Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden.

 

Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden. Dabei liefern Bio-Äpfel die bessere Bakterien-Qualität im Vergleich zu konventionell angebauten Äpfeln.

 

Reichlich Obst und Gemüse, das gehört zu einer guten Ernährung dazu. Sie enthalten neben den jeweiligen pflanzlichen Bestandteilen und Nährstoffen auch eine Fülle von Bakterien, die wir mit dem Verzehr aufnehmen und die dann vorübergehend auch unseren Darm besiedeln. Diese Mikroorganismen sind für eine gesunde Darmflora sehr wichtig. Rohes Obst und Gemüse ist eine besonders gute Quelle für die Mikroorganismen im Darm, denn beim Kochen werden die meisten Bakterien vernichtet.

 

Wie die Besiedelung von Bakterien speziell beim Apfel aussieht, das untersuchten Forscher des Instituts für Umweltbiotechnologie der Technischen Universität Graz in einer Studie. Sie nahmen das Mikrobiom der Äpfel unter die Lupe und bestimmten den Gehalt an Mikroorganismen. Dabei verglichen sie auch Äpfel aus dem biologischen und konventionellen Anbau. Generell zählen Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten. Mit ihrem Verzehr nehmen wir nicht nur die Schalen und das Fruchtfleisch auf, ein normaler Apfel enthält im Durchschnitt rund 100 Millionen Bakterien. Sie sind vor allem in den Samen und im Fruchtfleisch konzentriert und deutlich weniger in den Schalen angesiedelt. In den verschiedenen Geweben eines Apfels (Stängel, Schalen, Fruchtmark, Samen und Kelch) siedeln sich verschiedene Bakterienstämme und -arten an.

 

Der Großteil geht auf das Konto der Proteobakterien (80 %), mit einigem Abstand gefolgt von Bacteriodetes (9 %), Actinobacteria (5 %) und Firmicutes (3 %). Zu ihnen gehören jeweils diverse Bakteriengruppen und -arten, die die Gesundheit stärken können, einige dieser Arten wirken jedoch auch gesundheitsschädigend. Deutliche Unterschiede bei den Bakterien fanden die Forscher zwischen Bio-Äpfeln und Äpfeln aus dem konventionellen Anbau. Bio-Äpfel hatten eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien mit einer signifikanten Verschiebung der Bakteriengattungen und -ordnungen., von fast 40 %. In konventionell angebauten Äpfeln beobachteten die Forscher mehr Bakterien, die für ein gesundheitsschädliches Potential bekannt sind.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mit dem Verzehr eines Apfels werden rund 100 Millionen Bakterienzellen verzehrt. Obwohl die Menge bei einem Bio-Apfel und einem aus dem konventionellen Anbau gleich ist, unterscheidet sich die Zusammensetzung der Bakterien deutlich. Die Bio-Äpfel enthalten nicht nur eine größere Vielfalt, sondern auch mehr gesündere Bakterienarten.

 

Quelle:
Birgit Wassermann et al., An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples. In: frontiers in Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 24.7.2019, doi: 10.3389/fmicb.2019.01629.


Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost?

 

Ein englisches Forscherteam wertete Daten der großen EPIC-Oxford-Studie aus, um die Risiken für Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Vegetariern, Pescatariern und Fleischessern zu untersuchen. Dabei zeigt sich, ganz so eindeutig ist das Ergebnis nicht.

 

Am englischen Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) waren von 1993 bis 2001 rund 48.000 Männer und Frauen beteiligt. Der Anteil der Vegetarier, einschließlich der Veganer, war mit 16.000 recht hoch, dazu gaben rund 7.500 Teilnehmer an, zwar kein Fleisch, jedoch Fisch zu essen. Damit waren die Gruppen der Vegetarier und Pescatarier fast ebenso groß wie die Gruppe, die auch Fleisch aß. Die Teilnehmer wurden bis zum Jahr 2001 beobachtet. In dieser Zeit kam es in dieser großen Gruppe zu 2.830 ischämischen Herzkrankheiten, die aufgrund einer mangelnden Durchblutung entstehen. Weiter traten 1.072 Schlaganfälle auf, rund die Hälfte davon ebenfalls ischämisch, die andere Hälfte hämorrhagisch, d.h. aufgrund von Blutungen, die im Gehirn entstanden.

 

Bei den Vegetariern war das Risiko für ischämische Herzkrankheiten um 22 % geringer im Vergleich zu den Fleischessern, auch bei den Pescatariern sank dieses Risiko, mit 13 % jedoch etwas geringer. Allerdings hatten die Vegetarier bei den Schlaganfällen ein um 20 % erhöhtes Risiko, für die Forscher ein unerwartetes Ergebnis. Die Pescatarier schnitten hier besser ab, bei ihnen zeichnete sich nur eine leichte Tendenz für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle ab. Bei den Vegetariern zeigte sich ein besonders erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle.

 

Rund zehn Jahre später, 2010, konnten die Forscher einen Großteil der Teilnehmer an der EPIC-Oxford-Studie erneut zu ihren Essgewohnheiten befragen. Danach untersuchten die Forscher den Einfluss eines langfristigen Verzichts auf Fleisch in Bezug auf die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Einbezogen waren auch andere Einflussfaktoren, z.B. der Gesundheitszustand, Rauchen, die körperliche Aktivität, die Einnahme von Nahrungsergänzungen und die Ernährungsweise. Generell hatten hier die Vegetarier und etwas weniger ausgeprägt die Pescatarier ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten im Vergleich zu den Fleischessern. Seit langem ist bekannt, dass sich einige der typischen Risikofaktoren für diese Krankheiten, ein zu hoher Blutdruck, ein hoher Blutzucker und zu hohe Cholesterinwerte, bei der vegetarischen Ernährung verbessern, das zeigte sich auch in dieser Studie. Die Forscher vermuten, dass weitere Aspekte eines allgemein gesünderen Lebensstils dabei eine Rolle spielen. Die Vegetarier waren im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die Fleischesser, sie trieben mehr Sport, und sie hatten ein geringeres Körpergewicht.

 

Anhand einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht klären, warum die Vegetarier ein erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle hatten. Die Forscher vermuten, dass möglicherweise die schlechtere Versorgung mit den Vitaminen B12 und D oder auch mit essentiellen Aminosäuren dazu beitragen könnten. Die Ursachen für diese Beziehung müssten in weiteren Studien untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vegetariern und vor allem Veganern fehlt es häufiger an Vitamin B12 und Vitamin D, die vor allem im Fleisch vorhanden sind. Diese Werte sollten beobachtet werden, vorhandene Defizite können mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Wer Fisch nicht mag, ihn gar nicht oder nur selten isst, kann die in fetttreichen Fischen enthaltenen gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA als Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf die gute, stabile Qualität der Präparate sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Tammy Y. N. Tong et al., Risk of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford story. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 4.9.2019, doi: 10.1136/bmj.14897.


Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle.

 

Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle. Daher könnten Vegetarier und Veganer schlechter mit Eisen versorgt sein als Fleischesser.

 

Eisen gehört zu den essentiellen Spurenelementen, es ist als Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen und als Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) sehr wichtig. Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Nährstoff-Defiziten. Pflanzliche Lebensmittel sind allgemein eine weniger gute Eisenquelle, daher könnten Vegetarier und Veganer relativ oft Defizite in der Eisen-Versorgung haben. Eisen ist in Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen enthalten, das gilt für pflanzliche, aber auch für tierische Lebensmittel. Gute Mengen an Eisen liefern z.B. mageres Rindfleisch, Eier und Schweinekoteletts.

 

Bei den pflanzlichen Quellen liefern Ölsamen, Getreide und Hülsenfrüchte relativ viel Eisen. Dabei unterschieden sich jedoch die Eisenformen. Gut verfügbares Häm-Eisen (2-wertiges Fe) ist nur in Fleisch und Fisch enthalten. Pflanzliche Lebensmittel liefern ebenso wie Milch und Milchprodukte dagegen nur Nicht-Häm-Eisen (3-wertiges Fe), das vom Körper deutlich schlechter aufgenommen wird. Daher können die vegetarische und vegane Ernährung den Eisenstatus verringern, da das enthaltene Eisen weniger bioverfügbar ist. Das überprüften spanische Forscher in einer Studie.

Die Forscher untersuchten bei 49 Lakto-Ovo-Vegetariern und bei 55 Veganern die hämatologischen und biochemischen Eisenparameter. Sie analysierten bei allen Teilnehmern den Konsum von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen, die Körperzusammensetzung, die körperliche Aktivität, bei den Frauen außerdem die menstruellen Blutverluste und den Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln. Je nach dem Grad der Eisenversorgung bzw. den Eisendefiziten wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingestuft: Eisenmangelanämie, Eisenmangel (Ferritin <15 ng/ml), Eisendefizite (Ferritin ≥15 bis ≤30 ng/ml) und eine ausreichende Eisenversorgung (Ferritin >30 ng/ml). Die Eisenmangelanämie war nur bei 4 Teilnehmern vorhanden (4,8%). Bei knapp 28 % wurde ein Eisenmangel festgestellt, bei knapp 31 % fanden sich Eisendefizite, entsprechend waren nur etwas mehr als ein Drittel der Vegetarier und Veganer ausreichend mit Eisen versorgt.

 

Die Eisenwerte waren jedoch nicht mit der Dauer der vegetarischen Ernährung verbunden, und es gab zwischen Vegetariern und Veganern keine Unterschiede. Außerdem zeigten sich keinerlei Beziehungen zur körperlichen Aktivität. Frauen waren vom Eisenmangel deutlich stärker betroffen, das Ferritin im Serum war bei Frauen niedriger als bei Männern. Frauen haben generell einen höheren Eisenbedarf und während der Menstruation geht mit dem Blutverlust auch ein Teil des Eisens verloren. Von der Eisenmangelanämie und dem Eisenmangel waren nur die Frauen betroffen. Sie nahmen auch am häufigsten Eisenergänzungen ein. 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Eisenstatus zeigte keine Unterschiede zwischen Lakto-Ovo-Vegetariern und Veganern, auch die Dauer der pflanzlichen Ernährung beeinflusste die Eisenversorgung nicht. Von einem Eisenmangel waren vor allem die Frauen häufiger betroffen. Sie sollten auf ihre Eisenversorgung besonders achten, das gilt vor allem, wenn sie durch die Menstruation intensive Blutverluste haben.

 

Unser Tipp: Eisen wird als Nahrungsergänzung einzeln und kombiniert mit anderen Mikro-Nährstoffen in verschiedenen Formen angeboten. Auf besonders gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Angélica Gallego-Narbón et al., Physiological and Diet Determinants of Iron Status in Spanish Vegetarians. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 26.7.2019, doi: 10.3390/nu11081734.


Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Viele Paare, die sich vergeblich ein Kind wünschen, suchen nach den möglichen Ursachen dafür. Zur Unfruchtbarkeit können verhaltensbedingte, medizinische und biologisch bedingte Faktoren beitragen. Dazu gehören z.B. die Ernährung, Rauchen, Alter, Übergewicht oder das polyzystische Ovarsyndrom. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine erhöhte Belastung mit toxischen Metallen, wie Quecksilber, Cadmium und Blei, die Fruchtbarkeit verringern kann. Im Gegensatz dazu tragen essentielle Spurenelemente zur reproduktiven Gesundheit bei. Hinweise dazu gibt es für die männliche Fruchtbarkeit in Bezug auf Selen, Zink und Kupfer. Es gibt auch Hinweise dazu bei schwangeren Frauen, die mögliche Wirkungen dieser Spurenelemente auf das Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien, auf den Beitrag zum Zellwachstum (Zink), zur Synthese von Proteinen (Selen, Zink) und zur Blutbildung (Kupfer) zeigen.

 

Doch bisher ist zur direkten Wirkung dieser Spurenelemente auf die weibliche Empfängnis wenig bekannt. Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte daher diese Beziehungen im Rahmen einer Bevölkerungsstudie. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen den mütterlichen Plasmakonzentrationen der Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen in Bezug auf die Fruchtbarkeit zu untersuchen. Dabei spielte die Zeit bis zur Schwangerschaft und eine eventuell eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität) eine Rolle.

 

Die Forscher werteten Daten aus einem Teilbereich der internationalen SCOPE-Studie (Screening for Pregnancy Endpoints) aus. Rund 1.060 Frauen aus Adelaide und Umgebung hatten von Ende 2004 bis Mitte 2008 daran teilgenommen. Bei den Teilnehmerinnen wurden um die 15. Woche der normal verlaufenden Schwangerschaft herum Blutproben genommen. Darin wurden die Werte der Spurenelemente, vor allem von Kupfer, Selen und Zink, sowie von CRP, einem typischen Entzündungs-Marker, bestimmt. Die Frauen gaben außerdem Auskunft über ihre Gesundheit und Ernährung, z.B. über den Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Fast Food sowie über den Konsum von Alkohol und ihr Rauchverhalten. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungen, z.B. von Vitamin C, Folsäure, Multi-Vitaminen und Spurenelementen, wurde untersucht.

 

Rund 85 % der Frauen mit Kinderwunsch hatten bis zu einem Jahr gebraucht, um schwanger zu werden.15 % benötigten dazu eine längere Zeitspanne, was als Subfertilität, also eine geringere Fruchtbarkeit, eingestuft wurde. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei. Dazu gehörte z.B. eine niedrigere Frequenz des Geschlechtsverkehrs oder der geringere Verzehr von Obst. Bei den Spurenelementen waren niedrigere Zink- und Selen-Konzentrationen mit einer längeren Dauer bis zur Empfängnis verbunden. Geringere Selen-Konzentrationen erhöhten außerdem das Risiko für eine schlechtere Fertilität (um 46 %). Für Kupfer konnte die Beziehung zur Fertilität bzw. zur Zeit, bis zu der die Empfängnis eintrat, nicht bestätigt werden.

 

Die Forscher sind nach den Ergebnissen dieser Analyse der Ansicht, dass eine gute Versorgung mit Spurenelementen, speziell von Zink und Selen, aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen die Fruchtbarkeit unterstützen können. Diese Beziehungen sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink und Selen sind als Nahrungsergänzungen einzeln, aber auch in Multipräparaten verfügbar. Dabei sollten gut bioverfügbare Formen bevorzugt werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenso wie schwangere und stillende Frauen Nahrungsergänzungen nach therapeutischer Empfehlung einnehmen.

 

Quelle:
Jessica A. Grieger et al., Maternal Selenium, Copper and Zinc Concentrations in Early Pregnancy, and the Association with Fertility. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 19.7.2019, doi: 10.3390/nu11071609.


Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Seit vielen Jahren wird innerhalb der EPIC-Studie in zehn europäischen Ländern die Beziehung zwischen der Ernährung und Krebskrankheiten untersucht. Dazu gehört auch der Einfluss von Fischölen mit den darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Sie haben antientzündliche Wirkungen und könnten daher zur Senkung des Krebsrisikos beitragen. An der EPIC-Studie waren von 1992 bis 2000 rund 521.000 Menschen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlangen, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt. Alle Teilnehmer nahmen an einer umfangreichen Befragung zur Ernährung teil. Daraus wurde der übliche Fischverzehr ermittelt. Die Forscher unterschieden dabei den Anteil von fettreichen Fischen, die z.B. reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten, und den von mageren, weißen Fischsorten.

 

Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 15 Jahren erkrankten in dieser großen Gruppe 6.291 Personen an Darmkrebs (1,3 %). Teilnehmer mit dem höchsten Fischkonsum hatten ein um 12 % geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Teilnehmern, die am seltensten Fisch, d.h. weniger als eine Portion Fisch pro Woche, verzehrten. Eine vergleichbare Risikosenkung wurde beim Verzehr von fettreichen Fischsorten erreicht. Beim mageren, weißen Fisch zeigte sich eine ähnliche Tendenz, die Werte erreichten jedoch nicht die statistische Signifikanz.

 

Die Forscher untersuchten außerdem, ob und wie die Fisch-Fettsäuren das Krebsrisiko beeinflussen konnten. Sie werteten dazu die Daten einer Untergruppe mit rund 920 Teilnehmern aus, die Hälfte von ihnen war an Krebs erkrankt, die andere Hälfte war gesund. Bei allen Teilnehmern wurden die Fettsäuren im Blut bestimmt, das galt speziell für den Anteil der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören. Bei ihrer erhöhten Aufnahme verringerte sich ebenfalls das Risiko für den Darmkrebs, in etwa im gleichen Maße wie beim allgemeinen Fischverzehr. Dagegen war die höhere Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu den Omega-3-Fettsäuren mit einem höheren Risiko für den Darmkrebs verbunden. Andere Fettsäuren beeinflussten das Darmkrebsrisiko nicht.

 

Die Forscher vermuten aufgrund dieser Ergebnisse, dass sich der regelmäßige Fischverzehr, nahezu unabhängig von der Sorte, positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Noch lässt sich nicht genau angeben, worauf die präventiven Wirkungen des Fischverzehrs und der Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen sind. Vermutlich spielt dabei auch die Balance zwischen den Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, da sie unterschiedlich auf Entzündungen einwirken können. Die Omega-3-Fettsäuren könnten zur Senkung des Darmkrebs-Risikos über die Bildung von Eicosanoiden beitragen. Diese Verbindungen, die aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehen, sind an vielen Zell- und Gewebefunktionen beteiligt. Sie spielen in der Immunabwehr und bei Heilungsprozessen, z.B. bei Entzündungen, eine wichtige Rolle, da sie u.a. antientzündliche Fähigkeiten besitzen.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch ergänzen. Dabei ist auf die gute und stabile Qualität der Präparate zu achten.

 

Quelle:
Elom K. Agalo et al., Consumption of Fish and Long-chain n-3 Polyunsaturated Fatty Acids Is Associated With Reduced Risk of Colorectal Cancer in a Large European Cohort. In: Clinical Gastrienterology and Hepatology, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.cgh.2019.06.031.


Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Im Rahmen einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) wird seit vielen Jahren untersucht, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflusst. Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist vor allem in Gemüse und Obst enthalten, es muss regelmäßig aufgenommen werden, da es im Körper nicht selbst gebildet werden kann. Vitamin C ist an vielen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt. Es wird besonders für den Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und Zähne benötigt und trägt auch zur Prävention von Blutungen und zur Wundheilung bei. Es wirkt weiter antioxidativ, spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und fördert die Aufnahme von Eisen und Zink. Die bekannteste Mangelkrankheit von Vitamin C ist der Skorbut, bei der Kollagen nicht ausreichend gebildet werden kann. Das Bindegewebe, die Knochen, der Knorpel und die Blutgefäße sind davon beeinträchtigt. Typische Symptome sind eine schlechte Wundheilung, Blutungen, Ödeme und Müdigkeit. Der Skorbut tritt heute nur noch selten auf, da extreme Defizite an Vitamin C selten sind.

 

Bei einem geringeren Mangel an Vitamin C können jedoch die Symptome eines latenten Skorbuts auftreten. Dazu gehören unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Muskelschmerzen, die mit einer besseren Versorgung von Vitamin C dann leicht vermeidbar sind. Bekannt ist weiter, dass ein erhöhter Bedarf an Vitamin C bestehen kann. Das gilt z.B. für Raucher, deren Umsatz von Vitamin C höher ist. Im Rahmen der Norfolk-EPIC-Studie wurden Risikofaktoren für einen Mangel an Vitamin C über mehrere Jahre hinweg untersucht. Die Ergebnisse zeigten, wie Defizite an Vitamin C die Gesundheit beeinträchtigen.

 

Rund 30.000 Männer und Frauen von 40 bis zu 79 Jahren aus Norfolk und Umgebung nahmen ab 1993 an der Studie mit einem Gesundheits-Check teil. Für rund 22.000 Teilnehmer konnten nach einem einige Jahre später durchgeführten zweiten Gesundheits-Check die Ergebnisse von Vitamin C im Blut ausgewertet und verglichen werden. Sehr geringe Vitamin C-Werte hatten 315 Teilnehmer (1,4 %), geringes Vitamin C fanden die Forscher immerhin bei 2.410 Teilnehmern (10.7 %). Die Defizite an Vitamin C kamen häufiger bei Teilnehmern vor, die Männer waren, ein höheres Alter hatten und weniger körperlich aktiv waren. Sie waren häufiger sozial benachteiligt, weniger gebildet und rauchten mehr.

 

Bei einer geringen Versorgung mit Vitamin C hatten die Teilnehmer häufiger einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, wie eine umfassenden Befragung zeigte. Dazu gehörten zum Teil die Symptome eines latenten Skorbuts, z.B. erhöhte Müdigkeit oder verstärkte körperliche Schmerzen. Diese Ergebnisse waren konstanter bei Teilnehmern, die keine Vitamin C-Ergänzungen einnahmen und bereits beim ersten Gesundheits-Check niedrigere Vitamin C-Werte hatten.

 

Allgemein sollte daher auf eine gute Versorgung mit Vitamin C geachtet werden. Die Aufnahme von ausreichend Vitamin C aus Obst und Gemüse stärkt die Gesundheit und trägt dazu bei, die Symptome eines latenten Skorbuts zu vermeiden. Vor allem Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Defizite an Vitamin C haben, sollten auf eine gute Versorgung achten.

 

Unser Tipp: Vitamin C-Ergänzungen können bei einer schlechten Versorgung mit Vitamin C und bei einem erhöhten Bedarf die Versorgung verbessern. Es gibt verschiedene Formen von Vitamin C, auf eine gute Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Stephen J. McCall et al., Plasma Vitamin C Levels: Risk Factors for Deficiency and Association with Self-Reported Functional Health in the European Prospective Investigation into Cancer-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.7.2019, doi: 10.3390/nu11071552.


Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen.

 

Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen. Schon bei der Diagnose sollte daher auf die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen geachtet werden.

 

Die Zöliakie (glutensensitive Enteropathie oder auch Sprue genannt) entsteht durch die Unverträglichkeit von Gluten (Klebereiweiß) im Magen-Darm-Trakt, Gluten ist in vielen Getreidesorten (z.B. Weizen, Roggen, Gerste etc.) enthalten, die dann ebenso wie andere glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang gemieden werden müssen. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Wachstumsstörungen, Bauchschmerzen, chronische Diarrhoe oder Obstipation, Anämie und depressive Verstimmungen. Es werden verschiedene Formen der Krankheit unterschieden, sie kann bei Babys bereits einige Monate nach dem Abstillen auftreten, aber auch erst später im Schul- oder gar Erwachsenenalter.

 

Bei der Zöliakie kommt es durch den Verzehr von Gluten zu einer Immunreaktion im Dünndarm und zu chronischen Entzündungen der Darmschleimhaut. Das führt dazu, dass Nährstoffe zum Teil nur unzureichend aufgenommen bzw. nicht verdaut werden können. Betroffen ist davon auch die Resorption einiger wichtiger Mikro-Nährstoffe. In einer Studie untersuchten Forscher der US-amerikanischen Mayo Clinic vom Jahr 2000 bis zu 2014 bei Erwachsenen mit einer neu diagnostizierten Zöliakie die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. 309 Patienten (196 Frauen, 113 Männer) mit einem durchschnittlichen Alter von 46 Jahren konnten in die Studie einbezogen werden. Bei allen wurde die Versorgung mit den bestimmten Mikro-Nährstoffen geprüft, von denen bekannt ist, dass sie bei einer Zöliakie häufiger unzureichend sind. Das betraf Zink, Vitamin D, Ferritin (Depot-Eisen), Kupfer, Vitamin B12 und Folat. Untersucht wurden auch die Gewebetransglutaminase IgA und Albumin (Plasmaprotein), die für die Bestimmung der Zöliakie wichtig sind. Die Ergebnisse wurden mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bestimmt wurde auch das Körpergewicht der Teilnehmer, da Gewichtsverluste bei der Zöliakie als typisch gelten.

 

Das bestätigte sich hier jedoch nicht, im Durchschnitt lag der Body Mass Index bei 25,9, also bei einem leichten Übergewicht. Eine Gewichtsabnahme wurde nur bei rund 25 % der Patienten beobachtet. Bei den Mikro-Nährstoffen fehlte den Zöliakie-Patienten am häufigsten Zink. Rund 60 % der Patienten waren mit Zink nicht ausreichend versorgt. Bei den Kontrollpersonen waren nur rund 33 % davon betroffen. Auch bei der Versorgung mit Kupfer, (rund 6 %), Vitamin B12 (rund 5 %) und Folat (knapp 4 %) hatten Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den Gesunden etwas häufiger unzureichende Werte. Bei Zöliakie fehlte es oft auch an Ferritin (rund 31 %). Bei Vitamin D unterschieden sich die Zöliakie-Patienten kaum von den Gesunden, knapp ein Fünftel war in beiden Gruppen mit Vitamin D unzureichend versorgt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Defizite an Mikro-Nährstoffen bei Patienten mit Zöliakie recht weit verbreitet sind. Sie empfehlen, dass bei der Diagnose einer Zöliakie entsprechend auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen kontrolliert wird. Das gilt vor allem für Vitamin D, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Zink und Kupfer.

 

Quelle:
Adam C. Bledsoe et al., Micronutrient Deficiencies Are Common in Contemporary Celiac Disease Despite Lack of Overt Malabsorption Symptoms. In: Mayo Clinic Proceedings, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.mayocp.2018.11.036.


Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein.

 

Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein. Sie können den Schutz vor Diabetes erhöhen und die glykämische Kontrolle verbessern.

 

Die beeinträchtigte Glukosetoleranz spielt bei der Entstehung des Diabetes eine wichtige Rolle. Er ist durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet, der von der gestörten Glukosetoleranz abhängig ist. Dabei spielt auch der Stoffwechsel von Zink eine Rolle. Viele Studien zeigten bereits, dass eine zu geringe Versorgung mit Zink die Insulinbildung beeinträchtigt, die Insulinsensitivität verringert und typische Entzündung-Marker erhöht (Il-6. TNFalpha. hsCRP). Die Zinkwerte sind bei Diabetes-Patienten häufig niedriger als bei Gesunden. Diabetiker mit geringen Zinkwerten sind meist schon längere Zeit erkrankt, haben eine schlechtere Glukose-Kontrolle und verringerte Funktionen der B-Zellen im Pankreas, die Insulin bilden. Doch es gibt bisher nur wenig Studien, in denen Zinkergänzungen in Bezug auf die Prävention oder Therapie von Diabetes untersucht wurden. Daher führten chinesische Forscher eine Meta-Analyse zur Beziehung von Zink und Diabetes durch.

Sie konnten 32 (randomisierte, placebokontrollierte) Studien, in denen die Ergänzung von Zink bei der Prävention und Behandlung von Diabetes untersucht wurde, einbeziehen. Beteiligt waren insgesamt 1.700 Teilnehmer aus 14 Ländern, vor allem aus Asien. In 22 Studien wurden nur Zinkgaben eingesetzt, in weiteren 10 Studien wurden neben Zink auch andere Ergänzungen angewendet. Die durchschnittliche Dosierung betrug täglich 35 mg Zink, die Studien dauerten von einem Monat bis zu einem Jahr. Insgesamt verringerte sich bei den Teilnehmern mit Zinkergänzungen die Nüchtern-Glukose statistisch signifikant (im Durchschnitt -14,15 mg/dL). Bei der Glukosemessung zwei Stunden nach einer Mahlzeit konnte Zink ebenfalls die Werte verringern (im Durchschnitt -36,85 mg/dL). Auch die Werte von Nüchtern-Insulin, Insulinresistenz, glykiertem Hämoglobin und dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP) verbesserten sich mit den Ergänzungen von Zink im Vergleich zu den Kontrollgruppen ohne Zink.

 

Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass sich die Zinkgaben auf die Nüchtern-Glukose signifikant auswirkten, beeinflusst zum einen durch den Diabetes-Status, zum anderen durch die Form der Zinkgaben. Hier wirkte sich anorganisches Zink stärker auf die Nüchtern-Glukose aus. Das erklären die Forscher so: In den Studien mit anorganischem Zink wurden im Durchschnitt höhere Zinkdosierungen eingesetzt. Anorganisches Zink wurde außerdem häufiger bei Diabetikern als bei Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko geprüft. Die am besten geeigneten Zinkformen sollten daher in Zukunft bei Diabetes weiter geprüft werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse die positive Wirkung von Zinkergänzungen für die Prävention und Therapie von Diabetes unterstützt. Mehrere glykämische Schlüsselfunktionen können durch Zink verbessert werden. Die bessere Versorgung mit Zink kann die glykämische Kontrolle sowohl bei Diabetikern als auch bei Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko (z.B. beim metabolischen Syndrom etc.) modulieren. Zink spielt dabei eine wichtige Rolle, es ist reichlich in den Pankreas-Inseln vorhanden, wo es die Kristallisation und Bildung von Insulin beeinflusst. Zink scheint weiter den Glukose-Transporter GLUT4 und die Glukose-Nutzung zu beeinflussen. Zinkdefizite sind oft mit erhöhten chronischen Entzündungen verbunden, es gibt außerdem Nachweise, dass Zinkergänzungen auf das hochsensitive CRP positiv wirken. Von Zinkergänzungen können Diabetiker ebenso wie Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes profitieren.

 

Unser Tipp: Zink wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen zur Ergänzung angeboten. Für die Regulation der Blutglukose und für einen guten Blutzuckerspiegel gibt es außerdem spezielle Kombinations-Präparate.

 

Quelle:
Xinhua Wang et al., Zinc supplementation improves glycemic control for diabetes prevention and management: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 110, Nr. 1, 2019, S. 76-90, doi: 10.1093/ajcn/nqz041.


Neue Bedarfswerte für Zink und Vitamin B6

 

Die täglich empfohlenen Bedarfswerte werden von Zeit zu Zeit überprüft. Jetzt wurden die empfohlenen Aufnahmen für das Spurenelement Zink und für Vitamin B6 aktualisiert.

 

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das im Körper nicht selbst gebildet und auch nicht längerfristig gespeichert werden kann. Es muss daher regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, um Defiziten vorzubeugen. Gute Quellen sind u.a. Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch, Eier und Nüsse (z.B. Cashew-, Pekannüsse) sowie Keimlinge von Weizen und Roggen. Zink ist ein Bestandteil vieler Enzyme und Proteine und an vielen Körperprozessen beteiligt. Dazu gehören u.a. das Zellwachstum, die Wundheilung, Abläufe im Stoffwechsel und Immunsystem sowie die Fortpflanzung.

 

Die täglichen Empfehlungen (Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.) für Zink hängen vom Alter und Geschlecht ab, und sie werden an den Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit angepasst. Für Erwachsene wurde bisher ein täglicher Bedarf von 7 mg Zink für Frauen und von 10 mg Zink für Männer angegeben. Die neuen Empfehlungen machen die Zinkaufnahme nun von Phytaten abhängig. Das ist eine Form der Phytinsäure, die vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, besonders in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Phytate binden Zink im Magen-Darm-Trakt und können dessen Bioverfügbarkeit um bis zu 45 % senken. Die Menge an Phytaten in der Ernährung bestimmt nun den täglichen Zinkbedarf. Erwachsene Frauen sollten bei einer geringen Aufnahme von Phytaten täglich 7 mg Zink aufnehmen, bei einer mittleren Zufuhr sind es 8 mg und bei hoher Zufuhr 10 mg. Bei erwachsenen Männern sind die Werte etwas höher, bei der niedrigen Aufnahme von Phytaten sollten täglich 11 mg Zink, bei mittlerer Zufuhr 14 mg und bei hoher Zufuhr 16 mg Zink aufgenommen werden.

 

Bisher gibt es zur Aufnahme von Phytaten aus der Ernährung in Deutschland allerdings keine näheren Kenntnisse. Zur Einschätzung trägt bei, dass bei einer vollwertigen Kost sowie bei der vegetarischen oder veganen Ernährung von einer mittleren Aufnahme von Phytaten auszugehen ist. Der Verzehr von Hülsenfrüchten und Vollkornwaren ist jedoch allgemein in Deutschland nicht sehr verbreitet. so dass viele Menschen im Bereich der niedrigen bis mittleren Aufnahme von Phytaten liegen. Bei vielen gesunden Frauen dürfte die Zinkversorgung über die Ernährung auch mit den neuen Zinkwerten gedeckt sein. Ein Teil der Männer dürfte die empfohlene tägliche Zufuhr bei einer mittleren oder höheren Phytataufnahme von 14 mg bzw. 16 mg Zink aber nicht erreichen. Bei ihnen kann es zu Defiziten in der Zinkversorgung kommen. Beim individuellen Bedarf sollte auch bedacht werden. dass die tägliche Zinkaufnahmen aus der Ernährung vor allem bei älteren Menschen und bei Krankheiten (z.B. chronisch entzündliche Darmkrankheiten) oftmals nicht ausreichen. Zinkergänzungen können bei hoher Aufnahme an Phytaten und bei einem erhöhten Zinkbedarf die Versorgung verbessern, sie sollte am besten nach Empfehlung eines Therapeuten erfolgen.

 

Das wasserlösliche Vitamin B6 bezeichnet jetzt nicht mehr allein Pyridoxin, sondern auch andere B6-Formen: Pyridoxamin und Pyridoxal. Vitamin B6 ist am Stoffwechsel von Aminosäuren und Kohlenhydraten sowie an der Bildung von Botenstoffen beteiligt. Zusammen mit anderen B-Vitaminen (B2, Folat und B12) reguliert es den Stoffwechsel von Homocystein und trägt zur Bildung des B-Vitamins Niacin bei. Vitamin B6 ist vor allem in Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Nüssen (Hasel-, Walnüsse) sowie in Fisch und Fleisch enthalten. Die neuen täglichen Bedarfswerte wurden nicht mehr von der Proteinzufuhr abgeleitet. sondern aus Studien mit Pyridoxal-5´-Phosphat und sind für Erwachsene ein wenig erhöht. Empfohlen werden jetzt täglich 1,4 mg Vitamin B6 für Frauen und 1,6 mg für Männer. Diese Zufuhr wird in Deutschland von einem Teil der Erwachsenen nicht ganz erreicht, daher kann eine leichte Unterversorgung auftreten. Größere Mängel an Vitamin B6 sind jedoch eher selten und dann meist mit einem allgemeinen Defizit an B-Vitaminen verbunden. Dazu können z.B. Alkoholmissbrauch, Leberkrankheiten, aber auch einige Medikamente (z.B. die „Pille“ und Asthma-Medikamente) beitragen. Auch hier gilt, dass bei einem erhöhten Risiko für die unzureichende Versorgung oder z.B. auch bei einem Mehrbedarf aufgrund von Krankheiten Vitamin B6 ergänzt werden kann, am besten nach der Empfehlung eines Therapeuten.

 

Unser Tipp: Zink steht in verschiedenen Dosierungen und Formen zur Verfügung, einige wie z.B. (organisches) Zinkcitrat und -glukonat, sind besonders gut bioverfügbar. Auch für Vitamin B6 gibt es sehr gut bioverfügbare Formen aus pflanzlichen Quellen, z.B. Pyridoxin-5-Phosphat. Bei den B-Vitaminen wird oft ein B-Vitamin-Komplex empfohlen, da ein Mangel selten isoliert auftritt und die Verwertung im Komplex verbessert wird.

 

Quelle:
DGE e.V. (Herausgeber), Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink; Ausgewählte Fragen zu Vitamin B6, Online-Veröffentlichungen vom Juli 2019 (https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/).


Rotes Fleisch und Fertiggerichte besser seltener essen

 

Ein häufiger Verzehr von industriell hergestellten Lebensmitteln und rotem Fleisch erhöht die Risiken für Krankheiten und senkt die Lebensperspektiven. Das zeigen drei umfassende Bevölkerungsstudien, die über viele Jahre durchgeführt wurden.

 

Industriell hergestellte, stark verarbeitete Lebensmittel, wie Pizza, Fast Food, Chips, Wurst, Schokolade, Speiseeis oder Limonaden, liefern meist zu viele Kalorien, zu viel Zucker, Salz, gehärtete Fette sowie Zusatzstoffe, und es fehlt an wichtigen Vitaminen und Ballaststoffen. Werden sie regelmäßig verzehrt, begünstigen sie z.B. die Entstehung von Übergewicht, Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten. In drei großen Bevölkerungsstudien wurde das gesundheitliche Risiko durch Fertiggerichte über viele Jahre näher untersucht.

 

Im Rahmen der französischen NutriNet-Santé-Studie (2009-18) wurde bei rund 105.000 gesunden Erwachsenen ab 18 Jahren (zu 80 % Frauen, im Durchschnitt 43 Jahre alt) geprüft, ob stark verarbeitete Nahrungsmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Von Zeit zu Zeit protokollierten die Teilnehmer für einen Tag ihre Ernährung und gaben Auskunft über ihren Gesundheitszustand und den Lebensstil (im Durchschnitt sechs Befragungen pro Person). Daraus wurde der Anteil von industriell stark verarbeiteten Speisen berechnet. Die Lebensmittel waren Gruppen zugeordnet, die von nicht bzw. kaum verarbeiteten bis zu hoch verarbeiten Nahrungsmitteln reichten. Abhängig vom Konsum an industriell hergestellten Fertigwaren wurden die Teilnehmer vier Gruppen zugeordnet.

 

Die jüngeren Teilnehmer kamen auf den höchsten Anteil an Fertigwaren, sie waren weniger gebildet, bewegten sich weniger und nahmen mit ihrer Nahrung mehr Kalorien auf. Im Lauf der mehrjährigen Beobachtungszeit (im Durchschnitt knapp sechs Jahre) traten in dieser Gruppe über 1.400 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Beim höchsten Verzehr von industriell hergestellten Lebensmittel war das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten um 18 % erhöht, das für Schlaganfälle stieg um 23 %.

 

In der kleineren, spanischen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra, 1999-2018)) nahmen seit 1999 Absolventen der Universität teil und gaben alle zwei Jahre Auskunft über ihre Ernährung und den Lebensstil. Ausgewertet wurden die Daten von knapp 20.000 Teilnehmern, die im Durchschnitt rund zehn Jahre an der Studie teilgenommen hatten. Abhängig von den Portionen an täglich verzehrten Lebensmitteln aus industrieller Herstellung wurden die Teilnehmer in vier Gruppen, vom niedrigsten (weniger als zwei Portionen täglich) bis zum höchsten Verzehr (mehr als vier Portionen täglich), eingeteilt. Im Lauf der Studie kam es in dieser Gruppe zu 335 Todesfällen, aufgrund des jüngeren Durchschnittsalters (38 Jahre) vor allem durch Krebskrankheiten. Beim höchsten Verzehr an Fertigwaren stieg das Sterblichkeitsrisiko um 62 % an im Vergleich zum niedrigsten Konsum. Jede Portion Fertignahrung mehr pro Tag erhöhte das Sterblichkeitsrisiko um 18 % über zehn Jahre hinweg. Bei den älteren und stark übergewichtigen (adipösen) Teilnehmern war dieses Risiko stärker ausgeprägt.

 

Eine weitere Studie untersuchte die Beziehung zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und dem Sterblichkeitsrisiko bei Frauen und Männern. Frühere Studien dazu hatten bereits den häufigeren Verzehr von industriell verarbeiteten rotem Fleisch (z.B. Bacon. Salami, Hamburger, Würstchen etc.) mit chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck in Verbindung gebracht. An der US-amerikanischen Nurses´ Health Study und Health Professionals Follow-Up Study nahmen rund 81.000 Beschäftigte aus Gesundheitsberufen teil. Sie waren anfangs gesund und wurden mehrmals im Lauf der Studie zu ihrer Ernährung und zum Lebensstil befragt. In den vielen Studienjahren kam es in den beiden großen Gruppen zu rund 14.000 Sterbefällen. Erhöhten die Teilnehmer den Konsum von rotem Fleisch über acht Jahre hinweg, so war dies bei Frauen und Männern mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko verbunden. Erhöhte sich der Verzehr von rotem Fleisch um eine halbe Portion täglich, so stieg das Sterblichkeitsrisiko um 10 % an. Dabei war das Risiko für industriell verarbeitetes Fleisch mit 13 % etwas höher, das für unverarbeitetes Fleisch (z.B. Steak, Braten) mit 9 % Anstieg etwas geringer. Diese Beziehung blieb auch in allen Untergruppen konstant, einbezogen waren hier Alter, körperliche Aktivität, die Qualität der Ernährung, Rauchen und/ oder Alkoholkonsum.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Anstieg des Konsums von rotem Fleisch, insbesondere von industriell verarbeiteten Fleischwaren, ist mit einem höheren Risiko für die Sterblichkeit verbunden.

 

Stark industriell verarbeitete Lebensmittel, einschließlich von rotem Fleisch. können nach diesen Ergebnissen bei einem hohen Verzehr die Risiken für chronische Krankheiten und eine verkürzte Lebenszeit deutlich erhöhen. Eine strikte Ursache-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus Bevölkerungsstudien jedoch nicht ableiten, da z.B. eine ungesunde Ernährung oft auch mit einem ungesunden Lebensstil einhergeht. Weitere Studien sind daher nötig, um die Beziehungen genauer zu klären. Doch auch jetzt ist es bereits empfehlenswert, den Verzehr von industriell herstellten Lebensmitteln und rotem Fleisch zumindest zu verringern..

 

Quelle:
Bernard Srour et al., Ultra-processed food intake and risk of cardiovascular disease: prospective cohort study (NutriNet-Santé). In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1451.
Anaïs Rico-Campà et al., Association between consumption of ultra-processed foods and all cause mortality: SUN prospective cohort study. In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1949.
Yan Zheng et al., Association of changes un red meat consumption with total and cause specific mortality among US women and men; two prospective cohort studies. In: The British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2019, doi; 10.1136/bmj.I2110.


Vitamin K für den Blutdruck und die Arterien

 

Verkalkungen und Versteifungen der Arterien sind ein Vorläufer von kardiovaskulären Krankheiten. Die gute Versorgung mit Vitamin K trägt dazu bei, die Gefäßwände der Arterien und den Blutdruck zu verbessern.

 

Vitamin K wird vor allem für die Funktionen des Herz-Kreislauf- und des Knochensystems benötigt und kommt in zwei Formen vor. Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt vorwiegend in grünblättrigen Salaten und Gemüse (Spinat, Brokkoli, Kohl etc.) vor. Vitamin K2 (Menachinon) ist in Lebensmitteln seltener vorhanden, es kommt vor allem in Käse und fermentierten Lebensmitten vor, kann jedoch auch im Körper von der Darmflora synthetisiert werden. Beide Formen haben teils ähnliche, teils auch unterschiedliche Funktionen. Nur Vitamin K2 wurde z.B. mit guten Wirkungen auf das kardiovaskuläre System verbunden, da es stärker bioaktiv und beständig ist. Vitamin K2 aktiviert u.a. ein Protein, das bei der Gefäßverkalkung eine Rolle spielt, das Matrix-GLA-Protein (MGP). Verkalkungen in den Blutgefäßen führen besonders im höheren Alter zur Arteriosklerose und zur Versteifung der Arterien, wodurch weiter das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ansteigt. Die Gefäßverkalkung kann u.a. durch das Matrix-GLA-Protein beeinflusst und gehemmt werden. Seine volle Wirksamkeit erlangt es jedoch erst, wenn es mit Hilfe von Vitamin K2 aktiviert wurde. Ist im Körper zu wenig Vitamin K2 vorhanden, steigt der Spiegel an inaktivem MGP (dp-ucMGP) an, was die Entstehung der Arteriosklerose begünstigt. Entsprechend dient dieser Wert als Risikomarker für Herz-Kreislauf-Krankheiten und den Mangel an Vitamin K2.

 

Eine Gruppe von belgischen Forschern untersuchte die Werte des (inaktiven) Matrix-GLA-Protein bei 835 Flamen (Männer und Frauen, im Durchschnitt knapp 50 Jahre alt) in Bezug auf den Blutdruck und die Arteriensteifigkeit. Bei allen Teilnehmern wurden im Blutplasma die MGP-Werte gemessen. Die Forscher bestimmten außerdem u.a. den zentralen Pulsdruck und die Pulswellen-Geschwindigkeit in der Aorta (Hauptschlagader). Die Ergebnisse zeigten, dass rund ein Drittel der Teilnehmer zu geringe Werte von Vitamin K hatte. Das ging mit erhöhten Werten des inaktiven (dp-up-)Matrix-GLA-Proteins und den Werten für die Arteriensteifigkeit einher.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass diese Ergebnisse auch repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung in Belgien sein könnten. Um vor Herz-Kreislauf-Krankheiten zu schützen, könnten die üblichen Empfehlungen für den Bedarf an Vitamin K nicht ausreichen. Bei einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten könnte eine verbesserte Zufuhr an Vitamin K, speziell von Vitamin K2, die Arterien besser schützen.

 

Unser Tipp: Vitamin K ist in beiden Formen, als K1 und K2, als Nahrungsergänzung erhältlich. Besonders empfehlenswert ist Vitamin K2 als Menachinon-7, das aus Sojabohnen gewonnen wird und sehr gut bioverfügbar ist,

 

Quelle:
Fang-Fei Wei et al., Central Hemohynamics in Relation to Circulating Desphospho-Uncarboxylating Matrix Gla Protein: A Population Study. In: Journal of the American Heart Association, Online-Veröffentlichung vom 1.4.2019, doi: 10.1161/JAHA.119.011960.


 Blaubeeren senken Risiken fürs Herz-Kreislauf-System

 

Täglich eine Portion (150 Gramm) Blaubeeren trug bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom zur Vorbeugung von kardiovaskulären Krankheiten bei. Zurückgeführt wird das auf den Gehalt von Anthocyanen.

 

Vom metabolischen Syndrom sind nach Schätzungen rund ein Drittel der westlichen Bevölkerung betroffen. Dazu können Bluthochdruck, ein zu hoher Blutzucker, übermäßiges Körperfett in der Taille, geringe Werte des „guten“ HDL-Cholesterins und hohe Triglyzerid-Werte beitragen. Die Diagnose metabolisches Syndrom wird gestellt, wenn wenigstens drei dieser Risikofaktoren vorhanden sind. Zu den Folgen gehört ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und den Typ 2 Diabetes. Oftmals können jedoch schon leichtere Veränderungen in der Ernährung dazu beitragen, das Risiko für das metabolische Syndrom zu senken. Einige frühere Studien zeigten, dass sich der Verzehr von Blaubeeren positiv auf den Typ 2 Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten auswirken kann. Zurückgeführt wird das vor allem darauf, dass Blaubeeren reichlich Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, enthalten. Sie schenken Blüten und vielen Früchten ihre roten, violetten und blauen Farben. Sie haben außerdem gesundheitliche Wirkungen, sind z.B. antioxidativ und können Entzündungen hemmen.

 

Eine Gruppe von Forschern aus Großbritannien und den USA untersuchte die Wirkungen von Blaubeeren auf das metabolische Syndrom in einer klinischen (randomisierten, doppelblinden) Studie. Sie prüften, ob Blaubeeren die Insulin-Resistenz und andere Faktoren des metabolischen Syndroms beeinflussen konnten. Dazu gehörten z.B. der Lipoprotein-Status und die Funktionen der Arterien. An der Studie nahmen sechs Monate lang 115 übergewichtige und adipöse Teilnehmer mit einem metabolischen Syndrom teil. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppen aß täglich eine Portion mit 150 g (tiefgefrorenen) Blaubeeren-Pulver, das 364 mg Anthocyane enthielt. Die zweite Gruppe aß täglich nur die Hälfte dieser Portion, also 75 g Blaubeeren mit 182 mg Anthocyanen. Die dritte Gruppe verzehrte ein Placebo, das ähnlich aussah und schmeckte, jedoch keine Anthocyane enthielt. Die Teilnehmer erhielten dazu Rezepte-Tipps, wie sie das Pulver zubereiten konnten, z.B. als Getränk, Smoothie oder in Joghurt und Desserts.

 

Im Lauf von sechs Monaten blieb die Insulinresistenz bei den Teilnehmern unverändert, und gegen die Erwartungen der Forscher brachte die kleinere Portion Blaubeeren keine gesundheitlichen Vorteile. Mit 150 Gramm Blaubeeren täglich verbesserten sich bei den Teilnehmern dieser Gruppe jedoch anhaltend die vaskulären Funktionen und die Arteriensteifigkeit. Dadurch sank ihr Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten um 12 bis zu 15 %. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ein erhöhter Konsum an Blaubeeren mit Anthocyanen täglich nötig ist, um gesundheitlich wirksam zu sein. Blaubeeren können dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

 

Unser Tipp: Anthocyane sind auch in anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten. z.B. in verschiedenen Beeren, Kirschen, Pflaumen, Rotkohl und Auberginen. Sie sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, z.B. als Heidelbeerextrakt, oft in Kombination mit anderen nützlichen Mikro-Nährstoffen.

 

Quelle:
Peter J. Curtis et al., Blueberries improve biomarkers of cardiometabolic syndrome - results from a 6-month, double-blind, randomised controlled trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 28.5.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqy380.


Sonnencreme und Vitamin D

 

Sonnenschutz ist wichtig, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen, er kann aber die Bildung von Vitamin D über die Haut verringern. Eine Studie zeigt, dass Mittel mit einem erhöhten UVA-Schutz nicht nur den Sonnenbrand verhindern, sondern auch die Aufnahme von Vitamin D fördern.

 

Vitamin D wird zum größten Teil (rund 90 %) über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Der Anteil von Vitamin D aus der Nahrung ist dazu im Vergleich relativ gering. Er ist dennoch vor allem in den nördlicheren Breiten sehr wichtig, weil die Sonneneinwirkung auf die Haut für die gute Versorgung mit Vitamin D nicht immer ausreichend ist. Das gilt besonders in den sonnenärmeren Monaten. Das Sonnenlicht enthält zwei Arten der Strahlung, langwellige UVA- und kurzwellige UVB-Strahlen. Letztere sind für die Synthese von Vitamin D über die Haut unerlässlich. Gleichzeitig sind sie aber eine wichtige Ursache für den Sonnenbrand und damit nicht zuletzt ein Risiko für die Entstehung von Hautkrebs. Beim Aufenthalt in der Sonne über längere Zeit wird daher ein geeigneter UVB-Schutz empfohlen, um den Sonnenbrand zu verhindern. Mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor können Sonnencremes und -Sprays die negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen auf die Haut deutlich verringern. Doch dies kann die Bildung von Vitamin D über die Haut und damit den Vitamin D-Status im Körper beeinträchtigen.

 

In einer Studie untersuchte eine Forschergruppe den Einfluss von Sonnenschutzmitteln auf den Vitamin-D-Status während eines einwöchigen Sonnenurlaubs auf Teneriffa bei wolkenlosem Himmel. Sie verglichen die Wirkung von zwei Sonnenschutzmitteln mit dem gleichen Lichtschutzfaktor 15. Eines der beiden Präparate hatte neben dem UVB-Schutz zusätzlich einen hohen UVA-Schutzfaktor, das andere Mittel hatte dagegen nur einen geringeren UVA-Schutz. An der Studie nahmen 40 polnische Urlauber teil. Sie erhielten jeweils eines der beiden Mittel und wurden über deren richtige Anwendung beraten. Bei allen Teilnehmern wurde der Gebrauch der Sonnenschutzmittel beobachtet, dazu der jeweilige Aufenthalt in der Sonne, die Kleidung und das eventuelle Auftreten von Sonnenbrand verzeichnet. Zum Vergleich nahmen zwei weitere Gruppen mit Urlaubern und Einheimischen an der Studie teil, die Sonnenschutz nach ihrem eigenen Ermessen benutzten.

 

Ohne Intervention waren sowohl die Urlauber als auch die Einheimischen nicht so stark vor einem Sonnenbrand geschützt. Die beiden Gruppen der polnischen Urlauber waren dagegen mit den beiden Sonnenschutzmitteln vor der Entstehung eines Sonnenbrands geschützt, die Nutzung der Sonnencremes war in beiden Gruppen vergleichbar. Nur mit dem UVA-Sonnenschutz zeigte sich auch ein statistisch signifikanter Anstieg von Vitamin D. Der Sonnenschutz mit dem erhöhten UVA-Faktor ermöglichte dabei eine deutlich höhere Vitamin-D-Synthese als das Mittel mit den niedrigem UVA-Schutz. Die Forscher vermuten, dass beim erhöhten UVA-Faktor mehr UVB-Transmissionen ermöglicht werden. So wird nicht nur der Sonnenbrand verhindert, sondern auch die Vitamin D-Synthese gefördert.

 

Unser Tipp: Wo der Aufenthalt in der Sonne nicht ausreicht bzw. in Regionen mit sonnenärmeren Jahreszeiten kann die Ergänzung von Vitamin D die Werte im Blut verbessern.

 

Quelle:
A. R. Young et al., Optimal Sunscreen use, during a sun-holiday with a very high UV index, allows vitamin D synthesis without sunburn. In: British Journal of Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 8.5.2019, doi: 10.1111/bjd.17888


Zink, Kupfer und Mangan bei Depressionen

 

Die Ernährung trägt zur psychischen Gesundheit bei, das betrifft auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Eine zu geringe Versorgung mit den Spurenelementen Zink, Mangan und Kupfer kann zu Depressionen und Angststörungen beitragen.

 

Die Vorkommen von Depressionen und/oder Angststörungen stiegen in den letzten Jahren in vielen Ländern an. Die Belastungen in der Arbeitswelt tragen offenbar bei vielen Menschen zur Entstehung dieser Krankheiten bei. Daher rücken vorbeugende Maßnahmen stärker in den Fokus der Medizin. Dazu gehört auch der

 

Lebensstil mit der Ernährung, der Körperbewegung und den Schlafgewohnheiten. Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Geflügel, Fisch und Vollkornprodukten trägt zur Vorbeugung vor psychischen Störungen bei. Das gilt bei den Mikro-Nährstoffen besonders für die Omega-3-Fettsäuren und die B-Vitamine einschließlich der Folsäure. Es gibt Hinweise, dass einige Spurenelemente auf Depressionen wirken könnten, doch bisher gibt es dazu wenige Studien. Eine japanische Forschergruppe untersuchte daher sechs Mineralstoffe und Spurenelemente in ihre Wirkung auf die Vorkommen von Depressionen und Angststörungen. Sie nutzten Daten aus der japanischen Eat-Well-Studie (Eating Habit and Well-Being). Daran waren ab Ende 2013 rund 2.100 japanische Arbeiter (Männer und Frauen, 18 bis 79 Jahre) beteiligt, die bisher nicht unter psychischen Störungen gelitten hatten. Alle nahmen an einer Befragung zu ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit teil. Weiter wurden ihre Aufnahmen an Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan bestimmt.

 

Bei knapp 7 % der Teilnehmer fanden sich Vorkommen von Depressionen oder Angstsymptomen, davon waren die Männer etwas stärker betroffen. Kalzium, Magnesium und Eisen wirkten sich statistisch nicht signifikant auf Depressionen und Angststörungen aus. Eine zu geringe Versorgung mit Zink, Kupfer und Mangan war jedoch mit Depressionen und Angststörungen verbunden. Vor allem bei gleichzeitig geringen Werten von Zink und Kupfer war das Risiko für Depressionen und Angststörungen um das Dreifache erhöht im Vergleich zu einer guten Versorgung mit diesen beiden Spurenelementen. Die Defizite an Zink und Kupfer haben offenbar eine additive Wirkung auf Depressionen und Angststörungen. Diese Ergebnisse waren unabhängig von anderen Faktoren, die Depressionen und Angststörungen beeinflussen können, z.B. Ernährung, Lebensstil und Arbeitsbedingungen. Zu den möglichen Ursachen dieser Beziehungen könnte gehören, dass Zink, Kupfer und Mangan auf Neurotransmitter einwirken können Außerdem spielt der oxidative Stress bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle, Zink, Kupfer und Mangan sind an antioxidativen Prozessen beteiligt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstützen die Verbindung von Zink, Kupfer und Mangan zu Depressionen und Angststörungen, unabhängig von anderen beeinflussenden Faktoren. In weiteren Studien sollte ihr Einfluss auf die psychische Gesundheit näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink, Kupfer und Mangan gibt es als Nahrungsergänzung sowohl einzeln als auch in Kombinationen, z.B. mit anderen Mineralstoffen und Spurenelementen oder auch in speziellen Multi-Formeln für die antioxidative Unterstützung. Für eine gute Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen sollte auf gut bioverfügbare Verbindungen geachtet werden.

 

Quelle:
Mieko Nakamura et al., Low Zinc, Copper, and Manganese Intake is Associated with Depression and Anxiety Symptoms in the Japanese Working Population: Findings from the Eating Habit and Well-Beging Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 15.4.2019, doi: 10.3390/nu11040847.


Defizite an Makro- und Mikronährstoffen bei älteren Menschen

 

Suboptimale Aufnahmen von Makro- und Mikro-Nährstoffen können sich im Alter negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei vielen älteren Menschen sin Defizite vorhanden, wie eine dänische Studie zeigt.

 

Die zu geringe Aufnahme an Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im Alter das Risiko für die Gebrechlichkeit erhöhen und ein selbstständiges Leben erschweren.

 

Ein gesunder Ernährungs-Status mit der angemessenen Aufnahme von Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im höheren Alter aus mehreren Gründen schwieriger werden. Dazu gehören die soziale Isolation, der oft zunehmende Appetitverlust, die sinkende Absorption von Mikro-Nährstoffen und eine schlechtere orale Gesundheit. So ist z.B. eine zu geringe Aufnahme an Proteinen mit dem Verlust der Muskelmasse und -kraft verbunden. In früheren Studien zeigte sich bereits, dass vor allem sechs Mikro-Nährstoffe bei älteren Menschen oft zu gering vorhanden sind: die Vitamine D, B1 und B2 sowie Kalzium, Magnesium und Selen. Eine Forschergruppe prüfte in einer Studie bei älteren Dänen aus der Region um Kopenhagen die Versorgung mit Makro- und Mikro-Nährstoffen. Sie nutzten dafür Daten aus der CALM-Studie (Counteracting Age-related Loss of Skeletal Muscle Mass), an der 157 Personen von 65 bis zu 81 Jahren beteiligt waren. Alle nahmen an einem dreitägigen Ernährungsprotokoll sowie an einer ausführlichen Befragung zu ihrer Ernährung und zum Gesundheitszustand teil. Bei allen wurde dazu die tägliche Aufnahme von Makro-und Mikro-Nährstoffen bestimmt.

 

Die Auswertung zeigte, dass 40 % der Teilnehmer zu wenig Kohlenhydrate aufnahmen, bei 25 % war der Fettanteil zu hoch. 68% hatten ein Risiko für die zu geringe Aufnahme an Ballaststoffen und 66 % für zu wenig gesättigte Fettsäuren. Bei den einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren lagen die Zahlen für zu geringe Aufnahmen bei 47 % bzw. 62 %. Bei der Aufnahme von Alkohol lag die Hälfte der Teilnehmer über der empfohlenen Höchstmenge (56 % der Männer, 45 % der Frauen). Das Risiko einer zu geringen Versorgung mit Mikro-Nährstoffen war für mehrere Substanzen relativ hoch, das galt vor allem für die Versorgung mit Vitamin D und Vitamin B1 (Thiamin). Ausreichendes Vitamin D ist für die Knochengesundheit, den Bewegungsapparat und die kognitiven Funktionen sehr wichtig. Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinstrahlung auf die Haut aufgenommen.

 

Doch die suboptimalen Werte von Vitamin D im Blut, die bei den Teilnehmern häufiger beobachtet wurden, zeigen, dass die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung dennoch eine Rolle spielt. Auch die zu geringe Versorgung mit Vitamin B 1 kann für ältere Menschen problematisch sein. Zu den Folgen können u.a. Müdigkeit sowie ein höheres Risiko für die Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems und der kognitiven Leistungen gehören. Unzureichend war bei den Teilnehmern öfter auch die Versorgung mit den Vitaminen A, E und B2 (Riboflavin) sowie mit Selen und Jod.

 

Insgesamt zeigte sich in dieser Studie, dass die Zufuhr an gesättigten Fetten und von Alkohol zu hoch war. Im Gegensatz dazu war die Aufnahme von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie von Ballaststoffen zu gering. Eine beträchtliche Anzahl der Teilnehmer hatte ein Risiko für die suboptimale oder unzureichende Versorgung mit einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen Das betraf vor allem das Risiko für den Mangel an Vitamin D und Vitamin B1. Zwar war das Risiko für unzureichende Aufnahmen der Vitamine A, E und B2 sowie von Jod und Selen etwas geringer, doch auch dies könnte sich problematisch auf die Gesundheit auswirken. Die Forscher empfehlen, im Alter besonders auf die ausreichende Aufnahme an Energie sowie eine gesunde Ernährung zu achten, die mit allen nötigen Makro- und Mikro-Nährstoffen versorgt.

 

Unser Tipp: Ältere Menschen sollten bei der Auswahl von Nahrungsergänzungen nicht nur auf wichtige Mikro-Nährstoffe, sondern z.B. auch auf eine gute Bioverfügbarkeit achten. Für eine gute Aufnahme im Körper kann auch die Darreichung, z.B. als Kapseln, Tabletten, Tropfen oder Spray, eine Rolle spielen.

 

Quelle:
Simon Rønnow Schacht et al., Investigating Risk of Suboptimal Macro and Micronutrient Intake and Their Determinants in Older Danish Adults with Specific Focus on Protein Intake - A Cross-Sectional Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.4.2019, doi: 10.3390/nu11040795.


Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt.

 

Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt. Eine gute Versorgung kann die kognitiven Leistungen im Alter stärken.

 

Vitamin B6 (Pyridoxin) spielt als Coenzym vor allem eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Aminosäuren. Es ist auf diese Weise auch an der Bildung von Neurotransmittern, z.B. von Dopamin, Serotonin und GABA etc., beteiligt. Gelangt zu wenig Vitamin B6 ins Gehirn, wird die Bildung von Neurotransmittern eingeschränkt. Das kann Prozesse im Gehirn beeinträchtigen, wozu auch die kognitiven Leistungen gehören. Im höheren Alter, wenn die geistigen Kräfte nachlassen, könnte eine gute Versorgung mit Vitamin B6 daher besonders wichtig sein. Trotz seiner wichtigen Rolle für die kognitive Entwicklung und Regulierung der Funktionen des Nervensystems wurde Vitamin B6 in Bezug auf das kognitive Altern bisher jedoch nicht ausreichend untersucht. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte dazu eine Untersuchung im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Boston Puerto Rican Health Study) durch. Sie prüften. ob und wie die Konzentrationen von Vitamin B6 (Plasma-Pyridoxal-5’-phosphat) mit den kognitiven Funktionen und dem Rückgang der kognitiven Leistungen im Alter verbunden waren.

 

An der Studie nahmen 949 Puerto-Ricaner (70 % Frauen) teil, die zu Beginn zwischen 45 bis zu 75 Jahren alt waren. Bei allen wurden die Konzentrationen von Vitamin B6 im Plasma bestimmt. Abhängig von der jeweiligen Versorgung wurden sie auf drei Gruppen verteilt, die von der geringsten über die mittlere bis zur höchsten Versorgung mit Vitamin B6 reichten. Mit verschiedenen Tests wurden die kognitiven Leistungen der Teilnehmer geprüft. Diese Untersuchungen wurden nach zwei Jahren bei allen wiederholt und in den Ergebnissen miteinander verglichen.

 

Teilnehmer aus der Gruppe mit einer nur geringen Versorgung von Vitamin B6 hatten nach zwei Jahren im Durchschnitt ein um knapp 2,5-fach erhöhtes Risiko für einen größeren Rückgang in den kognitiven Leistungen im Vergleich zur Gruppe mit der besten Vitamin B6-Versorgung. Das Risiko erhöhte sich bei einigen Untergruppen noch stärker. Wer zu Anfang der Studie älter als 55 Jahre war, hatte ein rund 4,5-fach erhöhtes Risiko für die Senkung der kognitiven Leistungen. Außerdem hatten Raucher ein 3-fach erhöhtes Risiko für geringere kognitive Leistungen im Vergleich zu Nichtrauchern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine geringe Versorgung mit Vitamin B6 das Risiko für einen Rückgang der kognitiven Leistungen bei älteren Menschen im Lauf von zwei Jahren deutlich erhöht. Davon waren die älteren Teilnehmer der Studie und die Raucher deutlich stärker betroffen.

 

Unser Tipp: Vitamin B6 kann in seiner aktiven Form als Pyridoxal-5-Phosphat einzeln ergänzt werden. Es kann eventuell sinnvoll sein, den gesamten Komplex der B-Vitamine zu ergänzen. Nicht zuletzt ist Vitamin B6 auch in vielen Multivitamin-Ergänzungen enthalten.

 

Quelle:
Natalia Palacios et al., Lower Plasma Vitamin B-6 is Associated with 2-Year Cognitive Decline in the Boston Puerto Rican Health Study. In: The Journal of Nutrition Vol. 149, Nr. 4, 2019, S. 635-641, doi: 10.1093/jn/nxy268.


Wer beschließt, sich vom Fleischverzehr zu verabschieden und Vegetarier zu werden, sollte von Anfang an auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 achten.

 

Wer beschließt, sich vom Fleischverzehr zu verabschieden und Vegetarier zu werden, sollte von Anfang an auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 achten.

 

Die gute Versorgung mit Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung, das Wachstum, die Zellteilung und den Stoffwechsel von Aminosäuren, Kohlenhydraten und Fettsäuren. Frühere Studien zeigten bereits, dass die vegetarische Ernährung zu einer verringerten Aufnahme von Vitamin B12 führen kann. Dieses Vitamin kommt in pflanzlicher Nahrung nur in sehr geringen Mengen vor, es ist in vielen Sorten von Gemüse und Obst nicht enthalten. Vitamin B12 kommt hauptsächlich in Fleisch und Fischen und zu einem geringen Anteil auch in Eiern vor. Vegetarier, die Eier und Milchprodukte essen, nehmen daher noch geringe Mengen an Vitamin B12 auf, die jedoch oftmals für eine gute Versorgung nicht ausreichen. Veganer, die auf Eier und Milchprodukte verzichten, nehmen Vitamin B12 kaum noch auf, geringe Spuren enthalten z.B. fermentierte Produkte wie Sauerkraut.

 

Da sich immer mehr Menschen für eine fleischfreie Ernährung entscheiden, untersuchte eine Gruppe von italienischen Forschern in einer Studie, was bei einem Wechsel zur vegetarischen Ernährung mit dem Vitamin B12 im Körper geschieht. 54 Personen, die sich vorher auch von Fleisch und Fisch ernährt hatten, nahmen daran teil. Sie ernährten sich drei Monate lang mit einer vegetarischen Kost, sie aßen dabei auch Milchprodukte und Eier. Sie folgten damit einer ärztlichen Empfehlung, um mit ihrer Ernährung die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems zu stärken (CARDIVEG-Program, kardiovaskuläre Prävention mit vegetarischer Ernährung).

 

Bei den neuen Vegetariern war im Lauf der drei Monate die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Ernährung um rund die Hälfte (51,2 %) gesunken. Da Vitamin B12 jedoch längerfristig im Körper gespeichert ist, hatten sich die zirkulierenden Vitamin B12-Werte im Körper in dieser Zeit weniger, um 6,2 %, verringert. Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass von der Senkung des zirkulierenden Vitamin B12 häufiger Teilnehmer betroffen waren, die jünger und übergewichtig waren, nicht rauchten und zu hohe Cholesterinwerte hatten.

 

Bei neuen Vegetariern sinkt danach die Aufnahme von Vitamin B12 recht schnell, was sich durch gespeicherte Vorräte im Körper jedoch zunächst noch nicht so stark bemerkbar macht. Wird die vegetarische Ernährung über längere Zeit fortgesetzt, sinken auch die Werte des zirkulierenden Vitamin B12 im Körper weiter ab. Die Autoren heben hervor, dass eine gut gestaltete vegetarische Ernährung für die Gesundheit in allen Lebensphasen sinnvoll ist. Es muss jedoch regelmäßig darauf geachtet werden, dass die Versorgung mit Vitamin B12 weiterhin ausreichend gewährleistet ist. Da aus pflanzlicher Nahrung nicht genügend Vitamin B12 aufgenommen wird, muss dieses Vitamin regelmäßig ergänzt werden. Das gilt natürlich ganz besonders, wenn die vegetarische Ernährung aus medizinischen Gründen empfohlen wird.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 ist in vielen Multi-Nährstoffen enthalten. Es gibt spezielle Formeln, die mit allen B-Vitaminen versorgen, und natürlich wird Vitamin B12 auch einzeln angeboten, z.B. in flüssiger Form, als Lutschtablette oder in Kapseln.

 

Quelle:
M. Dinu et al., Effects of a 3-month dietary intervention with a lacto-ovo-vegetarian diet on vitamin B12 levels in a group of omnivores: results from the CARDIVEG (Cardiovascular Prevention with Vegetarian Diet) study. In: British Journal of Nutrition Vol. 121, Nr. 7, 2019, S. 756-762, doi: 10.1017/S0007114518003835.


Die mediterrane Ernährung fördert die Gesundheit und trägt zur Prävention von Krankheiten bei, das ist in vielen Studien belegt.

 

Die mediterrane Ernährung fördert die Gesundheit und trägt zur Prävention von Krankheiten bei, das ist in vielen Studien belegt. Ein spanisches Forscherteam stellte nun bei Jugendlichen fest, dass die Mittelmeerkost auch glücklich macht.

 

Wer die mediterrane Ernährung befolgt, fördert mit dem hohen Konsum von saisonalem Obst und Gemüse, Vollkornbrot und -getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fischen sowie dem mäßigen Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten seine Gesundheit und die Lebensqualität. Längst bekannt ist, dass die mediterrane Kost positiv auf die Lebensdauer wirkt und mit geringeren Vorkommen von chronischen, degenerativen Krankheiten und psychischem Wohlbefinden verbunden ist. Bei Kindern und Jugendlichen kann eine gute Anpassung an die mediterrane Ernährung auch die kognitiven Leistungen verbessern und sich positiv auf Gesundheitsprobleme, z.B. auf Asthma und Allergien, auswirken. Die Adoleszenz ist eine Zeit des körperlichen Wachstums und der schnellen Entwicklung, begleitet von Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten bzw. der Gehirnreifung. Ob und wie sich die mediterrane Ernährung auch auf die Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden in diesem Alter auswirkt, das ist bisher kaum untersucht. Dies prüfte eine Gruppe von spanischen Forschern nun in einer Studie mit Jugendlichen.

 

Einbezogen waren 527 Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis zu 17 Jahren aus Schulen in Alicante. Sie gaben Auskunft über ihre Ernährung, danach wurde der Grad ihrer Anpassung an die mediterrane Kost bestimmt. Sie wurden entsprechend drei Gruppen zugeordnet, mit einer geringen, mittleren oder hohen Anpassung an die mediterrane Ernährung. In einer weiteren Befragung untersuchten die Forscher die Lebensqualität der Jugendlichen in Bezug auf das subjektiv wahrgenommene Glücksempfinden (Subjective Happiness Scale). In weiteren Tests wurden das körperliche und psychische Wohlbefinden, die Stimmungen und Gefühle, Selbstwahrnehmung, Autonomie, Beziehung zu den Eltern, finanzielle Ressourcen und die sozialen Beziehungen untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass eine hohe Anpassung an die mediterrane Ernährung mit einer besseren Quote in der Lebensqualität und im subjektivem Glücksempfinden bei den Jugendlichen verbunden war. Vor allem das psychische Wohlbefinden, eine bessere Stimmung, finanzielle Ressourcen und die soziale Akzeptanz erwiesen sich als signifikant mit der Anpassung an die mediterrane Kost und dem Glücksempfinden verbunden. Für die Forscher zeigte sich damit, dass Programme zur gesunden Ernährung sich möglichst schon an Jugendliche richten und an ihren Bedürfnissen orientieren sollten. Gesunde Ernährungsweisen, die sich in diesem Alter verankern lassen, beeinflussen die Gesundheit bis ins hohe Erwachsenenalter hinein. Die Anpassung an eine gesunde Ernährung, wie sie die Mittelmeerkost bietet, könnte eine wirksame Strategie für die Stärkung der Gesundheit in der allgemeinen Bevölkerung und für alle Altersgruppen sein. Die mediterrane Ernährung beugt gesundheitlichen Problemen vor und fördert gleichzeitig einen zufriedenen Lebensstil und das subjektive Wohlempfinden. Die alte Weisheit „Jeder ist seines Glückes Schmied“ gilt also auch für die Ernährung.

 

Quelle:
Rosario Ferrer-Cascales et al., Higher Adherence to the Mediterranean Diet is Related to More Subjective Happiness in Adolescents: The Role of Health-Related Quality of Life. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.3.2019, doi: 10.3390/nu11030698.


Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken antientzündlich und antioxidativ. Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie vor Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden schützen können.

 

Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken antientzündlich und antioxidativ. Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie vor Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden schützen können.

 

Asthma ist weltweit stark verbreitet, und die Vorkommen steigen weiter an. Zwar stehen Medikamente zur Behandlung zur Verfügung, doch es gibt auch eine Reihe von nicht-medikamentösen Maßnahmen, um die Beschwerden zu verringern. Dabei gilt es in erster Linie, den Kontakt mit den möglichen Auslösern (Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Pollen etc.) sowie das Rauchen zu vermeiden. Es gibt einige Hinweise, dass beim Anstieg von Asthma auch die veränderte Ernährung eine Rolle spielt. Dazu gehört, dass in den letzten Jahren der Verbrauch von mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren in Pflanzenölen weltweit angestiegen ist. Gleichzeitig ist der Verbrauch von Omega-3-Fettsäuren, die hauptsächlich in marinen Ölen (Fisch-Fettsäuren) enthalten sind, zurückgegangen. Damit könnte ein Anstieg bei den Asthma-Vorkommen und allergischen Krankheiten verbunden sein. Ein Team von Forschern aus Südafrika und Australien untersuchte in einer Studie die Beziehungen zwischen dem Verzehr von Omega-3- und -6-Fettsäuren zu den Vorkommen von Asthma.

 

Die Forscher wählten für ihre Studie ein Fischerdorf in Südafrika aus, in dem die Bewohner traditionell viel Fisch verzehren. An der Studie nahmen 642 Dorfbewohner mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren teil, die in den dortigen Anlagen für die Fischverarbeitung tätig waren. Sie ernährten sich reichlich mit Fisch und anderen Meeresfrüchten, dadurch nahmen sie meist gute Mengen an Fischölen auf. Bei allen Teilnehmern wurden die Vorkommen von Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden sowie die Versorgung mit Fettsäuren untersucht. 11 % der Teilnehmer waren von Asthma betroffen, bei 26 % stellte man asthma-ähnliche Symptome fest, 37 % waren außerdem atopisch, sie reagierten vor allem empfindlich auf Allergene in den Innenräumen.

 

Es zeigte sich, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA und DPA) signifikant das Risiko für Asthma und asthma-ähnliche Symptome verringerten. Dagegen stieg das Risiko für diese Beschwerden bei einem höheren Verzehr von Omega-6-Fettsäuren (Linolensäure, Dihomo-Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure) an. Die Forscher führten die negativen Wirkungen der Omega-6-Fettsäuren vor allem auf mögliche proentzündliche Wirkungen der pflanzlichen Öle zurück. Für die Omega-3-Fettsäuren ist in vielen Studien nachgewiesen, dass sie antientzündlich und antioxidativ wirken können. In weiteren Studien sollten die Beziehungen zwischen Asthma und Omega-3-Fettsäuren weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Für alle, die Fisch nur wenig oder nie essen, gibt es die hochwertigen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch als Nahrungsergänzungen. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle:
Shahieda Adams et al., Relationship between Serum Omega-3 Fatty Acid and Asthma Endpoints. In: International Journal of Environmental Research and Public Health, Online-Veröffentlichung vom 25.12.2018, doi: 10.3390/ijerph.16010043.


Die Mittelmeerkost versorgt mit vielen gesunden Nährstoffen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit.

 

Die Mittelmeerkost versorgt mit vielen gesunden Nährstoffen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit. Wirkungen zeigten sich dabei schon nach vier Tagen mit einer verbesserten Ausdauer.

 

Die mediterrane Ernährung stärkt die Gesundheit mit reichlich Obst und Gemüse, Nüssen, Olivenöl und Vollkornprodukten sowie wenig rotem Fleisch und Wurstwaren. Dem Körper werden damit viele nützliche Mikro-Nährstoffe geliefert. Sie können auch dazu beitragen, die ergogenen, d.h. die körperlichen Leistungen im Sport zu verbessern. Das gilt z.B. für die wichtigen Antioxidantien, mit denen übermäßig vorhandene freie Radikale bekämpft werden können. Weiter gehören dazu Nitrate, die den venösen Blutfluss verbessern und nicht zuletzt alkalisierende Lebensmittel, die den pH-Wert im Urin erhöhen und die Ausscheidung von Säuren beschleunigen. Bisher wurden die ergogenen Effekte der Ernährung jedoch nicht umfassend untersucht. In einer kleinen Studie prüfte ein Team von US-amerikanischen Forschern daher, ob die gesunde mediterrane Kost schon nach relativ kurzer Zeit die Trainings-Leistungen verbessern kann.

 

Elf Männer und Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 38 Jahren und einem normalen bis leicht erhöhten Body Mass Index (Durchschnitt 24,6) nahmen an der (randomisierten Crossover-)Studie teil. Sie machten nach vier Tagen mit der mediterranen Ernährung einen körperlichen Belastungstest. Dabei wurde ihre Ausdauerleistung mit einem 5 Kilometer langen Gehen auf dem Laufband geprüft. Außerdem machten die Teilnehmer weitere Belastungstests (Wingate, Vertikalsprung, Handgriff-Kraft), um ihre anaerobe Kraft und Kapazität zu ermitteln. Im Anschluss folgte eine Studienpause von neun bis zu 16 Tagen. Die Teilnehmer ernährten sich danach vier Tage lang mit einer typisch westlichen Ernährung. Dazu gehörten eher wenig Obst und Gemüse, mehr Fleisch und Wurst sowie mehr ungünstige Fette, Zucker und Salz.

 

Danach unterzogen sich alle Teilnehmer erneut dem Belastungstest. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer mit der mediterranen Ernährung den 5 Kilometer-Test auf dem Laufband um 6 % schneller bewältigen konnten im Vergleich zur westlichen Ernährung. Dabei waren die Herzfrequenzen in beiden Ernährungsweisen ähnlich. Das galt auch für die Bewertung der wahrgenommenen Belastung, einschließlich der anaeroben Belastungstests mit Spitzen- und Durchschnittsleistungen. Auffällig war, dass die Vorteile der mediterranen Ernährung in Bezug auf die Ausdauerbelastung sehr schnell wieder verloren ging. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass die körperlichen Leistungen langfristig von der mediterranen Ernährung profitieren könnten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Ergebnisse die bestehenden Kenntnisse über die gesundheitlichen Vorteile der mediterranen Kost erweitern. Sie zeigen, dass die mediterrane Ernährung zu verbesserten Leistungen im Ausdauersport in der kurzen Zeit von vier Tagen beitragen kann. In weiteren Studien sollte nun geprüft werden, ob eine längerfristige mediterrane Ernährung noch größere Vorteile bietet und ob sie dann auch für anaerobe Trainingsleistungen sowie für die Muskelkraft vorteilhaft sein könnte.

 

Unser Tipp: Für Sportler werden speziell zertifizierte Nahrungsergänzungen angeboten, die auf den Bedarf im Sport abgestimmt und geprüft sind.

 

Quelle:
Michelle E. Baker et al., Short-Term Mediterranean Diet Improves Endurance Exercise Performance: A Randomized-Sequence Crossover Trial. In: Journal of the American College of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 13.2.2019, doi: 10.1080/07315724.2019.1568322.