Reichlich pflanzliche Ernährung senkt das Diabetes-Risiko

 

Gesunde, pflanzliche Lebensmittel können dazu beitragen, das Risiko für den Typ 2-Diabetes zu senken. Spezifische metabolische Profile im Körper sind mit pflanzlichen Ernährungsweisen verbunden und könnten helfen, das individuelle Diabetes-Risiko besser einzuschätzen.

 

Die Vorkommen des (im Lauf des Lebens erworbenen) Typ 2-Diabetes nehmen weltweit zu, sie haben sich in weniger als zwei Jahrzehnten mehr als verdreifacht. Mediziner sprechen von einer Diabetes-Epidemie, Tendenz weiter steigend. Die Gesundheit ist durch einen Diabetes stark belastet, dazu gehören möglicherweise weitere Folgen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schäden an den Nieren, Augen und im Nervensystem. Zur Entstehung von Diabetes trägt vor allem eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und Adipositas (ab BMI 30), genetische Disposition und ungesunde Lebensstile, z.B. zu wenig Bewegung, bei. Eine betont pflanzliche Ernährung, die reichlich Vollkornwaren, Obst und Gemüse enthält, wurde dagegen mit einem geringeren Diabetes-Risiko verbunden, doch die Ursachen dafür sind noch nicht restlos geklärt. So war z. B. unklar, ob sich dieser Zusammenhang auch in den Stoffwechsel-Profilen von Menschen zeigt, die sich bevorzugt pflanzlich ernähren. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher versuchte, solche Stoffwechsel-Profile zu ermitteln und die Beziehungen zum Risiko für den Typ 2-Diabetes zu bewerten. Sie prüften dazu im Stoffwechsel die Profile von Metaboliten.

 

Dazu gehören Substanzen, die durch chemische Prozesse in lebenden Organismen genutzt oder gebildet werden. Das betrifft eine große Zahl von Bestandteilen in diversen Lebensmitteln ebenso wie die komplexe Vielzahl von Molekülen, die gebildet werden, wenn solche Substanzen für den Nutzen im Körper abgebaut und transformiert werden. Unterschiede in der chemischen Struktur von Lebensmitteln bei der Ernährung eines Menschen sollten sich im metabolischen Profil zeigen. Neuere technologische Fortschritte ermöglichten dazu neue Forschungen, mit der Hilfe sogenannter „Metabolomics“ können verschiedene Metaboliten analysiert und identifiziert werden.

 

Im Rahmen von drei (prospektiven) US-amerikanischen Bevölkerungsstudien (Nurses' Health Study, Nurses' Health Study II und Health Professionals Follow-up Study) wurden die Metaboliten im Plasma von knapp 11.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 54 Jahre) bestimmt. Die Einhaltung einer pflanzlichen Ernährung wurde mit Hilfe von Ernährungs-Befragungen anhand von drei Indizes bewertet: ein Gesamtindex für die pflanzliche Ernährung, dazu je ein Index für eine gesunde und für eine ungesunde pflanzliche Ernährung. Als ungesund galt eine pflanzliche Ernährung, wenn sie reichlich raffinierte Getreidewaren, Fruchtsäfte, Kartoffeln, gesüßte Getränke und Süßwaren/ Desserts enthielt. Die gesunde pflanzliche Ernährung enthielt dagegen reichlich Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, pflanzliche Öle sowie Tee und Kaffee. Ermittelt wurde außerdem der jeweilige Anteil des Verzehrs an tierischen Lebensmitteln.

 

In den Frühphasen der drei Studien wurden bei den Teilnehmern Blutproben genommen, um metabolische Profile anzulegen, die zum späteren Auftreten eines Typ 2-Diabetes in Beziehung gesetzt werden konnten. Es wurden Metaboliten identifiziert, die möglicherweise den Zusammenhang zwischen pflanzlicher Ernährung und Typ-2-Diabetes-Risiko vermitteln. Für jede der drei untersuchten pflanzlichen Ernährungsweisen wurden Gruppen von typischen Metaboliten bestimmt.

 

Im Vergleich zu gesunden Teilnehmern verzehrten diejenigen, die in den folgenden Jahren an Diabetes erkrankt waren, deutlich weniger gesunde pflanzliche Lebensmittel. Sie hatten niedrigere Index-Werte für die allgemeine und speziell für die gesunde pflanzliche Ernährung. Sie waren häufiger übergewichtig, hatten öfter einen höheren Blutdruck sowie erhöhte Cholesterinwerte und wurden deswegen häufiger auch mit Medikamenten behandelt. Sie waren außerdem weniger körperlich aktiv, und in ihrer Familiengeschichte gab es bereits öfter Vorkommen von Diabetes. Die Metabolomics-Untersuchungen zeigten, dass die pflanzliche Ernährung mit spezifischen Multi-Metaboliten-Profilen verbunden war. Diese Muster zeigten zwischen der gesunden und ungesunden pflanzlichen Ernährung deutliche Unterschiede. Dies war unabhängig vom BMI und anderen Diabetes-Risikofaktoren. Höhere Werte in den Metaboliten-Profilen für die pflanzliche und speziell für die gesunde pflanzliche Ernährung deuteten auf eine bessere Einhaltung dieser Ernährungsweisen und auf ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Typ 2-Diabetes hin.

 

Einer der Forscher, Professor Hu, erklärt dazu: "Es ist zwar schwierig, die Beiträge einzelner Lebensmittel herauszufiltern, da sie zusammen als Muster analysiert wurden. Doch sind einzelne Metaboliten aus dem Verzehr pflanzlicher Lebensmittel, die reichlich Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) enthalten, wie Obst, Gemüse, Kaffee und Hülsenfrüchte, eng mit einer gesunden pflanzlichen Ernährung und einem geringeren Diabetes-Risiko verbunden.“

 

Die Forscher ziehen daher das Fazit: „Diese Ergebnisse unterstützen die positive Rolle einer gesunden pflanzlichen Ernährung bei der Prävention von Diabetes. Sie liefern dazu neue Erkenntnisse für künftige Untersuchungen. Die Ergebnisse zu Metaboliten sind als Zwischenglied für die Vorkommen von Diabetes faszinierend. Noch sind jedoch weitere Studien erforderlich, um ihre kausale Rolle bei den Beziehungen zwischen pflanzlicher Ernährung und dem Risiko für die Entwicklung von Typ 2-Diabetes zu bestätigen.“

 

In einer anderen Studie untersuchten Forscher die vegetarische Ernährung in Bezug auf die Insulinresistenz und andere gesundheitliche Parameter, z. B. Körpergewicht, Körperfett, BMI und Lipidprofile. Allgemein ist eine fleischlose Ernährung für jeden Menschen geeignet, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Allerdings kann eine unausgewogene pflanzliche Ernährung das Risiko für den Mangel an wichtigen Nährstoffen bergen. Das gilt z. B. für den Mangel an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und Omega-3-Fettsäuren. Die Forscher kommen zum Schluss: Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass eine vegetarische Ernährung gute Ergebnisse für metabolische Profile liefert. Mehr pflanzliche Lebensmittel und weniger tierische Produkte in der Ernährung führen zu einer geringeren Insulinresistenz und einem geringeren Risiko für die Vorstufen von Diabetes und für die Erkrankung am Typ 2-Diabetes.

 

Unser Tipp: Zur Unterstützung des Stoffwechsels, z. B. beim metabolischen Syndrom und für eine bessere Glukose-Regulation, gibt es eine Reihe geeigneter Nahrungsergänzungen. Sie sollten am besten nach Empfehlung aufgrund des individuellen Bedarfs angewendet werden.

 

Quelle
Fenglei Wang et al., Plasma metabolite profiles related to plant-based diets and the risk of type 2 diabetes. In: Diabetologia, online 8.4.2022, doi: 10.1007/s00125-022-05692-8. 
Michalina Banaszak et al., Non-Pharmacological Treatments for Insulin-Resistance: Effective Intervention of Plant-Based Diets — A Critical Review. In: Nutrients, online 27.3.2022, doi: 10.3390/nu14071400.


Jod für schwangere Frauen in Mangelgebieten

 

In der Schwangerschaft fehlt es oftmals an der ausreichenden Aufnahme von Jod. Defizite können sich schädlich auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken, daher werden meist Jodergänzungen empfohlen. In einer europäischen Region mit Jodmangel wurden diese Empfehlungen für schwangere Frauen näher untersucht.

 

Die Schwangerschaft erfordert eine gesunde Ernährung mit einer ausreichenden Zufuhr von Energie, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien, um den erhöhten Bedarf von Mutter und Fötus zu decken. Eine unzureichende Zufuhr an wichtigen Mikronährstoffen wird mit einem beeinträchtigten Verlauf der Schwangerschaft und der Gesundheit des Kindes in Verbindung gebracht. Der erhöhte Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen lässt sich in der Schwangerschaft nur schwer über die Ernährung allein decken. Das gilt besonders für Jod, dessen Bedarf durch die erhöhte Bildung von Schilddrüsenhormonen, vermehrte Jodausscheidung über die Nieren und den Bedarf des Fötus höher ist, z. B. für die Entwicklung und Reifung des Gehirns. Ein schwerer Jodmangel der werdenden Mutter wurde u.a. mit einer gestörten neuronalen Entwicklung bei Kindern sowie mit Komplikationen bei der Geburt verbunden. Programme zur Jodergänzung im Salz konnten solche schweren Folgen in jodarmen Gebieten verringern. Aber auch ein leichter bis mäßiger Jodmangel wurde z.B. mit Hinweisen auf schlechtere kognitive Leistungen bei Kindern in Beziehung gebracht.

 

Die Jodkonzentration im Urin ist der am häufigsten verwendete Biomarker zur Bewertung des Jodstatus in der Bevölkerung. Ein mittlerer Jod-Urinwert von < 100 µg/L in der allgemeinen Bevölkerung oder von <150 µg/L bei schwangeren Frauen weist auf einen Jodmangel hin. Tatsache ist, dass in vielen Teilen der Welt, einschließlich Europa und Nordamerika, bei schwangeren Frauen oftmals ein erheblicher Jodmangel festgestellt wird. Daher wird von vielen Fachgesellschaften die Jodergänzung für Frauen, die schwanger sind, stillen oder auch den Kinderwunsch haben, empfohlen. Jodergänzungen sollten für sie mindestens 150 μg Jod täglich enthalten. Eine Gruppe von Forschern aus Portugal prüfte die Wirkungen solcher Empfehlungen in einer Studie mit schwangeren Frauen. Zuvor hatten Untersuchungen in einer jodarmen Region bereits gezeigt, dass der Jodmangel unter Schwangeren (medianer Jod-Urinwert 82,5 μg/L) weit verbreitet war. Nun wurde geprüft, wie sich Empfehlungen für den Jodbedarf von schwangeren Frauen in dieser Region ausgewirkt hatten.

 

Nachdem die nationalen Gesundheitsbehörden Empfehlungen für Jodergänzungen bei allen Frauen mit Kinderwunsch sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit veröffentlicht hatten, zeigte sich bei schwangeren Frauen ein verbesserter Jodstatus. Zum Zeitpunkt der Erhebung nahmen von 136 untersuchten Schwangeren über 80 % Jodtabletten (200 µg/Tag) ein. Zum Vergleich dienten 203 Frauen, für die Jodwerte in der Schwangerschaft vor der Einführung von Jodempfehlungen verfügbar waren. Mit den Jodergänzungen hatte sich bei Schwangeren der Anteil mit einem schweren Jodmangel (Urinwert < 50 µg/L) auf die Hälfte (37,4 % auf 18,0 %) verringert. Der Anteil der Schwangeren mit einem ausreichendem Jodgehalt (Urin > 150 µg/L) war um das Doppelte (9,9 % auf 20,7 %) angestiegen. Der mittlere Jodanstieg (Urinwert von 67,6 auf 106,8 µg/L) reichte bei den meisten Frauen jedoch nicht aus, um die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Jodwerte für schwangere Frauen zu erreichen (medianer Urinwert von mindestens 150 µg/L). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass aktuelle Empfehlungen für Jodergänzungen in der Schwangerschaft möglicherweise nicht ausreichen, um in jodarmen Regionen eine angemessene Versorgung mit Jod zu erreichen.

 

In dieser Studie begannen schwangere Frauen mit der Jodergänzung außerdem meist erst, nachdem sie wussten, dass sie schwanger waren. Die Jodergänzung sollte jedoch möglichst bereits bei einem Kinderwunsch beginnen, damit die Jodspeicher in der Schilddrüse zum Beginn der Schwangerschaft aufgefüllt sind. Sind sie nur mäßig gefüllt, wird ein Teil des ergänzten Jods für die Bildung von Schilddrüsenhormonen und die Auffüllung der Jodspeicher genutzt und steht damit nicht vollständig für den Mehrbedarf an Jod in der Schwangerschaft zur Verfügung. Die Forscher heben jedoch dazu hervor, dass bei Empfehlungen von höheren Jodmengen sorgfältig auf das Risiko von Überdosierungen geachtet werden sollte, um möglicherweise schädliche Wirkungen auf Mutter und Fötus zu vermeiden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Jodergänzungen bei schwangeren Frauen verbesserten den Jodstatus in einer Jodmangelregion. Dies reichte jedoch nicht aus, um die für diese Zeit empfohlenen Jodwerte zu erreichen. Daher könnten zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein, z. B. die Anpassung der Dosis von Jodergänzungen, der Zeitpunkt der Jodergänzung oder auch die allgemeine Nutzung von jodiertem Speisesalz.

 

Auch in Deutschland reicht der Jodgehalt in Lebensmitteln für eine ausreichende Jodzufuhr in der Bevölkerung nicht aus. Der Jodgehalt im Boden ist gering, entsprechend enthalten Agrarprodukte wenig Jod. Zwar liefern Meeresfische und -früchte mehr Jod, werden jedoch seltener gegessen. Seit den 80er Jahren hat sich durch den Einsatz von Jodsalz als Zusatz im Tierfutter, in der Lebensmittelindustrie und in Privathaushalten die Versorgung verbessert, dennoch ist sie nicht optimal und sogar rückläufig. Allgemein wird Jugendlichen und Erwachsenen bis zu 50 Jahren täglich die Aufnahme von 200 μg Jod empfohlen, ab 51 Jahren ist der Bedarf mit 180 μg Jod etwas geringer angesetzt. Für schwangere Frauen wird die Aufnahme von 230 μg Jod empfohlen, stillende Frauen sollten mit 260 μg täglich noch etwas mehr Jod aufnehmen. Zusätzlich zur Ernährung mit jodreichen Lebensmitteln und der Verwendung von Jodsalz werden für sie Jodergänzungen meist in der Dosis von 100 bis 150 μg Jod täglich empfohlen.

 

Unser Tipp: Jod wird in verschiedenen Formen zur Nahrungsergänzung angeboten, sehr gut bioverfügbar ist es z.B. als flüssiges Kaliumjodid, dass (tropfenweise) in Wasser gelöst wird.

 

Quelle
Carla A. Lopes et al., Iodine Supplementation in Pregnancy in an Iodine-Deficit Region: A Cross-Sectional Survey. In: Nutrients, online 27.3.2022, doi: 10.3390/nu14071393. 
BfR: Jodversorgung in Deutschland wieder rückläufig — Tipps für eine gute Jodversorgung, 9.2.2021, online: https://www.bfr.bund.de/de/jodversorgung_in_deutschland_wieder_ruecklaeufig___tipps_fuer_eine_gute_jodversorgung-128626.html


Die Zufuhr an Mikronährstoffen reicht zu oft nicht aus

 

Ein konstanter, angemessener Status an Mikronährstoffen lässt sich für gesunde Menschen durch eine vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung erreichen. In den westlichen Ländern zeigt sich jedoch zu häufig ein unzureichender Verzehr an wichtigen Nährstoffen, wie eine Studie aus den Niederlanden zeigt.

 

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen. Sie kann auf Wunsch mit einer moderaten Menge an tierischen Lebensmitteln kombiniert werden, verarbeitete Lebensmittel sollten dagegen nur wenig verzehrt werden. Weltweit zeigt sich jedoch, dass der Verzehr gesunder Lebensmittel, die reichlich essentielle Mikronährstoffe enthalten, viel zu wenig verzehrt werden. Auch Obst und Gemüse wird in den westlichen Ländern zu wenig gegessen. Dagegen übersteigt der Konsum an zuckergesüßten Getränken, verarbeitetem Fleisch und an Lebensmitteln, die reichlich ungesunde Fette enthalten, die optimalen Tagesmengen bei weitem. Das Muster eines suboptimalen Verzehrs an gesunden Nährstoffen und übermäßiger Aufnahme ungesunder Nährstoffe führte zum Anstieg von Übergewicht bis hin zur schweren Form der Adipositas und ernährungsbedingten Krankheiten. Defizite an Mikronährstoffen verursachen zwar meist nicht direkt spezifische Krankheiten, wirken aber als Risiko- oder Verstärkungsfaktoren, die sich auf den Zustand und die Lebensqualität von Menschen mit infektiösen und chronischen Krankheiten auswirken können.

 

So ist z. B. die zu geringe Aufnahme der B-Vitamine Folat, B6 und B12 ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie für den Dickdarm- und Brustkrebs. Zu geringe Vitamin-D-Spiegel erhöhen das Risiko für Osteopenie (Osteoporose-Vorstufe) und wurden mit dem Risiko vieler Krankheiten verbunden, das gilt z. B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, neuropsychiatrische Störungen, Autoimmunerkrankungen und COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis). Ernährungsdefizite an Mikronährstoffen entwickeln sich meist langsam und sind mit vielen anderen Faktoren verbunden (genetische Faktoren, Krankheiten, Medikamente etc.), die sich auf die Bioverfügbarkeit einiger Substanzen auswirken können. Auch Lebensstil-Faktoren wie das Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum können die Versorgung beeinträchtigen. Eine Gruppe niederländischer Forscher untersuchte in einer Bevölkerungsstudie bei gesunden Erwachsenen die Vorkommen von unzureichenden Versorgungen an Vitaminen und Mineralien. Sie prüften dazu auch die Wirkung eines digitalen Lifestyle-Programms auf den Ernährungsstatus und das Gesundheitsverhalten der Teilnehmer.

 

In der Studie gaben 348 Teilnehmer Auskünfte über ihre Ernährung, danach wurde ihre Versorgung mit Mikronährstoffen bewertet, die Einnahme von Nahrungsergänzungen war dabei einbezogen. In Blutproben wurde die Versorgung mit B-Vitaminen, Vitamin D und Eisen bestimmt. Bei vielen Teilnehmern, bei 301 Personen (86,5 %), wurde mindestens ein Ernährungs-Ungleichgewicht festgestellt. Insgesamt war der Verzehr mehrerer gesunder Lebensmittelgruppen unzureichend. Die größten Lücken zu optimalen Aufnahmen zeigte sich bei Gemüse (90,5 %), Blattgemüse (59 %), Vollkornprodukten (65 %), Hülsenfrüchten (90,2 %), frischem Obst (60 %) sowie Nüssen und Samen (73,6 %). Dagegen lag die wöchentliche Aufnahme von rotem und verarbeiteten Fleisch, raffiniertem Getreide und gesüßten Getränken bei 81 %, 91 %, 88 % und 76 % der Teilnehmer über den optimalen Werten. 136 (39 %) Teilnehmer hatten angegeben, bei Studienbeginn Nahrungsergänzungen zu verwenden, am häufigsten betraf das Vitamin D und die B-Vitamine. Mit Nahrungsergänzungen waren die Vitamin-D-Spiegel höher, ebenso die Werte von Vitamin B6, Folat und B12. Alle Teilnehmer nahmen nach der Bewertung ihres Gesundheits-Status, der Ernährung und körperlichen Untersuchungen für 16 Wochen an einem digitalen Coaching-Programm teil.

 

Damit sollte ihre Ernährung und die Aufnahme von Mikronährstoffen sowie die Körperaktivität, Stress, Schlaf und andere für die Gesundheit nützliche Verhaltensweisen gefördert und verbessert werden. Bei 100 Teilnehmern wurde nach Abschluss dieses Programms noch einmal die Ernährung und die Versorgung mit Mikronährstoffen bestimmt. Bei 80 % hatten sich die Werte von Vitamin B6 verbessert und normalisiert, 67 % erreichten bessere Werte für Folat, 70 % für Vitamin B12 und 86 % für Vitamin D. Bei den hier untersuchten gesunden Personen reichte es für die B-Vitamine und Mineralien aus, die täglich empfohlenen Bedarfswerte (RDA) mit der Ernährung zu decken, um normale Blutspiegel aufrecht zu erhalten und Mangelerscheinungen zu vermeiden. Bei verschiedenen Gruppen mit höheren Risiken für eine zu geringe Versorgung an Mikronährstoffen sind jedoch Nahrungsergänzungen eine notwendige Alternative oder empfehlenswerte Maßnahme. Das gilt z. B. für den Bedarf an B-Vitaminen, vor allem von B12 bei Vegetariern und Veganern oder auch für Vitamin D bei Bewohnern in den sonnenärmeren, nördlichen Ländern. Allgemein brachten die Teilnehmer die Einnahme von Nahrungsergänzungen mit einem positiven Lebensstil und gesunden Ernährungsverhalten in Verbindung. Dies könnte darauf hindeuten, dass Menschen mit einem guten Gesundheitsverhalten Nahrungsergänzungen als eine einfache und wirksame Methode zur Vorbeugung oder Behebung spezifischer Mängel an Mikronährstoffen wählen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: In dieser Studie waren Defizite an Mikronährstoffen in der niederländischen Bevölkerung weiter verbreitet als erwartet. Das galt vor allem für die leicht zugänglichen B-Vitamine und Vitamin D, die über die Ernährung oder durch Nahrungsergänzungen aufgenommen werden können. Dies lässt sich zum Teil durch einen unzureichenden Verzehr von Lebensmitteln erklären, die reich an B-Vitaminen sind. Das gilt z. B. für Blattgemüse, andere Gemüse und Hülsenfrüchte, aber auch für mit Folsäure angereicherte Lebensmittel und bei Vitamin B12 auch für gesunde tierische Erzeugnisse. Ein optimaler Status an Mikronährstoffen hat für die Vorbeugung zahlreicher chronischer Erkrankungen eine entscheidende Bedeutung. Die beobachteten niedrigen Spiegel an B-Vitaminen und Vitamin D in einer ansonsten gesunden Bevölkerung unterstreichen den Wert von Programmen mit einem allgemeinen Gesundheits-Screening. Sie können dazu beitragen, gesunde Ernährungweisen zu fördern, Defizite an Mikronährstoffen zu korrigieren und einen ungesunden Lebensstil und schädliche Gewohnheiten in Bezug auf die Gesundheit zu verbessern. Ein solcher Beitrag zur Gesundheitsvorsorge wurde hier mit einer digitalen Lebensstil-Intervention erzielt. Dabei konnten viele der anfangs vorhandenen Defizite in der Versorgung mit Mikronährstoffen korrigiert werden.

 

Unser Tipp: Die B-Vitamine werden einzeln, aber auch als komplette Gruppe der B-Vitamine angeboten. Bei einer allgemeinen Ergänzung empfiehlt sich oftmals ein B-Vitamin-Komplex, da die einzelnen B-Vitamine ebenso spezifische wie synergistische Wirkungen haben.

 

Quelle
José Castela Forte et al., A Pilot Study on the Prevalence of Micronutrient Imbalances in a Durch General Population Cohort and the Effects of a Digital Lifestyle Program. In: Nutrients, online 29.3.2022, doi: 10.3390/nu14071426.


Nierenkrankheiten sind mit dem Mikrobiom im Darm verbunden. Curcumin könnte mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften dazu beitragen, die Darmsituation zu verbessern.

 

Nierenkrankheiten sind mit dem Mikrobiom im Darm verbunden. Curcumin könnte mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften dazu beitragen, die Darmsituation zu verbessern. Das zeigte sich in einer kleinen Studie an Patienten mit Nierenkrankheiten.

Bei chronischen Nierenkrankheiten verringern sich im Lauf der Zeit mehr und mehr die Nierenfunktionen. Dies ist außerdem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden. Für die Entwicklung von Nierenkrankheiten und ihre wichtigsten Komplikationen spielen Entzündungen und der oxidative Stress eine wichtige Rolle. Um den Verlust der Nierenfunktion zu verzögern und/oder die Entwicklung der damit verbundenen Herz-Kreislauf-Krankheiten zu hemmen, stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Das betrifft z.B. die Kontrolle von Blutdruck und Proteinurie (Ausscheidung von Eiweiß im Urin), die Korrektur von Kalzium-Phosphat-Störungen und Anämie, die Entwöhnung vom Rauchen und eine eiweißarme Ernährung. Mehr und mehr rückt dazu die Rolle des Darm-Mikrobioms und seinen möglichen Verbindungen zu chronischen Nierenkrankheiten in den Blick der Forscher. Veränderungen in der Menge und Vielfalt der gesunden Darmbakterien werden mit verschiedenen Krankheiten verbunden, das gilt auch für systemische Entzündungen, fortschreitende Nierenkrankheiten und davon abhängige Herz-Kreislauf-Krankheiten.

 

Weiter können von den Darmbakterien stammende Metaboliten, einschließlich der Fermentationsprodukte von Proteinen oder Cholin, zu verschlechterten Nierenfunktionen beitragen und kardiovaskuläre Funktionen beeinträchtigen. Systemische Entzündungen lassen sich möglicherweise mit Einwirkungen auf das Darm-Mikrobiom modulieren. Das kann mit der Ergänzung von gesunden Darmbakterien (Probiotika), der von ihnen bevorzugten Nahrung (Präbiotika) oder durch die Ergänzungen geeigneter Mikronährstoffe erfolgen. Bisher gibt es dazu eine Reihe experimenteller Untersuchungen und einige Studien in fortgeschrittenen Stadien von chronischen Nierenkrankheiten. Weniger Nachweise sind für frühe Stadien vorhanden, in denen solche Interventionen wirksamer sein könnten. Vor allem Curcumin, ein Wirkstoff aus dem Gewürz Kurkuma, das seit langem als traditionelles Heilmittel verwendet wird, zeigte in einigen Studien entzündungshemmende Wirkungen. Die Anwendung von Curcumin konnte durch die Kombination mit Phospholipiden (Phytosom) verbessert werden. Dies erhöht die Bioabsorption und -transformation der Curcuminoide, was u.a. die entzündungshemmenden Wirkungen verbessert. Das Curcumin-Phytosom wirkte z.B. in einer Studie positiv auf eine vorübergehende Funktionsstörung der Nieren, indem es objektive Biomarker (z. B. Albuminurie, oxidativer Stress) ebenso wie subjektive Symptome (z.B. Müdigkeit) verbesserte.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher prüfte daher in einer kleinen Studie mögliche Vorteile der Ergänzung von Curcumin-Phospholipiden bei 24 Patienten mit leichteren chronischen Nierenkrankheiten (Stadien 3a-4). Sie erhielten eine Ernährungsberatung und ergänzten sechs Monate lang Curcumin (Meriva®, 2x täglich 500 mg). 20 gesunde Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe, die sich in der Studienzeit weiter wie gewohnt ernährt hatten. Am Studienbeginn sowie nach drei und sechs Monaten wurden bei allen Teilnehmern verschiedene Parameter untersucht: Harntoxine und das Darm-Mikrobiom sowie der Ernährungs-, Entzündungs- und Oxidations-Status. Curcumin verringerte bei den Patienten mit Nierenkrankheiten signifikant proentzündlich wirkende Mediatoren (CCL-2, IFN-γ, IL-4) und die Lipidperoxidation (oxidativer Stress) im Plasma. Im Darm war nach sechs Monaten der Curcumin-Ergänzung z.B. die Zahl der schädlichen E. Shigella-Bakterien signifikant niedriger, während in den letzten drei Monaten der Ergänzung signifikant mehr gesunde Laktobakterien vorhanden waren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Studie zeigte gute Vorteile von Curcumin-Ergänzungen bei leichteren chronischen Nierenkrankheiten. Das Curcumin-Phytosom senkte signifikant proentzündliche Mediatoren und die Lipidperoxidation im Plasma. Bei der Analyse des Mikrobioms im Darm zeigte die Alpha-Diversität (Bakterienvielfalt) der Nierenpatienten nach sechs Monaten mit Curcumin einen signifikanten Trend zu ähnlichen Werten wie bei den gesunden Kontrollpersonen. In der Curcumin-Gruppe wurden keine unerwünschten Ereignisse beobachtet, was das gute Sicherheitsprofil von Curcumin-Phytosom auch nach längerer Einnahme bestätigt.

 

Unser Tipp: Curcumin-Phytosom (Meriva®) kombiniert Curcumin mit Phosphatidylcholin und sorgt für eine bessere Aufnehme und Bioverfügbarkeit, dadurch wird der Nutzen von Curcumin deutlich verbessert.

 

Quelle
Alic Francesca Pivari et al., Curcumin Supplementation (Meriva®) Modulates Inflammation, Lipid Peroxidation and Gut Microbiota Composition in Chronic Kidney Disease. In: Nutrients, online 5.1.2022, doi: 10.3390/nu14010231.


Übergewichtige Männer mit einem höheren Anteil von Körperfett haben eine geringere Knochendichte.

 

Übergewichtige Männer mit einem höheren Anteil von Körperfett haben eine geringere Knochendichte. Damit erhöht sich ihr Risiko für Knochenbrüche im Vergleich zu Normalgewichtigen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Bisherige Studien über die Wirkungen des Körperfetts auf die Knochengesundheit zeigten überwiegend neutrale oder gar positive Wirkungen. Man nahm daher oftmals an, dass Menschen mit einem höheren Körpergewicht auch eine höhere Knochendichte und ein geringeres Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose haben. Nun zeigt jedoch eine neue Studie von zwei US-amerikanischen Forschern, dass ein höherer Fettanteil im Körper mit dem Risiko für eine geringere Knochendichte verbunden ist, das gilt vor allem bei Männern. Zur Magermasse bzw. zur fettfreien Körpermasse gehört das überwiegende Gewicht des Körpers, einschließlich von Organen, Haut und Knochen. Ein gewisser Fettanteil ist normal, abhängig von Geschlecht, Alter und Körperbau, wobei dieser Anteil mit dem zunehmendem Alter ansteigt. Bekannt ist seit langem, dass erhöhtes Fett in der Bauchregion die Risiken für einige Krankheiten erhöhen kann, z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Entzündungen und Arteriosklerose. Nun gerät der erhöhte Fettanteil auch bei Osteoporose, die mit dem Risiko für erhöhte Knochenbrüche verbunden ist, in den Fokus.

 

Die Forscher werteten Daten zur Körperstatur und Knochenmineraldichte anhand der großen, langjährigen US-Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) von 2011 bis 2019 aus. Einbezogen waren rund 11.000 Teilnehmer, die zu Beginn der Studie zwischen 20 und 59 Jahre alt waren, mit einem breiten Spektrum im Body Mass Index. Bei allen wurde die Körperzusammensetzung mit der Mager- und Fettmasse bestimmt und weitere Einflussfaktoren, z.B. Geschlecht, Alter, Größe und Raucherstatus, einbezogen. Grundsätzlich zeigte sich eine starke Verbindung zwischen der Magermasse und der Knochenmineraldichte bei Männern und Frauen. Die Fettmasse war bei einem höheren Anteil vor allem bei den Männern mit einer geringeren Knochendichte verbunden. Bei einem höheren Körpergewicht bzw. einem größeren Anteil der Fettmasse sollte daher auf das Risiko für Osteoporose geachtet und ein entsprechendes Screening durchgeführt werden. Das gilt besonders dann, wenn weitere Risikofaktoren für die Osteoporose vorhanden sind. Dazu gehören z.B. ein höheres Alter, bereits erfolgte Knochenbrüche oder auch die Therapie mit Steroiden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Personen unter 60 Jahren hatte die fettfreie Masse einen starken positiven Zusammenhang mit der Knochenmineraldichte. Der Einfluss der Fettmasse war dagegen moderat negativ, dies war bei Männern mit einem hohen Fettanteil am stärksten ausgeprägt. Für die Forscher unterstreichen diese Ergebnisse die Bedeutung der Knochengesundheit bei starkem Übergewicht (Adipositas). Sie könnten den zum Teil bereits festgestellten Anstieg der Vorkommen von Knochenbrüchen in einigen (regional durchgeführten) Studien mit stark übergewichtigen Personen erklären.

 

Unser Tipp: Für einen guten Fettstoffwechsel und zur Stärkung der Knochen gibt es eine ganze Reihe von Mikronährstoffen, mit denen sich die Versorgung individuell verbessern lässt.

 

Quelle
Rajesh K. Jain et al., Fat Mass Has Negative Effects on Bone, Especially in Men: A Cross-Sectional Analysis of NHANES 2011-2018. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, online 10.2.2022, doi: 10.1210/clinem/dgac040.


Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen und Selen haben wichtige Funktionen im Immunsystem. Bei einer guten Versorgung unterstützen sie viele Prozesse der körpereigenen Abwehr.

 

Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen und Selen haben wichtige Funktionen im Immunsystem. Bei einer guten Versorgung unterstützen sie viele Prozesse der körpereigenen Abwehr.

 

Mineralstoffe haben in unserem Körper eine Vielzahl von Funktionen. Sie liefern z.B. Baustoffe für die Knochen, beeinflussen die Muskel- und Nervenfunktionen und regulieren den Wasserhaushalt des Körpers. Einige Mineralien spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem, das gilt für das angeborene Abwehrsystem und für die im Lauf des Lebens erworbene (adaptive) Immunantwort. Dazu gehört die Abwehr von Krankheitserregern und das Gleichgewicht von pro- und antientzündlichen Reaktionen. Die Versorgung mit im Immunsystem wirksamen Mineralien kann die Anfälligkeit für Infektionen beeinflussen, sich auf die Entwicklung chronischer Krankheiten und die Regulierung von Entzündungen auswirken. Eine ausgewogene Ernährung versorgt in der Regel mit allen nötigen Mineralstoffen. Bei einer ungesunden Ernährung oder bei einem erhöhten Bedarf, z.B. durch Alter oder Krankheiten, kann es zu Defiziten an einzelnen oder mehreren Mineralien kommen.

 

Dies kann die Funktionen des Immunsystems stören, die Immunkompetenz kann für einige Zeit oder längerfristig sinken. Bei Bedarf können Nahrungsergänzungen solche Defizite verringern bzw. ausgleichen. Eine Gruppe von Forschern stellte in einem Review die aktuellen Kenntnisse zu den Mineralien vor, die für das Immunsystem wesentlich sind. Dazu gehören vor allem Magnesium und Zink, die wir hier näher vorstellen. Auch Kupfer, Selen und Eisen wirken auf das Immunsystem ein. Kupfer ist ein Antioxidans und kann den oxidativen Stress senken. Eisen hat komplexe Beziehungen mit dem Immunsystem, Defizite können die B- und T-Lymphozyten sowie die adaptive Immunantwort stören. Auch Selen ist ein Antioxidans, es ist auch an Vorgängen in der Thymusdrüse beteiligt. Es beeinflusst das Immunsystem durch die Regulierung von Entzündungen und hat antivirale Funktionen.

 

Die täglich empfohlene Menge an Magnesium variiert nach Alter und Geschlecht. In Deutschland empfiehlt die DGE für erwachsene Männer 350 mg und für Frauen 300 mg Magnesium. Natürliche Quellen sind vor allem Obst und Gemüse sowie Nüsse, Samen und Vollkornprodukte. Man geht davon aus, dass nur etwa 30-40 % des aufgenommenen Magnesiums im Darm absorbiert werden. Magnesium ist an vielen Stoffwechselprozessen und zellulären Funktionen beteiligt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Enzymen, in den Zellmembranen und bei der intrazellulären Signalübertragung. In hohen Konzentrationen ist Magnesium besonders in den Zellen und der Matrix (Grundsubstanz) der Knochen enthalten. Magnesium ist an der Regulierung des Immunsystems beteiligt, das gilt besonders für die Funktionen vieler Untergruppen der Immunzellen. Sie sind am angeborenen und adaptiven Immunsystem sowie an der Regulierung von akuten und chronischen Entzündungen beteiligt. Magnesium hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung, Differenzierung und Bildung von Lymphozyten, die im Immunsystem wichtige Aufgaben übernehmen. Die Funktion der T-Lymphozyten scheint von einer ausreichenden Magnesium-Versorgung abhängig zu sein, sowohl auf der Ebene der einzelnen Zelle als auch im Hinblick auf den T-Zellen-Pool des Menschen.

 

Aus einigen Studien gibt es Hinweise, dass ein Mangel an Magnesium mit chronischen, niedriggradigen Entzündungen verbunden ist. Dabei ist z.B. der Entzündungsmarker CRP (C-reaktives Protein) erhöht. Eine neuere Metaanalyse zeigte, dass die Ergänzung von Magnesium die CRP-Werte senken kann. Da diese Studien mit wenigen Teilnehmern durchgeführt wurden, sind dazu weitere Untersuchungen erforderlich. Bekannt ist, dass sich bei zu wenig Magnesium der oxidative Stress erhöhen kann. Dadurch können z.B. Aktivitäten der für das Immunsystem wichtigen Enzyme Superoxiddismutase und Katalase sowie von Glutathion sinken. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch das Darm-Mikrobiom durch den Mangel an Magnesium beeinträchtigt wird. Dabei verringerte sich z.B. der Anteil der gesunden Bifidobakterien, während die Barrierefunktion der Darmwand gestört war. Im Zusammenhang mit Infektionen ist außerdem die enge Wechselwirkung zwischen dem Vitamin-D-Stoffwechsel und Magnesium als Cofaktor wichtig. Bei einem Mangel an Magnesium wird weniger Vitamin D aus seinen Vorstufen gebildet.

 

Auch Zink ist für die Funktionen des angeborenen und adaptiven Immunsystems wichtig. Das betrifft u.a. seinen Einfluss auf die Bildung, Reifung und Funktionen der T-Lymphozyten in der Thymusdrüse. Zink ist an der Differenzierung der T-Lymphozyten beteiligt, die im Immunsystem verschiedene Aufgaben übernehmen. Ein Zinkmangel kann auch zur verminderten Reifung von B-Zellen führen, dies kann zur verminderten Bildung von Antikörpern führen. Neben seiner Wirkung auf bestimmte Immunfunktionen ist der Zinkstatus mit der allgemeinen Regulierung des Immunsystems verbunden. Studien zeigten, dass ein Zinkmangel den oxidativen Stress erhöht und zu systemischen Entzündungsreaktionen führt. Chronische Entzündungen sind mit Krankheitsprozessen verbunden, die durch einen Zinkmangel zusätzlich belastet werden. Zink beeinflusst auch Virusinfektionen und den damit verbundenen Krankheitsverlauf. Eine Meta-Analyse deutet darauf hin, dass hoch dosiertes Zink die Dauer von Erkältungen verkürzt. Von Defiziten an Zink oder gar einem Mangel sind besonders ältere Menschen betroffen. Im gealterten Immunsystem kommt es zur erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. In einer Studie sanken mit Ergänzungen von hoch dosiertem Zink(glukonat) bei älteren Teilnehmern die Vorkommen von Infektionen.

 

Die Zinkwerte im Plasma verbesserten sich, und es sank die Bildung eines Markers für oxidativen Stress (TNF-α). Nicht alle Menschen erreichen mit ihrer Ernährung eine ausreichende Zinkaufnahme. Bei älteren Menschen kommen Defizite häufiger vor, da ihre Zinkabsorption geringer ist. In Deutschland empfiehlt die DGE für Frauen ab 19 Jahren täglich 7 bis 10 mg Zink, für Männer 11 bis 16 mg. Die Werte hängen von der Aufnahme von Phytaten aus pflanzlichen Lebensmitteln ab, die Zink binden können. Gute Zinkquellen sind Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier sowie Nüsse, Weizen- oder Roggensprossen. Bei Bedarf kann Zink ergänzt werden, dies sollte an den individuellen Bedarf angepasst sein, um übermäßige Aufnahmen zu vermeiden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Bedeutung der Mineralien Magnesium und Zink sowie von Kupfer, Eisen und Selen sind für die Funktionen des Immunsystems recht gut untersucht, auch wenn noch so manche Forschung im Detail zu leisten ist. Es gibt eine Reihe von Risikogruppen, z.B. abhängig vom Alter und Gesundheitszustand, die auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralien, die das Immunsystem unterstützen, achten sollte. Eine ausgewogene Ernährung ist dafür grundsätzlich eine gute Basis. Bei vorhandenem Bedarf können Defizite an einzelnen oder mehreren Mineralien durch Ergänzungen ausgeglichen werden. Dies sollte am besten mit medizinischer Unterstützung geklärt werden, um eine sinnvolle Auswahl an geeigneten Mineralien und ihrer Dosierung zu gewährleisten.

 

Unser Tipp: Mineralien für das Immunsystem gibt es einzeln, in diversen Kombinationen und auch in Verbindung mit anderen Mikronährstoffen, die das Immunsystem unterstützen. Auf eine gute Qualität, z. B. durch gut bioverfügbare Formen, sollte geachtet werden.

 

Quelle
Christopher Weyh et al., The Role of Minerals in the Optimal Functioning of the Immune System. In: Nutrients, online 2.2.22, doi: 10.3390/nu14030644.


Neue Referenzwerte für Ballaststoffe, Pantothensäure und Magnesium

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) überprüft von Zeit zu Zeit ihre Empfehlungen des täglichen Bedarfs an Mikronährstoffen. Neu vorgestellt wurden jetzt die Empfehlungen für Ballaststoffe sowie für das B-Vitamin Pantothensäure und für Magnesium.

 

Zu den Ballaststoffen gehören verschiedene Faser-Anteile in der pflanzlichen Nahrung, die im Darm nicht oder nur unvollständig abgebaut werden können. Sie sind in vielen Gemüsesorten, Nüssen und Samen sowie in Vollkornprodukten enthalten. Ballaststoffe beeinflussen die Verdauung, z.B. die Transitzeit der Nahrung in Magen und Darm sowie die Stuhlkonsistenz und Häufigkeit des Stuhlgangs. Sie wirken weiter auf die Sättigung und Absorption von Nährstoffen ein und haben eine präbiotische Wirkung, d.h. sie tragen zur Ernährung der gesunden Darmbakterien bei. Aus fermentierten Ballaststoffen entstehen verschiedene kurzkettige Fettsäuren, die zur Energieversorgung beitragen. Die gute Aufnahme von Ballaststoffen mit der Nahrung trägt zum Schutz vor Diabetes Typ 2 sowie vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfällen und Krebskrankheiten (Dickdarm- und Brustkrebs) bei.

Die empfohlenen Aufnahmen leiten sich aus ihrem Nutzen für die Prävention ab. Es bleibt wie bisher bei der Empfehlung von 30 mg Ballaststoffen täglich. Laut der DGE ist dies ein Richtwert im Sinn einer Orientierungshilfe, tatsächlich erreichen Männer und Frauen in Deutschland diese Menge meist nicht. Es gibt zwar keine klassischen Mangelsymptome, doch eine zu geringe Aufnahme von Ballaststoffen führt dazu, dass ihre präventiven Wirkungen ausbleiben und sich das Risiko für Verstopfungen und verschiedene Krankheiten erhöht.

 

Magnesium ist in vielen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln enthalten, z. B. in Nüssen und Samen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, grünem Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten. Magnesium ist ein Cofaktor von über 600 Enzymen im Körper und an vielen Prozessen beteiligt, z.B. an der Glykolyse (Teil des Glukosestoffwechsels), dem Citratzyklus (Abbauweg im Stoffwechsel), dem Fettstoffwechsel, der Aktivierung von Aminosäuen und der Synthese von Nukleinsäuren. Magnesium ist für die Funktionen von Muskeln, Herz, Gefäßen und des Blutdrucks sowie für die Knochengesundheit sehr wichtig. Für Magnesium werden die täglichen Bedarfswerte jetzt nicht mehr als empfohlene Zufuhr, sondern als ein Schätzwert für die angemessene Aufnahme angegeben. Der Grund dafür ist, dass es an ausreichend belastbaren Studien fehlt, mit denen die durchschnittliche Zufuhr von Magnesium in der Bevölkerung „in wünschenswerter Genauigkeit“ abgeleitet werden kann. Der Schätzwert für Erwachsene ab 19 Jahren bis ins höhere Alter über 65 Jahren beträgt 350 mg Magnesium täglich für Männer und 300 mg für Frauen, einschließlich von Schwangeren und Stillenden.

 

Die Pantothensäure gehört zu den B-Vitaminen und ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, z.B. in Fisch, Muskelfleisch, Eier und Weichkäse sowie in Pilzen, Nüssen und Vollkornmehl. Pantothensäure ist ein Bestandteil von Coenzym A und für den Energiestoffwechsel wichtig. Dazu gehören z.B. der Auf- und Abbau von Fettsäuren, die Synthese von Cholesterin und Gallensäuren sowie der Abbau von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Alkohol. Pantothensäure ist weiter an der Zellteilung und dem Abbau von Fremdstoffen im Körper beteiligt. Auch für die Pantothensäure wird wie schon bisher ein Schätzwert für die angemessene Zufuhr festgelegt, da es hier ebenfalls an überzeugenden Nachweisen für die Aufnahmen in der Bevölkerung fehlt. Ein wenig verringert wurden die täglichen Empfehlungen für die Aufnahme der Pantothensäure von Kindern. Sie liegen jetzt bei 5 mg Pantothensäure täglich für Kinder ab 10 Jahren und für Erwachsene jeden Alters und sind um 1 mg geringer angesetzt. Für stillende Frauen erhöhte sich die Empfehlung um 1 mg auf nun 7 mg Pantothensäure pro Tag.

 

Unser Tipp: Individuell kann aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen ein erhöhter Bedarf an einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen bestehen. Das gilt auch für die Pantothensäure und für Magnesium. Es gibt beide als Nahrungsergänzungen einzeln und kombiniert mit anderen Mikronährstoffen, z.B. zusammen mit anderen Mineralien oder als Komplex der B-Vitamine.

 

Quelle
- Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen, DGE e.V., November 2021, https://www.dge.de/index.php?id=1570
- Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium, DGE e.V., Januar 2022, https://www.dge.de/index.php?id=1572
- Ausgewählte Fragen und Antworten zu Pantothensäure, DGE e.V., November 2021, https://www.dge.de/index.php?id=1574


Ernährung und wichtige Nährstoffe für die Knochen

 

Das Knochengewebe wird stark von der Ernährung beeinflusst. Eine knochengesunde Ernährung trägt dazu bei, Verluste an der Knochenmineraldichte zu verringern. Italienische Forscher stellten die aktuellen Kenntnisse dazu vor, einschließlich einer Ernährungs-Pyramide für Patienten mit Osteopenie und Osteoporose.

 

Die Knochen unseres Skeletts zeichnen sich durch eine dynamische Struktur aus. Dabei resorbieren die Osteoklasten („Knochenfresszellen“) die Knochensubstanz, und die Osteoblasten (spezialisierte Knochenzellen) bauen neues Knochengewebe (kollagene Knochenmatrix) wieder auf. Das Gleichgewicht und die Regulierung dieser beiden sich ergänzenden Prozesse sind entscheidend für die Aufrechterhaltung einer angemessenen Versorgung mit den für die Knochen nötigen Mineralien und der davon abhängigen Knochendichte. Die Osteoporose (Knochenschwund) wird durch eine gestörte Remodelierung der Knochensubstanz bzw. durch ein gestörtes Gleichgewicht der beiden Umbauprozesse verursacht. Dabei wird mehr Knochen resorbiert als neu gebildet. Ein höheres Alter und die Postmenopause der Frauen sind die Hauptursachen für Osteoporose, aber auch andere Risikofaktoren, z.B. einige Medikamente, endokrine Störungen, Immobilisierung, entzündliche Gelenkkrankheiten, Störungen in der Blutbildung oder allgemein die Ernährung können daran beteiligt sein.

 

Von der Osteoporose unterschieden wird die Osteopenie mit einer leichter verringerten Knochendichte, sie ist eine Vorstufe der Osteoporose mit ähnlichen Ursachen. Beide sind mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche verbunden. Eine gesunde Ernährung und die angemessene körperliche Aktivität, von der Kindheit bis ins hohe Alter, tragen zu einem gesünderen Wachstum und zu einer besseren Alterung der Knochen bei. Die ausgewogene Aufnahme spezifischer Nährstoffe, die für die Knochen besonders wichtig sind, kann ein Schritt zu einer wirksamen Prävention der Osteopenie sein. Dazu gehören neben der angemessenen Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen die gute Versorgung mit diesen Mikronährstoffen: Vitamine A, D, E, K, C und B-Vitamine, die Mineralien Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Silizium, Mangan, Bor und Selen. Eine Rolle spielt auch die Aufnahme von Wasser, Koffein, Salz/Natrium, Isoflavonen und Präbiotika.

 

Für Patienten mit Osteopenie und Osteoporose entwickelten die Forscher eine Ernährungs-Pyramide. Verzehrt werden sollten täglich Kohlenhydrate, drei Portionen Vollkorngetreide werden wegen ihres Gehalts an Ballaststoffen und Zink empfohlen. An Obst und Gemüse sollten täglich fünf Portionen verzehrt werden. Orangefarbene Sorten sollten wegen des Gehalts an Beta-Carotin und Vitamin C bevorzugt werden. Grüne Blattgemüse werden wegen ihres Gehalts an Vitamin K, Folsäure, Magnesium und Präbiotika empfohlen. Zur Tageskost gehören weiter ein fettarmer Joghurt (125 ml) und Magermilch (200 ml) sowie natives Olivenöl extra (fast 20 mg/Tag wegen des Gehalts an Vitamin E und Polyphenolen) und fast ein Liter kalziumreiches Wasser. Wöchentlich verzehrt werden sollten: Vier Portionen Fisch für die Versorgung mit Vitamin D, Proteinen und Omega-3-Fettsäuren (EPA + DHA, mindestens 0,52 g/Tag), weißes Fleisch (drei Portionen für Proteine, Eisen und Vitamin B12), Hülsenfrüchte (zwei Portionen für pflanzliche Proteine), Eier (zwei Portionen), Käse (zwei Portionen für Proteine, Kalzium, Vitamin B6). Rotes oder verarbeitetes Fleisch sollte möglichst nur einmal pro Woche gegessen werden.

 

An der Spitze der Pyramide befinden sich zwei Wimpel: Der grüne bedeutet, dass Patienten mit Osteopenie oder Osteoporose eine individuelle Ergänzung von Mikronährstoffen benötigen. Kann der tägliche Bedarf an Mineralien nicht über die Ernährung gedeckt werden, könnte z. B. die Ergänzung von Kalzium, Vitamin D, Bor, Omega-3-Fettsäuren und Isoflavonen sinnvoll sein. Der rote Wimpel zeigt an, dass einige Lebensmittel verboten sind (Salz, Zucker, anorganische Phosphatzusätze). Einbezogen sind auch die körperlichen Aktivitäten. Drei- bis viermal pro Woche sollten 30-40 Minuten Aerobic- und Kraftübungen durchgeführt werden.

 

Noch sind nicht alle Beziehungen zwischen der Ernährung, Mikronährstoffen und der Osteopenie und Osteoporose geklärt. Die Forscher empfehlen, dazu künftig vor allem die Beziehungen der Darm-Mikrobiota zur Knochenmineraldichte weiter zu untersuchen. Dabei sollte auch die Wirksamkeit von Ergänzungen mit Prä- und Probiotika (gesunde Darmbakterien und ihre Nährstoffe) auf die Knochenmineraldichte berücksichtigt werden. Wichtig sind auch weitere Kenntnisse über die Wirksamkeit der vielen Polyphenole, die in Obst, Gemüse, nativem Olivenöl und Sojabohnen enthalten sind.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Knochen- und Muskel-Systems gibt es eine Reihe von einzelnen und kombinierten Nahrungsergänzungen mit Vitaminen, Mineralien und anderen wichtigen Mikronährstoffen, die speziell auch bei Osteopenie und Osteoporose geeignet sind.

 

Quelle
Mariangela Rondanelli et al., Nutrition, Physical Activity, and Dietary Supplementation to Prevent Bone Mineral Density Loss: A Food Pyramid. In: Nutrients, online 21.12.2021, doi: 10.3390/nu14010074.


Die „American Heart Association“, die Gesellschaft der Kardiologen in den USA, hat ihre Empfehlungen für eine gesündere Ernährung aktualisiert.

 

Die „American Heart Association“, die Gesellschaft der Kardiologen in den USA, hat ihre Empfehlungen für eine gesündere Ernährung aktualisiert. Ziel ist es, die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

 

Eine schlechte Qualität der Ernährung steht in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre und andere chronische Erkrankungen. Eine gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil, von der Geburt an über den gesamten Lebensverlauf hinweg, haben nach wie vor eine hohe Priorität, um ungünstige kardiometabolische Bedingungen zu verringern. Das betrifft besonders die Adipositas (Fettleibigkeit, ab BMI 30), den erhöhten Blutdruck und das metabolische Syndrom. Zu den herzgesunden Ernährungsweisen, die in Richtlinien hervorgehoben werden, gehören z.B. die mediterrane Ernährung, die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) und eine gesunde, vegetarische Ernährung. Untersuchungen in den USA zeigten, dass sich bei einer gesunden Ernährung die Sterblichkeitsraten an Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Erwachsenen um 14 % bis zu 28 % verringern. Aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus vielen Studien erneuerten die US-Kardiologen ihre bisherigen Empfehlungen von 2006. Sie entwickelten relativ einfach zu praktizierende Empfehlungen für eine herzgesunde Ernährung. Dabei möchten sie auch zu mehr Nachhaltigkeit in der Ernährung aufrufen. Sie weisen z.B. darauf hin, dass der Verzicht auf Fleisch und stark verarbeitete Lebensmittel die Umwelt schont.

 

Hier die 10 herzgesunden Ernährungs-Tipps:

1. Passen Sie die Energiezufuhr und den Energieverbrauch an, um ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten
2. Essen Sie viel Obst und Gemüse mit reichlicher Vielfalt.
3. Wählen sie bevorzugt Vollkornprodukte und nicht solche aus raffiniertem Getreide.
4. Wählen Sie gesunde Eiweißquellen, überwiegend pflanzliches Eiweiß (Hülsenfrüchte, Nüsse etc.), Fisch und Meeresfrüchte, fettarme oder fettfreie Milchprodukte anstelle von Vollfett-Milchprodukten. Wenn Sie Fleisch oder Geflügel essen möchten, wählen Sie magere Stücke und vermeiden Sie verarbeitete Fleischwaren.
5. Verwenden Sie flüssige Pflanzenöle anstelle von tropischen Ölen (Kokosnuss-, Palm- und Palmkernöl), tierischen Fetten (z. B. Butter, Schmalz) und teilweise gehärteten Fetten.
6. Wählen Sie minimal verarbeitete Lebensmittel statt extrem verarbeiteter Lebensmittel*
7. Senken Sie die Aufnahme von Getränken und Lebensmitteln mit Zuckerzusätzen.
8. Senken sie die Aufnahme von Salz bei Fertigwaren und beim eigenen Kochen.
9. Wenn Sie keinen Alkohol trinken, fangen Sie nicht damit an. Wenn Sie Alkohol trinken, schränken Sie den Konsum ein.
10. Halten Sie sich an diesen Leitfaden, unabhängig davon, wo Lebensmittel zubereitet oder verzehrt werden.

 

*Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für ultra-verarbeitete Lebensmittel, einige gesunde Lebensmittel können in die Kategorie der ultra-verarbeiteten Lebensmittel fallen.

 

Zu einer herzgesunden Ernährung gehört vor allem die Aufnahme von reichlich Ballaststoffen, aus Obst, Gemüse, Nüssen, Samen etc. Die Kardiologen empfehlen, die für viele Körperfunktionen und allgemein für die Gesundheit wichtigen Mikronährstoffe bevorzugt aus der Ernährung aufzunehmen. Ergänzungen von Vitaminen und Mineralien etc. sollten nicht als Ersatz für eine gesunde Ernährungsweise dienen. Ergänzungen von Mikronährstoffen können jedoch bei Defiziten oder einem Mangel an einzelnen oder mehreren Vitaminen, Mineralien etc. erforderlich sein. Das gilt auch bei eingeschränkten Ernährungsweisen, z.B. bei Veganern oder bestimmten Gruppen von älteren Erwachsenen. In der Perspektive auf die Ernährung bis zum Jahr 2030 gehen die Kardiologen davon aus, dass es zunehmend eine immer präziser gestaltete Ernährung für die einzelnen Menschen geben wird. Dabei könnten individuelle Unterschiede bei der Ernährung, beim Verhalten, bei genetischer Veranlagung, beim Mikrobiom im Darm und bei sonstigen Lebensverhältnissen und der Gesundheit stärker berücksichtigt werden.

 

Die „American Heart Association“ zieht das Fazit: Diese Ernährungsempfehlungen zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit fasst die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen. Sie liefert Empfehlungen für die wichtigsten Komponenten von Ernährungsweisen zur Senkung der Morbidität und Mortalität von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Herausforderungen, die der Einhaltung einer herzgesunden Ernährung entgegenstehen, gehören u.a. die gezielte Vermarktung ungesunder Lebensmittel und Getränke und sozio-ökonomische Unterschiede in der Bevölkerung. Die Kardiologen sehen die Schaffung eines Umfelds, das die Einhaltung von herzgesunden Ernährungsweisen für alle Menschen erleichtert und nicht behindert, als ein Gebot der öffentlichen Gesundheit an.

 

Unser Tipp: Bei entsprechendem Bedarf gibt es eine Reihe von Nahrungsergänzungen, die bei Herz-Kreislauf-Krankheiten empfehlenswert sein können.

 

Quelle
Alice H. Lichtenstein et al., 2021 Guidance to Improve Cardiovascular Health: A Scientific Statement From the American Heart Association. In: Circulation, online 2.11.2021, doi: 10.1161/CIR.0000000000001031.


Vitamine können die Gesundheit im Darm beeinflussen und unterstützen. Eine Gruppe von Forschern aus der Schweiz und den Niederlanden stellte die aktuellen Kenntnisse über die Wirkungen von Vitaminen auf das Mikrobiom im Darm und die gastrointestinale Gesundheit vor.

 

Vitamine können die Gesundheit im Darm beeinflussen und unterstützen. Eine Gruppe von Forschern aus der Schweiz und den Niederlanden stellte die aktuellen Kenntnisse über die Wirkungen von Vitaminen auf das Mikrobiom im Darm und die gastrointestinale Gesundheit vor.

 

Die Gesundheit im Magen-Darm-System ist sehr komplex, dazu gehören die normalen Funktionen des Immunsystems, die Darmbarriere, das neuroendokrine und motorische System sowie die Verdauung. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Mikrobiom im Darm, die Gemeinschaft der unzähligen Darmbakterien. Mehr und mehr bestätigt sich, dass das Darm-Mikrobiom jede dieser Funktionen beeinflusst, das unterstreicht seine Bedeutung für die Gesundheit und die Entstehung vieler Krankheiten. Neuere Forschungen zeigten, dass Umweltfaktoren, darunter besonders die Ernährung, stark au das Mikrobiom im Darm einwirken, wobei der Schwerpunkt auf den Nahrungsfasern als Energielieferant für die Mikroben liegt. Doch auch Mikronährstoffe und andere Nahrungsbestandteile, wie Vitamine, Mineralien, spezifische Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, können das Mikrobiom modulieren. Das geschieht zum einen direkt durch die Wirkung der jeweiligen Substanzen auf die Zusammensetzung des Mikrobioms oder seine Stoffwechselprozesse.

 

Das geschieht zum anderen indirekt durch die Beeinflussung der Physiologie des Darms, um das Darmmilieu und das Mikrobiom zu verändern. Vitamine kommen über mehrere Mechanismen als Modulatoren des Mikrobioms in Frage. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) werden ähnlich wie Fette absorbiert und transportiert, sie sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen. Wasserlösliche Vitamine (B-Vitamine, C) sind als Coenzyme an vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt und übertragen chemische Gruppen und Elektronen. Einige haben direkte antimikrobielle Wirkungen, wie die Vitamine A, B6, C und E, mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Mikrobiom des Darms, das zeigt sich in einem veränderten fäkalen Mikrobiom. Vitamine, die Cofaktoren bei der Energieerzeugung sind, sind am Energiestoffwechsel der Bakterien beteiligt. Sie können bestimmte Mikroben direkt unterstützen, indem sie ihre Vorkommen erhöhen oder ihre biologische Funktionen fördern. Zu den indirekten Wirkungen gehören Veränderungen der Immunantwort oder die Anfälligkeit für Infektionen, insbesondere im Darm. Das Mikrobiom ist selbst ein Produzent von Vitaminen, es kann sowohl zu einem Mangel an Mikronährstoffen als auch zur Stabilität der bakteriellen Gemeinschaften im Darm beitragen. Vitamine können bidirektional, direkt oder indirekt auf das Darm-Mikrobiom einwirken, ohne dass sie als Energiequelle genutzt werden.

 

Sie scheinen die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts mit zu prägen, entweder durch ihren Einfluss auf die Zusammensetzung und Aktivität des Stoffwechsels im Darm-Mikrobiom oder durch die Beeinflussung der normalen Funktionen der Darmbarriere und des Immunsystems. Dazu ein Beispiel für Vitamin A: Erkenntnisse zu Infektionskrankheiten im Magen-Darm-System deuten darauf hin, dass Vitamin A sich vielfältig auf die Immunität des Darms auswirkt. Das kann die Darmschleimhaut und damit die Reaktion auf schädliche Substanzen beeinflussen. Dazu gehören auch Auswirkungen auf die Barrierefunktion der Darmschleimhaut. Selbst ein leichter Mangel an Vitamin A wird aufgrund einer verminderten Barrierefunktion mit Infektionen der Atemwege und des Darms in Verbindung gebracht, besonders bei Kindern. Ist die Reaktion der Darmschleimhaut durch einen Mangel an Vitamin A beeinträchtigt, könnte dies das Eindringen schädlicher Bakterien durch die Darmbarriere erleichtern.

 

Bei einigen Vitaminen wurde nachgewiesen, dass sie, wenn sie in hohen Dosen oder im Dickdarm verabreicht werden, das Mikrobiom im Darm positiv beeinflussen. Sie erhöhen oder erhalten vermutlich die Häufigkeit und Vielfalt der gesunden Darmbakterien (Vitamine A, B2, B3, C D, E K und Beta-Carotin) und tragen zur Bildung kurzkettiger Fettsäuren bei. Die Vitamine A und D modulieren die Immunantwort oder die Barrierefunktion des Darms, sie beeinflussen so indirekt die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts oder das Mikrobiom. Diese möglichen Wirkungen von Mikronährstoffen im Darm sollten weiter erforscht werden, um die zugrundeliegenden Mechanismen und den Nutzen für die Gesundheit weiter zu klären. Dabei sollte auch geprüft werden, welche Dosierungen von Vitamin-Ergänzungen am besten geeignet sind, um das Darm-Mikrobiom und die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts zu verbessern und zu fördern.

 

Unser Tipp: Für die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts stehen viele Mikronährstoffe zur Verfügung. Sie reichen von Vitaminen, Mineralien über gesunde Fettsäuren und Pflanzenextrakte bis hin zu den Prä- und Probiotika, um die gesunde Bakterienvielfalt zu stärken.

 

Quelle
Van T. Pham et al., Vitamins, the gut microbiome and gastrointestinal health in humans. In: Nutrition Research, online 21.10.2021, doi: 10.1016/j.nutres.2021.09.001.


Vitamin D ist für ein gesundes Knochen- und Muskelsystem sehr wichtig. In der frühen Phase einer Knie-Arthrose könnte Vitamin D möglicherweise die Entwicklung beeinflussen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Vitamin D ist für ein gesundes Knochen- und Muskelsystem sehr wichtig. In der frühen Phase einer Knie-Arthrose könnte Vitamin D möglicherweise die Entwicklung beeinflussen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die Arthrose ist eine häufige Gelenkerkrankung, die in der Regel chronische Schmerzen verursacht und weltweit eine der Hauptursachen für Behinderungen ist. Häufig betroffen sind die Kniegelenke, verbunden mit degenerativen Prozessen, die auf den fortschreitenden Verlust von Gelenkknorpel, Knochenveränderungen, Entzündungen und Meniskusdegeneration zurückzuführen sind. Ein Problem ist, dass die Knie-Arthrose meist erst im späteren Stadium festgestellt wird, für nicht-chirurgische Therapien ist es dann oft zu spät. Für die Forschung sind daher Kenntnisse zu den frühen Phasen der Arthrose sehr interessant. Kann man das Arthrose-Risiko früh erkennen, könnten Therapien eingeleitet werden, die ein Fortschreiten und schwere strukturelle Veränderungen im Gelenk verringern oder gar verhindern könnten. Dabei könnte Vitamin D eine Rolle spielen. Es hat einen wichtigen Einfluss auf den Zustand vieler Gelenkstrukturen wie Knorpel, Knochen und Muskelgewebe, die an der Entwicklung der Knie-Arthrose beteiligt sind.

 

Die Ergänzung von Vitamin D könnte möglicherweise das Fortschreiten der Arthrose verhindern, indem es den Knochenumbau fördert und anormale Krankheitsprozesse im Kniegelenk reduziert. Doch die Rolle von Vitamin D bei der Entstehung und Entwicklung der Arthrose ist bisher nicht restlos geklärt. Die meisten Studien, in denen über den Zusammenhang geforscht wurde, führte man in späteren Stadien durch. Eine Gruppe von spanischen Forschern untersuchte daher nun in einer kleinen (Querschnitts-)Studie die Beziehung zwischen Vitamin D (im Serum) und der Knie-Arthrose in einem frühen Stadium. Sie prüften dabei auch die Beziehung zum von Vitamin D abhängigen Parathormon (PTH), das den Kalziumspiegel reguliert und die Knochenbildung anregt sowie die Schmerzintensität beeinflussen könnte.

 

Einbezogen in die Studie waren 48 Patienten mit einer frühen Knie-Arthrose und 48 gesunde Kontrollpersonen. Bei allen wurden die Serumspiegel von Vitamin D und Parathormon analysiert. Darüber hinaus wurden körperliche und psychologische Funktionen gemessen, um mögliche Zusammenhänge mit dem Vitamin-D-Spiegel zu ermitteln. Die Arthrose-Patienten hatten im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen niedrigere Vitamin D-Werte. Mehr als die Hälfte der Patienten (54,2 %) hatte einen Mangel an Vitamin D (<20 ng/mL). Patienten mit niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln hatten außerdem höhere Werte für die Schmerzintensität und Angstgefühle. Sie kamen auf schlechtere Werte für das Sitzen, Stehen, die Gehgeschwindigkeit und soziale Teilhabe. Bei den Patienten mit einem Vitamin D-Mangel zeigte sich weiter eine signifikante, moderate Beziehung zum Grad der Behinderung. Ein niedrigerer Spiegel im Parathormon war dazu mit einer höheren Schmerzintensität und einer geringeren sozialen Teilhabe verbunden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Vitamin D für die frühe Diagnose und Prävention der Knie-Arthrose. Patienten mit Problemen im Kniegelenk weisen häufiger einen niedrigeren Vitamin-D-Spiegel auf als gesunde Kontrollpersonen. Ein Mangel an Vitamin D steht bei Patienten mit einer frühen Knie-Arthrose in Zusammenhang mit einem höheren Maß an Schmerzintensität, Behinderung, Angst und depressiven Symptomen, geringerer sozialer Teilhabe und körperlicher Leistungsfähigkeit. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Vitamin D für die frühe Diagnose und Prävention der Knie-Arthrose. Da diese Studie jedoch mit recht wenigen Teilnehmern durchgeführt wurde, sollte Vitamin D bei der Knie-Arthrose in weiteren Studien geprüft werden.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Kombinationen und einzeln, z.B. auch in flüssiger Form für gute Aufnahmen, verfügbar. Auf eine gute Qualität und angemessene Dosierung sollte geachtet werden.

 

Quelle
Ana Alabajos-Cea et al., The Role of Vitamin D in Early Knee Osteoarthritis and Its Relationship with Their Physical and Psychological Status. In: Nutrients, online 12.11.2021, doi: 10.3390/nu13114035.


Eine Ernährung mit weniger Fleischkonsum und mehr pflanzlichen Lebensmitteln trägt zur besseren Gesundheit bei. Ob dies auch für eine geringere Belastung der Umwelt gilt, das prüfte eine Forschergruppe am Beispiel von Nordrhein-Westfalen

 

Eine Ernährung mit weniger Fleischkonsum und mehr pflanzlichen Lebensmitteln trägt zur besseren Gesundheit bei. Ob dies auch für eine geringere Belastung der Umwelt gilt, das prüfte eine Forschergruppe am Beispiel von Nordrhein-Westfalen.

 

Eine gesündere Ernährung wird von Ernährungsfachleuten immer wieder empfohlen, doch sie konnte sich in den westlichen Ländern bisher nicht genügend durchsetzen. Das hat nicht nur Folgen für die Gesundheit mit der Entstehung von Krankheiten, die von der Ernährung beeinflusst werden, sondern belastet auch die Umwelt. Erweitert man die Bewertung einer Ernährung um die ökologische Perspektive, sind noch mehr Dinge zu berücksichtigen, wie eine deutsche Studie zeigt. Im Durchschnitt verzehrt jeder EU-Bürger 950 Kilogramm Lebensmittel und Getränke pro Jahr. Das entspricht rund 27 % des gesamten, konsumbasierten, ökologischen Fußabdrucks der EU, ein Großteil davon entfällt auf tierische Produkte. Auf das Konto der Ernährung geht weltweit ein Viertel der menschlichen Emissionen an Treibhausgasen, die Viehzucht hat daran den größten Anteil. Dazu gehören weiter veränderte Landnutzungen und die Entwaldung, die Versauerung von Böden und die Anreicherung von Süß- und Meerwasser vor allem mit Phosphor- und Stickstoffverbindungen.

 

Die industrielle Landwirtschaft steht in direkter Beziehung zu unausgewogenen Kreisläufen von Nährstoffen, der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und dem Verlust der biologischen Vielfalt in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen. Trotz wachsender ökologischer, sozialer und ethischer Bedenken gegenüber dem Fleischkonsum steht Deutschland mit rund 60 kg Fleischverzehr pro Kopf und Jahr in der EU an der Spitze. Die Tierhaltung hat sich in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich intensiviert. Zu den Folgen gehören neben erheblichen Umweltschäden die steigenden Vorkommen von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) sowie von chronischen Krankheiten, die mit der Ernährung in Verbindung stehen. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfälle, Diabetes und Krebs.

 

Der Weg zu einer nachhaltigeren, gesünderen Ernährung stellt eine sehr große Herausforderungen dar. Künftig muss eine wachsende Bevölkerung unter den Auswirkungen des Klimawandels ernährt werden, der Ökosysteme, Landwirtschaft und die globale Gesundheit bedroht. Die „One Health-Perspektive“ ist noch ein neuerer Bereich in der Betrachtung der Ernährung, sie schließt nicht nur die optimale Gesundheit des Menschen, sondern auch die von Tieren und der Umwelt mit ein. Eine Gruppe von deutschen und österreichischen Forschern bezog in einer Studie die Ökobilanz mit ein, um die Nachhaltigkeit des Lebensmittelkonsums zu bewerten. In ihrer Analyse konzentrierten sie sich auf die Ernährung in Nordrhein-Westfalen, dem an der Bevölkerung reichsten deutschen Bundesland. Vorherrschend ist die „westliche Ernährung“, mit einem hohen Anteil an Wurst- und Fleischprodukten sowie an Fertigwaren.

 

Die Fleischindustrie hat hier einen starken Anteil, rund 30 % der Tierhaltung in Deutschland entfallen auf Nordrhein-Westfalen. Alternativ dazu bezogen die Forscher gesündere Ernährungsweisen ein mit dem Ziel, Empfehlungen für eine nachhaltigere Ernährung zu geben und die Dimensionen von Umwelt, Mensch und Tier zu berücksichtigen. Untersucht wurde die Umstellung auf drei Ernährungsweisen, die allgemein als „gesund“ gelten: Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die mediterrane Ernährung mit mehr Fisch und Meeresfrüchten sowie die vegane Ernährung. Jede ist aus der Sicht der „One-health-Perspektive“ nachhaltig vorteilhaft, bei näherer Betrachtung zeigen sich einige Unterschiede.

 

Allgemein gilt, wer öfter auf Fleisch verzichtet und stattdessen mehr Vollkornprodukte, Gemüse und Obst isst, tut nicht nur sich selbst, sondern auch den Tieren und der Umwelt etwas Gutes. Daher gehen die Empfehlungen der DGE mit einer stärker pflanzlichen Ernährung in die richtige Richtung. Im Hinblick auf die menschliche Gesundheit sind die mediterrane und vegane Ernährung jedoch vorteilhafter. Im Detail zeigen sich in Bezug auf die Umwelt auch einige Nachteile. Die mediterrane Ernährung ist zwar sehr gesund, was viele Studien der letzten Jahre bestätigten. Sie führt aufgrund eines hohen Anteils an Nüssen und Gemüse jedoch zu einem erhöhten Wasserbedarf. Wenn zudem, wie die Forscher in ihrer Studie prüften, der Verzehr von Fleisch vollständig durch Fisch ersetzt wird, sind die Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere überraschend negativ: Da Fische und Meeresfrüchte viel kleiner sind als z.B. Kühe oder Schweine, leiden deutlich mehr Tiere unter dieser Ernährungsweise. Auch der erhöhte Verbrauch von Honig, der eine intensive Bewirtschaftung der Bienenvölker erfordert, wirkt sich negativ aus. Die vegane Ernährung schneidet in vielen Bereichen am besten ab. Allerdings ist auch die Herstellung veganer Lebensmittel mit einem erhöhten Wasserverbrauch verbunden. Außerdem müssen Veganer bestimmte Nährstoffe wie Vitamin B12, Vitamin D und Kalzium separat zu sich nehmen, da diese Mikronährstoffe mit der rein pflanzlichen Ernährung nicht genügend aufgenommen werden.

 

Alle drei Ernährungsweisen sind im Vergleich zur einer fleischreichen Kost gesünder und führen trotz einiger Kompromisse zu einem Gewinn an Nachhaltigkeit. Der Nutzen für die Gesundheit ist umso stärker, je größer der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukten, in der Ernährung ist. Einerseits kann aber der Ersatz von tierischen durch pflanzliche Proteinquellen die Wasserknappheit erhöhen. Andererseits hat ein erhöhter Verbrauch von tierischen Produkten wie Fisch, Meeresfrüchten und Honig auch negative Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere. Dies unterstreicht die Rolle, die tierische Produkte für die gesamte Nachhaltigkeit der westlichen Ernährungsweise aus Sicht der One-Health-Perspektive haben. Darüber hinaus wird empfohlen, den Verzehr von Fertiggerichten und stark verarbeiteten Lebensmitteln zu senken, um die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt zu verbessern. Tatsache ist auch, dass sich viele Menschen zu reichhaltig ernähren. Wenn die Menge an Nahrungsmitteln auf das reduziert würde, was man wirklich benötigt, könnte sich dies zusätzlich positiv auf die Gesundheit und die Umwelt auswirken.

 

Quelle
Juliana Minetto Gellert Paris et al., Changing dietary patterns is necessary to improve the sustainability of Western diets from a One Health perspective. In: Science of The Total Environment, online 6.11.2021, doi: 10.1016/j.scitotenv.2021.151437.


Die Ernährung kann den Verlauf von Rheuma mit beeinflussen. In einer Übersicht stellen Forscher die aktuellen Kenntnisse dazu vor.

 

Die Ernährung kann den Verlauf von Rheuma mit beeinflussen. In einer Übersicht stellen Forscher die aktuellen Kenntnisse dazu vor. Trotz zum Teil unterschiedlicher Studien zeichnet sich ab, dass die Omega-3-Fettsäuren bei guter Versorgung die Rheuma-Beschwerden leicht verringern könnten.

 

Die rheumatoide Arthritis (Rheuma) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, gekennzeichnet durch Entzündungssymptome und Schmerzen in den Gelenken. Sie tritt auf, wenn das Immunsystem körpereigene Zellen mit externen Eindringlingen verwechselt und Entzündungsstoffe freisetzt, die die Gelenkschleimhaut angreifen. Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen, Gelenksteifigkeit, Schwellungen, Müdigkeit und Schwäche. Rheuma wirkt sich auf fast alle Organe des Körpers aus und führt auch zu begleitenden Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Krankheiten, Infektionen, Osteoporose und Depressionen. Zur Therapie gehört die lebenslange Einnahme von Medikamenten, um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern und die Symptome zu kontrollieren. Dazu gehören nichtsteroidale Antirheumatika, Kortikosteroide und Antirheumatika, die Gelenkschmerzen, Schwellungen und Entzündungen lindern.

 

Noch ist unklar, wie Rheuma entsteht, eine genetische Veranlagung, aber auch beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Bewegung und die Ernährung spielen eine Rolle. Doch über die Auswirkungen verschiedener Ernährungsweisen bei Rheuma ist bisher wenig bekannt. Am meisten untersucht sind Omega-3-Fettsäuren, die antientzündliche und antioxidative Wirkungen haben. Sie regulieren die Signalwege von Antioxidantien und verändern Entzündungswege, indem sie mit Omega-6-Fettsäuren konkurrieren, die zu entzündungsfördernden Substanzen (Eicosanoide) umgewandelt werden. Studien zeigten, dass die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren typische Rheuma-Symptome, z.B. Morgensteifigkeit, Schmerzen, Griffstärke und Gelenkempfindlichkeit, verbessern kann. Angesichts der Beziehung zwischen Entzündungen und dem Fortschreiten der Krankheit spielen Omega-3-Fettsäuren durch die Modulation der Entzündungsprozesse und -wege eine wichtige Rolle.

 

Bisher fehlt es jedoch noch an Vergleichen zwischen der Ernährung allein oder in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren. Ein Team von US-amerikanischen Forschern stellte jetzt in einem Review die aktuellen Kenntnisse zu diätetischen Maßnahmen mit oder ohne Ergänzungen von Omega-3-Fettsäuren bei der Behandlung von Rheuma vor. Nach einer umfassenden Literaturrecherche konnten sie 20 Studien mit 1.063 erwachsenen Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen.

Verglichen wurden unterschiedliche Ernährungsweisen, darunter waren die mediterrane, vegetarische, vegane, eine allergenfreie oder allgemein gesunde Ernährung sowie das Fasten. Zwei Studien schlossen eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren in die Ernährungsintervention ein. Bei einer (doppelblinden Crossover-)Studie erhielten die Teilnehmer beider Gruppen entweder ein Placebo oder Fischölkapseln (30 mg/kg Körpergewicht). In der zweiten Studie wurde eine Ernährung mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einer Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren (pro Tag 1,6 g EPA, 1,1 g DHA ) bei Rheuma geprüft. Außerdem wurden in einer Studie Diäten mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren verglichen.

 

Verbesserungen der Symptome zeigten sich mit Omega-3-Fettsäuren bei Schmerzen, Dauer der Morgensteifigkeit, Gelenkempfindlichkeit, Griffstärke und bei Entzündungsmarkern (z.B. CRP). Obwohl die Auswirkungen der Ernährungsmaßnahmen unterschiedlich waren, zeigte sich bei Rheuma-Patienten, dass diätetische Maßnahmen in Kombination mit einer Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren Vorteile haben können.

Die Forscher ziehen das Fazit: Für Erwachsene mit Rheuma, die eine ergänzende Behandlung suchen, können diätetische Maßnahmen auf entzündungshemmender Basis nützlich sein. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren könnte zu Verbesserungen bei bestimmten Rheuma-Symptomen führen. Grundsätzlich ist die Rolle und die Wirksamkeit diätetischer Maßnahmen bei der Rheuma-Therapie vielfältig und z.B. aufgrund heterogener Studien weiterhin nicht eindeutig geklärt. Einige diätetische Maßnahmen wie eine entzündungshemmende, vegetarische oder mediterrane Ernährung etc. könnten zu einer deutlichen Linderung der Symptome beitragen. Über die Beziehungen zwischen der Ernährung und Rheuma sollte künftig weiter geforscht werden.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA und DHA, haben u.a. entzündungshemmende Wirkungen. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle
Tala Raad et al., Dietary Interventions with or without Omega-3 Supplementation for the Management of Rheumatoid Arthritis: A Systematic Review. In: Nutrients, online 4.10.2021, doi: 10.3390/nu13103506.


Die antioxidativ wirkenden Catechine sind die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee. Sie können vermutlich dazu beitragen, Infektionen der oberen Atemwege zu verringern.

 

Die antioxidativ wirkenden Catechine sind die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee. Sie können vermutlich dazu beitragen, Infektionen der oberen Atemwege zu verringern. Das gilt nach einer Studie für das Teetrinken, die Aufnahme von Catechinen und für das Gurgeln mit dem grünen Tee.

 

Infektionen der Atemwege, sei es durch die Grippe, die häufiger vorkommenden Erkältungen und grippalen Infekte oder gar durch das Coronavirus, kommen weltweit häufig vor. Sie erhöhten das Interesse an vorbeugenden, nicht medizinischen Maßnahmen. Dazu gehören z.B. das Händewaschen, der Körperabstand, das Tragen von Masken sowie das Gurgeln und Mundspülungen mit geeigneten Lösungen. Sie können die Zahl an Infektionen verringern, jedoch fehlt es hier oft noch an umfassenderen Nachweisen. Es gibt einige Hinweise, dass der grüne Tee zum Schutz vor Infektionen beitragen könnte. In Ostasien wird grüner Tee traditionell getrunken, auch bei uns wird er längst häufiger angeboten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Catechine (gehören zu den Flavonoiden, einer Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe), vor allem für Epigallocatechingallat (EGCG) sind antioxidative und antivirale Wirkungen nachgewiesen. Es gibt einige Nachweise, dass das Gurgeln mit Grüntee präventiv gegen Influenza (Grippe) wirken könnte.

 

Dies gilt vermutlich auch für das Trinken von grünem Tee und die Aufnahme von Catechinen, die zur Vorbeugung gegen Influenza und andere akuten Infektionen der oberen Atemwege beitragen könnten. Eine Gruppe japanischer Forscher untersuchte daher in einer systematischen Übersicht und Meta-Analyse, ob der grüne Tee zur Vorbeugung vor Infektionen der oberen Atemwege beitragen kann. Sie prüften dabei auch, ob der Konsum von Grüntee und Catechinen die gleiche Schutzwirkung hat wie das Gurgeln mit dem Tee.

Nach einer umfassenden Recherche in den einschlägigen Datenbanken werteten sie sechs (randomisierte kontrollierte) Studien und vier prospektive Bevölkerungsstudien mit rund 3.700 Teilnehmern aus. Das Gurgeln mit Tee und der Konsum von Catechinen hatten signifikante präventive Wirkung gegen Infektionen der oberen Atemwege, sie minderten das Risiko für Infektionen um 26 %. Die Forscher werteten auch die Ergebnisse für einige Untergruppen aus. Sowohl bei den prospektiven Bevölkerungsstudien als auch bei den kontrollierten Studien zeigten sich signifikante präventive Effekte (Risikominderung von 33 bzw. 21 %). Auch abhängig von der Krankheitsart zeigten sich vorbeugende Wirkungen. Bei Grippe konnte das Risiko um 31 %, bei akuten Infektionen der oberen Atemwege um 22 % verringert werden. Sowohl das Gurgeln mit Tee als auch die Aufnahme von Catechinen schützten wirksam vor einer Infektion der oberen Atemwege. Beim Teetrinken und Verzehr von Catechinen sank das Risiko um 32 %, beim Tee-Gurgeln um 17 %.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl das Gurgeln mit Grüntee und die Aufnahme von Tee-Catechinen präventive Wirkungen gegen virale Atemwegsinfektionen haben können. Es wurde eine dosisabhängige Beziehung zwischen der täglichen Gesamtaufnahme an Catechinen und der vorbeugenden Wirkung gegen Infektionen festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkung vermutlich auf die Catechine zurückzuführen ist. Die Aufnahme von Tee-Catechinen und auch das Gurgeln mit Tee könnte in die täglichen Alltagsroutinen einbezogen werden und zur Vorbeugung vor viralen Infektionen der Atemwege beitragen. Diese Wirkungen sollten in groß angelegten Studien weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Wer grünen Tee nicht oder nur selten trinkt, kann Grüntee-Extrakte auch aus Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden.

 

Quelle
Mai Umeda et al., Preventive effects of tea and tea catechise against influenza and acute upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis. In: European Journal of Nutrition, online 22.9.2021, doi: 10.1007/S00394-021-02681-2.


Die Aufnahmen von Zink könnten bei Infekten der Atemwege nützlich sein.

 

Die Aufnahmen von Zink könnten bei Infekten der Atemwege nützlich sein. Zink könnte dazu beitragen, die Symptome zu verringern und die Dauer der Erkältung zu verkürzen. Das zeigt eine umfassende Metaanalyse.

 

Akute, durch Viren ausgelöste Infektionen der Atemwege treten in den Herbst- und Wintermonaten allgemein häufiger auf. Das Spektrum reicht von leichteren Erkältungen und grippeähnlichen Erkrankungen bis hin zu Lungenentzündungen und schweren akuten Atemwegs-Syndromen. Die Infektionsraten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, sie variieren je nach dem Viruserreger und Ort, der Jahreszeit sowie dem Gesundheitszustand und Alter der Betroffenen. Abgesehen von Grippe- und SARS-CoV-2-Impfungen gibt es bisher nur wenige vorbeugende Maßnahmen und mögliche Therapien. Einige Empfehlungen richten sich auf die Anwendung von Zink, das eine Schlüsselrolle im Immunsystem hat. Es trägt zur Abwehr von Entzündungen bei und besitzt antivirale Eigenschaften. Zink unterstützt bei Verletzungen, der Regulierung des Bluthochdrucks und bei der Versorgung von Sauerstoff in den Geweben. Allerdings waren die Studienergebnisse zur Beziehung von Zink und Infekten der Atemwege bisher nicht einheitlich, z.B. aufgrund verschiedener Arten der Verabreichung oder der Zinkformen. Ein Team von Forschern aus den USA, Kanada und Australien untersuchte daher Zink sowohl zur Selbstmedikation als auch in der klinischen Praxis in einem umfassenden Review und in einer Metaanalyse bei durch Viren ausgelösten Atemwegs-Infekten. Analysiert wurden dabei z.B. die Dauer der Infekte, der Schweregrad der Symptome und mögliche Nebenwirkungen.

 

Ausgewertet wurden Studien bis zum August 2020, 28 klinische Studien mit knapp 5.500 Teilnehmern konnten in die Meta-Analyse einbezogen werden. Am häufigsten wurde Zink als Lutschtablette eingesetzt, verwendet wurden auch Nasensprays und Gels, entweder als Zink-Acetat oder -Glukonat. Die Dosierungen waren unterschiedlich, abhängig davon, ob Zink zur Vorbeugung oder zur Therapie eingesetzt wurde. Im Vergleich zum Placebo verhinderte orales oder intranasal aufgenommenes Zink 5 Atemwegs-Infekte pro 100 Personen. Die Beziehung zwischen Zink und den Infekten war am deutlichsten bei Fieber-Symptomen und grippeähnlichen Erkrankungen. Im Durchschnitt klangen die Symptome mit sublingualem oder intranasalen Zink im Vergleich zum Placebo zwei Tage früher ab. 19 Erwachsene pro 100 Personen hatten ohne Zink ein höheres Risiko, am Ende der ersten Woche symptomatisch zu bleiben. Es zeigte sich mit Zink ein (klinisch signifikanter) geringerer Schweregrad der Symptome am dritten Tag, jedoch nicht beim durchschnittlichen täglichen Schweregrad der Symptome.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Erwachsenen, bei denen ein Zinkmangel eher unwahrscheinlich ist, zeigte sich, dass bei Verwendung von Zink zur Vorbeugung ein geringeres Risiko besteht, schwerer an Atemwegs-Infektion zu erkranken. Es gibt einige Hinweise, dass Zink die Symptome von Infektionskrankheiten verhindern und die Krankheitsdauer verkürzen kann. Bei der Behandlung wurde festgestellt, dass Zink die Dauer der Symptome verkürzt und den Schweregrad der Symptome am dritten Tag verringert, nicht jedoch den gesamten täglichen Schweregrad der Symptome. Es bestand zwar ein erhöhtes Risiko für leichtere Nebenwirkungen, die die Verträglichkeit für einige Patienten einschränken könnten, aber das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen war gering. Die Studien waren insgesamt recht heterogen, so dass genauere Einschätzungen der Wirksamkeit, verschiedener Zinkformen und -dosen nicht abgeleitet werden konnten. Zink sollte nach Ansicht der Forscher bei viralen Infekten der Atemwege, einschließlich SARS-CoV-2, weiter erforscht werden. Da es nach wie vor an wirksamen Medikamenten gegen unspezifische Atemwegs-Infektionen fehlt, kann Zink eine nützliche Alternative für die Selbstmedikation sein.

 

Unser Tipp: Zink kann in verschiedenen Formen aufgenommen werden, z.B. als Tabletten, Kapseln, sublingual oder flüssig. Sehr gut bioverfügbar sind z.B. diese Zinkformen: Zinkcitrat, -glukonat und -picolinat.

 

Quelle
Jennifer Hunter et al., Zinc for the prevention or treatment of acute viral respiratory tract infections in adults: a rapid systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: BMJ Open Vol. 11. Nr. 11 2021, doi: 10.1136/bmjopen-2020-047474.


Schon ein leichter bis mittlerer Jodmangel kann die wichtige Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft für Mutter und Kind beeinträchtigen. Jodergänzungen können die Funktionen der Schilddrüse bei schwangeren und stillenden Frauen verbessern.

 

Schon ein leichter bis mittlerer Jodmangel kann die wichtige Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft für Mutter und Kind beeinträchtigen. Jodergänzungen können die Funktionen der Schilddrüse bei schwangeren und stillenden Frauen verbessern.

 

Die ausreichende Jodzufuhr ist für die normalen Funktionen der Schilddrüse sehr wichtig, da Jod in die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) eingebaut wird. Das gilt besonders in der Schwangerschaft, da beide Hormone für die neuronale Entwicklung des Fötus benötigt werden. Der Jodbedarf steigt in der Schwangerschaft und nach der Geburt durch eine erhöhte Bildung von Schilddrüsenhormonen, der Übertragung von Jod auf den Fötus, der erhöhten glomerulären Filtration (Prozess in den Nierenkörperchen) und der Jodverluste im Urin sowie der Bildung der Muttermilch während der Stillzeit. Schwangeren und stillenden Frauen wird daher eine etwas erhöhte tägliche Aufnahme von 230 bzw. 260 mcg Jod empfohlen.

 

Die Hauptquellen für Jod sind Seefische sowie Milch und Milchprodukte, allerdings wird dadurch der Jodbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht immer gedeckt. Jodergänzungen im Salz oder aus Nahrungsergänzungen können die Zufuhr verbessern. Die nachteiligen Auswirkungen eines schweren Jodmangels in der Schwangerschaft sind gut untersucht. Wird der Fötus nicht ausreichend mit Jod versorgt, steigt das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und nach der Geburt an, z.B. im Wachstum, der Knochenreifung und der Entwicklung des Gehirns. Ob sich ein leichter bis mäßiger Jodmangel ebenfalls nachteilig auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken, das ist bisher weniger bekannt, außerdem sind die Ergebnisse nicht einheitlich. Eine Gruppe von Forschern aus Norwegen untersuchte daher, ob die Jodzufuhr und der Zeitpunkt des Beginns der Jodergänzung mit der Schilddrüsenfunktion bei schwangeren Frauen und nach der Geburt zusammenhängen.

 

Im Rahmen einer Ernährungsstudie (Mommy´s Food) wurden schwangere Frauen einbezogen, die sich im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft zum Teil stärker mit Fisch und zum Teil wie gewohnt ernährten. Durch den erhöhten Fischverzehr stieg die Urin-Jodkonzentration an, was sich jedoch nicht auf die Schilddrüsenfunktionen auswirkte. Daher untersuchten die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen Markern der Jodversorgung und Tests zu den Schilddrüsenfunktionen in einer zweiten Analyse. Einbezogen waren 137 schwangere Frauen, die in der 18. und 36. Woche der Schwangerschaft sowie drei und sechs Monate nach der Entbindung untersucht wurden. Dazu gehörten Blut- und Urinproben und Befragungen zur Ernährung und zur Einnahme von Nahrungsergänzungen. Zu jedem Zeitpunkt wurde die Funktion der Schilddrüsen (Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4), die Jod- und Kreatinin-Konzentration im Urin sowie die Jodzufuhr vor und in der Schwangerschaft, einschließlich der Einnahme von Jodergänzungen, untersucht.

 

Der Jodgehalt in den genutzten Nahrungsergänzungen variierte zwischen 75 und 225 mcg pro empfohlener Tagesdosis. Die mittleren Werte der Urin-Jodkonzentration wiesen bei den Frauen in der 18. Schwangerschaftswoche auf leichte bis mäßige Jodmängel hin. Dabei zeigten sich in der Urin-Jodkonzentration und der Jodzufuhr einige Beziehungen zu den Schilddrüsenhormonen. Im Vergleich zu Frauen, die keine Nahrungsergänzungen einnahmen, hatten diejenigen, die schon vor der Schwangerschaft mit der Jodergänzung begonnen und diese in der Schwangerschaft fortgesetzt hatten, niedrigere Werte an Thyrotropin (TSH) und höhere Werte an Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Einnahme von jodhaltigen Nahrungsergänzungen, die vor der Schwangerschaft begonnen und in dieser Zeit fortgesetzt wurde, war mit besseren Konzentrationen in den Schilddrüsenhormonen verbunden. Das könnte dazu beitragen, die Funktionen der Schilddrüsen in dieser Zeit zu verbessern. Diese Ergebnisse unterstützen die Auffassung, dass die Optimierung der Jodzufuhr bereits vor der Schwangerschaft beginnen sollte.

 

Unser Tipp: Jod kann einzeln oder in Kombination mit anderen Mineralien und Mikronährstoffen ergänzt werden. Sehr gut aufnehmbar ist es z.B. in flüssiger Form als Kaliumjodid.

 

Quelle
Synnøve Næss et al., Iodine Nutrition and Iodine Supplement Initiation in Association with Thyroid Function in Mildly-to-Moderately Iodine-Deficient Pregnant and Postpartum Women. In: The Journal of Nutrition, Vol. 151, Nr. 10 2021, Pages 3187–3196, doi: 10.1093/jn/nxab224.


Die Ernährung kann ein entzündliches Potenzial haben, verschiedene Faktoren tragen dann dazu bei, Entzündungen im Körper zu „fördern“.

 

Die Ernährung kann ein entzündliches Potenzial haben, verschiedene Faktoren tragen dann dazu bei, Entzündungen im Körper zu „fördern“. In einer Studie zeigte sich bei einem hohen Entzündungs-Potenzial eine Beziehung zu chronischen Krankheiten.

 

Die Ernährung enthält eine Reihe von Bestandteilen, die Entzündungen im Körper fördern, während andere sie senken können. Ein erhöhtes entzündliches Potenzial der Ernährung trägt vermutlich zum Risiko für chronische Krankheiten bei. Darauf weisen eine Reihe von Studien hin. Proentzündlich wirken vor allem Lebensmittel, die zuckerreich sind, einschließlich gesüßter Getränke sowie raffinierte und prozessierte Lebensmittel. Gesättigte Fettsäuren sollten in der Nahrung nur in geringen Mengen, Transfettsäuren nur sehr gering enthalten sein.

Eine antientzündliche Ernährung enthält dagegen reichlich pflanzliche Lebensmittel, Gemüse, Obst, Fisch und Milchprodukte. Sie liefern reichlich Ballaststoffe, die gesunden Omega-3-Fettsäuren, Antioxidanzien, sekundäre Pflanzenstoffe, Kalzium und Vitamin D, die antientzündlich wirken können. Außerdem sollte nur wenig Salz aufgenommen werden. Das entzündliche Potenzial der Ernährung lässt sich mit einem speziellen Index (DII, Dietary Inflammatory Index) bestimmen. Vorausgesetzt, es liegen genügend Daten zur jeweiligen Ernährung vor. Eine Gruppe von australischen Forschern untersuchte in einem umfassenden Review und einer Meta-Analyse den Zusammenhang zwischen diesem Nahrungs-Entzündungs-Index und einer Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

 

Einbezogen in die Auswertung wurden 15 Meta-Analysen zu 38 chronischen Krankheiten mit einer Gesamtzahl von 4.360.111 Teilnehmern. Die Ergebnisse wurden anhand der verschiedenen Studiendesigns untersucht, darunter waren Fall-Kontroll-, Querschnitts-, prospektive und Kombinations-Studien. Die Analyse zeigte, dass eine Ernährungsweise, die Entzündungen fördert, signifikant mit 27 (71 %) der einbezogenen chronischen Krankheiten stand. Die Nachweise wurden in verschiedene Grade der Glaubwürdigkeit eingeteilt. Überzeugend (Klasse I) war die Beziehung zwischen der proentzündlichen Ernährung und dem Herzinfarkt. Sehr wahrscheinlich (Klasse II) war die Verbindung zum Risiko für Krebskrankheiten allgemein, speziell zum Krebs des Dickdarms, der Bauchspeicheldrüse, der Atemwege und der Mundhöhle. Beeinflusst bzw. erhöht wurde hier auch das Risiko für die allgemeine Sterblichkeit. Die meisten Ergebnisse wurden als wahrscheinlich (Klasse III) eingestuft oder hatten nur geringere Nachweise mit schwachen oder fehlenden Verbindungen zu den Entzündungsfaktoren in der Ernährung.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Ernährungsweisen, die Entzündungen fördern, können mit einem erhöhten Risiko für viele chronische Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Allerdings ist die Beweiskraft für die meisten Ergebnisse aus den Studien noch recht begrenzt. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Beziehungen zwischen einer proentzündlichen Ernährung und chronischen Krankheiten zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Viele Nahrungsergänzungen enthalten antientzündlich wirkende Mikronährstoffe, einzeln oder kombiniert in speziellen Mischungen. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Wolfgang Marx et al., The Dietary Inflammatory Index and Human Health: An Umbrella Review of Meta-Analyses of Observational Studies. In: Advances in Nutrition, Vol. 12, Nr. 5 2021, S. 1681–1690, doi: 10.1093/advances/nmab037.


Flavonoide sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Bei einer guten Aufnahme können sie langfristig vermutlich dazu beitragen, die kognitiven Leistungen älterer Menschen zu stärken.

 

Flavonoide sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Bei einer guten Aufnahme können sie langfristig vermutlich dazu beitragen, die kognitiven Leistungen älterer Menschen zu stärken.

 

Weltweit steigt die Anzahl alter Menschen an, entsprechend werden altersbedingte kognitive Beeinträchtigungen und Demenz-Krankheiten weiter zunehmen. Präventive Maßnahmen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Oft nehmen Betroffene selbst das Nachlassen ihrer kognitiven Fähigkeiten schon Jahre vorher wahr, bevor kognitive Beeinträchtigungen und Demenz medizinisch festgestellt werden können. In dieser oft jahrelangen Phase lassen sich möglicherweise einige der bekannten Risikofaktoren für den kognitiven Leistungsabfall im Alter beeinflussen. Dazu gehört die Ernährung und speziell die gute Versorgung mit Flavonoiden aus pflanzlichen Lebensmitteln. Rund 8.000 verschiedene Flavonoide aus Pflanzen sind bereits ermittelt. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und geben Pflanzen nicht nur ihre markanten Farben, sondern schützen sie auch vor UV-Licht und Krankheitserregern. Sie sind vor allem in vielen Obstsorten enthalten, gute Anteile liefern vor allem Beeren und Zitrusfrüchte. Der Nutzen von Flavonoiden für die Gesundheit des Menschen wird seit vielen Jahren untersucht. Sie sind wirksame Antioxidantien und wirken auch antientzündlich. Ihre starke antioxidative Wirkung könnte Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen, die überall im Körper entstehen, wo der lebenswichtige Sauerstoff vorhanden ist.

 

Das gilt auch für das Gehirn, das den höchsten Verbrauch an Sauerstoff von allen Organen hat. Die antioxidativen Schutzsysteme, zu denen neben Flavonoiden z.B. auch einige Vitamine, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren gehören, werden im Alter schwächer. Das könnte dazu beitragen, dass sich die Hirnfunktionen und vor allem die kognitiven Leistungen verringern. Doch die bisherigen Ergebnisse zur Beziehung von Flavonoiden und den kognitiven Leistungen sind nicht einheitlich. Daher untersuchte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern diese Verbindungen in zwei großen prospektiven Bevölkerungsstudien.

 

Einbezogen wurden rund 49.500 Frauen aus der Nurses' Health Study (1984-2006) und knapp 20.000 Männer aus der Health Professionals Follow-Up Study (1986-2002). Die Teilnehmer waren zu Beginn zwischen 48 und 51 Jahre alt, alle wurden mehr als 20 Jahre in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. Untersucht wurde dabei der Zusammenhang zwischen den Aufnahmen von Flavonoiden aus der Nahrung (Untergruppen Flavonole, Flavone, Flavanone, Flavan-3-ole, Anthocyane, polymere Flavonoide, Proanthocyanidine) und kognitiven Leistungen. Bei den Krankenschwestern wurde die langfristige durchschnittliche Nahrungsaufnahme aus sieben Befragungen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme berechnet. Die Teilnehmerinnen bewerteten außerdem ihre subjektiv wahrgenommenen kognitiven Leistungen in den Jahren 2012 und 2014. Bei den Männern aus Gesundheitsberufen wurde die durchschnittliche Nahrungsaufnahme an Flavonoiden anhand von fünf Befragungen berechnet. Die Teilnehmer bewerteten ihre kognitiven Leistungen in den Jahren 2008 und 2012. Sie gaben z. B. an, wie ihre Erinnerung und Merkfähigkeit funktionierte, wie sie sich in ihrer Umgebung zurechtfanden und ob ihr Gedächtnis nachgelassen hatte.

 

Die täglichen Aufnahmen von Flavonoiden waren sehr unterschiedlich. Teilnehmer mit dem höchsten Konsum kamen auf ca. 600 mg Flavonoide täglich, bei den geringsten Aufnahmen waren es nur ca. 150 mg. Bei den höchsten Aufnahmen hatten die Teilnehmer ein um ca. 20 % signifikant geringeres Risiko für einen subjektiven Abbau der kognitiven Leistungen. Noch deutlichere Wirkungen gab es bei einzelnen Flavonoid-Arten: Die beste Schutzwirkung gegen subjektiv wahrgenommene kognitive Störungen wurde für Flavone, Flavanone und Anthocyane gefunden. Sie verringerten bei guter Versorgung das Risiko für geringere kognitive Leistungen um 38 %, 36 % bzw. 24 %. Flavone kommen z.B. in Orangen, Paprika, Rosmarin und Thymian vor. Flavanone sind vor allem in Orangen und Grapefruit enthalten. Anthocyane finden sich in vielen Obstsorten, vor allem in Blaubeeren, Erdbeeren, Äpfeln und im Rotwein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass eine höhere Aufnahme von Flavonoiden zum Erhalt der kognitiven Funktionen beitragen kann. Bei den Untergruppen der Flavone, Flavanone und Anthocyane zeigten sich die stärksten vermutlich schützenden Beziehungen zu den langfristig beobachteten kognitiven Leistungen. Dies sollte in weiteren Studien mit präventiven und therapeutischen Anwendungen von Flavonoiden näher untersucht werden. In der Zwischenzeit kann der Verzehr von flavonoidreichen Lebensmitteln wie Beeren und Zitrusfrüchten und -säften für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion von Vorteil sein.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Flavonoiden ist auch in vielen Nahrungsergänzungen erhalten, z.B. in einzelnen Obst- und Gemüse-Extrakten, aber auch in Multipräparaten in Kombinationen mit anderen Mikronährstoffen. Auf eine gute Qualität sollte immer geachtet werden.

 

Quelle
Tian-Shin Yeh et al., Long-term Dietary Flavonoid Intake and Subjective Cognitive Decline in US Men and Women. in: Neurology, online 28.7.2021, doi: 10.1212/WNL.0000000000012454.


Schwangerschafts-Diabetes erhöht den oxidativen Stress

 

Der Schwangerschafts-Diabetes verstärkt bei den betroffenen Frauen auch den oxidativen Stress. Einige Mikronährstoffe, vor allem Probiotika und Omega-3-Fettsäuren, konnten in einer Meta-Analyse ihren oxidativen Stress verringern.

 

Der Schwangerschafts-Diabetes (Gestations-Diabetes mellitus) ist eine Störung des Glukosestoffwechsels und tritt meist im zweiten oder dritten Trimester der Schwangerschaft auf. Man schätzt, dass rund 13 % der werdenden Mütter davon betroffen sind. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, Diabetes-Vorkommen in der Familie und eine gestörte Glukosetoleranz. Im Lauf der normalen Schwangerschaft führen die Anpassungen im Stoffwechsel und die Bildung von Plazentahormonen zur Entwicklung einer "physiologischen" Insulinresistenz. Sie dient dazu, den Transfer von Glukose an den Fötus zu gewährleisten. Ein Gestations-Diabetes entwickelt sich bei Frauen, deren Funktion der Bauchspeicheldrüse nicht ausreicht, um diese schwangerschaftsabhängige Insulinresistenz zu überwinden, was zu erhöhten Konzentrationen des Blutzuckers führt. Bekannt ist, dass beim Gestations-Diabetes ein erhöhter oxidativer Stress entsteht, dabei wird das Gleichgewicht zwischen der Bildung von Sauerstoff-Radikalen und den antioxidativen Abwehrkräften gestört.

 

Erhöhte Werte von freien Radikalen und Lipidperoxiden sind in der Schwangerschaft ein durchaus normales Phänomen. Bei Schwangerschaften, die durch einen Gestations-Diabetes komplizierter sind, wurde über eine übermäßige Oxidation berichtet, die hauptsächlich auf eine Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) zurückzuführen ist. Überschüssige Glukose ist für die erhöhte Bildung von freien Radikalen verantwortlich, da sie mehrere Mechanismen im Stoffwechsel aktiviert und die Bildung von freien Radikalen in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) der Plazenta fördert. Ein erhöhter oxidativer Stress wird mit einer gestörten insulin-abhängigen Glukoseaufnahme, einer erhöhten Apoptoserate (gesteuerter „Selbstmord“ der Zellen) und einer Dysfunktion der Plazenta in Verbindung gebracht, während gleichzeitig ein allgemeiner proentzündlicher Zustand entsteht. Daher könnte die Ergänzung von antioxidativen Mikronährstoffen bei schwangeren Frauen mit Gestations.Diabetes vorteilhaft sein. Ein Forscherteam aus Griechenland prüfte in einer Meta-Analyse erstmals verschiedene Nahrungsergänzungen in Bezug auf den oxidativen Stress beim Schwangerschafts-Diabetes. Nach einer umfangreichen Recherche wurden schließlich 16 Studien mit insgesamt 1.173 Frauen mit Gestations-Diabetes ausgewertet.

 

Es zeigte sich, dass mehrere Nahrungsergänzungen den oxidativen Stress beim Schwangerschafts-Diabetes verringern konnten. Die Konzentrationen von Biomarkern, die die Oxidation fördern bzw. hemmen, konnten erhöht bzw. gesenkt werden. Omega-3-Fettsäuren gehören zu den wirksamsten antioxidativen Maßnahmen. Sie können bei schwangeren Frauen mit Gestations-Diabetes den erhöhten oxidativen Status auf verschiedene Weise verbessern. Dazu gehört, dass sie die Bildung proentzündlicher Zytokine (regulatorische Proteine) hemmen können. Sie lassen außerdem die Konzentration des stark antioxidativ wirkenden Glutathions (Tripeptid aus Aminosäuren) ansteigen, und sie verhindern die Oxidation von Lipiden im Plasma.

 

Auch Gaben von Probiotika sind bei Frauen mit Gestations-Diabetes gerechtfertigt, sie können die negativen Wirkungen des oxidativen Stresses abschwächen. Sie führen zur Bildung von Metaboliten mit antioxidativer Kapazität wie Glutathion, hemmen proentzündliche Zytokine und verhindern die Oxidation von Lipiden im Plasma. Auch einige andere Mikronährstoffe können beim Gestations-Diabetes vorteilhaft sein. Die Vitamine E und C wirken antioxidativ, indem sie oxidative Schäden verringern oder gar verhindern. Vitamin E hemmt die Kettenreaktionen der Lipidperoxidation in den Zellmembranen, indem es die Vermehrung von Lipid-Radikalen hemmt. Vitamin C kann, selbst in geringen Mengen, Proteine, Lipide, Kohlenhydrate und Nukleinsäuren vor Schäden durch die Bildung von freien Radikalen schützen. Vitamin C kann außerdem oxidiertes Glutathion wieder regenerieren. Es hat sich weiter gezeigt, dass Gaben von Vitamin D die Oxidation von Lipiden und die Produktion von AGEs (glykierte Endprodukte) senkt und die Aktivität von antioxidativen Glutathion-Enzymen erhöht.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Gerade in der Schwangerschaft besteht ein Bedarf an unschädlichen Maßnahmen, die den Schwangerschafts-Diabetes mit seinem erhöhten oxidativen Stress verringern können. Die Gaben verschiedener Nahrungsergänzungen können dabei hilfreich sein. Sie können die schädlichen Wirkungen des oxidativen Stresses begrenzen, der sich bei diesen Schwangerschaften verstärkt entwickelt. Das gilt besonders für Probiotika und Omega-3-Fettsäuren, aber auch für Gaben der Vitamine C, E und D.

 

Quelle
Christos Chatzakis et al., The Effect of Dietary Supplements on Oxidative Stress in Pregnant Women with Gestational Diabetes Mellitus: A Network Meta-Analysis. In: Nutrients, online 30.6,2021, doi: 10.3390/nu13072284.


 Defizite an Nährstoffen sind eine häufige Ursache für unzureichende Leistungen bei Ausdauersportlern. Die Einnahme von Nahrungsergänzungen kann typische Defizite gut kompensieren. Das gilt besonders bei Sportlern mit veganer oder vegetarischer Ernährung.

 

Defizite an Nährstoffen sind eine häufige Ursache für unzureichende Leistungen bei Ausdauersportlern. Die Einnahme von Nahrungsergänzungen kann typische Defizite gut kompensieren. Das gilt besonders bei Sportlern mit veganer oder vegetarischer Ernährung.

 

Die pflanzliche Ernährung wird aus Gründen der Gesundheit, der Leistungsfähigkeit, der Ethik und des Umweltschutzes immer häufiger praktiziert. Dabei ist jedoch die Bioverfügbarkeit von Proteinen, der Vitamine D und B12 sowie der Mineralien Kalzium, Eisen, Jod und Zink im Vergleich zu einer Ernährung mit tierischer Kost geringer. Dagegen sind in der pflanzlichen Ernährung meist höhere Mengen an Kohlenhydraten und Antioxidantien enthalten, was für Ausdauerleistungen im Sport von Vorteil sein kann. Einige Studien zeigten, dass Ausdauersportler, sowohl Elite- als auch Freizeit-Sportler, nicht immer genügend Nährstoffe über die tägliche Nahrung aufnehmen, um ihre sportlichen Bedürfnisse zu erfüllen.

 

Dies könnte bei einer geringeren Verfügbarkeit der Energie und/oder bestimmten Ernährungsweisen noch kritischer sein, vor allem wenn es an einer auf den Sportbedarf abgestimmten Ernährung fehlt. Sich vegan oder vegetarisch ernährenden Sportlern wird daher oft empfohlen, auf die optimale Zufuhr zusätzlicher Makro- und Mikronährstoffe zu achten. Das gilt bei normalem Training ebenso wie unter Wettkampf-Bedingungen. Dauerläufer mit veganer Ernährung ergänzen ihren Bedarf an Mikronährstoffen häufiger als vegetarische oder fleischessende Dauerläufer. Sie halten dadurch die Empfehlungen für den Bedarf an Mikronährstoffen meist besser ein. Bislang untersuchten jedoch nur wenige Studien die Ernährung und die Aufnahme von Nahrungsergänzungen bei Sportlern mit veganer und vegetarischer Ernährung. Da die Zahl von Sportlern, die sich pflanzlich ernähren, steigt, untersuchte ein Forschungsteam aus Österreich, der Schweiz und Deutschland in einer Studie die Aufnahme von Nahrungsergänzungen bei sich vegan und vegetarisch ernährenden Langstreckenläufern (>10 km) im Vergleich zu den Fleischessern. Sie berücksichtigten dabei auch die verschiedenen Einflüsse von Alter, Geschlecht, Distanzen und Wettkampfbedingungen.

 

Aus einer Gruppe von 317 Läufern, die an einer Online-Umfrage teilnahmen, wurden 220 Langstreckenläufer (im Durchschnitt 38,5 Jahre alt) ausgewählt, darunter 100 Fleischesser, 40 Vegetarier und 80 Veganer. Ihre Aufnahme von Makronährstoffen wurde aus einer Befragung zur Ernährung ermittelt. Erfasst wurden dazu die Einnahmen von Nahrungsergänzungen, einschließlich der Art, Häufigkeit der Einnahmen und Dosierungen. Die Daten wurden in Bezug zu den Rennerfahrungen gesetzt. 51 % aller Läufer nahmen Nahrungsergänzungen ein, mit 72 % war dieser Anteil unter den Veganern deutlich höher. Das Alter, Geschlecht und die jeweiligen Laufdistanzen hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Art der Nahrungsergänzungen. Im Vergleich zu Fleischessern und Vegetariern gaben vegane Läufer an, mehr Vitamin-Ergänzungen zu nehmen (aber nicht Kohlenhydrat-/Eiweiß- oder Mineralstoffe). Vitamin B12, Magnesium und Multivitamine wurden allgemein am häufigsten verwendet.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Vergleich zwischen veganen, vegetarischen und fleischessenden Langstreckenläufern zeigt eine mehr als zweifach höhere Aufnahme von Vitaminzusätzen bei den Veganern im Vergleich zu Nicht-Veganern. Dies könnte mit Ernährungsrichtlinien zusammenhängen, die für vegane Sportler die zusätzliche Einnahme wichtiger Mikronährstoffe, z. B. von Vitamin B12, Vitamin D, Kalzium, Eisen, Jod und Zink, dringend empfehlen. Es wurden keine Unterschiede in Bezug auf die verschiedenen Distanzen zwischen 10-km-Läufern, Halbmarathon- und Marathon-Läufern in der Art der Nahrungsergänzungen festgestellt. Die Wettkampfdistanz hat offenbar keinen Einfluss auf die Wahl der Nahrungsergänzungen. Die Ergebnisse zeigen den wichtigen Beitrag von Strategien zur Nahrungsergänzung bei Ausdauerläufern, vor allem für vegane Sportler. Sie können, individuell auf den persönlichen Bedarf abgestimmt, die Gesundheit der Ausdauersportler verbessern und sowohl für die Leistungen als auch für die Erholungsphasen hilfreich sein.

 

Unser Tipp: Für Sportler gibt es eine Reihe von speziell zertifizierten Nahrungsergänzungen, die sich individuell an den Bedarf anpassen lassen.

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Quelle:
Katharina Wirbitzer et al., Supplement Intake in Recreational Vegan, Vegetarian, and Omnivorous Endurance Runners - Results from the NURMI Study (Stop 2). In: Nutrients, online 10.8.2021, doi: 10.3390/nu13082741.


Wer sich gesund mit einer vorwiegend pflanzlichen Kost ernährte, hatte in einer Studie ein geringeres Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren.

 

Wer sich gesund mit einer vorwiegend pflanzlichen Kost ernährte, hatte in einer Studie ein geringeres Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Auch im Fall einer Erkrankung war das Risiko für einen schwereren Verlauf deutlich geringer.

 

Eine betont pflanzliche Ernährung stärkt die Gesundheit und unterstützt bei vielen Krankheiten. Das gilt auch für Infektionskrankheiten, einschließlich der Infektionen mit dem Coronavirus. Übergewicht, Typ 2 Diabetes und allgemein eine schlechte Ernährung können dazu beitragen, das Risiko für eine COVID-19-Erkrankung zu erhöhen. Doch bisher gibt es noch recht wenig Informationen, wie sich die Ernährung auf COVID-19 tatsächlich auswirkt. Ein US-amerikanisches und englisches Forscherteam führte dazu im Rahmen einer COVID-19-Symptomstudie eine Untersuchung durch. Einbezogen waren von März bis Dezember 2020 rund 573.000 Personen aus Großbritannien und den USA. Sie gaben Auskunft über ihre Ernährung vor der Pandemie, daraus wurde mit einem Ernährungs-Score (Healthful Plant-Based Diet Score) ihre Ernährungsqualität bestimmt. Als gesund wurde eine Ernährung eingestuft, die reichlich Obst und Gemüse enthielt.

 

Im Lauf des Jahres erkrankten knapp 32.000 Teilnehmer an COVID-19. Die Forscher setzten die Ernährung der Teilnehmer zu COVID-19 in Beziehung und ermittelten das Risiko für die Erkrankung und den Schweregrad. Diejenigen Teilnehmer, die sich besonders gesund und vorwiegend pflanzlich ernährten, hatten ein um 9 % geringeres Risiko, an einer Infektion mit dem Coronavirus zu erkranken. Das galt im Vergleich zu Teilnehmern, die sich nur sehr gering mit pflanzlicher Kost ernährten. Im Fall einer Erkrankung sank bei der gesunden, pflanzlichen Ernährung das Risiko für einen schweren Verlauf sogar um 41 %. Es zeigte sich außerdem eine deutliche Beziehung zwischen sozial benachteiligten Gruppen und einer schlechteren Ernährung, das galt vor allem in Gebieten, die sozioökonomisch benachteiligt waren.

 

Die Forscher betonen ausdrücklich die Bedeutung der Impfung und das Tragen von Gesichtsmasken in Innenräumen als Vorbeugung der Infektion mit COVID-19. Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht geimpft sind, können jedoch ihr Risiko mit einer gesunden, pflanzlichen Ernährung verringern. Das gilt sowohl für die Infektion als auch für den Verlauf der Krankheit. Die Forscher schätzen, dass rund ein Drittel der COVID-19-Fälle vermeidbar gewesen wären, wenn die Ernährung besser oder eine schlechtere Ernährung aufgrund eines geringeren sozialen Status nicht vorhanden gewesen wären. Sie empfehlen, dass sich gesundheitliche Strategien verstärkt auch an sozial schwächere Gruppen richten sollten.

 


Unser Tipp: Eine schlechte Ernährung ist mit Defiziten an Mikronährstoffen verbunden. Nahrungsergänzungen, z.B. mit Vitaminen und Mineralien etc., können dazu beitragen, solche Defizite zu vermeiden. Dabei sollte auf eine gute Qualität geachtet werden.

 

Quelle
Jordi Merino et al., Diet quality and risk and severity of COVID-19: a prospective cohort study. In: Gut, 2021, online 6.9.2021, doi: 10-1136/gitjnl-2021-325353.


Der erhöhte Verzehr von fettreichen Fischen, die gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, verringerte bei Migräne-Patienten in einer Studie die Kopfschmerzen.

 

Der erhöhte Verzehr von fettreichen Fischen, die gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, verringerte bei Migräne-Patienten in einer Studie die Kopfschmerzen.

 

Die Migräne, eine neurologische Erkrankung mit phasenweise auftretenden chronischen Kopfschmerzen, schränkt die Lebensqualität der Betroffenen stark ein. Die Verbreitung von Migräne nahm in den Industrieländern in den letzten Jahren deutlich zu, Frauen im Alter von 18 bis ca. 44 Jahren sind häufiger betroffen. Zwar können Medikamente die Migräne zum Teil verringern, sie haben jedoch auch einige Nebenwirkungen, z.B. durch Sedierung und Abhängigkeit. Es gibt Hinweise, dass bei Migräne auch die Ernährung eine Rolle spielen könnte. Die moderne industrialisierte Ernährung enthält meist nur geringe Mengen der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus fettreichen Fischen (EPA und DHA). Enthalten sind jedoch reichliche Anteile an Linolsäure, einer Omega-6-Fettsäure (z.B. in Mais-, Soja- und anderen Ölen etc.).

 

Sie ist u.a. ein Vorläufer körpereigener Signalmoleküle (Oxylipine), die (in präklinischen Studien) nachweislich Schmerzen verstärken, während die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sie verringern. Ein US-amerikanisches Forscherteam hatte bereits die Wirkungen von Linolsäure auf chronische Schmerzen, darunter auch Migräne, untersucht. Dabei zeigte sich, dass eine Ernährung mit einem geringeren Gehalt an Linolsäure und einer erhöhten Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren dazu beiträgt, Schmerzen und entzündliche Prozesse zu lindern. Nun erweiterten die Forscher ihre Studie und prüften bei 182 Erwachsenen (88 % Frauen), die häufig unter Migräne litten (5 bis 20 Tage pro Monat), verschiedene Ernährungsweisen. Es sollte festgestellt werden, ob Maßnahmen in Bezug auf Fettsäuren die zirkulierenden Lipid-Mediatoren, die an der Entstehung von Kopfschmerzen beteiligt sind, verändern und Kopfschmerzen bei Erwachsenen mit Migräne verringern können.

 

Die Teilnehmer wurden zufällig einem von drei Ernährungsplänen zugeteilt. Alle erhielten für 16 Wochen Mahlzeiten, die Fisch, Gemüse, Hummus, Salate und Frühstücksprodukte enthielten. Unterschiedlich war jedoch jeweils der Gehalt an den Fischölen EPA und DHA sowie an Linolsäure. Eine Gruppe nahm gute Mengen an fettreichem Fisch oder Fischölen (1,5 g pro Tag) zu sich, bei einer gleichzeitig geringeren Zufuhr von Linolsäure. Die zweite Gruppe erhielt ebenso Mahlzeiten mit einem hohen Gehalt an fettreichen Fischen, jedoch auch einen höheren Anteil an Linolsäure. Die dritte Gruppe erhielt zum Vergleich Mahlzeiten mit einer hohen Menge an Linolsäure und einem geringeren Anteil an fettreichen Fischen (<150 mg EPA/DHA pro Tag), wie es der üblichen Ernährung in den USA entsprach. Alle Teilnehmer zeichneten die Anzahl ihrer Tage mit Migräne, deren Dauer und Intensität sowie die Auswirkungen auf die Arbeit und den Alltag und die Einnahme von Schmerzmedikamenten auf. Am Schluss fanden außerdem Blut- und Kopfschmerztests sowie eine Befragung der Teilnehmer zur Lebensqualität statt.

 

Beide Diäten mit einem erhöhten Anteil der Omega-3-Fettsäuren führten zu biochemischen Veränderungen, die mit einer verringerten Schmerzwahrnehmung einhergingen. Sie verbesserten zwar die Lebensqualität nicht signifikant, führten aber im Vergleich zur Kontrolldiät zu einer deutlichen geringeren Häufigkeit und Schwere der Kopfschmerzen. Die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und geringerer Linolsäure war dabei in einigen Ergebnissen wirksamer. Sie führte zu 30 % bis 40 % weniger Kopfschmerzstunden pro Tag, zu weniger starken Kopfschmerzen und verringerte die Tage mit Kopfschmerzen pro Monat im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Blutproben dieser Teilnehmergruppe wiesen auch niedrigere Werte an Lipiden auf, die mit Schmerzen verbunden sind.

 

Diese Studie zeigt auf biologisch plausible Weise, dass Schmerzen durch eine gezielte Umstellung der Ernährung behandelt werden können. Die Ergebnisse deuten auf grundlegende Mechanismen hin, die einen Zusammenhang zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und der Schmerzwahrnehmung herstellen. Eine optimierte Ernährung mit mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Linolsäure könnte Migräne-Patienten helfen, ihre Belastungen durch Kopfschmerzen zu senken. Ob dies auch dazu beitragen könnte, andere chronische Schmerzen zu lindern, sollte in weiteren Studien genauer erforscht werden.

 

Unser Tipp: Wie viele Ernährungsstudien zeigen, essen viele Menschen nicht genügend Fisch, damit ist die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren oft zu gering. Die Ergänzung von EPA und DHA kann die Versorgung bei einem geringen oder fehlenden Fischverzehr verbessern.

 

Quelle:
Christopher E. Ramsden et al., Dietary alteration of n-3 and n-6 fatty acids for headache reduction in adults with migraine: randomised controlled trial. In: British Medical Journal, online 1.7.2021, doi: 10.1136/bmj.n1448.


Vitamin D kann dazu beitragen, Verschlechterungen bei Asthma-Patienten, die mit üblichen Medikamenten (Kortikosteroiden) behandelt werden, zu verringern.

 

Vitamin D kann dazu beitragen, Verschlechterungen bei Asthma-Patienten, die mit üblichen Medikamenten (Kortikosteroiden) behandelt werden, zu verringern.

 

Rund drei Millionen Kinder und Erwachsene sind in Deutschland von Asthma (bronchiale) betroffen. Die ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der es zu Anfällen mit Atemnot und Hustenreiz etc. kommt. Bisher gab es zur Wirkung von Vitamin D auf Asthma aus früheren Studien noch keine einheitlichen Ergebnisse und Empfehlungen. Doch es gab deutliche Hinweise, dass Vitamin D sowohl die Entstehung von Asthma als auch den Verlauf beeinflussen könnte. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Vitamin D eng mit den Funktionen des angeborenen wie des erworbenen Immunsystems verbunden ist. Es kann weiter auf entzündliche Prozesse in den Atemwegen einwirken und zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten beitragen. Bekannt ist seit langem, dass viele Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind, das könnte auch Asthma-Patienten betreffen und den Verlauf ihrer Krankheit beeinflussen. Eine Gruppe von chinesischen Forschern stellte die Hypothese auf, dass die Ergänzung von Vitamin D die Wirkung der häufig eingesetzten Medikamente (Kortikosteroide), die zum Teil auch Nebenwirkungen haben, verbessern könnte. Damit ließe sich auch die Situation von Asthmapatienten verbessern. Das könnte sich z.B. auf plötzliche Verschlechterungen, Lungenfunktionen und die Asthmakontrolle verbessern.

 

Die Forscher werteten dazu relevante Studien bis zum Januar 2021 aus, in denen die Wirkung von Vitamin-D-Ergänzungen in Bezug auf eine sich verschlechternde Asthma-Situation untersucht wurde. Die Studien wurden bei Patienten mit einem mittleren bis schweren Asthma durchgeführt, die mit Kortikosteroiden behandelt wurden. In die Meta-Analyse konnten schließlich 12 Studien mit 1.543 Asthma-Patienten einbezogen werden, beteiligt waren Kinder und Erwachsene. Dabei zeigten sich beim Asthma-Kontroll-Score und in den Lungenfunktionen zunächst keine deutlichen Verbesserungen. Die Ergänzungen von Vitamin D konnten jedoch das Risiko eines sich verschlechternden Asthmas signifikant (RR 0,70) verringern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzungen von Vitamin D senkten bei Patienten, deren Asthma mit Kortikosteroiden behandelt wurde, sicher die Rate der Asthma-Verschlechterungen. Möglicherweise eröffnet sich damit die Perspektive, bei Asthma-Patienten auf einen Teil der Kortikosteroide mit Hilfe von Vitamin D-Gaben zu verzichten. Daher sollte zur Beziehung von Vitamin D und Asthma weiter geforscht werden.

 

Unser Tipp: Die Versorgung mit Vitamin D lässt sich mit einem Bluttest nachweisen. Ergänzungen von Vitamin D können Defizite, die bei vielen chronischen Krankheiten, wie auch bei Asthma, häufiger vorhanden sind, verbessern.

 

Quelle:
Ziyu Chen et al., Vitamin D can safely reduce asthma exacerbations among corticosteroid-using children and adults with asthma: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: Nutrition Research, online 13.6.2021, doi: 10.1016/j.nutres.2021.05.010.

 



Im Lauf des Lebens verändert sich der Energiebedarf von der Geburt über die Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter.

 

Im Lauf des Lebens verändert sich der Energiebedarf von der Geburt über die Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter. Dabei gibt es bei den Erwachsenen eine lange, stabile Phase. Erst ab etwa 60 Jahren sinkt der Energieverbrauch langsam und stetig ab.

 

Eine Gruppe von internationalen Forschern hat erstmals in einer Studie genau untersucht, wie sich der Energiebedarf im Lauf des Lebens entwickelt. Rund 6.400 Menschen aus 29 Ländern rund um die Welt waren im Alter von wenigen Tagen bis ins sehr hohe Alter von 95 Jahren daran beteiligt. In früheren Studien wurde bereits untersucht, wieviel Energie der Körper für die grundlegenden Lebensfunktionen, z.B. Atmung, Verdauung und Blutkreislauf verbraucht. Dies entspricht etwa 50 bis 70 Prozent der Kalorien, die wir täglich verbrennen. Nicht berücksichtigt wurde bisher die Energie, die Menschen für alle täglichen Verrichtungen verbrauchen. Um verlässliche Zahlen für die tägliche Gesamtenergie bei allen Teilnehmern zu ermitteln, verwendeten die Forscher eine sehr gute, jedoch aufwändige Methode (Double Labeled Water). Sie konnten auf diese Weise die Veränderungen des Energiestoffwechsels im Lauf des Lebens bestimmen und vergleichen. Dabei zeigte sich, dass der Gewebe-Stoffwechsel nicht konstant ist, sondern sich vor allem in vier Lebensphasen verändert. Bei der Geburt entspricht der Energieverbrauch, im Vergleich zum Körpergewicht, dem eines Erwachsenen. Der Energieverbrauch beschleunigt sich dann rasch und liegt mit rund einem Jahr um etwa 50 % über den Werten von Erwachsenen. Das führen die Forscher auf das schnelle Wachstum und die Entwicklung der Organe im ersten Lebensjahr zurück.

 

Auch die zunehmende körperliche Aktivität der Säuglinge spielt dabei eine Rolle. Ab einem Jahr bis zum Alter von 20 Jahren verringert sich der Energieverbrauch jedes Jahr um ca. 2,8 %. Dies verändert sich auch durch das erhöhte Wachstum in der Pubertät nicht. Vom 20. bis zum 60. Lebensjahr folgt eine relativ konstante Phase im Energieverbrauch. Dies gilt bei den Frauen auch während der Schwangerschaft und in der Menopause, in der sich der Energiebedarf kaum verändert. Dies ist generell unabhängig vom Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit, die ungefähr ab dem 30. Lebensjahr einsetzt. Die häufigen Gewichtszunahmen in den mittleren Lebensjahren lassen sich in diesen Jahrzehnten nicht auf einen Rückgang des Energiestoffwechsels beziehen. Viel eher sind sie auf eine zu hohe Kalorienzufuhr zurückzuführen, die über dem Verbrauch liegt. Bei den älteren Erwachsenen ab 60 Jahren sinkt dann der Energieverbrauch um etwa 0,7 % pro Jahr. Mit 90 Jahren braucht man demnach rund 26 % weniger Energie als drei Jahrzehnte zuvor. Als Gründe dafür kommen z.B. die Verluste der Muskelmasse im Alter in Frage, weil Muskeln mehr Kalorien benötigen als das Fettgewebe. Es müssen jedoch mehrere Gründe zusammenkommen, um diesen Rückgang zu erklären.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Energieverbrauch verändert sich im Lauf des Lebens von der Geburt bis ins hohe Alter. Eine Reihe dieser physiologischen Veränderungen sind mit dem Wachstum und dem höheren Alter verbunden. Doch die neuen Ergebnisse zeigen, dass die Veränderungen im Energiestoffwechsel offenbar von anderen Entwicklungen beeinflusst werden. Der Stoffwechsel, die Rate mit der Kalorien verbrannt werden, erreicht die Spitze schon früher, in den ersten Lebensjahren. Sie bleibt außerdem bei Erwachsenen sehr viel länger konstant, als man es bisher erwartet hätte. Der unvermeidliche Abbau im Energieverbrauch beginnt erst deutlich später als erwartet, etwa ab dem Alter von 60 Jahren. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen einzelnen Individuen. Damit eröffnen sich neue Aspekte für das individuelle Verhalten und Altern, auch zu speziellen Ernährungsweisen und Gesundheitsstrategien für die gesamte Lebensspanne.

 

Unser Tipp: Bei dem im Alter verringerten Energieverbrauch bleibt jedoch der Bedarf an Mikronährstoffen relativ konstant. Wird dieser Bedarf über eine bedarfsgerechte Ernährung nicht gedeckt, können Multi-Nahrungsergänzungen dazu beitragen, Defizite zu vermeiden.

 

Quelle
Herman Panzer et al., Daily energy expenditure through the human life course. In: Science, online 13.8.2021, doi: 10.1126/science.abe5017.


Vitamin B12-Versorgung verbessern

 

Ein hoher Verzehr tierischer Lebensmittel kann zu einigen gesundheitlichen Problemen führen und sich negativ auf die Nachhaltigkeit auswirken. Bei einer pflanzlichen Ernährung erhöht sich dagegen das Risiko eines Mangels an Vitamin B12. In einem Review stellen italienische Forscher die Kenntnisse über den B12-Mangel vor und zeigen Wege, wie man solche Defizite verringern kann.

 

Vitamin B12 ist ein essentielles wasserlösliches Vitamin, auch bekannt als Cobalamin, das in seiner Struktur das Ion Kobalt enthält. Es kommt hauptsächlich in tierischen Produkten vor, vor allem in Fleisch, Meeresfrüchten, Eiern, Milch und Milchprodukten. Nur bestimmte Mikroorganismen sind in der Lage, Vitamin B12 zu synthetisieren. Wir beziehen daher B12 ausschließlich über die Nahrung, vor allem aus tierischen Produkten. Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs enthalten kein B12, mit Ausnahme von Algen und angereicherten Lebensmitteln (z.B. Getreide, Milchersatz, Mehle). Die Absorption und der Stoffwechsel von B12 sind recht komplex, daran beteiligt sind der Magen, Zwölffinger- und Dünndarm. Am Schluss steht ein Komplex (Transcobalamin-Cobalamin), der von den Körperzellen aufgenommen und in stoffwechselaktive Formen (Methylcobalamin, Adenosylcobalamin) umgewandelt wird.

 

Vitamin B12 wird für mehrere Funktionen benötigt, dazu gehören die Erythropoese (Bildung und Reifung roter Blutzellen), die Synthese und Aufrechterhaltung der Myelinscheide (umhüllen Nervenfasern) sowie die Synthesen von Nukleinsäure (DNA) und Neurotransmittern. Zusammen mit anderen B-Vitaminen beeinflusst Vitamin B12 auch den Stoffwechsel von Homocystein, eine Aminosäure, die im Übermaß schädlich wirken kann. B12-Defizite führen zu erhöhten Homocystein-Spiegeln, was mit mehreren chronischen Krankheiten verbunden wird (Herz-Kreislauf-Krankheiten, neurodegenerative Krankheiten, periphere Neuropathie, Nierenversagen, Hypothyreose, Sarkopenie).

 

Bestimmte Gruppen in der Bevölkerung haben ein erhöhtes Risiko für eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12. Das kann z.B. durch eine zu geringe Aufnahme von tierischer Nahrung bedingt sein, weiter nimmt im höheren Alter die Fähigkeit ab, B12 in genügender Menge aus der Nahrung aufzunehmen. Daten der US-amerikanischen Studie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) zeigten einen B12-Mangel bei rund 7 % der 51- bis 70-Jährigen und von 15 % bei Menschen über 70 Jahren. Der durchschnittliche B12-Gehalt des Körpers wird bei gesunden Erwachsenen auf ca. 2-3 mg geschätzt, die hauptsächlich in der Leber und etwas geringer in den Nieren gespeichert werden. Mit dem Alter nimmt der B12-Spiegel tendenziell ab. Das Spektrum der Defizite reicht von 4-5% bei gesunden Älteren bis zu etwa 30-40 % bei Älteren, die in Institutionen leben und/oder verschiedene Komorbiditäten haben.

 

Auf 23-35 % wird der Mangel an Vitamin B12 bei den über 80-Jährigen geschätzt, wobei Männer häufiger davon betroffen sind als Frauen. Meist entwickelt sich der Vitamin-B12-Mangel schleichend im Lauf der Jahre und beeinträchtigt die Gesundheit. Bei einem noch geringen, subklinischen Mangel zeigen sich meist nur unspezifische Symptome, deren Ursache oft nicht erkannt wird, die sich aber vor allem bei älteren Erwachsenen negativ auf die Gesundheit auswirken. Niedrige B12-Spiegel wurden u.a. mit erhöhten Entzündungen, oxidativem Stress und erhöhter Anfälligkeit für Infektionen in Verbindung gebracht. Die häufigsten Folgen des B12-Mangels sind eine schwere (megaloblastische) Anämie und neurologische Veränderungen (z.B. sensorische und motorische Störungen, in den unteren Extremitäten). Ein B12-Mangel bei älteren Menschen kann außerdem mit kognitiven und psychiatrischen Störungen sowie Demenz verbunden sein. Vitamin B12 spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Modulation des Darm-Mikrobioms, was sich auf die Entwicklung und Funktionen sowohl des angeborenen als auch des adaptiven Immunsystems auswirkt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Langfristig vermeidet man einen Mangel an Vitamin B12 mit dem Verzehr von tierischen Lebensmitteln, die reichlich Vitamin B12 enthalten. Ein stärkeres Umweltbewusstsein führte jedoch in den letzten Jahren dazu, dass viele Menschen tierische Lebensmittel deutlich weniger verzehrten. Damit erhöhte sich das Risiko für eine unzureichende Aufnahme von Vitamin B12. Vegetariern und Veganern, die tierische Produkte weitgehend oder ganz meiden, wird daher empfohlen, die B12-Werte zu kontrollieren und dieses Vitamin regelmäßig zu ergänzen. Auch ältere Menschen sollten auf eine gute Zufuhr achten und gegebenenfalls Vitamin B12 regelmäßig ergänzen. Künftig sollten auch mehr nachhaltige B12-Quellen als Alternative zum Fleischkonsum erschlossen werden.

 

Das gilt für Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs, die von Natur aus einen hohen Gehalt an bioaktivem Vitamin B12 aufweisen oder auch für die Anreicherung von Vitamin B12 in Lebensmitteln. Nicht zuletzt sollte die seit langem bekannte Ergänzung von Multivitaminen als präventive Behandlung des B12-Mangels in Betracht gezogen werden.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 gibt es einzeln in verschiedenen Dosierungen und Formen sowie in diversen Kombinationen mit anderen Mikronährstoffen. Oft wird auch der gesamte Komplex der B-Vitamine empfohlen. Bei allen Anwendungen sollte auf eine gute Bioverfügbarkeit geachtet werden.

 

Quelle:
Alessandra Vincenti et al., Perfective: Practical Approach to Preventing Subclinical B12 Deficiency in Elderly Population In: Nutrients, online 2.6.2021, doi: 10.3390/nu13061913.


Mehr Fertignahrung steigert entzündliche Darmkrankheiten

 

Der Verzehr von industriell hergestellten Fertigwaren (ultra-prozessierte Nahrung) nahm in den letzten Jahren deutlich zu. Dies könnte mit dem Anstieg der entzündlichen Darmkrankheiten verbunden sein, die in westlichen Ländern und Ostasien in den letzten Jahren zugenommen haben.

 

Die entzündlichen Darmkrankheiten, vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, gehören zu den häufigsten, schweren Darmkrankheiten. Ihre Vorkommen sind in den letzten Jahrzehnten in Europa, den USA und auch in Ostasien angestiegen. Dies geschah parallel zur Verbreitung westlicher Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Dazu gehören der erhöhte Verzehr an industriell hergestellten Lebensmitteln, z.B. süße und salzige Snacks, schnell verzehrbare Speisen, verarbeitete Fleischwaren und Limonaden, die oft zu viel Fette und Zucker enthalten. Eine Gruppe von internationalen Forschern prüfte in 21 Ländern rund um den Globus, ob es eine Beziehung zwischen dem erhöhten Verzehr von Fertigwaren und entzündlichen Darmkrankheiten gibt.

 

Sie werteten die PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology) aus, eine Bevölkerungsstudie, an der insgesamt rund 116.000 Personen im Alter von 35 bis zu 70 Jahren beteiligt waren. Alle gaben von 2003 bis 2016 wiederholt detaillierte Auskünfte über ihre Ernährung. In den verschiedenen Ländern war der durchschnittliche Anteil der Fertigwaren unterschiedlich, das erleichterte es, mögliche Verbindungen besser zu erkennen. Der Verzehr von ultra-prozessierten Lebensmitteln war in den USA, Europa und Südamerika höher als in anderen Regionen, das zeigte sich z.B. beim Verzehr von verarbeiteten Fleischwaren und Softdrinks.

 

Obwohl der Morbus Crohn und die Colitis ulzerosa meist in jüngeren Lebensjahren beginnen, erkrankten im Lauf der rund zehnjährigen Nachbeobachtung 90 Teilnehmer am Morbus Crohn und 377 Teilnehmer an Colitis ulcerosa. Wer täglich ein bis vier Portionen an Fertigwaren verzehrte, hatte dadurch ein um zwei Drittel erhöhtes Krankheitsrisiko. Wer mit fünf Portionen täglich noch mehr Fertigwaren zu sich nahm, steigerte das Krankheitsrisiko auf 82 %. Beides galt im Vergleich zu den Teilnehmern, die Fertigwaren seltener, d.h. weniger als eine Portion pro Tag, verzehrten. Diese Beziehung war beim Morbus Crohn deutlicher ausgeprägt als bei der Colitis ulcerosa. Bei den einzelnen Nahrungsmitteln waren vor allem gesüßte Erfrischungsgetränke und Lebensmittel, salzige Snacks und verarbeitete Fleischwaren mit einem erhöhten Risiko für die entzündlichen Darmkrankheiten verbunden. Dagegen zeigte sich durch den Verzehr für unverarbeitetes Geflügel und rotes Fleisch kein erhöhtes Risiko, gleiches galt für Milchprodukte, Stärke, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

 

Auch wenn bisher nicht alle Ursachen für die entzündlichen Darmkrankheiten geklärt sind, geht man davon aus, dass sie mit einer durchlässigen Darmschleimhaut-Barriere (leaky gut) verbunden sind. Diese entsteht als Reaktion auf eine Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmbakterien) im Magen-Darm-Trakt bei dafür anfälligen Menschen. Die Ernährung beeinflusst das Mikrobiom im Darm und könnte eine Rolle bei der Entstehung der entzündlichen Darmkrankheiten spielen. Ultra-prozessierte Lebensmittel bzw. Fertigwaren enthalten viele Zutaten und Zusatzstoffe, dazu gehören z.B. raffinierter Zucker und Süßstoffe, künstliche Aromen, Stabilisatoren, Emulgatoren und Konservierungsmittel.

 

Sie könnten die Darmbarriere schädigen und durchlässiger machen. Dadurch können Bakterien leichter in den Darm eindringen, das kann Entzündungen auslösen und zur Entstehung der entzündlichen Darmkrankheiten beitragen. Für die Forscher zeichnet sich mit diesen Ergebnissen deutlich ab, dass nicht die Nahrung an sich zu entzündlichen Darmkrankheiten beiträgt, sondern die Art und Weise, wie sie zubereitet wird spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Krankheiten, Je mehr die Nahrung industriell verarbeitet ist, umso stärker kann das Risiko für entzündliche Darmkrankheiten ansteigen.

 

Unser Tipp: Mehr Informationen über die Ernährung und Mikronährstoffe bei entzündlichen Darmkrankheiten finden Sie in unseren aktuellen Newslettern vom Juli und August auf unserer Homepage www.centrosan.com.

 

Quelle:
Neeraj Narula et al., Association of ultra-processed food intake with risk of inflammatory bowel disease: prospective cohort study. In: The British Medical Journal, online 15.7.2021, doi: 10.1136/bmj.n1554.


Fermentierte Lebensmittel senken Entzündungen und fördern den Immunstatus

 

Die Ernährung prägt das Mikrobiom im Darm, das kann sich auf die Gesundheit und das Immunsystem auswirken. Wie eine neue Studie zeigt, fördert eine Ernährung mit reichlich fermentierten Lebensmitteln die gesunde Vielfalt der Darmbakterien und senkt Entzündungs-Marker.

 

Eine auf den Bedarf des Mikrobioms ausgerichtete Ernährung könnte ein Weg sein, um den starken Anstieg chronischer Krankheiten, die mit Entzündungen verbunden sind, zu bekämpfen. Bisherige Studien zeigten z.B., dass eine ballaststoffreiche Ernährung die Gesundheit fördert und dass fermentierte Lebensmittel (mit mikrobieller Gärung hergestellt) dazu beitragen, bei der Gewichtskontrolle zu helfen und das Risiko von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu senken. Reichlich Ballaststoffe sind in Obst und Gemüse enthalten, zu fermentierten Lebensmitteln gehören u.a. Brot, Hart- und Schimmelkäse, Kimchi, Joghurt, Quark, Sauerkraut, Kombucha-Tee und Sojasauce. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher prüfte in einer kleinen Studie, wie Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel das Mikrobiom im Darm und das Immunsystem gesunder Erwachsener beeinflussen. 36 Teilnehmer führten zehn Wochen lang eine Diät durch. Die eine Hälfte erhielt fermentierte, die andere ballaststoffreiche Lebensmittel. Die Forscher analysierten Blut- und Stuhlproben von allen Teilnehmern, die drei Wochen vor Beginn der Studie, während der zehnwöchigen Diät und bis zu vier Wochen danach gesammelt wurden.

 

Die beiden Diäten wirkten sich unterschiedlich auf das Darm-Mikrobiom und das Immunsystem aus. Fermentierte Lebensmittel förderten die Vielfalt der Darmbakterien, abhängig von der Menge an fermentierten Produkten. Darüber hinaus zeigten vier Arten von Immunzellen eine geringere Aktivierung, und die Werte von 19 Entzündungs-Proteinen waren in den Blutproben geringer. Eines dieser Proteine, Interleukin 6, (proentzündliche Signalsubstanz) wurde mit Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, Typ-2-Diabetes und dem chronischen Stress in Verbindung gebracht. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung, mit reichlich Hülsenfrüchten, Samen, Vollkornprodukten, Nüssen, Gemüse und Obst, verringerten sich dagegen die Entzündungs-Proteine bei den Teilnehmern nicht. Auch die Darmbakterien veränderten sich nicht sonderlich.

 

Die Forscher schließen daraus, dass die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen allein über einen relativ kurzen Zeitraum nicht ausreicht, um die gesunde Vielfalt des Darm-Mikrobioms zu verbessern. Es zeigte sich weiter, dass die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen zu mehr Kohlenhydraten in Stuhlproben führten. Das lässt auf einen unvollständigen Abbau der Ballaststoffe durch die Darmbakterien schließen. Dies passt zu anderen Forschungs-Ergebnissen, die darauf hindeuten, dass das Mikrobiom der Menschen in den Industrienationen nicht mehr über genügend Mikroben verfügt, die solche Fasern abbauen können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Eine auf das Darm-Mikrobiom ausgerichtete Ernährung kann den Immunstatus verbessern und könnte Entzündungen bei gesunden Erwachsenen verringern. Dies zeigte sich bei allen Teilnehmern, die in ihrer Diät reichlich fermentierte Lebensmittel zu sich nahmen. Für die Forscher ist dies ein erstes Beispiel, wie sich bei Erwachsenen durch eine einfache Veränderung der Ernährung das Mikrobiom im Darm in relativ kurzer Zeit positiv beeinflussen lässt. In weiteren Studien sollte künftig untersucht werden, wie sich verschiedene Diäten und auch die Gaben von Probiotika (gesunde Darmbakterien) und Präbiotika (fördern Wachstum und Aktivität gesunder Darmbakterien) auf das Mikrobiom und die Gesundheit auswirken.

 

Unser Tipp: Zu den bewährten Probiotika gehören vor allem die Laktobazillen und Bifidobakterien. Wichtig ist eine gute Qualität, dazu gehört auch die ausreichende Anzahl an gesunden Bakterien.

 

Mehr Informationen zu Probiotika und anderen Mikronährstoffen finden Sie in unserem aktuellen Centrosan-Newsletter auf unserer Homepage www.centrosan.com.

 

Quelle
Hannah C. Wastyk et al., Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status. In: Cell, online 12.7.2021, doi: 10.1016/j.cell.2021.06.019.


Grüner Tee kann zur Grippe-Vorbeugung beitragenv

 

Grüner Tee gilt allgemein als sehr gesund. Eine neue japanische Studie zeigt, dass ein erhöhter Konsum auch dazu beitragen kann, der Influenza (Virus-Grippe) vorzubeugen.

 

Die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee sind die Catechine. Sie gehören zu den Flavonoiden (sekundäre Pflanzenstoffe) und sind in Bezug auf ihre gesundheitlichen Wirkungen gut untersucht. Catechine haben antioxidative, antientzündliche und immunstärkende Wirkungen, sie haben außerdem antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Grüner Tee wird bei einer beginnenden Erkältung, Schnupfen oder auch bei grippalen Infekten und sogar bei der „echten“ Virusgrippe (Influenza) empfohlen.

 

In einer Studie untersuchte daher eine Gruppe japanischer Forscher die Wirkungen des grünen Tees bei der Influenza. Einbezogen in die Studie waren anfangs rund 4.300 Arbeiter aus den Regionen Kanto und Tokai. Alle gaben in einer Befragung 2011 an, wie oft sie grünen Tee tranken. In der Wintersaison von 2011 bis zum April 2012 wurden dann in dieser großen Gruppe die Fälle von Infuenza verzeichnet, einerseits durch eigene Angaben, andererseits wurde die Influenza zum Teil durch ein Diagnose-Kit bestätigt. Für jeden Teilnehmer mit einer Infuenza wurden zum Vergleich zwei nach Alter und Geschlecht vergleichbare Kontrollpersonen zufällig aus der großen Teilnehmer-Gruppe ausgewählt. Die Forscher konnten schließlich 179 Arbeiter mit Influenza und 353 gesunde Kontrollpersonen in ihre Analyse einbeziehen.

 

Es zeigte sich, dass der Konsum von grünem Tee signifikant mit einem geringeren Risiko, an Influenza zu erkranken, verbunden war. Im Vergleich zu den Teilnehmern, die den grünen Tee seltener als einmal pro Woche tranken, profitierten die Teilnehmer, die fünf Tassen oder mehr an grünem Tee pro Woche tranken. Sie konnten mit dem grünen Tee ihr Risiko, an Influenza zu erkranken, um 39 % verringern. Wurde diese Analyse auf die mit einem Diagnose-Kit bestätigten Influenza-Fälle eingeschränkt, verringerte sich das Grippe-Risiko zwar ein wenig, aber immerhin konnte es noch um 32 % gesenkt werden.

 

Die Forscher ziehen aus diesen Ergebnissen das Fazit: Diese Analyse legt nahe, dass der Konsum von grünem Tee mit einem geringeren Risiko, an Influenza zu erkranken, verbunden ist. Die vorliegenden Ergebnisse sollten in größer angelegten prospektiven Studien weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Wer grünen Tee nicht mag oder ihn nicht regelmäßig trinkt, kann Grüntee-Extrakte mit den enthaltenen Catechinen auch ergänzen. Dabei sollte auf gut bioverfügbare Produkte geachtet werden.

 

Quelle:
Akiko Nanri et al., Green tea consumption and influenza infection among Japanese employees. In: European Journal of Clinical Nutrition Vol. 75, Nr. 6 2021, S. 976-979, doi: 10.1038/s41430-020-00792-3.


Extrakte aus Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren und Traubenkernen können dazu beitragen, die Glukose- und Lipidwerte sowie den Blutdruck zu senken. Dadurch könnte sich auch das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten verringern.

 

Extrakte aus Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren und Traubenkernen können dazu beitragen, die Glukose- und Lipidwerte sowie den Blutdruck zu senken. Dadurch könnte sich auch das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten verringern.

 

Der tägliche Verzehr von Obst und grünem Blattgemüse kann das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes senken und die metabolische Gesundheit verbessern. Es gibt einige Hinweise darauf, dass auch Fruchtextrakte dazu beitragen können, dem Auftreten von Diabetes vorzubeugen. Dazu könnten möglicherweise ihr Gehalt an Flavonoiden (z.B. Flavanole, Anthocyane) beitragen. Nach der Passage durch den Dünndarm werden sie von der Bakteriengemeinschaft des Dickdarms (Mikrobiota) metabolisiert. Die so erzeugten Metaboliten werden leichter absorbiert und zirkulieren länger im Plasma. Daher wurde vermutet, dass sie zu den antidiabetischen Effekten von Obst-, Gemüse- oder Fruchtextrakten beitragen könnten. Eine Gruppe von englischen und chinesischen Forschern stellte in einem Review die Kenntnisse zur Wirksamkeit von Heidelbeer-, Schwarze Johannisbeer- und Traubenkernextrakten vor. Sie bezogen in die Analyse 24 Studien ein, in denen ihr Einfluss auf den Glukose- und Cholesterinstoffwechsel sowie auf den Blutdruck geprüft wurde.

 

Heidelbeer- und Schwarze-Johannisbeeren-Extrakte senkten die Werte des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c), zumindest bei chinesischen Teilnehmern. Das galt vor allem bei den Älteren, bei Diabetikern und bei längeren Studienzeiten. Über alle Studien hinweg gab es auch gute Nachweise, dass bei Teilnehmern mit hohen Cholesterinwerten, Typ-2-Diabetes oder dem metabolischen Syndrom die Gaben von Heidelbeer- und Schwarzen Johannisbeerextrakten und in einem gewissem Maß auch von Traubenkernextrakten die Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte nach vier Wochen signifikant verringert waren. Traubenkernextrakte konnten außerdem den systolischen und diastolischen Blutdruck bei Personen mit Bluthochdruck oder dem metabolischen Syndrom leicht senken.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Extrakte aus Heidelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren könnten den langfristigen Glukose-Stoffwechsel günstig beeinflussen, auch wenn dies bisher nur durch einige Studien bei chinesischen Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes gestützt wird. Heidelbeer- und Johannisbeer- sowie Traubenkernextrakte senken vermutlich den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel beim metabolischen Syndrom, Typ 2 Diabetes oder bei Hypercholesterinämie. Es gibt allerdings nur wenige Hinweise darauf, dass Traubenkernextrakte den Blutdruck bei Personen mit Bluthochdruck oder mit dem metabolischen Syndrom senken können. Insgesamt zeigte sich, dass der vorherige Gesundheitszustand ein Hauptfaktor für die Reaktion auf die Fruchtextrakte ist. Dabei scheinen langfristige Gaben vorteilhafter für die Regulierung des Blutzucker- und Cholesterin-Stoffwechsels zu sein. Künftig sollte weiter daran geforscht werden, welche Bevölkerungsgruppen am besten von diesen Fruchtextrakten profitieren können.

 

Unser Tipp: Beeren- und Traubenkernextrakte sind als Nahrungsergänzungen erhältlich. Auf die gute Qualität sollte geachtet werden. So erhöhen z.B. Traubenkernextrakte als Phytosom die Resorption und Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
Teresa Grohmann et al., Efficacy of Bilberry and Grape Seed Extract Supplement Interventions to Improve Glucose and Cholesterol Metabolism and Blood Pressure in Different Populations - A Systematic Review of the Literature. In: Nutrients, online 17.5.2021, doi: 10.3390/nu13051692.


Das Frühstück enthält charakteristische Lebensmittel, die im Lauf des Tages kaum noch verzehrt werden.

 

Das Frühstück enthält charakteristische Lebensmittel, die im Lauf des Tages kaum noch verzehrt werden. Wer auf die morgendliche Nahrung verzichtet, geht damit das Risiko ein, dass wichtige Schlüssel-Nährstoffe geringer aufgenommen werden.

 

Das regelmäßige Frühstück wird zwar allen Kindern zum guten Start in den Tag empfohlen, doch so mancher Erwachsene lässt, aus welchen Gründen auch immer, das Frühstück regelmäßig entfallen. Einige der Lebensmittel, die üblicherweise am Morgen verzehrt werden, z.B. Milch, Joghurt, Müsli, Obst etc., werden später am Tage meist nicht mehr oder weniger gegessen. Dadurch kann ein Teil der täglich empfohlenen Aufnahmen von Mikronährstoffen, Vitaminen und Mineralien, wegfallen. US-amerikanische Forscher untersuchten im Rahmen der großen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey), ob und wie sich der Verzicht auf das Frühstück auf die Qualität der Ernährung und auf die Versorgung mit Mikronährstoffen auswirkt. Sie werteten dazu die Daten von rund 30.000 US-Amerikanern (ab 19 Jahren) aus, die von 2005 bis 2016 an der Studie teilgenommen hatten. Einbezogen wurden ihr Gesundheitszustand, wiederholte Befragungen zur Ernährung, Labortests und körperliche Untersuchungen. Aus Ernährungs-Protokollen konnten bei den Teilnehmern die üblichen täglichen Aufnahmen von Lebensmitteln und die Versorgung mit Mikronährstoffen bewertet werden.

 

Knapp 5.000 Teilnehmer (15,2 %) berichteten, dass sie regelmäßig kein Frühstück verzehrten. Im Vergleich zu den täglichen Frühstücks-Konsumenten nahmen sie dennoch tagsüber insgesamt mehr Kalorien, Kohlenhydrate, gesamte und gesättigte Fette und Zuckerzusätze mit dem Mittag- und Abendessen sowie mit Snacks auf. Sie waren auch weniger mit wichtigen Schlüssel-Nährstoffen versorgt. Dazu gehörten eine geringere Zufuhr an Ballaststoffen, Magnesium und Zink bzw. allgemein weniger Vitamine und Mineralien. Die Defizite waren für Folat, Kalzium, Eisen sowie für die Vitamine A, D, B1, B2, B3, C und D am ausgeprägtesten. Insgesamt hatten die Teilnehmer beim Verzicht auf das Frühstück eine etwas geringere Qualität der Ernährung. Ihre Mahlzeiten im Lauf des Tages enthielten oft mehr Kalorien, die Portionen des Mittag- und Abendessens sowie von Snacks waren größer und hatten eine geringere Nahrungsqualität.

 

Für die Forscher liefern diese Ergebnisse gute Argumente für die Einnahme eines regelmäßigen Frühstücks. Was morgens nicht verzehrt wird, führt meistens zu einer „Lücke“ bei den Mikronährstoffen. Das Frühstück bietet eine gute Gelegenheit, wichtige Ballaststoffe und Mikronährstoffe aufzunehmen, die bei den nachfolgenden Mahlzeiten am Tage weniger präsent sind. Durch die mit dem Frühstück allgemein bessere Versorgung mit Mikronährstoffen können auch die Risiken für chronische Krankheiten, die von der Ernährung beeinflusst sind, gesenkt werden.

 

Unser Tipp: Bei einer zu geringen Versorgung mit den täglich empfohlenen Mikronährstoffen, mit Vitaminen und Mineralien etc., können Mischungen von Mikronährstoffen vorhandene Defizite ausgleichen. Dabei sollte auf die gute Qualität geachtet werden.

 

Quelle
S. Fanelli et al., Skipping breakfast is associated with nutrient gaps and poorer diet quality among adults in the United States. In: Proceedings of the Nutrition Society, online 30.4.2021, doi: 10.1017/S0029665121000495.