Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen.

 

Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen. Das ist eine degenerative Erkrankung der Netzhaut, die zum fortschreitenden Sehverlust führt.

 

Bei der altersbedingten Makuladegeneration wird der gelbe Fleck (Macula lutea) der Netzhaut (Retina) in seiner Funktion gestört. Das führt vor allem im höheren Alter zu einem fortschreitenden Sehverlust. Aus einigen Studien ist bekannt, dass Antioxidantien der Entwicklung dieser Augenkrankheit vorbeugen bzw. ihren Verlauf verlangsamen können. Untersucht sind dazu bisher vor allem die Vitamine C, E, A sowie Carotinoide, weniger die Wirkungen von Flavonoiden, pflanzlichen Substanzen aus Obst und Gemüse, von denen bereits viele gesundheitliche Funktionen bekannt sind. Sie haben teilweise auch antioxidative und antientzündliche Wirkungen. Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Blue Mountains Eye Study) untersuchte eine australische Forschergruppe die Beziehungen zwischen der Ernährung und der Aufnahme von Flavonoiden incl. der dazu gehörenden Untergruppen.

 

Flavonoide sind starke Antioxidantien, die in fast allen Obst- und Gemüsesorten vorkommen und das Immunsystem stärken. Einbezogen in die Studie waren seit 1992 rund 2.850 Erwachsene ab dem Alter von 49 Jahren, davon konnten rund 2.000 Personen bis zu 15 Jahren und länger beobachtet werden. Bei allen Teilnehmern wurde die Ernährung mit Hilfe von Befragungen untersucht, daraus wurde die Aufnahme von Flavonoiden eingeschätzt. Besonderes Augenmerk richteten die Forscher auf den Verzehr von stark flavonoidreichen Lebensmitteln, vor allem auf Tee, Äpfel, Rotwein und Orangen, die häufiger konsumiert werden. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem die Gesundheit der Augen in Bezug auf die Makuladegeneration untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass Teilnehmer, die regelmäßig Flavonoide aufgenommen hatten, deutlich besser vor der Entwicklung der Makuladegeneration geschützt waren. Jeder Anstieg bei den Gesamt-Flavonoiden war mit einem geringeren Risiko für diese Augenkrankheit verbunden. Besonders effektiv wirkte dabei Hesperidin, ein Flavonoid, das vor allem in Orangen und Zitronen vorhanden ist. Bei einem höheren Verzehr konnten dadurch vor allem die späten Stadien der Krankheit verringert werden. Teilnehmer, die täglich z.B. eine Orange aßen, konnten ihr Risiko für die fortschreitende Makuladegeneration um 61 % verringern im Vergleich zu denen, die niemals Orangen verzehrten. Auch nur einer Orange pro Woche hatte noch eine gewisse Risikominderung zur Folge. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass Flavonoide zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen können. Das sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Augengesundheit gibt es spezielle Nahrungsergänzungen, die neben wichtigen Vitaminen auch antiooxidative Bioflavonoide, Heidelbeerextrakt sowie Lutein, Lykopin und Zeaxanthin enthalten. Von ihnen ist bekannt, dass sie die Sehkraft besonders gut stärken können.


Vegetarisch und vegan auch für Kinder und Jugendliche?

 

Die Anhänger der vegetarischen oder der veganen Ernährung, bei der auch Milchprodukte und Eier gemieden werden, nehmen zu. Damit stellt sich für so manche Eltern die Frage, ob diese Ernährung auch für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gibt dazu jetzt Empfehlungen.

 

Kinder und Jugendliche haben einen besonderen Bedarf an Nährstoffen, um ihr Wachstum und die altersgemäße Entwicklung zu fördern. Ob dies auch mit alternativen Ernährungsformen in diesen Altersgruppen erreicht werden kann, dazu gibt es bisher eher wenig Studien. Aus den Ergebnissen lassen sich einige grundlegende Empfehlungen ableiten. Die Kinder- und Jugend-Mediziner halten eine ausgewogene Ernährung mit tierischen Produkten und reichlich pflanzlichen Lebensmitteln generell für empfehlenswert. Dazu gehören der mäßige Verzehr von Fleisch und Fisch sowie von Milch bzw. Milchprodukten. Auch die vegetarische Ernährung mit Eiern und Milchprodukten (ovo-lacto-vegetarische Ernährung) kann den Nährstoff-Bedarf von Kindern und Jugendlichen im Wachstum decken. Gute Kenntnisse über eine ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel sind nötig, gegebenenfalls unterstützt durch Kinderärzte oder Ernährungsfachleute.

 

Bei der vegetarischen Ernährung muss z.B. auf die gute Eisenzufuhr geachtet werden, da Eisen nur eine geringe Bioverfügbarkeit hat. Bei der veganen Ernährung, ohne Milchprodukte und Eier, wird die ausgewogene Versorgung mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen deutlich komplizierter. Man muss sich intensiv mit dem Nährstoff-Haushalt befassen, um gesundheitliche Risiken durch Defizite zu vermeiden. Besonders wichtig ist die konsequente Ergänzung von Vitamin B12, das hauptsächlich aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen wird. Kritisch sind außerdem oft die Aufnahmen von Eisen, Zink, Jod, DHA (Omega-3-Fettsäure) und Kalzium. Auch sie stammen vorwiegend aus tierischen Lebensmitteln oder werden aus pflanzlichen Quellen erheblich schlechter aufgenommen. Einige Studien zeigten, dass die Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen bei Veganern und zum Teil auch bei Vegetariern im Vergleich zur tierisch-pflanzlichen Kost geringer war.

 

Die Zahl der Vegetarier und Veganer stieg in den letzten Jahren an, insgesamt jedoch weniger, als es das öffentliche Interesse nahelegen mag. Auf rund 10 % wird der Anteil der Vegetarier heute nach Angaben des Vegetarierbunds geschätzt, auf 1 % kommen die Veganer. Weitaus größer dürfte die Zahl der Flexitarier sein, die sich nicht strikt pflanzlich ernähren. Sie verzichten z.B. zunehmend oder ganz auf Fleisch, essen aber noch Fisch (Pescatarier). Grundsätzlich gilt, das Risiko für Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen steigt, je stärker bestimmte Lebensmittel eingeschränkt oder vollends gemieden werden. Bei größeren Einschränkungen in der Ernährung sollten nötige Mikro-Nährstoffe ergänzt werden. Eine Blutuntersuchung, mit der die Versorgung von wichtigen Nährstoffen beurteilt wird, kann helfen, vorhandene Defizite zu erkennen und zu ergänzen.

 

Unser Tipp: Die Ergänzung von Mikro-Nährstoffen bei Kindern und Jugendlichen sollte am besten nach individueller Analyse der Ernährungssituation durch die Empfehlung von Therapeuten und/oder Ernährungsfachleuten erfolgen.

 

Quelle:
S. Rudloff et al., Vegetarische Kostformen im Kindes- und Jugendalter. Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ). In: Monatsschrift Kinderheilkunde, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2018, doi: 10.1007s00112-018-0547-6.

Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte?

 

Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte? US-Experten stellten dazu jetzt einen neuen Leitfaden vor.

 

Empfehlungen für die Ernährung haben immer Konjunktur, gleich ob es um den Verlust von zu vielen Pfunden oder um die Vorbeugung von Krankheiten geht, und sie passen sich aktuellen Trends ständig an. Viele Empfehlungen halten jedoch einem „Praxis-Check“ oftmals nicht stand. Wunder sind auch in der Ernährung kaum und schon gar nicht schnell zu erreichen, das gilt vor allem für extreme Ernährungsweisen. Gesichert ist, dass eine vollwertige Ernährung mit wenig Fertigprodukten, reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten, dazu in Maßen Nüsse (wegen des Fettgehalts in geringen Mengen), zur Gesundheit beitragen kann. Für die Prävention und den begleitenden Umgang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten haben Kardiologen aus den USA jetzt einen neuen Leitfaden vorgestellt. Er gibt weitgehend geprüfte und gesicherte Empfehlungen zur Ernährung. Hier ein kurzer Überblick:

 

Milchprodukte, fettreduzierte Milchprodukte sind eine wichtige Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und hochwertige Proteine. Der Verzehr von fettreichen Milchprodukten sollte dagegen eingeschränkt werden, sie enthalten reichlich gesättigte Fettsäuren und Salz.

 

Zucker erhöht bei übermäßigem Konsum die Entstehung von Atherosklerose, Gewichtsanstieg sowie das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Frauen sollten täglich nicht mehr als 100 Kalorien an zugefügtem Zucker aufnehmen, Männer nicht mehr als 150 Kalorien. Auf Softdrinks sollte möglichst verzichtet werden.

 

Energy Drinks, enthalten oft zu viel Zucker und Koffein, auf ihren Konsum sollte man besser verzichten. Sie können den Blutdruck erhöhen, begünstigen die Zusammenballung von Blutplättchen und können zu Rhythmusstörungen beitragen.

 

Kaffee und Tee, enthalten Polyphenole, die den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität positiv beeinflussen können. Kaffee wirkt bei moderatem Konsum positiv auf das Herz-Kreislauf-System, er ist auch für Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten in Maßen unbedenklich. Schwarzer Tee verbessert vermutlich die Gefäßfunktionen, Grüntee wirkt positiv auf das Lipidprofil (LDL/HDL-Verhältnis), das gilt vor allem für passionierte Teetrinker. Auf den Zusatz von Zucker, Süßstoffen oder fettreiche Milch/Sahne sollte man bei Kaffee und Tee möglichst verzichten.

 

Alkohol, kann schützend, aber auch schädigend wirken. Das ist eine Frage des Maßes und anderer Einflussfaktoren. z.B. Alter, Geschlecht etc. Mäßiger Konsum kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern. Als durchschnittliches Maß gelten 1 bis 2 Drinks täglich für Männer, 1 Drink für Frauen. Ein regelmäßiger und erhöhter Konsum kann zahlreiche Risikofaktoren verstärken, z.B. Blutdruck, Triglyzeride, Entzündungen, Vorhofflimmern, Kardiomyopathie und Schlaganfälle.

 

Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen Kichererbsen etc. tragen dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Sie verbessern Glukosewerte und das „schlechte“ LDL-Cholesterin, den Blutdruck und tragen zu einem geringeren Körpergewicht bei. Sie sind eine gute Quelle für Proteine und Ballaststoffe.

 

Pilze werden häufiger empfohlen. Sie wirken vermutlich entzündungshemmend und antioxidativ, senken den Blutdruck und Blutzucker, das Gesamt-Cholesterin und Triglyzeride. Sie enthalten außerdem reichlich Vitamin D.

 

Omega-3-Fettsäuren senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und verbessern die Lipidprofile. Das gilt vor allem für EPA und DHA aus Fischölen, aber z.B. auch für die Alpha-Linolensäure aus Walnüssen und Pflanzenölen (Soja-, Raps- und Leinöl).

 

Vitamin B12 sollte ergänzt werden, wenn zu wenig davon aufgenommen wird. B12 fehlt häufiger bei älteren Menschen, Veganern, Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten sowie bei der Einnahme mancher Medikamente (Metformin, Säureblocker). Auf die geeignete Dosierung sollte geachtet werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Herz- und Kreislauf-Funktionen tragen eine Reihe weiterer Mikro-Nährstoffe, Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe, bei. Es gibt spezielle Formeln zur Stärkung der Herzgesundheit.

 

Quelle:
Andrew M. Freeman et al., A Clinician´s Guide for Trending Cardiovascular Nutrition Controversies Part II. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 23.7.2018, doi: 10.1016/j.jacc.2018.05.030.

Die gesunde Ernährung lohnt sich auch im Hinblick auf die äußere Erscheinung.

 

Die gesunde Ernährung lohnt sich auch im Hinblick auf die äußere Erscheinung. Viel Obst und wenig rotes Fleisch lassen den Falten weniger Chancen. Männer müssen jetzt ganz stark sein, das gilt allerdings nur für Frauen.

 

Mit der Hoffnung, typische Altersspuren im Gesicht zu verringern, werden Jahr für Jahr Milliarden ausgegeben, längst nicht mehr nur von Frauen, auch Männer bemühen sich um ein „glatteres“ Aussehen. Es gehört dabei zu den seit langem bekannten Erkenntnissen, dass auch die Haut von einer gesunden Ernährung profitiert. Dennoch standen der hohe Verzehr von Obst und Gemüse beim Kampf gegen Falten bisher nicht in den obersten Rängen. Das könnte sich nach einer niederländischen Studie nun ändern.

 

Dermatologen der Erasmus-Universität in Rotterdam untersuchten im Rahmen einer Bevölkerungsstudie zur Gesundheit (Rotterdam-Studie) die Gesichtshaut von knapp 2.753 älteren Teilnehmern (Frauen und Männer) und bestimmten dabei auch den Anteil der Falten. Er betrug bei den Frauen im Durchschnitt 3,7 % und bei den Männern 4,6 %. Für beide Geschlechter galt: Ältere Teilnehmer hatten mehr Falten als die Jüngeren, Raucher mehr als Nicht- und Ex-Raucher. Zur Überraschung der Forscher hatten auch sportliche Teilnehmer mehr Falten als weniger Aktive. Auch die dickeren Teilnehmer hatten etwas weniger Falten. Nach einer Ernährungsbefragung prüften die Forscher, wie stark sich die Teilnehmer entsprechend dem „Dutch Healthy Diet Index“ (niederländischer Index für gesunde Kost) ernährten. Zur gesunden Ernährung gehörte der Verzehr von viel Gemüse und mehr Obst, dazu Fisch, Nüsse und bevorzugt weißes Fleisch, viel Wasser und nur wenig Wein. Als eher ungesund galt der Konsum von reichlich rotem Fleisch, Pizza, Snacks, und mehr Softdrinks, Kaffee und Alkoholika.

 

Die Forscher setzten dann die Haut-Analysen mit der Ernährung in Beziehung. Die Zunahme von jeweils 10 Punkten im gesunden Ernährungs-Index reduzierte bei den Frauen den Faltenanteil im Gesicht um 4,4 %. Das galt auch dann, wenn andere Einflussfaktoren, wie z.B. Alter, Body Mass Index, Rauchen, körperliche Aktivität etc., einbezogen wurden. Bei den Männern zeigten sich dagegen keine signifikanten Beziehungen zwischen der Ernährung und der Faltenbildung.

 

Ursachen für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Beziehung zwischen der Ernährung und Faltenbildung können die Forscher aus dieser Bevölkerungsstudie nicht ableiten. Vermuten lässt sich, dass eine höhere Aufnahme von Kohlenhydraten samt einem höheren Anteil an rotem Fleisch die Faltenbildung beschleunigt. Dagegen könnten erhöhte Aufnahmen von pflanzlichen Mikro-Nährstoffen, z.B. Carotinoide und Flavonoide, die durch UV-Strahlen bedingte Hautalterung möglicherweise verlangsamen. Zum Trost der Männer sei gesagt: Falten sollen sie ja angeblich attraktiver machen. Doch bestätigt ist: eine gesündere Kost trägt auch bei ihnen zur besseren Gesundheit bei.

 

Quelle:
Selma Mekic et al., A healthy diet in women is associated with less facial wrinkles in a large Dutch population-based cohort. In: Journal of the American Academy of Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 27.3.2018, doi: 10.1016/j.jaad.2018.03.033.

Die bessere Versorgung mit Vitamin D trägt dazu bei, das Risiko für Brustkrebs zu senken, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die bessere Versorgung mit Vitamin D trägt dazu bei, das Risiko für Brustkrebs zu senken, wie eine neue Studie zeigt. Die dafür nötigen erhöhten Werte lassen sich mit der Ernährung allein meist nicht erreichen.

 

Viele Studien zeigten, dass Vitamin D zur Vorsorge vor vielen Krankheiten beitragen kann, dazu gehören auch einige Krebsarten. Einige Studien weisen dabei auf eine mögliche Verbindung zwischen Vitamin D und der Entwicklung von Brustkrebs hin. US-amerikanische Forscher werteten dazu nun Daten aus zwei klinischen Studien von 2002 bis 2017 mit 3.325 Frauen aus, hinzu kam eine prospektive Studie mit 1.713 Frauen. Die Teilnehmerinnen hatten ein Alter ab 55 Jahren und waren zu Beginn der Studien nicht an Krebs erkrankt. Geprüft wurde, ob zwischen der Versorgung mit Vitamin D und dem Krebsrisiko eine Verbindung besteht. In den Studien wurden die Vitamin D-Werte (25-Hydroxyvitamin D im Blut) der Teilnehmerinnen mehrmals gemessen. In der durchschnittlichen Beobachtung von vier Jahren traten 77 neue Fälle von Brustkrebs auf.

 

Die Forscher identifizierten in Bezug auf das Brustkrebs-Risiko einen gesunden Mindestwert von Vitamin D im Blutplasma von 60 ng/ml. Das ist ein deutlich höherer Wert als die 20 bis 30 ng/ml, die in vielen Ländern als normale Versorgung mit Vitamin D genannt werden. Hier zeigte sich, dass Frauen mit deutlich höheren Vitamin D-Blutwerten (ab 60 ng/ml) ein um 82 % geringeres Brustkrebs-Risiko hatten. Auch nach Anpassung der Daten an andere Einflussfaktoren, wie z.B. Alter, Body Mass Index, Rauchverhalten und Kalzium-Aufnahmen, blieben die Ergebnisse konstant. Die Forscher ziehen das Fazit: Die Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels auf Werte, die deutlich über 20 ng/ml liegen, scheint für die Prävention von Brustkrebs wichtig zu sein. Weitere Studien sollten zeigen, ob auch andere Frauen, z.B. in jüngeren Altersgruppen, von einer guten Versorgung mit Vitamin D und einem geringeren Brustkrebsrisiko profitieren können.

 

Mit den derzeit üblichen Empfehlungen für die Aufnahme von Vitamin D sind solche höheren Vitamin D-Spiegel meist nicht zu erreichen. Die empfohlenen Aufnahmen liegen in den USA bei 600 I.E. (15 mcg) Vitamin D für Kinder und Erwachsene, für über 70-Jährige sind 800.I.E. (20 mcg) vorgesehen. In Deutschland werden 20 mcg ab einem Jahr bis ins hohe Alter empfohlen, wenn die Bildung von Vitamin D über die Haut nicht ausreichend ist. Um auf Werte von 60 ng/ml Vitamin D im Blut zu kommen, sind meist erhöhte Ergänzungen (ca. 100 bis zu 150 mcg) täglich nötig, die nicht ohne therapeutische Empfehlung eingenommen werden sollen. Die Ergänzungen können eventuell geringer angesetzt werden, wenn regelmäßig Sonneneinwirkungen auf die Haut erfolgen, die die körpereigene Bildung von Vitamin D verbessern können. Angesetzt werden dafür bei leichter Bekleidung täglich etwa 10-15 Minuten Aufenthalt in der Sonne während der Mittagszeit. Die Wirkung von oralen Vitamin D-Ergänzungen lässt sich mit einem Bluttest kontrollieren. Die Forscher empfehlen, die Messungen besonders während der sonnenarmen Wintermonate durchzuführen.

 

Unser Tipp: Schon 2009 forderten Experten einen gesunden Wert von 40 bis 60 ng/ml Vitamin D im Blut. Erhöhte Einnahmen von Vitamin D sollten jedoch immer therapeutisch überwacht werden. So sind z.B. oft unterschiedliche Mengen nötig, um auf gewünschte Serumwerte von Vitamin D zu kommen. Zu beachten ist auch die Vitamin D-Form, z.B. wird Vitamin D in emulgierter Form deutlich besser im Körper aufgenommen.

 

Quelle:
Sharon L. McDonnell et al., Breast cancer risk markedly lower with serum 25-hydroxyvitamin D concentrations ≥60 vs <20 ng/ml (150 vs 50 nmol/L): Pooled analysis of two randomized trials and a prospective cohort. In: PLOS One, Online-Veröffentlichung vom 15.6.2018, doi: 10.1371/journal.pone.0199265.

Eine gute Versorgung mit Vitamin K ist für die Entwicklung gesunder Knochen bei Kindern und Jugendlichen sehr wichtig.

Eine gute Versorgung mit Vitamin K ist für die Entwicklung gesunder Knochen bei Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Zu geringe K-Werte können zum erhöhten Risiko für Knochenbrüche beitragen.

 

Zu einer gesunden Knochenbildung im Kindes- und Jugendalter können verschiedene Faktoren beitragen. Dazu gehören die gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen, die für die Knochen besonders wichtig sind. Das gilt vor allem für Vitamin D und Kalzium, aber auch für Vitamin K, dessen Verbindung zu den Knochen bereits einige Studien bei Erwachsenen zeigten. Jetzt untersuchte ein Forscherteam aus Polen, den USA und den Niederlanden erstmals in einer kleinen Studie, ob die Versorgung mit Vitamin K auch bei Kindern und Jugendlichen mit Knochenbrüchen verbunden ist. Bestimmen lässt sich dies mit Hilfe von Osteocalcin, einem Protein, das von Vitamin K abhängig ist und benötigt wird, um Kalzium in das Knochengewebe aufzunehmen, es dient auch als Marker für die Knochenbildung. Osteocalcin kommt als inaktive (unwirksame) und aktive (carboxylierte) Form im Körper vor. Für seine Aktivierung wird ausreichend Vitamin K benötigt. Das Verhältnis vom inaktiven zum aktiven Osteocalcin ist daher auch ein Marker für den Vitamin K-Status.

 

In die Studie einbezogen waren 39 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren. 20 Jungen und Mädchen hatten Knochenbrüche durch relativ geringe Krafteinwirkungen erlitten, was in dem noch nicht ausgereiften Knochensystem in diesem Alter häufiger vorkommen kann. Weitere 19 Teilnehmer ohne Knochenbrüche dienten zum Vergleich. Bei allen Teilnehmern wurde die Versorgung mit Kalzium sowie mit den Vitaminen D und K untersucht. Dazu bestimmten die Forscher wichtige Marker für die Knochengesundheit und das Verhältnis vom inaktiven zum aktiven Osteocalcin. Bei Vitamin D und Kalzium, beide für den gesunden Knochenbau sehr wichtig, sowie bei Markern für die Knochengesundheit zeigten sich zwischen beiden Gruppen keine wesentlichen Differenzen. Doch bei der Versorgung mit Vitamin K fanden die Forscher statistisch signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen, im Verhältnis vom inaktiven und aktiven Osteocalcin. Kinder und Jugendliche mit Knochenbrüchen hatten hier deutlich erhöhte Werte.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass neben Vitamin D und Kalzium auch Vitamin K eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit von Kindern und Jugendlichen spielt. Ergänzungen mit Vitamin K können bei Defiziten die Knochengesundheit im Wachstumsalter verbessern und so zur Vorbeugung von Knochenbrüchen mit geringer Krafteinwirkung beitragen.

 

Unser Tipp: Es gibt zwei Formen von Vitamin K: Phyllochinon (K1, auch Phytonadion genannt) und Menachinon (K2). K1 kommt in grünblättrigem Gemüse wie Salat, Broccoli und Spinat vor und liefert den Hauptanteil von Vitamin K (bis zu 90 %). Vitamin K2 ist in der Ernährung nur gering enthalten und kann auch im Darm durch die Mikroflora synthetisiert werden. Vitamin K2 hat verschiedene Formen, MK-4 ist im Fleisch enthalten, MK-7, -8 und -9 stammen aus fermentierten Lebensmitteln wie Käse und Natto (MK-7). Bei Ergänzungen sollte auf die geeignete K-Form geachtet werden. MK-7 scheint besonders gut auf das Hormon Osteocalcin einzuwirken. Bei guter Versorgung mit MK-7 verringerte sich z.B. in einer Studie das inaktive Osteocalcin um die Hälfte, das aktive Osteocalcin stieg deutlich an.

 

Quelle:
Janusz Popko et al., Decreased Levels of Circulating Carboxylated Osteocalcin with Low Energy Fractures: A Pilot Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.6.2018, doi: 10.3390/nu10060734.

Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion.

 

Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion. Nun zeigte sich in einer Studie, dass beim Verzehr von bis zu einem Ei täglich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten geringer ist.

 

Eier gehören zu den sehr beliebten Speisen, vom Frühstücksei angefangen über das Spiegel- und Rührei bis zur Zutat in Salaten etc. Eier liefern hochwertiges Eiweiß und weitere wichtige Nährstoffe, z.B. die Vitamine A, D und E sowie die B-Vitamine B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure, hinzu kommen bioaktive Phospholipide und Carotinoide. Dennoch galten Eier lange Zeit als nur in Maßen gesund, weil sie relativ viel Cholesterin enthalten, dessen zu hoher Gehalt im Blut das Herz belasten kann. Bisher waren Studienergebnisse zum Verzehr von Eiern und ihrem Einfluss auf die Gesundheit nicht einheitlich. Es fanden sich dabei Hinweise auf eine Beziehung zwischen dem Verzehr von Eiern und den Vorkommen von Herzkrankheiten oder Schlaganfällen. Eine Gruppe von chinesischen und englischen Forschern untersuchte nun anhand einer großen Bevölkerungsstudie diese Beziehungen. Sie nutzten Daten aus der China Kadoorie Biobank-Studie, an der seit 2004-2008 rund eine halbe Million Chinesen im Alter von 30 bis zu 79 Jahren aus 10 verschiedenen Regionen mit dichter oder geringer Besiedelung teilnahmen.

 

Zu Beginn der Studie berichteten die Teilnehmer über ihren üblichen Ei-Verzehr. 13,1 % aßen täglich Eier, 9,1 % verzehrte sie nie oder mit rund zwei Eiern pro Woche eher selten. Die Mehrheit kam im Durchschnitt auf 5,32 Eier pro Woche. Die Teilnehmer wurden dann in Bezug auf ihre Gesundheit weiter beobachtet. Die Forscher konnten schließlich Daten von rund 416.000 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen, die zu Beginn der Studie nicht an kardiovaskulären Krankheiten, Diabetes oder Krebs gelitten hatten. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp neun Jahren traten in dieser großen Gruppe 83.977 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten auf, und es kam dadurch zu 5.103 schweren koronaren Ereignissen und zu knapp 10.000 Todesfällen.

 

Die Forscher setzten die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten zum Eiverzehr in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass im Vergleich zu Personen, die keine Eier aßen, der tägliche Verzehr mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden war. Teilnehmer, die fast täglich ein Ei aßen, hatten ein um 26 % niedrigeres Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle (bedingt durch Gefäßruptur), die in China häufiger vorkommen. Weiter sanken die Raten für Todesfälle aufgrund von Schlaganfällen und kardiovaskulären Krankheiten. Das Risiko für ischämische Herzkrankheiten (bedingt durch Durchblutungsstörungen) sank um 12 % bei Teilnehmern, die nahezu täglich ein Ei aßen (5,32 pro Woche).

 

Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass es zwischen einem moderaten Eiverzehr (bis zu ein Ei täglich), und einer geringeren Rate von kardiovaskulären Krankheiten eine Verbindung gibt. Da aber eine Bevölkerungsstudie keine Erklärungen für solche Beziehungen geben kann, lassen sich daraus noch keine Ursachen für diese Verbindung ableiten. Dies muss in weiteren Studien erforscht werden.

 

Quelle:
Chenxi Qin et al., Associations of egg consumption with cardiovascular disease in a cohort study of 0.5 million Chinese adults. In: Heart, Online-Veröffentlichung vom 21.5.2018, doi: 10.1136/heartjnl-2017-312651.

Mikrobiom im Darm spielt wichtige Rolle bei Atherosklerose

 

Die Atherosklerose ist eine der wichtigsten Ursachen für Herz- und Schlaganfälle. Forscher entdeckten jetzt eine neue Beziehung zu den Darmbakterien. Sie können offenbar die Entstehung von Plaques in den Arterien beeinflussen.

 

Eine Gruppe kanadischer Forscher untersuchte in einer Studie den möglichen Einfluss von Darmbakterien auf die Entstehung von Atherosklerose (Arterienverhärtung). Bei dieser Krankheit werden Cholesterin und andere Fette etc. in die Blutgefäße der Arterienwände eingelagert. Diese Plaques können in den verhärteten Arterien zur verringerten Versorgung mit Sauerstoff führen, weitere Folgen sind Gefühle von Brustenge und Blutgerinnsel, auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können entstehen.

Die Forscher bestimmten bei 316 Teilnehmern die Plaque-Bildung in den Arterien, dazu die Blutwerte von metabolischen Produkten der Darmbakterien (Metabolite). Eine Gruppe der Teilnehmer hatte dabei ein Maß an Ablagerungen, wie man es von den traditionellen Risikofaktoren her vermuten konnte. Dazu gehören z.B. das Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Rauchen, hoher Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte. Eine weitere Gruppe der Teilnehmer schien vor der Entstehung von Atherosklerose besser geschützt zu sein. Sie hatten zwar ebenfalls hohe Werte bei den traditionellen Risikofaktoren, doch ihre Arterien waren in einem normalen Zustand.

 

Bei einer dritten Gruppe war die Atherosklerose nicht erklärbar. Bei diesen Teilnehmern fehlten die traditionellen Risikofaktoren, sie hatten dennoch hohe Plaque-Werte in den Arterien. Es zeigte sich, dass Patienten mit einer nicht erklärbaren Atherosklerose signifikant höhere Werte an toxischen Metaboliten im Blut hatten, die von Darmbakterien gebildet wurden. Dies konnten die Forscher nicht durch die Ernährung oder Nierenfunktionen erklären, sondern weist auf eine unterschiedliche Entwicklung bei den Darmbakterien hin. In der Forschung setzt sich zunehmend im Bereich des Mikrobioms die Annahme durch, dass die Funktion der Darmbakterien wichtiger ist als ihre Taxonomie (Klassifikationsschema). Mit anderen Worten, die bakterielle Gemeinschaft im Darm wird weniger davon bestimmt, wer im einzelnen dabei ist, sondern mehr davon, was die jeweiligen Bakterien tun und welche Produkte sie herstellen.

 

Diese Studie zeigt, dass das Darm-Mikrobiom eine wichtige Rolle beim individuellen Risiko für die Entstehung der Atherosklerose spielt. Das kann die Tür für neue Therapie-Optionen für jene Patienten öffnen, deren Atherosklerose bzw. Plaque-Bildung in den Arterien bisher nicht erklärbar waren. Die Ergebnisse legen nach Ansicht der Forscher nahe, Probiotika zu nutzen, um belastende Stoffe im Darm zu bekämpfen und das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten zu verringern. Die so veränderte Besiedelung des Darms mit erwünschten Darmbakterien könnte eine neue Annäherung an die Therapie der Atherosklerose sein.

 

Unser Tipp: Noch ist nicht ermittelt, welche Darmbakterien sich am besten bei der Prävention der Atherosklerose bewähren könnten. in vielen anderen Studien erwies sich jedoch besonders die Gabe von Laktobazillen und Bifidobakterien als nützlich, um die Darmgesundheit zu verbessern.

 

Quelle:
Chrysi Bogiatzi et al., Metabolic products of the intestinal microbiome and extremes of atherosclerosis. In: Atherosklerosis, Online-Veröffentlichung vom 16.4.2018, doi: 10.1016/j-atherosclerosis.2018.04.015.

Höhere Vitamin D-Werte tragen zur Prävention von Darmkrebs bei

 

Eine gute Versorgung mit Vitamin D kann offenbar das Risiko für Darmkrebs signifikant verringern. Das zeigt eine neue Studie, an der über 20 medizinische Zentren und Organisationen beteiligt waren.

 

Vitamin D ist für seine Wirkungen auf die Knochengesundheit bekannt, es könnte aber auch das Risiko für Darmkrebs beeinflussen, z.B. das Zellwachstum und die Zellregulation. Frühere Studien zeigten dazu jedoch bisher nicht einheitliche Ergebnisse. Dies lässt sich zum Teil z.B. durch zu kleine Teilnehmergruppen oder eine zu geringe Dauer der Vitamin D-Ergänzung erklären. Jedenfalls konnte man bisher keine Angaben über Vitamin D-Konzentrationen ermitteln, die für ein verringertes Darmkrebs-Risiko nützlich sein könnten.

 

In einer Meta-Analyse wurden daher die Beziehungen von Vitamin D und Darmkrebs genauer untersucht. Daran waren Forscher der American Cancer Society, der Harvard-Universität und des National Cancer Institute sowie über 20 weitere medizinische Zentren und Organisationen beteiligt. Ausgewertet wurden 17 (prospektive) Bevölkerungsstudien mit standardisierten Kriterien. Insgesamt nahmen daran rund 5.700 Patienten mit Darmkrebs sowie 7.100 Kontrollpersonen aus den USA, Europa und Asien teil. Bei allen Untersuchungen von Vitamin D wurde eine einheitliche Methode genutzt, um mögliche Unterschiede in den Ergebnissen zu vermeiden.

 

Teilnehmer mit geringen Konzentrationen von Vitamin D im Blut (<30 nmol/L) hatten im Vergleich zu Werten, die für die Knochengesundheit als ausreichend betrachtet werden (50-<62,5 nmol/L), ein um 31 % höheres Risiko für Darmkrebs im Lauf der jeweiligen Beobachtungszeiten (Durchschnitt 5 1/2 Jahre). Teilnehmer mit höheren Werten von Vitamin D (75-<87,5 und 87,5-<100 nmol/L) konnten ihr Darmkrebs-Risiko um 19 bzw. 27 % senken. Die Beziehung von Vitamin D zum Darmkrebs-Risiko wurde bei der Anpassung an weitere Einflussfaktoren, z.B. Body Mass-Index und körperliche Aktivität etc., nur minimal beeinflusst, die Beziehung blieb weitgehend konstant. Frauen profitierten von höheren Vitamin D-Werten stärker als die Männer. Bei den Frauen war die Beziehung zwischen Vitamin D und Darmkrebs signifikant, bei den Männern zeigte sich ebenfalls ein Trend zu einem verringerten Risiko, der jedoch weniger ausgeprägt war. Die Ergebnisse blieben insgesamt auch bei verschiedenen Darmkrebs-Arten, beim Vergleich der geografischen Regionen sowie bei den Jahreszeiten der Blutentnahmen stabil.

Die Forscher ziehen das Fazit: Höhere Vitamin D-Werte im Blut sind mit einem geringeren Darmkrebs-Risiko verbunden, statistisch signifikant bei Frauen, dazu ein ähnlicher Trend bei Männern. Die Ergebnisse verstärken die Nachweise für eine schützende Wirkung der guten Versorgung mit Vitamin D auf das Krebsrisiko. Die optimale Versorgung liegt dafür deutlich über den Empfehlungen zur Aufnahme von Vitamin D. Bisher empfehlen Gesundheits-Organisationen Vitamin D nicht für die Prävention von Darmkrebs. Dies sollte nach Meinung der Forscher nun geändert werden. Dabei ist zu beachten, dass für ein verringertes Darmkrebs-Risiko höhere Vitamin D-Werte nötig sind, die über den Empfehlungen für die Knochengesundheit liegen.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Es kann zu einem geringeren Teil auch aus der Nahrung, vor allem aus mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln, aufgenommen werden. Da die natürliche Versorgung oft nicht ausreicht, kann die Versorgung mit Vitamin D auch durch Nahrungsergänzungen verbessert werden.

 

Quelle:
Marjorie McCullough et al., Circulating Vitamin D and Colectoral Cancer Risk: An International Pooling Project of 17 Cohorts. In: JNCI (Journal of the National Cancer Institute), Online-Veröffentlichung vom 14.6.2018, doi: 10.1093/jnci/djy087.

Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Die mediterrane Ernährung verwendet Olivenöl als Hauptquelle für Fett, sie ist reich an pflanzlichen Lebensmitteln, Obst, Nüssen, Gemüse, Hülsenfrüchte, Cerealien und Samen. Hinzu kommt der häufige Verzehr von Fisch, ein mäßiger Wein-Genuss zusammen mit den Mahlzeiten, und ein geringer Verzehr von Fleisch, vor allem Hühnerfleisch. Die beste Nachricht, diese Ernährung ist gesund und schmeckt. Spanische Forscher berichten jetzt über die wichtigsten Ergebnisse der langjährigen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra), in der die gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung untersucht werden. Daran nehmen seit 1998 knapp 23.000 spanische Hochschul-Absolventen teil. Bei allen wurden zu Beginn Daten zur Ernährung, zum Lebensstil und klinische Diagnosen gesammelt und alle zwei Jahre aktualisiert. Die Anpassung an die mediterrane Ernährung lässt sich mit dem MDS (Mediterrannean Diet Score) messen. Im Lauf der rund zwei Jahrzehnte Beobachtungszeit zeigten sich gute gesundheitliche Wirkungen bei einer hohen Anpassung an die mediterrane Kost. Dadurch sanken die Risiken für chronische Krankheiten.

 

Die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Typ 2 Diabetes waren geringer, das galt auch für Depressionen und kognitive Probleme. Weiter waren die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Übergewichts und des metabolischen Syndroms verringert, und die Herzrate verbesserte sich. Es zeichnete sich außerdem ab, dass die mediterrane Ernährung auch die Fruchtbarkeit fördern kann. Nicht zuletzt verbesserten sich chronische Entzündungen, das „gute“ HDL-Cholesterin und die Darmflora. Bei vielen dieser Beziehungen fanden die Forscher eine von der „Dosis“ abhängige Wirkung, d.h. je konsequenter die mediterrane Ernährung eingehalten wurde, um so stärker waren die gesundheitlichen Vorteile. Die Teilnehmer mit der höchsten Anpassung an die mediterrane Kost stammten im übrigen öfter aus Gesundheitsberufen, waren körperlich aktiver und rauchten weniger.

 

Die guten gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung werden vor allem auf die erhöhte Aufnahme von antioxidativ und antientzündlich wirkenden Mikro-Nährstoffen, vor allem aus pflanzlichen Lebensmitteln, zurückgeführt, und generell verbessert sich das Nährstoff-Profil. Im einzelnen trägt die erhöhte Verwendung von Olivenöl mit seinen antiatherogenen Wirkungen und dem mindernden Einfluss auf den oxidativen Stress zur Wirkung bei. Gleiches gilt für antioxidative Polyphenole, z.B. aus dem Rotwein, die zum Schutz vor kardiovaskulären Krankheiten beitragen können. Weiter tragen eine bessere Glukose-Homöostase, ein geringerer Blutdruck, weniger abdominales Fett und höheres HDL-Cholesterin zur Gesundheit bei. Es scheint biologisch gut nachvollziehbar, dass die antientzündlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung schädliche Wirkungen von niedriggradigen Entzündungen, die häufig mit Übergewicht verbunden sind, ausgleichen können. Auch die erhöhte Aufnahme der gesunden Omega-3-Fettsäuren durch Fischmahlzeiten könnte z.B. zur geringeren Herzrate beitragen, ebenso wie weniger Alkohol, mehr Obst und Gemüse. Da diese Kost auch mehr B-Vitamine, Folat, Vitamin E, Magnesium und Zink liefert, erhöht sich vermutlich der Schutz vor Depressionen. Das bessere Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren wirkt positiv auf das Gehirn, ein zusätzlicher Schutz entsteht durch mehr antioxidative Mikro-Nährstoffe.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die lange Auswertungszeit der SUN-Studie von nun rund 20 Jahren deutlich zeigt, dass eine bessere Anpassung der mediterranen Ernährung die Gesundheit stärkt und chronischen Krankheiten vorbeugt. Die positiven gesundheitlichen Wirkungen sind bei Männern stärker aufgetreten, und sie können sich durch einen körperlich sehr aktiven Lebensstil noch verstärken. Hohe Aufnahmen von Obst und Gemüse und weniger Fleisch waren unabhängig mit dem geringeren Risiko verbunden und haben einen wichtigen Anteil an den beobachteten Verbindungen. Gute Wirkungen zeigten sich z.B. auf die kardiovaskuläre Gesundheit, den Bluthochdruck und die Herzrate sowie auf Diabetes. Es zeigten sich auch seltener Gewichtszunahmen, und die Teilnehmer hatten bei guter Anpassung an die mediterrane Ernährung seltener ein metabolisches Syndrom.

 

Quelle:
Silvia Carlos et al., Mediterranean Diet and Health Outcomes in the SUN Cohort. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 31.3.2018, doi: 10.3390/nu10040439.