine höhere Aktivität der natürlichen Killerzellen und Veränderungen in den Dendritischen Zellen beobachtet.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Vitamin E sollte mit seinen Wirkungen im Immunsystem weiter experimentell in den zugrunde liegenden Mechanismen auf das Immunsystem und bei der Immunabwehr des Menschen untersucht werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die verschiedenen Formen von Vitamin E unterschiedlich auf die Immunzellen wirken. Auch das Zusammenspiel von Vitamin E mit anderen Immunzellen sollte in Zukunft genauer untersucht werden, da auch mögliche Wechselwirkungen für die Regulation der Immunfunktionen bedeutsam sind.

 

Unser Tipp: Vitamin E ist als Nahrungsergänzung in vielen Multi-Formeln enthalten. Es ist auch einzeln erhältlich, neben Alpha-Tocopherol werden auch andere Vitamin E-Formen angeboten.

 

Quelle:
Ga Young Lee und Sung Nim Han, The Role of Vitamin E in Immunity. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.11.2018, doi: 10.3390/nu10111614.

Das Immunsystem entwickelt und verändert sich ständig im Lauf des Lebens. Es kann in jeder Lebensphase gestärkt, aber auch geschwächt werden.

 


Das Immunsystem entwickelt und verändert sich ständig im Lauf des Lebens. Es kann in jeder Lebensphase gestärkt, aber auch geschwächt werden. Dazu trägt die Ernährung bei, das gilt besonders für eine Reihe von Mikro-Nährstoffen, die gute Funktionen des Immunsystems unterstützen.

 

Ein gut funktionierendes Immunsystem sorgt dafür, dass schädliche Eindringlinge, wie z.B. Bakterien, Viren und Pilze, bekämpft und fehlerhafte körpereigene Zellen ausgesondert werden. Im Lauf des Lebens entwickelt sich das Immunsystem von unreifen und sich noch entwickelnden Immunreaktionen bei Säuglingen und Kleinkindern hin zu einer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen potenziell optimalen Immunfunktion. Dann verringern sich mit dem zunehmenden Alter die Kräfte des Immunsystems graduell, das gilt besonders für Menschen im höheren Alter. Davon abhängig verändern sich das Risiko und die Schwere von Infektionen, entsprechend der jeweiligen Immunkompetenz des einzelnen Menschen. Altersbedingte Veränderungen des Immunsystems können durch bestimmte Faktoren des Lebensstils weiter geschwächt werden. Dazu gehören z.B. eine schlechte Ernährung, Umweltbelastungen und der oxidative Stress. Sie können in jeder Lebensphase die Immunfunktion individuell beeinflussen und verringern.

 

Davon betroffen ist z.B. die Anfälligkeit für Erkältungen und Grippe als häufigste Erkrankungen, aber auch für Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. Die Ernährung spielt bei den Funktionen des Immunsystems eine besondere Rolle, denn es gibt eine bidirektionale Interaktion zwischen der Ernährung, Infektionen und der Immunität. Die Immunantwort ist beeinträchtigt, wenn die Ernährung schlecht ist, was den Einzelnen für Infektionen anfälliger macht. Ein schlechter Ernährungszustand kann außerdem durch die Immunreaktion auf eine Infektion verschlimmert werden.

 

Die gesunde Ernährung kann also erheblich dazu beitragen, dass die Immunfunktionen in jeder Lebensphase gestärkt werden. Dabei kommt es darauf an, die gute Versorgung mit allen benötigten Makro- und Mikro-Nährstoffen zu gewährleisten. Sie tragen zur Entwicklung, Aufrechterhaltung und zu den angemessenen Reaktionen des Immunsystems wesentlich bei. Vor allem die Mikro-Nährstoffe spielen im gesamten Immunsystem eine Schlüsselrolle, unabhängig von der jeweiligen Lebensphase. Das gilt besonders für die Vitamine A, C, D, E, B2, B6 und B12, Folsäure sowie Beta-Carotin und für Eisen, Selen und Zink, die alle zur Aufrechterhaltung der Immunkompetenz beitragen. Suboptimale Aufnahmen oder gar stärkere und länger anhaltende Defizite dieser Mikro-Nährstoffe können in den verschiedenen Lebensphasen zeitweise vorkommen. Das wirkt sich auch auf die Funktionen des Immunsystems aus und kann das Risiko und die Schwere einer Infektion beeinflussen.

 

Auch vom Ernährungszustand eines Menschen hängt es daher mit ab, wie sich der Verlauf z.B. bei einer Infektionskrankheit entwickelt. Die Resistenz gegen Infektionen kann erhöht werden, indem fehlende Mikro-Nährstoffe wieder in die Ernährung aufgenommen oder ergänzt werden. Sie können auf diese Weise auf ein empfehlenswertes Niveau gebracht werden. Das stärkt die Widerstandskräfte gegen Infektionen und kann im Fall einer Infektion die schnellere Genesung unterstützen.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Immunsystems tragen neben den hier genannten Vitaminen und Mineralstoffen auch weitere Mikro-Nährstoffe bei, z.B. eine Reihe von sekundären Pflanzenstoffen und die Omega-3-Fettsäuren. Für die Stärkung des Immunsystems gibt es spezielle Multi-Formeln, die wichtige Mikro-Nährstoffe gezielt ergänzen.

 

Quelle:
Silvia Maggini et al., Immune Function and Micronutrient Requirements Change over the Life Course. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 17.10.2018, doi: 10.3390/nu10101531.

Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht.

 

Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht. Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass höhere Werte von Carotinoiden positiv auf das metabolische Syndrom wirken.

 

Das metabolische Syndrom ist durch zentrales Übergewicht, Bluthochdruck und einen gestörten Cholesterin-, Glukose- und Insulin-Stoffwechsel charakterisiert. Mindestens drei der Faktoren müssen zusammentreffen, um die Diagnose zu stellen. Einzeln wirken sie gesundheitlich oft noch nicht so belastend, doch kombiniert erhöhen sie deutlich das Risiko für weitere Krankheiten, vor allem für Diabetes (Typ 1 und 2) und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei der Entstehung des metabolischen Syndroms spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch Mikro-Nährstoffe. Mehr und mehr rücken dabei Pflanzenstoffe in das Interesse der Forschung. Carotinoide gehören zu den Pflanzenstoffen, die nicht nur als Provitamin A vielfältige gesundheitliche Wirkungen haben, sie entfalten auch antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Fähigkeiten.

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern suchte in medizinischen Datenbanken daher nach Studien (von 1997 bis 2017) über die Verbindung von Vitamin A und Carotinoiden zum metabolischen Syndrom. Sie konnten schließlich 33 Studien in ihre Auswertung einbeziehen, mit 11 Studien führten sie außerdem eine Meta-Analyse mit Daten von fast 30.000 Teilnehmern durch. Es bestätigte sich, dass die höhere Aufnahme von (Gesamt-)Carotinoiden das metabolische Syndrom positiv beeinflussen konnte. Das galt auch für einzelne Carotinoide, am stärksten für Beta-Carotin, gefolgt von Alpha-Carotin und Beta-Cryptoxanthin sowie für Retinylester (Fettsäureester von Vitamin A). Dagegen konnte Vitamin A (Retinol) das metabolische Syndrom nicht beeinflussen, seine Rolle bleibt weiter zu klären.

 

Diese Ergebnisse zeigen eine Korrelation zwischen Carotinoiden und dem metabolischen Syndrom auf, nicht jedoch die Ursachen dafür. Die Forscher gehen von einem plausiblen Wirkmechanismus von Carotinoiden zum Nutzen der kardiometabolischen Gesundheit aus, vermittelt durch senkende Wirkungen auf oxidativen Stress. Obwohl es viele Faktoren gibt, mit denen sich die individuelle Variabilität und Bioverfügbarkeit von Carotinoiden bei Menschen erklären lassen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Carotinoide eine wesentliche Rolle in den Fettgeweben spielen können. Dazu gehören die Kontrolle der Entstehung von Fettzellen (Adipogenese) und vom oxidativen Stress sowie die Bildung von Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Verbindungen, die als Signalmoleküle wirken) und Entzündungsmediatoren. Sie beeinflussen die Verteilung der zentralen Adipositas und das Auftreten der Insulinresistenz.

 

Es zeichnet sich ab, dass Gesamt-Carotinoide ebenso wie einzelne Carotinoide (Alpha-, Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin) positiv auf das metabolische Syndrom einwirken können. Der regelmäßige Verzehr von gemischten Carotinoiden ist daher für die kardiometabolische Gesundheit wichtig. In der für westliche Industrieländer typischen Ernährung werden täglich nur etwa ein bis fünf Milligramm Carotinoide aus der Ernährung aufgenommen. Das reicht für den kardiometabolischen Schutz nicht aus. Die Forscher plädieren daher für die Festlegung von Empfehlungen für die tägliche Aufnahme von Carotinoiden.

 

Unser Tipp: Natürliche Carotinoide sind in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert enthalten. Angeboten wird z.B. natürliches Beta-Carotin aus der Alge Dunaliella salina, enthalten sind Alpha-Carotin, Zeaxanthin und Cryprtoxanthin. Empfehlenswert sind weiter natürliche Carotinoide aus einem Grünkohl-Ölauszug (biologischer Anbau) mit Lutein, Beta-Carotin, Lykopin und Zeaxanthin. Beide haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
May A. Beydoun et al., Carotenoids, vitamin A, and their association with the metabolic syndrome. A systematic review and meta-analysis. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 7.9.2018, doi: 10.1093/nutrit/nuy044.

Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern.

 

Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern, wie zwei neue Studien zeigen.

 

Walnüsse leisten nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern jederzeit einen guten Beitrag zur gesunden Ernährung. Sie liefern wichtige Antioxidantien, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sowie eine Reihe von Vitaminen (E, B-Vitamine) und Mineralstoffen (Kalium, Kalzium, Magnesium etc.). Positive Wirkungen sind vor allem auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten und auf die Blutfette bekannt.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen und spanischen Forschern führte eine Metaanalyse durch, in denen sie die Wirkungen des Verzehrs von Walnüssen auf die Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren untersuchten. Sie konnten sechsundzwanzig klinische Studien mit 1059 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen. Bei einer mit Walnüssen angereicherten Ernährung erreichten die Teilnehmer geringere Werte beim Gesamt-Cholesterin (-6,99 mg/dL) und beim „schlechten“ LDL-Cholesterin (-5,51 mg/dL), außerdem sanken die Werte der Triglyzeride. Auch das Apolipoprotein B (LDL-Bestandteil) wurde bei der mit Walnüssen angereicherten Ernährung im Vergleich zu Kontrollgruppen signifikant stärker reduziert. Die Forscher ziehen das Fazit: Die Aufnahme von Walnüssen in die Ernährung verbessert das Profil der Blutfette, ohne das Körpergewicht oder den Blutdruck negativ zu beeinflussen.

 

Der regelmäßige Verzehr von Walnüssen wirkt sich auch günstig auf die Darmflora aus, wie eine Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zeigt. Einbezogen waren 194 gesunde Frauen und Männer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Nach einer Anfangsphase ohne den Verzehr von Walnüssen wurden die Teilnehmer auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Gruppe erhielt eine Ernährung mit je 43 Gramm Walnüssen täglich und wechselte nach acht Wochen zu einer Ernährung ohne Nüsse. Die andere Gruppe blieb zunächst weiter bei der Ernährung ohne Nüsse und wechselte nach acht Wochen zur täglichen Aufnahme von 43 Gramm Walnüssen. In der mit Nüssen angereicherten Zeit wurde den Teilnehmern jeweils empfohlen, entweder Fett oder Kohlenhydrate oder beides zu reduzieren, um die zusätzlichen Kalorien der recht fetthaltigen Nüsse auszugleichen. Am Ende wurden von allen Teilnehmern Stuhlproben genommen und in Bezug auf die enthaltenen Bakterien analysiert.

 

Der Verzehr von täglich 43 g Walnüssen über acht Wochen hatte in beiden Gruppen die Zusammensetzung und die Vielfalt des Mikrobioms im Darm signifikant beeinflusst. Dabei hatten sich probiotische und Buttersäure bildende Bakterienarten bei den Teilnehmern verbessert. Ruminokokken und Bifidobakterien nahmen signifikant zu, während andere Bakterienarten abnahmen. Die Wirkung auf das Mikrobiom hing nur geringfügig davon ab, ob die Teilnehmer beim Verzehr von Walnüssen die Fette oder Kohlenhydrate eingeschränkt hatten. Die regelmäßige Ergänzung von Walnüssen könnte präbiotische und probiotische Vorteile bieten, durch die sich die Zusammensetzung und Vielfalt des Mikrobioms verbessert. Noch ist der genaue Mechanismus nicht bekannt, über den Walnüsse die mikrobielle Gemeinschaft im Darm verändern. Darüber hinaus scheinen auch andere Substanzen aus Nüssen, z.B. Polyphenole und Polysaccharide inkl. Ballaststoffe, eine präbiotische Wirkung zu haben. Sie erhöhen vermutlich das Wachstum und die Fermentation von unverdaulichen Komponenten zu kurzkettigen Fettsäuren einschließlich Butyrat (Salze und Ester der Buttersäure), die auch die Aktivität von mikrobiellen Enzymen im Darm beeinflussen können.

 

Die beiden Studien zeigen, dass Walnüsse dazu beitragen, wichtige körperliche Funktionen zu verbessern. Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel und den Cholesterinspiegel, das gilt besonders für das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Und sie verbessern auch das Mikrobiom durch die verstärkte Besiedelung von probiotischen und Buttersäure bildenden Keimen im Darm.

 

Quellen:
Marta Gosch-Ferré et al., Effects of walnut consumption on blood lipids and other cardiovascular risk factors: an updated meta-analysis and systematic review of controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 108, Nr. 1, 2018, S. 174-187, doi: 10.1093/ajcn/nqy091.
Charlotte Bamberger et al., A Walnut-Enriched Diet Affects Gut Microbiome in Healthy Caucasian Subjects: A Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients. Online-Veröffentlichung vom 22.2.2018, doi: 10.3390/nu10020244.

Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos

 

Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos.

 

Biologisch erzeugte Lebensmittel sind weniger durch Pestizide belastet als konventionell hergestellte. Das zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. In einer Untersuchung von Lebensmitteln enthielten 44 % der Proben aus konventioneller Herstellung Pestizid-Rückstände, in Bio-Lebensmitteln war dies mit 6,6 % deutlich seltener der Fall. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass die Bio-Kost deutlich gesünder ist. Ob sich dies auch auf ein geringeres Risiko für Krankheiten auswirkt, wurde bisher nur in wenigen Studien untersucht. Nachgewiesen ist z.B., dass ein Wechsel zur Bio-Kost schon nach wenigen Tagen die Konzentration von Pestiziden im Körper verringert. Einige Pestizide wirken im Körper möglicherweise oder sehr wahrscheinlich karzinogen. Für die Forschung stellt sich daher die Frage, ob Menschen, die häufiger oder regelmäßig Bio-Lebensmittel essen, seltener an Krebs erkranken. Erste Untersuchungen dazu brachten keine einheitlichen Ergebnisse. Nun gibt es neue Erkenntnisse durch eine Studie des französischen Gesundheits- und Forschungs-Instituts INSERM in Paris.

 

Die Forscher werteten Daten aus der großen französischen Bevölkerungsstudie NutriNet-Santé aus. Seit 2009 beantworteten rund 69.000 Franzosen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren freiwillig einen (Internet-basierten) Fragebogen zu ihrer Ernährung. Einbezogen waren auch Angaben zum Verzehr von 16 Bio-Lebensmitteln. Die Befragungen wurden danach jährlich wiederholt. Im Lauf der Nachbeobachtung von rund viereinhalb Jahren verzeichnete man bisher unter den Teilnehmern 1.340 Krebskrankheiten. Es zeichnet sich dabei ab, dass die Anhänger der Bio-Kost eine geringere Krebsrate haben. Teilnehmer mit den größten Anteilen von Bio-Lebensmitteln in der Ernährung erkrankten um 25 % (signifikant) seltener an Krebs im Vergleich zu Teilnehmern, die am wenigsten biologisch angebaute Lebensmittel aßen. Die Forscher prüften außerdem die Beziehungen der Bio-Kost zu einzelnen Krebskrankheiten. Am deutlichsten war die Differenz bei Lymphomen, bei einem hohen Verzehr an Bio-Lebensmitteln sank das Risiko für diese Krebskrankheit um 76 %. Eine schützende Wirkung wurde auch beim Brustkrebs nach der Menopause nachgewiesen, bei einem hohen Konsum von Bio-Lebensmitteln verringerte sich das Risiko dafür um 34 %.

 

Noch sind die Forscher vorsichtig, aufgrund der Ergebnisse einer Bevölkerungsstudie mit freiwilligen Teilnehmern von einen Nachweis für die Schutzwirkung der Bio-Kost zu sprechen. Eine Schwierigkeit bei der Auswertung der Daten war z.B., dass viele Teilnehmer die Bio-Kost neben anderen konventionell hergestellten Lebensmitteln verwendeten. Weitere Studien über die Beziehungen zwischen der Bio-Kost und der Prävention von Krankheiten sind daher notwendig. Die Forscher heben jedoch hervor, dass die Förderung des Verzehrs von biologisch angebauten Lebensmitteln in der allgemeinen Bevölkerung eine vielversprechende Strategie sein könnte, die Prävention von Krebskrankheiten zu stärken.

 

Quelle:
Julia Baudry et al., Association of Frequency of Organic Food Consumption With Cancer Risk Findings From the NutriNet-Santé Prospective Cohort Study. In: JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4357.

Nach der Einnahme von Antibiotika kann sich die Mikroflora bei gesunden Menschen innerhalb von einigen Wochen wieder erholen.

 

Nach der Einnahme von Antibiotika kann sich die Mikroflora bei gesunden Menschen innerhalb von einigen Wochen wieder erholen. Doch auch noch nach sechs Monaten fehlt es an einigen der gesunden Darmbakterien.

 

Die enormen Mengen an Bakterien mit diversen Arten im Darm beeinflussen unsere Gesundheit auf vielen Wegen, einschließlich der Wirkungen auf das Immunsystem und den Stoffwechsel. Eine Vielzahl von gesunden Bakterien fördert die Gesundheit und trägt zur Vorbeugung vor vielen Krankheiten bei. Dagegen kann eine schlechte Zusammensetzung der Mikroflora im Darm mit vielen ungeeigneten Bakterien zur Entstehung chronischer Krankheiten, wie z.B. Diabetes, Asthma und Darmentzündungen, beitragen. Die Gabe von Antibiotika wird zur Therapie bei einem schädlichen Bakterienbefall eingesetzt. Der wiederholte Einsatz führt nicht nur zur möglichen Resistenz, er beeinträchtigt auch die gesunde Mikroflora im Darm und damit die Gesundheit.

 

Eine dänische Forschergruppe hat die Wirkungen von Antibiotika auf die Darmflora in einer kleinen Studie genauer überprüft. Sie gaben zwölf jungen, gesunden Männern an vier Tagen drei Breitspektrum-Antibiotika. Die Gabe lehnte sich an aktuelle Therapien bei Intensiv-Therapien an. Die Antibiotika vernichteten die Darmflora der Teilnehmer fast vollständig, darunter z.B. Bifidobakterien und Butyrat-Produzenten. Die Darmflora erholte sich danach im Lauf von sechs Wochen nahezu vollständig, fast alle Bakterien-Spezies waren dann wieder im Darm vorhanden. Das galt jedoch nicht für alle gesunden Bakterienarten, neun der vorher vorhandenen Bakterien hatten sich auch nach sechs Monaten nicht wieder erneut im Darm angesiedelt. Außerdem waren einige neue, möglicherweise nicht erwünschte Bakterienarten in der Mikroflora hinzu gekommen. Längst bekannt ist, dass die westliche Bevölkerung allgemein eine geringere Vielfalt an Bakterienarten im Darm im Vergleich zu Naturvölkern aus Afrika oder vom Amazonas hat. Eine mögliche Erklärung dafür ist der in den Industrieländern weit verbreitete Einsatz von Antibiotika bei Infektions-Krankheiten, der die Bakterienvielfalt im Darm beeinträchtigen könnte.

 

Die Forscher konnten in dieser kleinen Studie nachweisen, dass sich die Darmflora nach Antibiotika-Gaben zwar wieder erholen kann, dass sie jedoch einen Teil ihrer Vielfalt im bakteriellen Ökosystem einbüßt. Antibiotika können für die Wiederherstellung der Gesundheit sehr hilfreich sein, sie sollten jedoch nur bei einem tatsächlich nachgewiesenen, schädlichen Bakterienfall als Ursache von Infektionen eingesetzt werden.

 

Unser Tipp: Probiotika können gesunde Darmbakterien, z.B. nach Antibiotika-Therapien oder aus anderen Gründen, zuführen und damit die Mikroflora im Darm positiv beeinflussen. Es gibt sie in Mischungen verschiedener Bakterienstämme und -mengen. Dabei kommt es auf eine gute Qualität an, damit die Bakterien auch tatsächlich im Darmmilieu ankommen und sich dort ansiedeln können.

 

Quelle:
Albert Palleja et al., Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure: In: Nature Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1038/s41564-018-0257-9.

Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forscher suchte nach Studien über die Beziehungen zwischen der Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Störungen, zu denen auch die Angststörungen gehören. Von fast 200 Studien konnten sie schließlich sechs mit knapp 500 Teilnehmern in eine systematische Auswertung einbeziehen. Die Forscher richteten ihren Fokus vor allem auf mögliche Mechanismen, über die Omega-3-Fettsäuren auf Angstsymptome einwirken bzw. sie verringern könnten. Sie fanden mögliche Wirkungen für Omega-3-Fettsäuren, die in Bezug auf Angstsymptome eine Rolle spielen könnten.

 

Es gibt bereits einige Nachweise, dass ein erhöhter Entzündungs-Status im Körper mit Ängsten verbunden ist. Dabei erwiesen sich die Omega-3-Fettsäuren als hilfreich. Vom Gehirn stammende neurotrophische Faktoren, besonders der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), sind bestimmte Proteine, die einige Funktionen des Nervensystems regulieren, indem sie das neuronale Überleben fördern. Ein Mangel oder auch ein Überschuss an solchen Proteinen wurde mit verschiedenen psychischen Krankheiten verbunden, darunter u.a. Depressionen und Alzheimer. Omega-3-Fettsäuren können diese neurotrophischen Proteine beeinflussen. Cortisol ist als Stress-Hormon bekannt, Omega-3-Fettsäuren können zu dessen Regulation beitragen. Hinzu kommt, dass es eine Verbindung zwischen den Herz-Kreislauf-Funktionen und den Omega-3-Fettsäuren gibt, die offenbar dazu beitragen, die Herzfrequenz-Variabilität zu regulieren. Eine geringere Variabilität (in der Zeit zwischen den Herzschlägen) wird mit höheren Werten von Angstsymptomen verbunden.

 

Die Forscher sahen jedoch auch bei ihrer Literaturrecherche, dass die Studien auf diesem Gebiet zum Teil recht heterogen waren. Es wurden z.B. verschiedenste Dosierungen bei den Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, das galt auch für unterschiedliche Verhältnisse der beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), zueinander. In Zukunft sollten weitere Forschungen über die Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren bei Angststörungen durchgeführt werden, die jedoch stärker standardisiert bzw. klarer strukturiert sein sollten.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Ashley R. Polokowski et al., Omega-3 fatty acids and anxiety: A systematic review of the possible mechanisms at play. In: Nutritional Neuroscience, Online-Veröffentlichung vom 28.9.2018, doi: 10.1080/1028415X.2018.1525092.

Höhere Blutwerte der Omega-3-Fettsäuren sind mit einer besseren Aussicht auf die Gesundheit im Alter verbunden. Das zeigen die Ergebnisse einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie.

 

Höhere Blutwerte der Omega-3-Fettsäuren sind mit einer besseren Aussicht auf die Gesundheit im Alter verbunden. Das zeigen die Ergebnisse einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie.

 

Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Lebensalter, dieser Trend hält weltweit an. Gesundheit ist in jedem Alter ein hohes Gut, jedoch im Alter mit körperlicher und mentaler Gesundheit besonders wichtig. Forscher suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Gesundheit im Alter zu stärken. Dabei spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Das gilt nicht nur für die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, sondern zunehmend auch für andere Mikro-Nährstoffe. Vor allem für die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gibt es viele positive Nachweise für gesundheitliche Wirkungen, jedoch sind die Ergebnisse bisher nicht immer einheitlich. In einer Studie prüfte daher eine Gruppe US-amerikanischer Forscher die Beziehung zwischen zirkulierenden Blutwerten der Omega-3-Fettsäuren und der Gesundheit im Alter. 2.622 ältere Menschen nahmen an einer Studie zur kardiovaskulären Gesundheit von 1992 bis 2015 teil. Zu Beginn waren die Teilnehmer im Durchschnitt bereits 74 Jahre alt.

 

Bei allen wurden anfangs sowie nach sechs und dreizehn Jahren die Omega-3-Fettsäuren im Blut gemessen, die vor allem aus Fischölen von fettreichen Fischen aufgenommen werden. Die Werte wurden separat für die Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Docosapentaensäure (DPA) bestimmt. Einbezogen wurde außerdem die Alpha-Linolensäure, die vorwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln zugeführt wird, vor allem aus Nüssen, Samen und grünblättrigem Gemüse. Aufgrund der Ergebnisse wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt, von den geringsten Werten an Omega-3-Fettsäuren bis zur höchsten Versorgung.

 

Im Lauf der langen Studienzeit wurde die Gesundheit der Teilnehmer weiter beobachtet. Eine gute Gesundheit wurde so definiert: keine chronischen Krankheiten, z.B. weder Herz-Kreislauf-Krankheiten noch Krebs, Lungenkrankheiten oder schwerere chronische Nierenkrankheiten. Außerdem litten die Teilnehmer nicht unter körperlichen oder geistigen Einschränkungen. 89 % der Teilnehmer erkrankten im Lauf der langjährigen Studie, immerhin 11 % blieben auch in hohem Alter gesund. Bei der besten Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sank das Krankheits-Risiko um 18 % im Vergleich zur Gruppe mit den niedrigsten Werten. Bei der besten Versorgung mit EPA hatten die Teilnehmer ein um 24 % geringeres Risiko, dass sich ihre Gesundheit verschlechterte im Vergleich zur Gruppe mit den geringsten Werten. Ähnliche Werte wurden bei einer guten DPA-Versorgung erreicht, bei höchsten Werten wurde die Gesundheit im Alter um 18 bis zu 21 % weniger beeinträchtigt. Dagegen wirkten sich die Werte der DHA und der Alpha-Linolensäure nicht signifikant auf die Gesundheit im Alter aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren die Gesundheit im Alter fördern kann. Sie führen diese Wirkungen vorwiegend auf die Fähigkeit der Omega-3-Fettsäuren zurück, den Blutdruck zu verringern sowie die Herzrate und Entzündungen zu beeinflussen. Weitere Forschungen sollten diese Beziehungen zur Gesundheit im Alter näher klären. Empfehlenswert für ältere Menschen ist ein erhöhter Fischverzehr bzw. die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Heidi T.M. Lai et al., Serial circulating omega-3 polyunsaturated fatty acids and healthy aging among older adults in the Cardiovascular Health Study: prospective cohort study. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 17.10.2018, doi: 10.1136/bmj.k4067.

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können zur Hirngesundheit beitragen.

 

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können zur Hirngesundheit beitragen. Sie können in allen Lebensphasen, besonders aber im Alter, die Funktionen des Gehirns stärken.

 

Gute Gehirnfunktionen helfen uns, einen klaren, aktiven Geist zu bewahren und ermöglichen Konzentration, Erinnerung, Lernen, Intuition sowie das Urteils- und Sprachvermögen. Das ist ein Leben lang, besonders jedoch im Alter wichtig, wenn ein gesundes Gehirn die Selbstständigkeit ebenso wie die Lebensqualität fördert. Zum Altern gehört jedoch, dass sich kognitive Fähigkeiten verringern, damit steigt u.a. das Risiko, an Demenz zu erkranken. Viele zelluläre und molekulare Veränderungen, einschließlich oxidativer Schäden, mitochondrialer Störungen sowie ein veränderter Glukose-Stoffwechsel und Nervenentzündungen, können zu kognitiven Störungen im Alter beitragen. Längst ist erkannt, dass einige Nährstoffe die Hirnfunktionen unterstützen und schützen. Dazu gehören die Omega-3-Fettsäuren, deren positiver Einfluss auf das Gehirn bereits vielfach untersucht wurde, doch noch sind die Wirkungen über die gesamte Lebensdauer nicht vollends bewertet. Ein englisches Ernährungs-Institut wertete daher geeignete Studien zur Beziehung zwischen der Hirngesundheit und der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren aus. Einbezogen waren die Ergebnisse aus 25 internationalen (randomisierten, kontrollierten) Studien mit rund 3.600 Teilnehmern.

 

Zu den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören vor allem die EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), letztere ist in den neuronalen Membranen reichlich vorhanden. Quantitativ ist die DHA die wichtigste Omega-3-Fettsäure im Gehirn. Zunehmend zeigt sich, dass auch die EPA und DPA (Docosapentaensäure), neuroprotektive Eigenschaften besitzen. Im Vergleich zu Kontrollgruppen korrelierten Omega-3-Ergänzungen mit verbesserten Biomarkern im Blut. Davon profitierten besonders Teilnehmer mit einem niedrigen Gehalt an Fettsäuren, stillende Frauen oder auch Patienten mit neuropsychiatrischen Erkrankungen.

 

Die Ergänzung von Omega-3- Fettsäuren könnte generell eine nützliche Strategie sein, um die Hirngesundheit über die gesamte Lebensdauer hindurch zu unterstützen. Verbesserungen in den kognitiven Entwicklungen und Leistungen lassen sich über die gesamte Lebenszeit hindurch erreichen, das gilt vom Säuglingsalter über Kinder und Jugendliche bis ins hohe Erwachsenenalter. Dabei können sich z.B. das Sprach- und Lernvermögen sowie die Probleme bei der Aufmerksamkeit und Stimmungen verbessern. Auch bei ADHS gab es durch Omega-3-Fettsäuren einige gute Ergebnisse. Sie betrafen z.B. die Aufmerksamkeit und Hyperaktivität sowie kognitive Probleme und das Gedächtnis. Profitieren dürften davon vor allem Kinder, die schlecht mit Omega-3-Fettsäuren versorgt sind. Auch Symptome wie Konfusion und Angstgefühle konnten durch höhere Gaben von Omega-3-Fettsäuren gelindert werden.

 

Bei älteren Erwachsenen deuten einige Studien darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren helfen könnten, vor Neurodegeneration und kognitiver Beeinträchtigung zu schützen. So nahmen ältere Chinesen (im Durchschnitt 71 Jahre) mit leichter kognitiver Beeinträchtigung täglich sechs Monate lang 480 mg DHA und 720 mg EPA ein. Das verbesserte ihre kognitiven Werte und das Arbeitsgedächtnis im Vergleich zu einem Placebo. Eine ähnliche Studie an Älteren mit einer subjektiv wahrgenommenen Gedächtnisstörung zeigte, dass 2.400 mg EPA/DHA den Gehalt an roten Blutkörperchen, die Leistung im Arbeitsgedächtnis und die Hirnsignale signifikant verbesserten. Das weist darauf hin, dass sich neuronale Reaktionen durch EPA/DHA erhöht hatten. Ältere Erwachsene, die mit 800 mg DHA und einem höheren Anteil an EPA von 1200 mg versorgt wurden, verringerten ihren oxidativen Stress.

 

Das ist ein Risikofaktor, der vermutlich an Depressionen beteiligt ist. Bei älteren Menschen in den Vorstadien einer Demenz und bei entwickelter Krankheit war der Blutspiegel von EPA, DHA und den gesamten Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu Gesunden meist geringer. Bei Erwachsenen über 70 Jahren zeigte sich, dass 800 mg DHA und 225 mg EPA über 36 Monate hinweg dazu beitrugen, die Hirnfunktionen bei von Demenz bedrohten Menschen mit einem niedrigen Omega-3-Index aufrechtzuerhalten. Es scheint sich also zunehmend zu bestätigen, dass Omega-3-Fettsäuren bei Demenz-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen.

 

Die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann allgemein eine positive Rolle bei der Verbesserung der Hirngesundheit spielen. Das gilt besonders für Menschen mit einer schlechten Versorgung an Omega-3-Fettsäuren, für stillende Mütter und bei neuropsychiatrischen Krankheiten. Für gute Hirnfunktionen im Lauf des gesamten Lebens, besonders aber zur Prävention von abnehmenden kognitiven Funktionen ist es sinnvoll, den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ein Leben lang möglichst optimal zu halten. Dazu tragen der Verzehr von fettreichen Fischen mit Omega-3-Fettsäuren (z.B. Lachs, Sardinen etc.) ebenso wie Nahrungsergänzungen mit EPA und DHA bei. In künftigen Studien sollten mögliche Interaktionen von Omega-3-Fettsäuren auch mit anderen Nährstoffen untersucht werden, die eine Rolle bei der Hirngesundheit spielen, das gilt z.B. für die B-Vitamine und Eisen.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren gibt es in vielen Formen und Dosierungen, die auf individuelle Bedingungen gut abgestimmt werden können. Auf eine gute Qualität und Stabilität sollte bei den Präparaten geachtet werden.

 

Quelle:
Emma Derbyshire, Brain Health across the Lifespan: A Systematic Review on the Role of Omega-3 Fatty Acid Supplements. In: Nutrients , Online-Veröffentlichung vom 15.8.2018, doi: 10.3390/nu10081094.