Folsäure und Jod bei geringer Fruchtbarkeit von Frauen

 

Die weibliche Fruchtbarkeit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die Ernährung, einschließlich der Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen. In einer Studie zeigte sich, dass Folsäure und Jod die Fruchtbarkeit fördern könnten.

 

Als Subfertilität wird jede Form der reduzierten Fruchtbarkeit mit einer verlängerten Zeit bis zur Schwangerschaft bezeichnet. Lag die weltweite Fruchtbarkeits-Rate 1950 noch bei 4,7 Kindern pro Frau, so ist sie 2021 auf 2,4 Kinder gesunken. Ein unerfüllter Kinderwunsch beeinträchtigt das Leben vieler Paare und zieht oftmals langwierige Therapien der Unfruchtbarkeit nach sich. Daher sucht man nach Möglichkeiten, um die Fruchtbarkeit auf einfachere und leichter zugängliche Weise zu fördern. Die weibliche Fruchtbarkeit wird mit den Chancen für eine Schwangerschaft von vielen Faktoren beeinflusst. Das weist auf die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes zur Verbesserung der weiblichen Fruchtbarkeit hin. Neben medizinischen Ursachen kann die Fruchtbarkeit durch den Lebensstil, Body Mass Index (BMI), Rauchen und Alkoholkonsum sowie nicht zuletzt durch die Ernährung mit der Aufnahme von Mikronährstoffen beeinflusst werden.

 

Viele Frauen nehmen vor der Empfängnis Nahrungsergänzungen ein, um ihre Fruchtbarkeit zu fördern. Solche präkonzeptionellen Wirkungen werden der Folsäure, den Vitaminen C, D, E, B6 und B12 sowie den Mineralien Eisen, Zink, Selen, Jod, außerdem Fischölen und Phytoöstrogenen (z. B. Nachtkerzenöl etc.) zugeschrieben. Das gilt ganz besonders für die Einnahme von Folsäure. Sie senkt nicht nur das Risiko von Neuralrohrdefekten beim Fötus, sondern war in einer dänischen Studie an knapp 4.000 Frauen auch mit einer höheren Fruchtbarkeit verbunden. Doch generell gibt es bisher nur wenige Studien, in denen die Wirkungen von Mikronährstoffen auf die Fruchtbarkeit untersucht wurden. Eine Gruppe von Forschern aus Singapur prüfte daher in einer Bevölkerungsstudie die Beziehungen zwischen Nahrungsergänzungen vor der Empfängnis und der Fruchtbarkeit, gemessen an der Zeit bis zur Schwangerschaft. Sie führten die Studie von Anfang 2015 bis zum Herbst 2017 mit 908 Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren durch. Alle Frauen hatten zuvor versucht, schwanger zu werden und an der S-PRESTO-Studie (Singapore PREconception Study of long-Term maternal and child Outcomes) teilgenommen, um ihre Fruchtbarkeit zu verbessern.

 

Zu Beginn der Studie wurden die Frauen befragt, ob sie in den letzten drei Monaten Nahrungsergänzungen eingenommen hatten, und wenn ja, welche Art von Mikronährstoffen diese enthielten. Für die Analyse wurden Einzel- und Multi-Präparate ausgewählt, die Folsäure, Fischöle (Omega-3-Fettsäuren), Nachtkerzenöl, Eisen, Zink, Selen, Jod und die Vitamine B6, B12, C, D und E enthielten. Für jede Art der Nährstoff-Ergänzung wurden die Frauen in Nutzerinnen und Nicht-Nutzerinnen eingeteilt. Die Zuverlässigkeit der Angaben wurde durch die Serum-/Plasmaspiegel von Folsäure, Vitamin B6 und B12, D und E bei den Teilnehmerinnen, die nach ihren Angaben diese Ergänzungen einnahmen, im Vergleich zu den Nicht-Nutzerinnen geprüft. Die Analysen zeigten, dass Frauen, die schwanger werden wollen, möglicherweise von Ergänzungen mit Folsäure und Jod profitieren könnten. Dagegen sank die Fruchtbarkeit bei der Einnahme von Nachtkerzenöl.

 

Bei anderen Mikronährstoffen wurden keine direkten Beziehungen zur Fruchtbarkeit beobachtet. Nach Berücksichtigung von möglichen anderen Einflussfaktoren hatten Frauen, die Folsäure und/oder Jod ergänzten eine höhere Fruchtbarkeit sowie eine etwas verringerte Zeit bis zum Eintritt einer Schwangerschaft im Vergleich zu Frauen, die sie nicht eingenommen hatten. Die positive Wirkung von Folsäure wurde sowohl mit einzelnen Aufnahmen und mit Multivitamin-Präparaten, die auch Folsäure ergänzten, erreicht. Dies könnte auf die Beteiligung von Folsäure an der Senkung des Homocysteins (im Übermaß schädliche Aminosäure) zurückgeführt werden. Zu hohe Homocystein-Spiegel beeinflussen z. B. die Eizellreifung und können das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft erhöhen. Auch die Ergänzung von Jod war mit einer höheren Fruchtbarkeit verbunden. Zu den Ursachen dafür könnte gehören, dass Jod als wesentlicher Bestandteil der Schilddrüsenhormone indirekt die Fruchtbarkeit verbessern kann, indem es den Eisprung reguliert sowie die Befruchtung der Eizellen und die Einnistung des Embryos fördert.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse zeigten, dass die Aufnahmen von Mikronährstoffen, besonders von Folsäure und Jod, vor der Empfängnis mit einer höheren Fruchtbarkeit bzw. einer kürzeren Dauer bis zur Schwangerschaft verbunden sind. Dabei könnten nicht nur einzelne, sondern auch geeignete Multi-Präparate eine gute Option sein, um die Versorgung mit Mikronährstoffen zu verbessern und die Fruchtbarkeit zu fördern. Die Forscher heben hervor, dass beim Kinderwunsch der Schwerpunkt in der Ernährung auf einer gesunden und ausgewogenen Kost liegen sollte. Die Ergänzung von präkonzeptionell wirksamen Mikronährstoffen kann begleitend die Körperreserven optimieren und zur verbesserten Fruchtbarkeit beitragen. Die Beziehungen zwischen der Einnahme von Nahrungsergänzungen und der Fruchtbarkeit sollten künftig weiter untersucht werden.

 

Unser Tipp: Der weibliche Stoffwechsel wird durch eine Reihe von Mikronährstoffen gefördert. Die Folsäure spielt bei Kinderwunsch eine besondere Rolle, da eine gute Versorgung zur Fruchtbarkeit beitragen kann. Folsäure spielt auch in der ersten Zeit der Schwangerschaft für die Gesundheit von Mutter und Kind eine sehr wichtige Rolle, sie ist darüber hinaus bis zum Ende der Stillzeit zu empfehlen.

 

Quelle
Chee Wai Ku et al., Dietary Supplement Intake and Fecundability in a Singapore Preconception Cohort Study. In: Nutrients, online 1.12.2022, doi: 10.3390/nu14235110.


Omega-3-Fettsäuren tragen zu elastischen Arterien bei

 

Die Arterien werden mit zunehmendem Alter oft steifer, verengter und verkalkter, was zur koronaren Herzkrankheit beitragen kann. Zu den möglichen Risikofaktoren gehört auch eine unzureichende Versorgung mit den Omega-3-Fettsäuren. Eine neue Studie zeigt, dass sie zur Elastizität der großen Arterien beitragen.

 

Für gute Herzfunktionen sind die Herzkranzgefäße (Koronararterien) sehr wichtig, da sie das Herz mit Sauerstoff und Blut versorgen. Bei der koronaren Herzkrankheit sind diese Gefäße infolge einer Atherosklerose (Arterienverkalkung) verengt. Diese krankhaften Veränderungen der Arterien entstehen durch Ablagerungen von Fetten und anderen Substanzen in den Blutgefäßen und führen zu Durchblutungsstörungen im Herzen. Es kann dadurch z. B. zu Brustenge, Schmerzen, Herzrhythmusstörungen und zum Herzinfarkt kommen. Das Risiko für die koronare Herzkrankheit steigt mit dem Alter an, rund 22 % der 70- bis 79-Jährigen und Männer etwas häufiger als Frauen sind davon betroffen. Zu den typischen Risikofaktoren gehören u.a. Rauchen, starkes Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck und Diabetes.

 

Auch die gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit Mikronährstoffen spielen bei der Prävention und Therapie der koronaren Herzkrankheit eine wichtige Rolle. Das gilt vor allem für die gute Versorgung mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, besonders für die Eicosapentaensäure (EPA), wie einige Studien zeigten. Die Wirkung von Omega-6-Fettsäuren ist dagegen weniger gut belegt und zum Teil in den Ergebnissen widersprüchlich. Allenfalls für die gute Versorgung mit Linolsäure gibt es einige Nachweise zu einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Noch weiß man nicht genau, wie die Omega-3-Fettsäuren und Linolsäure zum Schutz vor kardiovaskulären Krankheiten beitragen können. Einen wichtigen Grund für diese Wirkungen vermutet man in der Erhaltung oder Verbesserung der Arteriengesundheit. Verringert sich die Elastizität der Arterien, so ist dies ein frühes Zeichen für die beeinträchtigte Gesundheit der Gefäße und kann zum Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Bisher gibt es jedoch keine größeren Studien, die den Zusammenhang zwischen Omega-3- und -6-Fettsäuren und der arteriellen Elastizität untersucht haben. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern prüfte daher, wie sich ein höherer Gehalt an zirkulierenden Omega-3-Fettsäuren auf die Elastizität der kleinen und großen Arterien auswirkt.

 

Im Rahmen der prospektiven MESA-Studie (Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis) wurden bei mehr als 6.000 Teilnehmern verschiedene Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten untersucht. Daran waren in sechs Studienzentren weiße, schwarze, hispanische und chinesische Erwachsene beteiligt. Sie waren zu Beginn der Studie von 45 bis zu 84 Jahren alt und hatten bisher keine Herz-Kreislauf-Erkrankungen durchgemacht. Bei den Teilnehmern wurden u.a. die Fettsäuren im Blut sowie die Elastizität der Arterien bestimmt. Es zeigte sich, dass höhere zirkulierende Spiegel der Omega-3-Fettsäuren, von EPA und DHA, auch nach der Anpassung an weitere Einflussfaktoren und kardiovaskuläre Risikofaktoren mit einer höheren Elastizität der großen Arterien verbunden waren. Dabei gab es keine Unterschiede aufgrund der jeweiligen ethnischen Zugehörigkeit unter den Teilnehmern. Auf die kleinen Arterien wirkten sich jedoch weder die Omega-3-, noch die Omega-6-Fettsäuren aus.

 

Die Forscher gehen davon aus, dass die Omega-3-Fettsäuren die Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid verbessern, die Aktivität von Thrombozyten (Blutplättchen) verringern und die antioxidativen Wirkungen verstärken. Sie verbessern offenbar die Zellmembranen und führen zu weniger Entzündungen und Fibrose (Gewebeveränderung). Bei der Entwicklung der Arteriensteifigkeit spielen Dysfunktionen im Endothel (Innenschicht der Blutgefäße) sowie Entzündungen und die Atherosklerose der großen Arterien eine zentrale Rolle. Es wird vermutet, dass die Beeinträchtigung der großen Arterien auf eine allgemeine Zunahme entzündlicher Aktivitäten in den großen Arterien zurückzuführen ist. Die gute Versorgung mit den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA kann dazu beitragen, solche entzündlichen Reaktionen zu verringern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass höhere Plasmaspiegel von EPA und DHA sowie der gesamten Omega-3-Fettsäuren in dieser Bevölkerungsstudie bei älteren Teilnehmern ohne kardiovaskuläre Grunderkrankungen mit einer besseren Elastizität der großen Arterien verbunden waren. Diese Ergebnisse könnten das Verständnis der schützenden Wirkung von Omega-3-Fettsäuren potenziell bereichern. Sie unterstützen das Konzept, dass Omega-3-Fettsäuren das kardiovaskuläre Risiko durch spezifische Verbesserungen der Elastizität der großen Arterien verringern könnten. Die Beziehungen zwischen Omega-3-Fettsäuren und der Arterien-Elastizität sollten künftig weiter untersucht werden.

 

Unser Tipp: Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA gibt es nach Bedarf in verschiedenen Dosierungen und Zusammensetzungen. Auf eine gute Qualität, z. B. in der Bioverfügbarkeit und Stabilität, sollte geachtet werden.

 

Quelle
Parveen K. Garg et al., Associations of plasma omega-3 and omega-6 pufa levels with arterial elasticity: the multi-ethnic study of atherosclerosis. In: European Journal of Clinical Nutrition, 76, 2022, S. 1770-1775, doi: 10.1038/s41430-022-01172-9.


Ernährungs-Entzündungs-Index und koronare Herzkrankheiten

 

Bei der koronaren Herzkrankheit spielen Entzündungen eine zentrale Rolle. Eine gesunde Ernährung und entzündungshemmende Mikronährstoffe könnten bei der Prävention und Therapie der koronaren Herzkrankheit eine wichtige Rolle spielen.

 

Die koronare Herzkrankheit wird hauptsächlich durch Verletzungen der Arterienwände (Atherosklerose bzw. Arterienverkalkung) in den Herzkranzgefäßen verursacht. Sie entstehen z. B. durch Schäden im Endothel (Innenschicht der Blutgefäße), Entzündungen und Ablagerungen von Cholesterin in den Gefäßwänden. Solche Ablagerungen (Plaques) können instabil sein und leicht einreißen, bei den Rupturen spielen Entzündungen eine wichtige Rolle, dadurch erhöht sich das Risiko für Blutgerinnsel, die z. B. zum Herzinfarkt führen können. Zu den Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit gehören Störungen im Fettstoffwechsel (Dyslipidämie), Bluthochdruck, Insulinresistenz und entzündliche Prozesse. Vor allem den letzteren widmet man bei der Entstehung der koronaren Herzkrankheit seit einiger Zeit große Aufmerksamkeit. Untersucht wurden dabei die Beziehungen zu ungesunden Ernährungsweisen, das gilt besonders für eine fettreiche Ernährung. Sie gehört zu den Schlüsselfaktoren, die Entzündungen auslösen. Starkes Übergewicht geht häufig mit einer Reihe chronischer Entzündungs-Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck einher, die zur koronaren Herzkrankheit beitragen.

 

Der reichliche Verzehr von gesättigten Fettsäuren erhöht den Cholesterinspiegel und führt zu Entzündungen. Dagegen senkt der Verzehr der mehrfach ungesättigten Fettsäuren entzündliche Prozesse. Von den Omega-3-Fettsäuren Linolensäure (ALA), Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sowie der Omega-6-Fettsäure Linolsäure ist bekannt, dass sie entzündungshemmende Wirkungen haben. Darüber hinaus sind eine Reihe von Vitaminen und Spurenelementen bei systemischen Entzündungen und koronaren Herzkrankheiten wichtig, das gilt z. B. für die Vitamine D und A. Das Spurenelement Zink wird für viele Enzyme in den Zellen benötigt und kann entzündungsbedingte Schäden verringern. Da Entzündungen ein wichtiger Teil der Atherosklerose sind, könnten Bestimmungen der entzündlichen Faktoren in der Ernährung für die Prävention und Prognose der koronaren Herzkrankheit nützlich sein.

 

Mit dem „Dietary Inflammatory Index (DII)“ lässt sich das entzündungsfördernde oder -hemmende Potenzial der Ernährung bestimmen. Doch bisher wurden die Beziehungen zwischen diesem Ernährungs-Entzündungs-Index und der koronaren Herzkrankheit wenig untersucht. Eine Gruppe von chinesischen Forschern führte dazu jetzt eine Studie durch, um zu prüfen, ob dieser Index für die Prävention und Therapie der koronaren Herzkrankheit hilfreich sein könnte.

Die Forscher nutzten für ihre Analyse Daten aus der großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey, 1999-2018). Darin wurden u. a. bei rund 45.000 erwachsenen Teilnehmern systematisch die Faktoren des Lebensstils, Blutuntersuchungen, Ernährungsweisen und der kardiovaskuläre Status erfasst. Diese Daten wurden mit dem Ernährungs-Entzündungs-Index (DII) ausgewertet. Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit zeigte sich ein signifikanter Anstieg bzw. deutlich höhere Entzündungs-Werte. Sie waren schlechter mit den Nähr- und Mikronährstoffen versorgt, für die allgemein anerkannt ist, dass sie Entzündungsreaktionen lindern können.

 

Das galt für die schlechtere Versorgung mit Ballaststoffen, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die B-Vitamine B1, B2, B6, Folsäure und Niacin, die Vitamine A, C, D und E, die Mineralien Magnesium, Zink und Selen, für Beta-Carotin sowie die Omega-3- und -6-Fettsäuren. Die Teilnehmer mit koronaren Herzkrankheiten hatten beim Ernährungs-Entzündungs-Index auch höhere Anteile an entzündungsfördernden Werten, z. B. bei den Fetten. Das galt auch nach der Einbeziehung anderer, möglicher Einflussfaktoren auf koronare Herzkrankheiten (z. B. Alter, ethnische Zugehörigkeit, Rauchen, Alkoholkonsum, Diabetes, Bluthochdruck und BMI). Die Ergebnisse deuten auf einen nicht-linearen Zusammenhang hin. In weiteren Analysen zeigte sich, dass der Anstieg des Ernährungs-Entzündungs-Indexes bei den Frauen stärker ausgeprägt war als bei den Männern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Analysen von Daten aus der NHANES-Studie an rund 45.000 Erwachsenen aus den USA zeigten, dass erhöhte Werte im Ernährungs-Entzündungs-Index (DII) eng mit dem Risiko für die koronare Herzkrankheit verbunden waren. Künftig sollten diese Beziehungen zwischen der Ernährung, Entzündungen und der koronaren Herzkrankheit weiter untersucht werden. Die Forscher empfehlen, Entzündungen in der Ernährung für die Prävention und Therapie der koronaren Herzkrankheiten besser zu kontrollieren.

 

Unser Tipp: Zur Senkung entzündlicher Prozesse im Körper stehen eine Reihe von antientzündlich wirkenden Vitaminen, Mineralien, pflanzlichen Extrakten und Omega-3-Fettsäuren etc. zur Verfügung. Sie sind in guten Kombinationen verfügbar, da sie im Zusammenspiel mit anderen Mikronährstoffen am besten gegen Entzündungen wirken.

 

Quelle
Lida Wu et al., Dietary Inflammatory Index and Its Association with the Prevalence of Coronary Heart Disease among 45,306 US Adults. In: Nutrients, online 28.12.2022, doi: 10.3390nu14214553.


Probiotika können bei der Einnahme von Antibiotika unterstützen

 

Antibiotika können infektiöse Bakterien hemmen, sie schädigen dabei aber auch die Mikrobiota im Darm. Probiotika können die Regeneration gesunder Darmbakterien fördern. Bisher wurden sie meist erst nach Antibiotika-Gaben empfohlen. Nun zeichnet sich ab, dass die gleichzeitige Einnahme von Anti- und Probiotika für die gesunde Darmflora hilfreich sein könnte.

 

Das Mikrobiota im Darm, die große Gemeinschaft der Darmbakterien, kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören vor allem die Ernährung, der Lebensstil und der Gesundheitsstatus. Wichtig ist, dass die gesunden Darmbakterien in einer deutlichen Überzahl im Vergleich zu schädlichen Substanzen im Darm (infektiöse Bakterien, Pilze, Viren etc.) sind. Dazu gehört, dass sowohl die Menge als auch die Diversität der gesunden Darmbakterien dazu beitragen, die Verdauung zu fördern, das Immunsystem zu beeinflussen und dafür zu sorgen, dass sich Krankheitserreger im Verdauungstrakt nicht ausbreiten können. Die gesunden Darmbakterien unterstützen auch die Funktionen der Darmbarriere. Sie tragen zur Kontrolle bei, welche Stoffe in den Darm hinein gelangen oder vom Darm aus in den Körper austreten können. Längst ist nachgewiesen, dass bei vielen Krankheiten auch die Mikrobiota im Darm gestört wird. Bei bakteriell verursachten Krankheiten wurden ab dem 20. Jahrhundert Antibiotika eingesetzt. Sie bekämpfen gezielt infektiöse Bakterien, hemmen ihren Stoffwechsel und verhindern ihre Vermehrung oder ihr Weiterleben.

 

Bei wiederholten Anwendungen stellte man jedoch fest, dass Antibiotika auch Resistenzen bei einer Reihe von Bakterien verursachen können. Schädliche Mikroorganismen entwickeln dann einen Widerstand, der die Antibiotika-Wirkung verringert oder gar verhindert. Eine oftmals zu breite Anwendung von Antibiotika geriet außerdem in die Kritik, weil sie die Mikrobiota im Darm zu stark beeinträchtigt. Antibiotika verringern nicht nur die zu bekämpfenden Bakterien, sondern stören und schwächen auch die Gemeinschaft der gesunden Darmbakterien in ihrer Menge und Diversität. Die Wirkungen hängen von der Art der Antibiotika und der Dauer der Einnahme ab. Zwar erholt sich die Mikrobiota nach Antibiotika-Einnahmen wieder, es kann jedoch einige Wochen oder Monate dauern, bis sich die Darmbakterien vollständig regeneriert haben. Damit steigt das Risiko, dass in dieser Zeit erneut Bakterien eindringen und Infektionen auslösen können. Daher versucht man seit einiger Zeit, die Gaben von Antibiotika zu verringern bzw. sie gezielter einzusetzen.

 

Seit vielen Jahren hat man erkannt, dass Probiotika, Gaben von gesunden Darmbakterien, die Regeneration der Mikrobiota im Darm unterstützen können. Sie tragen nach Antibiotika-Anwendungen dazu bei, die gesunde Darmflora schneller zu fördern. Die gleichzeitige Anwendung von Antibiotika und Probiotika könnte möglicherweise dazu beitragen, die Schäden der Darmflora zu verringern und schneller zu beseitigen. Eine Gruppe amerikanischer Forscher prüfte dazu die aktuellen Kenntnisse. Nach einer Recherche konnten sie 29 (randomisierte, klinische) Studien in ihre Analyse einbeziehen. Die zusätzlichen Gaben von Probiotika waren jedoch in den einzelnen Studien relativ unterschiedlich, so dass die Ergebnisse schwer vergleichbar waren. Die Probiotika wurden meist zwei Wochen lang parallel zu Antibiotika eingesetzt, wobei verschiedene Arten von Probiotika verabreicht wurden.

 

Das betraf vor allem Laktobazillen (Milchsäurebakterien), Bifidobakterien und Saccharomyces (Zuckerhefen). Trotz der Unterschiede in den Probiotika-Gaben zeigte sich ein deutlicher Trend für die gleichzeitige Verabreichung von Antibiotika und Probiotika. Ihre Kombination trug z. B. dazu bei, Durchfälle und andere Magen-Darm-Symptome zu verringern, unerwünschte Bakterienarten zu senken, dabei aber die Vielfalt der gesunden Bakterien besser zu erhalten und zu stärken.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Trotz der teils unterschiedlichen Studien kann man aus den Ergebnissen auf positive Wirkungen von Antibiotika und Probiotika schließen. Die Kombination kann zwar nicht alle von Antibiotika verursachten Veränderungen im Darm hemmen, jedoch einige wichtige Prozesse mildern und verbessern. Das betrifft vor allem die für die Gesundheit sehr wichtige Diversität der gesunden Darmbakterien. Die Kombination von Anti- und Probiotika sollte daher in künftigen Studien weiter erforscht werden.

 

Unser Tipp: Bei Probiotika haben sich Kombinationen von Bakterienarten seit vielen Jahren bewährt. Das gilt vor allem für die Laktobazillen mit den Arten acidophilus und paracasei sowie für die Bifidobakterien. Wichtig ist eine schonende Zubereitung und die hohe Anzahl an gesunden Bakterien.

 

Quelle
Manfred Melissa Fernández-Alonso et al., Effect of adding probiotics to an antibiotic intervention on the human gut microbial diversity and composition: a systemativ review. In: Journal of Medical Microbiology, online 16.11.2022, doi: 10.1099/jmm.0.001625.


Laktobazillen bei Beschwerden in der Menopause

 

Die langjährige Hormonumstellung bei älteren Frauen in der Menopause kann zu einer Reihe von belastenden Beschwerden führen. Zu ihrer Prävention und Linderung können vermutlich Probiotika, darunter speziell die Milchsäurebakterien (Laktobazillen), beitragen.

 

Die Menopause ist durch das dauerhafte Ausbleiben der Menstruation gekennzeichnet, ausgelöst durch den Verlust der Follikel-Aktivität der Eierstöcke, in denen die Eizellen heranreifen. Der gesamte Prozess des weiblichen Klimakteriums verläuft meist über rund zehn Jahre und beginnt in der Regel um das 45. Lebensjahr herum. Dazu gehören verschiedene Phasen, am Anfang steht die Prämenopause (mit ca. 40 bis 45 Jahren), in denen es zu ersten Veränderungen der Eierstöcke kommt. Sie können zu unregelmäßigen Menstruationen und frühen klimakterischen Beschwerden führen. Als Perimenopause wird der Zeitraum um die letzte Menstruation herum bezeichnet. An die letzte Monatsblutung schließt sich die Postmenopause an, in der größere hormonelle Umstellungen stattfinden. Die Bildung von Östrogen, das wichtigste weibliche Hormon, sinkt ab. Eine gesunde Menopause zeichnet sich durch körperliche, psychische und soziale Zufriedenheit aus, die dazu beitragen, mit den körperlichen und seelischen Veränderungen dieser Lebensphase gut umzugehen.

 

Ein solch harmonischer Übergang bleibt für viele Frauen jedoch ein Wunschbild, weil ihre Beschwerden der Wechseljahre das Wohlbefinden stark beeinträchtigen, längere Zeit anhalten und die Lebensqualität verringern. Zu den typischen Beschwerden gehören z. B. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gereiztheit, Nervosität und Gelenkbeschwerden (Osteoporose) sowie Störungen im Sexual- und Harnwegssystem. Rund ein Viertel der Frauen in der Menopause leidet unter starken Beschwerden. Als wirksamste Therapie des Menopausen-Syndroms gilt die Hormonersatztherapie, die jedoch nicht für alle Frauen geeignet ist. Sie kann Nebenwirkungen haben und sollte möglichst nicht längerfristig eingesetzt werden. Zur Linderung der Beschwerden können auch einige nicht-hormonelle Arzneimittel und nicht-pharmazeutische Therapien beitragen. Zu letzteren gehören z. B. Phytoöstrogene, pflanzliche Substanzen mit östrogen-ähnlichen Aktivitäten, sowie Vitamine und Mineralien, darunter vor allem Kalzium. Auch ein gesünderer Lebensstil und eine bessere Ernährung können zur Linderung der Beschwerden beitragen. Es gibt einige Hinweise, dass Laktobazillen (Milchsäurebakterien), die als Probiotika verwendet werden, bei der Vorbeugung und Linderung komplexer Beschwerden in den Wechseljahren wirksam sind.

 

Eine Gruppe chinesischer Forscher stellte dazu die aktuellen Kenntnisse aus der Forschung vor. Sie richteten ihren Fokus besonders auf die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der vaginalen Mikrobiota (Gemeinschaft mikrobieller Organismen), die Verringerung des Knochenabbaus und die Regulierung des Nervensystems und des Fettstoffwechsels.

Laktobazillen sind Mikroorganismen, die im frühen 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Sie kommen u.a. im Verdauungstrakt, in der Mundhöhle, in der Harnröhre und in der Vagina vor. Sie sind in tierischen und pflanzlichen Produkten, vor allem in Milchprodukten, z. B. in Joghurt und Käse, vorhanden. Laktobazillen werden allgemein als für die Gesundheit nützlich betrachtet, das gilt besonders für Stämme, die als Probiotika anerkannt sind, z. B. für Lactobacillus acidophilus etc. sowie Bifidobakterien. Wenn sie in ausreichender Menge vorhanden sind, bieten sie gesundheitliche Vorteile.

 

Laktobazillen produzieren eine Reihe nützlicher Stoffwechselprodukte, darunter antimikrobielle Peptide, kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure. Die von Laktobazillen gesteuerte Fermentation (Milchsäuregärung) hat viele gesundheitsfördernde Wirkungen. Dazu gehören z. B. ein verbesserter Nährwert von Lebensmitteln, die Prävention von Darminfektionen, Therapie der Laktoseintoleranz, verbesserte Immunmodulation sowie antioxidative Wirkungen und ein verbesserter Fettstoffwechsel. Laktobazillen tragen weiter dazu bei, ein ungünstiges Milieu der Darmbakterien zu regulieren. Die gute Versorgung mit Laktobazillen erhöht die gesunde Bakterienpopulation im Darm, verbessert die Barrierefunktion des Darmepithels (Zellschicht der Darm-Innenseite) und reguliert die Bildung von Zytokinen (Botenstoffe bzw. regulatorische Peptide und Proteine im Immunsystem). Bei den komplexen Beschwerden der Menopause können Laktobazillen z. B. auf Gelenkbeschwerden einwirken. Sie können die Freisetzung von Mineralien fördern, speziell die Kalzium-Absorption verbessern, entzündliche Prozesse hemmen und die Balance des Knochenstoffwechsels fördern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Nachweise zur Wirkung von Laktobazillen bei Beschwerden in der Menopause deuten darauf hin, dass Ergänzungen vielversprechend sind. Die Forschung zu Laktobazillen und ihrem Einfluss auf menopausale Beschwerden sollte daher intensiviert werden. Laktobazillen bilden vorteilhafte Metaboliten (Zwischenstufen oder Abbauprodukte im Stoffwechsel), bekämpfen oxidativen Stress, stärken die Immunität und fördern gesunde Funktionen der Mikrobiota im Darm. Laktobazillen könnten bald ein unverzichtbarer Bestandteil der alltäglichen und therapeutischen Versorgung von Frauen in der Menopause werden. Sie können sehr gut in die Strategien zur Prävention und Therapie von Beschwerden einbezogen werden und von den frühen bis zu späteren Phasen der Menopause wirksam sein.

 

Zur Ergänzung von Laktobazillen sollten nur Bakterienstämme eingesetzt werden, deren Wirkungen bereits gut untersucht und dokumentiert sind, wie es bei Probiotika der Fall ist. Abhängig von den Symptomen und dem Grad der Beschwerden in der Menopause können Laktobazillen durch weitere immunstärkende, antioxidative und mineralische (z. B. Kalzium) Mikronährstoffe ergänzt werden.

 

Unser Tipp: Zu den wichtigsten und am besten dokumentierten Probiotika-Stämmen gehören z. B. Lactobacillus acidophilus und paracasei sowie Bifidobakterium bifidum. Wichtig für eine gute Wirkung im Darm ist die Aufnahme einer hohen Anzahl der Bakterien und eine schonende Zubereitung, mit der die Passage in den Darm gefördert wird.

 

Quelle 
Qian Chen et al., Lactic Acid Bacteria: A Promising Tool for Menopausal Health Management in Women. In: Nutrients, online 24.10.2022, doi: 10.3390/nu14214466.


 

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren haben sowohl antientzündliche als auch schmerzlindernde Wirkungen. Davon könnten ältere Menschen in Bezug auf ihre Schmerzvorkommen längerfristig profitieren, wie eine spanische Studie zeigt.

 

Ältere Menschen sind durch degenerative Prozesse, z. B. im Knochensystem, und Krankheiten häufiger von Schmerzen betroffen. Sie werden bei Krankheiten, Verletzungen und Entzündungen hervorgerufen und je nach Ursache mit schmerzlindernden Medikamenten oder anderen Methoden (Physiotherapie, autogenes Training etc.) behandelt. Bisher gibt es jedoch nur wenige Möglichkeiten der Schmerzprävention, z. B. mit einem regelmäßigen Körpertraining und gesunder Ernährung, ein höheres Alter gilt dabei als besondere Herausforderung. Es gibt Nachweise, dass einige Mikronährstoffe bei Schmerzprozessen eine Rolle spielen könnten. Dazu gehören vor allem Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren, die in Bezug auf die Schmerzlinderung vielversprechend sein könnten. Vitamin D, das z. B. reichlich in fettreichen Fischen und Eiern enthalten ist, spielt eine wichtige Rolle bei der Knochengesundheit, Schmerzsignalen und Entzündungen.

 

Auch von den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen sind entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen bekannt. Dennoch wurden die Beziehungen zwischen der Aufnahme von Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und den Vorkommen von Schmerzen bisher kaum untersucht. Eine Gruppe spanischer Forscher prüfte dazu nun die Ergebnisse von zwei Untersuchungen im Rahmen einer großen spanischen Bevölkerungsstudie, der „Seniors-ENRICA-1-Kohorte“. Sie wurde seit 2008 über rund zehn Jahre an 950 älteren Erwachsenen ab 60 Jahren durchgeführt. Geprüft wurde der Zusammenhang zwischen Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und dem Auftreten und der Entwicklung von Schmerzen über einen Zeitraum von fünf Jahren.

 

Bei den Teilnehmern der Studie wurden die Aufnahmen von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren in den Jahren 2008-2010 und 2012 mit einer umfassenden Erhebung zur Ernährung erfasst. 2012 und noch einmal 2017 wurden die Teilnehmer außerdem ausführlich zu ihren Schmerzen befragt. Die Forscher nutzten dazu eine europäische Schmerzskala mit Werten von 0 (schmerzfrei) bis zu 6 (stärkste Schmerzen). Sie erfassten auch die Häufigkeit der Schmerzen und die Anzahl der Stellen im Körper, in denen sie auftraten. Die Daten wurden an andere, mögliche Einflussfaktoren angepasst, dazu gehörten u.a. soziodemografische Kriterien, der Lebensstil und die Ernährungsqualität. In dieser Gruppe älterer Spanier war die Einhaltung der Empfehlungen zur Vitamin-D-Zufuhr sehr gering. Schon eine leicht verbesserte Aufnahme von Vitamin D aus der Nahrung war mit einem geringeren Auftreten von Schmerzen und günstigeren Veränderungen des Schmerzempfindens im Lauf der fünfjährigen Beobachtungszeit verbunden.

 

Dies unterstreicht die Rolle von Vitamin D als eine möglicherweise ergänzende Strategie zur Schmerzprävention und -behandlung. Auch ein erhöhter Verzehr von fettreichen Fischen mit der Aufnahme von reichlich Omega-3-Fettsäuren war mit geringeren Vorkommen von Schmerzen und geringerer Intensität im Lauf dieser fünf Jahre verbunden. Dabei zeigte sich für jede Steigerung um 25 g Fischverzehr pro Tag (bzw. 1,5 Portionen pro Woche) verringerte Schmerzwerte. Die schmerzlindernde Wirkung der Omega-3-Fettsäuren ließ sich auch einzeln nachweisen, das galt sowohl für die EPA (Eicosapentaensäure) als auch für die DHA (Docosahexaensäure). Im Gegensatz dazu war der gesamte Verzehr von Fischwaren sowie der Verzehr von Weißfischen, die nur geringe Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, nicht mit den Schmerzen verbunden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: In dieser Studie mit älteren Spaniern war ein erhöhter Verzehr von Vitamin D sowie von Omega-3-Fettsäuren mit geringeren Schmerzvorkommen über einen Zeitraum von fünf Jahren verbunden. Diese Beziehungen zwischen Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und den Schmerzempfindungen sollten in weiteren Studien näher untersucht werden. Dabei sollte auch geklärt werden, ob die Gaben von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren auch als Ergänzungen schmerzlindernd wirken können.

 

Unser Tipp: Die Versorgung mit Vitamin D ist vor allem in den sonnenärmeren Jahreszeiten oft zu gering. Vielen Menschen, die nur wenig oder keinen Fisch essen, fehlt es dazu an Omega-3-Fettsäuren. Bei Bedarf können diese Mikronährstoffe sehr gut ergänzt werden.

 

Quelle
Adrián Carballo-Casla et al, Fish consumption, omega-3 fatty acid intake, and risk of pain: the Seniors-ENRICA-1 cohort. In: Clinical Nutrition, online 15.9.2022, doi: 10.1016/j.clnu.2022.09.007.


Mikronährstoffe fürs Immunsystem im höheren Alter

 

Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem schwächer. Ältere Menschen sind daher anfälliger für Infektionskrankheiten und erkranken häufiger schwerer daran, wie z. B. in der COVID-19-Pandemie. Die gute Versorgung mit wichtigen Vitaminen, Mineralien und anderen Mikronährstoffen fürs Immunsystem kann dazu beitragen, diese altersbedingten Veränderungen zu verringern.

 

Das Immunsystem besteht aus angeborenen und angepassten Reaktionen, wobei vor allem die letzteren mit dem zunehmendem Alter stark beeinträchtigt werden, was oft "Immunoseneszenz" genannt wird. Damit steigt die Anfälligkeit für Infektionen, weiter werden Entzündungen, die das angeborene Immunsystem anregen, im Alter nicht mehr so gut reguliert. Dadurch können z. B. Viren nicht mehr so gut bekämpft werden und die Schwere der davon abhängigen Symptome steigt. Im Knochenmark und im Thymus werden weniger Immunzellen gebildet, außerdem altern auch die Zellen, es treten mehr Dysfunktionen in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) auf, und der oxidative Stress steigt stärker an. Die physikalischen Barrieren (Haut, Schleimhaut, Darmepithel) sind Teil des angeborenen Immunsystems und tragen dazu bei, das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.

 

Da sich die Zellen und Gewebe mit zunehmendem Alter schwächer regenerieren, wird die Barrierefunktion geschwächt, wodurch Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen können. Diese Veränderungen betreffen nicht nur kranke Menschen, sie sind auch bei gesunden Älteren zu beobachten. Entzündungen können als Reaktion auf Reize zwar auch in höherem Alter ausgelöst werden, aber ihre Effektivität ist häufig beeinträchtigt. Dies kann zu chronischen Krankheiten beitragen und die Immunreaktionen weiter schwächen. Kann das angeborene Immunsystem eine Infektion nicht beseitigen, übernimmt die adaptive Abwehr die Führung, dazu gehören die T- und B-Lymphozyten. Sie vernichten infizierte Zellen, bilden spezifische Antikörper gegen spezielle Erreger und tragen zu einem immunologischen Gedächtnis bei, damit wiederholte Infektionen besser abgewehrt werden können. Der Thymus als zentrales Organ der T-Zellen-Reifung schrumpft mit dem Alter, damit werden die von den T-Lymphozyten abhängigen Immunreaktionen deutlich schwächer, und die Krankheitsverläufe sind oft schwerer und langwieriger. Wie sich z. B. bei COVID-19 zeigte, kann auch die Wirksamkeit einiger Impfstoffe mit dem Alter abnehmen.

 

Ein angemessener Status an Mikronährstoffen, auch durch Ergänzungen, ist mit einer verbesserten Impfreaktion, auch bei COVID-19, verbunden. In einer englischen Studie hatten die Nutzer von Vitamin A, D, Zink, Omega-3-Fettsäuren und Probiotika z. B. ein geringeres Risiko für Infektionen mit COVID-19. Bei den saisonalen Grippeimpfungen fällt die Antikörperreaktion der Älteren oft geringer aus als bei Jüngeren, daher sind sie an ihre Altersgruppe angepasst. Eine Studie zeigte außerdem, dass Ergänzungen von Vitamin D die Impfreaktionen verbesserten. Eine Gruppe von internationalen Forschern stellte in einer Übersicht die aktuellen Kenntnisse zu den Beziehungen zwischen der Ernährung, Mikronährstoffen und der Ernährung und ihrer Wirkung auf das Immunsystem vor.

Generell ist eine gute Ernährung für ein gut funktionierendes Immunsystem von entscheidender Bedeutung. Sie kann für ältere Menschen mit dysregulierten Immunreaktionen sowie einer unzureichenden Ernährung besonders wichtig sein. Bei einigen Mikronährstoffen ist der Bedarf bei älteren Menschen höher als in der allgemeinen Bevölkerung, was auf eine verminderte Nährstoffaufnahme und -verwertung sowie auf unterschiedliche physiologische Zustände (Entzündung, Immunoseneszenz etc.) zurückzuführen ist. Dies spiegelt sich in den zum Teil etwas höheren Empfehlungen für Nährstoffe zur Unterstützung des Immunsystems bei gesunden älteren Menschen wider. Ergänzungen von Mikronährstoffen können die Versorgung bei Bedarf verbessern, die Zufuhr von Nahrungsergänzungen ist sicher, da die Dosierungen unter den empfohlenen Sicherheitsobergrenzen liegen.

 

Ein höherer, individueller Bedarf an Mikronähstoffen kann bei kranken, älteren Patienten bestehen und entsprechend angepasst werden. Es gibt immer mehr Hinweise, dass ein optimaler Status von Mikronährstoffen, speziell der Vitamine C, D und E, der Mineralien Selen und Zink sowie der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure), dazu beitragen können, die altersbedingten Veränderungen des Immunsystems auszugleichen bzw. zu verringern.

Gute Versorgungen mit Mikronährstoffen fördern auch im höheren Alter die Aufrechterhaltung einer effizienten Immunabwehr gegen bakterielle und virale Infektionen. Wir stellen als Beispiel die Wirkungen von Vitamin C bei älteren Menschen vor. Vitamin C ist ein starkes Antioxidans und trägt dazu bei, entzündliche Prozesse zu verringern. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Immunabwehr, wird von den Zellen des angeborenen und angepassten Immunsystems benötigt und erhöht den Schutz vor Schäden infolge von entzündlichen Reaktionen. Vitamin C fördert die Barrierefunktion, die Funktion vieler Immunzellen (Neutrophile, Monozyten, Makrophagen, NK- und T-Zellen) sowie die Bildung von Antikörpern. Ein Mangel an Vitamin C erhöht die Anfälligkeit für Infektionen, z. B. für Lungenentzündungen, und seine Konzentration im Blut sinkt während akuter Infektionen.

 

Bei schwerkranken Patienten mit Atemwegsinfektionen zeigte sich ein Trend zu niedrigeren Vitamin C-Konzentrationen (im Plasma), in den Blutplättchen und in den Immunzellen. In einer anderen Studie waren die niedrigsten Konzentrationen von Vitamin C mit einer geringeren Lebensperspektive verbunden. Kontrollierte Studien zu Ergänzungen von Vitamin C bei älteren Menschen, um Reaktionen auf Infektionen zu verbessern, sind bisher relativ selten und heterogen, was die Interpretation erschwert. Dennoch legen die bisherigen Kenntnisse zu Vitamin C und seiner wichtigen Rolle für das Immunsystem nahe, dass eine angemessene Zufuhr für ältere Menschen sehr wichtig ist. Allerdings ist die unzureichende Zufuhr von einigen Mikronährstoffen recht weit verbreitet und bei älteren Menschen oftmals ausgeprägter. Tendenziell nimmt der Energiebedarf im höheren Alter im Vergleich zu den Jüngeren ab, dabei bleibt der Bedarf an Mikronährstoffen ähnlich oder ist sogar in einigen Fällen höher. Darüber hinaus liegt der Bedarf an bestimmten Nährstoffen, wie z. B. Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren in einem Bereich, der kaum allein durch die Ernährung gedeckt werden kann. Hinzu kommt, dass auch die Absorption von Mikronährstoffen im Alter oftmals beeinträchtigt ist und Krankheiten den Gesundheitszustand belasten können.

 

Zwar wird häufig betont, dass der Bedarf an Mikronährstoffen idealerweise durch die ausgewogene Ernährung gedeckt werden sollte, doch im Alltag ist dies besonders für ältere Menschen oft nur schwer zu erreichen. Angereicherte Lebensmittel und Nahrungsergänzungen können dazu beitragen, die angemessene Versorgung von Mikronährstoffen zu erreichen. Sie sollten als sicheres und kosteneffizientes Mittel für ältere Menschen in Betracht gezogen werden, um ihren Ernährungszustand zu verbessern und ihre Abwehrkräfte zu unterstützen. Älteren Menschen wird empfohlen, ihre Ernährung mit einer Kombination von Mikronährstoffen zu ergänzen, vor allem mit solchen, die eine Schlüsselrolle für das Immunsystem spielen, wie die Vitamine C, D und E, Selen und Zink sowie die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA.

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Unterstützung des Immunsystems durch eine gute Ernährung kann, zusätzlich zu anderen Maßnahmen (z. B. gute Hygiene, soziale Distanzierung) dazu beitragen, Infektionen vorzubeugen. Trotz der zum Teil bisher nicht ausreichenden Studien unterstützten die Nachweise die Rolle von ergänzenden Mikronährstoffen und Omega-3-Fettsäuren. Gerade im höheren Alter sollte die angemessene Zufuhr aller wichtigen Mikronährstoffe sichergestellt werden, um Lücken in der Versorgung zu vermeiden. Dabei muss die Unterstützung des Immunsystems bei älteren Erwachsenen stärker im Mittelpunkt stehen. Empfehlenswert ist z. B. eine jährliche Bewertung des individuellen Status an Mikronährstoffen (Mini-Nutritional Assessment Short Form sowie Blut- und Urin-Untersuchungen). Abhängig von den Ergebnissen könnten individuelle Maßnahmen, z. B. mit Nahrungsergänzungen, für eine verbesserte Versorgung von Mikronährstoffen sorgen.

 

Unser Tipp: Für die Unterstützung des Immunsystems gibt es eine Reihe von Mikronährstoffen zur Nahrungsergänzung, die mit speziellen Formeln das Immunsystem stärken können. Auf eine gute Qualität sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle
Manfred Eggersdorfer et al., Perspective: Role of micronutrients and Omega-3 Long-Chain Polyunsaturated Fatty Acids for Immune Outcome of Relevance to Infections in Older Adults — A Narrative Review and Call for Action. In: Advances in Nutrition Vol. 13, Nr. 5, September 2022, S. 1415-1430, doi: 1093/advances/nmac058.


Mikronährstoffe bei digitaler Augenbelastung

 

Durch die regelmäßige Nutzung von Computern und anderer digitaler Geräte sind die Augen erheblich belastet. Zur Linderung der häufigen Beschwerden tragen auch Mikronährstoffe bei. Das gilt vor allem für Omega-3-Fettsäuren, Anthocyane und die für die Augen besonders wichtigen Makula-Carotinoide.

 

Immer mehr Menschen nahezu jeden Alters verbringen viele Stunden am Tag in ihrer Arbeit und Freizeit an den Bildschirmen elektronischer Geräte, z. B. Smartphones, Tablets, Reader und Computer. Das kann zu Augenbelastungen führen. Laut einer Angabe von US-amerikanischen Augenärzten reichen bereits zwei Stunden ununterbrochener Bildschirmarbeit aus, um Augenbeschwerden und Sehprobleme zu entwickeln. Mehr als 80 % der Erwachsenen und viele Kinder und Jugendliche überschreiten diese Zeit jedoch regelmäßig bei weitem. Das verstärkt das Risiko für digitale Augenbelastungen. Zu den häufigsten Beschwerden gehören trockene Augen, die zu Reizungen, Brennen oder Stechen führen können. Zu den typischen Beschwerden gehören weiter Augenermüdung und -schmerzen, verschwommenes Sehen, Doppelbilder und Kopfschmerzen. Im Vergleich zum Lesen gedruckter Texte ist die Nutzung digitaler Bildschirme mit einer größeren Belastung für die Augenmuskeln verbunden.

 

Die bisherigen Kenntnisse zur Belastung durch übermäßige Bildschirmzeiten deuten darauf hin, dass sie mit oxidativen Schäden in den Augen und chronischen, proentzündlichen Zuständen verbunden sind. Es gibt außerdem Hinweise, dass einige Mikronährstoffe möglicherweise dazu beitragen, digitale Augenbelastungen zu lindern. Dazu können ihre antioxidativen, antientzündlichen und augenstärkenden Funktionen beitragen. Sie zeigten sich vor allem für Omega-3-Fettsäuren, Anthocyane (sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide) und bestimmten Carotinoiden.

Bei Dysfunktionen der Augenoberfläche ist die entzündungshemmende Wirkung der gesunden Omega-3-Fettsäuren bei trockenen Augen mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung gut dokumentiert und in klinischen Studien nachgewiesen. Schon bei kurzfristiger Anwendung können sich z. B. die Tränenproduktion und -sekretion verbessern. Auch bei anderen Augensymptomen durch Nutzung digitaler Geräte geht man davon aus, dass Omega-3-Fettsäuren solche Beschwerden lindern könnten. Einige Früchte und Blattgemüse enthalten Anthocyane, für die verschiedene Wirkungen auf die Augengesundheit nachgewiesen sind. Sie haben antioxidative, antientzündliche und immunmodulierende Eigenschaften, die u.a. auf die Netzhaut wirken und den lichtinduzierten oxidativen Stress verringern können.

 

Reich an Anthocyanen sind z. B. Extrakte aus schwarzen Johannisbeeren und Heidelbeeren. Ergänzungen von Anthocyanen können eine gute Strategie sein, um ausreichende Aufnahmen dieser Mikronährstoffe zu erreichen und gute Sehleistungen zu fördern. Sie können zum Schutz vor visuell bedingtem, kognitiven Stress und digitalen Augenbelastungen beitragen. Gute Wirkungen auf die Netzhaut (Makula) sind auch für die Carotinoide Lutein, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin nachgewiesen, die inzwischen oft als Makula-Carotinoide bezeichnet werden. Sie spielen eine grundlegende Rolle bei der Integrität der Netzhaut und der optimalen, zentralen Sehschärfe. Sie bilden das Makulapigment, das zum Schutz vor schädlichem Blaulicht beitragen und oxidative Schäden verringern kann. Bei digitalen Augenbeschwerden könnten sie dazu beitragen, die Sehleistungen durch Vermeidung von Blendungen zu verringern. Sie fördern auch verbesserte kognitive Funktionen und die allgemeinen Sehleistungen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Computer und andere elektronische Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie führen jedoch immer häufiger zu einer Überanstrengung der Augen, die Therapien erfordert. Dabei wurde die Rolle der Ernährung zur Förderung optimaler Sehleistungen und mögliche Folgen von unzureichenden Aufnahmen von Mikronährstoffen in den letzten Jahren immer deutlicher. Eine Reihe von Nachweisen zeigt inzwischen den Nutzen von Nahrungsergänzungen, vor allem von Omega-3-Fettsäuren, Anthocyanen und für die Augen wichtigen Carotinoiden. So eignen sich z. B. kurzfristige Ergänzungen von Omega-3-Fettsäuren offenbar gut für die Linderung von trockenen Augen. Auch Anthocyane und die Makula-Carotinoide (Lutein, Zeaxanthin etc.), die auf die Augen und die Netzhaut wirken, können durch ihre antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften bei digitalen Augenbeschwerden zur Linderung beitragen. Auch wenn längst noch nicht alle Beziehungen zwischen Mikronährstoffen und digitalen Augenbelastungen geklärt sind, liefern die bisherigen Erkenntnisse schon jetzt starke Nachweise für ihre lindernden Wirkungen.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren, Anthocyane, z. B. Heidelbeerextrakte, und Carotinoide, darunter auch die Makula-Carotinoide, gibt es als Nahrungsergänzungen einzeln und in verschiedenen Kombinationen. Speziell für die Stärkung der Augen gibt es gut kombinierte Formeln mit den wichtigsten Mikronährstoffen für die Augengesundheit.

 

Quelle 
Drake W. Lem et al., Can Nutrition Play a Role in Ameliorating Digital Eye Strain? In: Nutrients, online 27.9.2022, doi: 10.3390/nu14194005.


Fisch gilt als sehr gesund, vor allem wegen seines Gehalts an Omega-3-Fettsäuren. Sie können z. B. das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen.

 

Fisch gilt als sehr gesund, vor allem wegen seines Gehalts an Omega-3-Fettsäuren. Sie können z. B. das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen. In einer Analyse mehrerer Studien zeigte sich, dass diese Wirkungen nicht allgemein auf den Fischverzehr zurückzuführen sind, sondern nur für den Verzehr der fettreicheren Fischarten gelten.

 

Der regelmäßige Verzehr von Fisch wird seit langem mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Das wird größtenteils auf den hohen Gehalt an den gesunden, langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) zurückgeführt. Sie sind allerdings nicht in allen Fischarten gleichermaßen vorhanden, so liefern fettreiche Fische bis zu ≤10-mal höhere Mengen an Omega-3-Fettsäuren als magerer Fisch. Zu den fettreichen Fischen gehören z. B. Bückling, Hering, Lachs, Makrelen, Sardinen und Thunfisch. Als mager gelten u.a. Kabeljau, Scholle, Muscheln und Seelachs. Bis heute fehlt jedoch ein Standard für die Unterscheidung von fettreichen und mageren Fischen. Meist geht man für fetten Fisch von über 4 g Fettgehalt pro 100 g Fisch aus. Unterschiedlich ist in verschiedenen Fischsorten natürlich auch der Gehalt anderer Nährstoffe, darunter z. B. die Mikronährstoffe Kalzium, Kalium, Eisen und Vitamin D. Auch sie können das Herz-Kreislauf-System beeinflussen.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher prüfte daher die Beziehungen in einer Meta-Analyse. Ihr Ziel war es, die Kenntnisse über den Verzehr fettreicher und magerer Fische und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zusammenzufassen. Sie führten dazu eine umfassende Literaturrecherche in den einschlägigen Medizin-Datenbanken bis zum Mai 2021 durch. Sie konnten schließlich 19 Berichte in ihre Meta-Analyse einbeziehen. Die Auswertung ermöglichte einen Vergleich zwischen dem höchsten und niedrigsten Fischkonsum in Bezug auf die Herzgesundheit und erfasste auch andere Risikofaktoren, z. B. den Lebensstil und die Ernährung.

 

Insgesamt schlossen die zum Teil langjährigen Studien zu fettem Fisch rund 20.500 Fälle von koronaren Herzkrankheiten, rund 9.300 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten und knapp 105.000 Todesfälle aufgrund dieser Krankheiten ein. Die Studien zu magerem Fisch umfassten rund 22.000 koronare Herzkrankheiten, knapp 7.000 Herz-Kreislauf-Krankheiten und knapp 17.000 Todesfälle. Für fettreiche Fische zeigte sich ein geringeres Risiko für koronare Herzkrankheiten und dadurch bedingte Sterbefälle. Beim mageren Fisch gab es dagegen kein verringertes Risiko. Bei der Kombination von fettreichem und mageren Fisch zeigte sich ebenfalls kein signifikanter Zusammenhang zu den Vorkommen von koronaren Herzkrankheiten, Herz-Kreislauf-Krankheiten und den davon bedingten Todesfällen. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen zum regelmäßigen Verzehr von fettreichem Fisch.

 

Ein bis zwei Portionen pro Woche reichen für die meisten Erwachsenen aus, um kardiovaskuläre Vorteile für die Prävention zu erreichen. Obwohl magerer Fisch keine schützenden Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System bietet, kann er im Rahmen einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung als gute Quelle für tierisches Eiweiß verzehrt werden. Dieser recht mäßige Fischverzehr kann dazu beitragen, die weitere Überfischung der Bestände zu begrenzen. Zur ökologischen Nachhaltigkeit gehört auch die Empfehlung, auf die kleinsten Fischarten mit dem kürzesten Lebenszyklus umzusteigen. Sie gehören vorwiegend zu den fettreicheren Fischarten und sollten wegen ihres gesundheitlichen Nutzens bevorzugt werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Studie weist erstmals in einer Meta-Analyse die Beziehung zwischen dem Verzehr fettreicher und magerer Fische und ihren Bezug zu Herz-Kreislauf-Krankheiten nach. Die Ergebnisse unterstützen die Ansicht, dass die bisher mit dem Fischverzehr in Verbindung gebrachten gesundheitlichen Vorteile tatsächlich auf die fettreichen Fischarten beschränkt sind. Daher sollten sie zum Verzehr bevorzugt werden, dies gilt vor allem für die aus ökologischen Gründen nachhaltigeren Fische, um zur Erhaltung des Lebens unter Wasser beizutragen. Ein bis zwei Portionen fettreicher Fisch pro Woche sind für die meisten Erwachsenen sinnvoll. Dies könnte einen wichtigen Beitrag für die Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten leisten.

 

Unser Tipp: Viele Menschen essen Fisch eher selten oder gar nicht. Dann können Nahrungsergänzungen mit Fischölen zur besseren Versorgung von EPA und DHA beitragen. Mit einem unterschiedlichen Gehalt können sie, je nach allgemeinem oder speziellen Bedarf (z. B. bei Herz-Kreislauf-Krankheiten), auch sehr gut individuell dosiert werden.

 

Quelle
Stephen Annalisa Giosuè et al., Relations between the Consumption of Fatty or Lean Fish and Risk of Cardiovascular Disease and All-Cause-Mortality: A Systematic Review and Meta-Analysis. In: Advances in Nutrition Vol. 13, Nr. 5, September 2022, S. 1554-1565, doi: 10.1093/advances/nmac006.


Omega-3-Fettsäuren für die Skelettmuskulatur im Alter

 

Im höheren Alter geht ein Teil der Masse an Skelettmuskeln samt den davon abhängigen Funktionen verloren. Gute Aufnahmen an den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren konnten in einer Studie die Muskelkraft leicht verbessern.

 

Im höheren Alter sind die guten Funktionen der Skelettmuskulatur für die Mobilität und Unabhängigkeit sowie für die Senkung der Sturzgefahr sehr wichtig. Zum Altern gehört jedoch, dass der Verlust an Skelett-Muskelmasse mitsamt ihren Funktionen voranschreitet. Im Durchschnitt verlieren ältere Erwachsene im Alter von 70-79 Jahren ~1 % ihrer fettfreien Muskelmasse pro Jahr, während der jährliche Verlust an Muskelkraft je nach Geschlecht und Ethnie zwischen knapp 3 % und rund 4 % liegt. Damit verbunden sind Beeinträchtigungen der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen), oxidativer Stress und Insulinresistenz. Das kann die Gesundheit der Muskeln, des Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Systems weiter beeinträchtigen. Die regelmäßige und angemessene Bewegung verbessert die Muskelkraft, kann den Rückgang der Störungen in den Muskelfunktionen verlangsamen sowie die Mitochondrien und die Fitness des Herz-Kreislauf-System stärken.

 

Allerdings ist die körperliche Betätigung bei älteren Erwachsenen oft weniger effektiv als bei Jüngeren. Auf molekularer und zellulärer Ebene wird das Altern mit einer abgeschwächten anabolen Reaktion (Aufbau körpereigener Substanzen oder Gewebe) auf Bewegungs- und Ernährungsreize verbunden. Dazu können z. B. Dysfunktionen der Mitochondrien und beeinträchtigte (seneszente) Zellen in Phasen von Muskelwachstum und -reparatur beitragen. Die Ansammlung von gealterten Zellen und entzündungsfördernden Immunzellen kann zu anhaltenden niedriggradigen Entzündungen beitragen, die im Alter häufig vorhanden sind. Sie spielen auch bei der altersbedingten anabolen Resistenz eine wichtige Rolle. Eine gute Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnte dazu beitragen, solche chronischen Entzündungen zu verbessern. Sie könnte auch die anabole Resistenz verringern und Trainingsreaktionen verbessern.

 

Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften, können Triglyzeride senken und möglicherweise auch geringere anabole Reaktionen auf Körperbewegung bei älteren Erwachsenen verstärken. Einige Studien zeigten, dass Ergänzungen der Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) die Synthese von Muskelproteinen verstärkte oder die Kraft älterer Frauen beim Sport erhöhten. Eine Gruppe von Forschern aus den USA und China knüpfte an diese Ergebnisse an. Sie zeigten in einer kleinen Studie, dass Omega-3-Fettsäuren über vier Monate bei älteren Erwachsenen die Wirkungen eines Körpertrainings auf die Synthese von Muskelproteinen verstärkte. Außerdem verringerte sich bei den Teilnehmern die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (freie Radikale) in den Mitochondrien. Im Anschluss führten die Forscher eine (randomisierte, kontrollierte) Studie durch, um Ergänzungen von EPA und DHA über sechs Monate in Bezug auf die Skelettmuskeln, Mitochondrien und Belastungsreaktionen bei älteren Erwachsenen zu untersuchen.

 

An der Studie nahmen 63 gesunde, ältere Personen (Durchschnitt 71 Jahre) teil, die auf zwei Gruppen verteilt wurden. Die eine Gruppe ergänzte sechs Monate lang täglich 4 g Omega-3-Fettsäuren, die andere Gruppe erhielt zur Kontrolle ein Placebo. Untersucht wurden Wirkungen auf die Funktionen der Skelettmuskeln (Masse, Kraft), Mitochondrien (Atmung, ATP-Produktion, ROS-Erzeugung) und akute Belastungsreaktionen der Muskeln und des Körpers. Im Vergleich zum Placebo gab es bei Teilnehmern, die Omega-3-Fettsäuren eingenommen hatten, einen leichten, signifikanten Anstieg in der Muskelkraft. Weiter konnten akute, belastende Reaktionen auf die Körperbetätigung im Vergleich zum Placebo leicht abgeschwächt werden. Dies wirkte sich jedoch nicht auf die Mitochondrien-Funktionen aus. Dazu merken die Forscher an, dass in der gesamten Teilnehmer-Gruppe keine Mitochondrien-Defizite festgestellt wurden. Sie halten es daher für denkbar, dass Omega-3-Fettsäuren den Energiestoffwechsel in stärker geschädigten Mitochondrien bei anderen älteren Erwachsenen verbessern können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren konnte im Lauf von sechs Monaten die Kraft der Skelettmuskeln und Reaktionen auf ein Körpertraining bei gesunden, älteren Erwachsenen leicht und signifikant verbessern. Die Forscher heben hervor, dass die älteren Teilnehmer in dieser Studie gesund und selbstständig lebten und keine Merkmale von Gebrechlichkeit oder chronischen Entzündungen aufwiesen. Ergänzungen von Omega-3-Fettsäuren könnten bei älteren Menschen mit stärkeren Beeinträchtigungen der Skelettmuskulatur, chronischen Entzündungen, Sarkopenie (Abbau der Skelett-Muskulatur) und Stoffwechsel-Krankheiten möglicherweise einen größeren therapeutischen Nutzen haben. Dies müsste in weiteren Studien geklärt werden.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren werden als Nahrungsergänzungen in verschiedenen Dosierungen und Anteilen von EPA und DHA angeboten. Auf eine gute Qualität und Stabilität sollte geachtet werden.

 

Quelle
Hawley E. Kunz et al., A Randomized Trial of the Effects of Dietary n3-PUFAs on Skeletal Muscle Function and Acute Exercise Response in Healthy Older Adults. In: Nutrients, online 27.8.2022, doi: 10.3390/nu14173537.


Magnesium und Kalium bei der Knie-Arthrose

 

Arthrose ist bei älteren Menschen die häufigste Gelenkerkrankung, sie tritt vor allem an den Knien auf. Dabei wird u.a. Gelenkknorpel abgebaut, und es entstehen Knochenveränderungen. Eine neue Studie zeigt, dass gute Aufnahmen von Magnesium und Kalium Arthrose-Beschwerden leicht verringern können.

 

Ein höheres Alter, das weibliche Geschlecht, ein hohes Übergewicht, stärkere körperliche Belastungen und frühere Knieverletzungen gelten als typische Risikofaktoren für die Knie-Arthrose. Damit verbunden sind häufig weitere Beschwerden, z. B. Muskelschwächen oder Depressionen. Für die Gesundheit ist allgemein eine gute Ernährung und die angemessene Versorgung mit Mikronährstoffen sehr wichtig. In Bezug auf die Funktionen des Muskel-Skelett-Systems spielen einige Mineralien eine besonders wichtige Rolle. So ist Kalzium für die Knochengesundheit, die Muskelkontraktion und die normale Blutgerinnung unerlässlich. Magnesium aktiviert mehr als 300 Enzyme im Körper und kann die Muskulatur unterstützen. Kalium reguliert den osmotischen Druck in der Zelle, aktiviert eine Reihe von Enzymen und kann bei Osteoporose (Knochenschwund) wichtig sein. Phosphor wird für gesunde Knochen sowie die Energiespeicherung und -produktion benötigt. Da es sich bei Arthrose um eine Krankheit des gesamten Gelenks oder gar um eine systemische Erkrankung handelt, kann ein Mangel an diesen Mineralien, der mehrere Gewebe oder Organe betrifft, zur Entstehung von Arthrose beitragen. Eine Gruppe von chinesischen und australischen Forschern analysierte dazu Daten aus einer (randomisierten, kontrollierten) Studie, die über zwei Jahre durchgeführt wurde.

 

Rund 400 Teilnehmer waren an der Studie beteiligt, die alle zu Beginn an einer Ernährungsbefragung teilnahmen. Daraus wurden ihre Aufnahmen von Mineralien, darunter Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor, bestimmt. Bei allen Teilnehmern wurden auch die Kniegelenk-Strukturen (Knorpelvolumen, -defekte, Entzündung der Gelenkschleimhaut, Knochenmarks-Läsionen) und Arthrose-Symptome untersucht. Weitere, bei Arthrose typische Beschwerden waren in die Untersuchungen einbezogen. das galt z. B. für die Muskelkraft in den unteren Gliedmaßen, depressive Symptome und allgemein die Lebensqualität.

 

Im Lauf der Studie wurden im Abstand von einigen Monaten sowie am Studienende nach zwei Jahren die Arthrose- und begleitenden Beschwerden erneut untersucht. Kalzium und Phosphor hatten die Arthrose kaum oder nur gering beeinflusst. Kalzium spielt zwar eine Schlüsselrolle im Bewegungsapparat, doch die Beziehungen zwischen Arthrose und Kalzium sind bisher nicht genau geklärt bzw. widersprüchlich. Der Einfluss von Kalzium auf Arthrose, z. B. mit höheren Zufuhren, muss weiter geprüft werden. Phosphor wird vor allem für die Energiegewinnung (ATP-Synthese), Signalübermittlung und Knochen-Mineralisierung benötigt. Die möglichen Beziehungen zur Arthrose wurden bisher offenbar nicht untersucht. Gute Aufnahmen von Phosphor waren mit einer höheren Muskelkraft der unteren Gliedmaßen bei Knie-Arthrose verbunden, auch diese Beziehung sollte weiter erforscht werden. Magnesium gehört zu den wichtigsten Mikronährstoffen für die Gesundheit. Es beeinflusst u.a. entzündliche Zytokine und wirkt auf Schmerzen sowie die Muskelfunktionen ein. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein Mangel an Magnesium eng mit Arthrose verbunden ist.

 

In dieser Studie waren höhere Aufnahmen von Magnesium mit geringeren Arthrose-Symptomen, einer höheren Lebensqualität und milderen Begleiterkrankungen bei den Patienten mit Knie-Arthrose verbunden. Kalium hat wichtige Funktionen bei der Nervenübertragung, der Muskelkontraktion, der Regulierung des Blutdrucks und der Aufrechterhaltung der Integrität des Skeletts. Eine geringe Kalium-Zufuhr wird u. a. mit Osteoporose in Verbindung gebracht, jedoch gibt es bisher kaum Hinweise auf eine Beziehung zwischen Kalium und Arthrose. In dieser Studie zeigten sich hier erstmals möglicherweise schützende Kalium-Wirkungen, die weiter untersucht werden müssen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass höhere Aufnahmen von Magnesium und Kalium schützende Wirkungen bei Knie-Arthrose haben können. Dies wirkte sich zwar nicht direkt auf die Kniegelenk-Strukturen aus, doch waren erhöhte Kalium- und Magnesium-Zufuhren mit geringeren Arthrose-Symptomen verbunden. Das galt auch für eine höhere Lebensqualität, größere Muskelkraft in den unteren Gliedmaßen und weniger depressive Symptome. Eine bessere Zufuhr über die Ernährung oder auch mit Ergänzungen von Magnesium und Kalium könnten möglicherweise eine nützliche und praktikable Strategie für die Therapie der Knie-Arthrose sein. Diese Beziehungen sollten künftig in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Es gibt eine Reihe knochengesunder Mineralien und anderer Mikronährstoffe zur Nahrungsergänzung bei Muskel- und Skelett-Krankheiten. Dazu gehören auch spezielle Formeln zur Nahrungsergänzung bei Arthrose.

 

Quelle 
Yan Zhang et al., Associations of Dietary Macroelements with Knee Joint Structures, Symptoms, Quality of Life, and Comorbid Conditions in People with Symptomatic Knee Osteoarthritis. In: Nutrients, online 30.8.2022, doi: 10.3390/nu14173576.


Vitamin C unterstützt die Prävention vor der Gicht

 

Vitamin C kann die Entwicklung der Gicht möglicherweise positiv beeinflussen. In einer US-amerikanischen Studie konnten Ergänzungen von Vitamin C das Risiko für Gicht-Anfälle bei Männern leicht verringern.

 

Die Gicht gehört zu den häufigsten Stoffwechsel-Krankheiten in den Industrieländern. Sie ist durch erhöhte Harnsäure im Blut (Hyperurikämie) gekennzeichnet, wenn diese nicht ausreichend über die Nieren und den Darm abtransportiert werden kann. Bei erhöhter Harnsäure-Konzentration bilden sich Salze, Uratkristalle, die in Gelenken und Geweben abgelagert werden. Sie können Gichtanfälle auslösen, dabei kommt es zu Schwellungen und Entzündungen in den Gelenken. Man unterscheidet verschiedene Stadien, sie reichen von einer noch unauffälligen erhöhten Harnsäure-Konzentration über akute Gichtanfälle bis zur chronischen Gicht. Die Zehen sind besonders häufig von Gichtanfällen betroffen, gefolgt vom Sprunggelenk und der Fußwurzel, aber auch die Lendenwirbelsäule, das Knie und die Finger können betroffen sein. Bei einer guten Gicht-Therapie (Medikamente zur Harnsäure-Senkung etc.) lassen sich chronische Entwicklungen vermeiden.

 

Allgemein gilt, dass Männer von Gicht häufiger betroffen sind. Frauen sind durch die Östrogene – sie fördern die Harnsäure-Ausscheidung durch die Nieren – besser vor Gicht geschützt. Bei der Gicht spielen ein erhöhtes Übergewicht und die Ernährung eine sehr wichtige Rolle. Zu einem erhöhten Risiko tragen ein erhöhter Alkoholkonsum und eine purinreiche Ernährung bei. Purin ist eine aromatische Verbindung (Amin), die an der Biosynthese von Nukleotiden (Bausteine der DNA, RNA etc.) beteiligt ist. Purine sind in einigen Nahrungsmitteln reichlicher enthalten, das gilt z. B. für Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte, Fisch und Meeresfrüchte. Andere Lebensmittel, z. B. viele Gemüsesorten (Spinat, Pilze, Kohl etc.) enthalten weniger Purine und dazu viele wichtige Mikronährstoffe, die sich trotz des Purin-Anteils positiv auf das Gicht-Risiko auswirken.

 

Die gute Versorgung mit Vitaminen kann die Therapie erhöhter Harnsäure-Werte und der Gicht ergänzen. Die Vitamine A, E und C wirken sich positiv auf den oxidativen Stress und Entzündungen aus. Sie können effektiv den Harnsäure-Spiegel senken, auch Vitamin D kann dazu beitragen. Für Vitamin C sind verschiedene Mechanismen bekannt, die zur Harnsäure-Senkung beitragen, entzündliche Reaktionen verringern und so auch das Gicht-Risiko senken können. Ob die Wirkung von diesen Vitaminen auf die Gicht auch für längerfristig durchgeführte Studien gelten kann, das prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern anhand von Daten aus der „Physician´s Health Study“ (große US-Bevölkerungsstudie). Das Hauptziel der Studie war, den Einfluss von Mikronährstoffen (Vitamine E, C und andere) auf die Entwicklung von Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und den kognitiven Abbau zu prüfen.

 

Dabei konnten auch die Einflüsse auf einige andere Krankheiten, z. B. Gicht, geprüft werden. An der Studie hatten von 1997 bis 2011 rund 15.000 Ärzte ab 50 Jahren teilgenommen. Von ihnen hatten zu Beginn 6 % angegeben, dass sie bereits einmal an der Gicht erkrankt waren. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt bis 2007 täglich eine etwas erhöhte Dosis von Vitamin C (500 mg), die Teilnehmer nahmen dazu an jedem zweiten Tag Vitamin E (400 I.E.) ein. Die andere Gruppe nahm zum Vergleich Placebos. Beide Gruppen wurden im Durchschnitt acht Jahre lang weiter beobachtet und gaben an, ob sie in dieser Zeit Gichtanfälle hatten. Die Einnahmen von Vitamin E hatte auf die Gicht keinen Einfluss. Mit Vitamin C konnten neue Gicht-Diagnosen insgesamt um 12 % gesenkt werden. Davon profitierten am stärksten Teilnehmer mit einem Normalgewicht (BMI unter 25), sie konnten ihr Gicht-Risiko um 26 % verringern. Bei einem leichten Übergewicht (BMI 25 bis unter 30) sank das Gicht-Risiko immerhin noch um 15 %. Bei den Teilnehmern mit Adipositas (starkes Übergewicht ab BMI 30) stieg das Gicht-Risiko dagegen um 29 % an.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: In dieser Studie konnten Gaben von Vitamin C bei Männern das Krankheitsrisiko für die Gicht leicht verringern. Das galt vor allem für Männer mit einem normalen bis leichten Übergewicht. Die Risiko-Senkung wurde mit etwas erhöhten Tagesdosen von Vitamin C (500 mg) erreicht. Zu prüfen bleibt künftig, ob sich höhere Dosen von Vitamin C vielleicht noch deutlicher für die Gicht-Prävention eignen könnten.

 

Unser Tipp: Vitamin C gibt es zur Nahrungsergänzung einzeln und in Kombinationen mit anderen Mikronährstoffen sowie in unterschiedlichen Dosierungen. Vitamin C ist auch in verschiedenen Verbindungen erhältlich, auf eine gute Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle
Stephen P. Juraschek et al., Effects of vitamin C supplementation on gout risk: results from the Physician´s Health Study. II. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 116, Nr. 3, September 2022, doi: 10.1093/ajcn/nqac140.


B-Vitamine zum Schutz vor der Makuladegeneration

 

Die Versorgung mit B-Vitaminen und ihre Beziehung zur Makuladegeneration wurden in einer Bevölkerungsstudie untersucht. Diese Augenkrankheit trägt im höheren Alter häufiger zum Verlust des Sehvermögens bei. Die gute Versorgung mit den B-Vitaminen Folsäure, Pantothensäure und Vitamin B6 kann vermutlich dazu beitragen, das Krankheitsrisiko zu senken, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für den Verlust des zentralen Sehvermögens in den Industrieländern. Sie entsteht im höheren Alter (meist ab 65 Jahren) durch die degenerative Erkrankung des gelben Flecks (Macula lutea), die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut. Dazu trägt ein komplexes Zusammenspiel von Alter, genetischer Anfälligkeit und Faktoren des Lebensstils bei. Man unterscheidet die trockene und feuchte AMD, letztere führt zu stärkeren Schäden. Nach einer Frühphase treten stärkere Sehschäden bei den fortgeschrittenen Formen der Krankheit auf. Dazu gehören ein eingeschränktes Gesichtsfeld, die verringerte Sehschärfe, die geringere Wahrnehmung von Kontrasten und Farben sowie die Blendempfindlichkeit und schlechtere Anpassung an veränderte Lichtverhältnisse. Bisher fehlt es an wirksamen Therapien, das gilt vor allem für die feuchte AMD. Eine gesunde Ernährung kann den Verlauf der Krankheit beeinflussen, dazu gehört die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen für die Augen.

 

Einige Studien zeigten ein geringeres AMD-Risiko bei einem hohen Verzehr von Antioxidantien, wie dem Carotinoid Lutein, den gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und bei der mediterranen Ernährung. Andere Ernährungsfaktoren wurden in diesem Zusammenhang noch nicht eingehender untersucht, dazu gehören die B-Vitamine. Sind sie zu gering vorhanden, kann sich das Risiko für degenerative Krankheiten erhöhen. Die Vitamine B6 (Pyridoxin), Folat und B12 (Cobalamin) regulieren den Spiegel der Aminosäure Homocystein, die bei einem übermäßigen Vorkommen schädlich wirkt und ein Risikofaktor für die AMD sein kann. Einige Studien berichteten, dass bei einer höheren Zufuhr von Vitamin B6 und Folat das Risiko für die fortgeschrittene AMD sinkt. Eine Studie zeigte, dass die tägliche Ergänzung von Folsäure (synthetische Form von Folat) und den Vitaminen B6 und B12 das AMD-Risiko um 40 % senken konnte. Eine Gruppe französischer Forscher untersuchte daher in der prospektiven Alienor-Studie die Beziehungen zwischen den B-Vitaminen und dem Auftreten der fortgeschrittenen AMD.

 

An der Studie nahmen knapp 1.000 Einwohner aus Bordeaux teil, die bei Studienbeginn (2006-2008) ab 73 Jahre alt waren. Bei allen wurde eine detaillierte Ernährungsbefragung durchgeführt. Danach wurden die Energieaufnahmen und die Zufuhr an B-Vitaminen eingeschätzt. Bei Folsäure und Vitamin B12 kamen mehr als 40 bis 50 % der Männer auf Werte oberhalb der täglich empfohlenen Bedarfswerte (RDA), etwa 25 % kamen auf einen Anteil, der unter zwei Dritteln der RDA lag. Bei den Frauen erreichten jedoch nur rund 25 % die RDA-Werte, etwa 50 % lagen unter zwei Dritteln. Bei der Pantothensäure war die Versorgung bei Frauen und Männern ähnlich, nur 20 % erreichten die täglichen RDA-Werte, 35 bis 40 % lagen unter zwei Dritteln. Bei Vitamin B6 erreichten 40 % der Männer, aber nur 25 % der Frauen die täglichen RDA-Werte, 25 % lagen unter zwei Dritteln. Auch bei den anderen B-Vitaminen zeigten sich zum Teil erhebliche Defizite. Im Lauf der Studie wurde die Augengesundheit bei allen Teilnehmern im Abstand von je zwei Jahren untersucht.

 

Bei der durchschnittlichen Nachbeobachtung von rund zehn Jahren entwickelten 93 Teilnehmer eine Makuladegeneration, dabei zeigten sich deutliche Beziehungen zur Versorgung mit den B-Vitaminen. Das betraf vor allem Folat, Teilnehmer mit normalem Serumwerten (≥10 nmol/L) hatten ein signifikant um 51 % verringertes AMD-Risiko. In dieser Studie waren die Folatwerte insgesamt relativ gering, das liegt u. a. daran, dass in Frankreich Lebensmittel nicht mit Folsäure angereichert werden. Folat kommt hauptsächlich in grünem Gemüse, Obst, Nüssen, Bohnen und Erbsen vor. Sie enthalten natürlich auch andere Mikronährstoffe, die bei der AMD nützlich sein können, das betrifft z. B. die Versorgung mit dem Carotinoid Lutein. Für Vitamin B6 und Pantothensäure zeigten sich nur bei den hohen Zufuhren ein verringertes AMD-Risiko. Diese Beziehung war bisher nicht bekannt und muss weiter geprüft werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass Teilnehmer mit einem normalen Folatstatus im Serum sowie bei einer hohen Aufnahme von Pantothensäure und Vitamin B6 ein geringeres Risiko für die Entwicklung der fortgeschrittenen AMD hatten. Eine gesunde Ernährung, die reich an B-Vitaminen ist, besonders an Folat, Pantothensäure und Vitamin B6, kann dazu beitragen, den Verlust der Sehkraft bei den fortgeschrittenen AMD-Formen zu verringern. Der Einfluss von Nahrungsergänzungen auf die AMD wurde in dieser Studie allerdings nicht näher untersucht. Andere Studien zu Mikronährstoffen zeigten, dass eine gute Versorgung mit für die Augen wichtigen Substanzen das Risiko für die Makuladegeneration verringern kann.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen sind in Bezug auf die Makuladegeneration bereits gut untersucht (AREDS-Studien 1 und 2). Das gilt z. B. für die Versorgung mit den Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin sowie für weitere Mikronährstoffe, wie die Vitamine B1, B2 und Zink. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle 
Bénédicte M. J. Merle et al., B Vitamins and Incidence of Advanced Age-Related Macular Degeneration: The Alienor Study. In: Nutrients, online 8.7.2022, doi: 10.3390/nu14142821.


Pflanzliche Kost und das Risiko für Hüftbrüche bei Frauen

 

Bei einer rein pflanzlichen Kost sinkt die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen, die für das Knochensystem wichtig sind. Bei Vegetarierinnen ab dem mittleren Lebensalter steigt bereits das Risiko für Hüftfrakturen an. Das zeigt eine neue Studie und bestätigt damit frühere Ergebnisse.

 

Die vegetarische, einschließlich der veganen Ernährung, gilt als sehr gesund. Der erhöhte Verzehr an Obst und Gemüse wirkt positiv auf das Risiko für chronische Krankheiten, das gilt z. B. für Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten. Die gesundheitlich günstigen Faktoren lassen sich jedoch nicht verallgemeinern. Beim konsequenten Verzicht auf Fleisch und Fisch sinkt die Aufnahme von darin enthaltenen Proteinen sowie von Vitamin B12, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren. Veganer, die strikt auch auf alle Milchprodukte verzichten, nehmen dazu weniger Kalzium auf. Diese Mikronährstoffe sind für einen gesunden Knochenbau notwendig, sie können bei zu geringer Aufnahme die Knochendichte verringern und das Risiko für Osteoporose im Alter verstärken.

 

Zu den möglichen Folgen gehören Knochenbrüche an den Hüften, die im höheren Alter häufiger vorkommen. Sie erhöhen außerdem das Risiko für weitere gesundheitliche Komplikationen und senken die Lebensqualität durch eingeschränkte Mobilität und Selbstständigkeit. Bei älteren Frauen kommen Hüftfrakturen am häufigsten vor, sie leiden nach der Menopause häufiger an Osteoporose. Dazu trägt der Rückgang an Östrogenen bei, was die Einlagerung von Kalzium in die Knochen verringert. Hinzu kommt, dass Vegetarier und Veganer meist ein geringeres Körpergewicht als Omnivoren (Fleischesser) haben. Fettpolster, die bei einem Sturz die Hüften schützen könnten, sind bei ihnen oft geringer ausgeprägt.

 

Bisher wurden unterschiedliche Risiken von Vegetariern, Pescatariern (essen Fisch, aber kein Fleisch) und Omnivoren für Hüftfrakturen nur wenig untersucht. Zwei frühere Studien wiesen aber bereits auf die Zusammenhänge zwischen Hüftfrakturen und der Ernährung von Frauen hin. An der EPIC-Studie (European Perspective Investigation into Cancer and Nutrition) hatten im englischen Zweig von 1993 bis 2001 65.000 Engländer teilgenommen. Bei allen wurde die Ernährung untersucht und zu Knochenbrüchen in Beziehung gesetzt. Pescatarierinnen und Vegetarierinnen hatten ein etwa ähnlich erhöhtes Risiko für Hüft-Knochenbrüche (26 % bzw. 25 %). Das höchste Risiko hatten die Veganerinnen, ihr Risiko für Hüftfrakturen war doppelt so hoch, außerdem kamen bei ihnen auch andere Arten von Knochenbrüchen häufiger vor.

 

In einer US-amerikanischen Studie (Adventist Health Studies) untersuchte man die Ernährung und Knochenbrüche bei Adventisten, die sich aufgrund ihrer Religion bevorzugt pflanzlich ernähren. Auch hier zeigte sich bei Vegetarierinnen ein erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen von 17 %. Bei den Veganerinnen war dieses Risiko sogar um 55 % erhöht. Das erhöhte Risiko für Hüftfrakturen bei pflanzlicher Kost galt in beiden Studien nur für die Frauen, bei den Männern zeigte sich diese Beziehung nicht.

 

Eine Gruppe von englischen Forschern wertete nun dazu eine weitere Gesundheitsstudie aus. An der „United Kingdom Women´s Cohort“ hatten von 1995 bis 1998 rund 26.000 Frauen im Alter von 35 bis zu 69 Jahren teilgenommen. Sie hatten in einer Befragung Auskünfte zu ihrer Lebensführung, Ernährung und chronischen Krankheiten gegeben. Knapp die Hälfte der Frauen aß regelmäßig Fleisch, die anderen teilte sich auf in 14,5 % Vegetarierinnen, 12,8 % Pescatarierinnen und 26,5 % Frauen, die nur gelegentlich Fleisch aßen (weniger als 5 Portionen pro Woche). Die Veganerinnen hatten zu dieser Zeit noch keinen wesentlichen Anteil. Im Lauf einer Beobachtungszeit von 22 Jahren erlitten 822 Frauen in dieser großen Gruppe eine Hüftfraktur. Der Anteil lag im normalen Bereich, da die meisten Frauen ein höheres Alter, das stärker von Hüftfrakturen betroffen ist, noch nicht erreicht hatten. Doch für einen Teil der Frauen zeigte sich bereits ein deutlich erhöhtes Risiko. Bei den Vegetarierinnen war das Risiko für Hüftfrakturen um 33 % erhöht, das galt im Vergleich zu Frauen, die regelmäßig Fleisch aßen. Bei gelegentlichem Fleischverzehr oder bei den Pescatarierinnen zeigte sich dagegen kein erhöhtes Risiko. Bei den Veganerinnen war das Risiko in dieser Studie nicht genau bestimmbar, da ihre Zahl zu gering war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Generell sollten die Beziehungen zwischen Ernährung und Hüftfrakturen bei Vegetariern, Pescatariern und Omnivoren weiter erforscht werden. Schon jetzt weisen drei Studien mit ähnlichen Ergebnissen darauf hin, dass sich Vegetarierinnen und vor allem die Veganerinnen ihres erhöhten Risikos für Hüftfrakturen bewusster werden sollten. Frauen im höheren Alter sollten angeregt werden, auf die Beziehung der Ernährung zur Knochengesundheit stärker zu achten. Pflanzliche Ernährungsweisen verringern oftmals die Aufnahme an Mikronährstoffen, die mit der Gesundheit von Knochen und Muskeln verbunden sind. Dazu gehört die zu geringe Aufnahme von Kalzium, den Vitaminen D und B12 sowie von Omega-3-Fettsäuren. Bei Bedarf kann die Versorgung mit Nahrungsergänzungen verbessert werden. Vegetarierinnen und Veganerinnen könnten im höheren Alter auch die Knochendichte prüfen lassen, um gegebenenfalls eine Osteoporose-Therapie einleiten zu können.

 

Unser Tipp: Es gibt eine Reihe von Mikronährstoffen, die für den Knochen- und Muskelstoffwechsel wichtig sind. Neben einzelnen Ergänzungen, wie Kalzium, den Vitaminen D und B12 etc., gibt es auch gute Kombinationen mit knochengesunden Mikronährstoffen.

 

Quelle
James Webster et al., Risk of hip fracture in meat-eaters, pescatarians, and vegetarians: results from the UK Women´s Cohort Study. In: BMC Medicine, online 11.8.2022, doi: 10.1186/s12916-022-02468-0.


Selen kann bei leichten kognitiven Störungen unterstützen

 

Das Spurenelement Selen hat antioxidative und antientzündliche Aktivitäten, die neuronale Funktionen schützen können. Ein erhöhter oxidativer Stress könnte zu leichteren, kognitiven Störungen, aber auch zur Alzheimer-Krankheit beitragen. Selen kann bei guter Versorgung die kognitiven Leistungen unterstützen und einige damit verbundene Symptome lindern.

 

Eine Reihe von Mikronährstoffen werden mit verbesserten Symptomen von leichten, kognitiven Störungen und Alzheimer in Verbindung gebracht. Dazu gehören z. B. die Vitamine C, D und E, der B-Komplex und die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Das Spurenelement Selen spielt dabei eine besondere Rolle. Selen ist für die Gesundheit wesentlich, da es ein Teil von Selenoproteinen ist, die an antioxidativen und entzündungshemmenden Prozessen beteiligt sind. Für das Gehirn ist eine gute Versorgung mit Selen besonders wichtig. Es hat Funktionen im zentralen Nervensystem und kann möglicherweise die Entstehung von milden, kognitiven Beeinträchtigungen und Alzheimer beeinflussen. Sie gehen mit einem erhöhten oxidativen Stress, entzündlichen Prozessen (Neuroinflammation), einem verringerten Gehalt an Antioxidantien und einem veränderten Stoffwechsel im Gehirn einher, die mit Selen verbessert werden könnten. Eine Gruppe brasilianischer Forscher prüfte die Wirkungen von Selen-Ergänzungen bei Patienten mit leichten kognitiven Störungen und Alzheimer. Nach einer umfassenden Literatur-Recherche werteten sie elf Studien dazu aus, von denen sechs in eine Meta-Analyse einflossen.

 

Der Selengehalt in pflanzlichen Lebensmitteln hängt vom Selengehalt im Boden ab. Bei geringeren Vorkommen, wie z. B. in Deutschland, darf daher das Tierfutter mit Selen angereichert werden. Fleisch, Eier und Fisch sind dann oft zuverlässigere Selenquellen als pflanzliche Lebensmittel (z. B. Brokkoli, Weißkohl, Zwiebeln, Pilze, Hülsenfrüchte). In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e. V.) ab 15 Jahren die Aufnahmen von täglich 70 mcg Selen für Männer und von 60 mcg Selen für Frauen. Die Auswertung der Studien zeigte, dass die Selenwerte bei Personen mit leichten kognitiven Störungen und bei Alzheimer-Patienten häufiger unter den täglich empfohlenen Bedarfswerten lagen. Nach Selen-Ergänzungen stiegen die Selen-Spiegel in verschiedenen Geweben an. Die Meta-Analyse zeigte hier bessere Werte im Plasma, im Serum, in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und im Liquor (Körperflüssigkeit im zentralen Nervensystem). Dabei zeigte sich eine Korrelation zwischen dem Selen-Spiegel und der Aktivität von Glutathionperoxidase, sie ist ein wichtiges antioxidatives Enzym in den Erythrozyten und kann sie vor Oxidation schützen.

 

Die Studien zeigten weiter, dass Patienten mit leichten kognitiven Störungen und Alzheimer höhere Werte an freien Radikalen aufweisen, die zum oxidativen Stress führen. Die Ergänzung von Selen kann die Zellfunktionen verbessern, indem sie prooxidative Moleküle verringert und die Antioxidantien im Gehirn erhöht. Dadurch werden z. B. Alzheimer-Fibrillen (schädigen Nervenzellen) reduziert und bessere kognitive Leistungen erreicht. Alzheimer-Patienten, die Selen in Dosierungen über der üblichen Empfehlung erhielten, zeigten eine leichte, aber signifikante Verbesserung im MMSE (Demenz-Test), dies war außerdem mit dem Anstieg der Selen-Konzentrationen im Liquor verbunden. Darüber hinaus wurde beobachtet, dass Personen mit leichten kognitiven Störungen, die täglich mit dem Verzehr von Paranüssen Selen ergänzten, positive Reaktionen auf bestimmte kognitive Funktionen zeigten. Das galt z. B. für verbale Geläufigkeit, die Speicherkapazität des semantischen Gedächtnissystems und die Fähigkeit, gespeicherte Informationen abzurufen, aber auch für die Verarbeitung von Funktionen zur Verhaltenskontrolle. Bei der Selen-Aufnahme mit Paranüssen ist anzumerken, dass sie zwar eine gute Selenquelle, jedoch auch anfällig für Schimmelpilze und Aflatoxine sind sowie die natürliche Radioaktivität anreichern können. Ein Verzehr ist daher nur in geringeren Mengen zu empfehlen. Wurden die Selen-Ergänzungen in den Studien außerdem mit anderen Mikronährstoffen kombiniert, dann zeigten die Alzheimer-Patienten weitere leichte Verbesserungen in den Gedächtnisleistungen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Studien, in denen die Ergänzung mit Selen allein untersucht wurde, zeigten verbesserte Selen-Spiegel und eine bessere Aktivität von Glutathionperoxidase sowie bessere Ergebnisse in einigen kognitiven Tests bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Auch bei Alzheimer-Patienten beobachtete man mit Selen-Ergänzungen bessere Konzentrationen und Ergebnisse in den kognitiven Tests (Mini-Mental-Scores). Die Ergänzung von Selen kann eine gute Alternative sein, um einige Symptome von leichteren kognitiven Störungen und Alzheimer zu lindern. Künftig sollten weitere Studien durchgeführt werden, um die Langzeiteffekte von Selen-Ergänzungen zu untersuchen. Dabei sollte z. B. auch geprüft werden, wie sich die verbesserten kognitiven Leistungen nach Beendigung der Selen-Ergänzung verhalten.

 

Unser Tipp: Selen zur Nahrungsergänzung wird in organischen und anorganischen Verbindungen angeboten. Sehr gut bioverfügbar sind z. B. Selenomethionin oder auch organisch gebundenes Selen aus einer biologisch aktiven Pflanzenkultur. Selenergänzungen sollten möglichst abhängig vom individuellem Bedarf erfolgen.

 

Quelle
Meire Ellen Pereira et al., Effects of Selenium Supplementation in Patients with Mild Cognitive Impairment or Alzheimer´s Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis. In: Nutrients, online 5.8.2022, doi: 10.3390/nu14153205.


Kaliumreiche Ernährung fördert die Herzgesundheit von Frauen

 

Eine gute Versorgung mit Kalium ist mit einem geringeren Blutdruck und weniger Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden. Dabei spielen nicht nur die Beziehungen zum Salzkonsum eine Rolle, wie eine neue Auswertung der großen EPIC-Studie zeigt. Frauen profitierten von einer guten Kaliumversorgung stärker als die Männer.

 

Kalium gehört zusammen mit Natrium und Chlorid zu den wichtigsten Elektrolyten im Körper, die bei der Regulierung von Muskel- und Nervenfunktionen und beim Wasser- und Säure-Basen-Haushalt unterstützen. Kalium ist in fast allen Zellen vorhanden, vor allem aber in der Muskulatur. Es ist an der Weiterleitung von Nervenimpulsen, an den Muskelkontraktionen, Herzfunktionen und am Blutdruck beteiligt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Erwachsene täglich wenigstens 3,5 g Kalium mit der Ernährung aufnehmen. Reich an Kalium sind z. B. besonders Bananen, Avocados, gekochter Lachs, Kartoffeln und Milch. Eine Art Gegenspieler von Kalium ist Natriumchlorid, aus dem hauptsächlich das Speisesalz besteht. Natrium und Chlorid sind als Elektrolyte für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalt der Zellen wichtig, und sie tragen zur Regulierung des Blutdrucks bei. Die Aufnahme von zu viel Salz kann jedoch zu einem erhöhten Blutdruck führen und das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen.

 

Durch seine geschmacklichen und konservierenden Eigenschaften ist Salz vor allem in industriell verarbeiteten Lebensmitteln, z. B. in Brot, Fleisch- und Wurstwaren sowie in Käse enthalten. Tatsächlich nehmen viele Menschen vor allem mit prozessierter Nahrung zu viel Salz auf. Erwachsene nehmen in Deutschland im Durchschnitt zwischen 8 und 10 g Salz täglich auf. Empfohlen werden maximal 6 g Salz pro Tag, die WHO empfiehlt mit höchstens 5 g täglich noch etwas weniger Salz. Eine Gruppe von niederländischen und englischen Forschern untersuchte nun die Beziehungen zwischen der Kalium- und Salzaufnahme, die sich beide auf den Blutdruck auswirken können. Dabei prüften sie auch mögliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Ausgewertet wurden Daten aus der großen europäischen Bevölkerungsstudie EPIC (European Perspective Investigation into Cancer and Nutrition). An einem englischen Zweig der Studie in Norfolk nahmen in den Jahren 1993 bis 1997 rund 25.000 Frauen und Männer im Alter von 40 bis 79 Jahren teil. Sie gaben Auskünfte über Gesundheit, Ernährung und Lebensstil, und bei allen wurden der Blutdruck sowie über 24 Stunden im Urin die Kalium- und Natriumwerte gemessen, um deren Aufnahmen aus der Nahrung einzuschätzen. Abhängig von diesen Werten wurden sie jeweils in Gruppen mit geringen, mittleren und hohen Aufnahmen eingeteilt. Die Forscher untersuchten dann die Beziehungen zwischen Kalium und dem Blutdruck, angepasst an das Alter, Geschlecht und die Natriumaufnahme.

 

Die Kaliumzufuhr war bei Frauen deutlich mit dem Blutdruck verbunden, nahmen sie viel davon auf, sank der Blutdruck. Bei der Analyse der Natriumaufnahmen wurde eine Beziehung zwischen Kalium und dem Blutdruck nur bei den Frauen beobachtet, die reichlich Salz aufnahmen. Jedes Gramm Kalium war in diesem Fall mit einem geringeren systolischen Blutdruck von 2,4 mmHg verbunden. Bei Männern zeigte sich diese Verbindung dagegen nicht. Die Teilnehmer der EPIC-Studie wurden rund 20 Jahre lang weiter beobachtet. In dieser Zeit kam es bei rund 13.600 Personen zu kardiovaskulären Krankheiten, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machten oder gar zum Tod führten. Auch hier prüften die Forscher die Beziehungen zu den Aufnahmen von Kalium und Natrium, einbezogen waren außerdem Alter, Geschlecht, Body Mass Index, lipidsenkende Medikamente, Rauchen, Alkoholkonsum, Diabetes sowie früher erlittene Herz- oder Schlaganfälle. In der gesamten Gruppe hatten Teilnehmer mit hohen Kaliumaufnahmen ein um 13 % geringeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse im Vergleich zu den niedrigsten Werten. Die Frauen konnten bei einem hohen Kaliumkonsum ihr Risiko um 11 % stärker verringern im Vergleich zur Risikosenkung bei den Männern von 7 %.

 

Diese Ergebnisse zeigen, dass gute Aufnahmen von Kalium dabei helfen, die Herzgesundheit zu schützen, davon profitieren die Frauen etwas mehr als Männer. Die Beziehung zwischen Kalium und kardiovaskulären Krankheiten war hier unabhängig von der Salzaufnahme. Das lässt vermuten, dass Kalium das Herz, abgesehen von der Urinausscheidung von Natrium, noch auf anderen Wegen schützen kann. Eine herzgesunde Ernährung sollte daher nicht nur den Salzverzehr im Blick haben, sondern auch auf gute Aufnahmen von Kalium achten. Dabei sollten möglichst frische, nicht prozessierte Lebensmittel verzehrt werden, die reich an Kalium sind und wenig Salz enthalten.

 

Unser Tipp: Kalium wird in Nahrungsergänzungen z. B. zusammen mit den Makromineralien Kalzium und Magnesium angeboten, einzeln ist es z. B. flüssig und in einer pflanzlichen Verbindung mit Citrat erhältlich, die besonders gut bioverfügbar sind.

 

Quelle
Rosa D. Wouda et al., Sex-specific associations between potassium intake, blood pressure, and cardiovascular outcomes: the EPIC-Norfolk study. In: European Heart Journal, online 21.7.2022, doi: 10.1093/eurheartj/ehac313.


Carotinoide für die Augen und das Gehirn von Frauen

 

Die beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin können für die Sehkraft und die Hirnfunktionen sehr nützlich sein. Besonders Frauen, die von Augen- und Demenzkrankheiten häufiger betroffen sind, könnten von einer guten Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin profitieren.

 

Frauen sind von chronischen Krankheiten oft häufiger betroffen als Männer, das gilt auch für die Vorkommen der altersbedingten Makuladegeneration und von Demenz-Krankheiten. Rund zwei Drittel dieser Krankheitsfälle, die vor allem im höheren Alter auftreten, entfallen auf Frauen. Eine gute Ernährung kann mit dazu beitragen, solchen Krankheiten vorzubeugen. Bei der Makuladegeneration und Demenz-Krankheiten könnte vor allem die gute Versorgung mit Carotinoiden wichtig sein, um Sehschäden und kognitiven Beeinträchtigungen zu verhindern oder zu verringern. US-amerikanische Forscher untersuchten Studien, in denen mehrere degenerative Krankheiten in Bezug auf ihre Vorkommen bei Frauen geprüft wurden. Auch wenn die Unterschiede in der Lebenserwartung berücksichtigt wurden, traten diese Krankheiten wesentlich häufiger bei den Frauen auf (80 % der Krankheitsfälle). Dabei zeigte sich einige Beziehungen zwischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems und der Aufnahme von Carotinoiden.

 

In einer Studie hatten Frauen im Durchschnitt etwa 38 % niedrigere Lutein- und Zeaxanthin-Spiegel in der Netzhaut als Männer. Dies war überraschend, da Frauen im Vergleich zu Männern über alle Altersgruppen hinweg tendenziell mehr Lutein und Zeaxanthin mit ihrer meist stärker pflanzlichen Nahrung aufnehmen. Die fettlöslichen Carotinoide werden vor allem im Fettgewebe gespeichert, dessen Anteil bei Frauen um rund 20 % höher ist als bei Männern. Trotz vergleichbarer Aufnahmen aus der Nahrung zeigten sich in einer Stichprobe bei den Frauen höhere Lutein- und Zeaxanthin-Werte im Fettgewebe als bei Männern. Der erhöhte Speicher kann z. B. für die Schwangerschaft und Stillzeit vorteilhaft sein, aber auch dazu beitragen, dass Lutein und Zeaxanthin weniger in der Netzhaut und im Gehirn verfügbar sind. Es gibt Nachweise für den Zusammenhang zwischen einer höheren Aufnahme von Lutein und Zeaxanthin und einem geringeren Risiko für die altersbedingte Makuladegeneration. Zusätzlich zu ihren antioxidativen und antientzündlichen Funktionen verringern die beiden Carotinoide in der Netzhaut die Gefahren des Blaulichts. Mit diesem Lichtfilter werden die Sehfunktionen (z. B. Sehweite, Photophobie, Sehstörungen) verbessert, das kann sich auch auf die Entwicklung der Makuladegeneration lindernd auswirken. Es gibt weitere Nachweise, dass Lutein und Zeaxanthin auch bei der Entwicklung der Kurzsichtigkeit (Myopie) in der Kindheit sowie von Katarakten im höheren Alter eine Rolle spielen.

 

Im Gehirn könnten Lutein und Zeaxanthin dazu beitragen, die zelluläre Effizienz zu erhöhen und die kognitiven Funktionen zu verbessern. Einige breite Bevölkerungsstudien (z B. Nurses´s Health Study in den USA) zeigten, dass Lutein und Zeaxanthin sowohl in Querschnittsstudien als bei Interventionen kognitive Funktionen verbessern konnten. Rund 20 bis 25 % des Sauerstoffs aus der Lunge gelangen direkt in das Gehirn, das durch seinen hohen Fettanteil (ca. 60 %) eine Quelle für oxidierbare Fette ist. Peroxidation und chronische Entzündungen sind starke Triebkräfte für die Degeneration von Hirngewebe. Lutein und Zeaxanthin sind die wichtigsten Carotinoide im Gehirn, die in den informationsverarbeitenden Bereichen (Hippocampus, Okzipital- und Frontallappen) angesiedelt sind. Es gibt außerdem immer mehr Hinweise darauf, dass die Aufnahmen von Lutein und Zeaxanthin mit der Entstehung der Alzheimer-Krankheit verbunden sein könnten. Sie könnten schädliche Ablagerungen (Beta-Amyloid und Tau-Fibrillen) im Gehirn hemmen, die zur Entstehung von Alzheimer beitragen können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Es scheint ein enger Zusammenhang zwischen krankhaften Entwicklungen, die das zentrale Nervensystem von Frauen betreffen und der Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin zu bestehen. Lutein und Zeaxanthin konzentrieren sich in der Netzhaut und im Gehirn. Sie sind dafür bekannt, dass sie die Sehkraft des Auges und die Effizienz von Nervenbahnen verbessern. Sie tragen z. B. dazu bei, die Reaktionen auf Blaulicht, Blendung und Fotostress zu verbessern. Im Gehirn fördern sie die Geschwindigkeit der visuellen Verarbeitung, Problemlösungen und das Gedächtnis. Die gute Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin kann sich auch auf Augen- und Gehirnkrankheiten auswirken. Als wirksame Antioxidantien, Entzündungshemmer und Blocker für Blaulicht senken Lutein und Zeaxanthin schwächende Prozesse, die neurodegenerativen Erkrankungen wie der altersbedingten Makuladegeneration und einigen Formen der Demenz vorausgehen. Davon könnten besonders Frauen profitieren, die von solchen Krankheiten häufiger betroffen sind.

 

Unser Tipp: Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin sind als Nahrungsergänzungen erhältlich. In einem aus Grünkohl gewonnenen Pflanzenöl sind sie besonders gut aufnehmbar.

 

Quelle 
Billy R. Hammond und Lisa Renzi-Hammond, The influence of the macular carotenoids on women eye and brain health. In: Nutritional Neuroscience, online 11.6.2022, doi: 10.1080/1028415X.2022.2084125


Frauen und ihre Ernährung im Lauf des Lebens

 

Frauen haben durch körperliche und hormonelle Veränderungen im Lauf des Lebens besondere Bedürfnisse in der Ernährung und Versorgung mit Mikronährstoffen. Eine US-amerikanische Konferenz war der Gesundheit und Ernährung von Frauen gewidmet, die Ergebnisse wurden in einer Übersicht vorgestellt.

 

Die Ernährung beeinflusst die Gesundheit ein Leben lang, und sie ist bei schlechter Versorgung direkt mit dem Risiko für chronische Krankheiten verbunden. Doch vieles, was dazu bisher bekannt ist, basiert auf Untersuchungen an Männern. Der Nährstoffbedarf der Geschlechter ist durch viele Unterschiede beeinflusst. Dazu gehören Genetik, Körperzusammensetzung, Hormon-Status, chronische Krankheiten und Einnahme von Medikamenten sowie nicht zuletzt die verschiedenen Lebensalter. Frauen haben tendenziell eine höhere Lebenserwartung als Männer, doch allgemein einen oft schlechteren Gesundheitszustand und mehr chronische Krankheiten. Sie sind in wichtigen Lebensabschnitten mit Defiziten an Nährstoffen konfrontiert, die sich unterschiedlich auf ihre Gesundheit auswirken können, z. B. durch Menstruation, Schwangerschaft, Stillzeit und Menopause. Frauen haben ein Leben lang besondere und zum Teil wechselnde Bedürfnisse in der Ernährung, die im Rahmen der Energiebilanz erfüllt werden müssen, um eine angemessene Versorgung mit Nährstoffen und ein gesundes Körpergewicht zu fördern.

 

Rund 65 % der (US-amerikanischen) Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren praktizieren eine Form der Empfängnisverhütung (z. B. orale Konzeptiva, Implantate, Intrauterinpessare), wobei die Verwendung „der Pille“ am häufigsten genannt wird. Sie kann die Aufnahme vieler B-Vitamine, vor allem von Vitamin B6, beeinträchtigen. Der B6-Status sollte daher bei Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen, regelmäßig geprüft werden. Etwa 20 % der jüngeren Frauen in den USA (von 15 bis 29 Jahren) geben an, zusätzlich zu anderen verordneten Medikamenten orale Verhütungsmittel zu verwenden, oft über Jahre hinweg. Dies kann die angemessene Versorgung mit Mikronährstoffen weiter beeinflussen. Eine gute Ernährung ist besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit sehr wichtig. Die Theorie des Entwicklungsursprungs von Gesundheit und Krankheit besagt, dass Ernährungs- und Umwelteinflüsse in den ersten 1000 Tagen (d. h. von der Empfängnis bis zum 24. Lebensmonat) mehr zum Risiko von Fettleibigkeit und kardiometabolischen Störungen im Erwachsenenalter beitragen als die Genetik allein.

 

Daher haben die prä- und postnatale Ernährung, besonders in Bezug auf Mikronährstoffe, unmittelbare und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder. Eine weitere, größere Veränderung erleben Frauen in den Wechseljahren, in denen es häufiger zu Defiziten in der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt und mit den Jahren das Risiko für chronische Krankheiten ansteigt. Viele Frauen haben in dieser Zeit z. B. Defizite an Vitamin D und Magnesium. Auch Eisen, Kalzium, Folat, Riboflavin, Vitamin B12 und Vitamin K2 sind in den Wechseljahren wichtig. In einer Übersicht werden die wichtigsten Mikronährstoffe und ihre Rolle für die Gesundheit von Frauen im Lauf des Lebens vorgestellt.

 

Eisen
Viele Frauen im gebärfähigen Alter haben einen niedrigen Eisenstatus oder Eisenmangel. Frauen verlieren während der Menstruation Eisen und benötigen möglicherweise eine Eisenergänzung, um Anämie und andere schädliche Wirkungen (Neurokognition, Wärmeregulation etc.) zu verhindern. Schwangere haben einen erhöhten Eisenbedarf, um das Wachstum des Fötus und die mütterlichen Erythrozyten zu unterstützen, eventuell besteht in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko für die unzureichende Versorgung mit Eisen. Ausschließlich gestillte Säuglinge haben das Risiko für eine unzureichende Zufuhr, wenn die Eisenspeicher erschöpft sind (etwa im Alter von 6 Monaten).

 

Vitamin B6
Frauen im gebärfähigen Alter, die orale Verhütungsmittel verwenden, haben möglicherweise einen höheren Bedarf an Vitamin B6.

 

Magnesium
Die Rolle von Magnesium für die Gesundheit von Frauen erstreckt sich über den gesamten Lebensverlauf, es spielt bei vielen ihrer Gesundheitsprobleme eine Schlüsselrolle. Das gilt z. B. für die Vorbeugung vor dem prämenstruellen Syndrom und vor der menstruellen Migräne bei Frauen vor der Menopause. Magnesium kann klimakterische Symptome während der Menopause lindern. Niedriges Magnesium bei älteren Frauen wurde mit erhöhten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen in Verbindung gebracht. Magnesium ist am Glukosestoffwechsel beteiligt, es könnte die Insulinresistenz verbessern und das Fortschreiten von Diabetes verlangsamen. Bei Frauen, die Protonenpumpenhemmer (Magensäurehemmer) nutzen, kann der Bedarf an Magnesium erhöht sein, auch Beziehungen zum erhöhten Risiko für chronische Krankheiten sind bekannt.

 

Folat (natürliche Form in der Nahrung) bzw. Folsäure (synthetische Form)
Ergänzungen von Folsäure verringern vor allem vor und während der frühen Schwangerschaft das Risiko von Neuralrohrdefekten.

 

Cholin
Für das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren ist Cholin wichtig. Niedriges Cholin ist im gesamten Leben mit beeinträchtigten kognitiven Funktionen und Stimmungen verbunden.

 

Vitamin B12
B12 ist während der Schwangerschaft mit der Gesundheit der Mutter und dem Risiko von Neuralrohrdefekten beim Fötus verbunden. B12 wird vorwiegend aus tierischen Quellen aufgenommen, Vegetarier und Veganer haben daher meist ein erhöhtes Risiko für einen niedrigen B12-Status, das gilt für Frauen besonders in der Schwangerschaft. Ein erhöhter Bedarf kann auch bei Frauen mit entzündlichen Darmerkrankungen, nach einer bariatrischen Operation oder bei Einnahme bestimmter Medikamente (Protonenpumpenhemmer) bestehen.

 

Jod
Es besteht ein erhöhter Bedarf, um den Verlauf der Schwangerschaft zu unterstützen und um Jodmangel-Krankheiten bei den Kindern vorzubeugen.

 

Zink
Zink ist im gesamten Lebenslauf für den Zellstoffwechsel und die Immunfunktionen sehr wichtig. Leichte und subklinische Zinkmängel wurden bei älteren Erwachsenen und Bewohnern von Pflegeheimen beobachtet. Frauen, die Diuretika und ACE-Hemmer (zur Blutdrucksenkung) einnehmen, haben möglicherweise einen höheren Zinkbedarf.

 

Vitamin D und Kalzium
Die gute Versorgung mit Vitamin D und Kalzium ist für den Aufbau der maximalen Knochenmasse in der Jugend sowie für die Aufrechterhaltung der Knochenmineraldichte im Erwachsenenalter sehr wichtig. Postmenopausale Frauen haben durch ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche möglicherweise einen erhöhten Bedarf.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Frauen unterscheiden sich biologisch und physiologisch von Männern, das gilt besonders in Bezug auf ihren Hormon-Status, Adipositas und den Energiebedarf. Die Lebensphasen, die Frauen von der Kindheit bis zur Postmenopause durchlaufen, sind zusätzliche Herausforderungen für die Gewichtsregulierung und den Bedarf an angemessener Ernährung. Allgemein nehmen Frauen häufiger Nahrungsergänzungen ein als Männer. Dennoch kommen bei ihnen Defizite an wichtigen Mikronährstoffen in wichtigen Lebensabschnitten häufiger vor. Dies kann sich auf ihr Risiko für chronische Krankheiten (z. B. Herz-Kreislauf-Krankheiten, kognitive Funktionen, Krebs, Augenkrankheiten und eine schlechte Knochengesundheit) auswirken. Es ist wichtig, die physiologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen besser zu verstehen und zu prüfen, wie die Ernährung und Versorgung mit Mikronährstoffen geschlechtsspezifisch optimiert werden kann. Hier müssen sich künftige Forschungen stärker den Bedürfnissen von Frauen widmen, um ihre Gesundheit und Lebensqualität zu unterstützen und chronischen Krankheiten im höheren Alter besser vorzubeugen.

 

Unser Tipp: In einigen Formeln mit Multi-Nährstoffen werden die spezifischen Bedürfnisse von Frauen besonders berücksichtigt. Wie immer sollte bei Nahrungsergänzungen auf eine gute Qualität geachtet werden.

 

Quelle
Regan L. Bailey et al., Sex Differences Across the Life Course: A Focus On Unique Nutritional and Health Considerations among Women. In: The Journal of Nutrition Vol. 152, Nr. 7 2022, S. 1597-1610, doi: 10.1093/jn/nxac059.


Ingwer kann die Gesundheit unterstützen

 

Es gibt immer mehr Nachweise für einen gesundheitlichen Nutzen von Ingwer bei einer Reihe von Krankheiten und Symptomen. Die aktuellen Kenntnisse zu den Wirkungen dieser Heilpflanze wurden in einer Übersicht vorgestellt.

 

Ingwer (Zingiber officinale), die am weitesten verbreitete Ingwerart, enthält viele Substanzen, die entzündungshemmend, antioxidativ und antiemetisch (gegen Brechreiz) wirken. Ingwer kann auch dazu beitragen, den Blutdruck, die Blutfette und den Blutzucker zu senken. Die entzündungshemmenden Wirkungen von Ingwer werden mit schmerzlindernden Wirkungen verbunden, die gefäßerweiternden Wirkungen können dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Ingwer kann die Produktion von Cholesterin und Fettzellen hemmen, was sich positiv auf das Blutfett-Profil bzw. die Gewichtskontrolle auswirkt. Es zeigte sich weiter, dass Ingwerverbindungen ähnlich wie blutzuckersenkende Mittel wirken, indem sie den Transport von Glukose in die Zellen unterstützen. Ingwer kann weiter dazu beitragen, den Brechreiz zu lindern. Der Verzehr von Ingwer wird in zahlreichen klinischen Praxisleitlinien empfohlen. Zum Teil fehlen jedoch noch Untersuchungen, welche gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer beim Menschen am stärksten nachweisbar sind. Ein Team von australischen Forschern prüfte dazu die vorhandenen Studien und Meta-Analysen.

 

Überzeugende Nachweise zeigten sich für Ingwer mit schmerzlindernden, metabolischen und gastrointestinalen Wirkungen bei einer Reihe von Gesundheitszuständen. Die stärksten Nachweise wurden für die antiemetische Wirkung bei schwangeren Frauen erreicht. Dies zeigte sich z. B. darin, dass Frauen, die Ingwer zu sich nahmen, 7,5-mal seltener unter Übelkeit litten als Frauen, die ein Placebo erhalten hatten. Ingwer kann bei Arthrose schmerzlindernd wirken, und er kann dazu beitragen, den Blutzucker zu kontrollieren, was bei Diabetes nützlich sein kann. Weiter zeigten sich Wirkungen von Ingwer z. B. auf die Werte des Blutdrucks und der Blutfette, auf Dysmenorrhoe (Regelschmerzen), postoperative Übelkeit und auf Erbrechen, das mit einer Chemotherapie verbunden ist. Allerdings wurden die Nachweise für diese Wirkungen als gering bis mäßig eingestuft, was zum Teil auf heterogene Studien oder fehlende Details der jeweiligen Interventionen zurückgeführt wurde.

 

Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass Ingwer für therapeutische Wirkungen nicht selbstständig eingenommen, sondern auf Empfehlungen von Therapeuten und Ernährungsfachleuten erfolgen sollte. Die Einnahme kann z. B. für Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, ungeeignet sein. Ähnliches gilt für Reflux-Krankheiten, da beim Ingwerkonsum häufiger auch Sodbrennen beobachtet wurde. Noch zu klären bleiben die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer auf Gesunde. Von den entzündungshemmenden Eigenschaften, die möglicherweise auch das Mikrobiom im Darm beeinflussen, könnten gesunde Menschen profitieren, dies muss jedoch weiter untersucht werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Analyse der Studien zeigte, dass die Einnahme von Ingwer sicher ist und dass es eine Reihe von therapeutischen Wirkungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden gibt. Am besten nachgewiesen sind die antiemetischen Effekte bei schwangeren Frauen, schmerzlindernde Wirkungen bei Arthrose und ein Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Ingwer wurde weiter mit verbesserten Symptomen und Biomarkern für Schmerzen bei Dysmenorrhoe, bei Problemen im Stoffwechsel (Blutdruck, Gewichtskontrolle) und im Magen-Darm-System (postoperative Übelkeit, Erbrechen durch Chemotherapie) verbunden. Dabei ist die klinische Relevanz der Ergebnisse bisher nicht immer eindeutig, z. B. aufgrund heterogener Studien. Allgemein erwies sich eine Dosierung von 0,5 bis zu 3 g Ingwerextrakt täglich in Kapselform, die bis zu 3 Monate lang verabreicht wurde, für die meisten Ergebnisse als optimal. Ingwer sollte in künftigen Studien weiter in Bezug auf seinen Anwendungen und Dosierungen untersucht werden.

 

Unser Tipp: Wie bei anderen Nahrungsergänzungen auch gilt für Ingwerextrakte, dass auf eine gute Qualität geachtet werden sollten. Dazu gehören z. B. hohe Anteile an den Inhaltsstoffen Gingerol und Shogoal sowie eine schonende Herstellungsweise und die Stabilität.

 

Quelle
Megan Crichton et al., Orally consumed ginger and human health: an umbrella review. In: The American Journal of Clinical Nutrition, online 6.6.2022, doi: 10.1093/ajcn/nqac035.


Omega-3-Fettsäuren stärken die Griffstärke im Alter

 

Die Omega-3-Fettsäuren aus fettreichen Fischen, vor allem EPA und DHA, beeinflussen die Muskelgesundheit. Das ist im höheren Alter offenbar besonders für Frauen wichtig, wie eine koreanische Studie zeigt. Bei gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgten älteren Frauen war die Griffkraft deutlich stärker, damit sinkt das Risiko für die Sarkopenie, die Abnahme der Muskelkraft.

 

Die Zahl der älteren Menschen steigt weltweit an, daher ist es wichtig, die Gesundheit so lange wie möglich zu erhalten und Morbidität auch im höheren Alter zu verhindern. Dazu gehört es, die Entstehung der Sarkopenie, gekennzeichnet durch die altersabhängige Abnahme der Muskelmasse und -kraft, möglichst zu vermeiden. Diese Krankheit ist mit Gebrechlichkeit verbunden und kann das Risiko für Stürze, Knochenbrüche und Stoffwechselerkrankungen erhöhen. Mehrere Faktoren beeinflussen die Entwicklung dieser Krankheit, darunter u.a. neuromuskuläre Degeneration, Veränderungen des Muskelprotein-Umsatzes, chronische Entzündungen und oxidativer Stress sowie der Verhaltens- und Lebensstil. In Bezug auf chronische Entzündungen und den oxidativen Stress ist bekannt, dass chronische, niedriggradige Entzündungen mit dem Alter tendenziell zunehmen und beide bei chronischen und schwereren Erkrankungen Entzündungskaskaden aktivieren können. Daher untersuchte man in den letzten Jahren auch die Faktoren, die eng mit Entzündungen und der Sarkopenie zusammenhängen.

 

Das gilt z. B. für die gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus den Fischölen fettreicher Fische (Lachs, Makrelen etc.). Bekannt sind vor allem ihre entzündungshemmenden Eigenschaften. Es zeigte sich außerdem, dass sie zur Gesundheit der Muskeln beitragen können, was besonders im höheren Alter wichtig ist. Die Omega-3-Fettsäuren beeinflussen die Synthese von Muskelproteinen und verbessern so die Muskelkraft und körperliche Leistungsfähigkeit. Studien dazu waren jedoch bisher nicht immer einheitlich, daher prüfte eine Gruppe koreanischer Forscher die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren in einer Studie. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und Sarkopenie zu untersuchen, bestimmt an der Griffkraft von älteren Koreanern mit einem erhöhten Sarkopenie-Risiko.

 

An der Studie nahmen rund 5.500 Männer und Frauen ab dem Alter von 65 Jahren teil, für die Daten aus einer Gesundheitsstudie (Korea National Health and Nutrition Examination Survey, 2015-2019) verfügbar waren. Analysiert wurde der Zusammenhang zwischen der Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) mit einer Ernährungsbefragung (24-Stunden-Recall). Geprüft wurde dazu die Griffstärke als wichtiges Kriterium für die Sarkopenie. Die Werte (für die asiatische Bevölkerung) für eine niedrige Griffkraft lagen bei <26 kg für Männer und bei <18 kg für Frauen. Der Anteil der älteren Männer mit geringer Griffkraft betrug 13,3 %, bei Frauen war dies mit einem Anteil von 30,1 % deutlich stärker ausgeprägt. Eine Beziehung von Omega-3-Fettsäuren zur Griffkraft zeigte sich nur bei den Frauen, bei ihnen war auch der Anteil von Defiziten in der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren deutlich höher. Es zeigte sich, dass ältere Frauen, die EPA und DHA unterhalb des täglichen Bedarfs konsumierten, eine signifikant geringere Griffkraft hatten im Vergleich zu gut versorgten Frauen ihrer Altersgruppe.

 

Sie hatten außerdem in ihrer gesamten Energiezufuhr einen höheren Anteil von Kohlenhydraten und einen signifkant geringen Anteil von Proteinen. Auch nach der Anpassung an weitere Einflussfaktoren hatten Frauen mit geringen Aufnahmen von EPA und DHA eine niedrigere Griffkraft. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Zufuhr von EPA und DHA wichtig ist, um die Abnahme der Griffkraft abzumildern und die Qualität der Nährstoffzufuhr bei älteren Frauen zu verbessern. Dazu können regelmäßige fettreiche Fischmahlzeiten beitragen oder auch die Aufnahme von Nahrungsergänzungen mit den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse zeigen, dass ältere Frauen, die EPA und DHA nur gering bzw. unterhalb des täglichen Bedarfs konsumieren, einen höheren prozentualen Anteil an Kohlenhydraten, aber einen signifikant niedrigeren prozentualen Anteil an Proteinen an der gesamten Energiezufuhr und ein signifikant höheres Risiko für eine geringere Griffkraft aufwiesen. Das galt im Vergleich zu älteren Frauen, die EPA und DHA in guten Mengen aufgenommen hatten und eine stärkere Griffkraft hatten. Dies deutet darauf hin, dass gute Aufnahmen von EPA und DHA dazu beitragen können, die bei älteren Menschen beobachtete Abnahme der Griffkraft abzumildern und auf diese Weise auch das Risiko für die Sarkopenie zu senken. Die Beziehungen zwischen den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA und der Sarkopenie sollten in weiteren Studien untersucht werden.

 

Unser Tipp: Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden in verschiedenen Dosierungen und auch in Kombinationen mit anderen Fettsäuren angeboten. Für eine gute Qualität sollten sie z. B. speziell gereinigt und stabil sein.

 

Quelle
Yun-Jung Bae et al., Increased Omega-3 Fatty Acid Intake Is Associated with Low Grip Strength in Elderly Korean Females. In: Nutrients, online 8.6.2022, doi: 10.3390/nu14122374.



Vegane Ernährung im Alter? – Auf gute Qualität von Proteinen achten

 

Für ältere Menschen ist die vegane Ernährung nicht unbedingt empfehlenswert. Pflanzliche Proteine haben im Vergleich zu tierischen Lebensmitteln eine geringere Qualität. Daher kann sich eine rein pflanzliche Ernährung im höheren Alter auf das Risiko für eine verringerte Muskelkraft und -masse auswirken.

 

Für eine vegane Ernährung kann es viele Gründe geben, für ihre Produktion werden weniger Ressourcen verbraucht, sie ist für die Umwelt verträglicher und kann die ökologischen Nachteile der Massentierhaltung vermeiden bzw. verringern. Beim Menschen sind die gesundheitlichen Vorteile der vegetarischen Ernährung längst in vielen Studien nachgewiesen. Das gilt inzwischen auch für die vegane Ernährung, bei der tierische Produkte völlig ausgeschlossen sind. Der dadurch erhöhte Konsum von Obst und Gemüse kann die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen weitgehend verbessern. Nachgewiesen sind z. B. gute Wirkungen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren. In aktuellen Ernährungsrichtlinien wird daher zunehmend empfohlen, mehr pflanzliche Lebensmittel zu essen und tierische Lebensmittel einzuschränken oder zu vermeiden. Allerdings ist die vegane Ernährung nicht für alle Menschen gleichermaßen empfehlenswert.

 

Zu beachten sind die bekannten Defizite an Vitamin B12 und Jod sowie die oft kritische Versorgung mit Eisen, Kalzium und den gesunden Omega-3-Fettsäuren. Für Menschen im höheren Alter könnte die vegane Ernährung möglicherweise nicht oder weniger geeignet sein. Um dem altersabhängigen Muskelabbau vorzubeugen, wird älteren Menschen empfohlen, angemessene Mengen an hochwertigen Proteinen (Eiweiß) mit ihrer Ernährung aufzunehmen. Eine Gruppe von Forschern prüfte, ob dies mit einer veganen Ernährung im höheren Alter erreichbar bzw. sinnvoll ist.

 

Allgemein geht man bei Erwachsenen von einem Tagesbedarf von 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht aus. Proteine haben einen Anteil von etwa 15 bis 17 % der Körpermasse und im Körper verschiedene Funktionen. Sie wirken als Katalysatoren, transportieren und speichern eine Reihe von Molekülen (u.a. Hämoglobin, Sauerstoff), ermöglichen Bewegung, übertragen Nervenimpulse, sind wichtig für den Muskelaufbau, das Immunsystem, Wachstum und die Differenzierung der Zellen. Proteine sind sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Diese Makromoleküle sind aus 20 Aminosäuren aufgebaut, die durch Peptidbindungen (mehrerer Aminosäuren) verknüpft sind. Ihre biologische Wertigkeit (Protein-Qualität) ergibt sich aus der unterschiedlichen Menge und Art der Protein-Bausteine in den verschiedenen Lebensmitteln. Tierische Proteinquellen sind allgemein hochwertiger als pflanzliche, weil tierische Lebensmittel mehr essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren enthalten.

 

Eier haben die höchste Proteinqualität, aber auch Fleisch und Fisch liefern gute Proteine. Pflanzliche Lebensmittel haben dagegen allgemein eine geringere Proteinqualität und -dichte sowie einen geringeren Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Eine rein vegane Ernährung erhöht das Risiko der unzureichenden Aufnahme von Proteinen, was sich u.a. in geringeren anabolen Eigenschaften, also in einem geringeren Aufbau der körpereigenen Gewebe, spiegelt. Eine rein pflanzliche Ernährung kann die Muskelmasse und -kraft im höheren Alter beeinträchtigen. Etwa ab dem fünften Lebensjahrzehnt beginnt langsam der altersabhängige Abbau der Muskelmasse und -kraft, der bis zur Sarkopenie führen kann. Dies ist eine Muskelkrankheit, gekennzeichnet durch geringe Muskelkraft sowie geringe Muskelmasse und -qualität, die mit einer Abnahme der motorischen Fähigkeiten und erhöhten Sturzgefahren verbunden ist.

 

Das Krankheitsrisiko für die Sarkopenie steigt mit dem zunehmendem Alter an. Für die Prävention ist der angemessene Verzehr von Proteinen in Kombination mit ausreichender körperlicher Aktivität sehr wichtig. Defizite an hochwertigen Nahrungsproteinen können das Sarkopenie-Risiko erhöhen. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass die Mehrheit der älteren Erwachsenen nicht die empfohlenen Proteinmengen mit ihrer Ernährung aufnehmen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Trotz vieler gesundheitlicher Vorteile der veganen Ernährung ist sie durch geringere anabole Eigenschaften für die Aufrechterhaltung der Muskelmasse und -kraft im höheren Alter bisher nicht zu empfehlen. In weiteren Studien muss künftig geprüft werden, wie sich die vegane Ernährung auf die Muskelmasse und -kraft sowie auf die körperlichen Funktionen im Alter auswirkt. Untersucht werden sollte auch, ob es spezielle Formen der veganen Ernährung gibt, die solche Defizite ausgleichen könnten. Wer sich als älterer Mensch auf eigenen Wunsch, aus welchen Gründen auch immer, vegan ernähren möchte, sollte sorgfältig überlegen, welche pflanzlichen Lebensmittel die qualitativ besten Proteine liefern. Eine Strategie kann es dabei sein, die Proteinzufuhr durch isolierte pflanzliche Proteine zu verbessern oder essentielle Aminosäuren in angemessenen Mengen als Nahrungsergänzung aufzunehmen. Dies kann bei einer veganen Ernährung im höheren Alter dazu beitragen, das Risiko der unzureichenden Proteinaufnahme zu vermeiden.

 

Unser Tipp: Aminosäuren werden sowohl einzeln als auch in Kombinationen angeboten. Zur Stärkung der Muskeln im höheren Alter können z.B. Formeln empfehlenswert sein, die Aminosäuren enthalten, die besonders das Muskelgewebe unterstützen.

 

Quelle
Jacinta Domić et al., Perspective: Vegan Diets for Older Adults? A Perspective On the Potential Impact On Muscle Mass and Strength. In: Advances in Nutrition, online 2.2.2022, doi: 10.1093/advances/nmac009.


Das gesunde Darm-Mikrobiom unterstützt bei Harnwegs-Infektionen

 

Wiederkehrende Infektionen der Harnwege sind weltweit verbreitet und belasten die Gesundheit und Lebensqualität. In einer neuen Studie zeigte sich eine Beziehung zum Darm-Mikrobiom, das könnte neue Möglichkeiten der Therapie eröffnen.

 

Infektionen der Harnwege kommen häufig vor, Frauen sind durch eine kürzere Harnröhre häufiger betroffen. Ursache sind Bakterien im Harntrakt, vor allem Escherichia coli (E. coli), zu den typischen Beschwerden gehört häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen. Mit der Gabe von Antibiotika lassen sich die Symptome meist beseitigen, doch die Linderung ist zum Teil nur vorübergehend. Bei einem Viertel der Frauen kommt es innerhalb von sechs Monaten zu einer erneuten Harnwegsinfektion. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Frauen, die häufiger an diesen Infekten erkranken, in einen verheerenden Kreislauf geraten, in dem Antibiotika, die zur Beseitigung der Infektion verabreicht werden, dazu führen, dass sie eine weitere Infektion bekommen. Hinzu kommt, dass häufigere Gaben von Antibiotika zu Resistenzen führen können und das Mikrobiom im Darm, die Gemeinschaft der gesunden Darmbakterien, schädigen. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte dazu eine kleine Studie mit 31 Frauen durch. 16 Teilnehmerinnen hatten bisher nicht unter Harnwegsinfektionen gelitten, 15 waren häufiger davon betroffen. Die Forscher wollten prüfen, welche Unterschiede sich zwischen den beiden Gruppen finden lassen.

 

Alle Teilnehmerinnen gaben Urin- und Blutproben sowie monatliche Stuhlproben ab. Das Team analysierte die bakterielle Zusammensetzung in den Stuhlproben, untersuchte den Urin auf das Vorhandensein von Bakterien und bestimmte in Blutproben die Genexpression. Im Lauf eines Jahres traten bei 24 Frauen Harnwegsinfektionen auf, sie waren alle bereits vorher schon von solchen Infektionen betroffen gewesen. Bei ihnen wurden weitere Urin-, Blut- und Stuhlproben gesammelt.

 

Der Unterschied zwischen den gesunden und wiederholt von Harnwegsinfektionen betroffenen Frauen war für die Forscher überraschend. Er war weder auf die Vorkommen von E. coli im Darm noch in der Blase zurückzuführen. Bei beiden Gruppen kamen E. coli-Stämme im Darm vor, die Harnwegsinfektionen verursachen und sich gelegentlich auf die Harnblase ausbreiten können. Der eigentliche Unterschied lag in der Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms: Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen hatten eine deutlich geringere Vielfalt an gesunden Darmbakterien. Das könnte schädlichen Bakterien bessere Möglichkeiten bieten, sich im Darm anzusiedeln und zu vermehren, wodurch vermehrt Krankheiten entstehen können. Bemerkenswert war vor allem, dass das Mikrobiom von Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen besonders wenig Bakterien enthielt, die Butyrat produzieren, eine kurzkettige Fettsäure, die Entzündungen hemmen kann.

 

Das erinnert an andere entzündliche Erkrankungen, bei denen es eine Verbindung zwischen dem Darm-Mikrobiom und dem Immunsystem gibt. Die Forscher vermuten, dass die gesunden Frauen offenbar schädliche Bakterien aus ihrer Harnblase entfernten, bevor sie eine Erkrankung verursachen konnten. Bei den Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen fand ein solcher „Klärungs-Prozess“ in Bezug auf bakterielle Invasionen der Harnblase nicht statt, vermutlich verursacht durch ein geschädigtes Mikrobiom. Bei Untersuchungen bestimmter Blutzellen zeigten sich außerdem Profile, die auf eine unterschiedliche systemische Immunität zwischen den beiden Gruppen hinweisen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen zum Teil durch die Darm-Blasen-Achse vermittelt wird. Dazu gehören eine Darmdysbiose (Störung der gesunden Darmbakterien) und eine geringere Immunreaktion auf die bakterielle Besiedelung der Harnröhre. Die Studie zeigt, dass die Gabe von Antibiotika krankheitsverursachende Bakterien in der Blase, nicht aber im Darm eliminiert. Schädliche Darmbakterien können sich weiter vermehren, erneut in die Blase eindringen und dort weitere Infektionen auslösen. Sie erhöhen das Risiko für Rückfälle, da sie das Mikrobiom in einem gestörten Zustand halten. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Alternativen zu Antibiotika für die Behandlung von Harnwegsinfektionen zu finden. So arbeiten Forscher z. B. daran, E. coli-Stämme, die Krankheiten verursachen können, aus dem Darm zu entfernen, ohne die übrige bakterielle Gemeinschaft zu beeinträchtigen. Doch es gibt auch jetzt schon Maßnahmen, die bei Harnwegs-Infektionen hilfreich sein könnten, z. B. Phytotherapeutika, darunter vor allem Cranberries. Dazu gehört auch die Gabe von Probiotika, gesunden Darmbakterien, die ein gestörtes Mikrobiom im Darm wieder ins Gleichgewicht bringen können. Möglicherweise könnten die gesunden Darmbakterien auch bei Harnwegsinfektionen unterstützen und neuen Beschwerden vorbeugen. Diese Wirkungen sollten künftig weiter erforscht werden.

 

Unser Tipp: Gesunde Darmbakterien können die Gemeinschaft der Bakterien im Darm deutlich verbessern. Besonders bewährt haben sich kombinierte Gaben von Laktobazillen und Bifidobakterien. Eine gute Qualität sichert ihre Passage in den Darm.

 

Quelle
Colin J. Worby et al., Longitudinal multi-omics analyses link gut microbiome dysbiosis with recurrent urinary tract infections in women. In: Nature Microbiology, online 2.5.2022, doi: 10.1038/s41564-022-01107-x.


Mediterrane Ernährung für Herzpatienten empfehlenswert

 

Seit vielen Jahren wird Patienten mit Herzkrankheiten empfohlen, sich künftig fettarm zu ernähren. Jetzt zeigte sich in einer Studie mit Herzpatienten, dass die mediterrane Ernährung dazu beiträgt, die Gesundheit besser zu stärken und die Risiken von Folgekrankheiten zu senken.

 

Weniger Fett essen, so lautete lange Zeit die Empfehlung für die Ernährung nach Herzkrankheiten. Doch längst hatten einige Studien gezeigt, dass sich mit der mediterranen Ernährung das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten besser senken lässt als mit einer fettarmen Diät, zumindest galt das für Gesunde. Nun prüfte eine Gruppe von spanischen Forschern, ob dies auch für die sekundäre Prävention nach einer Herzkrankheit gelten kann. In die (randomisiert kontrollierte) Studie CORDIOPREV wurden im Universitäts-Krankenhaus von Córdoba von 2009 bis 2012 insgesamt 1002 Patienten (20 bis 75 Jahre alt, vorwiegend Männer) mit koronaren Herzkrankheiten einbezogen. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine ernährte sich nach der Krankheit fettarm, die andere mediterran. Beide Gruppen wurden sieben Jahre lang weiter beobachtet, und sie wurden in dieser Zeit auch von Ernährungsberatern betreut. Außerdem wurden alle Vorkommnisse von schwereren kardiovaskulären Krankheiten, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfälle, periphere Arterienkrankheit und Sterbefälle, dokumentiert.

 

Beide Gruppen passten ihre Ernährung an die jeweilig empfohlene Diät an, das galt vor allem im ersten Jahr nach der Herzkrankheit, aber auch in den folgenden Jahren. Beide Gruppen ernährten sich grundsätzlich gesünder, sie nahmen mehr Ballaststoffe auf, aßen mehr Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. In der Gruppe mit der fettarmen Ernährung sank die Fettzufuhr im Durchschnitt von vorher 36,7 % auf 32,1 %. Mit der mediterranen Ernährung stieg dagegen die Fettaufnahme an, von vorher 37,4 % auf 40,5 %. Allerdings nahmen die Teilnehmer nun bevorzugt die gesunden, mehrfach gesättigten Fettsäuren auf. Sie aßen mehr Olivenöl, Nüsse und Fisch. Außerdem war ihr Verzehr von Kohlenhydraten geringer im Vergleich zur fettarmen Gruppe, bei der sich der Anteil der Kohlenhydrate leicht erhöht hatte.

 

Nach den sieben Jahren Beobachtungszeit waren in der Gruppe mit mediterraner Ernährung 87 Fälle von kardiovaskulären Ereignissen aufgetreten, in der Gruppe mit der fettarmen Ernährung waren 111 Teilnehmer davon betroffen. Insgesamt konnte mit einer besseren Ernährung bei allen Herzpatienten das Auftreten von Folgekrankheiten gesenkt werden. Die mediterrane Ernährung schnitt jedoch im Vergleich deutlich besser ab. Sie konnte das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei den Teilnehmern um rund 26 % besser senken als bei fettarmer Ernährung. Davon profitierten vor allem die Männer, ihr Risiko für Folgekrankheiten sank mit der mediterranen Ernährung um 33 %.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Nach Herzkrankheiten kommt es in der Ernährung offenbar nicht so sehr darauf an, weniger Fett zu essen, sondern es kommt darauf an, welche Fette verzehrt werden. Die mediterrane Ernährung hat mit ihrem höheren Anteil ungesättigter Fettsäuren offenbar deutliche Vorteile. Dies könnte Anlass für ein Umdenken bei den Empfehlungen zur Ernährung für Patienten mit koronaren Herzkrankheiten sein. Eine Fachgesellschaft, die European Society of Cardiology, hat ihre Empfehlungen bereits 2021 aktualisiert. Sie empfiehlt zur Prävention von Herzkrankheiten, gesättigte Fette durch ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Einmal pro Woche sollte möglichst auch fettreicher Fisch gegessen werden, der die gesunden Omega-3-Fettsäuren enthält.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nie oder nur selten isst, kann die Aufnahme an gesunden Omega-3-Fettsäuren mit Nahrungsergänzungen verbessern. Dabei sollte auf eine gute Qualität und Stabilität geachtet werden.

 

Quelle 
Javier Delgado-Lista et al., Long-term secondary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet and a low-fat diet (CORDIOPREV): a randomised controlled trial. In: The Lancet Vol. 399, Nr. 10338, S. 1876-1885., 14.5.2022, doi: 10.1016/S0140-6736(22)00122-2.


Mikronährstoffe bei Kindern mit omnivorer, vegetarischer und veganer Ernährung

 

Es gibt eine anhaltende Debatte darüber, ob die vegetarische und vegane Ernährung in der frühen Kindheit ernährungsphysiologisch angemessen sind. In einer Studie wurden sie zusammen mit der fleischhaltigen Ernährung in Bezug auf die Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen bei kleinen Kindern untersucht.

 

Die vegetarische Ernährung mit dem Ausschluss von Fleisch und Fisch und die vegane Ernährung mit dem Ausschluss aller tierischen Lebensmittel wurden in den letzten Jahren immer beliebter. Für eine vielseitige Versorgung mit wichtigen Nährstoffen stehen heute mehr Milch- oder Fleischalternativen sowie Nahrungsergänzungen zur Verfügung. Noch immer wird jedoch die Frage diskutiert, ob die vegetarische oder vegane Ernährung auch für kleinere Kinder geeignet sind, da sie für das Wachstum und die Entwicklung einen besonderen Bedarf an Mikronährstoffen haben. Dazu gab es bisher wenige Studien, die meist nicht mehr aktuell waren und wenige Teilnehmer hatten. Eine Gruppe von deutschen Forschern untersuchte daher in einer vegetarischen und veganen Kinderstudie die Aufnahme von Lebensmitteln und Nährstoffen. An der VeChi-Diät-Studie waren 430 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren aus Deutschland beteiligt. Bei allen Kindern wurde die Ernährung an drei Tagen untersucht.

 

Die meisten Aufnahmen von Mikronährstoffen (mit und ohne Nahrungsergänzungen) unterschieden sich signifikant zwischen veganen Kindern und den vegetarischen und omnivoren Gruppen. Vegan ernährte Kinder hatten insgesamt eine günstigere Versorgung mit Mikronährstoffen, gefolgt von den vegetarischen Kindern. Vegane Kinder nahmen die meisten Mengen an den Vitaminen E, K, B1, B6, Folat und C auf. Die Fleisch essenden Kinder waren am besten mit den Vitaminen B2 und B12 versorgt. Sie unterschieden sich von den vegetarischen Kindern nur bei den Aufnahmen der Vitamine E, B2 und B12. Unterschiede wurden auch bei der Versorgung mit Mineralien festgestellt. Vegane Kinder hatten die höchsten Aufnahmen an Kalium, Magnesium und Eisen. Die omnivoren Kinder waren am besten mit Kalzium und Jod versorgt. Sie unterschieden sich von den vegetarischen Kindern nur bei der Aufnahme von Magnesium, Eisen und Jod.

 

Ohne Nahrungsergänzungen hatten die omnivoren Kinder die höchste Aufnahme von Vitamin B12, das vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Schlecht damit versorgt sind vor allem vegane Kinder, diejenigen, die Vitamin B12 ergänzten, erreichten dann jedoch die höchsten Durchschnittswerte bei diesem Vitamin. Ohne Nahrungsergänzungen waren die Kinder aller drei Gruppen nicht ausreichend mit Vitamin D und Jod versorgt, sie erreichten nicht die empfohlenen täglichen Bedarfswerte. Vegane und vegetarische Kinder erreichten außerdem nicht die Bedarfswerte für Vitamin B2, B12 und Eisen, vegane Kinder erreichten sie nicht bei Kalzium. Auch bei den Fettsäuren gab es in allen drei Gruppen deutliche Unterschiede. Das galt vor allem für die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren, deren wichtigste Quelle Fischöle aus fettreichen Fischen sind. Entsprechend hatten omnivore Kinder die besten Aufnahmen, sie hatten aber auch höhere Zufuhren an gesättigten Fetten und Cholesterin. Vegane Kinder hatten die höchsten Aufnahmen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren durch die pflanzlichen Linolsäure und Alpha-Linolensäure.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: In der VeChi-Diät-Studie zeigten sich in allen drei Ernährungsweisen voneinander abweichende Versorgungen an bestimmten Mikronährstoffen. Im Vergleich wiesen die vegan und vegetarisch ernährten Kinder, unabhängig von der Einnahme an Nahrungsergänzungen, eine günstigere Aufnahme bei mehreren Mikronährstoffen und Fettsäuren auf als die omnivoren Kinder. Kritisch war in allen drei Gruppen die Versorgung mit Vitamin D (ohne Nahrungsergänzung), Jod und der Omega-3-Fettsäure DHA, wobei hier omnivore Kinder die höchsten Aufnahmen hatten. Für vegane und vegetarische Kinder gelten die Vitamine B2 und B12 sowie Eisen als kritisch, bei veganen Kindern gilt das auch für Kalzium. Daher werden für vegane und vegetarische Kinder Lebensmittel empfohlen, die reich an Vitamin B2 (z. B. Hefe, Nüsse, Hülsenfrüchte) und Eisen (in Kombination mit Lebensmitteln, die die Bioverfügbarkeit von Eisen erhöhen) sind, dazu auch mit Vitamin B2 angereicherte pflanzliche Milchalternativen und jodiertes Salz. Außerdem sollte die Ergänzung von DHA gefördert werden, zusätzlich zu einer zuverlässigen Ergänzung von Vitamin B12 und möglicherweise auch von Vitamin B2.

 

Für vegane Kinder können mit Kalzium angereicherte pflanzliche Milchalternativen und Mineralwasser mit einem hohen Gehalt an Kalzium die Versorgung verbessern. Fleisch essende Kinder sollten mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren, fettreiche Fische oder ökologischere Alternativen aufnehmen (z. B. aus Mikroalgen). Sie sollten allgemein weniger tierische Lebensmittel essen, die reichlich Cholesterin und gesättigte Fette enthalten. Die Ergänzung von Vitamin D sollte in allen Ernährungsgruppen in Betracht gezogen werden, das gilt besonders für die sonnenarmen Jahreszeiten Herbst und Winter. Die Forscher empfehlen, den Ernährungszustand von veganen und vegetarischen Kindern künftig weiter und in anderen Altersgruppen zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Ergänzungen von in der Versorgung kritischen Mikronährstoffen, wie hier z. B. die Vitamine D und B12 oder Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen (EPA, DHA), können dazu beitragen, Defizite vermeiden. Bei Kindern sollte besonders auf die angemessene Dosierung und auf eine gute Qualität geachtet werden.

 

Quelle
Stine Weder et al., Intake of micronutrients and fatty acids of vegetarian, vegan, and omnivorous children (1 - 3 years) in Germany (VeChi Diet Study). In: European Journal of Nutrition, 61, Nr. 4?, S. 1507-1520, 2022, doi: 10.1007/s00394-021-02753-3.


 Reichlich pflanzliche Ernährung senkt das Diabetes-Risiko

 

Gesunde, pflanzliche Lebensmittel können dazu beitragen, das Risiko für den Typ 2-Diabetes zu senken. Spezifische metabolische Profile im Körper sind mit pflanzlichen Ernährungsweisen verbunden und könnten helfen, das individuelle Diabetes-Risiko besser einzuschätzen.

 

Die Vorkommen des (im Lauf des Lebens erworbenen) Typ 2-Diabetes nehmen weltweit zu, sie haben sich in weniger als zwei Jahrzehnten mehr als verdreifacht. Mediziner sprechen von einer Diabetes-Epidemie, Tendenz weiter steigend. Die Gesundheit ist durch einen Diabetes stark belastet, dazu gehören möglicherweise weitere Folgen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schäden an den Nieren, Augen und im Nervensystem. Zur Entstehung von Diabetes trägt vor allem eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und Adipositas (ab BMI 30), genetische Disposition und ungesunde Lebensstile, z.B. zu wenig Bewegung, bei. Eine betont pflanzliche Ernährung, die reichlich Vollkornwaren, Obst und Gemüse enthält, wurde dagegen mit einem geringeren Diabetes-Risiko verbunden, doch die Ursachen dafür sind noch nicht restlos geklärt. So war z. B. unklar, ob sich dieser Zusammenhang auch in den Stoffwechsel-Profilen von Menschen zeigt, die sich bevorzugt pflanzlich ernähren. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher versuchte, solche Stoffwechsel-Profile zu ermitteln und die Beziehungen zum Risiko für den Typ 2-Diabetes zu bewerten. Sie prüften dazu im Stoffwechsel die Profile von Metaboliten.

 

Dazu gehören Substanzen, die durch chemische Prozesse in lebenden Organismen genutzt oder gebildet werden. Das betrifft eine große Zahl von Bestandteilen in diversen Lebensmitteln ebenso wie die komplexe Vielzahl von Molekülen, die gebildet werden, wenn solche Substanzen für den Nutzen im Körper abgebaut und transformiert werden. Unterschiede in der chemischen Struktur von Lebensmitteln bei der Ernährung eines Menschen sollten sich im metabolischen Profil zeigen. Neuere technologische Fortschritte ermöglichten dazu neue Forschungen, mit der Hilfe sogenannter „Metabolomics“ können verschiedene Metaboliten analysiert und identifiziert werden.

 

Im Rahmen von drei (prospektiven) US-amerikanischen Bevölkerungsstudien (Nurses' Health Study, Nurses' Health Study II und Health Professionals Follow-up Study) wurden die Metaboliten im Plasma von knapp 11.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 54 Jahre) bestimmt. Die Einhaltung einer pflanzlichen Ernährung wurde mit Hilfe von Ernährungs-Befragungen anhand von drei Indizes bewertet: ein Gesamtindex für die pflanzliche Ernährung, dazu je ein Index für eine gesunde und für eine ungesunde pflanzliche Ernährung. Als ungesund galt eine pflanzliche Ernährung, wenn sie reichlich raffinierte Getreidewaren, Fruchtsäfte, Kartoffeln, gesüßte Getränke und Süßwaren/ Desserts enthielt. Die gesunde pflanzliche Ernährung enthielt dagegen reichlich Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, pflanzliche Öle sowie Tee und Kaffee. Ermittelt wurde außerdem der jeweilige Anteil des Verzehrs an tierischen Lebensmitteln.

 

In den Frühphasen der drei Studien wurden bei den Teilnehmern Blutproben genommen, um metabolische Profile anzulegen, die zum späteren Auftreten eines Typ 2-Diabetes in Beziehung gesetzt werden konnten. Es wurden Metaboliten identifiziert, die möglicherweise den Zusammenhang zwischen pflanzlicher Ernährung und Typ-2-Diabetes-Risiko vermitteln. Für jede der drei untersuchten pflanzlichen Ernährungsweisen wurden Gruppen von typischen Metaboliten bestimmt.

 

Im Vergleich zu gesunden Teilnehmern verzehrten diejenigen, die in den folgenden Jahren an Diabetes erkrankt waren, deutlich weniger gesunde pflanzliche Lebensmittel. Sie hatten niedrigere Index-Werte für die allgemeine und speziell für die gesunde pflanzliche Ernährung. Sie waren häufiger übergewichtig, hatten öfter einen höheren Blutdruck sowie erhöhte Cholesterinwerte und wurden deswegen häufiger auch mit Medikamenten behandelt. Sie waren außerdem weniger körperlich aktiv, und in ihrer Familiengeschichte gab es bereits öfter Vorkommen von Diabetes. Die Metabolomics-Untersuchungen zeigten, dass die pflanzliche Ernährung mit spezifischen Multi-Metaboliten-Profilen verbunden war. Diese Muster zeigten zwischen der gesunden und ungesunden pflanzlichen Ernährung deutliche Unterschiede. Dies war unabhängig vom BMI und anderen Diabetes-Risikofaktoren. Höhere Werte in den Metaboliten-Profilen für die pflanzliche und speziell für die gesunde pflanzliche Ernährung deuteten auf eine bessere Einhaltung dieser Ernährungsweisen und auf ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Typ 2-Diabetes hin.

 

Einer der Forscher, Professor Hu, erklärt dazu: "Es ist zwar schwierig, die Beiträge einzelner Lebensmittel herauszufiltern, da sie zusammen als Muster analysiert wurden. Doch sind einzelne Metaboliten aus dem Verzehr pflanzlicher Lebensmittel, die reichlich Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) enthalten, wie Obst, Gemüse, Kaffee und Hülsenfrüchte, eng mit einer gesunden pflanzlichen Ernährung und einem geringeren Diabetes-Risiko verbunden.“

 

Die Forscher ziehen daher das Fazit: „Diese Ergebnisse unterstützen die positive Rolle einer gesunden pflanzlichen Ernährung bei der Prävention von Diabetes. Sie liefern dazu neue Erkenntnisse für künftige Untersuchungen. Die Ergebnisse zu Metaboliten sind als Zwischenglied für die Vorkommen von Diabetes faszinierend. Noch sind jedoch weitere Studien erforderlich, um ihre kausale Rolle bei den Beziehungen zwischen pflanzlicher Ernährung und dem Risiko für die Entwicklung von Typ 2-Diabetes zu bestätigen.“

 

In einer anderen Studie untersuchten Forscher die vegetarische Ernährung in Bezug auf die Insulinresistenz und andere gesundheitliche Parameter, z. B. Körpergewicht, Körperfett, BMI und Lipidprofile. Allgemein ist eine fleischlose Ernährung für jeden Menschen geeignet, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Allerdings kann eine unausgewogene pflanzliche Ernährung das Risiko für den Mangel an wichtigen Nährstoffen bergen. Das gilt z. B. für den Mangel an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und Omega-3-Fettsäuren. Die Forscher kommen zum Schluss: Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass eine vegetarische Ernährung gute Ergebnisse für metabolische Profile liefert. Mehr pflanzliche Lebensmittel und weniger tierische Produkte in der Ernährung führen zu einer geringeren Insulinresistenz und einem geringeren Risiko für die Vorstufen von Diabetes und für die Erkrankung am Typ 2-Diabetes.

 

Unser Tipp: Zur Unterstützung des Stoffwechsels, z. B. beim metabolischen Syndrom und für eine bessere Glukose-Regulation, gibt es eine Reihe geeigneter Nahrungsergänzungen. Sie sollten am besten nach Empfehlung aufgrund des individuellen Bedarfs angewendet werden.

 

Quelle
Fenglei Wang et al., Plasma metabolite profiles related to plant-based diets and the risk of type 2 diabetes. In: Diabetologia, online 8.4.2022, doi: 10.1007/s00125-022-05692-8. 
Michalina Banaszak et al., Non-Pharmacological Treatments for Insulin-Resistance: Effective Intervention of Plant-Based Diets — A Critical Review. In: Nutrients, online 27.3.2022, doi: 10.3390/nu14071400.


Jod für schwangere Frauen in Mangelgebieten

 

In der Schwangerschaft fehlt es oftmals an der ausreichenden Aufnahme von Jod. Defizite können sich schädlich auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken, daher werden meist Jodergänzungen empfohlen. In einer europäischen Region mit Jodmangel wurden diese Empfehlungen für schwangere Frauen näher untersucht.

 

Die Schwangerschaft erfordert eine gesunde Ernährung mit einer ausreichenden Zufuhr von Energie, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien, um den erhöhten Bedarf von Mutter und Fötus zu decken. Eine unzureichende Zufuhr an wichtigen Mikronährstoffen wird mit einem beeinträchtigten Verlauf der Schwangerschaft und der Gesundheit des Kindes in Verbindung gebracht. Der erhöhte Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen lässt sich in der Schwangerschaft nur schwer über die Ernährung allein decken. Das gilt besonders für Jod, dessen Bedarf durch die erhöhte Bildung von Schilddrüsenhormonen, vermehrte Jodausscheidung über die Nieren und den Bedarf des Fötus höher ist, z. B. für die Entwicklung und Reifung des Gehirns. Ein schwerer Jodmangel der werdenden Mutter wurde u.a. mit einer gestörten neuronalen Entwicklung bei Kindern sowie mit Komplikationen bei der Geburt verbunden. Programme zur Jodergänzung im Salz konnten solche schweren Folgen in jodarmen Gebieten verringern. Aber auch ein leichter bis mäßiger Jodmangel wurde z.B. mit Hinweisen auf schlechtere kognitive Leistungen bei Kindern in Beziehung gebracht.

 

Die Jodkonzentration im Urin ist der am häufigsten verwendete Biomarker zur Bewertung des Jodstatus in der Bevölkerung. Ein mittlerer Jod-Urinwert von < 100 µg/L in der allgemeinen Bevölkerung oder von <150 µg/L bei schwangeren Frauen weist auf einen Jodmangel hin. Tatsache ist, dass in vielen Teilen der Welt, einschließlich Europa und Nordamerika, bei schwangeren Frauen oftmals ein erheblicher Jodmangel festgestellt wird. Daher wird von vielen Fachgesellschaften die Jodergänzung für Frauen, die schwanger sind, stillen oder auch den Kinderwunsch haben, empfohlen. Jodergänzungen sollten für sie mindestens 150 μg Jod täglich enthalten. Eine Gruppe von Forschern aus Portugal prüfte die Wirkungen solcher Empfehlungen in einer Studie mit schwangeren Frauen. Zuvor hatten Untersuchungen in einer jodarmen Region bereits gezeigt, dass der Jodmangel unter Schwangeren (medianer Jod-Urinwert 82,5 μg/L) weit verbreitet war. Nun wurde geprüft, wie sich Empfehlungen für den Jodbedarf von schwangeren Frauen in dieser Region ausgewirkt hatten.

 

Nachdem die nationalen Gesundheitsbehörden Empfehlungen für Jodergänzungen bei allen Frauen mit Kinderwunsch sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit veröffentlicht hatten, zeigte sich bei schwangeren Frauen ein verbesserter Jodstatus. Zum Zeitpunkt der Erhebung nahmen von 136 untersuchten Schwangeren über 80 % Jodtabletten (200 µg/Tag) ein. Zum Vergleich dienten 203 Frauen, für die Jodwerte in der Schwangerschaft vor der Einführung von Jodempfehlungen verfügbar waren. Mit den Jodergänzungen hatte sich bei Schwangeren der Anteil mit einem schweren Jodmangel (Urinwert < 50 µg/L) auf die Hälfte (37,4 % auf 18,0 %) verringert. Der Anteil der Schwangeren mit einem ausreichendem Jodgehalt (Urin > 150 µg/L) war um das Doppelte (9,9 % auf 20,7 %) angestiegen. Der mittlere Jodanstieg (Urinwert von 67,6 auf 106,8 µg/L) reichte bei den meisten Frauen jedoch nicht aus, um die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Jodwerte für schwangere Frauen zu erreichen (medianer Urinwert von mindestens 150 µg/L). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass aktuelle Empfehlungen für Jodergänzungen in der Schwangerschaft möglicherweise nicht ausreichen, um in jodarmen Regionen eine angemessene Versorgung mit Jod zu erreichen.

 

In dieser Studie begannen schwangere Frauen mit der Jodergänzung außerdem meist erst, nachdem sie wussten, dass sie schwanger waren. Die Jodergänzung sollte jedoch möglichst bereits bei einem Kinderwunsch beginnen, damit die Jodspeicher in der Schilddrüse zum Beginn der Schwangerschaft aufgefüllt sind. Sind sie nur mäßig gefüllt, wird ein Teil des ergänzten Jods für die Bildung von Schilddrüsenhormonen und die Auffüllung der Jodspeicher genutzt und steht damit nicht vollständig für den Mehrbedarf an Jod in der Schwangerschaft zur Verfügung. Die Forscher heben jedoch dazu hervor, dass bei Empfehlungen von höheren Jodmengen sorgfältig auf das Risiko von Überdosierungen geachtet werden sollte, um möglicherweise schädliche Wirkungen auf Mutter und Fötus zu vermeiden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Jodergänzungen bei schwangeren Frauen verbesserten den Jodstatus in einer Jodmangelregion. Dies reichte jedoch nicht aus, um die für diese Zeit empfohlenen Jodwerte zu erreichen. Daher könnten zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein, z. B. die Anpassung der Dosis von Jodergänzungen, der Zeitpunkt der Jodergänzung oder auch die allgemeine Nutzung von jodiertem Speisesalz.

 

Auch in Deutschland reicht der Jodgehalt in Lebensmitteln für eine ausreichende Jodzufuhr in der Bevölkerung nicht aus. Der Jodgehalt im Boden ist gering, entsprechend enthalten Agrarprodukte wenig Jod. Zwar liefern Meeresfische und -früchte mehr Jod, werden jedoch seltener gegessen. Seit den 80er Jahren hat sich durch den Einsatz von Jodsalz als Zusatz im Tierfutter, in der Lebensmittelindustrie und in Privathaushalten die Versorgung verbessert, dennoch ist sie nicht optimal und sogar rückläufig. Allgemein wird Jugendlichen und Erwachsenen bis zu 50 Jahren täglich die Aufnahme von 200 μg Jod empfohlen, ab 51 Jahren ist der Bedarf mit 180 μg Jod etwas geringer angesetzt. Für schwangere Frauen wird die Aufnahme von 230 μg Jod empfohlen, stillende Frauen sollten mit 260 μg täglich noch etwas mehr Jod aufnehmen. Zusätzlich zur Ernährung mit jodreichen Lebensmitteln und der Verwendung von Jodsalz werden für sie Jodergänzungen meist in der Dosis von 100 bis 150 μg Jod täglich empfohlen.

 

Unser Tipp: Jod wird in verschiedenen Formen zur Nahrungsergänzung angeboten, sehr gut bioverfügbar ist es z.B. als flüssiges Kaliumjodid, dass (tropfenweise) in Wasser gelöst wird.

 

Quelle
Carla A. Lopes et al., Iodine Supplementation in Pregnancy in an Iodine-Deficit Region: A Cross-Sectional Survey. In: Nutrients, online 27.3.2022, doi: 10.3390/nu14071393. 
BfR: Jodversorgung in Deutschland wieder rückläufig — Tipps für eine gute Jodversorgung, 9.2.2021, online: https://www.bfr.bund.de/de/jodversorgung_in_deutschland_wieder_ruecklaeufig___tipps_fuer_eine_gute_jodversorgung-128626.html


Die Zufuhr an Mikronährstoffen reicht zu oft nicht aus

 

Ein konstanter, angemessener Status an Mikronährstoffen lässt sich für gesunde Menschen durch eine vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung erreichen. In den westlichen Ländern zeigt sich jedoch zu häufig ein unzureichender Verzehr an wichtigen Nährstoffen, wie eine Studie aus den Niederlanden zeigt.

 

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen. Sie kann auf Wunsch mit einer moderaten Menge an tierischen Lebensmitteln kombiniert werden, verarbeitete Lebensmittel sollten dagegen nur wenig verzehrt werden. Weltweit zeigt sich jedoch, dass der Verzehr gesunder Lebensmittel, die reichlich essentielle Mikronährstoffe enthalten, viel zu wenig verzehrt werden. Auch Obst und Gemüse wird in den westlichen Ländern zu wenig gegessen. Dagegen übersteigt der Konsum an zuckergesüßten Getränken, verarbeitetem Fleisch und an Lebensmitteln, die reichlich ungesunde Fette enthalten, die optimalen Tagesmengen bei weitem. Das Muster eines suboptimalen Verzehrs an gesunden Nährstoffen und übermäßiger Aufnahme ungesunder Nährstoffe führte zum Anstieg von Übergewicht bis hin zur schweren Form der Adipositas und ernährungsbedingten Krankheiten. Defizite an Mikronährstoffen verursachen zwar meist nicht direkt spezifische Krankheiten, wirken aber als Risiko- oder Verstärkungsfaktoren, die sich auf den Zustand und die Lebensqualität von Menschen mit infektiösen und chronischen Krankheiten auswirken können.

 

So ist z. B. die zu geringe Aufnahme der B-Vitamine Folat, B6 und B12 ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie für den Dickdarm- und Brustkrebs. Zu geringe Vitamin-D-Spiegel erhöhen das Risiko für Osteopenie (Osteoporose-Vorstufe) und wurden mit dem Risiko vieler Krankheiten verbunden, das gilt z. B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, neuropsychiatrische Störungen, Autoimmunerkrankungen und COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis). Ernährungsdefizite an Mikronährstoffen entwickeln sich meist langsam und sind mit vielen anderen Faktoren verbunden (genetische Faktoren, Krankheiten, Medikamente etc.), die sich auf die Bioverfügbarkeit einiger Substanzen auswirken können. Auch Lebensstil-Faktoren wie das Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum können die Versorgung beeinträchtigen. Eine Gruppe niederländischer Forscher untersuchte in einer Bevölkerungsstudie bei gesunden Erwachsenen die Vorkommen von unzureichenden Versorgungen an Vitaminen und Mineralien. Sie prüften dazu auch die Wirkung eines digitalen Lifestyle-Programms auf den Ernährungsstatus und das Gesundheitsverhalten der Teilnehmer.

 

In der Studie gaben 348 Teilnehmer Auskünfte über ihre Ernährung, danach wurde ihre Versorgung mit Mikronährstoffen bewertet, die Einnahme von Nahrungsergänzungen war dabei einbezogen. In Blutproben wurde die Versorgung mit B-Vitaminen, Vitamin D und Eisen bestimmt. Bei vielen Teilnehmern, bei 301 Personen (86,5 %), wurde mindestens ein Ernährungs-Ungleichgewicht festgestellt. Insgesamt war der Verzehr mehrerer gesunder Lebensmittelgruppen unzureichend. Die größten Lücken zu optimalen Aufnahmen zeigte sich bei Gemüse (90,5 %), Blattgemüse (59 %), Vollkornprodukten (65 %), Hülsenfrüchten (90,2 %), frischem Obst (60 %) sowie Nüssen und Samen (73,6 %). Dagegen lag die wöchentliche Aufnahme von rotem und verarbeiteten Fleisch, raffiniertem Getreide und gesüßten Getränken bei 81 %, 91 %, 88 % und 76 % der Teilnehmer über den optimalen Werten. 136 (39 %) Teilnehmer hatten angegeben, bei Studienbeginn Nahrungsergänzungen zu verwenden, am häufigsten betraf das Vitamin D und die B-Vitamine. Mit Nahrungsergänzungen waren die Vitamin-D-Spiegel höher, ebenso die Werte von Vitamin B6, Folat und B12. Alle Teilnehmer nahmen nach der Bewertung ihres Gesundheits-Status, der Ernährung und körperlichen Untersuchungen für 16 Wochen an einem digitalen Coaching-Programm teil.

 

Damit sollte ihre Ernährung und die Aufnahme von Mikronährstoffen sowie die Körperaktivität, Stress, Schlaf und andere für die Gesundheit nützliche Verhaltensweisen gefördert und verbessert werden. Bei 100 Teilnehmern wurde nach Abschluss dieses Programms noch einmal die Ernährung und die Versorgung mit Mikronährstoffen bestimmt. Bei 80 % hatten sich die Werte von Vitamin B6 verbessert und normalisiert, 67 % erreichten bessere Werte für Folat, 70 % für Vitamin B12 und 86 % für Vitamin D. Bei den hier untersuchten gesunden Personen reichte es für die B-Vitamine und Mineralien aus, die täglich empfohlenen Bedarfswerte (RDA) mit der Ernährung zu decken, um normale Blutspiegel aufrecht zu erhalten und Mangelerscheinungen zu vermeiden. Bei verschiedenen Gruppen mit höheren Risiken für eine zu geringe Versorgung an Mikronährstoffen sind jedoch Nahrungsergänzungen eine notwendige Alternative oder empfehlenswerte Maßnahme. Das gilt z. B. für den Bedarf an B-Vitaminen, vor allem von B12 bei Vegetariern und Veganern oder auch für Vitamin D bei Bewohnern in den sonnenärmeren, nördlichen Ländern. Allgemein brachten die Teilnehmer die Einnahme von Nahrungsergänzungen mit einem positiven Lebensstil und gesunden Ernährungsverhalten in Verbindung. Dies könnte darauf hindeuten, dass Menschen mit einem guten Gesundheitsverhalten Nahrungsergänzungen als eine einfache und wirksame Methode zur Vorbeugung oder Behebung spezifischer Mängel an Mikronährstoffen wählen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: In dieser Studie waren Defizite an Mikronährstoffen in der niederländischen Bevölkerung weiter verbreitet als erwartet. Das galt vor allem für die leicht zugänglichen B-Vitamine und Vitamin D, die über die Ernährung oder durch Nahrungsergänzungen aufgenommen werden können. Dies lässt sich zum Teil durch einen unzureichenden Verzehr von Lebensmitteln erklären, die reich an B-Vitaminen sind. Das gilt z. B. für Blattgemüse, andere Gemüse und Hülsenfrüchte, aber auch für mit Folsäure angereicherte Lebensmittel und bei Vitamin B12 auch für gesunde tierische Erzeugnisse. Ein optimaler Status an Mikronährstoffen hat für die Vorbeugung zahlreicher chronischer Erkrankungen eine entscheidende Bedeutung. Die beobachteten niedrigen Spiegel an B-Vitaminen und Vitamin D in einer ansonsten gesunden Bevölkerung unterstreichen den Wert von Programmen mit einem allgemeinen Gesundheits-Screening. Sie können dazu beitragen, gesunde Ernährungweisen zu fördern, Defizite an Mikronährstoffen zu korrigieren und einen ungesunden Lebensstil und schädliche Gewohnheiten in Bezug auf die Gesundheit zu verbessern. Ein solcher Beitrag zur Gesundheitsvorsorge wurde hier mit einer digitalen Lebensstil-Intervention erzielt. Dabei konnten viele der anfangs vorhandenen Defizite in der Versorgung mit Mikronährstoffen korrigiert werden.

 

Unser Tipp: Die B-Vitamine werden einzeln, aber auch als komplette Gruppe der B-Vitamine angeboten. Bei einer allgemeinen Ergänzung empfiehlt sich oftmals ein B-Vitamin-Komplex, da die einzelnen B-Vitamine ebenso spezifische wie synergistische Wirkungen haben.

 

Quelle
José Castela Forte et al., A Pilot Study on the Prevalence of Micronutrient Imbalances in a Durch General Population Cohort and the Effects of a Digital Lifestyle Program. In: Nutrients, online 29.3.2022, doi: 10.3390/nu14071426.


Nierenkrankheiten sind mit dem Mikrobiom im Darm verbunden. Curcumin könnte mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften dazu beitragen, die Darmsituation zu verbessern.

 

Nierenkrankheiten sind mit dem Mikrobiom im Darm verbunden. Curcumin könnte mit seinen entzündungshemmenden Eigenschaften dazu beitragen, die Darmsituation zu verbessern. Das zeigte sich in einer kleinen Studie an Patienten mit Nierenkrankheiten.

Bei chronischen Nierenkrankheiten verringern sich im Lauf der Zeit mehr und mehr die Nierenfunktionen. Dies ist außerdem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verbunden. Für die Entwicklung von Nierenkrankheiten und ihre wichtigsten Komplikationen spielen Entzündungen und der oxidative Stress eine wichtige Rolle. Um den Verlust der Nierenfunktion zu verzögern und/oder die Entwicklung der damit verbundenen Herz-Kreislauf-Krankheiten zu hemmen, stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Das betrifft z.B. die Kontrolle von Blutdruck und Proteinurie (Ausscheidung von Eiweiß im Urin), die Korrektur von Kalzium-Phosphat-Störungen und Anämie, die Entwöhnung vom Rauchen und eine eiweißarme Ernährung. Mehr und mehr rückt dazu die Rolle des Darm-Mikrobioms und seinen möglichen Verbindungen zu chronischen Nierenkrankheiten in den Blick der Forscher. Veränderungen in der Menge und Vielfalt der gesunden Darmbakterien werden mit verschiedenen Krankheiten verbunden, das gilt auch für systemische Entzündungen, fortschreitende Nierenkrankheiten und davon abhängige Herz-Kreislauf-Krankheiten.

 

Weiter können von den Darmbakterien stammende Metaboliten, einschließlich der Fermentationsprodukte von Proteinen oder Cholin, zu verschlechterten Nierenfunktionen beitragen und kardiovaskuläre Funktionen beeinträchtigen. Systemische Entzündungen lassen sich möglicherweise mit Einwirkungen auf das Darm-Mikrobiom modulieren. Das kann mit der Ergänzung von gesunden Darmbakterien (Probiotika), der von ihnen bevorzugten Nahrung (Präbiotika) oder durch die Ergänzungen geeigneter Mikronährstoffe erfolgen. Bisher gibt es dazu eine Reihe experimenteller Untersuchungen und einige Studien in fortgeschrittenen Stadien von chronischen Nierenkrankheiten. Weniger Nachweise sind für frühe Stadien vorhanden, in denen solche Interventionen wirksamer sein könnten. Vor allem Curcumin, ein Wirkstoff aus dem Gewürz Kurkuma, das seit langem als traditionelles Heilmittel verwendet wird, zeigte in einigen Studien entzündungshemmende Wirkungen. Die Anwendung von Curcumin konnte durch die Kombination mit Phospholipiden (Phytosom) verbessert werden. Dies erhöht die Bioabsorption und -transformation der Curcuminoide, was u.a. die entzündungshemmenden Wirkungen verbessert. Das Curcumin-Phytosom wirkte z.B. in einer Studie positiv auf eine vorübergehende Funktionsstörung der Nieren, indem es objektive Biomarker (z. B. Albuminurie, oxidativer Stress) ebenso wie subjektive Symptome (z.B. Müdigkeit) verbesserte.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher prüfte daher in einer kleinen Studie mögliche Vorteile der Ergänzung von Curcumin-Phospholipiden bei 24 Patienten mit leichteren chronischen Nierenkrankheiten (Stadien 3a-4). Sie erhielten eine Ernährungsberatung und ergänzten sechs Monate lang Curcumin (Meriva®, 2x täglich 500 mg). 20 gesunde Teilnehmer dienten als Kontrollgruppe, die sich in der Studienzeit weiter wie gewohnt ernährt hatten. Am Studienbeginn sowie nach drei und sechs Monaten wurden bei allen Teilnehmern verschiedene Parameter untersucht: Harntoxine und das Darm-Mikrobiom sowie der Ernährungs-, Entzündungs- und Oxidations-Status. Curcumin verringerte bei den Patienten mit Nierenkrankheiten signifikant proentzündlich wirkende Mediatoren (CCL-2, IFN-γ, IL-4) und die Lipidperoxidation (oxidativer Stress) im Plasma. Im Darm war nach sechs Monaten der Curcumin-Ergänzung z.B. die Zahl der schädlichen E. Shigella-Bakterien signifikant niedriger, während in den letzten drei Monaten der Ergänzung signifikant mehr gesunde Laktobakterien vorhanden waren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Studie zeigte gute Vorteile von Curcumin-Ergänzungen bei leichteren chronischen Nierenkrankheiten. Das Curcumin-Phytosom senkte signifikant proentzündliche Mediatoren und die Lipidperoxidation im Plasma. Bei der Analyse des Mikrobioms im Darm zeigte die Alpha-Diversität (Bakterienvielfalt) der Nierenpatienten nach sechs Monaten mit Curcumin einen signifikanten Trend zu ähnlichen Werten wie bei den gesunden Kontrollpersonen. In der Curcumin-Gruppe wurden keine unerwünschten Ereignisse beobachtet, was das gute Sicherheitsprofil von Curcumin-Phytosom auch nach längerer Einnahme bestätigt.

 

Unser Tipp: Curcumin-Phytosom (Meriva®) kombiniert Curcumin mit Phosphatidylcholin und sorgt für eine bessere Aufnehme und Bioverfügbarkeit, dadurch wird der Nutzen von Curcumin deutlich verbessert.

 

Quelle
Alic Francesca Pivari et al., Curcumin Supplementation (Meriva®) Modulates Inflammation, Lipid Peroxidation and Gut Microbiota Composition in Chronic Kidney Disease. In: Nutrients, online 5.1.2022, doi: 10.3390/nu14010231.


Übergewichtige Männer mit einem höheren Anteil von Körperfett haben eine geringere Knochendichte.

 

Übergewichtige Männer mit einem höheren Anteil von Körperfett haben eine geringere Knochendichte. Damit erhöht sich ihr Risiko für Knochenbrüche im Vergleich zu Normalgewichtigen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Bisherige Studien über die Wirkungen des Körperfetts auf die Knochengesundheit zeigten überwiegend neutrale oder gar positive Wirkungen. Man nahm daher oftmals an, dass Menschen mit einem höheren Körpergewicht auch eine höhere Knochendichte und ein geringeres Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose haben. Nun zeigt jedoch eine neue Studie von zwei US-amerikanischen Forschern, dass ein höherer Fettanteil im Körper mit dem Risiko für eine geringere Knochendichte verbunden ist, das gilt vor allem bei Männern. Zur Magermasse bzw. zur fettfreien Körpermasse gehört das überwiegende Gewicht des Körpers, einschließlich von Organen, Haut und Knochen. Ein gewisser Fettanteil ist normal, abhängig von Geschlecht, Alter und Körperbau, wobei dieser Anteil mit dem zunehmendem Alter ansteigt. Bekannt ist seit langem, dass erhöhtes Fett in der Bauchregion die Risiken für einige Krankheiten erhöhen kann, z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Entzündungen und Arteriosklerose. Nun gerät der erhöhte Fettanteil auch bei Osteoporose, die mit dem Risiko für erhöhte Knochenbrüche verbunden ist, in den Fokus.

 

Die Forscher werteten Daten zur Körperstatur und Knochenmineraldichte anhand der großen, langjährigen US-Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) von 2011 bis 2019 aus. Einbezogen waren rund 11.000 Teilnehmer, die zu Beginn der Studie zwischen 20 und 59 Jahre alt waren, mit einem breiten Spektrum im Body Mass Index. Bei allen wurde die Körperzusammensetzung mit der Mager- und Fettmasse bestimmt und weitere Einflussfaktoren, z.B. Geschlecht, Alter, Größe und Raucherstatus, einbezogen. Grundsätzlich zeigte sich eine starke Verbindung zwischen der Magermasse und der Knochenmineraldichte bei Männern und Frauen. Die Fettmasse war bei einem höheren Anteil vor allem bei den Männern mit einer geringeren Knochendichte verbunden. Bei einem höheren Körpergewicht bzw. einem größeren Anteil der Fettmasse sollte daher auf das Risiko für Osteoporose geachtet und ein entsprechendes Screening durchgeführt werden. Das gilt besonders dann, wenn weitere Risikofaktoren für die Osteoporose vorhanden sind. Dazu gehören z.B. ein höheres Alter, bereits erfolgte Knochenbrüche oder auch die Therapie mit Steroiden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Personen unter 60 Jahren hatte die fettfreie Masse einen starken positiven Zusammenhang mit der Knochenmineraldichte. Der Einfluss der Fettmasse war dagegen moderat negativ, dies war bei Männern mit einem hohen Fettanteil am stärksten ausgeprägt. Für die Forscher unterstreichen diese Ergebnisse die Bedeutung der Knochengesundheit bei starkem Übergewicht (Adipositas). Sie könnten den zum Teil bereits festgestellten Anstieg der Vorkommen von Knochenbrüchen in einigen (regional durchgeführten) Studien mit stark übergewichtigen Personen erklären.

 

Unser Tipp: Für einen guten Fettstoffwechsel und zur Stärkung der Knochen gibt es eine ganze Reihe von Mikronährstoffen, mit denen sich die Versorgung individuell verbessern lässt.

 

Quelle
Rajesh K. Jain et al., Fat Mass Has Negative Effects on Bone, Especially in Men: A Cross-Sectional Analysis of NHANES 2011-2018. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, online 10.2.2022, doi: 10.1210/clinem/dgac040.


Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen und Selen haben wichtige Funktionen im Immunsystem. Bei einer guten Versorgung unterstützen sie viele Prozesse der körpereigenen Abwehr.

 

Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen und Selen haben wichtige Funktionen im Immunsystem. Bei einer guten Versorgung unterstützen sie viele Prozesse der körpereigenen Abwehr.

 

Mineralstoffe haben in unserem Körper eine Vielzahl von Funktionen. Sie liefern z.B. Baustoffe für die Knochen, beeinflussen die Muskel- und Nervenfunktionen und regulieren den Wasserhaushalt des Körpers. Einige Mineralien spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem, das gilt für das angeborene Abwehrsystem und für die im Lauf des Lebens erworbene (adaptive) Immunantwort. Dazu gehört die Abwehr von Krankheitserregern und das Gleichgewicht von pro- und antientzündlichen Reaktionen. Die Versorgung mit im Immunsystem wirksamen Mineralien kann die Anfälligkeit für Infektionen beeinflussen, sich auf die Entwicklung chronischer Krankheiten und die Regulierung von Entzündungen auswirken. Eine ausgewogene Ernährung versorgt in der Regel mit allen nötigen Mineralstoffen. Bei einer ungesunden Ernährung oder bei einem erhöhten Bedarf, z.B. durch Alter oder Krankheiten, kann es zu Defiziten an einzelnen oder mehreren Mineralien kommen.

 

Dies kann die Funktionen des Immunsystems stören, die Immunkompetenz kann für einige Zeit oder längerfristig sinken. Bei Bedarf können Nahrungsergänzungen solche Defizite verringern bzw. ausgleichen. Eine Gruppe von Forschern stellte in einem Review die aktuellen Kenntnisse zu den Mineralien vor, die für das Immunsystem wesentlich sind. Dazu gehören vor allem Magnesium und Zink, die wir hier näher vorstellen. Auch Kupfer, Selen und Eisen wirken auf das Immunsystem ein. Kupfer ist ein Antioxidans und kann den oxidativen Stress senken. Eisen hat komplexe Beziehungen mit dem Immunsystem, Defizite können die B- und T-Lymphozyten sowie die adaptive Immunantwort stören. Auch Selen ist ein Antioxidans, es ist auch an Vorgängen in der Thymusdrüse beteiligt. Es beeinflusst das Immunsystem durch die Regulierung von Entzündungen und hat antivirale Funktionen.

 

Die täglich empfohlene Menge an Magnesium variiert nach Alter und Geschlecht. In Deutschland empfiehlt die DGE für erwachsene Männer 350 mg und für Frauen 300 mg Magnesium. Natürliche Quellen sind vor allem Obst und Gemüse sowie Nüsse, Samen und Vollkornprodukte. Man geht davon aus, dass nur etwa 30-40 % des aufgenommenen Magnesiums im Darm absorbiert werden. Magnesium ist an vielen Stoffwechselprozessen und zellulären Funktionen beteiligt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Enzymen, in den Zellmembranen und bei der intrazellulären Signalübertragung. In hohen Konzentrationen ist Magnesium besonders in den Zellen und der Matrix (Grundsubstanz) der Knochen enthalten. Magnesium ist an der Regulierung des Immunsystems beteiligt, das gilt besonders für die Funktionen vieler Untergruppen der Immunzellen. Sie sind am angeborenen und adaptiven Immunsystem sowie an der Regulierung von akuten und chronischen Entzündungen beteiligt. Magnesium hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung, Differenzierung und Bildung von Lymphozyten, die im Immunsystem wichtige Aufgaben übernehmen. Die Funktion der T-Lymphozyten scheint von einer ausreichenden Magnesium-Versorgung abhängig zu sein, sowohl auf der Ebene der einzelnen Zelle als auch im Hinblick auf den T-Zellen-Pool des Menschen.

 

Aus einigen Studien gibt es Hinweise, dass ein Mangel an Magnesium mit chronischen, niedriggradigen Entzündungen verbunden ist. Dabei ist z.B. der Entzündungsmarker CRP (C-reaktives Protein) erhöht. Eine neuere Metaanalyse zeigte, dass die Ergänzung von Magnesium die CRP-Werte senken kann. Da diese Studien mit wenigen Teilnehmern durchgeführt wurden, sind dazu weitere Untersuchungen erforderlich. Bekannt ist, dass sich bei zu wenig Magnesium der oxidative Stress erhöhen kann. Dadurch können z.B. Aktivitäten der für das Immunsystem wichtigen Enzyme Superoxiddismutase und Katalase sowie von Glutathion sinken. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch das Darm-Mikrobiom durch den Mangel an Magnesium beeinträchtigt wird. Dabei verringerte sich z.B. der Anteil der gesunden Bifidobakterien, während die Barrierefunktion der Darmwand gestört war. Im Zusammenhang mit Infektionen ist außerdem die enge Wechselwirkung zwischen dem Vitamin-D-Stoffwechsel und Magnesium als Cofaktor wichtig. Bei einem Mangel an Magnesium wird weniger Vitamin D aus seinen Vorstufen gebildet.

 

Auch Zink ist für die Funktionen des angeborenen und adaptiven Immunsystems wichtig. Das betrifft u.a. seinen Einfluss auf die Bildung, Reifung und Funktionen der T-Lymphozyten in der Thymusdrüse. Zink ist an der Differenzierung der T-Lymphozyten beteiligt, die im Immunsystem verschiedene Aufgaben übernehmen. Ein Zinkmangel kann auch zur verminderten Reifung von B-Zellen führen, dies kann zur verminderten Bildung von Antikörpern führen. Neben seiner Wirkung auf bestimmte Immunfunktionen ist der Zinkstatus mit der allgemeinen Regulierung des Immunsystems verbunden. Studien zeigten, dass ein Zinkmangel den oxidativen Stress erhöht und zu systemischen Entzündungsreaktionen führt. Chronische Entzündungen sind mit Krankheitsprozessen verbunden, die durch einen Zinkmangel zusätzlich belastet werden. Zink beeinflusst auch Virusinfektionen und den damit verbundenen Krankheitsverlauf. Eine Meta-Analyse deutet darauf hin, dass hoch dosiertes Zink die Dauer von Erkältungen verkürzt. Von Defiziten an Zink oder gar einem Mangel sind besonders ältere Menschen betroffen. Im gealterten Immunsystem kommt es zur erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. In einer Studie sanken mit Ergänzungen von hoch dosiertem Zink(glukonat) bei älteren Teilnehmern die Vorkommen von Infektionen.

 

Die Zinkwerte im Plasma verbesserten sich, und es sank die Bildung eines Markers für oxidativen Stress (TNF-α). Nicht alle Menschen erreichen mit ihrer Ernährung eine ausreichende Zinkaufnahme. Bei älteren Menschen kommen Defizite häufiger vor, da ihre Zinkabsorption geringer ist. In Deutschland empfiehlt die DGE für Frauen ab 19 Jahren täglich 7 bis 10 mg Zink, für Männer 11 bis 16 mg. Die Werte hängen von der Aufnahme von Phytaten aus pflanzlichen Lebensmitteln ab, die Zink binden können. Gute Zinkquellen sind Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier sowie Nüsse, Weizen- oder Roggensprossen. Bei Bedarf kann Zink ergänzt werden, dies sollte an den individuellen Bedarf angepasst sein, um übermäßige Aufnahmen zu vermeiden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Bedeutung der Mineralien Magnesium und Zink sowie von Kupfer, Eisen und Selen sind für die Funktionen des Immunsystems recht gut untersucht, auch wenn noch so manche Forschung im Detail zu leisten ist. Es gibt eine Reihe von Risikogruppen, z.B. abhängig vom Alter und Gesundheitszustand, die auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralien, die das Immunsystem unterstützen, achten sollte. Eine ausgewogene Ernährung ist dafür grundsätzlich eine gute Basis. Bei vorhandenem Bedarf können Defizite an einzelnen oder mehreren Mineralien durch Ergänzungen ausgeglichen werden. Dies sollte am besten mit medizinischer Unterstützung geklärt werden, um eine sinnvolle Auswahl an geeigneten Mineralien und ihrer Dosierung zu gewährleisten.

 

Unser Tipp: Mineralien für das Immunsystem gibt es einzeln, in diversen Kombinationen und auch in Verbindung mit anderen Mikronährstoffen, die das Immunsystem unterstützen. Auf eine gute Qualität, z. B. durch gut bioverfügbare Formen, sollte geachtet werden.

 

Quelle
Christopher Weyh et al., The Role of Minerals in the Optimal Functioning of the Immune System. In: Nutrients, online 2.2.22, doi: 10.3390/nu14030644.


Neue Referenzwerte für Ballaststoffe, Pantothensäure und Magnesium

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE e.V.) überprüft von Zeit zu Zeit ihre Empfehlungen des täglichen Bedarfs an Mikronährstoffen. Neu vorgestellt wurden jetzt die Empfehlungen für Ballaststoffe sowie für das B-Vitamin Pantothensäure und für Magnesium.

 

Zu den Ballaststoffen gehören verschiedene Faser-Anteile in der pflanzlichen Nahrung, die im Darm nicht oder nur unvollständig abgebaut werden können. Sie sind in vielen Gemüsesorten, Nüssen und Samen sowie in Vollkornprodukten enthalten. Ballaststoffe beeinflussen die Verdauung, z.B. die Transitzeit der Nahrung in Magen und Darm sowie die Stuhlkonsistenz und Häufigkeit des Stuhlgangs. Sie wirken weiter auf die Sättigung und Absorption von Nährstoffen ein und haben eine präbiotische Wirkung, d.h. sie tragen zur Ernährung der gesunden Darmbakterien bei. Aus fermentierten Ballaststoffen entstehen verschiedene kurzkettige Fettsäuren, die zur Energieversorgung beitragen. Die gute Aufnahme von Ballaststoffen mit der Nahrung trägt zum Schutz vor Diabetes Typ 2 sowie vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfällen und Krebskrankheiten (Dickdarm- und Brustkrebs) bei.

Die empfohlenen Aufnahmen leiten sich aus ihrem Nutzen für die Prävention ab. Es bleibt wie bisher bei der Empfehlung von 30 mg Ballaststoffen täglich. Laut der DGE ist dies ein Richtwert im Sinn einer Orientierungshilfe, tatsächlich erreichen Männer und Frauen in Deutschland diese Menge meist nicht. Es gibt zwar keine klassischen Mangelsymptome, doch eine zu geringe Aufnahme von Ballaststoffen führt dazu, dass ihre präventiven Wirkungen ausbleiben und sich das Risiko für Verstopfungen und verschiedene Krankheiten erhöht.

 

Magnesium ist in vielen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln enthalten, z. B. in Nüssen und Samen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, grünem Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten. Magnesium ist ein Cofaktor von über 600 Enzymen im Körper und an vielen Prozessen beteiligt, z.B. an der Glykolyse (Teil des Glukosestoffwechsels), dem Citratzyklus (Abbauweg im Stoffwechsel), dem Fettstoffwechsel, der Aktivierung von Aminosäuen und der Synthese von Nukleinsäuren. Magnesium ist für die Funktionen von Muskeln, Herz, Gefäßen und des Blutdrucks sowie für die Knochengesundheit sehr wichtig. Für Magnesium werden die täglichen Bedarfswerte jetzt nicht mehr als empfohlene Zufuhr, sondern als ein Schätzwert für die angemessene Aufnahme angegeben. Der Grund dafür ist, dass es an ausreichend belastbaren Studien fehlt, mit denen die durchschnittliche Zufuhr von Magnesium in der Bevölkerung „in wünschenswerter Genauigkeit“ abgeleitet werden kann. Der Schätzwert für Erwachsene ab 19 Jahren bis ins höhere Alter über 65 Jahren beträgt 350 mg Magnesium täglich für Männer und 300 mg für Frauen, einschließlich von Schwangeren und Stillenden.

 

Die Pantothensäure gehört zu den B-Vitaminen und ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, z.B. in Fisch, Muskelfleisch, Eier und Weichkäse sowie in Pilzen, Nüssen und Vollkornmehl. Pantothensäure ist ein Bestandteil von Coenzym A und für den Energiestoffwechsel wichtig. Dazu gehören z.B. der Auf- und Abbau von Fettsäuren, die Synthese von Cholesterin und Gallensäuren sowie der Abbau von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Alkohol. Pantothensäure ist weiter an der Zellteilung und dem Abbau von Fremdstoffen im Körper beteiligt. Auch für die Pantothensäure wird wie schon bisher ein Schätzwert für die angemessene Zufuhr festgelegt, da es hier ebenfalls an überzeugenden Nachweisen für die Aufnahmen in der Bevölkerung fehlt. Ein wenig verringert wurden die täglichen Empfehlungen für die Aufnahme der Pantothensäure von Kindern. Sie liegen jetzt bei 5 mg Pantothensäure täglich für Kinder ab 10 Jahren und für Erwachsene jeden Alters und sind um 1 mg geringer angesetzt. Für stillende Frauen erhöhte sich die Empfehlung um 1 mg auf nun 7 mg Pantothensäure pro Tag.

 

Unser Tipp: Individuell kann aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen ein erhöhter Bedarf an einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen bestehen. Das gilt auch für die Pantothensäure und für Magnesium. Es gibt beide als Nahrungsergänzungen einzeln und kombiniert mit anderen Mikronährstoffen, z.B. zusammen mit anderen Mineralien oder als Komplex der B-Vitamine.

 

Quelle
- Ausgewählte Fragen und Antworten zu Ballaststoffen, DGE e.V., November 2021, https://www.dge.de/index.php?id=1570
- Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium, DGE e.V., Januar 2022, https://www.dge.de/index.php?id=1572
- Ausgewählte Fragen und Antworten zu Pantothensäure, DGE e.V., November 2021, https://www.dge.de/index.php?id=1574


Ernährung und wichtige Nährstoffe für die Knochen

 

Das Knochengewebe wird stark von der Ernährung beeinflusst. Eine knochengesunde Ernährung trägt dazu bei, Verluste an der Knochenmineraldichte zu verringern. Italienische Forscher stellten die aktuellen Kenntnisse dazu vor, einschließlich einer Ernährungs-Pyramide für Patienten mit Osteopenie und Osteoporose.

 

Die Knochen unseres Skeletts zeichnen sich durch eine dynamische Struktur aus. Dabei resorbieren die Osteoklasten („Knochenfresszellen“) die Knochensubstanz, und die Osteoblasten (spezialisierte Knochenzellen) bauen neues Knochengewebe (kollagene Knochenmatrix) wieder auf. Das Gleichgewicht und die Regulierung dieser beiden sich ergänzenden Prozesse sind entscheidend für die Aufrechterhaltung einer angemessenen Versorgung mit den für die Knochen nötigen Mineralien und der davon abhängigen Knochendichte. Die Osteoporose (Knochenschwund) wird durch eine gestörte Remodelierung der Knochensubstanz bzw. durch ein gestörtes Gleichgewicht der beiden Umbauprozesse verursacht. Dabei wird mehr Knochen resorbiert als neu gebildet. Ein höheres Alter und die Postmenopause der Frauen sind die Hauptursachen für Osteoporose, aber auch andere Risikofaktoren, z.B. einige Medikamente, endokrine Störungen, Immobilisierung, entzündliche Gelenkkrankheiten, Störungen in der Blutbildung oder allgemein die Ernährung können daran beteiligt sein.

 

Von der Osteoporose unterschieden wird die Osteopenie mit einer leichter verringerten Knochendichte, sie ist eine Vorstufe der Osteoporose mit ähnlichen Ursachen. Beide sind mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche verbunden. Eine gesunde Ernährung und die angemessene körperliche Aktivität, von der Kindheit bis ins hohe Alter, tragen zu einem gesünderen Wachstum und zu einer besseren Alterung der Knochen bei. Die ausgewogene Aufnahme spezifischer Nährstoffe, die für die Knochen besonders wichtig sind, kann ein Schritt zu einer wirksamen Prävention der Osteopenie sein. Dazu gehören neben der angemessenen Aufnahme von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen die gute Versorgung mit diesen Mikronährstoffen: Vitamine A, D, E, K, C und B-Vitamine, die Mineralien Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Silizium, Mangan, Bor und Selen. Eine Rolle spielt auch die Aufnahme von Wasser, Koffein, Salz/Natrium, Isoflavonen und Präbiotika.

 

Für Patienten mit Osteopenie und Osteoporose entwickelten die Forscher eine Ernährungs-Pyramide. Verzehrt werden sollten täglich Kohlenhydrate, drei Portionen Vollkorngetreide werden wegen ihres Gehalts an Ballaststoffen und Zink empfohlen. An Obst und Gemüse sollten täglich fünf Portionen verzehrt werden. Orangefarbene Sorten sollten wegen des Gehalts an Beta-Carotin und Vitamin C bevorzugt werden. Grüne Blattgemüse werden wegen ihres Gehalts an Vitamin K, Folsäure, Magnesium und Präbiotika empfohlen. Zur Tageskost gehören weiter ein fettarmer Joghurt (125 ml) und Magermilch (200 ml) sowie natives Olivenöl extra (fast 20 mg/Tag wegen des Gehalts an Vitamin E und Polyphenolen) und fast ein Liter kalziumreiches Wasser. Wöchentlich verzehrt werden sollten: Vier Portionen Fisch für die Versorgung mit Vitamin D, Proteinen und Omega-3-Fettsäuren (EPA + DHA, mindestens 0,52 g/Tag), weißes Fleisch (drei Portionen für Proteine, Eisen und Vitamin B12), Hülsenfrüchte (zwei Portionen für pflanzliche Proteine), Eier (zwei Portionen), Käse (zwei Portionen für Proteine, Kalzium, Vitamin B6). Rotes oder verarbeitetes Fleisch sollte möglichst nur einmal pro Woche gegessen werden.

 

An der Spitze der Pyramide befinden sich zwei Wimpel: Der grüne bedeutet, dass Patienten mit Osteopenie oder Osteoporose eine individuelle Ergänzung von Mikronährstoffen benötigen. Kann der tägliche Bedarf an Mineralien nicht über die Ernährung gedeckt werden, könnte z. B. die Ergänzung von Kalzium, Vitamin D, Bor, Omega-3-Fettsäuren und Isoflavonen sinnvoll sein. Der rote Wimpel zeigt an, dass einige Lebensmittel verboten sind (Salz, Zucker, anorganische Phosphatzusätze). Einbezogen sind auch die körperlichen Aktivitäten. Drei- bis viermal pro Woche sollten 30-40 Minuten Aerobic- und Kraftübungen durchgeführt werden.

 

Noch sind nicht alle Beziehungen zwischen der Ernährung, Mikronährstoffen und der Osteopenie und Osteoporose geklärt. Die Forscher empfehlen, dazu künftig vor allem die Beziehungen der Darm-Mikrobiota zur Knochenmineraldichte weiter zu untersuchen. Dabei sollte auch die Wirksamkeit von Ergänzungen mit Prä- und Probiotika (gesunde Darmbakterien und ihre Nährstoffe) auf die Knochenmineraldichte berücksichtigt werden. Wichtig sind auch weitere Kenntnisse über die Wirksamkeit der vielen Polyphenole, die in Obst, Gemüse, nativem Olivenöl und Sojabohnen enthalten sind.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Knochen- und Muskel-Systems gibt es eine Reihe von einzelnen und kombinierten Nahrungsergänzungen mit Vitaminen, Mineralien und anderen wichtigen Mikronährstoffen, die speziell auch bei Osteopenie und Osteoporose geeignet sind.

 

Quelle
Mariangela Rondanelli et al., Nutrition, Physical Activity, and Dietary Supplementation to Prevent Bone Mineral Density Loss: A Food Pyramid. In: Nutrients, online 21.12.2021, doi: 10.3390/nu14010074.


Die „American Heart Association“, die Gesellschaft der Kardiologen in den USA, hat ihre Empfehlungen für eine gesündere Ernährung aktualisiert.

 

Die „American Heart Association“, die Gesellschaft der Kardiologen in den USA, hat ihre Empfehlungen für eine gesündere Ernährung aktualisiert. Ziel ist es, die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

 

Eine schlechte Qualität der Ernährung steht in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre und andere chronische Erkrankungen. Eine gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil, von der Geburt an über den gesamten Lebensverlauf hinweg, haben nach wie vor eine hohe Priorität, um ungünstige kardiometabolische Bedingungen zu verringern. Das betrifft besonders die Adipositas (Fettleibigkeit, ab BMI 30), den erhöhten Blutdruck und das metabolische Syndrom. Zu den herzgesunden Ernährungsweisen, die in Richtlinien hervorgehoben werden, gehören z.B. die mediterrane Ernährung, die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) und eine gesunde, vegetarische Ernährung. Untersuchungen in den USA zeigten, dass sich bei einer gesunden Ernährung die Sterblichkeitsraten an Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Erwachsenen um 14 % bis zu 28 % verringern. Aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus vielen Studien erneuerten die US-Kardiologen ihre bisherigen Empfehlungen von 2006. Sie entwickelten relativ einfach zu praktizierende Empfehlungen für eine herzgesunde Ernährung. Dabei möchten sie auch zu mehr Nachhaltigkeit in der Ernährung aufrufen. Sie weisen z.B. darauf hin, dass der Verzicht auf Fleisch und stark verarbeitete Lebensmittel die Umwelt schont.

 

Hier die 10 herzgesunden Ernährungs-Tipps:

1. Passen Sie die Energiezufuhr und den Energieverbrauch an, um ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten
2. Essen Sie viel Obst und Gemüse mit reichlicher Vielfalt.
3. Wählen sie bevorzugt Vollkornprodukte und nicht solche aus raffiniertem Getreide.
4. Wählen Sie gesunde Eiweißquellen, überwiegend pflanzliches Eiweiß (Hülsenfrüchte, Nüsse etc.), Fisch und Meeresfrüchte, fettarme oder fettfreie Milchprodukte anstelle von Vollfett-Milchprodukten. Wenn Sie Fleisch oder Geflügel essen möchten, wählen Sie magere Stücke und vermeiden Sie verarbeitete Fleischwaren.
5. Verwenden Sie flüssige Pflanzenöle anstelle von tropischen Ölen (Kokosnuss-, Palm- und Palmkernöl), tierischen Fetten (z. B. Butter, Schmalz) und teilweise gehärteten Fetten.
6. Wählen Sie minimal verarbeitete Lebensmittel statt extrem verarbeiteter Lebensmittel*
7. Senken Sie die Aufnahme von Getränken und Lebensmitteln mit Zuckerzusätzen.
8. Senken sie die Aufnahme von Salz bei Fertigwaren und beim eigenen Kochen.
9. Wenn Sie keinen Alkohol trinken, fangen Sie nicht damit an. Wenn Sie Alkohol trinken, schränken Sie den Konsum ein.
10. Halten Sie sich an diesen Leitfaden, unabhängig davon, wo Lebensmittel zubereitet oder verzehrt werden.

 

*Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für ultra-verarbeitete Lebensmittel, einige gesunde Lebensmittel können in die Kategorie der ultra-verarbeiteten Lebensmittel fallen.

 

Zu einer herzgesunden Ernährung gehört vor allem die Aufnahme von reichlich Ballaststoffen, aus Obst, Gemüse, Nüssen, Samen etc. Die Kardiologen empfehlen, die für viele Körperfunktionen und allgemein für die Gesundheit wichtigen Mikronährstoffe bevorzugt aus der Ernährung aufzunehmen. Ergänzungen von Vitaminen und Mineralien etc. sollten nicht als Ersatz für eine gesunde Ernährungsweise dienen. Ergänzungen von Mikronährstoffen können jedoch bei Defiziten oder einem Mangel an einzelnen oder mehreren Vitaminen, Mineralien etc. erforderlich sein. Das gilt auch bei eingeschränkten Ernährungsweisen, z.B. bei Veganern oder bestimmten Gruppen von älteren Erwachsenen. In der Perspektive auf die Ernährung bis zum Jahr 2030 gehen die Kardiologen davon aus, dass es zunehmend eine immer präziser gestaltete Ernährung für die einzelnen Menschen geben wird. Dabei könnten individuelle Unterschiede bei der Ernährung, beim Verhalten, bei genetischer Veranlagung, beim Mikrobiom im Darm und bei sonstigen Lebensverhältnissen und der Gesundheit stärker berücksichtigt werden.

 

Die „American Heart Association“ zieht das Fazit: Diese Ernährungsempfehlungen zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit fasst die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen. Sie liefert Empfehlungen für die wichtigsten Komponenten von Ernährungsweisen zur Senkung der Morbidität und Mortalität von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Herausforderungen, die der Einhaltung einer herzgesunden Ernährung entgegenstehen, gehören u.a. die gezielte Vermarktung ungesunder Lebensmittel und Getränke und sozio-ökonomische Unterschiede in der Bevölkerung. Die Kardiologen sehen die Schaffung eines Umfelds, das die Einhaltung von herzgesunden Ernährungsweisen für alle Menschen erleichtert und nicht behindert, als ein Gebot der öffentlichen Gesundheit an.

 

Unser Tipp: Bei entsprechendem Bedarf gibt es eine Reihe von Nahrungsergänzungen, die bei Herz-Kreislauf-Krankheiten empfehlenswert sein können.

 

Quelle
Alice H. Lichtenstein et al., 2021 Guidance to Improve Cardiovascular Health: A Scientific Statement From the American Heart Association. In: Circulation, online 2.11.2021, doi: 10.1161/CIR.0000000000001031.


Die Ernährung kann den Verlauf von Rheuma mit beeinflussen. In einer Übersicht stellen Forscher die aktuellen Kenntnisse dazu vor.

 

Die Ernährung kann den Verlauf von Rheuma mit beeinflussen. In einer Übersicht stellen Forscher die aktuellen Kenntnisse dazu vor. Trotz zum Teil unterschiedlicher Studien zeichnet sich ab, dass die Omega-3-Fettsäuren bei guter Versorgung die Rheuma-Beschwerden leicht verringern könnten.

 

Die rheumatoide Arthritis (Rheuma) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, gekennzeichnet durch Entzündungssymptome und Schmerzen in den Gelenken. Sie tritt auf, wenn das Immunsystem körpereigene Zellen mit externen Eindringlingen verwechselt und Entzündungsstoffe freisetzt, die die Gelenkschleimhaut angreifen. Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen, Gelenksteifigkeit, Schwellungen, Müdigkeit und Schwäche. Rheuma wirkt sich auf fast alle Organe des Körpers aus und führt auch zu begleitenden Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Krankheiten, Infektionen, Osteoporose und Depressionen. Zur Therapie gehört die lebenslange Einnahme von Medikamenten, um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern und die Symptome zu kontrollieren. Dazu gehören nichtsteroidale Antirheumatika, Kortikosteroide und Antirheumatika, die Gelenkschmerzen, Schwellungen und Entzündungen lindern.

 

Noch ist unklar, wie Rheuma entsteht, eine genetische Veranlagung, aber auch beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Bewegung und die Ernährung spielen eine Rolle. Doch über die Auswirkungen verschiedener Ernährungsweisen bei Rheuma ist bisher wenig bekannt. Am meisten untersucht sind Omega-3-Fettsäuren, die antientzündliche und antioxidative Wirkungen haben. Sie regulieren die Signalwege von Antioxidantien und verändern Entzündungswege, indem sie mit Omega-6-Fettsäuren konkurrieren, die zu entzündungsfördernden Substanzen (Eicosanoide) umgewandelt werden. Studien zeigten, dass die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren typische Rheuma-Symptome, z.B. Morgensteifigkeit, Schmerzen, Griffstärke und Gelenkempfindlichkeit, verbessern kann. Angesichts der Beziehung zwischen Entzündungen und dem Fortschreiten der Krankheit spielen Omega-3-Fettsäuren durch die Modulation der Entzündungsprozesse und -wege eine wichtige Rolle.

 

Bisher fehlt es jedoch noch an Vergleichen zwischen der Ernährung allein oder in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren. Ein Team von US-amerikanischen Forschern stellte jetzt in einem Review die aktuellen Kenntnisse zu diätetischen Maßnahmen mit oder ohne Ergänzungen von Omega-3-Fettsäuren bei der Behandlung von Rheuma vor. Nach einer umfassenden Literaturrecherche konnten sie 20 Studien mit 1.063 erwachsenen Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen.

Verglichen wurden unterschiedliche Ernährungsweisen, darunter waren die mediterrane, vegetarische, vegane, eine allergenfreie oder allgemein gesunde Ernährung sowie das Fasten. Zwei Studien schlossen eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren in die Ernährungsintervention ein. Bei einer (doppelblinden Crossover-)Studie erhielten die Teilnehmer beider Gruppen entweder ein Placebo oder Fischölkapseln (30 mg/kg Körpergewicht). In der zweiten Studie wurde eine Ernährung mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einer Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren (pro Tag 1,6 g EPA, 1,1 g DHA ) bei Rheuma geprüft. Außerdem wurden in einer Studie Diäten mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren verglichen.

 

Verbesserungen der Symptome zeigten sich mit Omega-3-Fettsäuren bei Schmerzen, Dauer der Morgensteifigkeit, Gelenkempfindlichkeit, Griffstärke und bei Entzündungsmarkern (z.B. CRP). Obwohl die Auswirkungen der Ernährungsmaßnahmen unterschiedlich waren, zeigte sich bei Rheuma-Patienten, dass diätetische Maßnahmen in Kombination mit einer Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren Vorteile haben können.

Die Forscher ziehen das Fazit: Für Erwachsene mit Rheuma, die eine ergänzende Behandlung suchen, können diätetische Maßnahmen auf entzündungshemmender Basis nützlich sein. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren könnte zu Verbesserungen bei bestimmten Rheuma-Symptomen führen. Grundsätzlich ist die Rolle und die Wirksamkeit diätetischer Maßnahmen bei der Rheuma-Therapie vielfältig und z.B. aufgrund heterogener Studien weiterhin nicht eindeutig geklärt. Einige diätetische Maßnahmen wie eine entzündungshemmende, vegetarische oder mediterrane Ernährung etc. könnten zu einer deutlichen Linderung der Symptome beitragen. Über die Beziehungen zwischen der Ernährung und Rheuma sollte künftig weiter geforscht werden.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA und DHA, haben u.a. entzündungshemmende Wirkungen. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle
Tala Raad et al., Dietary Interventions with or without Omega-3 Supplementation for the Management of Rheumatoid Arthritis: A Systematic Review. In: Nutrients, online 4.10.2021, doi: 10.3390/nu13103506.


Die antioxidativ wirkenden Catechine sind die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee. Sie können vermutlich dazu beitragen, Infektionen der oberen Atemwege zu verringern.

 

Die antioxidativ wirkenden Catechine sind die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee. Sie können vermutlich dazu beitragen, Infektionen der oberen Atemwege zu verringern. Das gilt nach einer Studie für das Teetrinken, die Aufnahme von Catechinen und für das Gurgeln mit dem grünen Tee.

 

Infektionen der Atemwege, sei es durch die Grippe, die häufiger vorkommenden Erkältungen und grippalen Infekte oder gar durch das Coronavirus, kommen weltweit häufig vor. Sie erhöhten das Interesse an vorbeugenden, nicht medizinischen Maßnahmen. Dazu gehören z.B. das Händewaschen, der Körperabstand, das Tragen von Masken sowie das Gurgeln und Mundspülungen mit geeigneten Lösungen. Sie können die Zahl an Infektionen verringern, jedoch fehlt es hier oft noch an umfassenderen Nachweisen. Es gibt einige Hinweise, dass der grüne Tee zum Schutz vor Infektionen beitragen könnte. In Ostasien wird grüner Tee traditionell getrunken, auch bei uns wird er längst häufiger angeboten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Catechine (gehören zu den Flavonoiden, einer Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe), vor allem für Epigallocatechingallat (EGCG) sind antioxidative und antivirale Wirkungen nachgewiesen. Es gibt einige Nachweise, dass das Gurgeln mit Grüntee präventiv gegen Influenza (Grippe) wirken könnte.

 

Dies gilt vermutlich auch für das Trinken von grünem Tee und die Aufnahme von Catechinen, die zur Vorbeugung gegen Influenza und andere akuten Infektionen der oberen Atemwege beitragen könnten. Eine Gruppe japanischer Forscher untersuchte daher in einer systematischen Übersicht und Meta-Analyse, ob der grüne Tee zur Vorbeugung vor Infektionen der oberen Atemwege beitragen kann. Sie prüften dabei auch, ob der Konsum von Grüntee und Catechinen die gleiche Schutzwirkung hat wie das Gurgeln mit dem Tee.

Nach einer umfassenden Recherche in den einschlägigen Datenbanken werteten sie sechs (randomisierte kontrollierte) Studien und vier prospektive Bevölkerungsstudien mit rund 3.700 Teilnehmern aus. Das Gurgeln mit Tee und der Konsum von Catechinen hatten signifikante präventive Wirkung gegen Infektionen der oberen Atemwege, sie minderten das Risiko für Infektionen um 26 %. Die Forscher werteten auch die Ergebnisse für einige Untergruppen aus. Sowohl bei den prospektiven Bevölkerungsstudien als auch bei den kontrollierten Studien zeigten sich signifikante präventive Effekte (Risikominderung von 33 bzw. 21 %). Auch abhängig von der Krankheitsart zeigten sich vorbeugende Wirkungen. Bei Grippe konnte das Risiko um 31 %, bei akuten Infektionen der oberen Atemwege um 22 % verringert werden. Sowohl das Gurgeln mit Tee als auch die Aufnahme von Catechinen schützten wirksam vor einer Infektion der oberen Atemwege. Beim Teetrinken und Verzehr von Catechinen sank das Risiko um 32 %, beim Tee-Gurgeln um 17 %.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl das Gurgeln mit Grüntee und die Aufnahme von Tee-Catechinen präventive Wirkungen gegen virale Atemwegsinfektionen haben können. Es wurde eine dosisabhängige Beziehung zwischen der täglichen Gesamtaufnahme an Catechinen und der vorbeugenden Wirkung gegen Infektionen festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkung vermutlich auf die Catechine zurückzuführen ist. Die Aufnahme von Tee-Catechinen und auch das Gurgeln mit Tee könnte in die täglichen Alltagsroutinen einbezogen werden und zur Vorbeugung vor viralen Infektionen der Atemwege beitragen. Diese Wirkungen sollten in groß angelegten Studien weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Wer grünen Tee nicht oder nur selten trinkt, kann Grüntee-Extrakte auch aus Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden.

 

Quelle
Mai Umeda et al., Preventive effects of tea and tea catechise against influenza and acute upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis. In: European Journal of Nutrition, online 22.9.2021, doi: 10.1007/S00394-021-02681-2.


Die Aufnahmen von Zink könnten bei Infekten der Atemwege nützlich sein.

 

Die Aufnahmen von Zink könnten bei Infekten der Atemwege nützlich sein. Zink könnte dazu beitragen, die Symptome zu verringern und die Dauer der Erkältung zu verkürzen. Das zeigt eine umfassende Metaanalyse.

 

Akute, durch Viren ausgelöste Infektionen der Atemwege treten in den Herbst- und Wintermonaten allgemein häufiger auf. Das Spektrum reicht von leichteren Erkältungen und grippeähnlichen Erkrankungen bis hin zu Lungenentzündungen und schweren akuten Atemwegs-Syndromen. Die Infektionsraten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, sie variieren je nach dem Viruserreger und Ort, der Jahreszeit sowie dem Gesundheitszustand und Alter der Betroffenen. Abgesehen von Grippe- und SARS-CoV-2-Impfungen gibt es bisher nur wenige vorbeugende Maßnahmen und mögliche Therapien. Einige Empfehlungen richten sich auf die Anwendung von Zink, das eine Schlüsselrolle im Immunsystem hat. Es trägt zur Abwehr von Entzündungen bei und besitzt antivirale Eigenschaften. Zink unterstützt bei Verletzungen, der Regulierung des Bluthochdrucks und bei der Versorgung von Sauerstoff in den Geweben. Allerdings waren die Studienergebnisse zur Beziehung von Zink und Infekten der Atemwege bisher nicht einheitlich, z.B. aufgrund verschiedener Arten der Verabreichung oder der Zinkformen. Ein Team von Forschern aus den USA, Kanada und Australien untersuchte daher Zink sowohl zur Selbstmedikation als auch in der klinischen Praxis in einem umfassenden Review und in einer Metaanalyse bei durch Viren ausgelösten Atemwegs-Infekten. Analysiert wurden dabei z.B. die Dauer der Infekte, der Schweregrad der Symptome und mögliche Nebenwirkungen.

 

Ausgewertet wurden Studien bis zum August 2020, 28 klinische Studien mit knapp 5.500 Teilnehmern konnten in die Meta-Analyse einbezogen werden. Am häufigsten wurde Zink als Lutschtablette eingesetzt, verwendet wurden auch Nasensprays und Gels, entweder als Zink-Acetat oder -Glukonat. Die Dosierungen waren unterschiedlich, abhängig davon, ob Zink zur Vorbeugung oder zur Therapie eingesetzt wurde. Im Vergleich zum Placebo verhinderte orales oder intranasal aufgenommenes Zink 5 Atemwegs-Infekte pro 100 Personen. Die Beziehung zwischen Zink und den Infekten war am deutlichsten bei Fieber-Symptomen und grippeähnlichen Erkrankungen. Im Durchschnitt klangen die Symptome mit sublingualem oder intranasalen Zink im Vergleich zum Placebo zwei Tage früher ab. 19 Erwachsene pro 100 Personen hatten ohne Zink ein höheres Risiko, am Ende der ersten Woche symptomatisch zu bleiben. Es zeigte sich mit Zink ein (klinisch signifikanter) geringerer Schweregrad der Symptome am dritten Tag, jedoch nicht beim durchschnittlichen täglichen Schweregrad der Symptome.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Erwachsenen, bei denen ein Zinkmangel eher unwahrscheinlich ist, zeigte sich, dass bei Verwendung von Zink zur Vorbeugung ein geringeres Risiko besteht, schwerer an Atemwegs-Infektion zu erkranken. Es gibt einige Hinweise, dass Zink die Symptome von Infektionskrankheiten verhindern und die Krankheitsdauer verkürzen kann. Bei der Behandlung wurde festgestellt, dass Zink die Dauer der Symptome verkürzt und den Schweregrad der Symptome am dritten Tag verringert, nicht jedoch den gesamten täglichen Schweregrad der Symptome. Es bestand zwar ein erhöhtes Risiko für leichtere Nebenwirkungen, die die Verträglichkeit für einige Patienten einschränken könnten, aber das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen war gering. Die Studien waren insgesamt recht heterogen, so dass genauere Einschätzungen der Wirksamkeit, verschiedener Zinkformen und -dosen nicht abgeleitet werden konnten. Zink sollte nach Ansicht der Forscher bei viralen Infekten der Atemwege, einschließlich SARS-CoV-2, weiter erforscht werden. Da es nach wie vor an wirksamen Medikamenten gegen unspezifische Atemwegs-Infektionen fehlt, kann Zink eine nützliche Alternative für die Selbstmedikation sein.

 

Unser Tipp: Zink kann in verschiedenen Formen aufgenommen werden, z.B. als Tabletten, Kapseln, sublingual oder flüssig. Sehr gut bioverfügbar sind z.B. diese Zinkformen: Zinkcitrat, -glukonat und -picolinat.

 

Quelle
Jennifer Hunter et al., Zinc for the prevention or treatment of acute viral respiratory tract infections in adults: a rapid systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: BMJ Open Vol. 11. Nr. 11 2021, doi: 10.1136/bmjopen-2020-047474.


Schon ein leichter bis mittlerer Jodmangel kann die wichtige Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft für Mutter und Kind beeinträchtigen. Jodergänzungen können die Funktionen der Schilddrüse bei schwangeren und stillenden Frauen verbessern.

 

Schon ein leichter bis mittlerer Jodmangel kann die wichtige Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft für Mutter und Kind beeinträchtigen. Jodergänzungen können die Funktionen der Schilddrüse bei schwangeren und stillenden Frauen verbessern.

 

Die ausreichende Jodzufuhr ist für die normalen Funktionen der Schilddrüse sehr wichtig, da Jod in die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) eingebaut wird. Das gilt besonders in der Schwangerschaft, da beide Hormone für die neuronale Entwicklung des Fötus benötigt werden. Der Jodbedarf steigt in der Schwangerschaft und nach der Geburt durch eine erhöhte Bildung von Schilddrüsenhormonen, der Übertragung von Jod auf den Fötus, der erhöhten glomerulären Filtration (Prozess in den Nierenkörperchen) und der Jodverluste im Urin sowie der Bildung der Muttermilch während der Stillzeit. Schwangeren und stillenden Frauen wird daher eine etwas erhöhte tägliche Aufnahme von 230 bzw. 260 mcg Jod empfohlen.

 

Die Hauptquellen für Jod sind Seefische sowie Milch und Milchprodukte, allerdings wird dadurch der Jodbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht immer gedeckt. Jodergänzungen im Salz oder aus Nahrungsergänzungen können die Zufuhr verbessern. Die nachteiligen Auswirkungen eines schweren Jodmangels in der Schwangerschaft sind gut untersucht. Wird der Fötus nicht ausreichend mit Jod versorgt, steigt das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und nach der Geburt an, z.B. im Wachstum, der Knochenreifung und der Entwicklung des Gehirns. Ob sich ein leichter bis mäßiger Jodmangel ebenfalls nachteilig auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken, das ist bisher weniger bekannt, außerdem sind die Ergebnisse nicht einheitlich. Eine Gruppe von Forschern aus Norwegen untersuchte daher, ob die Jodzufuhr und der Zeitpunkt des Beginns der Jodergänzung mit der Schilddrüsenfunktion bei schwangeren Frauen und nach der Geburt zusammenhängen.

 

Im Rahmen einer Ernährungsstudie (Mommy´s Food) wurden schwangere Frauen einbezogen, die sich im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft zum Teil stärker mit Fisch und zum Teil wie gewohnt ernährten. Durch den erhöhten Fischverzehr stieg die Urin-Jodkonzentration an, was sich jedoch nicht auf die Schilddrüsenfunktionen auswirkte. Daher untersuchten die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen Markern der Jodversorgung und Tests zu den Schilddrüsenfunktionen in einer zweiten Analyse. Einbezogen waren 137 schwangere Frauen, die in der 18. und 36. Woche der Schwangerschaft sowie drei und sechs Monate nach der Entbindung untersucht wurden. Dazu gehörten Blut- und Urinproben und Befragungen zur Ernährung und zur Einnahme von Nahrungsergänzungen. Zu jedem Zeitpunkt wurde die Funktion der Schilddrüsen (Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4), die Jod- und Kreatinin-Konzentration im Urin sowie die Jodzufuhr vor und in der Schwangerschaft, einschließlich der Einnahme von Jodergänzungen, untersucht.

 

Der Jodgehalt in den genutzten Nahrungsergänzungen variierte zwischen 75 und 225 mcg pro empfohlener Tagesdosis. Die mittleren Werte der Urin-Jodkonzentration wiesen bei den Frauen in der 18. Schwangerschaftswoche auf leichte bis mäßige Jodmängel hin. Dabei zeigten sich in der Urin-Jodkonzentration und der Jodzufuhr einige Beziehungen zu den Schilddrüsenhormonen. Im Vergleich zu Frauen, die keine Nahrungsergänzungen einnahmen, hatten diejenigen, die schon vor der Schwangerschaft mit der Jodergänzung begonnen und diese in der Schwangerschaft fortgesetzt hatten, niedrigere Werte an Thyrotropin (TSH) und höhere Werte an Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Einnahme von jodhaltigen Nahrungsergänzungen, die vor der Schwangerschaft begonnen und in dieser Zeit fortgesetzt wurde, war mit besseren Konzentrationen in den Schilddrüsenhormonen verbunden. Das könnte dazu beitragen, die Funktionen der Schilddrüsen in dieser Zeit zu verbessern. Diese Ergebnisse unterstützen die Auffassung, dass die Optimierung der Jodzufuhr bereits vor der Schwangerschaft beginnen sollte.

 

Unser Tipp: Jod kann einzeln oder in Kombination mit anderen Mineralien und Mikronährstoffen ergänzt werden. Sehr gut aufnehmbar ist es z.B. in flüssiger Form als Kaliumjodid.

 

Quelle
Synnøve Næss et al., Iodine Nutrition and Iodine Supplement Initiation in Association with Thyroid Function in Mildly-to-Moderately Iodine-Deficient Pregnant and Postpartum Women. In: The Journal of Nutrition, Vol. 151, Nr. 10 2021, Pages 3187–3196, doi: 10.1093/jn/nxab224.


Die Ernährung kann ein entzündliches Potenzial haben, verschiedene Faktoren tragen dann dazu bei, Entzündungen im Körper zu „fördern“.

 

Die Ernährung kann ein entzündliches Potenzial haben, verschiedene Faktoren tragen dann dazu bei, Entzündungen im Körper zu „fördern“. In einer Studie zeigte sich bei einem hohen Entzündungs-Potenzial eine Beziehung zu chronischen Krankheiten.

 

Die Ernährung enthält eine Reihe von Bestandteilen, die Entzündungen im Körper fördern, während andere sie senken können. Ein erhöhtes entzündliches Potenzial der Ernährung trägt vermutlich zum Risiko für chronische Krankheiten bei. Darauf weisen eine Reihe von Studien hin. Proentzündlich wirken vor allem Lebensmittel, die zuckerreich sind, einschließlich gesüßter Getränke sowie raffinierte und prozessierte Lebensmittel. Gesättigte Fettsäuren sollten in der Nahrung nur in geringen Mengen, Transfettsäuren nur sehr gering enthalten sein.

Eine antientzündliche Ernährung enthält dagegen reichlich pflanzliche Lebensmittel, Gemüse, Obst, Fisch und Milchprodukte. Sie liefern reichlich Ballaststoffe, die gesunden Omega-3-Fettsäuren, Antioxidanzien, sekundäre Pflanzenstoffe, Kalzium und Vitamin D, die antientzündlich wirken können. Außerdem sollte nur wenig Salz aufgenommen werden. Das entzündliche Potenzial der Ernährung lässt sich mit einem speziellen Index (DII, Dietary Inflammatory Index) bestimmen. Vorausgesetzt, es liegen genügend Daten zur jeweiligen Ernährung vor. Eine Gruppe von australischen Forschern untersuchte in einem umfassenden Review und einer Meta-Analyse den Zusammenhang zwischen diesem Nahrungs-Entzündungs-Index und einer Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

 

Einbezogen in die Auswertung wurden 15 Meta-Analysen zu 38 chronischen Krankheiten mit einer Gesamtzahl von 4.360.111 Teilnehmern. Die Ergebnisse wurden anhand der verschiedenen Studiendesigns untersucht, darunter waren Fall-Kontroll-, Querschnitts-, prospektive und Kombinations-Studien. Die Analyse zeigte, dass eine Ernährungsweise, die Entzündungen fördert, signifikant mit 27 (71 %) der einbezogenen chronischen Krankheiten stand. Die Nachweise wurden in verschiedene Grade der Glaubwürdigkeit eingeteilt. Überzeugend (Klasse I) war die Beziehung zwischen der proentzündlichen Ernährung und dem Herzinfarkt. Sehr wahrscheinlich (Klasse II) war die Verbindung zum Risiko für Krebskrankheiten allgemein, speziell zum Krebs des Dickdarms, der Bauchspeicheldrüse, der Atemwege und der Mundhöhle. Beeinflusst bzw. erhöht wurde hier auch das Risiko für die allgemeine Sterblichkeit. Die meisten Ergebnisse wurden als wahrscheinlich (Klasse III) eingestuft oder hatten nur geringere Nachweise mit schwachen oder fehlenden Verbindungen zu den Entzündungsfaktoren in der Ernährung.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Ernährungsweisen, die Entzündungen fördern, können mit einem erhöhten Risiko für viele chronische Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Allerdings ist die Beweiskraft für die meisten Ergebnisse aus den Studien noch recht begrenzt. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Beziehungen zwischen einer proentzündlichen Ernährung und chronischen Krankheiten zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Viele Nahrungsergänzungen enthalten antientzündlich wirkende Mikronährstoffe, einzeln oder kombiniert in speziellen Mischungen. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Wolfgang Marx et al., The Dietary Inflammatory Index and Human Health: An Umbrella Review of Meta-Analyses of Observational Studies. In: Advances in Nutrition, Vol. 12, Nr. 5 2021, S. 1681–1690, doi: 10.1093/advances/nmab037.


Flavonoide sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Bei einer guten Aufnahme können sie langfristig vermutlich dazu beitragen, die kognitiven Leistungen älterer Menschen zu stärken.

 

Flavonoide sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Bei einer guten Aufnahme können sie langfristig vermutlich dazu beitragen, die kognitiven Leistungen älterer Menschen zu stärken.

 

Weltweit steigt die Anzahl alter Menschen an, entsprechend werden altersbedingte kognitive Beeinträchtigungen und Demenz-Krankheiten weiter zunehmen. Präventive Maßnahmen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Oft nehmen Betroffene selbst das Nachlassen ihrer kognitiven Fähigkeiten schon Jahre vorher wahr, bevor kognitive Beeinträchtigungen und Demenz medizinisch festgestellt werden können. In dieser oft jahrelangen Phase lassen sich möglicherweise einige der bekannten Risikofaktoren für den kognitiven Leistungsabfall im Alter beeinflussen. Dazu gehört die Ernährung und speziell die gute Versorgung mit Flavonoiden aus pflanzlichen Lebensmitteln. Rund 8.000 verschiedene Flavonoide aus Pflanzen sind bereits ermittelt. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und geben Pflanzen nicht nur ihre markanten Farben, sondern schützen sie auch vor UV-Licht und Krankheitserregern. Sie sind vor allem in vielen Obstsorten enthalten, gute Anteile liefern vor allem Beeren und Zitrusfrüchte. Der Nutzen von Flavonoiden für die Gesundheit des Menschen wird seit vielen Jahren untersucht. Sie sind wirksame Antioxidantien und wirken auch antientzündlich. Ihre starke antioxidative Wirkung könnte Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen, die überall im Körper entstehen, wo der lebenswichtige Sauerstoff vorhanden ist.

 

Das gilt auch für das Gehirn, das den höchsten Verbrauch an Sauerstoff von allen Organen hat. Die antioxidativen Schutzsysteme, zu denen neben Flavonoiden z.B. auch einige Vitamine, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren gehören, werden im Alter schwächer. Das könnte dazu beitragen, dass sich die Hirnfunktionen und vor allem die kognitiven Leistungen verringern. Doch die bisherigen Ergebnisse zur Beziehung von Flavonoiden und den kognitiven Leistungen sind nicht einheitlich. Daher untersuchte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern diese Verbindungen in zwei großen prospektiven Bevölkerungsstudien.

 

Einbezogen wurden rund 49.500 Frauen aus der Nurses' Health Study (1984-2006) und knapp 20.000 Männer aus der Health Professionals Follow-Up Study (1986-2002). Die Teilnehmer waren zu Beginn zwischen 48 und 51 Jahre alt, alle wurden mehr als 20 Jahre in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. Untersucht wurde dabei der Zusammenhang zwischen den Aufnahmen von Flavonoiden aus der Nahrung (Untergruppen Flavonole, Flavone, Flavanone, Flavan-3-ole, Anthocyane, polymere Flavonoide, Proanthocyanidine) und kognitiven Leistungen. Bei den Krankenschwestern wurde die langfristige durchschnittliche Nahrungsaufnahme aus sieben Befragungen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme berechnet. Die Teilnehmerinnen bewerteten außerdem ihre subjektiv wahrgenommenen kognitiven Leistungen in den Jahren 2012 und 2014. Bei den Männern aus Gesundheitsberufen wurde die durchschnittliche Nahrungsaufnahme an Flavonoiden anhand von fünf Befragungen berechnet. Die Teilnehmer bewerteten ihre kognitiven Leistungen in den Jahren 2008 und 2012. Sie gaben z. B. an, wie ihre Erinnerung und Merkfähigkeit funktionierte, wie sie sich in ihrer Umgebung zurechtfanden und ob ihr Gedächtnis nachgelassen hatte.

 

Die täglichen Aufnahmen von Flavonoiden waren sehr unterschiedlich. Teilnehmer mit dem höchsten Konsum kamen auf ca. 600 mg Flavonoide täglich, bei den geringsten Aufnahmen waren es nur ca. 150 mg. Bei den höchsten Aufnahmen hatten die Teilnehmer ein um ca. 20 % signifikant geringeres Risiko für einen subjektiven Abbau der kognitiven Leistungen. Noch deutlichere Wirkungen gab es bei einzelnen Flavonoid-Arten: Die beste Schutzwirkung gegen subjektiv wahrgenommene kognitive Störungen wurde für Flavone, Flavanone und Anthocyane gefunden. Sie verringerten bei guter Versorgung das Risiko für geringere kognitive Leistungen um 38 %, 36 % bzw. 24 %. Flavone kommen z.B. in Orangen, Paprika, Rosmarin und Thymian vor. Flavanone sind vor allem in Orangen und Grapefruit enthalten. Anthocyane finden sich in vielen Obstsorten, vor allem in Blaubeeren, Erdbeeren, Äpfeln und im Rotwein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass eine höhere Aufnahme von Flavonoiden zum Erhalt der kognitiven Funktionen beitragen kann. Bei den Untergruppen der Flavone, Flavanone und Anthocyane zeigten sich die stärksten vermutlich schützenden Beziehungen zu den langfristig beobachteten kognitiven Leistungen. Dies sollte in weiteren Studien mit präventiven und therapeutischen Anwendungen von Flavonoiden näher untersucht werden. In der Zwischenzeit kann der Verzehr von flavonoidreichen Lebensmitteln wie Beeren und Zitrusfrüchten und -säften für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion von Vorteil sein.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Flavonoiden ist auch in vielen Nahrungsergänzungen erhalten, z.B. in einzelnen Obst- und Gemüse-Extrakten, aber auch in Multipräparaten in Kombinationen mit anderen Mikronährstoffen. Auf eine gute Qualität sollte immer geachtet werden.

 

Quelle
Tian-Shin Yeh et al., Long-term Dietary Flavonoid Intake and Subjective Cognitive Decline in US Men and Women. in: Neurology, online 28.7.2021, doi: 10.1212/WNL.0000000000012454.


Schwangerschafts-Diabetes erhöht den oxidativen Stress

 

Der Schwangerschafts-Diabetes verstärkt bei den betroffenen Frauen auch den oxidativen Stress. Einige Mikronährstoffe, vor allem Probiotika und Omega-3-Fettsäuren, konnten in einer Meta-Analyse ihren oxidativen Stress verringern.

 

Der Schwangerschafts-Diabetes (Gestations-Diabetes mellitus) ist eine Störung des Glukosestoffwechsels und tritt meist im zweiten oder dritten Trimester der Schwangerschaft auf. Man schätzt, dass rund 13 % der werdenden Mütter davon betroffen sind. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, Diabetes-Vorkommen in der Familie und eine gestörte Glukosetoleranz. Im Lauf der normalen Schwangerschaft führen die Anpassungen im Stoffwechsel und die Bildung von Plazentahormonen zur Entwicklung einer "physiologischen" Insulinresistenz. Sie dient dazu, den Transfer von Glukose an den Fötus zu gewährleisten. Ein Gestations-Diabetes entwickelt sich bei Frauen, deren Funktion der Bauchspeicheldrüse nicht ausreicht, um diese schwangerschaftsabhängige Insulinresistenz zu überwinden, was zu erhöhten Konzentrationen des Blutzuckers führt. Bekannt ist, dass beim Gestations-Diabetes ein erhöhter oxidativer Stress entsteht, dabei wird das Gleichgewicht zwischen der Bildung von Sauerstoff-Radikalen und den antioxidativen Abwehrkräften gestört.

 

Erhöhte Werte von freien Radikalen und Lipidperoxiden sind in der Schwangerschaft ein durchaus normales Phänomen. Bei Schwangerschaften, die durch einen Gestations-Diabetes komplizierter sind, wurde über eine übermäßige Oxidation berichtet, die hauptsächlich auf eine Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) zurückzuführen ist. Überschüssige Glukose ist für die erhöhte Bildung von freien Radikalen verantwortlich, da sie mehrere Mechanismen im Stoffwechsel aktiviert und die Bildung von freien Radikalen in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) der Plazenta fördert. Ein erhöhter oxidativer Stress wird mit einer gestörten insulin-abhängigen Glukoseaufnahme, einer erhöhten Apoptoserate (gesteuerter „Selbstmord“ der Zellen) und einer Dysfunktion der Plazenta in Verbindung gebracht, während gleichzeitig ein allgemeiner proentzündlicher Zustand entsteht. Daher könnte die Ergänzung von antioxidativen Mikronährstoffen bei schwangeren Frauen mit Gestations.Diabetes vorteilhaft sein. Ein Forscherteam aus Griechenland prüfte in einer Meta-Analyse erstmals verschiedene Nahrungsergänzungen in Bezug auf den oxidativen Stress beim Schwangerschafts-Diabetes. Nach einer umfangreichen Recherche wurden schließlich 16 Studien mit insgesamt 1.173 Frauen mit Gestations-Diabetes ausgewertet.

 

Es zeigte sich, dass mehrere Nahrungsergänzungen den oxidativen Stress beim Schwangerschafts-Diabetes verringern konnten. Die Konzentrationen von Biomarkern, die die Oxidation fördern bzw. hemmen, konnten erhöht bzw. gesenkt werden. Omega-3-Fettsäuren gehören zu den wirksamsten antioxidativen Maßnahmen. Sie können bei schwangeren Frauen mit Gestations-Diabetes den erhöhten oxidativen Status auf verschiedene Weise verbessern. Dazu gehört, dass sie die Bildung proentzündlicher Zytokine (regulatorische Proteine) hemmen können. Sie lassen außerdem die Konzentration des stark antioxidativ wirkenden Glutathions (Tripeptid aus Aminosäuren) ansteigen, und sie verhindern die Oxidation von Lipiden im Plasma.

 

Auch Gaben von Probiotika sind bei Frauen mit Gestations-Diabetes gerechtfertigt, sie können die negativen Wirkungen des oxidativen Stresses abschwächen. Sie führen zur Bildung von Metaboliten mit antioxidativer Kapazität wie Glutathion, hemmen proentzündliche Zytokine und verhindern die Oxidation von Lipiden im Plasma. Auch einige andere Mikronährstoffe können beim Gestations-Diabetes vorteilhaft sein. Die Vitamine E und C wirken antioxidativ, indem sie oxidative Schäden verringern oder gar verhindern. Vitamin E hemmt die Kettenreaktionen der Lipidperoxidation in den Zellmembranen, indem es die Vermehrung von Lipid-Radikalen hemmt. Vitamin C kann, selbst in geringen Mengen, Proteine, Lipide, Kohlenhydrate und Nukleinsäuren vor Schäden durch die Bildung von freien Radikalen schützen. Vitamin C kann außerdem oxidiertes Glutathion wieder regenerieren. Es hat sich weiter gezeigt, dass Gaben von Vitamin D die Oxidation von Lipiden und die Produktion von AGEs (glykierte Endprodukte) senkt und die Aktivität von antioxidativen Glutathion-Enzymen erhöht.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Gerade in der Schwangerschaft besteht ein Bedarf an unschädlichen Maßnahmen, die den Schwangerschafts-Diabetes mit seinem erhöhten oxidativen Stress verringern können. Die Gaben verschiedener Nahrungsergänzungen können dabei hilfreich sein. Sie können die schädlichen Wirkungen des oxidativen Stresses begrenzen, der sich bei diesen Schwangerschaften verstärkt entwickelt. Das gilt besonders für Probiotika und Omega-3-Fettsäuren, aber auch für Gaben der Vitamine C, E und D.

 

Quelle
Christos Chatzakis et al., The Effect of Dietary Supplements on Oxidative Stress in Pregnant Women with Gestational Diabetes Mellitus: A Network Meta-Analysis. In: Nutrients, online 30.6,2021, doi: 10.3390/nu13072284.


 Defizite an Nährstoffen sind eine häufige Ursache für unzureichende Leistungen bei Ausdauersportlern. Die Einnahme von Nahrungsergänzungen kann typische Defizite gut kompensieren. Das gilt besonders bei Sportlern mit veganer oder vegetarischer Ernährung.

 

Defizite an Nährstoffen sind eine häufige Ursache für unzureichende Leistungen bei Ausdauersportlern. Die Einnahme von Nahrungsergänzungen kann typische Defizite gut kompensieren. Das gilt besonders bei Sportlern mit veganer oder vegetarischer Ernährung.

 

Die pflanzliche Ernährung wird aus Gründen der Gesundheit, der Leistungsfähigkeit, der Ethik und des Umweltschutzes immer häufiger praktiziert. Dabei ist jedoch die Bioverfügbarkeit von Proteinen, der Vitamine D und B12 sowie der Mineralien Kalzium, Eisen, Jod und Zink im Vergleich zu einer Ernährung mit tierischer Kost geringer. Dagegen sind in der pflanzlichen Ernährung meist höhere Mengen an Kohlenhydraten und Antioxidantien enthalten, was für Ausdauerleistungen im Sport von Vorteil sein kann. Einige Studien zeigten, dass Ausdauersportler, sowohl Elite- als auch Freizeit-Sportler, nicht immer genügend Nährstoffe über die tägliche Nahrung aufnehmen, um ihre sportlichen Bedürfnisse zu erfüllen.

 

Dies könnte bei einer geringeren Verfügbarkeit der Energie und/oder bestimmten Ernährungsweisen noch kritischer sein, vor allem wenn es an einer auf den Sportbedarf abgestimmten Ernährung fehlt. Sich vegan oder vegetarisch ernährenden Sportlern wird daher oft empfohlen, auf die optimale Zufuhr zusätzlicher Makro- und Mikronährstoffe zu achten. Das gilt bei normalem Training ebenso wie unter Wettkampf-Bedingungen. Dauerläufer mit veganer Ernährung ergänzen ihren Bedarf an Mikronährstoffen häufiger als vegetarische oder fleischessende Dauerläufer. Sie halten dadurch die Empfehlungen für den Bedarf an Mikronährstoffen meist besser ein. Bislang untersuchten jedoch nur wenige Studien die Ernährung und die Aufnahme von Nahrungsergänzungen bei Sportlern mit veganer und vegetarischer Ernährung. Da die Zahl von Sportlern, die sich pflanzlich ernähren, steigt, untersuchte ein Forschungsteam aus Österreich, der Schweiz und Deutschland in einer Studie die Aufnahme von Nahrungsergänzungen bei sich vegan und vegetarisch ernährenden Langstreckenläufern (>10 km) im Vergleich zu den Fleischessern. Sie berücksichtigten dabei auch die verschiedenen Einflüsse von Alter, Geschlecht, Distanzen und Wettkampfbedingungen.

 

Aus einer Gruppe von 317 Läufern, die an einer Online-Umfrage teilnahmen, wurden 220 Langstreckenläufer (im Durchschnitt 38,5 Jahre alt) ausgewählt, darunter 100 Fleischesser, 40 Vegetarier und 80 Veganer. Ihre Aufnahme von Makronährstoffen wurde aus einer Befragung zur Ernährung ermittelt. Erfasst wurden dazu die Einnahmen von Nahrungsergänzungen, einschließlich der Art, Häufigkeit der Einnahmen und Dosierungen. Die Daten wurden in Bezug zu den Rennerfahrungen gesetzt. 51 % aller Läufer nahmen Nahrungsergänzungen ein, mit 72 % war dieser Anteil unter den Veganern deutlich höher. Das Alter, Geschlecht und die jeweiligen Laufdistanzen hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Art der Nahrungsergänzungen. Im Vergleich zu Fleischessern und Vegetariern gaben vegane Läufer an, mehr Vitamin-Ergänzungen zu nehmen (aber nicht Kohlenhydrat-/Eiweiß- oder Mineralstoffe). Vitamin B12, Magnesium und Multivitamine wurden allgemein am häufigsten verwendet.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Vergleich zwischen veganen, vegetarischen und fleischessenden Langstreckenläufern zeigt eine mehr als zweifach höhere Aufnahme von Vitaminzusätzen bei den Veganern im Vergleich zu Nicht-Veganern. Dies könnte mit Ernährungsrichtlinien zusammenhängen, die für vegane Sportler die zusätzliche Einnahme wichtiger Mikronährstoffe, z. B. von Vitamin B12, Vitamin D, Kalzium, Eisen, Jod und Zink, dringend empfehlen. Es wurden keine Unterschiede in Bezug auf die verschiedenen Distanzen zwischen 10-km-Läufern, Halbmarathon- und Marathon-Läufern in der Art der Nahrungsergänzungen festgestellt. Die Wettkampfdistanz hat offenbar keinen Einfluss auf die Wahl der Nahrungsergänzungen. Die Ergebnisse zeigen den wichtigen Beitrag von Strategien zur Nahrungsergänzung bei Ausdauerläufern, vor allem für vegane Sportler. Sie können, individuell auf den persönlichen Bedarf abgestimmt, die Gesundheit der Ausdauersportler verbessern und sowohl für die Leistungen als auch für die Erholungsphasen hilfreich sein.

 

Unser Tipp: Für Sportler gibt es eine Reihe von speziell zertifizierten Nahrungsergänzungen, die sich individuell an den Bedarf anpassen lassen.

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Quelle:
Katharina Wirbitzer et al., Supplement Intake in Recreational Vegan, Vegetarian, and Omnivorous Endurance Runners - Results from the NURMI Study (Stop 2). In: Nutrients, online 10.8.2021, doi: 10.3390/nu13082741.


Wer sich gesund mit einer vorwiegend pflanzlichen Kost ernährte, hatte in einer Studie ein geringeres Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren.

 

Wer sich gesund mit einer vorwiegend pflanzlichen Kost ernährte, hatte in einer Studie ein geringeres Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Auch im Fall einer Erkrankung war das Risiko für einen schwereren Verlauf deutlich geringer.

 

Eine betont pflanzliche Ernährung stärkt die Gesundheit und unterstützt bei vielen Krankheiten. Das gilt auch für Infektionskrankheiten, einschließlich der Infektionen mit dem Coronavirus. Übergewicht, Typ 2 Diabetes und allgemein eine schlechte Ernährung können dazu beitragen, das Risiko für eine COVID-19-Erkrankung zu erhöhen. Doch bisher gibt es noch recht wenig Informationen, wie sich die Ernährung auf COVID-19 tatsächlich auswirkt. Ein US-amerikanisches und englisches Forscherteam führte dazu im Rahmen einer COVID-19-Symptomstudie eine Untersuchung durch. Einbezogen waren von März bis Dezember 2020 rund 573.000 Personen aus Großbritannien und den USA. Sie gaben Auskunft über ihre Ernährung vor der Pandemie, daraus wurde mit einem Ernährungs-Score (Healthful Plant-Based Diet Score) ihre Ernährungsqualität bestimmt. Als gesund wurde eine Ernährung eingestuft, die reichlich Obst und Gemüse enthielt.

 

Im Lauf des Jahres erkrankten knapp 32.000 Teilnehmer an COVID-19. Die Forscher setzten die Ernährung der Teilnehmer zu COVID-19 in Beziehung und ermittelten das Risiko für die Erkrankung und den Schweregrad. Diejenigen Teilnehmer, die sich besonders gesund und vorwiegend pflanzlich ernährten, hatten ein um 9 % geringeres Risiko, an einer Infektion mit dem Coronavirus zu erkranken. Das galt im Vergleich zu Teilnehmern, die sich nur sehr gering mit pflanzlicher Kost ernährten. Im Fall einer Erkrankung sank bei der gesunden, pflanzlichen Ernährung das Risiko für einen schweren Verlauf sogar um 41 %. Es zeigte sich außerdem eine deutliche Beziehung zwischen sozial benachteiligten Gruppen und einer schlechteren Ernährung, das galt vor allem in Gebieten, die sozioökonomisch benachteiligt waren.

 

Die Forscher betonen ausdrücklich die Bedeutung der Impfung und das Tragen von Gesichtsmasken in Innenräumen als Vorbeugung der Infektion mit COVID-19. Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nicht geimpft sind, können jedoch ihr Risiko mit einer gesunden, pflanzlichen Ernährung verringern. Das gilt sowohl für die Infektion als auch für den Verlauf der Krankheit. Die Forscher schätzen, dass rund ein Drittel der COVID-19-Fälle vermeidbar gewesen wären, wenn die Ernährung besser oder eine schlechtere Ernährung aufgrund eines geringeren sozialen Status nicht vorhanden gewesen wären. Sie empfehlen, dass sich gesundheitliche Strategien verstärkt auch an sozial schwächere Gruppen richten sollten.

 


Unser Tipp: Eine schlechte Ernährung ist mit Defiziten an Mikronährstoffen verbunden. Nahrungsergänzungen, z.B. mit Vitaminen und Mineralien etc., können dazu beitragen, solche Defizite zu vermeiden. Dabei sollte auf eine gute Qualität geachtet werden.

 

Quelle
Jordi Merino et al., Diet quality and risk and severity of COVID-19: a prospective cohort study. In: Gut, 2021, online 6.9.2021, doi: 10-1136/gitjnl-2021-325353.


Der erhöhte Verzehr von fettreichen Fischen, die gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, verringerte bei Migräne-Patienten in einer Studie die Kopfschmerzen.

 

Der erhöhte Verzehr von fettreichen Fischen, die gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, verringerte bei Migräne-Patienten in einer Studie die Kopfschmerzen.

 

Die Migräne, eine neurologische Erkrankung mit phasenweise auftretenden chronischen Kopfschmerzen, schränkt die Lebensqualität der Betroffenen stark ein. Die Verbreitung von Migräne nahm in den Industrieländern in den letzten Jahren deutlich zu, Frauen im Alter von 18 bis ca. 44 Jahren sind häufiger betroffen. Zwar können Medikamente die Migräne zum Teil verringern, sie haben jedoch auch einige Nebenwirkungen, z.B. durch Sedierung und Abhängigkeit. Es gibt Hinweise, dass bei Migräne auch die Ernährung eine Rolle spielen könnte. Die moderne industrialisierte Ernährung enthält meist nur geringe Mengen der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus fettreichen Fischen (EPA und DHA). Enthalten sind jedoch reichliche Anteile an Linolsäure, einer Omega-6-Fettsäure (z.B. in Mais-, Soja- und anderen Ölen etc.).

 

Sie ist u.a. ein Vorläufer körpereigener Signalmoleküle (Oxylipine), die (in präklinischen Studien) nachweislich Schmerzen verstärken, während die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sie verringern. Ein US-amerikanisches Forscherteam hatte bereits die Wirkungen von Linolsäure auf chronische Schmerzen, darunter auch Migräne, untersucht. Dabei zeigte sich, dass eine Ernährung mit einem geringeren Gehalt an Linolsäure und einer erhöhten Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren dazu beiträgt, Schmerzen und entzündliche Prozesse zu lindern. Nun erweiterten die Forscher ihre Studie und prüften bei 182 Erwachsenen (88 % Frauen), die häufig unter Migräne litten (5 bis 20 Tage pro Monat), verschiedene Ernährungsweisen. Es sollte festgestellt werden, ob Maßnahmen in Bezug auf Fettsäuren die zirkulierenden Lipid-Mediatoren, die an der Entstehung von Kopfschmerzen beteiligt sind, verändern und Kopfschmerzen bei Erwachsenen mit Migräne verringern können.

 

Die Teilnehmer wurden zufällig einem von drei Ernährungsplänen zugeteilt. Alle erhielten für 16 Wochen Mahlzeiten, die Fisch, Gemüse, Hummus, Salate und Frühstücksprodukte enthielten. Unterschiedlich war jedoch jeweils der Gehalt an den Fischölen EPA und DHA sowie an Linolsäure. Eine Gruppe nahm gute Mengen an fettreichem Fisch oder Fischölen (1,5 g pro Tag) zu sich, bei einer gleichzeitig geringeren Zufuhr von Linolsäure. Die zweite Gruppe erhielt ebenso Mahlzeiten mit einem hohen Gehalt an fettreichen Fischen, jedoch auch einen höheren Anteil an Linolsäure. Die dritte Gruppe erhielt zum Vergleich Mahlzeiten mit einer hohen Menge an Linolsäure und einem geringeren Anteil an fettreichen Fischen (<150 mg EPA/DHA pro Tag), wie es der üblichen Ernährung in den USA entsprach. Alle Teilnehmer zeichneten die Anzahl ihrer Tage mit Migräne, deren Dauer und Intensität sowie die Auswirkungen auf die Arbeit und den Alltag und die Einnahme von Schmerzmedikamenten auf. Am Schluss fanden außerdem Blut- und Kopfschmerztests sowie eine Befragung der Teilnehmer zur Lebensqualität statt.

 

Beide Diäten mit einem erhöhten Anteil der Omega-3-Fettsäuren führten zu biochemischen Veränderungen, die mit einer verringerten Schmerzwahrnehmung einhergingen. Sie verbesserten zwar die Lebensqualität nicht signifikant, führten aber im Vergleich zur Kontrolldiät zu einer deutlichen geringeren Häufigkeit und Schwere der Kopfschmerzen. Die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und geringerer Linolsäure war dabei in einigen Ergebnissen wirksamer. Sie führte zu 30 % bis 40 % weniger Kopfschmerzstunden pro Tag, zu weniger starken Kopfschmerzen und verringerte die Tage mit Kopfschmerzen pro Monat im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Blutproben dieser Teilnehmergruppe wiesen auch niedrigere Werte an Lipiden auf, die mit Schmerzen verbunden sind.

 

Diese Studie zeigt auf biologisch plausible Weise, dass Schmerzen durch eine gezielte Umstellung der Ernährung behandelt werden können. Die Ergebnisse deuten auf grundlegende Mechanismen hin, die einen Zusammenhang zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und der Schmerzwahrnehmung herstellen. Eine optimierte Ernährung mit mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Linolsäure könnte Migräne-Patienten helfen, ihre Belastungen durch Kopfschmerzen zu senken. Ob dies auch dazu beitragen könnte, andere chronische Schmerzen zu lindern, sollte in weiteren Studien genauer erforscht werden.

 

Unser Tipp: Wie viele Ernährungsstudien zeigen, essen viele Menschen nicht genügend Fisch, damit ist die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren oft zu gering. Die Ergänzung von EPA und DHA kann die Versorgung bei einem geringen oder fehlenden Fischverzehr verbessern.

 

Quelle:
Christopher E. Ramsden et al., Dietary alteration of n-3 and n-6 fatty acids for headache reduction in adults with migraine: randomised controlled trial. In: British Medical Journal, online 1.7.2021, doi: 10.1136/bmj.n1448.


Vitamin D kann dazu beitragen, Verschlechterungen bei Asthma-Patienten, die mit üblichen Medikamenten (Kortikosteroiden) behandelt werden, zu verringern.

 

Vitamin D kann dazu beitragen, Verschlechterungen bei Asthma-Patienten, die mit üblichen Medikamenten (Kortikosteroiden) behandelt werden, zu verringern.

 

Rund drei Millionen Kinder und Erwachsene sind in Deutschland von Asthma (bronchiale) betroffen. Die ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der es zu Anfällen mit Atemnot und Hustenreiz etc. kommt. Bisher gab es zur Wirkung von Vitamin D auf Asthma aus früheren Studien noch keine einheitlichen Ergebnisse und Empfehlungen. Doch es gab deutliche Hinweise, dass Vitamin D sowohl die Entstehung von Asthma als auch den Verlauf beeinflussen könnte. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Vitamin D eng mit den Funktionen des angeborenen wie des erworbenen Immunsystems verbunden ist. Es kann weiter auf entzündliche Prozesse in den Atemwegen einwirken und zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten beitragen. Bekannt ist seit langem, dass viele Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind, das könnte auch Asthma-Patienten betreffen und den Verlauf ihrer Krankheit beeinflussen. Eine Gruppe von chinesischen Forschern stellte die Hypothese auf, dass die Ergänzung von Vitamin D die Wirkung der häufig eingesetzten Medikamente (Kortikosteroide), die zum Teil auch Nebenwirkungen haben, verbessern könnte. Damit ließe sich auch die Situation von Asthmapatienten verbessern. Das könnte sich z.B. auf plötzliche Verschlechterungen, Lungenfunktionen und die Asthmakontrolle verbessern.

 

Die Forscher werteten dazu relevante Studien bis zum Januar 2021 aus, in denen die Wirkung von Vitamin-D-Ergänzungen in Bezug auf eine sich verschlechternde Asthma-Situation untersucht wurde. Die Studien wurden bei Patienten mit einem mittleren bis schweren Asthma durchgeführt, die mit Kortikosteroiden behandelt wurden. In die Meta-Analyse konnten schließlich 12 Studien mit 1.543 Asthma-Patienten einbezogen werden, beteiligt waren Kinder und Erwachsene. Dabei zeigten sich beim Asthma-Kontroll-Score und in den Lungenfunktionen zunächst keine deutlichen Verbesserungen. Die Ergänzungen von Vitamin D konnten jedoch das Risiko eines sich verschlechternden Asthmas signifikant (RR 0,70) verringern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzungen von Vitamin D senkten bei Patienten, deren Asthma mit Kortikosteroiden behandelt wurde, sicher die Rate der Asthma-Verschlechterungen. Möglicherweise eröffnet sich damit die Perspektive, bei Asthma-Patienten auf einen Teil der Kortikosteroide mit Hilfe von Vitamin D-Gaben zu verzichten. Daher sollte zur Beziehung von Vitamin D und Asthma weiter geforscht werden.

 

Unser Tipp: Die Versorgung mit Vitamin D lässt sich mit einem Bluttest nachweisen. Ergänzungen von Vitamin D können Defizite, die bei vielen chronischen Krankheiten, wie auch bei Asthma, häufiger vorhanden sind, verbessern.

 

Quelle:
Ziyu Chen et al., Vitamin D can safely reduce asthma exacerbations among corticosteroid-using children and adults with asthma: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: Nutrition Research, online 13.6.2021, doi: 10.1016/j.nutres.2021.05.010.

 



Im Lauf des Lebens verändert sich der Energiebedarf von der Geburt über die Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter.

 

Im Lauf des Lebens verändert sich der Energiebedarf von der Geburt über die Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter. Dabei gibt es bei den Erwachsenen eine lange, stabile Phase. Erst ab etwa 60 Jahren sinkt der Energieverbrauch langsam und stetig ab.

 

Eine Gruppe von internationalen Forschern hat erstmals in einer Studie genau untersucht, wie sich der Energiebedarf im Lauf des Lebens entwickelt. Rund 6.400 Menschen aus 29 Ländern rund um die Welt waren im Alter von wenigen Tagen bis ins sehr hohe Alter von 95 Jahren daran beteiligt. In früheren Studien wurde bereits untersucht, wieviel Energie der Körper für die grundlegenden Lebensfunktionen, z.B. Atmung, Verdauung und Blutkreislauf verbraucht. Dies entspricht etwa 50 bis 70 Prozent der Kalorien, die wir täglich verbrennen. Nicht berücksichtigt wurde bisher die Energie, die Menschen für alle täglichen Verrichtungen verbrauchen. Um verlässliche Zahlen für die tägliche Gesamtenergie bei allen Teilnehmern zu ermitteln, verwendeten die Forscher eine sehr gute, jedoch aufwändige Methode (Double Labeled Water). Sie konnten auf diese Weise die Veränderungen des Energiestoffwechsels im Lauf des Lebens bestimmen und vergleichen. Dabei zeigte sich, dass der Gewebe-Stoffwechsel nicht konstant ist, sondern sich vor allem in vier Lebensphasen verändert. Bei der Geburt entspricht der Energieverbrauch, im Vergleich zum Körpergewicht, dem eines Erwachsenen. Der Energieverbrauch beschleunigt sich dann rasch und liegt mit rund einem Jahr um etwa 50 % über den Werten von Erwachsenen. Das führen die Forscher auf das schnelle Wachstum und die Entwicklung der Organe im ersten Lebensjahr zurück.

 

Auch die zunehmende körperliche Aktivität der Säuglinge spielt dabei eine Rolle. Ab einem Jahr bis zum Alter von 20 Jahren verringert sich der Energieverbrauch jedes Jahr um ca. 2,8 %. Dies verändert sich auch durch das erhöhte Wachstum in der Pubertät nicht. Vom 20. bis zum 60. Lebensjahr folgt eine relativ konstante Phase im Energieverbrauch. Dies gilt bei den Frauen auch während der Schwangerschaft und in der Menopause, in der sich der Energiebedarf kaum verändert. Dies ist generell unabhängig vom Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit, die ungefähr ab dem 30. Lebensjahr einsetzt. Die häufigen Gewichtszunahmen in den mittleren Lebensjahren lassen sich in diesen Jahrzehnten nicht auf einen Rückgang des Energiestoffwechsels beziehen. Viel eher sind sie auf eine zu hohe Kalorienzufuhr zurückzuführen, die über dem Verbrauch liegt. Bei den älteren Erwachsenen ab 60 Jahren sinkt dann der Energieverbrauch um etwa 0,7 % pro Jahr. Mit 90 Jahren braucht man demnach rund 26 % weniger Energie als drei Jahrzehnte zuvor. Als Gründe dafür kommen z.B. die Verluste der Muskelmasse im Alter in Frage, weil Muskeln mehr Kalorien benötigen als das Fettgewebe. Es müssen jedoch mehrere Gründe zusammenkommen, um diesen Rückgang zu erklären.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Energieverbrauch verändert sich im Lauf des Lebens von der Geburt bis ins hohe Alter. Eine Reihe dieser physiologischen Veränderungen sind mit dem Wachstum und dem höheren Alter verbunden. Doch die neuen Ergebnisse zeigen, dass die Veränderungen im Energiestoffwechsel offenbar von anderen Entwicklungen beeinflusst werden. Der Stoffwechsel, die Rate mit der Kalorien verbrannt werden, erreicht die Spitze schon früher, in den ersten Lebensjahren. Sie bleibt außerdem bei Erwachsenen sehr viel länger konstant, als man es bisher erwartet hätte. Der unvermeidliche Abbau im Energieverbrauch beginnt erst deutlich später als erwartet, etwa ab dem Alter von 60 Jahren. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen einzelnen Individuen. Damit eröffnen sich neue Aspekte für das individuelle Verhalten und Altern, auch zu speziellen Ernährungsweisen und Gesundheitsstrategien für die gesamte Lebensspanne.

 

Unser Tipp: Bei dem im Alter verringerten Energieverbrauch bleibt jedoch der Bedarf an Mikronährstoffen relativ konstant. Wird dieser Bedarf über eine bedarfsgerechte Ernährung nicht gedeckt, können Multi-Nahrungsergänzungen dazu beitragen, Defizite zu vermeiden.

 

Quelle
Herman Panzer et al., Daily energy expenditure through the human life course. In: Science, online 13.8.2021, doi: 10.1126/science.abe5017.


Vitamin B6 stärkt die körperliche Leistungen im Alter

 

Zur Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter trägt eine gute körperliche Leistungsfähigkeit bei. Dabei ist eine gute Versorgung mit verschiedenen B-Vitaminen nützlich. Vor allem Vitamin B6 kann sich direkt auf die körperlichen Leistungen auswirken.

 

Die Lebenserwartung der Menschen stieg in den letzten Jahrzehnten stetig an. Um auch im höheren Alter gesund und selbstständig zu leben, ist ein hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit eine gute Voraussetzung. Sie senkt auch das Risiko für Krankheiten und den Abbau der kognitiven Leistungen. Die regelmäßige, ausreichende Bewegung kann den Abbauprozessen vorbeugen und sie herauszögern. Auch eine gute Ernährung mit der ausreichenden Versorgung an wichtigen Mikronährstoffen kann dazu beitragen. Das gilt besonders für die B-Vitamine, speziell für Niacin, die Vitamine B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin) sowie für Folat. B-Vitamine spielen bei mindestens drei Mechanismen im Zusammenhang mit der körperlichen Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle. Ausreichende Aufnahmen der Vitamine B6, B12 und Folat senken die Konzentration von Homocystein. Zu hohe Werte dieser Aminosäure können zu Entzündungen führen und neurologische Funktionen beeinträchtigen, was zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen kann. Mehrere Studien zeigten, dass die Konzentration von Homocystein z.B. mit der Kraft des Quadriceps (Oberschenkelmuskel), der Leistung beim Aufstehen von einem Stuhl und der Ganggeschwindigkeit verbunden ist.

 

Niacin, die Vitamine B6, B12 und Folat tragen weiter zur Funktion der Mitochondrien (sogenannte Kraftwerke der Zellen) bei, die durch erhöhte Homocystein-Werte belastet werden. Darüber hinaus kann die Aufnahme von Niacin (und seiner Vorstufe Tryptophan) zu erhöhten Konzentrationen an NAD (Coenzym im Energiestoffwechsel) führen, was die Funktion der Mitochondrien verbessern kann. Nicht zuletzt können B-Vitamine die Muskelqualität auch durch ihre antioxidativen Eigenschaften und verbesserte neuromuskuläre Funktionen erhalten. Noch fehlt es jedoch an näheren Kenntnissen über diese Beziehungen. Eine Gruppe europäischer Forscher untersuchte daher den Zusammenhang zwischen der Zufuhr der B-Vitamine Niacin, B6, B12 und Folat und der körperlichen Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen.

 

Die Forscher verwendeten für ihre Analyse Daten aus der NU-AGE-Studie (European Project on Nutrition in Elderly People). Daran hatten in fünf Ländern Europas 1.249 gesunde ältere Erwachsene im Alter von 65-79 Jahren teilgenommen. Für sie lagen vollständige Daten zur Nahrungsaufnahme aus Lebensmittelprotokollen und Befragungen vor. Dazu gehörten auch Angaben über die Ergänzung von Vitaminen. Bei allen Teilnehmern wurde außerdem die körperliche Leistungsfähigkeit mit einer Reihe von Tests bestimmt. Für die Aufnahme von Niacin, B12 oder Folat und der körperlichen Leistungsfähigkeit zeigten sich dabei keine deutlichen Beziehungen. Gleiches galt auch für die Konzentrationen von Homocystein. Dagegen konnte die gute Zufuhr von Vitamin B6 bei den Teilnehmern die Zeit für das Aufstehen von einem Stuhl verkürzen. B6 wirkte sich dazu signifikant auf die Handgriffstärke aus. Dabei spielte die Interaktion zwischen der B6-Aufnahme und dem Niveau der körperlichen Aktivität eine signifikante Rolle. Bei Teilnehmern mit der geringsten körperlichen Aktivität war eine höhere Zufuhr an Vitamin B6 tendenziell mit einer größeren Handgriffstärke verbunden. Bei Teilnehmern mit der höchsten körperlichen Aktivität beeinflusste die höhere Zufuhr an B6 die Handgriffstärke nicht oder verringerte sie sogar.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei älteren und körperlich aktiven Europäern zeigte sich vor allem für eine gute Versorgung mit Vitamin B6 eine Beziehung zum schnelleren Aufstehen von einem Stuhl. Bei Teilnehmern, die weniger körperlich aktiv waren, zeigte sich mit einer guten B6-Versorgung vor allem eine Beziehung zur Handgriffstärke. Eine gute Versorgung mit Vitamin B6 könnte dazu beitragen, dem altersbedingten Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit vorzubeugen bzw. ihn zu verlangsamen. Das gilt besonders für ältere Menschen, bei denen eine Steigerung der körperlichen Aktivität nicht möglich ist.

 

Unser Tipp: Die acht B-Vitamine haben unterschiedliche und sehr komplexe Funktionen, gemeinsam ist ihnen, dass sie wasserlöslich sind. Sie werden oft als vollständiges Spektrum angeboten, da sie sich zum Teil ergänzen und synergistisch wirken. Bei Bedarf können B-Vitamine jedoch auch einzeln ergänzt werden.

 

Quelle:
Pol Grootswagers et al., Vitamin B-6 intake is related to physical performance in European older adults: results of the New Dietary Strategies Addressing the Specific Needs of the Elderly Population for Healthy Aging in Europa (NU-AGE) study. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 113, Nr. 4, 2021, S. 781-789, doi: 10.1093/ajcn/nqaa368.


Schwangere Frauen brauchen genügend Zink und Eisen

 

Eine gute Versorgung mit den Mineralien Zink und Eisen ist für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sehr wichtig. Sie erfolgt über Nährstoffspeicher, die schon im Fötus aufgebaut wurden sowie über die Muttermilch. Eine Studie zeigt jedoch, dass schwangere Frauen nicht immer ausreichend mit Zink und Eisen versorgt sind.

 

Die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen ist für das Wachstum und die Entwicklung des Fötus essentiell. Ob im Einzelfall Ergänzungen an Mikronährstoffen bei schwangeren Frauen empfehlenswert sind, das kann am besten mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden. Die Mutter überträgt vor allem in der späten Schwangerschaft wichtige Nährstoffe über die Plazenta an ihr Kind. Dadurch wird ein Speicher an Nährstoffen aufgebaut, der zur Nutzung im frühen Säuglingsalter bereitsteht. Fehlt es Frauen sowohl in der Zeit der Befruchtung als auch im Lauf der Schwangerschaft an wichtigen Nährstoffen, kann sich das Risiko für Komplikationen erhöhen. Zu den für die Entwicklung des Fötus sehr wichtigen Mikronährstoffen gehören die Mineralien Eisen und Zink. Letzteres ist u.a. an der Zellteilung und Bildung von Wachstumshormonen beteiligt.

 

Eisen wird z.B. für die Entwicklung der Schilddrüse und des Gehirns benötigt. Im Lauf der Schwangerschaft steigt die Versorgung mit Zink und Eisen im Fötus an, sie werden von der Mutter besonders im dritten Trimester übertragen. Die Zink- und Eisenspiegel sind im Blut der Nabelschnur dann höher als im sonstigen Blut. Frühere Studien zeigten z.B. bei niedrigen Zinkwerten in der Schwangerschaft Beziehungen zur beeinträchtigten Entwicklung des Fötus und zu einem geringeren Geburtsgewicht. In den ersten Lebensmonaten erhalten gestillte Säuglinge Zink und Eisen durch die Muttermilch. Sie nutzen außerdem die vorher aufgebauten Speicher, um ihren Bedarf zu decken. Ist die Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend mit den beiden Mineralien versorgt, können Defizite an Eisen und Zink in den ersten Lebensmonaten entstehen.

 

Ein Team von Forschern aus Thailand und Deutschland prüfte in einer Studie, ob die Werte von Zink und Ferritin (Eisenspeicher-Protein) im Nabelschnurblut mit der Ernährung und dem Zink- und Eisenstatus in der Schwangerschaft sowie anderen Faktoren der Geburt verbunden sind. 117 Frauen nahmen in Bangkok ab dem Ende des zweiten Trimesters an der Studie teil und wurden bis zur Entbindung weiter beobachtet. Die Frauen gaben in einer Befragung Auskunft über ihre Ernährung. Alle erhielten in der Schwangerschaft Eisenpräparate, die meisten nahmen auch Zinkergänzungen ein. Die Ernährung der Frauen war nicht immer optimal bzw. versorgte nicht ausreichend mit diesen wichtigen Mikronährstoffen. Im Blut und in der Nabelschnur wurden die Werte von Zink und Ferritin bestimmt. Im Vergleich zum ersten Trimester der Schwangerschaft zeigten sich im dritten Trimester geringere Werte im eisenabhängigen Hämoglobin, die Vorkommen von Anämie waren etwas höher. Generell waren die Eisendefizite mit knapp 15 % relativ gering. Etwas mehr als die Hälfte der Frauen hatte jedoch deutliche Zinkdefizite (51 %). Auch die Art der Geburt beeinflusste die Zink- und Ferritinspeicher beim Säugling. Bei natürlichen Geburten waren Zink und Ferritin im Blut der Nabelschnur signifikant höher als bei Entbindungen durch einen Kaiserschnitt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Studie bestätigt die Bedeutung der mütterlichen Ernährung in der Schwangerschaft bis in die ersten Lebensmonate des Kindes hinein. Defizite an Eisen und besonders an Zink wurden bei den schwangeren Frauen festgestellt. Die Zinkspeicher der Säuglinge waren mit dem mütterlichen Zinkspiegel während der Schwangerschaft deutlich verbunden. Eine natürliche Geburt über die Vagina ist offenbar für den Transfer von Mikronährstoffen, speziell von Eisen und Zink, für das Kind vorteilhaft. Bei (nachgewiesenen) Defiziten an Zink und Eisen in der Schwangerschaft können Ergänzungen empfohlen und mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden. Sie können dazu beitragen, Komplikationen zu vermeiden und die Versorgung des Kindes mit diesen wichtigen Mikronährstoffen zu verbessern.

 

Unser Tipp: Für den weiblichen Stoffwechsel gibt es spezielle Empfehlungen zu geeigneten Nahrungsergänzungen. Besonders in der Schwangerschaft sollte bei vorhandenen Defiziten auf gut bioverfügbare Formen geachtet werden. Das gilt z.B. bei Eisen und Zink für organische Verbindungen, die meist besser verwertbar sind.

 

Quelle
Oraporn Dumrongwongsiri et al., Effect of Maternal Nutritional Status and Mode of Delivery on Zinc and Iron Stores at Birth. In: Nutrients, online 5.3.2021, doi: 10.3390/nu13030860.


Defizite an Vitamin D sind weltweit verbreitet. Davon sind selbst sonnenreiche Regionen betroffen, wie eine italienische Studie an Kindern und Jugendlichen zeigt. Vielen der Teilnehmer fehlte Vitamin D auch im Lauf des Sommers.

 

Defizite an Vitamin D sind weltweit verbreitet. Davon sind selbst sonnenreiche Regionen betroffen, wie eine italienische Studie an Kindern und Jugendlichen zeigt. Vielen der Teilnehmer fehlte Vitamin D auch im Lauf des Sommers.

 

Vitamin D spielt im Stoffwechsel von Kalzium und Phosphat eine wichtige Rolle. Es ist für den Knochenaufbau und das gesamte Knochen- und Muskelsystem ein Leben lang sehr wichtig. Es ist weiter an vielen Vorgängen im Stoffwechsel und am Immunsystem beteiligt. Defizite in der Versorgung mit Vitamin D werden weltweit recht häufig festgestellt. Die Aufnahmen aus der Ernährung sind gering, die wichtigsten Quellen sind fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Makrele. Einige Lebensmittel, z.B. Margarine etc., sind mit Vitamin D angereichert. In erster Linie wird Vitamin D jedoch über die Einwirkung des Sonnenlichts auf die Haut im Körper gebildet. Empfohlen sind dafür täglich ca. 15 bis 30 Minuten Aufenthalt im Freien mit unbedeckten Hautpartien. Im Sommer wird entsprechend mehr Vitamin D hergestellt als in den sonnenärmeren Monaten des Winters, das gilt vor allem für nördlicher gelegene Regionen. Doch es gibt auch für die südlicheren Länder Hinweise, dass Vitamin D nicht immer ausreichend vorhanden ist.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher untersuchte daher in einer Studie die Vitamin-D-Spiegel in einer südlichen Region Italiens mit hoher Sonnenlichtexposition. In Apulien nahmen daran 1.500 Kinder und Jugendliche, vom Säuglingsalter bis zu Jugendlichen im Alter von 17 Jahren, teil. Bei allen wurde die Konzentration von Vitamin D (25(OH)D) im Serum bestimmt. Der Status wurde bei Werten bis zu 20 ng/ml als mangelhaft eingestuft. Als unzureichend galten 20 bis zu 30 ng/ml, eine Versorgung ab 30 ng/ml wurde als ausreichend gewertet. Im Durchschnitt lagen die Vitamin D-Werte bei bei 20 ng/ml, also auf der Grenze zwischen einer mangelhaften und unzureichenden Versorgung. Rund die Hälfte der Teilnehmer (49 %) hatte deutlich zu geringe Vitamin D-Werte unter 20 ng/ml. Nur 15 % der Kinder und Jugendlichen waren gut mit Vitamin D versorgt. In Abhängigkeit von der Jahreszeit wurden Schwankungen in der Vitamin D-Versorgung beobachtet. Doch selbst im Sommer kam nur knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen auf ausreichende Vitamin D-Werte.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mehr als 80 % dieser Kinder und Jugendlichen aus dem Süden Italiens hatten Vitamin D-Werte, die als unzureichende oder gar mangelhafte Versorgung gilt. Die Defizite konnten selbst im Sommer nicht in einem größeren Maß verbessert werden. Die Forscher empfehlen, mit Hilfe von Screenings und gegebenenfalls Ergänzungen den Vitamin D-Status zu verbessern. Dabei sollten das Alter, der allgemeine Ernährungszustand und die Jahreszeiten berücksichtigt werden.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist einzeln oder kombiniert in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Dabei sollte auf gut bioverfügbare Formen, z.B. als emulgiertes oder liposomales Vitamin D, geachtet werden.

 

Quelle:
Irene Rutigliano et al., Is sunlight enough for sufficient vitamin D status in children and adolescents? A survey in a sunny region of southern Italy. In: Nutrition Vol. 84, Nr. 4, 2021, doi: 10.1016/j.nut.2020.111101.


Neue Ernährungspyramide zur rheumatoiden Arthritis

 

Die Ernährung kann die Entwicklung der rheumatoiden Arthritis beeinflussen. Forscher stellten aufgrund bisheriger Kenntnisse dazu eine neue Ernährungspyramide vor, die für Patienten nützlich sein kann.

 

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Autoimmun- und Entzündungskrankheit, die durch die Zerstörung von Knorpel, Knochen und Gelenken gekennzeichnet ist. Stark beteiligt ist der Stoffwechsel der T-Lymphozyten (wichtige Zellen des Immunsystems), der sich möglicherweise durch diätetische Maßnahmen beeinflussen lässt. Eine gute Ernährung ist allgemein für das Immunsystem sehr wichtig, da sie z.B. Entzündungen, die Antigenpräsentation, antioxidative Abwehrmechanismen und die Darm-Mikrobiota beeinflusst. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zeigt sich häufiger eine nicht ausreichende Ernährungsqualität, was den Zustand beeinträchtigen kann. Eine schlechte Ernährung ist mit einer länger anhaltenden Morgensteifigkeit und mehr eingeschränkten Funktionen verbunden. Vielen Patienten ist bewusst, dass die Ernährung eine wichtige Rolle beim Ausmaß ihrer Symptome spielt. Rund die Hälfte versucht daher, ihre Ernährung zu ändern, um Symptome zu verbessern. Vor diesem Hintergrund setzte sich eine Gruppe italienischer Forscher das Ziel, die bisherigen Nachweise zur Ernährung bei der rheumatoiden Arthritis zu bewerten. Sie prüften über 200 Studien und entwickelten eine Ernährungspyramide, die Patienten mit rheumatoider Arthritis helfen soll, ihre Ernährung zu verbessern, den oxidativen Stress zu reduzieren sowie Entzündungen und einem schwachen Immunsystem entgegenzuwirken.

 

Allgemein günstig ist der erhöhte Verzehr von Obst und Gemüse. Möglichst drei Portionen Obst (vor allem Beeren und Zitrusfrüchte) und zwei Portionen Gemüse (besonders grünes Blattgemüse), eine Portion roh, die andere gekocht, werden täglich empfohlen. Bei Tomaten wurden zum Teil Unverträglichkeiten beobachtet, man rät den Patienten daher zu beobachten, ob der Verzehr die Symptome beeinflusst. Experimentelle Forschungen deuten darauf hin, dass Gewürze, die Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) enthalten, nützlich sein könnten. Dazu gehören Ingwer, Zimt und Kurkuma bzw. dessen Inhaltsstoff Curcumin. Einige Studien zeigten, dass ein erhöhter Fischkonsum das Risiko für die rheumatoide Arthritis verringern kann. Drei Portionen (möglichst fettreicher) Fisch pro Woche kann sowohl zur Prävention als auch zur Verbesserung von Symptomen nützlich sein. Wichtig sind hier die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen (EPA und DHA), die oft zu wenig aufgenommen werden. Sie wirken antioxidativ und antientzündlich, was bei der rheumatoiden Arthritis hilfreich sein kann.

 

Sie konkurrieren mit der Arachidonsäure um den Einbau in die Zellmembranen, was zu einer geringeren Synthese von Leukotrienen und Prostaglandinen (beides Arachidonsäurederivate) mit entzündlicher Aktivität führt. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren konnte in einigen Studien bei rheumatoider Arthritis typische Entzündungs-Marker signifikant verbessern. Bei ausreichender Dosierung trugen sie dazu bei, den Verbrauch von Medikamenten (NSAR) zu senken. Auch viele andere Mikronährstoffe, Vitamine und Mineralien sowie sekundäre Pflanzenstoffe, wirken antioxidativ, z.B. Selen, Kupfer, Mangan, Zink, Vitamin C und Carotinoide. Freie Sauerstoffradikale und proentzündliche Zytokine (Botenstoffe) sind bei der rheumatoiden Arthritis Mediatoren von Gewebeschäden. Antioxidantien können vor solchen Schäden schützen, da sie die Expression von Zytokinen und Kollagenase unterdrücken. Sie tragen auf diese Weise zum Schutz vor der rheumatoiden Arthritis und ihrer Entwicklung bei.

 

Vitamin D hat wichtige Funktionen im Knochensystem, es spielt eine Rolle im Stoffwechsel von Kalzium und bei der Knochenmineralisierung. Eine unzureichende Versorgung wirkt sich direkt auf die Knochengesundheit aus. Geringere Serumspiegel (25(OH)D < 50 nmol/L) sind z.B. mit Knochenverlust und Mineralisierungsdefekten verbunden, was zu mehr Fragilität und Frakturen führt. Bei Frauen in der Menopause kann der Mangel an Östrogen die Knochengesundheit zusätzlich beeinträchtigen. Ältere Frauen mit rheumatoider Arthritis haben daher ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Niedrige Vitamin D-Konzentrationen können auch mit Schmerzzuständen verbunden sein und zu höheren Vorkommen von Osteoporose beitragen. Bei den Patienten sollten die Vitamin D-Werte untersucht werden, gegebenenfalls kann die Ergänzung erfolgen. In einer Meta-Analyse zeigte sich ein Trend, dass Gaben von Vitamin D die Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis senken konnte. Viele Untersuchungen zeigten außerdem, dass die Vitamin A-Spiegel oft zu niedrig sind und ein Mangel häufiger vorkommt, was die Krankheitsaktivität ebenfalls beeinflussen kann.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ernährungspyramide für die rheumatoide Arthritis stützt sich auf die Analyse bisheriger klinischer Studien, die insgesamt noch relativ gering sind. Die Ernährungspyramide wurde daher bisher nicht in der Praxis beobachtet. Sie kann jedoch für die Prävention der rheumatoiden Arthritis mit Empfehlungen zur Ernährung und der Ergänzung wichtiger Antioxidantien eine sinnvolle Strategie sein, um die Symptome zu verbessern. Die Empfehlungen können auch Adipositas, Diabetes und Insulinresistenz sowie das metabolische Syndrom und kardiovaskuläre Krankheiten beeinflussen, die häufig mit der rheumatoiden Arthritis verbunden sind. Die Forscher regen weiter dazu an, die bisher oft ignorierten Beziehungen zwischen der rheumatoiden Arthritis, der Immunität, Entzündungen sowie den Belastungen durch oxidativen Stress und der Ernährung näher zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Für die rheumatoide Arthritis gibt es eine Reihe empfehlenswerter Nahrungsergänzungen, mit einzelnen und kombinierten Mikronährstoffen. Neben Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren haben auch viele andere Vitamine, Mineralien und pflanzliche Substanzen antioxidative und antientzündliche Wirkungen.

 

Quelle:
Mariangela Rondanelli et al., Ideal food pyramid for patients with rheumatoid arthritis: A narrative review. In: Clinical Nutrition Vol. 40, Nr. 3, 2021, doi: 10.1016/j.clnu.2020.08.020.


Bioaktive Mikronährstoffe für die Haut

 

Die Gesundheit der Haut wird ein Leben lang durch die Ernährung beeinflusst, dazu tragen viele Mikronährstoffe bei. Sie können die Haut vor schädlichen Einflüssen aus der Umwelt und auch vor Altersprozessen schützen.

 

Die Haut ist das größte Organ des Körpers, sie besteht aus mehreren Schichten und ist eine wichtige Barriere zur Außenwelt. Sie kann uns vor schädlichen Einwirkungen, z.B. vor Bakterien, Chemikalien und den UV-Strahlen des Sonnenlichts, schützen. Die Haut hat wichtige Funktionen im Wasser- und Elektrolythaushalt, in der Thermoregulation sowie im Immunsystem. Sie ist auch am Stoffwechsel, z.B. durch die Aufnahme und Speicherung von Stoffen, beteiligt. Der Zustand der Haut, ihre Oberfläche, Farbe und physiologische Eigenschaften, ergibt sich aus der Versorgung mit Wasser sowie dem Gehalt an Sebum (Talg) und Säuren (pH-Wert). Auch die allgemeine Gesundheit, das Alter und nicht zuletzt die gesunde Ernährung spielen eine wichtige Rolle für die Haut. Dabei ist die Zufuhr von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten ebenso wichtig wie die Aufnahme von Mikronährstoffen, von Vitaminen, Mineralien, Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Sie alle beeinflussen z.B. die Elastizität, Festigkeit, Faltenbildung und Feuchtigkeit der Haut. Sie können außerdem dazu beitragen, Hautkrankheiten vorzubeugen. Eine Gruppe von polnischen Forscherinnen stellte in einer Übersicht die aktuellen Kenntnisse über die Beziehung der Haut zu den Mikronährstoffen vor.

 

Die Haut verändert sich ständig mit einer schnellen Proliferation (Zellbildung). Dies wird durch Umweltfaktoren, z.B. die Einwirkung von UV-Strahlen im Sonnenlicht oder das Rauchen, beeinflusst. Eng damit verbunden ist die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies und der oxidative Stress. Dadurch können z.B. die Hautbarriere, die Bildung von Kollagen und anderen Strukturproteinen beeinträchtigt werden. Äußerlich sichtbar wird das vor allem im höheren Alter. Zu den typischen Merkmalen der Altershaut gehören Falten, geringere Elastizität, Pigmentierungen, Trockenheit, Anfälligkeit für Irritationen und eine langsamere Regeneration und Heilung. Die Haut wird außerdem schlechter mit Blut, Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Viele Mikronährstoffe beeinflussen die Prozesse der Hautalterung, sie können die Zellbildung und den Stoffwechsel der Haut fördern. Dies wirkt der Hautalterung entgegen, trägt zu einem jüngeren Erscheinungsbild bei und beugt oxidativen und UV-induzierten Hautschäden vor. Wichtig für die Haut sind vor allem die Vitamine A, C und E, Selen, Zink, Kupfer, Silizium, sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole, Carotinoide etc.) sowie die essentiellen mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Viele der für die Haut wichtigen Mikronährstoffe sind in kosmetischen oder therapeutischen Cremes und Salben enthalten. Sehr wichtig ist jedoch auch die Zufuhr von Mikronährstoffen mit der Ernährung oder Ergänzungen, um die Haut von innen mit allen nötigen Substanzen zu versorgen.

 

Vitamin A (Retinoide), einschließlich der Vorstufe Beta-Carotin, verbessert die Haut durch eine verringerte Faltenbildung, erhöhte Glätte und geringere Pigmentierung. Vitamin A trägt zur Pflege der Altershaut und zur Beseitigung von Zeichen der Lichtalterung bei. Es wird auch zur Behandlung einiger Hautkrankheiten eingesetzt (z. B. Akne, Warzen, Dermatosen). Bei den Mineralien beeinflussen vor allem Selen, Kupfer und Zink die Hautalterung. Selen wirkt über Enzyme (z.B. Gluthationperoxidase) antioxidativ, kann vor oxidativem Stress durch UV-Strahlung schützen und der davon abhängigen Faltenbildung vorbeugen. Zink ist für das Immunsystem wichtig, es schützt auch die Haut, besonders vor Schäden durch UV-Strahlung bzw. allgemein vor Hautalterung. Die innere und/oder äußerliche Anwendung von Zink trägt seit langem zur Regeneration und Heilung der Haut bei. Zinkpasten und -salben reinigen die Haut von überschüssigem Talg, stellen ihren natürlichen pH-Wert wieder her, wirken adstringierend und können zur Hemmung von Entzündungen und Akne beitragen. Zink wird zur Behandlung zahlreicher dermatologischer Erkrankungen wie Infektionen, entzündliche Dermatosen und Pigmentstörungen eingesetzt. Kupfer ist für den gesamten Zustand der Haut wichtig, es beeinflusst die Bildung der Fibroblasten (kollagenbildende Zellen), Hautproteine und neuer Blutgefäße (Angiogenese). Kupfer ist ein Cofaktor des antioxidativen Enzyms Superoxiddismutase, das vor freien Radikalen schützt. Es ist auch ein Cofaktor des Enzyms Tyrosinase, das an der Synthese des Hautpigments Melanin beteiligt ist.

 

Essentielle Fettsäuren sind für die Hautbarriere und -integrität sowie für die Hautstruktur und -funktionen wichtig. Zu den Symptomen eines Mangels gehören die Trockenheit, das Schälen und die Schlaffheit der Haut, und sie kann anfälliger für Reizungen werden und langsamer heilen. Pflanzenöle, die reich an Linol- und Gamma-Linolensäure sind, verbessern z.B. die Hauthydratation, wirken regenerierend auf die geschädigte Lipidbarriere der Oberhaut und regulieren den Hautstoffwechsel. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Pflege trockener, empfindlicher, fettiger, zu Akne neigender und reifer Haut. Die Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Hautfunktionen. Obwohl sie in der Oberhaut nicht vorhanden sind, reichern sich dort ihre Metaboliten nach der Aufnahme von Fischölen an. Studien zeigten, dass die Omega-3-Fettsäuren antioxidativ und antientzündlich wirken, sie können auch dazu beitragen, den Schweregrad von Erythemen (Hautrötungen) zu verringern.

 

Viele pflanzliche Substanzen (Polyphenole, darunter vor allem Flavonoide) wirken sowohl innerlich als auch äußerlich auf die Haut. Sie können durch antimutagene und antioxidative Eigenschaften vor UV-Strahlen schützen und zur Pflege der reiferen Haut beitragen. Das gilt besonders für Quercetin, Curcumin. Silymarin (Mariendistel), Proanthocyanidine und Resveratrol. Auch der grüne Tee enthält mit den enthaltenen Catechinen wichtige Polyphenole, die Hautzellen schützen und schädliche Wirkungen von UV-Strahlen und Altersprozessen lindern, auch sie wirken antientzündlich und antioxidativ. Neben Beta-Carotin haben auch andere Carotinoide hautschützende Wirkungen, das gilt z.B. für Lutein und Zeaxanthin. Carotinoide beugen mit entzündungshemmenden und UV-filternden Effekten der Hautalterung vor, sie regen Fibroblasten an, Kollagen und Elastin zu bilden. Sie verbessern die Elastizität, Hydratation, Textur der Haut und reduzieren Verfärbungen.

 

Die Forscherinnen ziehen das Fazit: Die Haut ist ein empfindlicher Indikator für den Mangel an Nährstoffen. Der effektivste Weg, den Zustand der Haut zu verbessern, ist die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen, sowohl äußerlich als auch innerlich durch eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung und bei Bedarf durch Ergänzungen von Mikronährstoffen. Wichtig sind Substanzen, die die Hautbarriere schützen und regenerieren, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut fördern sowie vor äußeren Faktoren und entzündungsbedingten Schäden schützen. Das gilt z.B. für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Antioxidantien und Phytonährstoffe, die freie Radikale abfangen und oxidative Hautschäden lindern. Zum Schutz vor negativen Wirkungen übermäßiger UV-Strahlung im Sonnenlicht tragen die Vitamine A, C und E sowie Selen, Zink, Kupfer, Silizium, Polyphenole und Carotinoide bei. Antioxidantien können eine wirksame Ergänzung zu chemischen und physikalischen UV-Filtern sein und DNA-Schäden reduzieren, die zur Hautalterung führen und zur Entstehung von Hautkrebs beitragen. Die gute Aufnahme dieser Substanzen aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen könnte dazu beitragen, Altersprozessen der Haut vorzubeugen.

 

Unser Tipp: Mikronährstoffe, die zum Schutz der Haut beitragen, sind einzeln und kombiniert in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Besonders wichtig sind dabei gut bioverfügbare Substanzen.

 

Quelle:
Monika Michalek et al., Bioactive Compounds for Skin Health: A Review. In: Nutrients online 12.1.2021, doi: 10.3390/nu13010203.


Stark prozessierte Lebensmittel erhöhen kardiovaskuläres Risiko

 

Zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig, so lautet zu oft das Fazit von Fachleuten über die Ernährung. Der Trend zu Fertiglebensmitteln, die stark industriell verarbeitet sind, hat eine Kehrseite, er verstärkt das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten.

 

Das Angebot an industriell verarbeiteten (prozessierten) Lebensmitteln nahm in den letzten Jahrzehnten sehr stark zu. Das verdrängte traditionellere Ernährungsweisen, die selbst zubereitet wurden und natürliche bzw. wenig verarbeitete Lebensmittel verwendeten. Im Alltag siegt zu oft der Griff zu fertigen Lebensmitteln über die Lust am Kochen. Das hat langfristige Folgen für die Gesundheit. Eine stark prozessierte Ernährung wird, z.B. aufgrund des oft hohen Zucker- und Fettgehalts, mit Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten verbunden. Auch der Anteil von Salz ist oft zu hoch, außerdem fehlen oft wichtige Mikronährstoffe. Abhängig vom Ausmaß der industriellen Verarbeitung wurde eine Klassifizierung für Lebensmittel und Getränke eingeführt (NOVA). Zur höchsten Klasse gehören die ultra-prozessierten Lebensmittel. Dazu gehören z.B. Snacks, Getränke und Fertiggerichte. Sie enthalten oft Aromen, Farb- und andere Zusatzstoffe, die sensorische Eigenschaften von Lebensmitteln oder Speisen imitieren oder verstärken.

 

Sie sind meist verzehrfertig, schmackhaft, preiswert und lange haltbar. Sie konkurrieren vor allem mit Lebensmitteln, die von Natur aus verzehrfertig sind (z.B. Obst) oder frisch zubereitet werden müssen. Nach Schätzungen haben ultra-prozessierte Lebensmittel längst einen hohen Anteil (über 50 %) an der Ernährung in den USA. In Europa ist dies mit einem Anteil von 24 bis 35 % der täglichen Energieaufnahmen noch geringer. Bisher eher wenig untersucht ist, welchen Einfluss stark prozessierte Lebensmittel auf die Gesundheit haben. Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten und Krebs sowie auf ein damit verbundenes erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Zu den möglichen Ursachen gehören Wirkungen auf die Gesundheit durch die Art der Verarbeitung, die Zusammensetzung der Nährstoffe und Aspekte, die das Sättigungsgefühl beeinflussen.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher untersuchte in einer großen Bevölkerungsstudie (Moli-sani), wie stark prozessierte Lebensmittel die Gesundheit sowie Krankheits- und Sterblichkeits-Risiken beeinflussen. An der Studie nahmen rund 22.000 Frauen und Männer (im Durchschnitt 55 Jahre) teil. Geprüft wurde im Lauf von rund acht Jahren der Beobachtung, wie sich die in prozessierten Lebensmitteln enthaltenen Haupt-Nährstoffe (z.B. Zucker und gesättigte Fette) auf die Gesundheit auswirkten. Alle Teilnehmer gaben detaillierte Auskünfte über ihre Ernährung. Damit konnte der Anteil von ultra-prozessierten Lebensmitteln ermittelt werden. Wurden sie häufig verzehrt, so war dies mit einem erhöhten Risiko für die allgemeine Sterblichkeit bzw. aufgrund von kardiovaskulären Krankheiten verbunden. Das wurde zum Teil auf den hohen Zuckergehalt dieser Lebensmittel zurückgeführt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt im übrigen die Auswertung einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie (NHANES 2011-2016). Dort lag der Anteil der ultra-prozessierten Nahrung bei über 50 % der Energieaufnahmen. Auch hier zeigte sich die Beziehung zur beeinträchtigten kardiovaskulären Gesundheit.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Studie zeigt ein erhöhtes Risiko für die gesamte und kardiovaskuläre Mortalität in Verbindung mit einem hohen Konsum von ultra-prozessierten Lebensmitteln in einer mediterranen Bevölkerung. Sie gibt einen Einblick in mögliche biologische Mechanismen, die durch hoch verarbeitete Lebensmittel schädliche Wirkungen auf die Gesundheit ausüben könnten. Diese Ergebnisse sollten dazu anregen, mehr über die Ursachen dieser Beziehungen zu forschen. Sie sollten auch dazu anregen, mehr frische oder zumindest nur minimal industriell verarbeitete Lebensmittel zu verzehren und frisch zubereitete Gerichte und Mahlzeiten zu bevorzugen.

 

Quelle
Marialaura Bonaccio et al., Ultra-processed food consumption is associated with increased risk of all-cause and cardiovascular mortality in the Moli-sani Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 112, Nr. 2, 2021, S. 446-455, doi: 10.1093/ajcn/nqaa299.
Zefeng Zhang et al., Association between ultraprocessed food intake and cardiovascular health in US adults: a cross-sectional analysis of the NHANES 2011-2016. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 113, Nr. 2 2021, S. 428-436, doi: 10.1093/ajcn/nqaa 276.


Gute Kenntnisse über Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe, die Entzündungen fördern oder verringern können, tragen zu einer gesunden Ernährung bei. Das kann sich auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten auswirken.

 

Gute Kenntnisse über Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe, die Entzündungen fördern oder verringern können, tragen zu einer gesunden Ernährung bei. Das kann sich auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten auswirken.

 

Bei der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Krankheiten spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Sie kann mit bestimmten Inhaltsstoffen Entzündungen beeinflussen, ihre Ausbreitung fördern oder hemmen. Proentzündlich kann vor allem der höhere Verzehr von zuckerreichen, raffinierten und prozessierten Lebensmitteln wirken. Dazu tragen z.B. zu viele gesättigte Fettsäuren und entzündlich wirkende Zytokine (regulatorische Proteine) und Adipozyten (Fettgewebshormone) bei. Eine Ernährung, die reichlich Gemüse, Obst und Fisch enthält, dazu wichtige Vitamine und Mineralien sowie viele Antioxidantien (Omega-3-Fettsäuren etc.) und Ballaststoffe liefert, kann dagegen zur Senkung von Entzündungen beitragen. Bisher wurde jedoch nicht untersucht, ob Ernährungsweisen mit einem höheren entzündlichen Potenzial langfristig das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten erhöhen können. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern untersuchte dies in einer (prospektiven) Studie.

Rund 75.000 Frauen aus der Nurses Health Study (1984-2016), rund 92.000 Frauen aus dem zweiten Zweig dieser Studie (1991-2015) und rund 44.000 Männer aus der Health Professionals Follow-up Study (1986-2016) waren in die Studie einbezogen. Alle Teilnehmer hatten zu Beginn weder Herz-Kreislauf- noch Krebskrankheiten. Ihre Ernährung wurde alle vier Jahre mit Befragungen zur Häufigkeit von verzehrten Nahrungsmitteln genauer bestimmt. Das entzündliche Potenzial ihrer Nahrung wurde anhand eines Lebensmittel-Scores (EDIP, Empirical Dietary Inflammatory Pattern) bewertet. Außerdem konnten die Forscher verschiedene Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten in ihre Analysen einbeziehen, die bei den Teilnehmern bestimmt wurden. Bewertet wurden dabei z.B. auch die Einnahmen von entzündungshemmenden Medikamenten sowie der Body Mass-Index. In den drei Langzeit-Studien traten knapp 16.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten auf.

 

Darunter waren knapp 10.000 Fälle von koronaren Herzkrankheiten und rund 6.000 Schlaganfälle. Allgemein ging ein stärkeres Entzündungspotenzial in der Nahrung, angezeigt durch höhere EDIP-Scores, mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten einher. Das galt für alle drei Studien, und die Ergebnisse waren für beide Geschlechter ähnlich. Teilnehmer, die eine Ernährung mit einem hohen Anteil von proentzündlichen Lebensmitteln bevorzugten, hatten ein um 46 % höheres Risiko für Herzerkrankungen und ein 28% höheres Risiko für Schlaganfälle im Vergleich zu Teilnehmern, deren Ernährung stärkere antientzündliche Komponenten hatte. Bei einer Untergruppe von knapp 34.000 Teilnehmern zeigte sich, dass ein höherer EDIP-Score mit einem höheren Profil an proentzündlichen Biomarkern, geringeren Spiegeln von Adiponektin (Fettgewebshormon) und einem ungünstigeren Profil der Blutfette verbunden war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Ernährungweisen mit einem erhöhten proentzündlichen Potenzial waren in diesen drei Langzeit-Studien mit einem stärkeren kardiovaskulären Risiko verbunden. Ein geringes entzündliches Potenzial der Ernährung kann möglicherweise eine wirksame Strategie zur Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten sein. Die Forscher schlagen vor, Lebensmittel mit einem höheren Gehalt an Antioxidantien und Ballaststoffen zu verzehren, um Entzündungen im Körper zu senken. Dazu tragen grüne Blattgemüse (Grünkohl, Spinat, Kohl, Rucola), gelbes Gemüse (Kürbis, gelbe Paprika, Bohnen, Karotten), Vollkorngetreide, Kaffee, Tee und Wein (bei mäßigem Konsum) bei. Die Forscher schlagen weiter vor, die Aufnahme von raffiniertem Zucker und raffiniertem Getreide, frittierten Lebensmitteln und Limonaden zu begrenzen. Auch der Verzehr von verarbeitetem roten Fleisch sollte eingeschränkt werden. Diese Nahrungsmittel tragen zu einem erhöhten proentzündlichen Ernährungsindex bei.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc., haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen EPA und DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Grüntee-Extrakte, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen.

 

Quelle:
Jun Li et al., Dietary Inflammatory Potential and risk of Cardiovascular Disease Among Men and Women in the U.S. In: Cardiology, online 10.11.2020, doi: 10.1016/jacc.2020.09.535.


Mikronährstoffe beim Sport und danach

 

Die gute Ernährung und Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen können die Leistungen und die kardiovaskuläre Gesundheit von Sportlern fördern. Einige Makro- und Mikronährstoffe spielen z.B. eine Schlüsselrolle bei Leistungen im Marathonlauf und für die Erholung nach dem Training, wie zwei neue Studien zeigen.

 

Eine Gruppe spanischer Forscher untersuchte in einer kleinen Studie die Zufuhr bestimmter Makronährstoffe und Mineralien, die die kardiovaskuläre Gesundheit von Freizeit-Marathonläufern beeinflussen könnten. 37 Läufer wurden nach ihren durchschnittlichen Laufzeiten (3 Std. 39 Minuten) in zwei Gruppen mit schnelleren und langsameren Läufern eingeteilt. Vor und nach einem Marathonlauf wurden bei allen Teilnehmern neben Daten zu Körpergröße und -bau auch Informationen über die Aufnahme von Makronährstoffen, das Lipidprofil und Mineralien gesammelt. 24 Stunden vor dem Lauf, unmittelbar danach und noch einmal 48 Stunden danach wurden verschiedene Werte bestimmt. Dazu gehörten die Mineralien Natrium, Kalium und Magnesium sowie das Lipidprofil (u.a. LDL-, HDL-Cholesterin). Untersucht wurden auch typische Marker für Muskelschäden (Kreatinkinase), Entzündungen (C-reaktives Protein) und die kardiovaskuläre Gesundheit. Die Teilnehmer der schnelleren Läufergruppe waren etwas leichter und hatten einen geringeren BMI. Sie nahmen mehr einfache und ungesättigte Fettsäuren auf und hatten höher Werte an Eisen, Kalium und Magnesium. Die Teilnehmer der langsameren Läufergruppe hatten höhere Werte bei den Triglyzeriden und niedrigere Werte beim „guten“ HDL-Cholesterin. Einige Marker für kardiovaskuläre Belastungen oder Verletzungen waren in dieser Gruppe höher, und 81 % hatten nach dem Lauf höhere Werte für den kardiovaskulären Stress.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Marathonläufer, die ausreichende Mengen an guten ungesättigten Fettsäuren sowie an Eisen, Kalium und Magnesium zu sich nahmen, hatten bessere Leistungen und zeigten bessere Werte in der kardiovaskulären Gesundheit.

 

In einer anderen Studie untersuchten brasilianische Forscher, ob Vitamin C (Ascorbinsäure) die übermäßige Entstehung von oxidativem Stress beim Training oder danach verringern kann. Die Forscher werteten dazu 18 (randomisiert kontrollierte) Studien mit 313 gesunden Teilnehmern (62 % Männer, im Durchschnitt 24 Jahre alt) in einer Meta-Analyse aus. Geprüft wurde, ob Ergänzungen von Vitamin C nach einer Trainingseinheit den oxidativen Stress, typische Entzündungsmarker, Muskel- und Wundschäden sowie die Funktionen des Muskel-Skelett-Systems beeinflussen können. Die Gaben von Vitamin C verringerten vor allem den oxidativen Stress (Lipidperoxidation) direkt nach dem Training und bis zu zwei Stunden danach. Das proentzündlich wirkende Interleukin-6 (IL-6) war ebenfalls etwas verringert. Die Forscher schließen daraus, dass Ergänzungen von Vitamin C nach dem Training den oxidativen Stress und entzündliche Reaktionen verringern können.

 

Unser Tipp: Für Sportler gibt es spezielle Angebote an zertifizierten Nahrungsergänzungen, die frei von im Sport unerlaubten Stoffen sind. Wichtig ist für Sportler auch, dass z.B. bei Ergänzungen von Eisen, Magnesium und Vitamin C auf gut verwertbare Formen geachtet werden sollte.

 

Quelle:
Emma Roca et al., Macronutrient and mineral intake effects on racing time and cardiovascular health in non-elite marathon runners. In: Nutrition Vol. 78, Nr. 10 2020, doi: 10.1016/j.nut.2020.110806.
Natiele Camponogara Righi et al., Effects of vitamin C on oxidative stress, inflammation, muscle soreness, and strength following acute exercise: meta-analyses of randomised clinical trials. In: European Journal of Nutrition Vol. 59, Nr. 7 2020, S. 2827-2839, doi: 10.1007/s00394-020-02215-2.


Ernährung und Mikronährstoffe bei Asthma

 

Eine betont pflanzliche Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten trägt zum Schutz vor Asthma bei. Das betrifft sowohl die Entstehung von Asthma als auch den Verlauf der Krankheit.

 

Asthma, eine chronische Erkrankung, ist durch Entzündungen und Verengungen der Atemwege gekennzeichnet, wodurch zeitweise der Luftstrom behindert wird. Häufige Symptome in den akuten Episoden sind Keuchen, Husten, Engegefühl in der Brust und Kurzatmigkeit. Es gibt einige Hinweise darauf, dass die Ernährung bei Asthma eine Rolle spielt. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern stellte die aktuellen Kenntnisse über Asthma und die Beziehung zur Ernährung bei Kindern und Erwachsenen vor.

 

Die in den westlichen Industrieländern typische Ernährung betont den Konsum von tierischen Produkten, mit reichlich Fleischwaren und prozessierten Lebensmitteln. Das geht auf Kosten des Verzehrs von Obst, Gemüse, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Die Asthma-Vorkommen haben mit der Verbreitung der westlichen Ernährung weltweit zugenommen. So wurden z.B. eine hohe Fettaufnahme und eine geringe Aufnahme von Ballaststoffen mit Atemwegsentzündungen und verschlechterten Lungenfunktion bei Asthmatikern verbunden. Verschiedene Nahrungsfette können die Entzündung der Atemwege beeinflussen. Während einige ungesättigte Fette eine schützende Rolle spielen könnten, vermuten Forscher, dass zu hohe Aufnahmen von gesättigten Fetten Entzündungen auslösen könnten. Bei der westlichen Ernährung werden meist mehr Omega-6- (Linolsäure etc.) als gesunde Omega-3-Fettsäuren (ALA, DHA, EPA) aufgenommen. Dieses ungünstige Verhältnis könnte proentzündliche Prozesse und allergische Reaktionen begünstigen, was auch zu Asthma beitragen kann. Ist dieses Verhältnis besser und sind Omega-3-Fettsäuren stärker vorhanden, können Entzündungen gehemmt werden. Auch beim höheren Verzehr von Vollkornprodukten mit einem reichlichen Anteil von Ballaststoffen können sich die Lungenfunktionen verbessern. Das wird auf deren antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen zurückgeführt. Beeinflusst werden z.B. typische Entzündungs-Marker (CRP, TNF, IL-6). Eine ballaststoffreiche Ernährung wirkt außerdem positiv auf die Darmbakterien ein, das trägt zum Schutz vor allergischen Reaktionen der Atemwege bei.

 

Ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse kann zum Schutz vor Asthma bei Kindern und Erwachsenen beitragen und die Symptome lindern. So konnten z.B. Asthmabeschwerden, Lungenfunktionen und Anwendungen von Medikamenten verringert werden. Das wird vor allem auf die Wirkungen einer pflanzlichen Ernährung bei systemischen Entzündungen, oxidativen Prozesse und die mikrobielle Zusammensetzung zurückgeführt. Enthalten sind reichlich ungesättigte Fettsäuren und antioxidative Mikronährstoffe, mit denen entzündliche Prozesse im Körper gehemmt werden können. Das gilt z.B. für die geringere Freisetzung von entzündlichen Zytokinen. Sie sind an Schädigungen durch freie Radikale und Immunreaktionen beteiligt, die bei der Entstehung und dem Verlauf von Asthma eine Rolle spielen. Dazu gehört eine gute Versorgung mit den Vitaminen E und C, Karotinoiden, Ubichinon (Coenzym Q10) und Flavonoide (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe). Einige Studien zeigten, dass Asthma-Patienten im Vergleich zu Gesunden häufiger geringeres Selen im Plasma und Vollblut haben. Selen ist ein Co-Faktor für das antioxidative Enzym Glutathionperoxidase, das zum Schutz vor Entzündungen beitragen kann. Auch eine erhöhte Magnesiumzufuhr ist mit einer positiven Wirkung auf Asthma verbunden.

 

Mehrere Studien weisen auf eine Beziehung zwischen Asthma und Defiziten an Vitamin D z.B. bei Kindern hin, wobei auch die Schwere des Asthmas beeinflusst werden könnte. Vitamin D scheint eine Schutzwirkung zu haben, die über die von inhalierten Medikamenten (Kortikosteroide) hinausgeht. Vitamin D im Serum wirkt auf die glatte Muskulatur der Atemwege und ist positiv mit Markern der Lungenfunktionen verbunden. Das deutet darauf hin, dass Vitamin D den Grad der Asthma-Beschwerden durch immunregulierende Wirkungen und die Remodellierung der Atemwege beeinflussen kann. Vitamin D (in seiner aktiven Form 1,25[OH]2D) spielt eine Schlüsselrolle bei der angeborenen und adaptiven Immunität, es kann dazu beitragen, Atemwegsinfektionen und entzündliche Krankheiten, einschließlich Asthma, abzuwehren.

 

Diese Übersicht zeigt, dass eine pflanzliche Ernährung mit vielen Makro- und Mikronährstoffen versorgt, die das Asthma-Risiko verringern können. So können z.B. eine mediterrane und/oder vegetarische Ernährung mit einem hohen Verzehr von Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten positiv wirken. Sie können das Asthma-Risiko senken und zum Schutz vor einem schlechten Verlauf der Krankheit beitragen. Obst und Gemüse wurden mit einem verringerten Asthmarisiko und einer besseren Asthmakontrolle in Verbindung gebracht. Nahrungsbestandteile wie Antioxidantien, Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamin D etc. beeinflussen wahrscheinlich Immunwege, die an der Entstehung von Asthma beteiligt sind. Diese Zusammenhänge sollten künftig in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von entzündungshemmenden Mikronährstoffen z.B. Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und Flavonoide etc., sind einzeln oder in verschiedenen Kombinationen auch als Nahrungsergänzungen verfügbar.

 

Quellen
Jihad Alwarith et al., The role of nutrition in asthma prevention and treatment. In: Nutrition Reviews Vol. 78, Nr. 11 2020, S. 928-938, doi: 10.1093/nutrit/nuaa005.


Eine gute Ernährung kann dazu beitragen, Darmkrebs-Krankheiten zu verringern. In einer großen Meta-Analyse untersuchten Forscher die wichtigsten Faktoren der Ernährung für die Prävention.

 

Eine gute Ernährung kann dazu beitragen, Darmkrebs-Krankheiten zu verringern. In einer großen Meta-Analyse untersuchten Forscher die wichtigsten Faktoren der Ernährung für die Prävention.

 

Der Darmkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebskrankheiten bei Männern und Frauen, Tendenz: weiter steigend. Die Entstehung von Darmkrebs kann sich über mehr als 15 Jahre erstrecken, ein langer Zeitraum, der auch viele Möglichkeiten zur Vorbeugung und Früherkennung bietet. Studien zeigten, dass Untersuchungen zur Früherkennung mit Tests auf okkultes Blut im Stuhl und mit der Koloskopie (Darmspiegelung) die Erkennung von Darmkrebs in einem frühen Stadium ermöglichen und eventuell notwendige Therapien erleichtern können. Generell gehört zur Darmkrebs-Prävention ein gesunder Lebensstil. Dabei ist die Ernährung und eine gute Versorgung mit den darin enthaltenen Mikronährstoffen besonders wichtig, um die Entwicklung von einer gesunden Darmschleimhaut zum Krebsgeschehen möglichst zu hemmen. Das gilt sowohl für das Risiko der allgemeinen Bevölkerung als auch bei einer genetischen Veranlagung, die das Darmkrebs-Risiko erhöhen kann. Eine internationale Forschergruppe wertete rund 80 Meta-Analysen (Interventions- und Beobachtungsstudien) aus den letzten 40 Jahren aus, um die Beziehung vom Darmkrebs zur Ernährung zu klären. Die Studien waren zwar zum Teil sehr heterogen, doch es zeigten sich einige grundlegende Tendenzen.

 

Der regelmäßige und häufigere Verzehr von Obst und Gemüse kann das Darmkrebs-Risiko deutlich senken, das reichte von 8 bis zu 52 %. Die positive Wirkung zeigt sich bei jeder zusätzlichen Portion von 100 Gramm Obst und Gemüse täglich. Die hohe Aufnahme von Ballaststoffen (aus Obst, Gemüse, Getreidewaren) verringert das Darmkrebs-Risiko um 22 bis zu 43 %. Auch Milchprodukte wirken positiv, sie senken das Darmkrebs-Risiko um 13 bis 19 %. Bei den Mikronährstoffen wirkten sich vor allem Magnesium und Folsäure positiv aus. In drei Metaanalysen von Beobachtungsstudien wurde die niedrigste mit der höchsten Magnesiumzufuhr aus Nahrungsquellen oder Nahrungsergänzungen verglichen. Alle drei fanden einen Schutzeffekt für den Darmkrebs, das Risiko wurde bei einer guten Versorgung mit Magnesium von 13 bis zu 22 % gesenkt.

 

Der Effekt wurde beobachtet, wenn mindestens 255 mg Magnesium pro Tag aufgenommen wurden. In drei Metaanalysen wurde auch der Einfluss von Folsäure geprüft. Bei einer guten Versorgung zeigte sich eine Risikosenkung für den Darmkrebs von 12 bis zu 15 %. Ein eher mäßiger Nachweis fand sich für Beta-Carotin und Selen sowie für die Einnahme von Aspirin. Für Tee, Kaffee, Knoblauch, Fisch und Sojaprodukte sind mögliche schützende Wirkungen bisher nicht ausreichend belegt. Hier müssen künftig weitere Studien die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Darmkrebs näher klären.

 

Dieser aktuelle Überblick bestätigte, dass die Vorkommen von Darmkrebs in Verbindung mit der Ernährung und mit einigen Mikronährstoffen stehen. Eine gute Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen, Milchprodukten und eine gute Versorgung mit Magnesium und Folat kann zu einem geringeren Darmkrebs-Risiko beitragen. Der Verzehr von Fleisch und der Konsum von Alkohol waren dagegen in fast allen Meta-Anylasen mit einem erhöhten Darmkrebs-Risiko verbunden. Durch die heterogenen Studien konnten die Forscher jedoch keine genaueren Empfehlungen in Bezug auf Dosierungen und Dauer für einzelne Merkmale der Ernährung angeben. Die Forscher gehen trotz dieser Einschränkungen davon aus, dass die Ergebnisse dieser umfassenden Meta-Analyse zur Prävention von Darmkrebs-Krankheiten beitragen und auch bei der Beratung von Patienten hilfreich sein können.

 

Unser Tipp: Magnesium und Folsäure sind einzeln als auch in Kombinationen in vielen Nahrungsergänzungen verfügbar. Dabei sollte besonders auf gut bioverfügbare Verbindungen geachtet werden.

 

Quelle:
Nicolas Chapelle et al., Recent advances in clinical practice: colorectal cancer chemoprevention in the average-risk population. In: Gut, online 28.9.2020, doi: 10.1136/gutjnl-2020-320990.


Die gute Versorgung mit Zink ist für Frauen bei der Fortpflanzung, für den Verlauf der Schwangerschaft und in der Menopause sehr wichtig.

 

Die gute Versorgung mit Zink ist für Frauen bei der Fortpflanzung, für den Verlauf der Schwangerschaft und in der Menopause sehr wichtig.

 

Zink ist ein essentielles Mikroelement, das viele wichtige Funktionen im Körper erfüllt. Es ist in allen Körpergeweben und -flüssigkeiten, hauptsächlich intrazellulär, vorhanden und hat auch antioxidative Wirkungen. Zink ist an der Regulierung des Zellwachstums, der Hormonausschüttung, an immunologischen Reaktionen und an der Fortpflanzung beteiligt. Die Gesamtmenge von Zink im menschlichen Körper wird auf 2 bis 3 Gramm geschätzt. Ungefähr 0,1 % des Zinkgehalts (d.h. 2-3 mg) müssen täglich zugeführt werden. Der Zinkstatus hängt dabei vom Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und der Ernährung ab. Die Hauptursache für einen Zinkmangel ist aber die unzureichende Aufnahme über die Nahrung. Viele Lebensmittel enthalten Zink, die reichhaltigsten Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Pflanzliche Nahrungsmittel, wie Getreide, Körner, Nüsse und Hülsenfrüchte, enthalten geringere und weniger gut zu verwertende Zinkmengen. Die Bioverfügbarkeit von Zink hängt u.a. von der (chemischen) Zinkform und seiner Löslichkeit ab.

 

Allgemein nimmt die Absorption mit der Aufnahme von Proteinen zu, wobei tierische Proteine die Bioverfügbarkeit von Zink aus pflanzlichen Quellen verbessern. Die Aufnahme kann jedoch durch Phytate gehemmt werden. Sie kommen in vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, binden Zink unlöslich im Darm und stören seine Resorption. Getreide und Hülsenfrüchte (z.B. Reis, Bohnen) enthalten das meiste Phytat. Die Empfehlungen zur täglichen Zinkaufnahme sind entsprechend an die Mengen von Phytaten gebunden. In Deutschland sollten z.B. erwachsene Frauen mit niedrigen Phytat-Aufnahmen täglich 7 mg Zink aufnehmen, bei hohen Phytatwerten werden täglich 10 mg Zink empfohlen. Obwohl täglich rund 10 mg Zink über die Nahrung aufgenommen werden, sind daraus nur etwa 1,5 mg Zink absorbierbar, was vor allem auf Phytate in der Nahrung zurückzuführen ist.

 

Zink ist für das gute Funktionieren der Fortpflanzung sehr wichtig, da die Zellen dieses Systems sich stark differenzieren und vermehren, was mit von der ausreichenden Zinkversorgung abhängt. Zink spielt in der Fortpflanzung beider Geschlechter eine entscheidende Rolle, da es für die Entwicklung der Spermatozoen, den Eisprung, die Befruchtung, eine normale Schwangerschaft, die Entwicklung des Fötus und die Geburt erforderlich ist. Bei Männern sind die Funktionen von Zink in der Fortpflanzung recht gut erforscht. Der Einfluss von Zink auf das Fortpflanzungssystem bei Frauen ist bisher weniger bekannt. Recht gut erforscht sind die Wirkungen von Zink auf den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Fötus. Einige Studien an Tieren weisen darauf hin, dass ein Zinkmangel bei Frauen auch zu Störungen in der Synthese und/oder Sekretion der weiblichen Hormone (follikelstimulierendes und luteinisierendes Hormon) führen könnte. Auch die Entwicklung der Eierstöcke, der Menstruationszyklus und Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft könnten mit Zink verbunden sein.

 

Bisher gibt es dazu jedoch nur einige Fallstudien mit teils widersprüchlichen Ergebnissen. Bei Frauen mit dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) hatten Zinkergänzungen einen positiven Einfluss auf viele Faktoren, vor allem auf diejenigen, die mit einer Insulinresistenz und einer unausgeglichenen Lipid-Balance zusammenhängen. Darüber hinaus gehen verringerte Zinkspiegel bei PCOS mit einer Beeinträchtigung des Hormon-, Lipid- und Glukosestoffwechsels und erhöhten Konzentrationen von Biomarkern für oxidativen Stress einher. Bei der Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation) scheint die Zinkergänzung vor und während jedes Menstruationszyklus ein wichtiger Faktor zu sein, der die Intensität der Menstruationsschmerzen verringert. Bei Morbus Parkinson kann Zink, das in ein bis vier Tagesdosen von 20-30 mg vor und während jedes Menstruationszyklus verabreicht wird, die Intensität der menstruationsbegleitenden Schmerzen verringern. Andere Bereiche sind bisher noch wenig bekannt, das gilt z.B. für die Rolle von Zink bei der Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle) und bei Frauen in der Menopause.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Zink ist sowohl für das männliche als auch für das weibliche Fortpflanzungssystem sehr wichtig. Es spielt eine entscheidende Rolle für das Funktionieren dieses Systems, indem es eine Schutzfunktion, z.B. als Antioxidans, ausübt. Noch sind aber viele dieser Prozesse bei Frauen nicht genügend erforscht. Hier sollten in Zukunft weitere Studien den Einfluss von Zink und seiner Ergänzung auf das weibliche Fortpflanzungssystem klären.

 

Unser Tipp: Zinkergänzungen können sowohl den männlichen als auch den weiblichen Stoffwechsel stärken. Besonders gut bioverfügbar sind dabei organische Verbindungen wie Zinkcitrat, -glukonat und picolinat.

 

Quelle:
Marzenna Nasiadek et al., The Role of Zinc in Selected Female Reproductive System Disorders. In: Nutrients, online 16.8.2019, doi: 10.3390/nu12082464.


Die Ernährung und die ausreichende Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen  kann dazu beitragen, Migräne in ihrer Häufigkeit und Belastung zu verringern.

 

Die Ernährung und die ausreichende Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen kann dazu beitragen, Migräne in ihrer Häufigkeit und Belastung zu verringern.


Die Migräne ist eine chronische neurovaskuläre Erkrankung mit starken Anfällen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit etc., die einige Stunden bis zu wenigen Tagen anhalten können. Man schätzt, dass weltweit etwa 10 bis 20 % der Bevölkerung davon immer wieder einmal betroffen sind. Zur Linderung der Migräne werden häufig Schmerzmittel eingesetzt, die jedoch Nebenwirkungen haben. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören Änderungen in der Ernährung und die ausreichende Aufnahme von einigen Mikronährstoffen. Für Migräne wurden mehrere Auslöser in der Ernährung ermittelt und dazu entsprechende Diäten (Eliminationsdiäten, ketogene Diäten etc.) empfohlen, die bei einigen Patienten wirksam sind. Doch die Ergebnisse sind bisher nicht einheitlich. wenn auch durchaus vielversprechend, wie einige Studien und Reviews zeigen. 

 

In einer Studie prüften italienische Forscher die Wirkung eines HEP-Ernährungsprogramms (Healthy Eating Plate) bei 200 Migräne-Patienten. 12 Wochen vor der Intervention prüfte man bei ihnen die Häufigkeit der Migräne und den Grad der Beschwerden. Dann nahmen die Patienten an Informationen über die HEP-Ernährung teil. Empfohlen wird dabei u.a. eine höhere Aufnahme von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und ein geringerer Verzehr von rotem, verarbeiteten Fleisch. Rund 100 Patienten konnten über 12 Wochen danach weiter beobachtet werden. Bestimmt wurde die Häufigkeit von Migräneanfällen und die damit verbundenen Beschwerden. Mit einem HEP-Score wurde außerdem die Einhaltung der Ernährungsempfehlungen geprüft. Patienten, die diese Ernährung befolgten, konnten ihre Migräne um mindestens 30 % verringern, das galt für die Intensität der Kopfschmerzen und der Beschwerden. Vorteilhaft wirkte sich besonders der geringere Verzehr von rotem, verarbeiteten Fleisch und Kohlenhydraten aus. Das galt im Vergleich zu den Patienten, die sich nur wenig oder gar nicht an die HEP-Empfehlungen hielten. Analysen bestätigten, dass der Anstieg des HEP-Scores und die Abnahme von Kohlenhydraten mit einer geringeren Anzahl von Migränetagen pro Monat verbunden waren.

 

In Bezug auf die Wirkungen von Mikronährstoffen auf die Migräne zeigten bisher die B-Vitamine B2, B6 und Folat sowie Magnesium Einflüsse auf die Beschwerden. Auch Zink könnte mit seinen antioxidativen, entzündungshemmenden Eigenschaften bei Migräne wirksam sein, wie einige Beobachtungsstudien zeigten. Ein schwerer Zinkmangel kann zu neurologischen Störungen wie Aufmerksamkeitsschwächen, Lethargie, Gedächtnisproblemen und Lernschwierigkeiten führen. Es hat sich auch gezeigt, dass niedrige Zinkwerte mit Migräneanfällen verbunden sind. Angesichts des entzündlichen Charakters der Migräne und der Beziehung zum oxidativen Stress könnte Zink einen günstigen Einfluss auf Migräne haben. Eine Gruppe iranischer Forscher prüfte, ob Zinkgaben die Migräne verringern können. An der (klinischen) Studie nahmen 80 Migräne-Patienten teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nahm acht Wochen lang täglich hoch dosiertes Zink ein (220 mg Zinksulfat), die andere nahm zum Vergleich ein Placebo. Bestimmt wurden zu Beginn und am Ende der Studie die Zinkwerte und das Ausmaß von Migräneanfällen, das betraf die Schwere der Kopfschmerzen sowie deren Häufigkeit und Dauer. Die Zinkergänzungen senkten die Häufigkeit der Migräne und die Schwere der Kopfschmerzen. Die Ergebnisse waren jedoch nach der Einbeziehung anderer (Stör-)Faktoren nicht mehr signifikant. Die Forscher schlagen vor, Zinkgaben bei Migräne über eine längere Zeit weiter zu untersuchen.

 

Unser Tipp: B-Vitamine und die Mineralien Magnesium und Zink werden sowohl einzeln als auch in bewährten Kombinationen als Nahrungsergänzung angeboten. Bei Zink spielt auch die Verbindung eine Rolle, organische Verbindungen wie Zinkcitrat, -glukonat und -picolinat werden vom Körper meist besser aufgenommen.

 

Quellen
- Parisa Gazerani, Migraine and diet. In: Nutrients, online 3.6.2020, doi: 10.3390/nu12061658.
- Claudia Altamira et al., The Healthy Eating Plate Advice for Migraine Prevention: An Interventional Study. In: Nutrients, online 28.5.2020, doi: 10.3390/nu12061579.
- Hedieh Ahmadi et al., Zinc supplementation affects favourably the frequency of migraine attacks: a double-blind randomised placebo-controlled clinical trial, In: Nutrition Journal, online 14.9.2020, doi: 10.1186/s12937-020-00618-9.


 Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.

 

Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.

Müdigkeit ist ein normales Gefühl, das nach körperlicher oder geistiger Erschöpfung durch Aktivitäten zur körperlichen Erholung dient. Häufig wird Müdigkeit jedoch nicht genügend durch Ruhephasen aufgelöst, sondern durch schlechte Gewohnheiten noch verstärkt. Halten Müdigkeitsgefühle über längere Zeit an, so kann dies in schwereren Fällen zum chronischen Müdigkeitssyndrom führen. Diese Krankheit führt zu einer tiefgreifenden Erschöpfung und behindert alltägliche Aktivitäten. Die Diagnose wird gestellt, wenn die Erschöpfung mindestens 6 Monate lang ohne Linderung anhält und durch gewöhnliche Ruhephasen nicht gemildert wird. Es gibt einige Hinweise darauf, dass bei dieser Krankheit oxidative Prozesse eine Rolle spielen.

 

Bei anhaltender Müdigkeit werden Zellen und Gewebe durch reaktive Sauerstoffspezies geschädigt, die bei übermäßiger Aktivität entstehen. Die Erholung tritt ein, wenn dieser Schaden adäquat repariert wird. Besteht der Schaden jedoch aufgrund des Mangels an Energie für die Erholung weiter fort, wird eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Dies kann zu Unwohlsein und Fieber sowie in der Folge zu chronischer Müdigkeit führen. Entsprechend sind Antioxidantien, die Schäden durch oxidativen Stress hemmen, und Substanzen, die die Energieproduktion anregen, wirksam gegen Müdigkeit. Antioxidantien können die Energieproduktion (ATP) der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) erhöhen und auf diese Weise einen Anti-Ermüdungseffekt erzeugen. Dies kann sich vermutlich auch auf viele andere Effekte im Körper auswirken, z.B. auf verbesserte Herzfunktionen und mit entzündungshemmenden Wirkungen auf die blutbildenden Zellen. Zu den wirksamen Antioxidantien gehört Ubichinol, die aktive, reduzierte Form des Coenzyms Q10, mit einer besseren Bioverfügbarkeit und hoher antioxidativer Wirkung.

 

Coenzym Q10 ist in einigen Nahrungsmitteln (z.B. in Fleisch) enthalten, kann aber auch vom Menschen selbst gebildet werden, doch der Gehalt im Körper nimmt mit dem Alter ab. Auch bei der Einnahme von Statinen, die den Cholesterinspiegel im Blut senken, wird Coenzym Q10 verringert. Defizite können sich auf Müdigkeits-Zustände auswirken. Eine Gruppe japanischer Forschern prüfte daher in einer Studie, ob die Ergänzung von Ubichinol eine bereits länger anhaltende Müdigkeit verringern kann.

 

Einbezogen in die kleine Studie waren 62 Personen (Mitte 30 bis 50 Jahre), die seit wenigstens einem Monat und längstens seit sechs Monaten unter anhaltender Müdigkeit litten, Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt 12 Wochen lang täglich 100 mg Ubichinol, die andere Gruppe erhielt für die gleiche Zeit täglich mit 150 mg Ubichinol eine etwas höhere Dosis, und die dritte Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo. Zu Beginn der Studie und dann alle vier Wochen wurde die subjektiv empfundene und die objektiv getestete Müdigkeit der Teilnehmer bestimmt. Geprüft wurden auch die Veränderungen in den Serum-Ubichinol-Werten, in den autonomen Nervenfunktionen, im oxidativen Stress und in der antioxidativen Aktivität sowie die Reaktionszeit und Ergebnisse der Teilnehmer in kognitiven Tests. Die Teilnehmer berichteten außerdem über ihre subjektiven Empfindungen von Müdigkeit, Erschöpfung und depressiven Stimmungen.

 

In den beiden Ubichinol-Gruppen stiegen die Serumspiegel nach vier Wochen um das Drei- bis Vierfache an und blieben im Vergleich zum Placebo in der gesamten Studienzeit signifikant höher. Kleine Unterschiede zwischen der höheren und geringeren Ubichinol-Dosis waren dabei relativ gering (nicht signifikant). Mit den Ubichinol-Gaben verbesserte sich in beiden Gruppen die Empfindung der subjektiven Müdig- und Schläfrigkeit nach kognitiven Tests besser als in der Placebo-Gruppe. Bei der höheren Ubichinol-Dosierung zeigte sich im Vergleich zum Placebo eine signifikante Verbesserung im subjektiven Grad der Entspannung nach Test-Aufgaben sowie in der Schläfrigkeit sowie in der Motivation, die Aufgaben zu lösen. Außerdem verbesserten sich die Ubichinol-Serumspiegel bei oxidativem Stress.

 

Für die Forscher legen diese Ergebnisse nahe, dass Ubichinol die Lebensqualität bei Personen mit leichter Müdigkeit verbessern kann. Es kann die kognitiven Funktionen fördern, um Aufgaben zu lösen und die Müdig- und Schläfrigkeit nach solchen Belastungen verringern. Gleichzeitig hat Ubichinol eine entspannende Wirkung und kann den oxidativen Stress, der bei Müdigkeit und Erschöpfung entsteht, senken.

 

Unser Tipp: Ubichinol ist die aktive, reduzierte Form des Coenzym Q10, mit klaren Vorteilen. Es ist im Körper besser bioverfügbar und hat direkte antioxidative Wirkungen.

 

Quelle:
Kel Mizuno et al., Ubiquinol-10 Intake Is Effective in Relieving Mild Fatigue in Healthy Individuals. In: Nutrients, online am 2.6.2020, doi: 10.3390/nu12061640.


Mehr Obst und Gemüse bei Asthma

 

Wie man bei Asthma die Ernährung am besten umstellen sollte, zeigt ein Review von US-amerikanischen Forschern, in dem die wissenschaftlichen Kenntnisse über Asthma und Ernährung ausgewertet wurden. Asthma ist eine häufige chronische Erkrankung, bei der sich die Atemwege entzünden und verengen. Dadurch entsteht eine Hyperreaktivität in den Bronchien, zeitweise wird der Luftstrom behindert. In den akuten Episoden kommt es zu Atemnot, Keuchen, Husten und Engegefühlen in der Brust.


Seit den 80er Jahren steigen die Vorkommen von Asthma stetig an. Parallel stieg auch die Verbreitung der westlichen Ernährungsweise mit einem hohen Verzehr von Fleisch, Fetten und wenig Obst und Gemüse. Wie Studien zeigen, kann neben der Therapie mit Arzneimitteln und der Senkung von auslösenden Reizen eine betont pflanzliche Ernährung zum Schutz vor Asthma beitragen und helfen, die Symptome zu verringern. Die pflanzliche Kost kann z.B. auf systemische Entzündungen im Körper, die Asthma verschlimmern können, einwirken. Mit reichlich Obst und Gemüse werden vermehrt Ballaststoffe aufgenommen, die dazu beitragen können, die Lungenfunktionen zu verbessern. Auch die enthaltenen Antioxidantien und Flavonoide können bei Asthma schützende Wirkungen haben. Das betrifft z.B. die Freisetzung von Zytokinen (regulatorische Proteine für die Signalübertragung zwischen Zellen), die Schädigung durch freie Radikale und Immunreaktionen, die an der Entstehung und dem Verlauf von Asthma beteiligt sind.


In Bezug auf die Versorgung mit Mikronährstoffen zeigt sich, dass Asthma-Patienten besonders häufig Vitamin D fehlt. Eine gute Versorgung mit dem u.a. antientzündlich wirkenden Vitamin D wirkt sich positiv auf die Asthmakontrolle aus. Es kann das Immunsystem, die Muskelzellen in den Atemwegen und die Lungenfunktionen positiv beeinflussen. Grundsätzlich sollte bei Asthma auf eine gute Aufnahme von Vitamin D geachtet werden. Dazu tragen der Aufenthalt in der Sonne, mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel und bei Bedarf auch Ergänzungen mit Vitamin D bei. Eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von oxidativem Stress spielen die Antioxidantien. Zu ihnen gehören u.a. die Vitamine E und C, aber auch Beta-Carotin und andere Carotinoide, Coenzym Q10, Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), z.B. Resveratrol, sowie Magnesium und Selen. Sie wirken mit ihren antioxidativen Funktionen auch auf das Immunsystem ein, haben antientzündliche Fähigkeiten und können zur Stärkung der Lungenfunktionen beitragen.


Die Auswertung relevanter Studien zeigte, dass der erhöhte Konsum von Obst und Gemüse das Risiko für Asthma bei Kindern und Erwachsenen verringern kann, gleiches gilt für Asthma-Symptome. So hatten zum Beispiel Asthmatiker, die sich acht Wochen lang vegetarisch ernährten, weniger Symptome als eine Kontrollgruppe. Mit vegetarischer Kost konnte auch der Einsatz von Asthma-Medikamenten verringert werden. In einer anderen Studie ernährten sich Asthmapatienten ein Jahr lang rein vegetarisch. Damit verbesserte sich ihre Vitalkapazität (Maß für die Luftmenge, die Patienten ausstoßen können) und andere Asthmasymptome. Dagegen können ein hoher Verzehr von Milchprodukten und Lebensmitteln, die reichlich gesättigte Fettsäuren enthalten, eher schädlich wirken. So hatten z.B. Kinder mit einem höheren Konsum an Milchprodukten ein stärkeres Asthmarisiko im Vergleich zu Kindern, die weniger davon aufnahmen. Der hohe Verzehr an gesättigten Fetten und von wenig Ballaststoffen war bei Asthmapatienten mit Entzündungen der Atemwege und schlechteren Lungenfunktionen verbunden.


Die Forscher ziehen das Fazit: Die Empfehlung für den erhöhten Verzehr von Obst und Gemüse, einschließlich von Hülsenfrüchten, wird durch die aktuelle Forschung zu Asthma und Ernährung unterstützt. Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Milchprodukten sollte dagegen verringert werden. Dadurch sinkt das Asthmarisiko und verbessert sich die Asthmakontrolle. Die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen, Antioxidantien und gesünderen Fettsäuren unterstützt vermutlich Immunwege, die an der Entstehung und dem Verlauf von Asthma beteiligt sind.


In einem Podcast zum Thema „Asthma & Coronavirus“ (The Exam Room) nehmen die Autoren zur aktuellen Pandemie Stellung. Asthmapatienten haben bei der Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf, abhängig z.B. vom Grad der Krankheit und der therapeutischen Kontrolle. Asthmatiker sollten besonders darauf achten, alle Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die gesunde Ernährung sollte ebenfalls im Blick behalten werden.


Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen erhältlich. Dabei unterstützen z.B. emulgiertes und liposomales Vitamin D die gute Aufnahme im Körper.


Quelle:
Jihad Alwarith et al., The role of nutrition in asthma prevention and treatment. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 13.3.2020, doi: 10.1093/nutrit/nuaa005.


Vitamin D − ein möglicher Biomarker fürs Altern

 

Die Beziehung zwischen Vitamin D und der Häufigkeit von chronischen Krankheiten ist bekannt. Vitamin D könnte daher möglicherweise ein Biomarker für das physiologische Altern sein.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Aufgaben, die auch im Alter mit seinen komplexen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Eine Gruppe von italienischen Forschern führte dazu eine Meta-Analyse durch, in der die Rolle der Konzentration von Vitamin D als Biomarker für das gesunde Altern untersucht wurde. Einbezogen waren Studien ab dem Jahr 2000 bis zum Anfang 2019. Untersucht wurde die Beziehung zwischen dem Vitamin-D-Status und langfristigen Lebensperspektiven, Krankheiten sowie der körperlichen und kognitiven Funktionalität. Die Forscher konnten 24 Studien, vor allem aus Europa und den USA, in ihre Analyse einbeziehen. Daran waren rund 78.000 ältere Personen mit einem durchschnittlichen Alter von über 50 Jahren beteiligt. Alle waren zu Beginn der jeweiligen Studien gesund und hatten bisher Vitamin D nicht ergänzt. Bei niedrigen Vitamin D-Werten (25(OH)D) zeigten sich Beziehungen zu respiratorischen und kardiovaskulären Ereignissen, zu Markern im Zusammenhang mit Knochenbrüchen, z.B. an den Hüften, aber auch in anderen Körperbereichen (ohne Wirbelbrüche), sowie zur Sterblichkeit. Die Forscher prüften zusätzlich die Beziehungen zwischen dem gesunden Altern und dem sogenannten aktiven Vitamin D (1,25(OH)2), das geringer konzentriert und weniger haltbar ist. Dabei zeigten sich ähnliche Ergebnisse, die jedoch klinisch von geringerer Bedeutung waren.

 

Für die Forscher bestätigte sich damit, dass der Vitamin D-Status (25(OH)D) als ein sinnvoller Biomarker für Altersprozesse dienen kann. Damit könnten Prognosen für verschiedene krankhafte Entwicklungen und in Bezug auf die Lebensperspektiven bzw. das Sterblichkeitsrisiko ermöglicht werden. Das gilt z.B. für Lungenfunktionen und -krankheiten, kardiovaskuläre und koronare Krankheiten, Hüftfrakturen und die Vorkommen von Sarkopenie (Abbau von Muskelmasse und -kraft). Kein Zusammenhang zeigte sich dagegen in dieser Analyse zwischen Vitamin D und dem Sturzrisiko sowie der Knochenmineraldichte. Gleiches galt für die kognitiven Funktionen und bei kardiometabolischen Krankheiten (z.B. Bluthochdruck und Diabetes) sowie für Krebskrankheiten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese systematische Auswertung zeigte besondere Aspekte von Vitamin D als ein möglicher (mehrdimensionaler) Indikator für die Gesundheit im Alter. Da Altersprozesse jedoch generell sehr komplex sind, sollten diese Beziehungen in weiteren Studien genauer untersucht werden. Dabei wäre auch die Frage zu klären, ob Ergänzungen von Vitamin D krankhafte Entwicklungen im Alter verringern oder verzögern können.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem als D3 (Cholecalciferol) in Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden. Flüssige Formen sind z.B. sehr gut dosierbar und werden vom Körper besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Silvia Caristia et al., Vitamin D as a Biomarker of Ill-Health among the Over-50s: A Systematic Review of Cohort Studies. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.10.2019, doi: 10.3390/nu11102384.


Die gesunde Ernährung beeinflusst das Hörvermögen

 

Der zunehmende Hörverlust gilt als ein Teil des Alterungsprozesses. Möglicherweise gibt es Faktoren, die den Verlust des Gehörs verringern, verzögern oder verhindern können. Dazu könnte eine gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen beitragen.

 

Schon in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass eine höhere Aufnahme von bestimmten Lebensmitteln und Mikronährstoffen das Risiko für einen Hörverlust im Alter verringern kann. Dazu gehören die Carotinoide Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, Folsäure und die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie sind in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie in Fischen und Meeresfrüchten enthalten und werden bei einer gesunden Ernährung häufiger verzehrt. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern prüfte im Rahmen der „Nurses' Health Study II“ (2012-2018), einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie mit Frauen aus Gesundheitsberufen, ob es Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust gibt bzw. wie sich der Hörverlust im Lauf von drei Jahren verändert.

 

Einbezogen waren 3.135 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren. Bei allen war mehrmals die Art der Ernährung zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt worden. Dabei prüften die Forscher auch, wie stark sich die Teilnehmerinnen an gesunde Ernährungsweisen anpassten. Als Vorgabe dienten hier die DASH-Diät zur Senkung des Blutdrucks, die alternative mediterrane Ernährung und der Alternate Healthy Eating-Index (AHEI 2010). Die stärkere Einhaltung dieser Ernährungsweisen wurde mit einer Reihe von wichtigen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Das gilt z.B. für ein geringeres Risiko von Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall sowie allgemein für ein gesundes Altern. Zu Beginn und nach drei Jahren wurde bei allen Teilnehmerinnen das Hörvermögen untersucht. Audiologen maßen die Veränderungen der Reinton-Hörschwellen und die niedrigsten Lautstärke, die eine Teilnehmerin in einem Ohr noch erkennen konnte. Ihnen wurden Töne mit niedrigen (0,5, 1 und 2 kHz), mittleren (3 kHz und 4 kHz) und höheren Frequenzen (6 kHz und 8 kHz) mit variablen Lautstärke-Pegeln präsentiert. Die Teilnehmerinnen gaben an, wann sie den Ton nur noch knapp hören konnten.

 

Diese Untersuchungen wurden nach drei Jahren bei allen Teilnehmerinnen wiederholt. In dieser Zeit hatten 19 % der Frauen einen Hörverlust in den tiefen Frequenzen, 38 % einen Hörverlust in den mittleren Frequenzen und fast die Hälfte einen Hörverlust in den höheren Frequenzen entwickelt. Es zeigte sich weiter, dass Frauen, die sich stärker an gesunde Ernährungsweisen hielten, ein deutlich geringeres Risiko für eine sinkende Hörsensitivität hatten. Ihr Risiko für einen Rückgang beim Hören der Mittelfrequenzen war um fast 30 % geringer im Vergleich zu den Frauen, die sich am wenigsten gesund ernährten. Das Risiko für einen Hörverlust in den höheren Frequenzen war bei einer gesunden Ernährung um bis zu 25 Prozent niedriger.

 

Die Forscher waren überrascht, dass sich bei so vielen Frauen, die zudem oft noch in einem Alter waren, in dem man das Gehör meistens noch nicht untersuchen lässt, in einer relativ kurzen Zeitspanne ein Hörverlust gezeigt hatte. Eine gesunde Ernährung kann diesen Prozess offenbar deutlich verlangsamen. Die Forscher empfehlen, die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust im höheren Alter in weiteren Studien näher zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Wenn die Versorgung mit Mikronährstoffen über die Ernährung nicht ausreicht, dann können wichtige Nährstoffe, wie z.B. die Carotinoide, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren, auch über Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Auf eine gute Qualität sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Sharon G. Curhan et al., Prospective Study of Dietary Patterns and Hearing Threshold Decline. In: American Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 14.10.2019, doi: 10.1093/aje/kwz223.


Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle.

 

Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle. Bei einem länger anhaltenden Kurzschlaf können häufiger Defizite an Mikronährstoffen auftreten.

 

Ein guter Schlaf ist erholsam für den Körper, das gilt vor allem für das Immun-, Hormon- und Nervensystem. Eine normale Schlafdauer erreichen Erwachsene mit sieben bis neun Stunden, bei den Älteren ab 65 Jahren geht man von sieben bis acht Stunden Schlaf aus. Zu wenig Schlaf kann, wenn er über längere Zeit anhält, viele gesundheitliche Folgen haben. Davon sind immer mehr Menschen betroffen. Zu wenig Schlaf führt z.B. zu erhöhter Reizbarkeit, kognitiven Schwächen und zu einem beeinträchtigten Immunsystem. Wie eine Auswertung der großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) zeigt, gehört zu den Folgen eines länger anhaltenden Kurzschlafs auch die unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Sie spielen neben vielen anderen Aufgaben im Körper auch eine Rolle in der Chronobiologie. Durch die Regulation des zirkadianen Rhythmus wird die Anpassung an den 24-stündigen Tag- und Nacht-Rhythmus erreicht. Dazu trägt z.B. die Synthese des sogenannten „Schlafhormons“ Melatonin bei, die durch die Vitamine Folat und Vitamin B6 sowie durch das Spurenelement Zink unterstützt wird.

 

Die Forscher befragten Teilnehmer an der NHANES-Studie in Bezug auf ihre Ernährung, die Aufnahme von Mikronährstoffen aus Nahrungsergänzungen und zu ihrer üblichen Schlafdauer. Die Analyse von rund 26.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 47 Jahre) aus den Jahren 2005 bis 2016 ergab, dass die Schlafdauer im Durchschnitt bei sieben Stunden lag. Insgesamt berichtete rund ein Drittel der Teilnehmer über eine zu geringe Schlafdauer von weniger als sieben Stunden. Männer waren vom Kurzschlaf häufiger betroffen. Den Teilnehmern mit einem zu kurzem Schlaf fehlte es häufiger an wichtigen Mikronährstoffen. Das betraf bei Erwachsenen im Alter ab 19 Jahren vor allem Kalzium, Magnesium und Vitamin D und bei den 19- bis zu 50-Jährigen auch Vitamin K. Diese Defizite zeigten sich auch nach der Daten-Anpassung an mögliche andere Einflussfaktoren. Teilnehmer, die über Kurzschlaf berichteten, hatten außerdem häufiger eine zu geringe Versorgung an mehreren Nährstoffen, auch hier wurden Unterschiede im Alter und Geschlecht beobachtet. Erwachsene ab 51 Jahren hatten bei kurzer Schlafdauer häufiger unzureichende Aufnahmen von mehreren Mikronährstoffen. Bei den Frauen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und der oftmals nicht ausreichenden Zufuhr von Kalzium, Magnesium und den Vitaminen A, C, D und E. Obwohl insgesamt mehr Männer einen Kurzschlaf hatten, fand man bei ihnen meist nur eine unzureichende Zufuhr von Vitamin D.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und einer nicht genügenden Versorgung mit einzelnen und/oder mehreren Mikronährstoffen gibt. Das betrifft vor allem Kalzium, Magnesium und die Vitamine A, C, D und E. Durch einen längerfristig anhaltenden Kurzschlaf kann demnach der Bedarf für Nahrungsergänzungen mit einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen ansteigen.

 

Unser Tipp: Abendlicher Hunger, ein üppiges Essen, zu viel Säure, Koffein oder Alkohol können den Schlaf stören. Hausmittel wie warme Milch und Kräutertees können das Einschlafen unterstützen. Eine ausreichende Zufuhr an Mikronährstoffen ist für den Schlaf wichtig, das gilt neben den genannten Vitaminen und Mineralstoffen z.B. auch für die Aminosäure Tryptophan.

 

Quelle:
Chioma J. Ikonte et al., Micronutrient Inadequacy in Short Sleep: Analysis of the NHANES 2005-2016. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.10.2019, doi: 10.3390/nu11102335.


Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Die gute Versorgung mit Jod ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Zu den Funktionen von Jod gehört, dass es auf das Nervensystem einwirkt. Neurokognitive Fähigkeiten werden von einer guten Jodversorgung beeinflusst. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft mit der Jodversorgung des Fötus durch die Mutter. Ein milder bis moderater Jodmangel in der frühen Schwangerschaft kann zu einem später verringerten verbalen IQ der Kinder beitragen. Eine gute Jodversorgung ist auch in der gesamten Kindheit sehr wichtig. So konnte z.B. bei 10- bis 13jährigen Schülern die Gabe von täglich 150 µg Jod über ein halbes Jahr die kognitiven Funktionen signifikant verbessern. Auch die Folgen von Joddefiziten sind bekannt, so wurde u.a. ein Zusammenhang zwischen einem Jodmangel und der Entwicklung von ADHS hergestellt.

 

Auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin wurden im September in München neue Ergebnisse der KiGGS Welle 2, einer Langzeitstudie zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, zur Jodversorgung vorgestellt. In dieser Studie wurden von 2014 bis 2017 bei rund 15.000 Teilnehmern im Alter von 0 bis zu 29 Jahren umfangreiche Daten zur Gesundheit erhoben. Bei rund 3.300 Kindern und Jugendlichen wurde im Urin auch der Jodgehalt bestimmt. Im Durchschnitt lag die Jodausscheidung bei rund 90 µg/L. Die Empfehlung für eine gute Jodversorgung liegt nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwischen 100 und 199 µg/L Jod. Die Jodwerte der Kinder und Jugendlichen waren damit allgemein niedrig. Rund 60 % der Kinder und Jugendlichen waren nicht ausreichend mit Jod versorgt. Nur Jungen von drei bis zu sechs Jahren hatten mit durchschnittlich rund 106 µg/L Jod noch akzeptable Werte.

 

Die Forscher stufen daher Deutschland wieder als Jodmangelgebiet ein, anders noch als in den 80er und 90er Jahren. Auch in der vorangegangenen KiGGS-Basisuntersuchung (2003 bis 2006) wurden mit Joddefiziten von rund 42 % noch bessere Werte erzielt, außerdem war die Jodausscheidung der Teilnehmer zu dieser Zeit deutlich höher. Die Forscher gehen davon aus, dass die inzwischen wieder seltenere Verwendung von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie zu den Ursachen für den erhöhten Jodbedarf gehört. Industriell hergestellte Lebensmittel sind nach wie vor die wichtigste Salzquelle, rund 77 % der Salzaufnahmen gehen auf ihr Konto. Salz, das im Haushalt verwendet wird, kommt dagegen nur auf einen Anteil von 10 %.

 

Unser Tipp: Jod kann auch als Nahrungsergänzung aufgenommen werden. Es wird z.B. in vom Körper sehr gut aufnehmbaren Formen, z.B. als flüssiges Jod (Kaliumjodid), angeboten.

 

Quelle:
Dr. Beate Fessler, „Ein Anlass zur Sorge“ Deutschland − ein Jodmangelland. In: Springer Medizin, Online-Veröffentlichung vom 22.9.2019.


Gesunde Ernährung und Vitamin D stärken bei Depressionen

 

Eine gesunde Ernährung kann ebenso wie eine gute Versorgung mit Vitamin D dazu beitragen, den Zustand bei Depressionen zu verbessern. Sowohl Studenten als auch ältere Patienten mit Depressionen konnten davon in zwei kleineren Studien profitieren.

 

Schon seit längerem ist bekannt, dass sich Patienten mit Depressionen oft sehr schlecht ernähren. Eine gesündere Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, Fisch und magerem Fleisch, kann dazu beitragen, dass sich depressive Symptome verringern. Das bestätigt eine neue, australische Studie an 76 Studenten im Alter von 17 bis zu 35 Jahren. Sie waren in einem Test durch eine erhöhte Depressivität aufgefallen und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sah sich ein Video an, in dem sie eine Diätassistentin zur Veränderung ihrer Ernährung aufforderte. Sie erhielten dazu einen Lebensmittelkorb mit gesunden Nahrungsmitteln und einen Einkaufsgutschein im Wert von 60 US-Dollar. In den drei Wochen danach wurden die Studenten zweimal von der Ernährungsberaterin angerufen, um sie weiter zu einer gesünderen Ernährung zu motivieren. Die Studenten der zweiten Gruppe erhielten dagegen keinerlei Informationen zur gesunden Ernährung, man lud sie nur zu einer weiteren Untersuchung nach drei Wochen ein.

 

Die meisten Studenten, die an der Ernährungsberatung teilgenommen hatten, befolgten die Empfehlungen. Das zeigten sowohl einer Befragung zu ihren Depressionen als auch Hautmessungen. Letztere zeigen über Farbveränderungen der Haut an, ob vermehrt Flavonoide aus Obst und Gemüse verzehrt wurden. Die gesündere Ernährung hatte sich außerdem nachweisbar positiv auf die Depressionen ausgewirkt. Auf der Depressions-Skale waren die Werte um rund 21 Punkte gesunken. Depressive Symptome, Ängste und Stress hatten sich gebessert. Bei den Studenten ohne Ernährungsintervention zeigte sich dagegen ein leichter Anstieg der Depressionen. Nach drei Monaten konnten die Forscher 33 Teilnehmer an der Diätberatung noch einmal kontaktieren. Knapp zwei Drittel der Studenten hielt sich weiter an die Empfehlungen für eine gesündere Ernährung. Die günstige Wirkung auf die depressiven Symptome war weiterhin nachweisbar.

 

Mit zunehmendem Alter steigen die Vorkommen von depressiven Stimmungen und Depressionen an. So schätzt man z.B. in Großbritannien, dass rund 22 % der Männer und 28 % der Frauen über 65 Jahren von Depressionen betroffen sind. Die Prävention und Therapie von Depressionen spielt für die Gesundheit im Alter eine wichtige Rolle. Dabei kommt es auch auf die gute Versorgung mit Vitamin D an, wie eine aktuelle iranische Studie zeigt. Daran waren 68 Personen über 60 Jahren beteiligt, die an mäßigen bis schwereren Depressionen litten. Bei allen Teilnehmern wurde zu Beginn der Studie die Versorgung mit Vitamin D im Blut geprüft. Dabei fanden sich im Durchschnitt relativ niedrige Vitamin D-Werte (unter 30 ng/ml). Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine Gruppe erhielt wöchentlich 50.000 I.E. Vitamin D, die andere Gruppe nahm zur Kontrolle ein Placebo.

 

Die Ergebnisse zeigten, dass sich mit der Aufnahme von Vitamin D die Werte im Blutspiegel deutlich erhöht hatten. Damit sanken auch die Werte für Depressionen leicht ab, während sich in der Placebo-Gruppe die Tendenz zu einem Anstieg der Depressionen zeigte. Die Forscher verweisen darauf, dass es im Hippocampus, ein Bereich des Gehirns, der mit Depressionen verbunden ist, viele Vitamin D-Rezeptoren gibt. Bekannt ist weiter, dass mehrere Vitamin D-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überqueren können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Vitamin D bei älteren depressiven Patienten dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern. Patienten könnten im Rahmen einer Therapie von Depressionen auch von der ergänzenden Gabe von Vitamin D profitieren..

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten, dabei wird meist die natürliche Form D3 (Cholecalciferol) bevorzugt. Als Einzelpräparat wird Vitamin D3 u.a. in emulgierter Form angeboten, das die Aufnahme deutlich verbessert.

 

Quelle:
Heather M. Francis et al., A brief diet intervention can reduce symptoms of depression in young adults - A randomised controlled trial. In: PLOS One, Online-Veröffentlichung vom 9.10. 2019, doi: 10.1371/journal.pone.0222768.
und
Negin Masoudi Alavi et al., Effect of vitamin D supplementation on depression in elderly patients: A Randomized clinical trial. In: Clinical Nutrition, Vol. 38, Nr. 5, S. 2065-2070.


Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Die Psoriasis ist eine erblich bedingte, chronische und entzündliche Erkrankung der Haut und der Gelenke. Nach der Neurodermitis ist sie die häufigste chronische Hauterkrankung. Typische Merkmale sind die rote Fleckenbildung an der Haut mit einer trockenen und silbrig glänzenden Schuppung, die meist in Schüben auftreten. Das Auftreten der Krankheit kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören z.B. äußere Verletzungen sowie Belastungen durch Stress, Alkohol oder Medikamente, aber auch Infektionen und Stoffwechselstörungen sowie umweltbedingte Faktoren. Auch die Ernährung kann die Psoriasis beeinflussen. Eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und die zu hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren können die Schwere der Psoriasis beeinflussen. Das hatten Forscher der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Leipzig in einer Studie geklärt.

 

Bekannt ist allgemein, das die typische westliche Ernährung zu einem Ungleichgewicht zwischen der durchschnittlichen Aufnahme an gesättigten und den ungesättigten Fettsäuren führt, wobei die gesättigten Fette, die vor allem aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen werden, meist überwiegen. Bei Übergewicht können Adipozyten (Zellen im Fettgewebe) zu entzündlichen Prozessen beitragen, wozu.u.a. auch der oxidative Stress beiträgt, der bei Übergewicht verstärkt auftritt. Damit verbunden sind nicht nur die Entwicklung von Typ II Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch die Verschlechterung von entzündlichen Hauterkrankungen wie der Psoriasis. Die Forscher entdeckten bei Psoriasis-Patienten, wie gesättigte Fettsäuren zum Schlüsselfaktor für verstärkte Hautentzündungen werden können.

 

Dabei war der Spiegel der freien Fettsäuren im Serum der einzige Parameter, der die Schwere der Psoriasis direkt beeinflussen kann. Gesättigte Fettsäuren können so genannte myeloische Zellen (des blutbildenden, jedoch nicht des lymphatischen Systems) für erhöhte entzündliche Reaktionen sensibilisieren und in der Folge die Keratinozyten (hornbildende Zellen der Oberhaut) aktivieren. Die Forscher vermuten, dass eine Reduktion von gesättigten Fettsäuren hilfreich sein kann, um neben der üblichen Behandlung der Psoriasis die Krankheit auch über eine gesunde Ernährung zu unterstützen und zu lindern. Die Forscher starteten nun eine Studie, in der eine spezielle Diät zusätzlich zur Therapie der Psoriasis über sechs Monate lang getestet wird.

 

Unser Tipp: Die meisten ungesättigten Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen. Einige, wie die Alpha-Linolensäure (Omega-3), die Linolsäure (Omega-6) und die sehr gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen, sind essenziell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Bei einem besonderen Bedarf gibt es eine Reihe von essenziellen Fettsäuren auch als Nahrungsergänzungen, dabei spielt bei Kombinationen auch ein gutes Verhältnis der Fettsäuren zueinander eine Rolle.

 

Quelle: 
Diana Herbert et al., High-Fat Diet Exacerbates Early Psoriatic Skin Inflammation Independent of Obesity: Saturated Fatty Acids as Key Players. In: Journal of Investigative Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2018
und
ikr, Psoriasis. Spezialdiät im Text. In: Ärzte-Zeitung, Online-Veröffentlichung vom 23.10.2019.


Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden.

 

Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden. Dabei liefern Bio-Äpfel die bessere Bakterien-Qualität im Vergleich zu konventionell angebauten Äpfeln.

 

Reichlich Obst und Gemüse, das gehört zu einer guten Ernährung dazu. Sie enthalten neben den jeweiligen pflanzlichen Bestandteilen und Nährstoffen auch eine Fülle von Bakterien, die wir mit dem Verzehr aufnehmen und die dann vorübergehend auch unseren Darm besiedeln. Diese Mikroorganismen sind für eine gesunde Darmflora sehr wichtig. Rohes Obst und Gemüse ist eine besonders gute Quelle für die Mikroorganismen im Darm, denn beim Kochen werden die meisten Bakterien vernichtet.

 

Wie die Besiedelung von Bakterien speziell beim Apfel aussieht, das untersuchten Forscher des Instituts für Umweltbiotechnologie der Technischen Universität Graz in einer Studie. Sie nahmen das Mikrobiom der Äpfel unter die Lupe und bestimmten den Gehalt an Mikroorganismen. Dabei verglichen sie auch Äpfel aus dem biologischen und konventionellen Anbau. Generell zählen Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten. Mit ihrem Verzehr nehmen wir nicht nur die Schalen und das Fruchtfleisch auf, ein normaler Apfel enthält im Durchschnitt rund 100 Millionen Bakterien. Sie sind vor allem in den Samen und im Fruchtfleisch konzentriert und deutlich weniger in den Schalen angesiedelt. In den verschiedenen Geweben eines Apfels (Stängel, Schalen, Fruchtmark, Samen und Kelch) siedeln sich verschiedene Bakterienstämme und -arten an.

 

Der Großteil geht auf das Konto der Proteobakterien (80 %), mit einigem Abstand gefolgt von Bacteriodetes (9 %), Actinobacteria (5 %) und Firmicutes (3 %). Zu ihnen gehören jeweils diverse Bakteriengruppen und -arten, die die Gesundheit stärken können, einige dieser Arten wirken jedoch auch gesundheitsschädigend. Deutliche Unterschiede bei den Bakterien fanden die Forscher zwischen Bio-Äpfeln und Äpfeln aus dem konventionellen Anbau. Bio-Äpfel hatten eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien mit einer signifikanten Verschiebung der Bakteriengattungen und -ordnungen., von fast 40 %. In konventionell angebauten Äpfeln beobachteten die Forscher mehr Bakterien, die für ein gesundheitsschädliches Potential bekannt sind.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mit dem Verzehr eines Apfels werden rund 100 Millionen Bakterienzellen verzehrt. Obwohl die Menge bei einem Bio-Apfel und einem aus dem konventionellen Anbau gleich ist, unterscheidet sich die Zusammensetzung der Bakterien deutlich. Die Bio-Äpfel enthalten nicht nur eine größere Vielfalt, sondern auch mehr gesündere Bakterienarten.

 

Quelle:
Birgit Wassermann et al., An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples. In: frontiers in Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 24.7.2019, doi: 10.3389/fmicb.2019.01629.


Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost?

 

Ein englisches Forscherteam wertete Daten der großen EPIC-Oxford-Studie aus, um die Risiken für Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Vegetariern, Pescatariern und Fleischessern zu untersuchen. Dabei zeigt sich, ganz so eindeutig ist das Ergebnis nicht.

 

Am englischen Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) waren von 1993 bis 2001 rund 48.000 Männer und Frauen beteiligt. Der Anteil der Vegetarier, einschließlich der Veganer, war mit 16.000 recht hoch, dazu gaben rund 7.500 Teilnehmer an, zwar kein Fleisch, jedoch Fisch zu essen. Damit waren die Gruppen der Vegetarier und Pescatarier fast ebenso groß wie die Gruppe, die auch Fleisch aß. Die Teilnehmer wurden bis zum Jahr 2001 beobachtet. In dieser Zeit kam es in dieser großen Gruppe zu 2.830 ischämischen Herzkrankheiten, die aufgrund einer mangelnden Durchblutung entstehen. Weiter traten 1.072 Schlaganfälle auf, rund die Hälfte davon ebenfalls ischämisch, die andere Hälfte hämorrhagisch, d.h. aufgrund von Blutungen, die im Gehirn entstanden.

 

Bei den Vegetariern war das Risiko für ischämische Herzkrankheiten um 22 % geringer im Vergleich zu den Fleischessern, auch bei den Pescatariern sank dieses Risiko, mit 13 % jedoch etwas geringer. Allerdings hatten die Vegetarier bei den Schlaganfällen ein um 20 % erhöhtes Risiko, für die Forscher ein unerwartetes Ergebnis. Die Pescatarier schnitten hier besser ab, bei ihnen zeichnete sich nur eine leichte Tendenz für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle ab. Bei den Vegetariern zeigte sich ein besonders erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle.

 

Rund zehn Jahre später, 2010, konnten die Forscher einen Großteil der Teilnehmer an der EPIC-Oxford-Studie erneut zu ihren Essgewohnheiten befragen. Danach untersuchten die Forscher den Einfluss eines langfristigen Verzichts auf Fleisch in Bezug auf die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Einbezogen waren auch andere Einflussfaktoren, z.B. der Gesundheitszustand, Rauchen, die körperliche Aktivität, die Einnahme von Nahrungsergänzungen und die Ernährungsweise. Generell hatten hier die Vegetarier und etwas weniger ausgeprägt die Pescatarier ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten im Vergleich zu den Fleischessern. Seit langem ist bekannt, dass sich einige der typischen Risikofaktoren für diese Krankheiten, ein zu hoher Blutdruck, ein hoher Blutzucker und zu hohe Cholesterinwerte, bei der vegetarischen Ernährung verbessern, das zeigte sich auch in dieser Studie. Die Forscher vermuten, dass weitere Aspekte eines allgemein gesünderen Lebensstils dabei eine Rolle spielen. Die Vegetarier waren im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die Fleischesser, sie trieben mehr Sport, und sie hatten ein geringeres Körpergewicht.

 

Anhand einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht klären, warum die Vegetarier ein erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle hatten. Die Forscher vermuten, dass möglicherweise die schlechtere Versorgung mit den Vitaminen B12 und D oder auch mit essentiellen Aminosäuren dazu beitragen könnten. Die Ursachen für diese Beziehung müssten in weiteren Studien untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vegetariern und vor allem Veganern fehlt es häufiger an Vitamin B12 und Vitamin D, die vor allem im Fleisch vorhanden sind. Diese Werte sollten beobachtet werden, vorhandene Defizite können mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Wer Fisch nicht mag, ihn gar nicht oder nur selten isst, kann die in fetttreichen Fischen enthaltenen gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA als Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf die gute, stabile Qualität der Präparate sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Tammy Y. N. Tong et al., Risk of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford story. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 4.9.2019, doi: 10.1136/bmj.14897.


Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle.

 

Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle. Daher könnten Vegetarier und Veganer schlechter mit Eisen versorgt sein als Fleischesser.

 

Eisen gehört zu den essentiellen Spurenelementen, es ist als Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen und als Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) sehr wichtig. Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Nährstoff-Defiziten. Pflanzliche Lebensmittel sind allgemein eine weniger gute Eisenquelle, daher könnten Vegetarier und Veganer relativ oft Defizite in der Eisen-Versorgung haben. Eisen ist in Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen enthalten, das gilt für pflanzliche, aber auch für tierische Lebensmittel. Gute Mengen an Eisen liefern z.B. mageres Rindfleisch, Eier und Schweinekoteletts.

 

Bei den pflanzlichen Quellen liefern Ölsamen, Getreide und Hülsenfrüchte relativ viel Eisen. Dabei unterschieden sich jedoch die Eisenformen. Gut verfügbares Häm-Eisen (2-wertiges Fe) ist nur in Fleisch und Fisch enthalten. Pflanzliche Lebensmittel liefern ebenso wie Milch und Milchprodukte dagegen nur Nicht-Häm-Eisen (3-wertiges Fe), das vom Körper deutlich schlechter aufgenommen wird. Daher können die vegetarische und vegane Ernährung den Eisenstatus verringern, da das enthaltene Eisen weniger bioverfügbar ist. Das überprüften spanische Forscher in einer Studie.

Die Forscher untersuchten bei 49 Lakto-Ovo-Vegetariern und bei 55 Veganern die hämatologischen und biochemischen Eisenparameter. Sie analysierten bei allen Teilnehmern den Konsum von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen, die Körperzusammensetzung, die körperliche Aktivität, bei den Frauen außerdem die menstruellen Blutverluste und den Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln. Je nach dem Grad der Eisenversorgung bzw. den Eisendefiziten wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingestuft: Eisenmangelanämie, Eisenmangel (Ferritin <15 ng/ml), Eisendefizite (Ferritin ≥15 bis ≤30 ng/ml) und eine ausreichende Eisenversorgung (Ferritin >30 ng/ml). Die Eisenmangelanämie war nur bei 4 Teilnehmern vorhanden (4,8%). Bei knapp 28 % wurde ein Eisenmangel festgestellt, bei knapp 31 % fanden sich Eisendefizite, entsprechend waren nur etwas mehr als ein Drittel der Vegetarier und Veganer ausreichend mit Eisen versorgt.

 

Die Eisenwerte waren jedoch nicht mit der Dauer der vegetarischen Ernährung verbunden, und es gab zwischen Vegetariern und Veganern keine Unterschiede. Außerdem zeigten sich keinerlei Beziehungen zur körperlichen Aktivität. Frauen waren vom Eisenmangel deutlich stärker betroffen, das Ferritin im Serum war bei Frauen niedriger als bei Männern. Frauen haben generell einen höheren Eisenbedarf und während der Menstruation geht mit dem Blutverlust auch ein Teil des Eisens verloren. Von der Eisenmangelanämie und dem Eisenmangel waren nur die Frauen betroffen. Sie nahmen auch am häufigsten Eisenergänzungen ein. 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Eisenstatus zeigte keine Unterschiede zwischen Lakto-Ovo-Vegetariern und Veganern, auch die Dauer der pflanzlichen Ernährung beeinflusste die Eisenversorgung nicht. Von einem Eisenmangel waren vor allem die Frauen häufiger betroffen. Sie sollten auf ihre Eisenversorgung besonders achten, das gilt vor allem, wenn sie durch die Menstruation intensive Blutverluste haben.

 

Unser Tipp: Eisen wird als Nahrungsergänzung einzeln und kombiniert mit anderen Mikro-Nährstoffen in verschiedenen Formen angeboten. Auf besonders gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Angélica Gallego-Narbón et al., Physiological and Diet Determinants of Iron Status in Spanish Vegetarians. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 26.7.2019, doi: 10.3390/nu11081734.


Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Viele Paare, die sich vergeblich ein Kind wünschen, suchen nach den möglichen Ursachen dafür. Zur Unfruchtbarkeit können verhaltensbedingte, medizinische und biologisch bedingte Faktoren beitragen. Dazu gehören z.B. die Ernährung, Rauchen, Alter, Übergewicht oder das polyzystische Ovarsyndrom. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine erhöhte Belastung mit toxischen Metallen, wie Quecksilber, Cadmium und Blei, die Fruchtbarkeit verringern kann. Im Gegensatz dazu tragen essentielle Spurenelemente zur reproduktiven Gesundheit bei. Hinweise dazu gibt es für die männliche Fruchtbarkeit in Bezug auf Selen, Zink und Kupfer. Es gibt auch Hinweise dazu bei schwangeren Frauen, die mögliche Wirkungen dieser Spurenelemente auf das Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien, auf den Beitrag zum Zellwachstum (Zink), zur Synthese von Proteinen (Selen, Zink) und zur Blutbildung (Kupfer) zeigen.

 

Doch bisher ist zur direkten Wirkung dieser Spurenelemente auf die weibliche Empfängnis wenig bekannt. Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte daher diese Beziehungen im Rahmen einer Bevölkerungsstudie. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen den mütterlichen Plasmakonzentrationen der Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen in Bezug auf die Fruchtbarkeit zu untersuchen. Dabei spielte die Zeit bis zur Schwangerschaft und eine eventuell eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität) eine Rolle.

 

Die Forscher werteten Daten aus einem Teilbereich der internationalen SCOPE-Studie (Screening for Pregnancy Endpoints) aus. Rund 1.060 Frauen aus Adelaide und Umgebung hatten von Ende 2004 bis Mitte 2008 daran teilgenommen. Bei den Teilnehmerinnen wurden um die 15. Woche der normal verlaufenden Schwangerschaft herum Blutproben genommen. Darin wurden die Werte der Spurenelemente, vor allem von Kupfer, Selen und Zink, sowie von CRP, einem typischen Entzündungs-Marker, bestimmt. Die Frauen gaben außerdem Auskunft über ihre Gesundheit und Ernährung, z.B. über den Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Fast Food sowie über den Konsum von Alkohol und ihr Rauchverhalten. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungen, z.B. von Vitamin C, Folsäure, Multi-Vitaminen und Spurenelementen, wurde untersucht.

 

Rund 85 % der Frauen mit Kinderwunsch hatten bis zu einem Jahr gebraucht, um schwanger zu werden.15 % benötigten dazu eine längere Zeitspanne, was als Subfertilität, also eine geringere Fruchtbarkeit, eingestuft wurde. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei. Dazu gehörte z.B. eine niedrigere Frequenz des Geschlechtsverkehrs oder der geringere Verzehr von Obst. Bei den Spurenelementen waren niedrigere Zink- und Selen-Konzentrationen mit einer längeren Dauer bis zur Empfängnis verbunden. Geringere Selen-Konzentrationen erhöhten außerdem das Risiko für eine schlechtere Fertilität (um 46 %). Für Kupfer konnte die Beziehung zur Fertilität bzw. zur Zeit, bis zu der die Empfängnis eintrat, nicht bestätigt werden.

 

Die Forscher sind nach den Ergebnissen dieser Analyse der Ansicht, dass eine gute Versorgung mit Spurenelementen, speziell von Zink und Selen, aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen die Fruchtbarkeit unterstützen können. Diese Beziehungen sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink und Selen sind als Nahrungsergänzungen einzeln, aber auch in Multipräparaten verfügbar. Dabei sollten gut bioverfügbare Formen bevorzugt werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenso wie schwangere und stillende Frauen Nahrungsergänzungen nach therapeutischer Empfehlung einnehmen.

 

Quelle:
Jessica A. Grieger et al., Maternal Selenium, Copper and Zinc Concentrations in Early Pregnancy, and the Association with Fertility. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 19.7.2019, doi: 10.3390/nu11071609.


Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Seit vielen Jahren wird innerhalb der EPIC-Studie in zehn europäischen Ländern die Beziehung zwischen der Ernährung und Krebskrankheiten untersucht. Dazu gehört auch der Einfluss von Fischölen mit den darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Sie haben antientzündliche Wirkungen und könnten daher zur Senkung des Krebsrisikos beitragen. An der EPIC-Studie waren von 1992 bis 2000 rund 521.000 Menschen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlangen, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt. Alle Teilnehmer nahmen an einer umfangreichen Befragung zur Ernährung teil. Daraus wurde der übliche Fischverzehr ermittelt. Die Forscher unterschieden dabei den Anteil von fettreichen Fischen, die z.B. reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten, und den von mageren, weißen Fischsorten.

 

Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 15 Jahren erkrankten in dieser großen Gruppe 6.291 Personen an Darmkrebs (1,3 %). Teilnehmer mit dem höchsten Fischkonsum hatten ein um 12 % geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Teilnehmern, die am seltensten Fisch, d.h. weniger als eine Portion Fisch pro Woche, verzehrten. Eine vergleichbare Risikosenkung wurde beim Verzehr von fettreichen Fischsorten erreicht. Beim mageren, weißen Fisch zeigte sich eine ähnliche Tendenz, die Werte erreichten jedoch nicht die statistische Signifikanz.

 

Die Forscher untersuchten außerdem, ob und wie die Fisch-Fettsäuren das Krebsrisiko beeinflussen konnten. Sie werteten dazu die Daten einer Untergruppe mit rund 920 Teilnehmern aus, die Hälfte von ihnen war an Krebs erkrankt, die andere Hälfte war gesund. Bei allen Teilnehmern wurden die Fettsäuren im Blut bestimmt, das galt speziell für den Anteil der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören. Bei ihrer erhöhten Aufnahme verringerte sich ebenfalls das Risiko für den Darmkrebs, in etwa im gleichen Maße wie beim allgemeinen Fischverzehr. Dagegen war die höhere Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu den Omega-3-Fettsäuren mit einem höheren Risiko für den Darmkrebs verbunden. Andere Fettsäuren beeinflussten das Darmkrebsrisiko nicht.

 

Die Forscher vermuten aufgrund dieser Ergebnisse, dass sich der regelmäßige Fischverzehr, nahezu unabhängig von der Sorte, positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Noch lässt sich nicht genau angeben, worauf die präventiven Wirkungen des Fischverzehrs und der Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen sind. Vermutlich spielt dabei auch die Balance zwischen den Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, da sie unterschiedlich auf Entzündungen einwirken können. Die Omega-3-Fettsäuren könnten zur Senkung des Darmkrebs-Risikos über die Bildung von Eicosanoiden beitragen. Diese Verbindungen, die aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehen, sind an vielen Zell- und Gewebefunktionen beteiligt. Sie spielen in der Immunabwehr und bei Heilungsprozessen, z.B. bei Entzündungen, eine wichtige Rolle, da sie u.a. antientzündliche Fähigkeiten besitzen.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch ergänzen. Dabei ist auf die gute und stabile Qualität der Präparate zu achten.

 

Quelle:
Elom K. Agalo et al., Consumption of Fish and Long-chain n-3 Polyunsaturated Fatty Acids Is Associated With Reduced Risk of Colorectal Cancer in a Large European Cohort. In: Clinical Gastrienterology and Hepatology, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.cgh.2019.06.031.


Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Im Rahmen einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) wird seit vielen Jahren untersucht, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflusst. Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist vor allem in Gemüse und Obst enthalten, es muss regelmäßig aufgenommen werden, da es im Körper nicht selbst gebildet werden kann. Vitamin C ist an vielen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt. Es wird besonders für den Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und Zähne benötigt und trägt auch zur Prävention von Blutungen und zur Wundheilung bei. Es wirkt weiter antioxidativ, spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und fördert die Aufnahme von Eisen und Zink. Die bekannteste Mangelkrankheit von Vitamin C ist der Skorbut, bei der Kollagen nicht ausreichend gebildet werden kann. Das Bindegewebe, die Knochen, der Knorpel und die Blutgefäße sind davon beeinträchtigt. Typische Symptome sind eine schlechte Wundheilung, Blutungen, Ödeme und Müdigkeit. Der Skorbut tritt heute nur noch selten auf, da extreme Defizite an Vitamin C selten sind.

 

Bei einem geringeren Mangel an Vitamin C können jedoch die Symptome eines latenten Skorbuts auftreten. Dazu gehören unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Muskelschmerzen, die mit einer besseren Versorgung von Vitamin C dann leicht vermeidbar sind. Bekannt ist weiter, dass ein erhöhter Bedarf an Vitamin C bestehen kann. Das gilt z.B. für Raucher, deren Umsatz von Vitamin C höher ist. Im Rahmen der Norfolk-EPIC-Studie wurden Risikofaktoren für einen Mangel an Vitamin C über mehrere Jahre hinweg untersucht. Die Ergebnisse zeigten, wie Defizite an Vitamin C die Gesundheit beeinträchtigen.

 

Rund 30.000 Männer und Frauen von 40 bis zu 79 Jahren aus Norfolk und Umgebung nahmen ab 1993 an der Studie mit einem Gesundheits-Check teil. Für rund 22.000 Teilnehmer konnten nach einem einige Jahre später durchgeführten zweiten Gesundheits-Check die Ergebnisse von Vitamin C im Blut ausgewertet und verglichen werden. Sehr geringe Vitamin C-Werte hatten 315 Teilnehmer (1,4 %), geringes Vitamin C fanden die Forscher immerhin bei 2.410 Teilnehmern (10.7 %). Die Defizite an Vitamin C kamen häufiger bei Teilnehmern vor, die Männer waren, ein höheres Alter hatten und weniger körperlich aktiv waren. Sie waren häufiger sozial benachteiligt, weniger gebildet und rauchten mehr.

 

Bei einer geringen Versorgung mit Vitamin C hatten die Teilnehmer häufiger einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, wie eine umfassenden Befragung zeigte. Dazu gehörten zum Teil die Symptome eines latenten Skorbuts, z.B. erhöhte Müdigkeit oder verstärkte körperliche Schmerzen. Diese Ergebnisse waren konstanter bei Teilnehmern, die keine Vitamin C-Ergänzungen einnahmen und bereits beim ersten Gesundheits-Check niedrigere Vitamin C-Werte hatten.

 

Allgemein sollte daher auf eine gute Versorgung mit Vitamin C geachtet werden. Die Aufnahme von ausreichend Vitamin C aus Obst und Gemüse stärkt die Gesundheit und trägt dazu bei, die Symptome eines latenten Skorbuts zu vermeiden. Vor allem Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Defizite an Vitamin C haben, sollten auf eine gute Versorgung achten.

 

Unser Tipp: Vitamin C-Ergänzungen können bei einer schlechten Versorgung mit Vitamin C und bei einem erhöhten Bedarf die Versorgung verbessern. Es gibt verschiedene Formen von Vitamin C, auf eine gute Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Stephen J. McCall et al., Plasma Vitamin C Levels: Risk Factors for Deficiency and Association with Self-Reported Functional Health in the European Prospective Investigation into Cancer-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.7.2019, doi: 10.3390/nu11071552.


Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen.

 

Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen. Schon bei der Diagnose sollte daher auf die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen geachtet werden.

 

Die Zöliakie (glutensensitive Enteropathie oder auch Sprue genannt) entsteht durch die Unverträglichkeit von Gluten (Klebereiweiß) im Magen-Darm-Trakt, Gluten ist in vielen Getreidesorten (z.B. Weizen, Roggen, Gerste etc.) enthalten, die dann ebenso wie andere glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang gemieden werden müssen. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Wachstumsstörungen, Bauchschmerzen, chronische Diarrhoe oder Obstipation, Anämie und depressive Verstimmungen. Es werden verschiedene Formen der Krankheit unterschieden, sie kann bei Babys bereits einige Monate nach dem Abstillen auftreten, aber auch erst später im Schul- oder gar Erwachsenenalter.

 

Bei der Zöliakie kommt es durch den Verzehr von Gluten zu einer Immunreaktion im Dünndarm und zu chronischen Entzündungen der Darmschleimhaut. Das führt dazu, dass Nährstoffe zum Teil nur unzureichend aufgenommen bzw. nicht verdaut werden können. Betroffen ist davon auch die Resorption einiger wichtiger Mikro-Nährstoffe. In einer Studie untersuchten Forscher der US-amerikanischen Mayo Clinic vom Jahr 2000 bis zu 2014 bei Erwachsenen mit einer neu diagnostizierten Zöliakie die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. 309 Patienten (196 Frauen, 113 Männer) mit einem durchschnittlichen Alter von 46 Jahren konnten in die Studie einbezogen werden. Bei allen wurde die Versorgung mit den bestimmten Mikro-Nährstoffen geprüft, von denen bekannt ist, dass sie bei einer Zöliakie häufiger unzureichend sind. Das betraf Zink, Vitamin D, Ferritin (Depot-Eisen), Kupfer, Vitamin B12 und Folat. Untersucht wurden auch die Gewebetransglutaminase IgA und Albumin (Plasmaprotein), die für die Bestimmung der Zöliakie wichtig sind. Die Ergebnisse wurden mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bestimmt wurde auch das Körpergewicht der Teilnehmer, da Gewichtsverluste bei der Zöliakie als typisch gelten.

 

Das bestätigte sich hier jedoch nicht, im Durchschnitt lag der Body Mass Index bei 25,9, also bei einem leichten Übergewicht. Eine Gewichtsabnahme wurde nur bei rund 25 % der Patienten beobachtet. Bei den Mikro-Nährstoffen fehlte den Zöliakie-Patienten am häufigsten Zink. Rund 60 % der Patienten waren mit Zink nicht ausreichend versorgt. Bei den Kontrollpersonen waren nur rund 33 % davon betroffen. Auch bei der Versorgung mit Kupfer, (rund 6 %), Vitamin B12 (rund 5 %) und Folat (knapp 4 %) hatten Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den Gesunden etwas häufiger unzureichende Werte. Bei Zöliakie fehlte es oft auch an Ferritin (rund 31 %). Bei Vitamin D unterschieden sich die Zöliakie-Patienten kaum von den Gesunden, knapp ein Fünftel war in beiden Gruppen mit Vitamin D unzureichend versorgt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Defizite an Mikro-Nährstoffen bei Patienten mit Zöliakie recht weit verbreitet sind. Sie empfehlen, dass bei der Diagnose einer Zöliakie entsprechend auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen kontrolliert wird. Das gilt vor allem für Vitamin D, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Zink und Kupfer.

 

Quelle:
Adam C. Bledsoe et al., Micronutrient Deficiencies Are Common in Contemporary Celiac Disease Despite Lack of Overt Malabsorption Symptoms. In: Mayo Clinic Proceedings, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.mayocp.2018.11.036.


Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein.

 

Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein. Sie können den Schutz vor Diabetes erhöhen und die glykämische Kontrolle verbessern.

 

Die beeinträchtigte Glukosetoleranz spielt bei der Entstehung des Diabetes eine wichtige Rolle. Er ist durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet, der von der gestörten Glukosetoleranz abhängig ist. Dabei spielt auch der Stoffwechsel von Zink eine Rolle. Viele Studien zeigten bereits, dass eine zu geringe Versorgung mit Zink die Insulinbildung beeinträchtigt, die Insulinsensitivität verringert und typische Entzündung-Marker erhöht (Il-6. TNFalpha. hsCRP). Die Zinkwerte sind bei Diabetes-Patienten häufig niedriger als bei Gesunden. Diabetiker mit geringen Zinkwerten sind meist schon längere Zeit erkrankt, haben eine schlechtere Glukose-Kontrolle und verringerte Funktionen der B-Zellen im Pankreas, die Insulin bilden. Doch es gibt bisher nur wenig Studien, in denen Zinkergänzungen in Bezug auf die Prävention oder Therapie von Diabetes untersucht wurden. Daher führten chinesische Forscher eine Meta-Analyse zur Beziehung von Zink und Diabetes durch.

Sie konnten 32 (randomisierte, placebokontrollierte) Studien, in denen die Ergänzung von Zink bei der Prävention und Behandlung von Diabetes untersucht wurde, einbeziehen. Beteiligt waren insgesamt 1.700 Teilnehmer aus 14 Ländern, vor allem aus Asien. In 22 Studien wurden nur Zinkgaben eingesetzt, in weiteren 10 Studien wurden neben Zink auch andere Ergänzungen angewendet. Die durchschnittliche Dosierung betrug täglich 35 mg Zink, die Studien dauerten von einem Monat bis zu einem Jahr. Insgesamt verringerte sich bei den Teilnehmern mit Zinkergänzungen die Nüchtern-Glukose statistisch signifikant (im Durchschnitt -14,15 mg/dL). Bei der Glukosemessung zwei Stunden nach einer Mahlzeit konnte Zink ebenfalls die Werte verringern (im Durchschnitt -36,85 mg/dL). Auch die Werte von Nüchtern-Insulin, Insulinresistenz, glykiertem Hämoglobin und dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP) verbesserten sich mit den Ergänzungen von Zink im Vergleich zu den Kontrollgruppen ohne Zink.

 

Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass sich die Zinkgaben auf die Nüchtern-Glukose signifikant auswirkten, beeinflusst zum einen durch den Diabetes-Status, zum anderen durch die Form der Zinkgaben. Hier wirkte sich anorganisches Zink stärker auf die Nüchtern-Glukose aus. Das erklären die Forscher so: In den Studien mit anorganischem Zink wurden im Durchschnitt höhere Zinkdosierungen eingesetzt. Anorganisches Zink wurde außerdem häufiger bei Diabetikern als bei Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko geprüft. Die am besten geeigneten Zinkformen sollten daher in Zukunft bei Diabetes weiter geprüft werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse die positive Wirkung von Zinkergänzungen für die Prävention und Therapie von Diabetes unterstützt. Mehrere glykämische Schlüsselfunktionen können durch Zink verbessert werden. Die bessere Versorgung mit Zink kann die glykämische Kontrolle sowohl bei Diabetikern als auch bei Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko (z.B. beim metabolischen Syndrom etc.) modulieren. Zink spielt dabei eine wichtige Rolle, es ist reichlich in den Pankreas-Inseln vorhanden, wo es die Kristallisation und Bildung von Insulin beeinflusst. Zink scheint weiter den Glukose-Transporter GLUT4 und die Glukose-Nutzung zu beeinflussen. Zinkdefizite sind oft mit erhöhten chronischen Entzündungen verbunden, es gibt außerdem Nachweise, dass Zinkergänzungen auf das hochsensitive CRP positiv wirken. Von Zinkergänzungen können Diabetiker ebenso wie Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes profitieren.

 

Unser Tipp: Zink wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen zur Ergänzung angeboten. Für die Regulation der Blutglukose und für einen guten Blutzuckerspiegel gibt es außerdem spezielle Kombinations-Präparate.

 

Quelle:
Xinhua Wang et al., Zinc supplementation improves glycemic control for diabetes prevention and management: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 110, Nr. 1, 2019, S. 76-90, doi: 10.1093/ajcn/nqz041.


Neue Bedarfswerte für Zink und Vitamin B6

 

Die täglich empfohlenen Bedarfswerte werden von Zeit zu Zeit überprüft. Jetzt wurden die empfohlenen Aufnahmen für das Spurenelement Zink und für Vitamin B6 aktualisiert.

 

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das im Körper nicht selbst gebildet und auch nicht längerfristig gespeichert werden kann. Es muss daher regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, um Defiziten vorzubeugen. Gute Quellen sind u.a. Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch, Eier und Nüsse (z.B. Cashew-, Pekannüsse) sowie Keimlinge von Weizen und Roggen. Zink ist ein Bestandteil vieler Enzyme und Proteine und an vielen Körperprozessen beteiligt. Dazu gehören u.a. das Zellwachstum, die Wundheilung, Abläufe im Stoffwechsel und Immunsystem sowie die Fortpflanzung.

 

Die täglichen Empfehlungen (Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.) für Zink hängen vom Alter und Geschlecht ab, und sie werden an den Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit angepasst. Für Erwachsene wurde bisher ein täglicher Bedarf von 7 mg Zink für Frauen und von 10 mg Zink für Männer angegeben. Die neuen Empfehlungen machen die Zinkaufnahme nun von Phytaten abhängig. Das ist eine Form der Phytinsäure, die vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, besonders in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Phytate binden Zink im Magen-Darm-Trakt und können dessen Bioverfügbarkeit um bis zu 45 % senken. Die Menge an Phytaten in der Ernährung bestimmt nun den täglichen Zinkbedarf. Erwachsene Frauen sollten bei einer geringen Aufnahme von Phytaten täglich 7 mg Zink aufnehmen, bei einer mittleren Zufuhr sind es 8 mg und bei hoher Zufuhr 10 mg. Bei erwachsenen Männern sind die Werte etwas höher, bei der niedrigen Aufnahme von Phytaten sollten täglich 11 mg Zink, bei mittlerer Zufuhr 14 mg und bei hoher Zufuhr 16 mg Zink aufgenommen werden.

 

Bisher gibt es zur Aufnahme von Phytaten aus der Ernährung in Deutschland allerdings keine näheren Kenntnisse. Zur Einschätzung trägt bei, dass bei einer vollwertigen Kost sowie bei der vegetarischen oder veganen Ernährung von einer mittleren Aufnahme von Phytaten auszugehen ist. Der Verzehr von Hülsenfrüchten und Vollkornwaren ist jedoch allgemein in Deutschland nicht sehr verbreitet. so dass viele Menschen im Bereich der niedrigen bis mittleren Aufnahme von Phytaten liegen. Bei vielen gesunden Frauen dürfte die Zinkversorgung über die Ernährung auch mit den neuen Zinkwerten gedeckt sein. Ein Teil der Männer dürfte die empfohlene tägliche Zufuhr bei einer mittleren oder höheren Phytataufnahme von 14 mg bzw. 16 mg Zink aber nicht erreichen. Bei ihnen kann es zu Defiziten in der Zinkversorgung kommen. Beim individuellen Bedarf sollte auch bedacht werden. dass die tägliche Zinkaufnahmen aus der Ernährung vor allem bei älteren Menschen und bei Krankheiten (z.B. chronisch entzündliche Darmkrankheiten) oftmals nicht ausreichen. Zinkergänzungen können bei hoher Aufnahme an Phytaten und bei einem erhöhten Zinkbedarf die Versorgung verbessern, sie sollte am besten nach Empfehlung eines Therapeuten erfolgen.

 

Das wasserlösliche Vitamin B6 bezeichnet jetzt nicht mehr allein Pyridoxin, sondern auch andere B6-Formen: Pyridoxamin und Pyridoxal. Vitamin B6 ist am Stoffwechsel von Aminosäuren und Kohlenhydraten sowie an der Bildung von Botenstoffen beteiligt. Zusammen mit anderen B-Vitaminen (B2, Folat und B12) reguliert es den Stoffwechsel von Homocystein und trägt zur Bildung des B-Vitamins Niacin bei. Vitamin B6 ist vor allem in Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Nüssen (Hasel-, Walnüsse) sowie in Fisch und Fleisch enthalten. Die neuen täglichen Bedarfswerte wurden nicht mehr von der Proteinzufuhr abgeleitet. sondern aus Studien mit Pyridoxal-5´-Phosphat und sind für Erwachsene ein wenig erhöht. Empfohlen werden jetzt täglich 1,4 mg Vitamin B6 für Frauen und 1,6 mg für Männer. Diese Zufuhr wird in Deutschland von einem Teil der Erwachsenen nicht ganz erreicht, daher kann eine leichte Unterversorgung auftreten. Größere Mängel an Vitamin B6 sind jedoch eher selten und dann meist mit einem allgemeinen Defizit an B-Vitaminen verbunden. Dazu können z.B. Alkoholmissbrauch, Leberkrankheiten, aber auch einige Medikamente (z.B. die „Pille“ und Asthma-Medikamente) beitragen. Auch hier gilt, dass bei einem erhöhten Risiko für die unzureichende Versorgung oder z.B. auch bei einem Mehrbedarf aufgrund von Krankheiten Vitamin B6 ergänzt werden kann, am besten nach der Empfehlung eines Therapeuten.

 

Unser Tipp: Zink steht in verschiedenen Dosierungen und Formen zur Verfügung, einige wie z.B. (organisches) Zinkcitrat und -glukonat, sind besonders gut bioverfügbar. Auch für Vitamin B6 gibt es sehr gut bioverfügbare Formen aus pflanzlichen Quellen, z.B. Pyridoxin-5-Phosphat. Bei den B-Vitaminen wird oft ein B-Vitamin-Komplex empfohlen, da ein Mangel selten isoliert auftritt und die Verwertung im Komplex verbessert wird.

 

Quelle:
DGE e.V. (Herausgeber), Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink; Ausgewählte Fragen zu Vitamin B6, Online-Veröffentlichungen vom Juli 2019 (https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/).


Rotes Fleisch und Fertiggerichte besser seltener essen

 

Ein häufiger Verzehr von industriell hergestellten Lebensmitteln und rotem Fleisch erhöht die Risiken für Krankheiten und senkt die Lebensperspektiven. Das zeigen drei umfassende Bevölkerungsstudien, die über viele Jahre durchgeführt wurden.

 

Industriell hergestellte, stark verarbeitete Lebensmittel, wie Pizza, Fast Food, Chips, Wurst, Schokolade, Speiseeis oder Limonaden, liefern meist zu viele Kalorien, zu viel Zucker, Salz, gehärtete Fette sowie Zusatzstoffe, und es fehlt an wichtigen Vitaminen und Ballaststoffen. Werden sie regelmäßig verzehrt, begünstigen sie z.B. die Entstehung von Übergewicht, Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten. In drei großen Bevölkerungsstudien wurde das gesundheitliche Risiko durch Fertiggerichte über viele Jahre näher untersucht.

 

Im Rahmen der französischen NutriNet-Santé-Studie (2009-18) wurde bei rund 105.000 gesunden Erwachsenen ab 18 Jahren (zu 80 % Frauen, im Durchschnitt 43 Jahre alt) geprüft, ob stark verarbeitete Nahrungsmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Von Zeit zu Zeit protokollierten die Teilnehmer für einen Tag ihre Ernährung und gaben Auskunft über ihren Gesundheitszustand und den Lebensstil (im Durchschnitt sechs Befragungen pro Person). Daraus wurde der Anteil von industriell stark verarbeiteten Speisen berechnet. Die Lebensmittel waren Gruppen zugeordnet, die von nicht bzw. kaum verarbeiteten bis zu hoch verarbeiten Nahrungsmitteln reichten. Abhängig vom Konsum an industriell hergestellten Fertigwaren wurden die Teilnehmer vier Gruppen zugeordnet.

 

Die jüngeren Teilnehmer kamen auf den höchsten Anteil an Fertigwaren, sie waren weniger gebildet, bewegten sich weniger und nahmen mit ihrer Nahrung mehr Kalorien auf. Im Lauf der mehrjährigen Beobachtungszeit (im Durchschnitt knapp sechs Jahre) traten in dieser Gruppe über 1.400 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Beim höchsten Verzehr von industriell hergestellten Lebensmittel war das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten um 18 % erhöht, das für Schlaganfälle stieg um 23 %.

 

In der kleineren, spanischen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra, 1999-2018)) nahmen seit 1999 Absolventen der Universität teil und gaben alle zwei Jahre Auskunft über ihre Ernährung und den Lebensstil. Ausgewertet wurden die Daten von knapp 20.000 Teilnehmern, die im Durchschnitt rund zehn Jahre an der Studie teilgenommen hatten. Abhängig von den Portionen an täglich verzehrten Lebensmitteln aus industrieller Herstellung wurden die Teilnehmer in vier Gruppen, vom niedrigsten (weniger als zwei Portionen täglich) bis zum höchsten Verzehr (mehr als vier Portionen täglich), eingeteilt. Im Lauf der Studie kam es in dieser Gruppe zu 335 Todesfällen, aufgrund des jüngeren Durchschnittsalters (38 Jahre) vor allem durch Krebskrankheiten. Beim höchsten Verzehr an Fertigwaren stieg das Sterblichkeitsrisiko um 62 % an im Vergleich zum niedrigsten Konsum. Jede Portion Fertignahrung mehr pro Tag erhöhte das Sterblichkeitsrisiko um 18 % über zehn Jahre hinweg. Bei den älteren und stark übergewichtigen (adipösen) Teilnehmern war dieses Risiko stärker ausgeprägt.

 

Eine weitere Studie untersuchte die Beziehung zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und dem Sterblichkeitsrisiko bei Frauen und Männern. Frühere Studien dazu hatten bereits den häufigeren Verzehr von industriell verarbeiteten rotem Fleisch (z.B. Bacon. Salami, Hamburger, Würstchen etc.) mit chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck in Verbindung gebracht. An der US-amerikanischen Nurses´ Health Study und Health Professionals Follow-Up Study nahmen rund 81.000 Beschäftigte aus Gesundheitsberufen teil. Sie waren anfangs gesund und wurden mehrmals im Lauf der Studie zu ihrer Ernährung und zum Lebensstil befragt. In den vielen Studienjahren kam es in den beiden großen Gruppen zu rund 14.000 Sterbefällen. Erhöhten die Teilnehmer den Konsum von rotem Fleisch über acht Jahre hinweg, so war dies bei Frauen und Männern mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko verbunden. Erhöhte sich der Verzehr von rotem Fleisch um eine halbe Portion täglich, so stieg das Sterblichkeitsrisiko um 10 % an. Dabei war das Risiko für industriell verarbeitetes Fleisch mit 13 % etwas höher, das für unverarbeitetes Fleisch (z.B. Steak, Braten) mit 9 % Anstieg etwas geringer. Diese Beziehung blieb auch in allen Untergruppen konstant, einbezogen waren hier Alter, körperliche Aktivität, die Qualität der Ernährung, Rauchen und/ oder Alkoholkonsum.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Anstieg des Konsums von rotem Fleisch, insbesondere von industriell verarbeiteten Fleischwaren, ist mit einem höheren Risiko für die Sterblichkeit verbunden.

 

Stark industriell verarbeitete Lebensmittel, einschließlich von rotem Fleisch. können nach diesen Ergebnissen bei einem hohen Verzehr die Risiken für chronische Krankheiten und eine verkürzte Lebenszeit deutlich erhöhen. Eine strikte Ursache-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus Bevölkerungsstudien jedoch nicht ableiten, da z.B. eine ungesunde Ernährung oft auch mit einem ungesunden Lebensstil einhergeht. Weitere Studien sind daher nötig, um die Beziehungen genauer zu klären. Doch auch jetzt ist es bereits empfehlenswert, den Verzehr von industriell herstellten Lebensmitteln und rotem Fleisch zumindest zu verringern..

 

Quelle:
Bernard Srour et al., Ultra-processed food intake and risk of cardiovascular disease: prospective cohort study (NutriNet-Santé). In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1451.
Anaïs Rico-Campà et al., Association between consumption of ultra-processed foods and all cause mortality: SUN prospective cohort study. In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1949.
Yan Zheng et al., Association of changes un red meat consumption with total and cause specific mortality among US women and men; two prospective cohort studies. In: The British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2019, doi; 10.1136/bmj.I2110.


Vitamin K für den Blutdruck und die Arterien

 

Verkalkungen und Versteifungen der Arterien sind ein Vorläufer von kardiovaskulären Krankheiten. Die gute Versorgung mit Vitamin K trägt dazu bei, die Gefäßwände der Arterien und den Blutdruck zu verbessern.

 

Vitamin K wird vor allem für die Funktionen des Herz-Kreislauf- und des Knochensystems benötigt und kommt in zwei Formen vor. Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt vorwiegend in grünblättrigen Salaten und Gemüse (Spinat, Brokkoli, Kohl etc.) vor. Vitamin K2 (Menachinon) ist in Lebensmitteln seltener vorhanden, es kommt vor allem in Käse und fermentierten Lebensmitten vor, kann jedoch auch im Körper von der Darmflora synthetisiert werden. Beide Formen haben teils ähnliche, teils auch unterschiedliche Funktionen. Nur Vitamin K2 wurde z.B. mit guten Wirkungen auf das kardiovaskuläre System verbunden, da es stärker bioaktiv und beständig ist. Vitamin K2 aktiviert u.a. ein Protein, das bei der Gefäßverkalkung eine Rolle spielt, das Matrix-GLA-Protein (MGP). Verkalkungen in den Blutgefäßen führen besonders im höheren Alter zur Arteriosklerose und zur Versteifung der Arterien, wodurch weiter das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ansteigt. Die Gefäßverkalkung kann u.a. durch das Matrix-GLA-Protein beeinflusst und gehemmt werden. Seine volle Wirksamkeit erlangt es jedoch erst, wenn es mit Hilfe von Vitamin K2 aktiviert wurde. Ist im Körper zu wenig Vitamin K2 vorhanden, steigt der Spiegel an inaktivem MGP (dp-ucMGP) an, was die Entstehung der Arteriosklerose begünstigt. Entsprechend dient dieser Wert als Risikomarker für Herz-Kreislauf-Krankheiten und den Mangel an Vitamin K2.

 

Eine Gruppe von belgischen Forschern untersuchte die Werte des (inaktiven) Matrix-GLA-Protein bei 835 Flamen (Männer und Frauen, im Durchschnitt knapp 50 Jahre alt) in Bezug auf den Blutdruck und die Arteriensteifigkeit. Bei allen Teilnehmern wurden im Blutplasma die MGP-Werte gemessen. Die Forscher bestimmten außerdem u.a. den zentralen Pulsdruck und die Pulswellen-Geschwindigkeit in der Aorta (Hauptschlagader). Die Ergebnisse zeigten, dass rund ein Drittel der Teilnehmer zu geringe Werte von Vitamin K hatte. Das ging mit erhöhten Werten des inaktiven (dp-up-)Matrix-GLA-Proteins und den Werten für die Arteriensteifigkeit einher.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass diese Ergebnisse auch repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung in Belgien sein könnten. Um vor Herz-Kreislauf-Krankheiten zu schützen, könnten die üblichen Empfehlungen für den Bedarf an Vitamin K nicht ausreichen. Bei einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten könnte eine verbesserte Zufuhr an Vitamin K, speziell von Vitamin K2, die Arterien besser schützen.

 

Unser Tipp: Vitamin K ist in beiden Formen, als K1 und K2, als Nahrungsergänzung erhältlich. Besonders empfehlenswert ist Vitamin K2 als Menachinon-7, das aus Sojabohnen gewonnen wird und sehr gut bioverfügbar ist,

 

Quelle:
Fang-Fei Wei et al., Central Hemohynamics in Relation to Circulating Desphospho-Uncarboxylating Matrix Gla Protein: A Population Study. In: Journal of the American Heart Association, Online-Veröffentlichung vom 1.4.2019, doi: 10.1161/JAHA.119.011960.


 Blaubeeren senken Risiken fürs Herz-Kreislauf-System

 

Täglich eine Portion (150 Gramm) Blaubeeren trug bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom zur Vorbeugung von kardiovaskulären Krankheiten bei. Zurückgeführt wird das auf den Gehalt von Anthocyanen.

 

Vom metabolischen Syndrom sind nach Schätzungen rund ein Drittel der westlichen Bevölkerung betroffen. Dazu können Bluthochdruck, ein zu hoher Blutzucker, übermäßiges Körperfett in der Taille, geringe Werte des „guten“ HDL-Cholesterins und hohe Triglyzerid-Werte beitragen. Die Diagnose metabolisches Syndrom wird gestellt, wenn wenigstens drei dieser Risikofaktoren vorhanden sind. Zu den Folgen gehört ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und den Typ 2 Diabetes. Oftmals können jedoch schon leichtere Veränderungen in der Ernährung dazu beitragen, das Risiko für das metabolische Syndrom zu senken. Einige frühere Studien zeigten, dass sich der Verzehr von Blaubeeren positiv auf den Typ 2 Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten auswirken kann. Zurückgeführt wird das vor allem darauf, dass Blaubeeren reichlich Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, enthalten. Sie schenken Blüten und vielen Früchten ihre roten, violetten und blauen Farben. Sie haben außerdem gesundheitliche Wirkungen, sind z.B. antioxidativ und können Entzündungen hemmen.

 

Eine Gruppe von Forschern aus Großbritannien und den USA untersuchte die Wirkungen von Blaubeeren auf das metabolische Syndrom in einer klinischen (randomisierten, doppelblinden) Studie. Sie prüften, ob Blaubeeren die Insulin-Resistenz und andere Faktoren des metabolischen Syndroms beeinflussen konnten. Dazu gehörten z.B. der Lipoprotein-Status und die Funktionen der Arterien. An der Studie nahmen sechs Monate lang 115 übergewichtige und adipöse Teilnehmer mit einem metabolischen Syndrom teil. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppen aß täglich eine Portion mit 150 g (tiefgefrorenen) Blaubeeren-Pulver, das 364 mg Anthocyane enthielt. Die zweite Gruppe aß täglich nur die Hälfte dieser Portion, also 75 g Blaubeeren mit 182 mg Anthocyanen. Die dritte Gruppe verzehrte ein Placebo, das ähnlich aussah und schmeckte, jedoch keine Anthocyane enthielt. Die Teilnehmer erhielten dazu Rezepte-Tipps, wie sie das Pulver zubereiten konnten, z.B. als Getränk, Smoothie oder in Joghurt und Desserts.

 

Im Lauf von sechs Monaten blieb die Insulinresistenz bei den Teilnehmern unverändert, und gegen die Erwartungen der Forscher brachte die kleinere Portion Blaubeeren keine gesundheitlichen Vorteile. Mit 150 Gramm Blaubeeren täglich verbesserten sich bei den Teilnehmern dieser Gruppe jedoch anhaltend die vaskulären Funktionen und die Arteriensteifigkeit. Dadurch sank ihr Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten um 12 bis zu 15 %. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ein erhöhter Konsum an Blaubeeren mit Anthocyanen täglich nötig ist, um gesundheitlich wirksam zu sein. Blaubeeren können dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

 

Unser Tipp: Anthocyane sind auch in anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten. z.B. in verschiedenen Beeren, Kirschen, Pflaumen, Rotkohl und Auberginen. Sie sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, z.B. als Heidelbeerextrakt, oft in Kombination mit anderen nützlichen Mikro-Nährstoffen.

 

Quelle:
Peter J. Curtis et al., Blueberries improve biomarkers of cardiometabolic syndrome - results from a 6-month, double-blind, randomised controlled trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 28.5.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqy380.


Sonnencreme und Vitamin D

 

Sonnenschutz ist wichtig, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen, er kann aber die Bildung von Vitamin D über die Haut verringern. Eine Studie zeigt, dass Mittel mit einem erhöhten UVA-Schutz nicht nur den Sonnenbrand verhindern, sondern auch die Aufnahme von Vitamin D fördern.

 

Vitamin D wird zum größten Teil (rund 90 %) über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Der Anteil von Vitamin D aus der Nahrung ist dazu im Vergleich relativ gering. Er ist dennoch vor allem in den nördlicheren Breiten sehr wichtig, weil die Sonneneinwirkung auf die Haut für die gute Versorgung mit Vitamin D nicht immer ausreichend ist. Das gilt besonders in den sonnenärmeren Monaten. Das Sonnenlicht enthält zwei Arten der Strahlung, langwellige UVA- und kurzwellige UVB-Strahlen. Letztere sind für die Synthese von Vitamin D über die Haut unerlässlich. Gleichzeitig sind sie aber eine wichtige Ursache für den Sonnenbrand und damit nicht zuletzt ein Risiko für die Entstehung von Hautkrebs. Beim Aufenthalt in der Sonne über längere Zeit wird daher ein geeigneter UVB-Schutz empfohlen, um den Sonnenbrand zu verhindern. Mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor können Sonnencremes und -Sprays die negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen auf die Haut deutlich verringern. Doch dies kann die Bildung von Vitamin D über die Haut und damit den Vitamin D-Status im Körper beeinträchtigen.

 

In einer Studie untersuchte eine Forschergruppe den Einfluss von Sonnenschutzmitteln auf den Vitamin-D-Status während eines einwöchigen Sonnenurlaubs auf Teneriffa bei wolkenlosem Himmel. Sie verglichen die Wirkung von zwei Sonnenschutzmitteln mit dem gleichen Lichtschutzfaktor 15. Eines der beiden Präparate hatte neben dem UVB-Schutz zusätzlich einen hohen UVA-Schutzfaktor, das andere Mittel hatte dagegen nur einen geringeren UVA-Schutz. An der Studie nahmen 40 polnische Urlauber teil. Sie erhielten jeweils eines der beiden Mittel und wurden über deren richtige Anwendung beraten. Bei allen Teilnehmern wurde der Gebrauch der Sonnenschutzmittel beobachtet, dazu der jeweilige Aufenthalt in der Sonne, die Kleidung und das eventuelle Auftreten von Sonnenbrand verzeichnet. Zum Vergleich nahmen zwei weitere Gruppen mit Urlaubern und Einheimischen an der Studie teil, die Sonnenschutz nach ihrem eigenen Ermessen benutzten.

 

Ohne Intervention waren sowohl die Urlauber als auch die Einheimischen nicht so stark vor einem Sonnenbrand geschützt. Die beiden Gruppen der polnischen Urlauber waren dagegen mit den beiden Sonnenschutzmitteln vor der Entstehung eines Sonnenbrands geschützt, die Nutzung der Sonnencremes war in beiden Gruppen vergleichbar. Nur mit dem UVA-Sonnenschutz zeigte sich auch ein statistisch signifikanter Anstieg von Vitamin D. Der Sonnenschutz mit dem erhöhten UVA-Faktor ermöglichte dabei eine deutlich höhere Vitamin-D-Synthese als das Mittel mit den niedrigem UVA-Schutz. Die Forscher vermuten, dass beim erhöhten UVA-Faktor mehr UVB-Transmissionen ermöglicht werden. So wird nicht nur der Sonnenbrand verhindert, sondern auch die Vitamin D-Synthese gefördert.

 

Unser Tipp: Wo der Aufenthalt in der Sonne nicht ausreicht bzw. in Regionen mit sonnenärmeren Jahreszeiten kann die Ergänzung von Vitamin D die Werte im Blut verbessern.

 

Quelle:
A. R. Young et al., Optimal Sunscreen use, during a sun-holiday with a very high UV index, allows vitamin D synthesis without sunburn. In: British Journal of Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 8.5.2019, doi: 10.1111/bjd.17888


Zink, Kupfer und Mangan bei Depressionen

 

Die Ernährung trägt zur psychischen Gesundheit bei, das betrifft auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Eine zu geringe Versorgung mit den Spurenelementen Zink, Mangan und Kupfer kann zu Depressionen und Angststörungen beitragen.

 

Die Vorkommen von Depressionen und/oder Angststörungen stiegen in den letzten Jahren in vielen Ländern an. Die Belastungen in der Arbeitswelt tragen offenbar bei vielen Menschen zur Entstehung dieser Krankheiten bei. Daher rücken vorbeugende Maßnahmen stärker in den Fokus der Medizin. Dazu gehört auch der

 

Lebensstil mit der Ernährung, der Körperbewegung und den Schlafgewohnheiten. Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Geflügel, Fisch und Vollkornprodukten trägt zur Vorbeugung vor psychischen Störungen bei. Das gilt bei den Mikro-Nährstoffen besonders für die Omega-3-Fettsäuren und die B-Vitamine einschließlich der Folsäure. Es gibt Hinweise, dass einige Spurenelemente auf Depressionen wirken könnten, doch bisher gibt es dazu wenige Studien. Eine japanische Forschergruppe untersuchte daher sechs Mineralstoffe und Spurenelemente in ihre Wirkung auf die Vorkommen von Depressionen und Angststörungen. Sie nutzten Daten aus der japanischen Eat-Well-Studie (Eating Habit and Well-Being). Daran waren ab Ende 2013 rund 2.100 japanische Arbeiter (Männer und Frauen, 18 bis 79 Jahre) beteiligt, die bisher nicht unter psychischen Störungen gelitten hatten. Alle nahmen an einer Befragung zu ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit teil. Weiter wurden ihre Aufnahmen an Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan bestimmt.

 

Bei knapp 7 % der Teilnehmer fanden sich Vorkommen von Depressionen oder Angstsymptomen, davon waren die Männer etwas stärker betroffen. Kalzium, Magnesium und Eisen wirkten sich statistisch nicht signifikant auf Depressionen und Angststörungen aus. Eine zu geringe Versorgung mit Zink, Kupfer und Mangan war jedoch mit Depressionen und Angststörungen verbunden. Vor allem bei gleichzeitig geringen Werten von Zink und Kupfer war das Risiko für Depressionen und Angststörungen um das Dreifache erhöht im Vergleich zu einer guten Versorgung mit diesen beiden Spurenelementen. Die Defizite an Zink und Kupfer haben offenbar eine additive Wirkung auf Depressionen und Angststörungen. Diese Ergebnisse waren unabhängig von anderen Faktoren, die Depressionen und Angststörungen beeinflussen können, z.B. Ernährung, Lebensstil und Arbeitsbedingungen. Zu den möglichen Ursachen dieser Beziehungen könnte gehören, dass Zink, Kupfer und Mangan auf Neurotransmitter einwirken können Außerdem spielt der oxidative Stress bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle, Zink, Kupfer und Mangan sind an antioxidativen Prozessen beteiligt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstützen die Verbindung von Zink, Kupfer und Mangan zu Depressionen und Angststörungen, unabhängig von anderen beeinflussenden Faktoren. In weiteren Studien sollte ihr Einfluss auf die psychische Gesundheit näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink, Kupfer und Mangan gibt es als Nahrungsergänzung sowohl einzeln als auch in Kombinationen, z.B. mit anderen Mineralstoffen und Spurenelementen oder auch in speziellen Multi-Formeln für die antioxidative Unterstützung. Für eine gute Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen sollte auf gut bioverfügbare Verbindungen geachtet werden.

 

Quelle:
Mieko Nakamura et al., Low Zinc, Copper, and Manganese Intake is Associated with Depression and Anxiety Symptoms in the Japanese Working Population: Findings from the Eating Habit and Well-Beging Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 15.4.2019, doi: 10.3390/nu11040847.


Defizite an Makro- und Mikronährstoffen bei älteren Menschen

 

Suboptimale Aufnahmen von Makro- und Mikro-Nährstoffen können sich im Alter negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei vielen älteren Menschen sin Defizite vorhanden, wie eine dänische Studie zeigt.

 

Die zu geringe Aufnahme an Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im Alter das Risiko für die Gebrechlichkeit erhöhen und ein selbstständiges Leben erschweren.

 

Ein gesunder Ernährungs-Status mit der angemessenen Aufnahme von Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im höheren Alter aus mehreren Gründen schwieriger werden. Dazu gehören die soziale Isolation, der oft zunehmende Appetitverlust, die sinkende Absorption von Mikro-Nährstoffen und eine schlechtere orale Gesundheit. So ist z.B. eine zu geringe Aufnahme an Proteinen mit dem Verlust der Muskelmasse und -kraft verbunden. In früheren Studien zeigte sich bereits, dass vor allem sechs Mikro-Nährstoffe bei älteren Menschen oft zu gering vorhanden sind: die Vitamine D, B1 und B2 sowie Kalzium, Magnesium und Selen. Eine Forschergruppe prüfte in einer Studie bei älteren Dänen aus der Region um Kopenhagen die Versorgung mit Makro- und Mikro-Nährstoffen. Sie nutzten dafür Daten aus der CALM-Studie (Counteracting Age-related Loss of Skeletal Muscle Mass), an der 157 Personen von 65 bis zu 81 Jahren beteiligt waren. Alle nahmen an einem dreitägigen Ernährungsprotokoll sowie an einer ausführlichen Befragung zu ihrer Ernährung und zum Gesundheitszustand teil. Bei allen wurde dazu die tägliche Aufnahme von Makro-und Mikro-Nährstoffen bestimmt.

 

Die Auswertung zeigte, dass 40 % der Teilnehmer zu wenig Kohlenhydrate aufnahmen, bei 25 % war der Fettanteil zu hoch. 68% hatten ein Risiko für die zu geringe Aufnahme an Ballaststoffen und 66 % für zu wenig gesättigte Fettsäuren. Bei den einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren lagen die Zahlen für zu geringe Aufnahmen bei 47 % bzw. 62 %. Bei der Aufnahme von Alkohol lag die Hälfte der Teilnehmer über der empfohlenen Höchstmenge (56 % der Männer, 45 % der Frauen). Das Risiko einer zu geringen Versorgung mit Mikro-Nährstoffen war für mehrere Substanzen relativ hoch, das galt vor allem für die Versorgung mit Vitamin D und Vitamin B1 (Thiamin). Ausreichendes Vitamin D ist für die Knochengesundheit, den Bewegungsapparat und die kognitiven Funktionen sehr wichtig. Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinstrahlung auf die Haut aufgenommen.

 

Doch die suboptimalen Werte von Vitamin D im Blut, die bei den Teilnehmern häufiger beobachtet wurden, zeigen, dass die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung dennoch eine Rolle spielt. Auch die zu geringe Versorgung mit Vitamin B 1 kann für ältere Menschen problematisch sein. Zu den Folgen können u.a. Müdigkeit sowie ein höheres Risiko für die Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems und der kognitiven Leistungen gehören. Unzureichend war bei den Teilnehmern öfter auch die Versorgung mit den Vitaminen A, E und B2 (Riboflavin) sowie mit Selen und Jod.

 

Insgesamt zeigte sich in dieser Studie, dass die Zufuhr an gesättigten Fetten und von Alkohol zu hoch war. Im Gegensatz dazu war die Aufnahme von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie von Ballaststoffen zu gering. Eine beträchtliche Anzahl der Teilnehmer hatte ein Risiko für die suboptimale oder unzureichende Versorgung mit einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen Das betraf vor allem das Risiko für den Mangel an Vitamin D und Vitamin B1. Zwar war das Risiko für unzureichende Aufnahmen der Vitamine A, E und B2 sowie von Jod und Selen etwas geringer, doch auch dies könnte sich problematisch auf die Gesundheit auswirken. Die Forscher empfehlen, im Alter besonders auf die ausreichende Aufnahme an Energie sowie eine gesunde Ernährung zu achten, die mit allen nötigen Makro- und Mikro-Nährstoffen versorgt.

 

Unser Tipp: Ältere Menschen sollten bei der Auswahl von Nahrungsergänzungen nicht nur auf wichtige Mikro-Nährstoffe, sondern z.B. auch auf eine gute Bioverfügbarkeit achten. Für eine gute Aufnahme im Körper kann auch die Darreichung, z.B. als Kapseln, Tabletten, Tropfen oder Spray, eine Rolle spielen.

 

Quelle:
Simon Rønnow Schacht et al., Investigating Risk of Suboptimal Macro and Micronutrient Intake and Their Determinants in Older Danish Adults with Specific Focus on Protein Intake - A Cross-Sectional Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.4.2019, doi: 10.3390/nu11040795.


Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt.

 

Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt. Eine gute Versorgung kann die kognitiven Leistungen im Alter stärken.

 

Vitamin B6 (Pyridoxin) spielt als Coenzym vor allem eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Aminosäuren. Es ist auf diese Weise auch an der Bildung von Neurotransmittern, z.B. von Dopamin, Serotonin und GABA etc., beteiligt. Gelangt zu wenig Vitamin B6 ins Gehirn, wird die Bildung von Neurotransmittern eingeschränkt. Das kann Prozesse im Gehirn beeinträchtigen, wozu auch die kognitiven Leistungen gehören. Im höheren Alter, wenn die geistigen Kräfte nachlassen, könnte eine gute Versorgung mit Vitamin B6 daher besonders wichtig sein. Trotz seiner wichtigen Rolle für die kognitive Entwicklung und Regulierung der Funktionen des Nervensystems wurde Vitamin B6 in Bezug auf das kognitive Altern bisher jedoch nicht ausreichend untersucht. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte dazu eine Untersuchung im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Boston Puerto Rican Health Study) durch. Sie prüften. ob und wie die Konzentrationen von Vitamin B6 (Plasma-Pyridoxal-5’-phosphat) mit den kognitiven Funktionen und dem Rückgang der kognitiven Leistungen im Alter verbunden waren.

 

An der Studie nahmen 949 Puerto-Ricaner (70 % Frauen) teil, die zu Beginn zwischen 45 bis zu 75 Jahren alt waren. Bei allen wurden die Konzentrationen von Vitamin B6 im Plasma bestimmt. Abhängig von der jeweiligen Versorgung wurden sie auf drei Gruppen verteilt, die von der geringsten über die mittlere bis zur höchsten Versorgung mit Vitamin B6 reichten. Mit verschiedenen Tests wurden die kognitiven Leistungen der Teilnehmer geprüft. Diese Untersuchungen wurden nach zwei Jahren bei allen wiederholt und in den Ergebnissen miteinander verglichen.

 

Teilnehmer aus der Gruppe mit einer nur geringen Versorgung von Vitamin B6 hatten nach zwei Jahren im Durchschnitt ein um knapp 2,5-fach erhöhtes Risiko für einen größeren Rückgang in den kognitiven Leistungen im Vergleich zur Gruppe mit der besten Vitamin B6-Versorgung. Das Risiko erhöhte sich bei einigen Untergruppen noch stärker. Wer zu Anfang der Studie älter als 55 Jahre war, hatte ein rund 4,5-fach erhöhtes Risiko für die Senkung der kognitiven Leistungen. Außerdem hatten Raucher ein 3-fach erhöhtes Risiko für geringere kognitive Leistungen im Vergleich zu Nichtrauchern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine geringe Versorgung mit Vitamin B6 das Risiko für einen Rückgang der kognitiven Leistungen bei älteren Menschen im Lauf von zwei Jahren deutlich erhöht. Davon waren die älteren Teilnehmer der Studie und die Raucher deutlich stärker betroffen.

 

Unser Tipp: Vitamin B6 kann in seiner aktiven Form als Pyridoxal-5-Phosphat einzeln ergänzt werden. Es kann eventuell sinnvoll sein, den gesamten Komplex der B-Vitamine zu ergänzen. Nicht zuletzt ist Vitamin B6 auch in vielen Multivitamin-Ergänzungen enthalten.

 

Quelle:
Natalia Palacios et al., Lower Plasma Vitamin B-6 is Associated with 2-Year Cognitive Decline in the Boston Puerto Rican Health Study. In: The Journal of Nutrition Vol. 149, Nr. 4, 2019, S. 635-641, doi: 10.1093/jn/nxy268.


Wer beschließt, sich vom Fleischverzehr zu verabschieden und Vegetarier zu werden, sollte von Anfang an auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 achten.

 

Wer beschließt, sich vom Fleischverzehr zu verabschieden und Vegetarier zu werden, sollte von Anfang an auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 achten.

 

Die gute Versorgung mit Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung, das Wachstum, die Zellteilung und den Stoffwechsel von Aminosäuren, Kohlenhydraten und Fettsäuren. Frühere Studien zeigten bereits, dass die vegetarische Ernährung zu einer verringerten Aufnahme von Vitamin B12 führen kann. Dieses Vitamin kommt in pflanzlicher Nahrung nur in sehr geringen Mengen vor, es ist in vielen Sorten von Gemüse und Obst nicht enthalten. Vitamin B12 kommt hauptsächlich in Fleisch und Fischen und zu einem geringen Anteil auch in Eiern vor. Vegetarier, die Eier und Milchprodukte essen, nehmen daher noch geringe Mengen an Vitamin B12 auf, die jedoch oftmals für eine gute Versorgung nicht ausreichen. Veganer, die auf Eier und Milchprodukte verzichten, nehmen Vitamin B12 kaum noch auf, geringe Spuren enthalten z.B. fermentierte Produkte wie Sauerkraut.

 

Da sich immer mehr Menschen für eine fleischfreie Ernährung entscheiden, untersuchte eine Gruppe von italienischen Forschern in einer Studie, was bei einem Wechsel zur vegetarischen Ernährung mit dem Vitamin B12 im Körper geschieht. 54 Personen, die sich vorher auch von Fleisch und Fisch ernährt hatten, nahmen daran teil. Sie ernährten sich drei Monate lang mit einer vegetarischen Kost, sie aßen dabei auch Milchprodukte und Eier. Sie folgten damit einer ärztlichen Empfehlung, um mit ihrer Ernährung die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems zu stärken (CARDIVEG-Program, kardiovaskuläre Prävention mit vegetarischer Ernährung).

 

Bei den neuen Vegetariern war im Lauf der drei Monate die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Ernährung um rund die Hälfte (51,2 %) gesunken. Da Vitamin B12 jedoch längerfristig im Körper gespeichert ist, hatten sich die zirkulierenden Vitamin B12-Werte im Körper in dieser Zeit weniger, um 6,2 %, verringert. Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass von der Senkung des zirkulierenden Vitamin B12 häufiger Teilnehmer betroffen waren, die jünger und übergewichtig waren, nicht rauchten und zu hohe Cholesterinwerte hatten.

 

Bei neuen Vegetariern sinkt danach die Aufnahme von Vitamin B12 recht schnell, was sich durch gespeicherte Vorräte im Körper jedoch zunächst noch nicht so stark bemerkbar macht. Wird die vegetarische Ernährung über längere Zeit fortgesetzt, sinken auch die Werte des zirkulierenden Vitamin B12 im Körper weiter ab. Die Autoren heben hervor, dass eine gut gestaltete vegetarische Ernährung für die Gesundheit in allen Lebensphasen sinnvoll ist. Es muss jedoch regelmäßig darauf geachtet werden, dass die Versorgung mit Vitamin B12 weiterhin ausreichend gewährleistet ist. Da aus pflanzlicher Nahrung nicht genügend Vitamin B12 aufgenommen wird, muss dieses Vitamin regelmäßig ergänzt werden. Das gilt natürlich ganz besonders, wenn die vegetarische Ernährung aus medizinischen Gründen empfohlen wird.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 ist in vielen Multi-Nährstoffen enthalten. Es gibt spezielle Formeln, die mit allen B-Vitaminen versorgen, und natürlich wird Vitamin B12 auch einzeln angeboten, z.B. in flüssiger Form, als Lutschtablette oder in Kapseln.

 

Quelle:
M. Dinu et al., Effects of a 3-month dietary intervention with a lacto-ovo-vegetarian diet on vitamin B12 levels in a group of omnivores: results from the CARDIVEG (Cardiovascular Prevention with Vegetarian Diet) study. In: British Journal of Nutrition Vol. 121, Nr. 7, 2019, S. 756-762, doi: 10.1017/S0007114518003835.


Die mediterrane Ernährung fördert die Gesundheit und trägt zur Prävention von Krankheiten bei, das ist in vielen Studien belegt.

 

Die mediterrane Ernährung fördert die Gesundheit und trägt zur Prävention von Krankheiten bei, das ist in vielen Studien belegt. Ein spanisches Forscherteam stellte nun bei Jugendlichen fest, dass die Mittelmeerkost auch glücklich macht.

 

Wer die mediterrane Ernährung befolgt, fördert mit dem hohen Konsum von saisonalem Obst und Gemüse, Vollkornbrot und -getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fischen sowie dem mäßigen Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten seine Gesundheit und die Lebensqualität. Längst bekannt ist, dass die mediterrane Kost positiv auf die Lebensdauer wirkt und mit geringeren Vorkommen von chronischen, degenerativen Krankheiten und psychischem Wohlbefinden verbunden ist. Bei Kindern und Jugendlichen kann eine gute Anpassung an die mediterrane Ernährung auch die kognitiven Leistungen verbessern und sich positiv auf Gesundheitsprobleme, z.B. auf Asthma und Allergien, auswirken. Die Adoleszenz ist eine Zeit des körperlichen Wachstums und der schnellen Entwicklung, begleitet von Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten bzw. der Gehirnreifung. Ob und wie sich die mediterrane Ernährung auch auf die Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden in diesem Alter auswirkt, das ist bisher kaum untersucht. Dies prüfte eine Gruppe von spanischen Forschern nun in einer Studie mit Jugendlichen.

 

Einbezogen waren 527 Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis zu 17 Jahren aus Schulen in Alicante. Sie gaben Auskunft über ihre Ernährung, danach wurde der Grad ihrer Anpassung an die mediterrane Kost bestimmt. Sie wurden entsprechend drei Gruppen zugeordnet, mit einer geringen, mittleren oder hohen Anpassung an die mediterrane Ernährung. In einer weiteren Befragung untersuchten die Forscher die Lebensqualität der Jugendlichen in Bezug auf das subjektiv wahrgenommene Glücksempfinden (Subjective Happiness Scale). In weiteren Tests wurden das körperliche und psychische Wohlbefinden, die Stimmungen und Gefühle, Selbstwahrnehmung, Autonomie, Beziehung zu den Eltern, finanzielle Ressourcen und die sozialen Beziehungen untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass eine hohe Anpassung an die mediterrane Ernährung mit einer besseren Quote in der Lebensqualität und im subjektivem Glücksempfinden bei den Jugendlichen verbunden war. Vor allem das psychische Wohlbefinden, eine bessere Stimmung, finanzielle Ressourcen und die soziale Akzeptanz erwiesen sich als signifikant mit der Anpassung an die mediterrane Kost und dem Glücksempfinden verbunden. Für die Forscher zeigte sich damit, dass Programme zur gesunden Ernährung sich möglichst schon an Jugendliche richten und an ihren Bedürfnissen orientieren sollten. Gesunde Ernährungsweisen, die sich in diesem Alter verankern lassen, beeinflussen die Gesundheit bis ins hohe Erwachsenenalter hinein. Die Anpassung an eine gesunde Ernährung, wie sie die Mittelmeerkost bietet, könnte eine wirksame Strategie für die Stärkung der Gesundheit in der allgemeinen Bevölkerung und für alle Altersgruppen sein. Die mediterrane Ernährung beugt gesundheitlichen Problemen vor und fördert gleichzeitig einen zufriedenen Lebensstil und das subjektive Wohlempfinden. Die alte Weisheit „Jeder ist seines Glückes Schmied“ gilt also auch für die Ernährung.

 

Quelle:
Rosario Ferrer-Cascales et al., Higher Adherence to the Mediterranean Diet is Related to More Subjective Happiness in Adolescents: The Role of Health-Related Quality of Life. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.3.2019, doi: 10.3390/nu11030698.


Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken antientzündlich und antioxidativ. Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie vor Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden schützen können.

 

Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken antientzündlich und antioxidativ. Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie vor Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden schützen können.

 

Asthma ist weltweit stark verbreitet, und die Vorkommen steigen weiter an. Zwar stehen Medikamente zur Behandlung zur Verfügung, doch es gibt auch eine Reihe von nicht-medikamentösen Maßnahmen, um die Beschwerden zu verringern. Dabei gilt es in erster Linie, den Kontakt mit den möglichen Auslösern (Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Pollen etc.) sowie das Rauchen zu vermeiden. Es gibt einige Hinweise, dass beim Anstieg von Asthma auch die veränderte Ernährung eine Rolle spielt. Dazu gehört, dass in den letzten Jahren der Verbrauch von mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren in Pflanzenölen weltweit angestiegen ist. Gleichzeitig ist der Verbrauch von Omega-3-Fettsäuren, die hauptsächlich in marinen Ölen (Fisch-Fettsäuren) enthalten sind, zurückgegangen. Damit könnte ein Anstieg bei den Asthma-Vorkommen und allergischen Krankheiten verbunden sein. Ein Team von Forschern aus Südafrika und Australien untersuchte in einer Studie die Beziehungen zwischen dem Verzehr von Omega-3- und -6-Fettsäuren zu den Vorkommen von Asthma.

 

Die Forscher wählten für ihre Studie ein Fischerdorf in Südafrika aus, in dem die Bewohner traditionell viel Fisch verzehren. An der Studie nahmen 642 Dorfbewohner mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren teil, die in den dortigen Anlagen für die Fischverarbeitung tätig waren. Sie ernährten sich reichlich mit Fisch und anderen Meeresfrüchten, dadurch nahmen sie meist gute Mengen an Fischölen auf. Bei allen Teilnehmern wurden die Vorkommen von Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden sowie die Versorgung mit Fettsäuren untersucht. 11 % der Teilnehmer waren von Asthma betroffen, bei 26 % stellte man asthma-ähnliche Symptome fest, 37 % waren außerdem atopisch, sie reagierten vor allem empfindlich auf Allergene in den Innenräumen.

 

Es zeigte sich, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA und DPA) signifikant das Risiko für Asthma und asthma-ähnliche Symptome verringerten. Dagegen stieg das Risiko für diese Beschwerden bei einem höheren Verzehr von Omega-6-Fettsäuren (Linolensäure, Dihomo-Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure) an. Die Forscher führten die negativen Wirkungen der Omega-6-Fettsäuren vor allem auf mögliche proentzündliche Wirkungen der pflanzlichen Öle zurück. Für die Omega-3-Fettsäuren ist in vielen Studien nachgewiesen, dass sie antientzündlich und antioxidativ wirken können. In weiteren Studien sollten die Beziehungen zwischen Asthma und Omega-3-Fettsäuren weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Für alle, die Fisch nur wenig oder nie essen, gibt es die hochwertigen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch als Nahrungsergänzungen. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle:
Shahieda Adams et al., Relationship between Serum Omega-3 Fatty Acid and Asthma Endpoints. In: International Journal of Environmental Research and Public Health, Online-Veröffentlichung vom 25.12.2018, doi: 10.3390/ijerph.16010043.


Die Mittelmeerkost versorgt mit vielen gesunden Nährstoffen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit.

 

Die Mittelmeerkost versorgt mit vielen gesunden Nährstoffen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit. Wirkungen zeigten sich dabei schon nach vier Tagen mit einer verbesserten Ausdauer.

 

Die mediterrane Ernährung stärkt die Gesundheit mit reichlich Obst und Gemüse, Nüssen, Olivenöl und Vollkornprodukten sowie wenig rotem Fleisch und Wurstwaren. Dem Körper werden damit viele nützliche Mikro-Nährstoffe geliefert. Sie können auch dazu beitragen, die ergogenen, d.h. die körperlichen Leistungen im Sport zu verbessern. Das gilt z.B. für die wichtigen Antioxidantien, mit denen übermäßig vorhandene freie Radikale bekämpft werden können. Weiter gehören dazu Nitrate, die den venösen Blutfluss verbessern und nicht zuletzt alkalisierende Lebensmittel, die den pH-Wert im Urin erhöhen und die Ausscheidung von Säuren beschleunigen. Bisher wurden die ergogenen Effekte der Ernährung jedoch nicht umfassend untersucht. In einer kleinen Studie prüfte ein Team von US-amerikanischen Forschern daher, ob die gesunde mediterrane Kost schon nach relativ kurzer Zeit die Trainings-Leistungen verbessern kann.

 

Elf Männer und Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 38 Jahren und einem normalen bis leicht erhöhten Body Mass Index (Durchschnitt 24,6) nahmen an der (randomisierten Crossover-)Studie teil. Sie machten nach vier Tagen mit der mediterranen Ernährung einen körperlichen Belastungstest. Dabei wurde ihre Ausdauerleistung mit einem 5 Kilometer langen Gehen auf dem Laufband geprüft. Außerdem machten die Teilnehmer weitere Belastungstests (Wingate, Vertikalsprung, Handgriff-Kraft), um ihre anaerobe Kraft und Kapazität zu ermitteln. Im Anschluss folgte eine Studienpause von neun bis zu 16 Tagen. Die Teilnehmer ernährten sich danach vier Tage lang mit einer typisch westlichen Ernährung. Dazu gehörten eher wenig Obst und Gemüse, mehr Fleisch und Wurst sowie mehr ungünstige Fette, Zucker und Salz.

 

Danach unterzogen sich alle Teilnehmer erneut dem Belastungstest. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer mit der mediterranen Ernährung den 5 Kilometer-Test auf dem Laufband um 6 % schneller bewältigen konnten im Vergleich zur westlichen Ernährung. Dabei waren die Herzfrequenzen in beiden Ernährungsweisen ähnlich. Das galt auch für die Bewertung der wahrgenommenen Belastung, einschließlich der anaeroben Belastungstests mit Spitzen- und Durchschnittsleistungen. Auffällig war, dass die Vorteile der mediterranen Ernährung in Bezug auf die Ausdauerbelastung sehr schnell wieder verloren ging. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass die körperlichen Leistungen langfristig von der mediterranen Ernährung profitieren könnten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Ergebnisse die bestehenden Kenntnisse über die gesundheitlichen Vorteile der mediterranen Kost erweitern. Sie zeigen, dass die mediterrane Ernährung zu verbesserten Leistungen im Ausdauersport in der kurzen Zeit von vier Tagen beitragen kann. In weiteren Studien sollte nun geprüft werden, ob eine längerfristige mediterrane Ernährung noch größere Vorteile bietet und ob sie dann auch für anaerobe Trainingsleistungen sowie für die Muskelkraft vorteilhaft sein könnte.

 

Unser Tipp: Für Sportler werden speziell zertifizierte Nahrungsergänzungen angeboten, die auf den Bedarf im Sport abgestimmt und geprüft sind.

 

Quelle:
Michelle E. Baker et al., Short-Term Mediterranean Diet Improves Endurance Exercise Performance: A Randomized-Sequence Crossover Trial. In: Journal of the American College of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 13.2.2019, doi: 10.1080/07315724.2019.1568322.


Zu den vielen Einflüssen der gesunden Ernährung und der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen gehört auch die Wirkung auf das Hörvermögen.

 

Zu den vielen Einflüssen der gesunden Ernährung und der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen gehört auch die Wirkung auf das Hörvermögen. Vor allem die Omega-3-Fettsäuren und antioxidativ wirkende Vitamine und Mineralstoffe können zur Stärkung des Gehörs beitragen.

 

Mit zunehmendem Alter leiden immer mehr Menschen unter dem Hörverlust. Er kann durch Dysfunktionen des Hörvermögens auch in jüngeren Jahren aufgrund vieler Ursachen auftreten. Allein in Deutschland schätzt man die Zahl der Betroffenen auf bis zu 20 Millionen Menschen. Neben der Altersschwerhörigkeit, die sich langsam entwickelt, gibt es viele andere Ursachen für Hörprobleme, die von äußeren bis zu inneren Einflüssen reichen und in allen Altersgruppen auftreten können. Auch andere Krankheiten, z.B. Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes, können sich auf das Gehör auswirken. Eine gesunde Ernährung kann vermutlich zum Schutz des Gehörs beitragen. Da es auf diesem Gebiet bisher nicht sehr viele Studien gibt, wertete eine Gruppe von koreanischen Forschern den bisherigen Kenntnisstand zur Beziehung von Hörverlust und Ernährung aus.

 

Es zeigten sich einige Zusammenhänge, die sowohl den Einfluss von Makro- als auch von Mikro-Nährstoffen auf den Hörverlust betreffen. Ein schlechterer Hörstatus zeigte sich z.B. häufiger bei Menschen, die höhere Mengen an Kohlenhydraten, Fetten und Cholesterin sowie weniger Proteine aufnahmen. Sowohl die Überernährung als auch die Unterernährung können sich belastend auf das Hörvermögen auswirken. Dagegen trat beim häufigeren Verzehr von Fisch und den mehrfach ungesättigten langkettigen Omega-3-Fettsäuren ein Hörverlust seltener auf. In einigen Studien zeigte sich außerdem, dass beim Hörverlust häufiger ein Mangel an einzelnen Mikronährstoffen besteht. Vermutet wird u.a., dass im höheren Alter die erhöhte Bildung von freien Radikalen zum Hörverlust beitragen kann.

 

Dies könnte ein Schlüssel zum Hörverlust sein, weil freie Radikale das Absterben von Zellen im Innenohr verursachen können. Entsprechend könnte die gute Versorgung mit antioxidativen Mikro-Nährstoffen zum Schutz vor freien Radikalen beitragen und dem Hörverlust vorbeugen. Beziehungen zeigten sich hier vor allem für die Vitamine A, B, C, D und E sowie für die Mineralstoffe und Spurenelemente Zink, Magnesium, Selen, Eisen und Jod. Ein Mangel an Mikro-Nährstoffen verschlechtert auch die Heilung bei einer Mittelohrentzündung, von der Kinder häufiger betroffen sind. Durch die Defizite steigt die Anfälligkeit für Infektionen. Kinder, die davon betroffen sind, profitieren von einer guten Versorgung mit den Vitaminen A, C, E und dem Spurenelement Zink.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass noch viele Faktoren zum Einfluss der Ernährung auf das Hörvermögen genauer geklärt werden müssen. Für sie zeigte sich jedoch bereits jetzt deutlich, dass die Ernährung mit ihren Makro- und Mikro-Nährstoffen das Hörvermögen beeinflussen kann. Eine gesunde Ernährung, vor allem mit der guten Versorgung an Omega-3-Fettsäuren und antioxidativ wirkenden Vitaminen und Mineralstoffen, kann zur Vorbeugung vor dem Hörverlust beitragen.

 

Unser Tipp: Viele Multi-Präparate mit Mikro-Nährstoffen enthalten antioxidative Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Es gibt auch spezielle Antioxidantien-Formeln, die gezielt mit diesen Mikro-Nährstoffen versorgen.

 

Quelle:
Su Young Jun et al., Associations of Nutritional Factors with Hearing Loss. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 1.2.2019, doi: 10.3390/nu11020307.


Der Magnesiumgehalt in den Organen, Geweben und im intrazellulären Raum lässt sich damit nicht immer zuverlässig bestimmen.

 

Die Magnesium-Werte im Blut spiegeln nicht immer den Status im gesamten Körper wider. Der Magnesiumgehalt in den Organen, Geweben und im intrazellulären Raum lässt sich damit nicht immer zuverlässig bestimmen. Ergänzende Messungen können genauere Einschätzungen liefern, um Magnesium-Defizite besser zu erkennen und deren Folgen zu vermeiden.

 

Magnesium gehört zu den häufigsten Mineralstoffen im Körper, es wird für die normalen Funktionen von Zellen und Organen benötigt. Es ist ein Cofaktor oder Aktivator in mehr als 600 Enzymen und beeinflusst den Kalziumspiegel. Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil des Knochens und spielt eine wichtige Rolle bei deren Mineralisierung. Es beeinflusst die Synthese aktiver Vitamin-D-Metaboliten, um die Aufnahme von Kalzium und Phosphat im Darm zu unterstützen. Magnesium ist auch für die guten Zellfunktionen wichtig, z.B. für die Synthesen von RNA und DNA, zur Erhaltung des Antioxidantien-Niveaus in der Zelle und im Energiestoffwechsel. Unzureichendes Magnesium ist im Körper vor allem mit Erkrankungen im Skelett- und Herz-Kreislauf-System sowie im Stoffwechsel verbunden. Typische Folgen sind u.a. Muskelkrämpfe, Fibromyalgie, Arrhythmie, Osteoporose und Migräne.

 

Der tägliche Bedarf an Magnesium liegt für Erwachsene bei ca. 300 bis 400 mg täglich. Gute Mengen sind z.B. in Mandeln, Bananen, schwarzen Bohnen, Brokkoli, braunem Reis, Cashewnüssen, Leinsamen, grünem Gemüse (Spinat), Nüssen, Hafermehl, Samen (Kürbis, Sesam, Sonnenblumen), Sojabohnen, Zuckermais, Tofu und Vollkorn vorhanden. Die Aufnahme von Magnesium aus Lebensmitteln ist allerdings in den letzten Jahrzehnten z.B. durch Veränderungen in den Böden und Ernährungsgewohnheiten zurückgegangen. Außerdem kann sich der Gehalt an Magnesium durch die Lebensmittelproduktion verringern. Im Körper hängt die Aufnahme von Magnesium auch von der Absorption (im Dünn- und Dickdarm) ab. Das Magnesium-Gleichgewicht wird durch die Nierenresorption und Urinausscheidung hergestellt. Bei einem Magnesium-Überschuss nimmt in den Nieren die Ausscheidung zu, während bei einem Mangel die Aufnahme ansteigt, um den Verlust zu senken. Außerdem kann bei Bedarf gespeichertes Magnesium aus dem Skelett bezogen werden, um den Serumspiegel im normalen Bereich zu halten. Das kann das Risiko von Osteopenie, Osteoporose oder Frakturen erhöhen, unabhängig von normalen Magnesium-Werten im Serum.

 

Die erhöhte Aufnahme von Magnesium konnte in einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie (NHANES) das Risiko eines Vitamin-D-Mangels verringern. Magnesium hilft bei der Aktivierung oder Stimulation von im Körper vorhandenem Vitamin D. Auf diese Weise kann Magnesium dazu beitragen, Vitamin D-Ergänzungen zu verringern, das ist besonders vorteilhaft wenn höhere Dosen oder länger dauernde Zeiträume notwendig sind. So fand man z.B., dass ein erhöhter Konsum von magnesiumreichen Lebensmitteln das Risiko für den Typ 2 Diabetes verringern kann. Bei Diabetikern (Typ 1 und 2) fand man weiter im Vergleich zu Gesunden niedrigere Magnesiumspiegel im Serum. Auch andere für Diabetes wichtige Werte (u.a. BMI, glykiertes Hämoglobin, Serumglukose, Insulin bzw. Insulinresistenz) waren mit dem Serum-Magnesiumspiegel verbunden. Magnesium kann weiter zur verbesserten Knochenmineraldichte beitragen. Gute Wirkungen wurden auch in Bezug auf die Herzfunktionen und speziell auf den Herzrhythmus sowie auf den Blutdruck beobachtet. Hinzu kommt, dass einige Medikamente (z.B. gegen Bluthochdruck und Diuretika) das Magnesium im Körper verringern können.

 

Ein Mangel an Magnesium kann viele Ursachen haben. Sie reichen vom geringen Gehalt an Magnesium in der Nahrung über die schlechte Absorption im Körper bis zum erhöhten Bedarf aufgrund von Krankheiten oder Medikamenten. Bei der Bestimmung von Magnesium ist darauf zu achten, dass die Blutwerte nicht immer ausreichen, um den gesamten Magnesium-Status im Körper einzuschätzen. Ergänzende Untersuchungen können vorhandene Defizite genauer ermitteln. Allgemein sollte das Bewusstsein für den Magnesiummangel geschärft und dazu ermutigt werden, mehr Lebensmittel zu verzehren, die reich an Magnesium sind. Zusätzlich zur Magnesium-Aufnahme aus der Nahrung kann in bestimmten Situationen die Ergänzung von Magnesium erforderlich sein. Magnesium ist in verschiedenen (organischen und anorganischen) Formen erhältlich, die im Darm unterschiedlich absorbiert werden. Einige Studien zeigten, dass organische Magnesiumpräparate (z.B. Magnesiumaspartat, -citrat, -laktat, -chlorid) besser bioverfügbar sind als anorganisches Magnesium (-oxid, -sulfat).

 

Unser Tipp: Magnesium ist flüssig und pulverisiert, einzeln und in diversen Kombinationen, mit anderen Mineralstoffen und in Multi-Präparaten verfügbar. Es kann je nach Anwendung in guten bioverfügbaren Formen und geeigneten Dosierungen ausgewählt werden.

 

Quelle:
Mohammed S. Razzaque, Magnesium: Are We Consuming Enough. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 2.12.2018, doi: 10.3390/nu10121863.


Vitamin C, eingenommen vor dem Sport, konnte bei jungen, gesunden Frauen die antioxidative Aktivität nach dem Training verbessern.

 

Vitamin C, eingenommen vor dem Sport, konnte bei jungen, gesunden Frauen die antioxidative Aktivität nach dem Training verbessern.

 

Körperliche Bewegung verbessert das allgemeine Wohlbefinden und verlangsamt den Alterungsprozess. Sie ist auch ein wichtiger Faktor bei der Prävention und Therapie, z.B. bei Herz-Kreislauf-Krankheiten. Körperübungen bewirken viele physiologische Veränderungen, abhängig von den Eigenschaften der jeweiligen Übungen und vom Fitness- und Trainingsniveau. Bei einem aeroben Training kann der Sauerstoff-Fluss um bis zum 100-fachen ansteigen, wodurch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und reaktive Stickstoffspezies (RNS) entstehen. Dadurch kann es zum oxidativem Stress und damit zu Verletzungen oder gar zum Absterben von Zellen kommen. Bei untrainierten Menschen können Übungen mit einer mittleren oder hohen Intensität Muskelschäden verursachen, gefolgt von der Aktivierung von Neutrophilen (spezielle Immunzellen) als Reaktion auf Entzündungen, und der Muskelkater kann entstehen. Möglicherweise kann Vitamin C dazu beitragen, dass solche Schäden verringert werden. Das prüfte eine Forschergruppe aus Thailand in einer kleinen Studie.

 


Vitamin C ist ein wasserlösliches Antioxidans, das freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies (ROS) abfangen kann, die bei vielen Prozessen im Stoffwechsel entstehen können. Aktive Bewegung, wie beim Sport oder bei starker körperlicher Arbeit, kann zu einem unausgeglichenen Verhältnis zwischen den reaktiven Sauerstoffspezies und Antioxidantien führen, was Schäden durch oxidativen Stress im Gewebe zur Folge hat. Ob und wie Vitamin C solche Schäden beim körperlichen Training verringern kann, das prüften die Forscher bei 19 gesunden Frauen im Alter von 22 bis zu 25 Jahren. Sie nahmen an einem Programm mit Fahrrad-Training teil und erhielten täglich vor den Übungen eine Kapsel, die entweder 1000 mg Vitamin C (Ascorbinsäure) oder ein Placebo enthielt.

 

Nach einer Trainingswoche pausierten die Teilnehmerinnen für eine Woche und wiederholten dann in der folgenden Woche das gleiche Training, wobei nun jeweils die Einnahme gewechselt wurde. Frauen, die vorher das Vitamin C erhalten hatten, nahmen nun ein Placebo ein und umgekehrt. Vor und direkt nach dem Training sowie nach 30 Minuten Erholungszeit wurden bei den Frauen jeweils Blutproben entnommen. Darin wurden Werte bestimmt, die Muskelschäden und den oxidativen Stress anzeigen können (z.B. Plasma-Albumin, Gesamtprotein, Glukose etc.).

 

Durch das Training entstanden leichte Muskelschäden, die sich in einem Anstieg von Kreatinkinase (wichtiges Enzym für den Energiestoffwechsel der Muskelzellen) nach dem Training zeigten. Dabei kam es jedoch nicht zu systemischen Entzündungen oder zur Lipidperoxidation. Hier traten sowohl bei der Einnahme von Vitamin C als auch nach dem Placebo keine Veränderungen auf. Unterschiede zeigten sich jedoch bei den Markern, die mit dem oxidativen Stress verbunden werden. Direkt nach dem Training stiegen mit dem Placebo die Spiegel von Plasma-Albumin (Protein) und das Gesamt-Protein an, während sich der Glukosespiegel leicht verringerte. Das Fahrrad-Training führte mit dem Placebo auch zu einem Anstieg der Aktivität des Enzyms Superoxiddismutase, das ein starkes Antioxidans und Marker für den Körperstress ist.

 

Das führten die Forscher auf die erhöhte Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies beim Training zurück, worauf die Superoxiddismutase reagierte. Diese Effekte wurden jedoch bei der Einnahme des antioxidativ wirksamen Vitamin C nicht beobachtet. Auch Plasma-Malondialdehyd, ein wichtiger Biomarker für den oxidativen Stress, veränderte sich nach dem Training mit dem Placebo nicht. Dieser Marker wurde aber mit der Einnahme von Vitamin C signifikant verringert.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Vitamin C vor einem körperlichen Training die antioxidative Abwehr erhöhen kann. Die Einnahme von Ascorbinsäure kann vermutlich auch den durch die Bewegung hervorgerufenen Anstieg des Enzyms Superoxiddismuse mildern. Die Wirkungen von Vitamin C sollten daher in Bezug auf die körperliche Aktivität in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Die hier verwendete Ascorbinsäure ist das reine kristalline, wasserlösliche Vitamin C. Es schützt als Antioxidans vor oxidativen Schäden und trägt zu normalen Funktionen des Immunsystems bei.

 

Quelle:
Manita Yimcharoen et al., Effects of ascorbic acid supplementation on oxidative stress markers in healthy women following a single bout of exercise. In: Journal of the International Society of Sports Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 21.1.2019, doi: 10.1186/s12970-019-0269-8.


Eine ballaststoffreiche und vollwertige Ernährung kann die Gesundheit stärken und senkt das Risiko für chronische Krankheiten, wie eine Meta-Analyse zeigt.

 

Zu einem guten Lebensstil gehört die gesunde Ernährung. Eine ballaststoffreiche und vollwertige Ernährung kann die Gesundheit stärken und senkt das Risiko für chronische Krankheiten, wie eine Meta-Analyse zeigt.

 

Im Auftrag der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ermittelte eine Gruppe von neuseeländischen Forschern Studien, aus denen aktuelle Empfehlungen für die optimale Aufnahme von Ballaststoffen abgeleitet werden können. Untersucht wurde die Verbindung zwischen der Ernährung und den Vorkommen von chronischen Krankheiten, einschließlich der davon abhängigen Sterbefälle. Eingeschlossen waren die koronare Herzkrankheit sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfälle, Typ 2 Diabetes und Krebskrankheiten (Darm, Brust, Endometrium, Oesophagus, Prostata). Die Forscher werteten insgesamt 185 Beobachtungsstudien aus, außerdem weitere 58 klinische Studien, an denen 4.635 Erwachsene teilgenommen hatten. Bei den anfangs gesunden Teilnehmern wurden jeweils die täglichen Aufnahmen von Ballaststoffen in der Ernährung bestimmt. Sie wurden danach in Gruppen aufgeteilt, je nach der niedrigsten bis zur höchsten Zufuhr an Ballaststoffen. Diese Werte wurden zu späteren Vorkommen von chronischen Krankheiten und den durch sie bedingten Sterbefällen in Beziehung gesetzt.

 

Die Ergebnisse deuten bei der höchsten Aufnahme von Ballaststoffen auf eine Risikosenkung von 15 bis zu 30 % für allgemeine Sterbefälle und aufgrund kardiovaskulärer Krankheiten hin. Die Risiken verringerten sich auch für einzelne Krankheiten, für die koronare Herzkrankheit, Schlaganfälle, Typ 2 Diabetes und Darmkrebs, mit verringerten Raten von 16 bis 24 %. Die Auswertung der klinischen Studien zeigte dazu, dass die erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen mit einem geringeren Körpergewicht verbunden war, auch die Gesamt-Cholesterinwerte und der systolische Blutdruck waren geringer. Die Risikosenkung war am besten, wenn der tägliche Verzehr von Ballaststoffen zwischen 25 und 29 Gramm lag. Dabei zeigte sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, d.h. eine höhere Zufuhr an Ballaststoffen könnte den Schutz vor chronischen Krankheiten noch verstärken. Pro 8 Gramm mehr an Ballaststoffen sank das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten, den Typ 2 Diabetes sowie für Darm- und Brustkrebs um 5 bis zu 27 %.

 

Vollkornprodukte enthalten reichlich Ballaststoffe, daher wurde auch ihre Beziehung zu chronischen Krankheiten untersucht. Pro 15 Gramm täglich mehr an Vollkornprodukten sanken die gesamten Sterbefälle und die Vorkommen von koronaren Herzkrankheiten sowie von Typ 2 Diabetes und Darmkrebs von 2 bis zu 19 %. Mehr Vollkornprodukte senkten das Risiko um 13 bis zu 33 %. Die Forscher heben außerdem hervor, dass eine Ernährung, die einen geringen glykämischen Index hat, sich nur zum Teil positiv z.B. auf den Schutz vor Typ 2 Diabetes oder Schlaganfälle auswirkt. Das liegt daran, dass eine solche Ernährung z.B. auch Zusätze von Zucker, gesättigten Fetten und zu viel Salz enthalten kann, wodurch die Vorteile für die Gesundheit verringert werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse überzeugend nachweist, dass ein erhöhter Verzehr von Ballaststoffen und Vollkornprodukten sich positiv auf die Gesundheit auswirken. ‚Durch den regelmäßig erhhten Verzehr könnten die Vorkommen von vielen chronischen Krankheiten in der Bevölkerung verringert werden.

 

Quelle:
Andrew Reynolds et al., Carbohydrate quality and human health: a series of systematic reviews and meta-analyses. In: The Lancet, Online-Veröffentlichung vom 10.1.2019, doi: 10.1016/S0140-6736(18)31809-9.


Das Spurenelement Chrom, gebunden an Picolinat, kann die Gewichtsreduktion unterstützen.

 

Das Spurenelement Chrom, gebunden an Picolinat, kann die Gewichtsreduktion unterstützen. Das beugt in Zeiten einer reduzierten Energieaufnahme dem Abbau von magerer Körpermasse vor.

 

Für eine angestrebte Gewichtsabnahme gibt es viele Strategien, die erfolgreich sein können. Doch es kommt dabei nicht allein darauf an, das Gewicht zu senken. Noch wichtiger kann es sein, dass neben der Fettmasse nicht auch die magere, fettfreie Körpermasse mit abgebaut wird. Dieser Effekt ist in vielen Diäten mit der Gewichtsreduktion verbunden und hat mehrere negative Folgen. Ein Verlust an magerer Körpermasse ist z.B. mit erhöhter Müdigkeit, mit geringeren neuromuskulären Funktionen ebenso wie mit einem erhöhten Risiko für Verletzungen verbunden. Es gibt einige Nahrungsergänzungen, mit denen die magere Körpermasse bei der Gewichtsabnahme vor einem Abbau besser geschützt werden kann. Ein aussichtsreicher Kandidat dafür ist das essentielle Spurenelement Chrom. Es ist u.a. am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen beteiligt. In der Verbindung mit Picolinsäure entsteht Chrompicolinat, das deutlich besser bioverfügbar ist als andere Chromverbindungen. Es unterstützt die Aufgaben von Insulin und hilft, die glykämische Kontrolle bei Diabetes zu verbessern. Die verbesserten Insulin-Funktionen erhöhen die Aufnahmeraten von Glukose und Aminosäuren in die Muskelzellen.

 

Einige Studien zeigten, dass mit Hilfe von Chrom auch die magere Körpermasse während einer Gewichtsreduktion besser aufrecht erhalten werden kann. So wurde z.B. berichtet, dass die tägliche Ergänzung von 200-400 mcg Chrom in Form von Chrompicolinat die Körperzusammensetzung verbessert, ein wichtiger Aspekt für die allgemeine metabolische Gesundheit und damit für die Gewichtsabnahme. Die Aufnahme von Chrom aus der Nahrung ist jedoch häufig zu gering, um die empfohlenen täglichen Bedarfswerte (30 bis 100 mcg in Deutschland) zu erreichen. Das gilt besonders in Zeiten einer Gewichtsreduktion.

 

US-amerikanische Forscher suchten nach Studien zur Gewichtsreduktion, dem Verlust von magerer Körpermasse und der Körperzusammensetzung, auch in Verbindung zu Nahrungsergänzungen und Ernährungs-Interventionen.

 

Sie stellten Studien zusammen, in denen untersucht wurde, wie die Ergänzung von Chrompicolinat die Körperzusammensetzung beeinflussen kann. Sie verglichen diese Ergebnisse mit anderen Studien, in denen weitere Nährstoffe untersucht wurden, die bei Gewichtsreduktionen öfter eingesetzt werden. Dazu gehörten die Catechine aus dem grünen Tee, ein löslicher Ballaststoff-Komplex, Garcinia cambogia (Malabar-Tamarinde) und Irvingia gabonensis (afrikanischer Mango). Die Auswertung der Studien zeigte, dass die Anwendung von Chrompicolinat bei einer Gewichtsreduktion zum geringsten Verlust an fettfreier Körpermasse beitrug. In einigen Studien stieg sogar der Anteil der fettfreien Körpermasse an, während die Fettmasse weiter signifikant abgebaut wurde. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Chrompicolinat mit den Insulin-Werten im Körper interagiert.

 

Die Forscher ziehen aus den Ergebnissen das Fazit: Bei einer Gewichtsabnahme ist es erstrebenswert, die magere Körpermasse vor einem Abbau zu schützen, das gilt unabhängig von der Aufnahme der reduzierten Makro-Nährstoffe. Chrompicolinat könnte dazu beitragen, die metabolisch aktive, magere Körpermasse besser zu erhalten und ihrem Abbau vorzubeugen. Die Ergänzung von Chrompicolinat als eine gute, bioverfügbaren Form ist daher bei einer Gewichtsabnahme empfehlenswert.

 

Unser Tipp: Chrompicolinat ist als organische Chromverbindung sowohl in einigen Multi-Nährstoffformeln als auch einzeln erhältlich. Es zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit mit einer hohen Bioverfügbarkeit aus.

 

Quelle:
Darryn Willoughby et al., Body Composition Changes in Weight Loss: Strategies and Supplementation for Maintaining Lean Body Mass, a Brief Review. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 3.12.2018, doi: 10.3390/nu10121876.


Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen nach wie vor weltweit zu. Eine Studie mit Daten aus 51 Ländern zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit dem reichlichen Verzehr von Vollkornprodukten ein Schlüsselfaktor ist.

 

Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen nach wie vor weltweit zu. Eine Studie mit Daten aus 51 Ländern zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit dem reichlichen Verzehr von Vollkornprodukten ein Schlüsselfaktor ist. Mehr Vollkornprodukte und Ballaststoffe könnten die Rate von Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich verringern.

 

Herz-Kreislauf-Krankheiten sind weltweit verbreitet, auf ihr Konto gehen viele Sterbefälle pro Jahr, ein Teil davon schon in relativ jungen Jahren. Bei den Ursachen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Rund die Hälfte der Todesfälle durch Herzinfarkte und Schlaganfälle etc. wird auf eine schlechte Ernährung zurückgeführt. Jeder zweite bis dritte vorzeitige Todesfall ließe sich durch eine gute, ausgewogene Ernährung vermeiden. Aus einer Studie zu globalen Krankheitslasten wertete eine Forschergruppe aus Deutschland, Österreich und den USA repräsentative Daten aus 51 Ländern von 1990 bis 2016 aus. Einbezogen waren die Länder der Europäischen Union und weitere Länder Europas sowie einige Staaten aus Vorder- und Zentralasien, die im erweiterten Blick zur europäischen Region gehören. Die Forscher stellten Beziehungen zwischen einzelnen Risikofaktoren in der Ernährung und kardiovaskulären Krankheiten her. Einbezogen waren elf Formen von Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie 12 Lebensmittel- und Nährstoff-Gruppen. Berechnet wurde auf der Basis des üblichen nationalen Konsums an Lebensmitteln der jeweilige Anteil von Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, der mit einer schlechten Ernährung verbunden war. Rund 2,1 Millionen Todesfälle werden 2016 allein in Europa auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, die von der Ernährung abhängen, zurückgeführt.

 

Allgemein zog eine Ernährung mit wenig Vollkornprodukten die stärksten Risiken für Herz-Kreislauf-Krankheiten nach sich, gefolgt von einer Ernährung, die nur wenig Nüsse und Samen, wenig Obst, zu viel Salz und nur geringe Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthält. Die Forscher gehen davon aus, dass mit einer optimierten, ausgewogenen Ernährung ungefähr einer von fünf vorzeitigen Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Krankheiten vermieden werden könnte. Im Vergleich zu anderen Risikofaktoren, die durch den Lebensstil und das Verhalten beeinflusst werden können, z.B. Rauchen und Alkoholkonsum, ist die ausgewogene Ernährung damit ein wichtiger Schlüsselfaktor, um vorzeitige Herz-Kreislauf-Krankheiten und davon abhängige Todesfälle zu verringern.

 

Beim Vergleich der 51 Länder zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Spanne reicht von einem sehr hohen Anteil von ernährungsbedingten Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Krankheiten bis zum geringsten Anteil. Vorwiegend schlecht schneiden die vorder- und zentralasiatischen sowie die osteuropäischen Länder ab. Allgemein schneiden die westeuropäischen Länder besser ab. Für Deutschland errechneten die Forscher für 2016 165.000 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die von einer schlechten Ernährung abhängig waren. Damit liegt Deutschland in den westeuropäischen Ländern an der Spitze, insgesamt betrachtet jedoch im unteren Mittelfeld. Bessere Werte erreichten z.B. Italien, Frankreich und die Niederlande, die besten Werte haben Israel und Spanien. Die Forscher ermittelten auch länderspezifische Profile, da sich die Ernährung von Nord bis Süd und von Ost bis West jeweils deutlich unterscheidet. Sie stellten z.B. für Schweden und Norwegen einen zu geringen Konsum von Nüssen und Samen fest, in vielen zentral- und osteuropäischen sowie zentralasiatischen Ländern ist der zu geringe Verzehr von Vollkornprodukten ein Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

 

Es fehlt in der Ernährung vor allem an Ballaststoffen, und verzehrt werden zu viel Weißmehl-Produkte. Unterschiede zeigten sich auch beim Alter und bei den Geschlechtern. Männer sind häufiger bereits in jüngeren Jahren von Herz-Kreislauf-Krankheiten betroffen, für Frauen gilt das erst ab dem 50. Lebensjahr. Männer unter 70 Jahren sterben entsprechend sehr viel häufiger an Herz-Kreislauf-Krankheiten als Frauen. Die Forscher berücksichtigten in ihrer Analyse auch den Einfluss anderer Risikofaktoren. Dazu gehören vor allem Übergewicht, Bluthochdruck, geringe Bewegung und Rauchen. Der Alkoholkonsum wurde allerdings nicht einbezogen. In Ländern, in denen Alkohol stark konsumiert wird, dazu gehört auch Deutschland, könnte der Anteil von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die von der Ernährung abhängig sind, noch größer sein.

 

Die Forscher empfehlen, das Potential einer ausgewogenen, für die Gesundheit förderlichen Ernährung besser zu nutzen. Gemieden oder nur selten gegessen werden sollten verarbeitete Fleischwaren, auch Salz und mit Zucker gesüßte Getränke sollten verringert werden. Zu einer herzgesunden Ernährung gehört die Aufnahme von reichlich Vollkornprodukten und Ballaststoffen, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Sie können dazu beitragen, die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und anderen ernährungsabhängigen Krankheiten zu senken.

 

Unser Tipp: Neben einzelnen wichtigen Mikro-Nährstoffen für das Herz-Kreislauf-System, wie z.B. Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren, unterstützen auch spezielle Multi-Formeln das Herz, den Kreislauf und die Gefäße.

 

Quelle:
Toni Meier et al., Cardiovascular mortality attributable to dietary risk factors in 51 countries in the WHO European Region from 1990 to 2016: a systematic analysis of the Global Burden of Disease Study. In: European Journal of Epidemiology Vol. 34, Nr. 1, 2019, S. 37-55, doi: 10.1007/s10654-018-0473-x.


Die gute Versorgung mit Folsäure wird Frauen mit Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft zur Vorbeugung vor dem Neuralrohrdefekt empfohlen.

 


Die gute Versorgung mit Folsäure wird Frauen mit Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft zur Vorbeugung vor dem Neuralrohrdefekt empfohlen. Doch auch andere Vitamine und Mineralstoffe unterstützen einen guten Verlauf der Schwangerschaft. Ein guter Status der Mikro-Nährstoffe senkte bei australischen Frauen das Risiko für einen Gestations-Diabetes.

Im Lauf der Schwangerschaft können immer wieder einmal Komplikationen auftreten, dazu gehört auch der Gestationsdiabetes. Die Vorkommen dieses Schwangerschafts-Diabetes sind in den letzten Jahren weltweit angestiegen. Dazu tragen u.a. das oft höhere Alter (ab 30 Jahren) der schwangeren Frauen, ein erhöhtes Körpergewicht oder auch die familiäre Vorbelastung durch Diabetes bei. Typisch sind dann hohe Blutzuckerspiegel bzw. eine Störung der Glukosetoleranz, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Dabei beeinflussen die Schwangerschaftshormone die Insulinresistenz. Nur selten handelt es sich beim Gestations-Diabetes um einen bisher nicht erkannten Diabetes (Typ 1 oder 2). Nach der Entbindung normalisiert sich bei den meisten Frauen der Zuckerstoffwechsel wieder.

 

Allerdings erhöht sich bei betroffenen Frauen das Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Bisher gibt es nur wenig Kenntnisse über die Versorgung von Frauen mit Mikro-Nährstoffen vor einer Schwangerschaft und darüber, wie eine gute oder schlechtere Versorgung den Verlauf der Schwangerschaft beeinflusst. Ein australisches Forscherteam untersuchte daher die Annahme, dass Frauen mit einem allgemein besseren Status von Mikro-Nährstoffen ein geringeres Risiko für den Gestations-Diabetes haben.

 

Die Forscher nutzten für ihre Analyse Daten aus einer prospektiven Bevölkerungsstudie (Australien Longitudinal Study on Women’s Health Cohort), an der ab dem Jahr 2003 3.607 Frauen teilnahmen. Sie waren zu Beginn der Studie zwischen 25 und 30 Jahren alt und nicht an Diabetes erkrankt. Die Frauen gaben in einer Befragung Auskunft über die Häufigkeit des Konsums von 101 Lebensmitteln. Die Forscher berechneten daraus die Aufnahmen von 13 Mikro-Nährstoffen und kalkulierten das Verhältnis zu den für Australien geltenden täglichen Bedarfsempfehlungen für diese Nährstoffe. Sie berechneten in einem weiteren Schritt das Risiko der Frauen für den Gestations-Diabetes.

 

Im Lauf der nachfolgenden Beobachtungszeit bis zum Jahr 2015 traten bei 6.282 Schwangerschaften 285 Fälle von Gestations-Diabetes auf. Der Anteil von 4,6 % entspricht ähnlichen Schätzungen aus Deutschland, wo man 2016 von einem Anteil von 5,3 % schwangerer Frauen mit Gestations-Diabetes ausging. Bei den australischen Frauen wurden für einzelne Mikro-Nährstoffe zum Teil eine erhebliche, unzureichende Versorgung beobachtet. Das galt für Kalzium (47,9 %), Folat (80,8 %), Magnesium (52,5 %), Kalium (63,8 %) und Vitamin E (78,6 %). Es zeigte sich jedoch zunächst keine Beziehung zwischen dem Risiko für den Gestations-Diabetes und der mangelnden Versorgung an einzelnen Mikro-Nährstoffen. Erst als die Forscher die Defizite an Mikro-Nährstoffen insgesamt betrachteten, zeichnete sich die Beziehung ab. Frauen mit der besten Versorgung an Mikro-Nährstoffen hatten ein um 39 % geringeres Risiko, einen Gestations-Diabetes zu entwickeln.

 

Die Forscher gehen nach diesen Ergebnissen davon aus, dass eine gute Versorgung mit allen wichtigen Mikro-Nährstoffen den guten Verlauf der Schwangerschaft unterstützen und zur Vorbeugung vor dem Gestations-Diabetes beitragen kann.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des weiblichen Stoffwechsels stehen viele Multi-Nährstoffe zur Verfügung. Sie sollten besonders in der Zeit einer Schwangerschaft auf therapeutische Empfehlung hin eingenommen werden.

 

Quelle:
Moniek Looman et al., Pre-pregnancy dietary micronutrient adequacy is associated with lower risk of developing gestational diabetes in Australien women. In: Nutrition Research Vol. 62, Nr. 2, 2019, S. 32-40.


Frühere Studien zeigten bereits, dass die mediterrane Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann.

 

Frühere Studien zeigten bereits, dass die mediterrane Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann. Doch bisher gibt es nur wenige Erkenntnisse über die möglichen Mechanismen, mit denen diese gute Wirkung erreicht wird.

 

Die mediterrane Ernährung hat längst auch viele Anhänger in anderen Ländern gefunden, da sie nicht nur gut schmeckt, sondern auch sehr gesund ist. Das ist auf den Verzehr von reichlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Olivenöl, Wein in Maßen, Fisch und wenig Fleisch und Milchprodukten zurückzuführen. Im Rahmen einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie, der Women’s Health Study, prüfte ein Forscherteam daher die Anpassung an die mediterrane Ernährung bei rund 26.000 anfangs gesunden Frauen (Durchschnittsalter 55 Jahre). Sie setzten diese Angaben in Bezug zu den im Lauf von 12 Jahren Beobachtung in dieser großen Gruppe aufgetretenen kardiovaskulären Krankheiten. Um auch mögliche Mechanismen zu erkennen, über die die mediterrane Ernährung das kardiovaskuläre Risiko beeinflussen kann, prüften sie dazu den Einfluss von 40 typischen Biomarkern.

 

Zu Beginn der Studie beantworteten die Frauen detaillierte Fragen zu ihrer Ernährung. Daraus wurde ihre Anpassung an die mediterrane Kost bestimmt, und danach wurden sie auf drei Gruppen verteilt, mit jeweils niedriger, mittlerer oder hoher Einhaltung der mediterranen Ernährung. Die mediterrane Kost hatte bei niedrigen Aufnahmen einen Anteil von rund 25 %, beim mittleren Anteil von 36 % und bei hohen Aufnahmen von 39 % an der gesamten Ernährung. Im Lauf der langjährigen Beobachtungszeit traten rund 1.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten auf. Dabei zeigte sich eine unterschiedliche Verteilung in den drei Gruppen. Bei geringer mediterraner Kost traten kardiovaskuläre Krankheiten bei 428 Frauen (4,2 %) auf, in der Gruppe mit mittlerer Anpassung waren 356 Frauen (3,8%) betroffen, und bei der höchsten mediterranen Ernährung erkrankten nur 246 Frauen (3,8%).

 

Im Vergleich zur niedrigen Gruppe verringerte sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei mittlerer Anpassung an die mediterrane Kost um 23 %, bei hoher Anpassung sogar um 28 %. Das ist ein Vorteil, der in seiner Größenordnung der Anwendung von Statinen oder anderen präventiven Medikamenten ähnlich ist. Die Forscher konnten diese positiven Effekte vor allem auf eine Reihe von veränderten Biomarkern zurückführen. Mit der mediterranen Kost veränderten sich vor allem die Biomarker für Entzündungen (29,%), den Glukosestoffwechsel, die Insulinresistenz (28%) und der Body-Mass-Index (27 %). Weitere Einflüsse gab es auf den Blutdruck, die Cholesterinwerte, verzweigtkettige Aminosäuren (13,6%), Apolipoproteine (6,5%) und andere kleinmolekulare Metaboliten (5,8%), die jedoch weniger ausgeprägt waren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass bei einer höheren Aufnahme der mediterranen Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten etwa um ein Viertel geringer ist. Das ließ sich zum Teil durch die Beeinflussung von verschiedenen Biomarkern erklären. Die Forscher stellten zudem fest, dass bereits kleinere Unterschiede in den Biomarkern auf multifaktorielle Weise zu dem langfristig beobachteten kardiovaskulären Nutzen beigetragen hatten. Diese Ergebnisse könnten einen starken Einfluss auf die öffentliche Gesundheit haben, denn selbst kleinere Veränderungen in den Risikofaktoren können die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Das gilt besonders für den langfristigen Nutzen einer mediterranen Ernährung in Bezug auf Entzündungen sowie für den Glukosestoffwechsel, die Insulinresistenz und den Body-Mass-Index.

 

Quelle:
Shafqat Ahmad et al., Assessment of Risk Factors and Biomarkers Associated With Risk of Cardiovascular Disease Among Women Consuming a Mediterranean Diet. In: JAMA Network Open, Online-Veröffentlichung vom 7.12.2018, doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5708.


Vitamin E trägt mit seinen antioxidativen Funktionen zur Stärkung des Immunsystems bei.

 

Vitamin E trägt mit seinen antioxidativen Funktionen zur Stärkung des Immunsystems bei. Dabei richtet die Forschung ihren Blick zunehmend auf Vitamin E in Bezug auf spezielle Immunzellen.

 

Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans, das die mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation schützen, die Bildung von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies regulieren und die Übertragung von Signalen im Körper modulieren kann. Einflüsse auf das Immunsystem durch Vitamin E wurden experimentell ebenso wie unter gesunden und krankhaften Bedingungen beobachtet. Mit besseren Kenntnissen über die Entwicklung, Funktion und Regulation von Immunzellen konzentrierten sich neuere Studien zur Wirkung von Vitamin E vor allem auf diese Zellen: Dendritische Zellen, Makrophagen (Fresszellen), natürliche Killer-Zellen sowie die T- und B-Lymphozyten. In einer Übersicht fassten Forscher den Stand der Forschung zu immunologischen Veränderungen zusammen, die bei Vitamin E beobachtet wurden.

 

Die wichtigste und bekannteste Form von Vitamin E ist Alpha-Tocopherol, doch zu diesem Vitamin gehören insgesamt acht Formen. Vitamin E ist der Sammelbegriff für vier Tocopherole und vier Tocotrienole (jeweils α, β, γ, δ) in Lebensmitteln. Sie haben antioxidative Fähigkeiten, können aber nicht ineinander umgewandelt werden und haben teils unterschiedliche Funktionen. Die wichtigsten Nahrungsquellen für Vitamin E sind pflanzliche Öle und Nüsse. Sojabohnen-, Sonnenblumen-, Mais-, Walnuss-, Baumwoll-, Palm- und Weizenkeimöle enthalten im Vergleich zu anderen Ölen relativ hohe Mengen, d.h. mehr als ca. 50 mg Vitamin E/100 g Öl. Die Anteile von α-, β-, γ- und δ-Tocopherolen hängen von der jeweiligen Ölsorte ab. Distel- und Sonnenblumenöle sind z.B. reich an α-Tocopherol, Soja- und Maisöle enthalten hauptsächlich γ-Tocopherol, und Baumwollsamenöl enthält ähnliche Anteile an α- und γ-Tocopherolen. Zur guten Aufnahme von Vitamin E können außerdem Nahrungsergänzungen beitragen.

 

Zu den wichtigen antioxidativen Funktionen von Vitamin E gehört, dass es Peroxyl-Radikale (Art der reaktiven Sauerstoffspezies) abfängt und die Oxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren hemmt. In Gegenwart von Vitamin E reagieren Peroxylradikale mit α-Tocopherol anstelle von Lipidhydroperoxid. Dadurch wird die Kettenreaktion der Bildung von Peroxylradikalen gestoppt und die weitere Oxidation der mehrfach ungesättigten Fettsäuren verhindert. Tocopheroxylradikale, die aus α-Tocopherol- und Peroxylradikalen gebildet werden, werden durch Vitamin C oder Glutathion (antioxidatives Tripeptid) reduziert. Die antioxidative Aktivität von Vitamin E kann weiter für die Regulierung mehrerer Enzyme verantwortlich sein, die an der Signalübertragung beteiligt sind.

 

Mit erhöhten Gaben von Vitamin E konnten in Interventionsstudien eine erhöhte Bildung von Lymphozyten, eine verbesserte, verzögerte Hypersensibilität (bei Allergien) sowie die erhöhte Bildung von Interleukin 2 (T-Zell-Wachstumsfaktor) und eine verminderte Bildung von Interleukin 6 (B-Zell-Differenzierungs-Faktor) beobachtet werden. Beim Menschen wurden die Auswirkungen von Vitamin E auf die natürlichen Vorkommen von Infektionskrankheiten in mehreren Studien untersucht. Dabei zeigte sich, dass die immunstimulierende Wirkung von Vitamin E die Resistenz gegenüber Infektionen stärkt. Allerdings waren die Effekte teils relativ gering, und in einigen Studien wurden positive Effekte nur in Untergruppen von Probanden beobachtet. Zu solchen nicht einheitlichen Ergebnissen könnten verschiedene Faktoren beigetragen haben. Das gilt z.B. für die Dosis der verwendeten Vitamin-E-Ergänzung, die erreichten Veränderungen des Vitamin-E-Spiegels oder auch für das Alter der Probanden.

 

Generell lässt sich sagen, dass Vitamin E die Immunreaktionen unterstützt und den Schutz vor mehreren Infektionskrankheiten erhöht. Verschiedene Erklärungen für die grundlegenden Mechanismen werden diskutiert. Dazu gehören z.B. die Senkung der Produktion von Prostaglandin E2, das an Entzündungs- und Fieberreaktionen beteiligt ist. Weiter geht es um die effektivere Bildung von Immunsynapsen in heranreifenden T-Lymphozyten, die Einleitung von Signalen zur Aktivierung von T-Lymphozyten sowie die Modulation des Gleichgewichts von Typ1- und Typ2-T-Helferzellen. Mit Vitamin E wurde auch eine höhere Aktivität der natürlichen Killerzellen und Veränderungen in den Dendritischen Zellen beobachtet.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Vitamin E sollte mit seinen Wirkungen im Immunsystem weiter experimentell in den zugrunde liegenden Mechanismen auf das Immunsystem und bei der Immunabwehr des Menschen untersucht werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die verschiedenen Formen von Vitamin E unterschiedlich auf die Immunzellen wirken. Auch das Zusammenspiel von Vitamin E mit anderen Immunzellen sollte in Zukunft genauer untersucht werden, da auch mögliche Wechselwirkungen für die Regulation der Immunfunktionen bedeutsam sind.

 

Unser Tipp: Vitamin E ist als Nahrungsergänzung in vielen Multi-Formeln enthalten. Es ist auch einzeln erhältlich, neben Alpha-Tocopherol werden auch andere Vitamin E-Formen angeboten.

 

Quelle:
Ga Young Lee und Sung Nim Han, The Role of Vitamin E in Immunity. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.11.2018, doi: 10.3390/nu10111614.


Das Immunsystem entwickelt und verändert sich ständig im Lauf des Lebens. Es kann in jeder Lebensphase gestärkt, aber auch geschwächt werden.

 


Das Immunsystem entwickelt und verändert sich ständig im Lauf des Lebens. Es kann in jeder Lebensphase gestärkt, aber auch geschwächt werden. Dazu trägt die Ernährung bei, das gilt besonders für eine Reihe von Mikro-Nährstoffen, die gute Funktionen des Immunsystems unterstützen.

 

Ein gut funktionierendes Immunsystem sorgt dafür, dass schädliche Eindringlinge, wie z.B. Bakterien, Viren und Pilze, bekämpft und fehlerhafte körpereigene Zellen ausgesondert werden. Im Lauf des Lebens entwickelt sich das Immunsystem von unreifen und sich noch entwickelnden Immunreaktionen bei Säuglingen und Kleinkindern hin zu einer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen potenziell optimalen Immunfunktion. Dann verringern sich mit dem zunehmenden Alter die Kräfte des Immunsystems graduell, das gilt besonders für Menschen im höheren Alter. Davon abhängig verändern sich das Risiko und die Schwere von Infektionen, entsprechend der jeweiligen Immunkompetenz des einzelnen Menschen. Altersbedingte Veränderungen des Immunsystems können durch bestimmte Faktoren des Lebensstils weiter geschwächt werden. Dazu gehören z.B. eine schlechte Ernährung, Umweltbelastungen und der oxidative Stress. Sie können in jeder Lebensphase die Immunfunktion individuell beeinflussen und verringern.

 

Davon betroffen ist z.B. die Anfälligkeit für Erkältungen und Grippe als häufigste Erkrankungen, aber auch für Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. Die Ernährung spielt bei den Funktionen des Immunsystems eine besondere Rolle, denn es gibt eine bidirektionale Interaktion zwischen der Ernährung, Infektionen und der Immunität. Die Immunantwort ist beeinträchtigt, wenn die Ernährung schlecht ist, was den Einzelnen für Infektionen anfälliger macht. Ein schlechter Ernährungszustand kann außerdem durch die Immunreaktion auf eine Infektion verschlimmert werden.

 

Die gesunde Ernährung kann also erheblich dazu beitragen, dass die Immunfunktionen in jeder Lebensphase gestärkt werden. Dabei kommt es darauf an, die gute Versorgung mit allen benötigten Makro- und Mikro-Nährstoffen zu gewährleisten. Sie tragen zur Entwicklung, Aufrechterhaltung und zu den angemessenen Reaktionen des Immunsystems wesentlich bei. Vor allem die Mikro-Nährstoffe spielen im gesamten Immunsystem eine Schlüsselrolle, unabhängig von der jeweiligen Lebensphase. Das gilt besonders für die Vitamine A, C, D, E, B2, B6 und B12, Folsäure sowie Beta-Carotin und für Eisen, Selen und Zink, die alle zur Aufrechterhaltung der Immunkompetenz beitragen. Suboptimale Aufnahmen oder gar stärkere und länger anhaltende Defizite dieser Mikro-Nährstoffe können in den verschiedenen Lebensphasen zeitweise vorkommen. Das wirkt sich auch auf die Funktionen des Immunsystems aus und kann das Risiko und die Schwere einer Infektion beeinflussen.

 

Auch vom Ernährungszustand eines Menschen hängt es daher mit ab, wie sich der Verlauf z.B. bei einer Infektionskrankheit entwickelt. Die Resistenz gegen Infektionen kann erhöht werden, indem fehlende Mikro-Nährstoffe wieder in die Ernährung aufgenommen oder ergänzt werden. Sie können auf diese Weise auf ein empfehlenswertes Niveau gebracht werden. Das stärkt die Widerstandskräfte gegen Infektionen und kann im Fall einer Infektion die schnellere Genesung unterstützen.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Immunsystems tragen neben den hier genannten Vitaminen und Mineralstoffen auch weitere Mikro-Nährstoffe bei, z.B. eine Reihe von sekundären Pflanzenstoffen und die Omega-3-Fettsäuren. Für die Stärkung des Immunsystems gibt es spezielle Multi-Formeln, die wichtige Mikro-Nährstoffe gezielt ergänzen.

 

Quelle:
Silvia Maggini et al., Immune Function and Micronutrient Requirements Change over the Life Course. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 17.10.2018, doi: 10.3390/nu10101531.


Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht.

 

Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht. Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass höhere Werte von Carotinoiden positiv auf das metabolische Syndrom wirken.

 

Das metabolische Syndrom ist durch zentrales Übergewicht, Bluthochdruck und einen gestörten Cholesterin-, Glukose- und Insulin-Stoffwechsel charakterisiert. Mindestens drei der Faktoren müssen zusammentreffen, um die Diagnose zu stellen. Einzeln wirken sie gesundheitlich oft noch nicht so belastend, doch kombiniert erhöhen sie deutlich das Risiko für weitere Krankheiten, vor allem für Diabetes (Typ 1 und 2) und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei der Entstehung des metabolischen Syndroms spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch Mikro-Nährstoffe. Mehr und mehr rücken dabei Pflanzenstoffe in das Interesse der Forschung. Carotinoide gehören zu den Pflanzenstoffen, die nicht nur als Provitamin A vielfältige gesundheitliche Wirkungen haben, sie entfalten auch antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Fähigkeiten.

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern suchte in medizinischen Datenbanken daher nach Studien (von 1997 bis 2017) über die Verbindung von Vitamin A und Carotinoiden zum metabolischen Syndrom. Sie konnten schließlich 33 Studien in ihre Auswertung einbeziehen, mit 11 Studien führten sie außerdem eine Meta-Analyse mit Daten von fast 30.000 Teilnehmern durch. Es bestätigte sich, dass die höhere Aufnahme von (Gesamt-)Carotinoiden das metabolische Syndrom positiv beeinflussen konnte. Das galt auch für einzelne Carotinoide, am stärksten für Beta-Carotin, gefolgt von Alpha-Carotin und Beta-Cryptoxanthin sowie für Retinylester (Fettsäureester von Vitamin A). Dagegen konnte Vitamin A (Retinol) das metabolische Syndrom nicht beeinflussen, seine Rolle bleibt weiter zu klären.

 

Diese Ergebnisse zeigen eine Korrelation zwischen Carotinoiden und dem metabolischen Syndrom auf, nicht jedoch die Ursachen dafür. Die Forscher gehen von einem plausiblen Wirkmechanismus von Carotinoiden zum Nutzen der kardiometabolischen Gesundheit aus, vermittelt durch senkende Wirkungen auf oxidativen Stress. Obwohl es viele Faktoren gibt, mit denen sich die individuelle Variabilität und Bioverfügbarkeit von Carotinoiden bei Menschen erklären lassen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Carotinoide eine wesentliche Rolle in den Fettgeweben spielen können. Dazu gehören die Kontrolle der Entstehung von Fettzellen (Adipogenese) und vom oxidativen Stress sowie die Bildung von Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Verbindungen, die als Signalmoleküle wirken) und Entzündungsmediatoren. Sie beeinflussen die Verteilung der zentralen Adipositas und das Auftreten der Insulinresistenz.

 

Es zeichnet sich ab, dass Gesamt-Carotinoide ebenso wie einzelne Carotinoide (Alpha-, Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin) positiv auf das metabolische Syndrom einwirken können. Der regelmäßige Verzehr von gemischten Carotinoiden ist daher für die kardiometabolische Gesundheit wichtig. In der für westliche Industrieländer typischen Ernährung werden täglich nur etwa ein bis fünf Milligramm Carotinoide aus der Ernährung aufgenommen. Das reicht für den kardiometabolischen Schutz nicht aus. Die Forscher plädieren daher für die Festlegung von Empfehlungen für die tägliche Aufnahme von Carotinoiden.

 

Unser Tipp: Natürliche Carotinoide sind in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert enthalten. Angeboten wird z.B. natürliches Beta-Carotin aus der Alge Dunaliella salina, enthalten sind Alpha-Carotin, Zeaxanthin und Cryprtoxanthin. Empfehlenswert sind weiter natürliche Carotinoide aus einem Grünkohl-Ölauszug (biologischer Anbau) mit Lutein, Beta-Carotin, Lykopin und Zeaxanthin. Beide haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
May A. Beydoun et al., Carotenoids, vitamin A, and their association with the metabolic syndrome. A systematic review and meta-analysis. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 7.9.2018, doi: 10.1093/nutrit/nuy044.


Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forscher suchte nach Studien über die Beziehungen zwischen der Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Störungen, zu denen auch die Angststörungen gehören. Von fast 200 Studien konnten sie schließlich sechs mit knapp 500 Teilnehmern in eine systematische Auswertung einbeziehen. Die Forscher richteten ihren Fokus vor allem auf mögliche Mechanismen, über die Omega-3-Fettsäuren auf Angstsymptome einwirken bzw. sie verringern könnten. Sie fanden mögliche Wirkungen für Omega-3-Fettsäuren, die in Bezug auf Angstsymptome eine Rolle spielen könnten.

 

Es gibt bereits einige Nachweise, dass ein erhöhter Entzündungs-Status im Körper mit Ängsten verbunden ist. Dabei erwiesen sich die Omega-3-Fettsäuren als hilfreich. Vom Gehirn stammende neurotrophische Faktoren, besonders der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), sind bestimmte Proteine, die einige Funktionen des Nervensystems regulieren, indem sie das neuronale Überleben fördern. Ein Mangel oder auch ein Überschuss an solchen Proteinen wurde mit verschiedenen psychischen Krankheiten verbunden, darunter u.a. Depressionen und Alzheimer. Omega-3-Fettsäuren können diese neurotrophischen Proteine beeinflussen. Cortisol ist als Stress-Hormon bekannt, Omega-3-Fettsäuren können zu dessen Regulation beitragen. Hinzu kommt, dass es eine Verbindung zwischen den Herz-Kreislauf-Funktionen und den Omega-3-Fettsäuren gibt, die offenbar dazu beitragen, die Herzfrequenz-Variabilität zu regulieren. Eine geringere Variabilität (in der Zeit zwischen den Herzschlägen) wird mit höheren Werten von Angstsymptomen verbunden.

 

Die Forscher sahen jedoch auch bei ihrer Literaturrecherche, dass die Studien auf diesem Gebiet zum Teil recht heterogen waren. Es wurden z.B. verschiedenste Dosierungen bei den Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, das galt auch für unterschiedliche Verhältnisse der beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), zueinander. In Zukunft sollten weitere Forschungen über die Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren bei Angststörungen durchgeführt werden, die jedoch stärker standardisiert bzw. klarer strukturiert sein sollten.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Ashley R. Polokowski et al., Omega-3 fatty acids and anxiety: A systematic review of the possible mechanisms at play. In: Nutritional Neuroscience, Online-Veröffentlichung vom 28.9.2018, doi: 10.1080/1028415X.2018.1525092.


Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Krebs-Patienten erhalten nach der Therapie meist geeignete Empfehlungen für eine gesunde Ernährung und die Körperaktivität, außerdem wird ein gesundes Körpergewicht empfohlen. Ob die Patienten solche Empfehlungen befolgen und wie sich dies auf den weiteren Verlauf ihres Lebens auswirkt, das prüften Forscher der Universität von Kalifornien in einer Studie. Sie werteten die Daten von rund 1.000 Darmkrebs-Patienten aus (im Durchschnitt 60 Jahre), die von 1991 bis 2001 an einer Studie (CALGB-89803) teilgenommen und eine Chemotherapie erhalten hatten. In der Zeit ihrer Behandlung gaben sie auch Auskünfte über ihre Ernährung und den Lebensstil.

 

Nach der Therapie wurden sie im Durchschnitt sieben Jahre lang weiter in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. 335 Teilnehmer entwickelten in dieser Zeit ein Rezidiv, davon starben 256 Teilnehmer an den Krebsfolgen, weitere 43 Teilnehmer aus anderen Gründen. Mit einem speziellen Score (0 bis 6 Punkte) wurde bei allen Teilnehmern die Anpassung an die Empfehlungen der amerikanischen Krebsgesellschaft geprüft (ACS-Richtlinien). Einbezogen waren der BMI, die körperliche Aktivität und in der Ernährung der Verzehr von Obst und Gemüse, Vollkornprodukten sowie von rotem und verarbeiteten Fleisch, außerdem wurde der Alkoholkonsum ausgewertet.

 

Patienten mit einer hohen Anpassung an die Empfehlungen der Krebsgesellschaft (Score 5 bis 6) hatten ein um 42 % geringeres Sterblichkeitsrisiko als Patienten mit einem niedrigen Score (0 bis 2). Wurde auch der Alkoholkonsum in die Auswertung einbezogen, sank das Sterblichkeitsrisiko beim hohen Score sogar um 51 %.

 

Außerdem zeigte sich bei einer gesunden Ernährung und genügend Körperaktivität die Tendenz zu einem längerem Überleben ohne Krankheit (31 %). Die 5-Jahres-Überlebensprognose betrug 85 % für Patienten mit hoher Anpassung an die ACS-Richtlinien und 76% für Patienten mit niedriger Übereinstimmung. Patienten mit Darmkrebs, die während und nach der Behandlung die ACS-Richtlinien in Bezug auf die Ernährung und die Körperaktivität befolgten, hatten also eine verbesserte Lebensperspektive.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die Beibehaltung oder das Erreichen eines gesunden Körpergewichts, die angemessene körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollkorn ist, nach einer Krebskrankheit mit einer besseren Lebensperspektive verbunden ist.

 

Quelle:
Erin L. Van Blarigan et al., Association of Survival With Adherence to the American Cancer Society Nutrition and Physical Activity Guidelines for Cancer Survivors After Colon Cancer Diagnosis The CALGB 89803/Alliance Trial. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 6, 2018, S. 783-790, doi: 10.1001/jamaoncol.2018.0126.


Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig.

 

Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig. Vielen Frauen fehlt es aber an der ausreichenden Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen.

 

Eine gute Ernährung ist für Frauen, die schwanger werden möchten, sehr wichtig. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Mutter und Kind und legt die Grundlagen für die Gesundheit des Kindes im späteren Leben. Für Paare, die Eltern werden wollen, gibt es Empfehlungen zur gesunden Ernährung, die auch die Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen einschließen. Dazu gehören optimale Aufnahmen von Folat, Vitamin D und der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

 

Folat wird empfohlen, um beim Fötus das Risiko für die Entwicklung eines Neuraltubendefektes zu vermeiden. Obwohl dieses B-Vitamin in vielen Lebensmitteln vorhanden ist, z.B. in grünblättrigem Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukten, ist es offenbar für viele Frauen schwierig, die empfohlenen Mengen mit der Ernährung aufzunehmen. Daher wird Frauen mit Kinderwunsch die tägliche Ergänzung von Folsäure als Prävention empfohlen. Die Zufuhr sollte möglichst schon vor der Konzeption beginnen, weil gerade die ersten Wochen der Schwangerschaft für die Vermeidung des Neuraltubendefektes wichtig sind. Vitamin D ist in der Schwangerschaft u.a. für Prävention einer Präeklampsie (Hypertonie und Proteinurie) und von Gestations-Diabetes wichtig. Bei den Kindern kann es z.B. dazu beitragen, ein niedriges Geburtsgewicht sowie ein beeinträchtigtes Knochenwachstum und das Risiko von Asthma zu vermeiden. Die Aufnahme von Vitamin D durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf die Haut ist in nördlichen Ländern oft zu gering, auch die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung reicht nicht aus.

 

Daher wird Frauen, die schwanger werden wollen, meist die tägliche Aufnahme von 10 mcg Vitamin D als Ergänzung empfohlen. Das gilt besonders in den Herbst- und Wintermonaten, in denen die Aufnahme von Vitamin D über das Sonnenlicht geringer ist. Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind vor allem für die Entwicklung das fötales Gehirns und der Retina wichtig. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich 200 mg EPA und DHA aufzunehmen bzw. wenigstens eine Mahlzeit mit fettreichem Fisch pro Woche zu essen.

 

Wie die tatsächliche Versorgung von Frauen mit diesen wichtigen Mikro-Nährstoffen in der Zeit vor einer Befruchtung aussieht, darüber ist bisher wenig bekannt. Daher prüfte eine Gruppe niederländischer Forscher die Versorgung mit Folat, Vitamin D sowie von EPA und DHA bei Frauen mit Kinderwunsch samt der Quellen, aus denen die Frauen diese Mikro-Nährstoffe aufnahmen. Einbezogen waren 66 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die schwanger werden wollten. Zunächst untersuchte man die Ernährung der Frauen, weiter wurden die Werte von Vitamin D, von Folsäure sowie von EPA und DHA bestimmt. Viele Frauen erreichten dabei nicht die in den Niederlanden geltenden Empfehlungen zur Aufnahme von Folsäure (50%), Vitamin D (67%) und EPA/DHA (52%). 14 % der Frauen waren zu gering mit Folsäure versorgt, und bei 23 % wurde ein nicht ausreichender Vitamin-D-Status festgestellt.

 

In der Ernährung trug Gemüse am meisten zur Versorgung mit Folsäure bei (25%), Vitamin D wurde vor allem aus Ölen und Fetten bezogen (39%), und Fischmahlzeiten waren die Hauptquelle für die Versorgung mit EPA und DHA (69%). Folat-Ergänzungen, Vitamin D sowie EPA und DHA sowohl aus der Nahrung als auch aus Ergänzungen waren signifikant mit den Blutwerten verbunden. Nahrungsergänzungen trugen wesentlich zur Gesamtaufnahme von Folsäure und Vitamin D und zum besseren Ernährungs-Status bei. Die Forscher halten es für notwendig, den Fischverzehr und die Ergänzung von Folsäure und Vitamin D für Frauen, die schwanger werden wollen, stärker zu fördern. Das kann die Aufnahme und die Blutwerte dieser Mikro-Nährstoffe bei Frauen mit Kinderwunsch deutlich verbessern.

 

Unser Tipp: Folsäure, Vitamin D sowie EPA und DHA aus Fischölen gibt es jeweils als einzeln oder kombinierte Nahrungsergänzungen. Bei Kinderwunsch und einer Schwangerschaft kann auch geprüft werden, ob spezielle Multi-Nährstoff-Präparate für Frauen in Frage kommen.

 

Quelle:
Moniek Looman et al., Supplement Use and Dietary Sources of Folate, Vitamin D, and n-3 Fatty Acids during Preconception: The GLIMP2 Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2018, doi: 10.3390/nu10080962.


Vegetarisch und vegan auch für Kinder und Jugendliche?

 

Die Anhänger der vegetarischen oder der veganen Ernährung, bei der auch Milchprodukte und Eier gemieden werden, nehmen zu. Damit stellt sich für so manche Eltern die Frage, ob diese Ernährung auch für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gibt dazu jetzt Empfehlungen.

 

Kinder und Jugendliche haben einen besonderen Bedarf an Nährstoffen, um ihr Wachstum und die altersgemäße Entwicklung zu fördern. Ob dies auch mit alternativen Ernährungsformen in diesen Altersgruppen erreicht werden kann, dazu gibt es bisher eher wenig Studien. Aus den Ergebnissen lassen sich einige grundlegende Empfehlungen ableiten. Die Kinder- und Jugend-Mediziner halten eine ausgewogene Ernährung mit tierischen Produkten und reichlich pflanzlichen Lebensmitteln generell für empfehlenswert. Dazu gehören der mäßige Verzehr von Fleisch und Fisch sowie von Milch bzw. Milchprodukten. Auch die vegetarische Ernährung mit Eiern und Milchprodukten (ovo-lacto-vegetarische Ernährung) kann den Nährstoff-Bedarf von Kindern und Jugendlichen im Wachstum decken. Gute Kenntnisse über eine ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel sind nötig, gegebenenfalls unterstützt durch Kinderärzte oder Ernährungsfachleute.

 

Bei der vegetarischen Ernährung muss z.B. auf die gute Eisenzufuhr geachtet werden, da Eisen nur eine geringe Bioverfügbarkeit hat. Bei der veganen Ernährung, ohne Milchprodukte und Eier, wird die ausgewogene Versorgung mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen deutlich komplizierter. Man muss sich intensiv mit dem Nährstoff-Haushalt befassen, um gesundheitliche Risiken durch Defizite zu vermeiden. Besonders wichtig ist die konsequente Ergänzung von Vitamin B12, das hauptsächlich aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen wird. Kritisch sind außerdem oft die Aufnahmen von Eisen, Zink, Jod, DHA (Omega-3-Fettsäure) und Kalzium. Auch sie stammen vorwiegend aus tierischen Lebensmitteln oder werden aus pflanzlichen Quellen erheblich schlechter aufgenommen. Einige Studien zeigten, dass die Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen bei Veganern und zum Teil auch bei Vegetariern im Vergleich zur tierisch-pflanzlichen Kost geringer war.

 

Die Zahl der Vegetarier und Veganer stieg in den letzten Jahren an, insgesamt jedoch weniger, als es das öffentliche Interesse nahelegen mag. Auf rund 10 % wird der Anteil der Vegetarier heute nach Angaben des Vegetarierbunds geschätzt, auf 1 % kommen die Veganer. Weitaus größer dürfte die Zahl der Flexitarier sein, die sich nicht strikt pflanzlich ernähren. Sie verzichten z.B. zunehmend oder ganz auf Fleisch, essen aber noch Fisch (Pescatarier). Grundsätzlich gilt, das Risiko für Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen steigt, je stärker bestimmte Lebensmittel eingeschränkt oder vollends gemieden werden. Bei größeren Einschränkungen in der Ernährung sollten nötige Mikro-Nährstoffe ergänzt werden. Eine Blutuntersuchung, mit der die Versorgung von wichtigen Nährstoffen beurteilt wird, kann helfen, vorhandene Defizite zu erkennen und zu ergänzen.

 

Unser Tipp: Die Ergänzung von Mikro-Nährstoffen bei Kindern und Jugendlichen sollte am besten nach individueller Analyse der Ernährungssituation durch die Empfehlung von Therapeuten und/oder Ernährungsfachleuten erfolgen.

 

Quelle:
S. Rudloff et al., Vegetarische Kostformen im Kindes- und Jugendalter. Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ). In: Monatsschrift Kinderheilkunde, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2018, doi: 10.1007s00112-018-0547-6.


Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte?

 

Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte? US-Experten stellten dazu jetzt einen neuen Leitfaden vor.

 

Empfehlungen für die Ernährung haben immer Konjunktur, gleich ob es um den Verlust von zu vielen Pfunden oder um die Vorbeugung von Krankheiten geht, und sie passen sich aktuellen Trends ständig an. Viele Empfehlungen halten jedoch einem „Praxis-Check“ oftmals nicht stand. Wunder sind auch in der Ernährung kaum und schon gar nicht schnell zu erreichen, das gilt vor allem für extreme Ernährungsweisen. Gesichert ist, dass eine vollwertige Ernährung mit wenig Fertigprodukten, reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten, dazu in Maßen Nüsse (wegen des Fettgehalts in geringen Mengen), zur Gesundheit beitragen kann. Für die Prävention und den begleitenden Umgang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten haben Kardiologen aus den USA jetzt einen neuen Leitfaden vorgestellt. Er gibt weitgehend geprüfte und gesicherte Empfehlungen zur Ernährung. Hier ein kurzer Überblick:

 

Milchprodukte, fettreduzierte Milchprodukte sind eine wichtige Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und hochwertige Proteine. Der Verzehr von fettreichen Milchprodukten sollte dagegen eingeschränkt werden, sie enthalten reichlich gesättigte Fettsäuren und Salz.

 

Zucker erhöht bei übermäßigem Konsum die Entstehung von Atherosklerose, Gewichtsanstieg sowie das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Frauen sollten täglich nicht mehr als 100 Kalorien an zugefügtem Zucker aufnehmen, Männer nicht mehr als 150 Kalorien. Auf Softdrinks sollte möglichst verzichtet werden.

 

Energy Drinks, enthalten oft zu viel Zucker und Koffein, auf ihren Konsum sollte man besser verzichten. Sie können den Blutdruck erhöhen, begünstigen die Zusammenballung von Blutplättchen und können zu Rhythmusstörungen beitragen.

 

Kaffee und Tee, enthalten Polyphenole, die den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität positiv beeinflussen können. Kaffee wirkt bei moderatem Konsum positiv auf das Herz-Kreislauf-System, er ist auch für Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten in Maßen unbedenklich. Schwarzer Tee verbessert vermutlich die Gefäßfunktionen, Grüntee wirkt positiv auf das Lipidprofil (LDL/HDL-Verhältnis), das gilt vor allem für passionierte Teetrinker. Auf den Zusatz von Zucker, Süßstoffen oder fettreiche Milch/Sahne sollte man bei Kaffee und Tee möglichst verzichten.

 

Alkohol, kann schützend, aber auch schädigend wirken. Das ist eine Frage des Maßes und anderer Einflussfaktoren. z.B. Alter, Geschlecht etc. Mäßiger Konsum kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern. Als durchschnittliches Maß gelten 1 bis 2 Drinks täglich für Männer, 1 Drink für Frauen. Ein regelmäßiger und erhöhter Konsum kann zahlreiche Risikofaktoren verstärken, z.B. Blutdruck, Triglyzeride, Entzündungen, Vorhofflimmern, Kardiomyopathie und Schlaganfälle.

 

Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen Kichererbsen etc. tragen dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Sie verbessern Glukosewerte und das „schlechte“ LDL-Cholesterin, den Blutdruck und tragen zu einem geringeren Körpergewicht bei. Sie sind eine gute Quelle für Proteine und Ballaststoffe.

 

Pilze werden häufiger empfohlen. Sie wirken vermutlich entzündungshemmend und antioxidativ, senken den Blutdruck und Blutzucker, das Gesamt-Cholesterin und Triglyzeride. Sie enthalten außerdem reichlich Vitamin D.

 

Omega-3-Fettsäuren senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und verbessern die Lipidprofile. Das gilt vor allem für EPA und DHA aus Fischölen, aber z.B. auch für die Alpha-Linolensäure aus Walnüssen und Pflanzenölen (Soja-, Raps- und Leinöl).

 

Vitamin B12 sollte ergänzt werden, wenn zu wenig davon aufgenommen wird. B12 fehlt häufiger bei älteren Menschen, Veganern, Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten sowie bei der Einnahme mancher Medikamente (Metformin, Säureblocker). Auf die geeignete Dosierung sollte geachtet werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Herz- und Kreislauf-Funktionen tragen eine Reihe weiterer Mikro-Nährstoffe, Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe, bei. Es gibt spezielle Formeln zur Stärkung der Herzgesundheit.

 

Quelle:
Andrew M. Freeman et al., A Clinician´s Guide for Trending Cardiovascular Nutrition Controversies Part II. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 23.7.2018, doi: 10.1016/j.jacc.2018.05.030.


Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion.

 

Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion. Nun zeigte sich in einer Studie, dass beim Verzehr von bis zu einem Ei täglich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten geringer ist.

 

Eier gehören zu den sehr beliebten Speisen, vom Frühstücksei angefangen über das Spiegel- und Rührei bis zur Zutat in Salaten etc. Eier liefern hochwertiges Eiweiß und weitere wichtige Nährstoffe, z.B. die Vitamine A, D und E sowie die B-Vitamine B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure, hinzu kommen bioaktive Phospholipide und Carotinoide. Dennoch galten Eier lange Zeit als nur in Maßen gesund, weil sie relativ viel Cholesterin enthalten, dessen zu hoher Gehalt im Blut das Herz belasten kann. Bisher waren Studienergebnisse zum Verzehr von Eiern und ihrem Einfluss auf die Gesundheit nicht einheitlich. Es fanden sich dabei Hinweise auf eine Beziehung zwischen dem Verzehr von Eiern und den Vorkommen von Herzkrankheiten oder Schlaganfällen. Eine Gruppe von chinesischen und englischen Forschern untersuchte nun anhand einer großen Bevölkerungsstudie diese Beziehungen. Sie nutzten Daten aus der China Kadoorie Biobank-Studie, an der seit 2004-2008 rund eine halbe Million Chinesen im Alter von 30 bis zu 79 Jahren aus 10 verschiedenen Regionen mit dichter oder geringer Besiedelung teilnahmen.

 

Zu Beginn der Studie berichteten die Teilnehmer über ihren üblichen Ei-Verzehr. 13,1 % aßen täglich Eier, 9,1 % verzehrte sie nie oder mit rund zwei Eiern pro Woche eher selten. Die Mehrheit kam im Durchschnitt auf 5,32 Eier pro Woche. Die Teilnehmer wurden dann in Bezug auf ihre Gesundheit weiter beobachtet. Die Forscher konnten schließlich Daten von rund 416.000 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen, die zu Beginn der Studie nicht an kardiovaskulären Krankheiten, Diabetes oder Krebs gelitten hatten. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp neun Jahren traten in dieser großen Gruppe 83.977 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten auf, und es kam dadurch zu 5.103 schweren koronaren Ereignissen und zu knapp 10.000 Todesfällen.

 

Die Forscher setzten die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten zum Eiverzehr in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass im Vergleich zu Personen, die keine Eier aßen, der tägliche Verzehr mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden war. Teilnehmer, die fast täglich ein Ei aßen, hatten ein um 26 % niedrigeres Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle (bedingt durch Gefäßruptur), die in China häufiger vorkommen. Weiter sanken die Raten für Todesfälle aufgrund von Schlaganfällen und kardiovaskulären Krankheiten. Das Risiko für ischämische Herzkrankheiten (bedingt durch Durchblutungsstörungen) sank um 12 % bei Teilnehmern, die nahezu täglich ein Ei aßen (5,32 pro Woche).

 

Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass es zwischen einem moderaten Eiverzehr (bis zu ein Ei täglich), und einer geringeren Rate von kardiovaskulären Krankheiten eine Verbindung gibt. Da aber eine Bevölkerungsstudie keine Erklärungen für solche Beziehungen geben kann, lassen sich daraus noch keine Ursachen für diese Verbindung ableiten. Dies muss in weiteren Studien erforscht werden.

 

Quelle:
Chenxi Qin et al., Associations of egg consumption with cardiovascular disease in a cohort study of 0.5 million Chinese adults. In: Heart, Online-Veröffentlichung vom 21.5.2018, doi: 10.1136/heartjnl-2017-312651.


Mikrobiom im Darm spielt wichtige Rolle bei Atherosklerose

 

Die Atherosklerose ist eine der wichtigsten Ursachen für Herz- und Schlaganfälle. Forscher entdeckten jetzt eine neue Beziehung zu den Darmbakterien. Sie können offenbar die Entstehung von Plaques in den Arterien beeinflussen.

 

Eine Gruppe kanadischer Forscher untersuchte in einer Studie den möglichen Einfluss von Darmbakterien auf die Entstehung von Atherosklerose (Arterienverhärtung). Bei dieser Krankheit werden Cholesterin und andere Fette etc. in die Blutgefäße der Arterienwände eingelagert. Diese Plaques können in den verhärteten Arterien zur verringerten Versorgung mit Sauerstoff führen, weitere Folgen sind Gefühle von Brustenge und Blutgerinnsel, auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können entstehen.

Die Forscher bestimmten bei 316 Teilnehmern die Plaque-Bildung in den Arterien, dazu die Blutwerte von metabolischen Produkten der Darmbakterien (Metabolite). Eine Gruppe der Teilnehmer hatte dabei ein Maß an Ablagerungen, wie man es von den traditionellen Risikofaktoren her vermuten konnte. Dazu gehören z.B. das Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Rauchen, hoher Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte. Eine weitere Gruppe der Teilnehmer schien vor der Entstehung von Atherosklerose besser geschützt zu sein. Sie hatten zwar ebenfalls hohe Werte bei den traditionellen Risikofaktoren, doch ihre Arterien waren in einem normalen Zustand.

 

Bei einer dritten Gruppe war die Atherosklerose nicht erklärbar. Bei diesen Teilnehmern fehlten die traditionellen Risikofaktoren, sie hatten dennoch hohe Plaque-Werte in den Arterien. Es zeigte sich, dass Patienten mit einer nicht erklärbaren Atherosklerose signifikant höhere Werte an toxischen Metaboliten im Blut hatten, die von Darmbakterien gebildet wurden. Dies konnten die Forscher nicht durch die Ernährung oder Nierenfunktionen erklären, sondern weist auf eine unterschiedliche Entwicklung bei den Darmbakterien hin. In der Forschung setzt sich zunehmend im Bereich des Mikrobioms die Annahme durch, dass die Funktion der Darmbakterien wichtiger ist als ihre Taxonomie (Klassifikationsschema). Mit anderen Worten, die bakterielle Gemeinschaft im Darm wird weniger davon bestimmt, wer im einzelnen dabei ist, sondern mehr davon, was die jeweiligen Bakterien tun und welche Produkte sie herstellen.

 

Diese Studie zeigt, dass das Darm-Mikrobiom eine wichtige Rolle beim individuellen Risiko für die Entstehung der Atherosklerose spielt. Das kann die Tür für neue Therapie-Optionen für jene Patienten öffnen, deren Atherosklerose bzw. Plaque-Bildung in den Arterien bisher nicht erklärbar waren. Die Ergebnisse legen nach Ansicht der Forscher nahe, Probiotika zu nutzen, um belastende Stoffe im Darm zu bekämpfen und das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten zu verringern. Die so veränderte Besiedelung des Darms mit erwünschten Darmbakterien könnte eine neue Annäherung an die Therapie der Atherosklerose sein.

 

Unser Tipp: Noch ist nicht ermittelt, welche Darmbakterien sich am besten bei der Prävention der Atherosklerose bewähren könnten. in vielen anderen Studien erwies sich jedoch besonders die Gabe von Laktobazillen und Bifidobakterien als nützlich, um die Darmgesundheit zu verbessern.

 

Quelle:
Chrysi Bogiatzi et al., Metabolic products of the intestinal microbiome and extremes of atherosclerosis. In: Atherosklerosis, Online-Veröffentlichung vom 16.4.2018, doi: 10.1016/j-atherosclerosis.2018.04.015.


Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Die mediterrane Ernährung verwendet Olivenöl als Hauptquelle für Fett, sie ist reich an pflanzlichen Lebensmitteln, Obst, Nüssen, Gemüse, Hülsenfrüchte, Cerealien und Samen. Hinzu kommt der häufige Verzehr von Fisch, ein mäßiger Wein-Genuss zusammen mit den Mahlzeiten, und ein geringer Verzehr von Fleisch, vor allem Hühnerfleisch. Die beste Nachricht, diese Ernährung ist gesund und schmeckt. Spanische Forscher berichten jetzt über die wichtigsten Ergebnisse der langjährigen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra), in der die gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung untersucht werden. Daran nehmen seit 1998 knapp 23.000 spanische Hochschul-Absolventen teil. Bei allen wurden zu Beginn Daten zur Ernährung, zum Lebensstil und klinische Diagnosen gesammelt und alle zwei Jahre aktualisiert. Die Anpassung an die mediterrane Ernährung lässt sich mit dem MDS (Mediterrannean Diet Score) messen. Im Lauf der rund zwei Jahrzehnte Beobachtungszeit zeigten sich gute gesundheitliche Wirkungen bei einer hohen Anpassung an die mediterrane Kost. Dadurch sanken die Risiken für chronische Krankheiten.

 

Die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Typ 2 Diabetes waren geringer, das galt auch für Depressionen und kognitive Probleme. Weiter waren die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Übergewichts und des metabolischen Syndroms verringert, und die Herzrate verbesserte sich. Es zeichnete sich außerdem ab, dass die mediterrane Ernährung auch die Fruchtbarkeit fördern kann. Nicht zuletzt verbesserten sich chronische Entzündungen, das „gute“ HDL-Cholesterin und die Darmflora. Bei vielen dieser Beziehungen fanden die Forscher eine von der „Dosis“ abhängige Wirkung, d.h. je konsequenter die mediterrane Ernährung eingehalten wurde, um so stärker waren die gesundheitlichen Vorteile. Die Teilnehmer mit der höchsten Anpassung an die mediterrane Kost stammten im übrigen öfter aus Gesundheitsberufen, waren körperlich aktiver und rauchten weniger.

 

Die guten gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung werden vor allem auf die erhöhte Aufnahme von antioxidativ und antientzündlich wirkenden Mikro-Nährstoffen, vor allem aus pflanzlichen Lebensmitteln, zurückgeführt, und generell verbessert sich das Nährstoff-Profil. Im einzelnen trägt die erhöhte Verwendung von Olivenöl mit seinen antiatherogenen Wirkungen und dem mindernden Einfluss auf den oxidativen Stress zur Wirkung bei. Gleiches gilt für antioxidative Polyphenole, z.B. aus dem Rotwein, die zum Schutz vor kardiovaskulären Krankheiten beitragen können. Weiter tragen eine bessere Glukose-Homöostase, ein geringerer Blutdruck, weniger abdominales Fett und höheres HDL-Cholesterin zur Gesundheit bei. Es scheint biologisch gut nachvollziehbar, dass die antientzündlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung schädliche Wirkungen von niedriggradigen Entzündungen, die häufig mit Übergewicht verbunden sind, ausgleichen können. Auch die erhöhte Aufnahme der gesunden Omega-3-Fettsäuren durch Fischmahlzeiten könnte z.B. zur geringeren Herzrate beitragen, ebenso wie weniger Alkohol, mehr Obst und Gemüse. Da diese Kost auch mehr B-Vitamine, Folat, Vitamin E, Magnesium und Zink liefert, erhöht sich vermutlich der Schutz vor Depressionen. Das bessere Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren wirkt positiv auf das Gehirn, ein zusätzlicher Schutz entsteht durch mehr antioxidative Mikro-Nährstoffe.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die lange Auswertungszeit der SUN-Studie von nun rund 20 Jahren deutlich zeigt, dass eine bessere Anpassung der mediterranen Ernährung die Gesundheit stärkt und chronischen Krankheiten vorbeugt. Die positiven gesundheitlichen Wirkungen sind bei Männern stärker aufgetreten, und sie können sich durch einen körperlich sehr aktiven Lebensstil noch verstärken. Hohe Aufnahmen von Obst und Gemüse und weniger Fleisch waren unabhängig mit dem geringeren Risiko verbunden und haben einen wichtigen Anteil an den beobachteten Verbindungen. Gute Wirkungen zeigten sich z.B. auf die kardiovaskuläre Gesundheit, den Bluthochdruck und die Herzrate sowie auf Diabetes. Es zeigten sich auch seltener Gewichtszunahmen, und die Teilnehmer hatten bei guter Anpassung an die mediterrane Ernährung seltener ein metabolisches Syndrom.

 

Quelle:
Silvia Carlos et al., Mediterranean Diet and Health Outcomes in the SUN Cohort. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 31.3.2018, doi: 10.3390/nu10040439.


Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten kann den Eintritt der Menopause verzögern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten kann den Eintritt der Menopause verzögern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die Menopause ist mit dem Ende der Fruchtbarkeit eine wichtige Phase im Leben von Frauen, dadurch verringert sich das Hormon Östrogen, und es steigen die Progesteron-Werte an. Das kann die Entstehung von geringer Knochendichte, Osteoporose, Depressionen und Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Wann die Menopause eintritt, das wird von vielen Faktoren beeinflusst, dabei spielt vermutlich auch die Ernährung eine Rolle. In einer Studie prüften Forscher der englischen University of Leeds, wie sich die Ernährung auf den Beginn der Menopause auswirkt. Einbezogen wurden 14.000 Frauen aus der englischen Women´s Cohort Study. Sie hatten an einer Basis-Untersuchung sowie vier Jahre später an einer Folge-Untersuchung teilgenommen. In einer Befragung gaben sie Auskunft über ihre Ernährung. Weiter wurde ihr Gewicht und die körperliche Aktivität bestimmt und ob sie z.B. Hormonersatz-Präparate eingenommen hatten.

 

Aufgezeichnet wurde weiter das Alter bei der letzten Periode und andere Gesundheits-Daten. 914 Frauen erreichten ihre Menopause im Lauf der Studienzeit, durchschnittlich im Alter von etwas über 50 Jahren. Bei einigen Lebensmitteln und Mikro-Nährstoffen zeigten sich Beziehungen, die mit einem früheren oder späteren Eintritt der Menopause verbunden waren.

 

Der häufigere Verzehr von raffinierter Pasta und Reis war mit einer früher eintretenden Menopause verbunden, pro Portion mehr täglich fand der Beginn der Menopause 1,5 Jahre früher statt. Ein hoher Verzehr von raffinierten Kohlenhydraten (Lebensmittel mit hohem glykämischen Index) steigert dazu das Risiko einer Insulinresistenz. Diese kann u.a. Östrogen erhöhen, wodurch luteinisierende Hormone freigesetzt werden, die den Eisprung auslösen. Das kann zu mehr Zyklen mit einem rascheren Abbau der Eizellen führen und die frühere Menopause auslösen.

 

Frauen, die sich vegetarisch ernährten, erreichten die Menopause ebenfalls in einem früheren Alter. Die pflanzliche Ernährung, die meist einen hohen Anteil an Ballaststoffen hat und keine tierischen Fette enthält, kann den Spiegel des luteinisierenden Hormons, des follikelstimulierenden Hormons und die Länge des Menstruationszyklus beeinflussen. Frühere Studien zeigten, dass sowohl hohe Ballaststoff- als auch verminderte Fettaufnahmen mit einem niedrigeren Östrogenspiegel verbunden waren, was das frühere Alter der Menopause bei Vegetarierinnen erklären kann.

 

Jede Portion Hülsenfrüchte mehr pro Tag verzögerte dagegen die Menopause um 0,9 Jahre. Hülsenfrüchte sind eine gute Quelle für Antioxidantien, was die Verbindung teilweise erklären kann. Wie einige Studien zuvor zeigten, werden z.B. die Reifung der Eizelle, der Eisprung und die Follikel-Rückbildung durch reaktive Sauerstoffspezies (freie Radikale) beeinflusst. Phenolische Verbindungen (z.B. Flavonoide etc.), Vitamine und Carotinoide in Gemüse wirken dem entgegen und können damit den Anteil der Follikel, die sich einer Rückbildung unterziehen, verringern. Auch bei einer hohen Zufuhr von Vitamin B6 und Zink zeigte sich ein späteres Alter in der Menopause, vermutlich, weil beide ebenfalls antioxidative Eigenschaften haben. Die tägliche, höhere Aufnahme von Vitamin B6 (pro Milligramm) verzögerte die Menopause um 0,6 Jahre und von Zink (pro Milligramm) um 0,3 Jahre. Die Forscher verweisen weiter auf eine frühere Studie, in der sich die Beziehung zwischen der Nutzung von Vitamin- und Mineralstoff-Präparaten und einer später eintretenden Menopause zeigte.

 

Die besten Ergebnisse erreichten die Frauen mit häufigeren Fischmahlzeiten. Jede weitere Portion pro Tag von fettreichen Fischen verzögerte die Menopause um ca. drei Jahre. Fettreiche Fische, z.B. Hering, Makrele und Lachs, liefern reichlich Omega-3-Fettsäuren, das kann die antioxidative Kapazität verbessern. Auch hier könnten die antioxidativen Eigenschaften der Fischöle dazu beitragen, übermäßig vorhandene freie Radikale zu verringern. Dadurch kann sich der Anteil der Follikel, die sich einer Rückbildung unterziehen, verringern und der Beginn der natürlichen Menopause verzögert werden.

 

Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass die Ernährung mit dem Eintritt der natürlichen Menopause von Frauen verbunden ist. Bei einer höheren Aufnahme von raffinierten Teigwaren und Reis sowie bei vegetarischer Ernährung war die Menopause mit einem jüngeren Alter verbunden. Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten wurde dagegen mit einem späteren Beginn der Menopause verbunden. Außerdem könnten die Mikro-Nährstoffe Vitamin B6 und Zink bei guter Versorgung den Eintritt der Menopause verzögern.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren auch als Nahrungsergänzung einnehmen. Auf eine gute Qualität (Reinheit, Stabilität etc.) sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle:
Yashvee Dunneram et al., Dietary intake and age at natural menopause: results from the UK Women’s Cohort Study. In: Journal of Epidemiology & Community Health, Online-Veröffentlichung vom 30.4.2018, doi: 10.1136/jech-2017-209887.


Kinder, bei denen die Diagnose der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) neu gestellt wurde, waren häufiger mit den Vitaminen A und D schlechter versorgt.

 

Kinder, bei denen die Diagnose der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) neu gestellt wurde, waren häufiger mit den Vitaminen A und D schlechter versorgt.

 

Die Zöliakie ist charakterisiert durch die Intoleranz von Gluten, das „Kleber-Eiweiß“ in Weizen und anderen Getreidesorten. Die Schleimhaut des Dünndarms reagiert dann auf das Getreide-Eiweiß mit Unverträglichkeit. Es kommt u.a. zu einer Immunreaktion des Darms mit chronischen Entzündungen. Die Krankheit tritt familiär gehäuft auf, die Ursache ist bisher nicht geklärt, aber genetische Faktoren spielen eine Rolle. Die Zöliakie beginnt oft schon im Säuglingsalter, kann aber auch später, bis ins Erwachsenenalter hinein, auftreten. Bekannt ist, dass bei der Zöliakie die Resorption von Nährstoffen und von Mikro-Nährstoffen im oberen Dünndarm gestört ist. Das kann zur unzureichenden Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen führen. Betroffen sind vor allem die fettlöslichen Vitamine A und D. Eine Gruppe türkischer Forscher untersuchte daher in einer Studie ein Jahr lang (Mai 2015 - Mai 2016) die Versorgung mit den Vitaminen A und D bei an Zöliakie erkrankten und gesunden Kindern.

 

102 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis dreizehn Jahren nahmen an der Studie teil, 52 Kinder waren an Zöliakie erkrankt, die anderen 50 dienten als gesunde Kontrollpersonen. Zu den häufigsten Symptomen der Zöliakie-Kinder gehörten ein verzögertes Wachstum (61,5 %), Bauchschmerzen (51,9 %) und Diarrhoe (11,5 %). Außerdem waren ihre Werte der Vitamine A und D signifikant geringer im Vergleich zu den gesunden Kindern. 49 Kinder (92,3 %) mit Zöliakie fehlte Vitamin D, davon hatten 32 stärkere Defizite. Die Versorgung mit Vitamin A war etwas besser, aber immerhin waren 17 Kinder mit Zöliakie nicht ausreichend mit diesem Vitamin versorgt. Bei den gesunden Kindern war die Versorgung deutlich besser. Nur neun Kinder hatten niedrige Vitamin D-Werte, und nur zwei deutliche Vitamin D-Defizite. Mit Vitamin A waren sie ausreichend versorgt. Die weiter untersuchten Werte von Vitamin E und K1 unterschieden sich in beiden Gruppen nicht.

 

Da diese Studie relativ klein ist, sollten die Beziehungen zwischen der Zöliakie und geringen Vitamin A- und D-Werten weiter untersucht werden. Die Forscher sind nach diesen Ergebnissen aber bereits jetzt der Ansicht, dass bei Kindern, die neu die Diagnose Zöliakie erhalten, auch die Werte der Vitamine A und D bestimmt werden sollten.

 

Unser Tipp: Bei einer schlechten Versorgung können die Werte von Vitamin A und D durch Ergänzungen verbessert werden. Vor allem bei Kindern sollte dies jedoch nur nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.

 

Quelle:
Yakuv Tokgöz et al., Fat soluble vitamin levels in children with newly diagnosed celiac disease, a case control study. In: BMC Pediatrics, Online-Veröffentlichung vom 9.4.2018, doi: 10.1186/s12887-018-1107-x.


Im Alter sinkt der Energiebedarf, das gilt jedoch nicht für den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der weitgehend gleich bleibt.

 

Im Alter sinkt der Energiebedarf, das gilt jedoch nicht für den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der weitgehend gleich bleibt. Auch auf eine gute Protein-Zufuhr sollte im Alter geachtet werden.

 

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel. Dazu gehören ein verringerter Grundumsatz und Kalorienbedarf, außerdem verspüren ältere Menschen oft weniger Appetit. Hält man sich an die früher gewohnten Energie-Zufuhren steigt das Körpergewicht an, dazu trägt u.a. auch bei, dass körperliche Aktivitäten oft geringer werden. Stellt man sich dagegen auf die für das Alter vorgegebenen, geringeren Kalorienzahlen ein, wird der Körper möglicherweise nicht mehr genügend mit allen notwendigen Mikro-Nährstoffen versorgt. Der Bedarf an Vitaminen sowie an Mineral- und Spurenstoffen bleibt nämlich weitgehend hoch, doch er ist dann über die Nahrung allein meist nicht zu decken. Durch dieses auseinander driftende Verhältnis entsteht möglicherweise eine Mangel- und Fehlernährung. Im Vorfeld des 124. Kongresses der „Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.“ (DGIM) informierten die Internisten, wie die Ernährung auch im höheren Alter optimal sein kann.

 

Auch im Alter trägt eine gute Versorgung mit Mikro-Nährstoffen dazu bei, unzählige Körperfunktionen zu unterstützen und das Risiko für Krankheiten zu verringern.

 

Besonders deutlich wird das an Vitamin D und dem Mineralstoff Kalzium, die beide für ein gesundes Knochensystem sehr wichtig sind. Vitamin D kann der Körper über die Einwirkung des Sonnenlichts (UV.B-Anteil) auf die Haut weitgehend selbst bilden. Doch mit zunehmendem Alter sinkt die Fähigkeit zur Eigenproduktion. Dafür ist zum einen die gealterte Haut verantwortlich, die weniger Vitamin D bilden kann, zum anderen verbringen ältere Menschen oft weniger Zeit im Freien, das gilt besonders bei Krankheiten und Pflegebedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) empfiehlt daher Menschen im höheren Lebensalter, Vitamin D zu ergänzen.

 

Ab dem 70. Lebensjahr sollten ältere Menschen darauf achten, dass ihr Körpergewicht möglichst stabil bleibt. Starke Gewichtsabnahmen betreffen überwiegend das Muskelgewebe, dabei steigt das Risiko für die Sarkopenie (degenerativer Abbau der Skelett-Muskulatur), wodurch die Neigung zu Stürzen und Knochenbrüchen steigt. Verlorene Muskelmasse lässt sich Alter nur schwer über körperliches Training neu aufbauen. Doch dem Muskelabbau lässt sich vorbeugen, Bewegung und eine gute Versorgung mit Proteinen helfen dabei. Pro Kilogramm Körpergewicht sollten ältere Menschen täglich ca. 1 bis 1,2 Gramm Proteine aufnehmen. bei z.B. 70 kg Körpergewicht sind das 70 bis 84 Gramm. Ist die Muskelmasse bereits stärker abgebaut, werden täglich 1,4 Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Zur Aufnahme tragen hochwertige Milchprodukte, z.B. Hartkäse, und pflanzliche Proteine bei.

 

Die Muskel-Fitness kann im Alter auch durch entzündliche Prozesse und oxidativen Stress beeinträchtigt werden. Eine gute Zufuhr an Antioxidantien trägt dazu bei, dies zu verringern. Mit dem Verzehr von reichlich Obst und Gemüse nimmt man reichlich antioxidative Mikro-Nährstoffe auf. Auch die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken stark antioxidativ. Die Internisten ziehen das Fazit: In jedem Alter ist eine hochwertige, den persönlichen Bedürfnissen angepasste Ernährung die wichtigste Gesundheitsvorsorge, möglichst kombiniert mit körperlicher Bewegung. Das ist die beste Medizin gegen das Altern.

 

Unser Tipp: Viele Nahrungsergänzungen sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet. Sie können individuell je nach Bedarf angewendet werden.

 

Quelle:
DGIM (Pressemitteilung), Richtige Ernährung im Alter − so wichtig wie Medizin. Im Vorfeld ihres Jahreskongresses warnen die Internisten vor Mangel und Fehlernährung im Alter, Online-Veröffentlichung vom April 2018.


Das Verhältnis von EPA und DHA im Blut lässt sich mit dem Omega-3-Index messen.

 

Das Verhältnis von EPA und DHA im Blut lässt sich mit dem Omega-3-Index messen. Neue Ergebnisse der Framingham-Herzstudie zeigen, dass dieser Index deutlicher mit dem Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden ist als das Gesamt-Cholesterin.

 

An der Framingham Offspring-Studie nahmen in den USA 2.500 Personen mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren teil. Sie litten zu Beginn (2005-2008) nicht an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Forscher untersuchten bei allen Teilnehmern Risikofaktoren aus demografischen Daten und kardiovaskulären Untersuchungen. Das betraf u.a. Messungen der roten Blutzellen, die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), aus Fischölen sowie die Werte vom Gesamt-Cholesterin. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt dann sieben Jahre lang in Bezug auf ihre Gesundheit hin beobachtet. Die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten, koronaren Herzkrankheiten, Krebs etc. wurden ebenso wie Sterbefälle etc. aufgezeichnet. Im Lauf der Studie kam es bei den Teilnehmern zu 245 kardiovaskulären Krankheiten. Weiter ereigneten sich 350 Todesfälle, 58 aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die anderen durch Krebs und andere Ursachen. Die Ergebnisse setzten die Forscher zum Omega-3-Index und Gesamt-Cholesterin in Beziehung. In der Gruppe mit dem höchsten Omega-3-Index (> 6,8%) sank das allgemeine Sterblichkeitsrisiko um 34 %, das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verringerte sich um 39% im Vergleich zur Gruppe mit einem niedrigeren Omega-3-Index (< 4,2%). Die Beziehung zur DHA fiel dabei noch etwas stärker aus.

 

Mit dem Omega-3-Index wird der gesamte Gehalt von EPA und DHA in den roten Blutzellen bestimmt. Ein Wert von 8% gilt als optimal und verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Werte von 4 bis 8% zeigen ein mittleres Risiko an, unter 4% ist das Risiko für diese Krankheiten hoch. Die Studie zeigte, dass der Omega-3-Index bessere Aussagen in Bezug auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten ermöglicht als die Werte vom Gesamt-Cholesterin. Sie gelten allgemein als ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Hier zeigte sich, dass der Omega-3-Index sehr viel deutlicher mit diesem Risiko verbunden war. Die Forscher untersuchten weiter, wie sich der Omega-3-Index anheben lässt. Der Verzehr von 100 g (Zucht-)Lachs täglich oder die Ergänzung von Fischöl-Kapseln (mit 1.300 mg EPA und DHA pro Tag) könnten ausreichen, um von einem geringen Omega-3-Index auf einen guten Wert zu kommen. Fischmahlzeiten sollten bevorzugt werden, da sie auch andere Nährstoffe liefern. Wenn jedoch Fisch nicht oder nur wenig gegessen wird, können Omega-3-Fischöl-Kapseln die Zufuhr von EPA und DHA verbessern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Omega-3-Index ein Marker für die allgemeine Gesundheit sein kann. Bei den besten Werten im Omega-3-Index war das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten im Vergleich zu niedrigen Werten um 39 % verringert. Die Forscher sind der Ansicht, dass der Omega-3-Index bei vielen Gruppen in der Bevölkerung nützlich sein kann, um gesundheitliche Risiken zu erkennen, ähnlich wie es längst bei Cholesterin-Messungen der Fall ist.

 

Unser Tipp: Omega-3-Kapseln können bei einem geringen oder fehlenden Fischverzehr sowie bei gesundheitlichem Bedarf EPA und DHA in verschiedenen Dosierungen ergänzen. Auf eine gute Qualität in der Herstellung (Reinigung, Stabilität etc.) sollte geachtet werden.

 

Quelle:
William S. Harris et al., Erythrocyte long-chain omega-3 fatty acid levels are inversely associated with mortality and with incident cardiovascular disease: The Framingham Heart Study. In: Journal of Clinical Lipidology, Online-Veröffentlichung vom 24.2.2018, doi: 10.1016/j.jacl.2018.02.010.


Die Gesundheit im Alter wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die am besten lebenslange, gesunde Ernährung.

 

Die Gesundheit im Alter wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die am besten lebenslange, gesunde Ernährung. Eine französische Studie zeigt, dass ein geringes Entzündungs-Potential der Ernährung im mittleren Alter die Chancen für eine bessere Gesundheit im Alter erhöht.

 

Mit zunehmendem Altern stellen sich oft funktionelle Beeinträchtigungen und chronische Krankheiten ein. Doch längst nicht jeder ist davon in den gleichen Altersgruppen betroffen. Dazu tragen z.B. unterschiedliche genetische und Umgebungs-Faktoren bei, zu denen auch die Ernährung gehört. Sie beeinflusst z.B. entzündliche Prozesse (systemische Entzündungen geringen Grades) im Körper, die meist unbemerkt verlaufen. Sie treten im höheren Alter häufiger auf und sind mit der Entstehung von verschiedenen Krankheiten, z.B. Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes verbunden. In der Ernährung gibt es sowohl proentzündliche als auch antientzündliche Faktoren. Entzündungen sind eine Reaktion auf oxidativen Stress, bei dem verstärkt Antioxidantien nötig sind. So wirken z.B. eine Reihe von Mikro-Nährstoffen in Lebensmitteln gleichzeitig antioxidativ und antientzündlich und tragen bei guter Versorgung dazu bei, Entzündungen zu verringern.

Doch bisher gab es keine Studien, in denen die Verbindung zwischen dem entzündlichen Potential der Ernährung und dem gesunden Altern näher untersucht wurde. Französische Forscher analysierten nun Daten von rund 2.800 Teilnehmer an der SU.VI.MAX-Studie, einer französischen Bevölkerungsstudie über die Ergänzung von antioxidativen Vitaminen und Mineralstoffen. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie 1994-1995 35 bis 60 Jahre alt. Sie waren gesund und litten nicht unter Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten.

 

Im Lauf der Studienzeit bis 2002 erhielt eine Gruppe der Teilnehmer eine tägliche Dosis von antioxidativ wirkenden Nahrungsergänzungen. Sie enthielten 120 mg Vitamin C, 6 mg Beta-Carotin, 30 mg Vitamin E, 100 mcg Selen und 20 mg Zink. Die andere Gruppe erhielt zum Vergleich ein Placebo. Jahre später, 2007 bis 2009, untersuchten die Forscher abermals den Gesundheitszustand von rund 2.800 Teilnehmern. Als gute Gesundheit wurde gewertet, wenn sie keine chronischen Krankheiten, gute körperliche und kognitive Funktionen hatten, bei ihren täglichen Aktivitäten unabhängig waren, keine depressiven Symptome zeigten, sich selbst gesund fühlten und keine Schmerzen hatten, die ihre Funktionen eingrenzten.

 

Die Forscher prüften bei den Teilnehmern mit Hilfe von wiederholten Ernährungs-Protokollen das Potential der Ernährung in Bezug auf Entzündungen und verbanden dies mit dem Gesundheitszustand der Teilnehmer. Generell wurden die Energieaufnahme, Kohlenhydrate, Proteine, Gesamtfett, Cholesterin, gesättigte Fettsäuren, Vitamin B12 und Eisen als mögliche proentzündliche Faktoren gewertet. Dagegen wurden die Aufnahmen von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6), die Vitamine B3, B1, B2, B6, Magnesium, sowie die Vitamine A, C, D, E, Folsäure und Beta-Carotin sowie verschiedene Arten der sekundären Pflanzenstoffe (Anthocyanidine, Flavan-3-ol, Flavonole, Flavonone, Flavone, Isoflavone, Knoblauch, Ingwer, Pfeffer, Zwiebeln und Tee) als antientzündliche Faktoren gewertet.

 

Nach Anpassung der Daten an weitere Einflussfaktoren war ein höheres Entzündungs-Potential der Ernährung mit einem sinkenden Risiko für eine gute Gesundheit verbunden. Weitere Analysen zeigten, dass diese Verbindung nur bei Teilnehmern aus der früheren Placebo-Gruppe (bis 2002) signifikant war. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine proentzündliche Ernährung die Perspektiven für eine allgemein gute Gesundheit mit dem zunehmendem Alter verringert. Umgekehrt trägt eine gutes antientzündliches Potential der Ernährung in den mittleren Jahren auch im Alter zu einer besseren Gesundheit bei.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc. haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen. Sie tragen bei guter Versorgung zum antientzündlichen Potential der Ernährung bei.

 

Quelle: 
Karen E. Assmann et al., The Inflammatory Potential of the Diet at Midlife Is Associated with Later Healthy Aging in French Adults. In: The Journal of Nutrition Vol. 148, Nr. 3, 2018, S. 437-444, doi: 10.1093/jn/nxx061.


Der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen antientzündlichen Potential kann dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs zu verringern.

 

Der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen antientzündlichen Potential kann dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs zu verringern. Das zeigen zwei prospektive US-amerikanischen Studien.

 

Lebensmittel haben ein unterschiedliches Potential in Bezug auf die Beeinflussung von Entzündungen im Körper. Man unterscheidet zwischen Lebensmitteln mit einer stärkeren pro- oder antientzündlichen Wirkung. Dies kann bei der Entstehung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielen. Eine Ernährung mit einem stärkeren antientzündlichen Potential könnte ein wichtiger Faktor für die Prävention von Darmkrebs sein. Um diese Annahme zu untersuchen, wertete eine Forschergruppe im vergangenen Jahr zwei in den USA seit vielen Jahren laufende Bevölkerungsstudien aus, die Nurses´Health Study und die Health Professionals Follow-up Study. An der ersten Studie nehmen seit 1976 rund 120.000 Krankenschwestern teil, die zu Beginn 30 bis 55 Jahre alt waren, in der zweiten Studie sind seit 1986 52.000 Männer aus Gesundheitsberufen im Alter von 40 bis zu 75 Jahren einbezogen. Die Forscher werteten die Daten von rund 74.000 Frauen und 47.000 Männern aus, für die eine Beobachtungszeit von 26 Jahren zur Verfügung stand. Ihr Lebensstil und ihre Gesundheit wurden alle zwei bis vier Jahre erfragt, dabei gaben sie auch Auskunft über ihre Ernährung.

 

Die Forscher bestimmten aus diesen Angaben das jeweilige Entzündungs-Potential. Dafür nutzten sie den EDIP-Index (empirical dietary inflammatory pattern), mit dem Lebensmittel aus 39 Gruppen in Bezug auf entzündliche Faktoren − mit den Entzündungsmarkern IL-6, CRP und TNF-alpha Rezeptor 2 − bewertet werden können. Sie schränkten den Index auf 18 Lebensmittel-Gruppen ein, um die Auswertung praktikabler zu machen. Ein hohes entzündungsförderndes Potential hatten vor allem rotes und verarbeitetes Fleisch, bestimmte Gemüsearten, Fisch, Tomaten und Erfrischungsgetränke (z.B. Cola). Ein nur geringes entzündliches Potential hatten dagegen Wein, Bier, Fruchtsäfte, Karotten, Süßkartoffeln, grüne Gemüse und Pizza.

 

Im Lauf der langen Beobachtungszeit wurde bei 2.699 Teilnehmern Darmkrebs festgestellt. Bei einem hohen Entzündungs-Potential der Ernährung erhöhte sich allgemein das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken um 32 %. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei Männern war das Darmkrebs-Risiko um 44 % erhöht, bei Frauen war dies mit 22 % geringer. Bei einem niedrigen Entzündungs-Potential in der Ernährung hatten die Teilnehmer ein deutlich geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Forscher vermuten, dass Entzündungsprozesse ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel und der Entstehung von Darmkrebs sind. Sie halten für möglich, mit bestimmten Nahrungsmitteln den Status von Entzündungen im Körper positiv zu beeinflussen. Dazu könnten beispielsweise der Verzehr von mehr grünen Blattgemüsen und weniger gesüßte Erfrischungsgetränke beitragen. Die Zusammenhänge zwischen dem Entzündungs-Potential der Ernährung und dem Darmkrebs-Risiko sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc. haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen. Sie tragen bei guter Versorgung zum antientzündlichen Potential der Ernährung bei.

 

Quelle: 
Fred K. Tagung et al., Association of Dietary Inflammatory Potential With Colectoral Cancer Risk in Men and Women. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 3, 2018, S. 366-373, doi: 10.1001/jamaoncol.2017.4844.


Fischmahlzeiten und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnten dazu beitragen, das Risiko für die multiple Sklerose zu senken.

 

Fischmahlzeiten und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnten dazu beitragen, das Risiko für die multiple Sklerose zu senken. Das zeigt eine erste Studie, deren Ergebnisse Ende April auf dem Kongress der American Academy of Neurology in Los Angeles vorgestellt werden.

 

Die multiple Sklerose ist eine schubweise oder chronisch verlaufende Krankheit des zentralen Nervensystems, bei der die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Körper beeinträchtigt wird. Vor allem im Gehirn treten Entzündungen auf, und das Immunsystem greift die Markscheiden an. Sie umhüllen und schützen die Nervenfasern und bestehen aus Myelin, einer fettreichen Substanz, die aus Proteinen und vor allem aus Lipiden besteht. Durch die Entzündungen und zerstörten Markscheiden werden die Signale zwischen dem Gehirn und dem Körper gestört. Zu den typischen Symptomen der multiplen Sklerose gehören u.a. Schwäche und Müdigkeit (Fatigue), Kribbeln, Taubheitsgefühle in den Gliedern oder Schwierigkeiten beim Gehen.

 

Medikamente können die multiple Sklerose verlangsamen, z.B. die Häufigkeit der Schübe verringern, nicht aber heilen. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher prüfte jetzt erstmals, ob und wie die multiple Sklerose durch einfache Veränderungen im Lebensstil zu beeinflussen ist. Seit langem sind die gesunden Wirkungen von Fischmahlzeiten bekannt, die vor allem auf den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zurückgeführt werden. Die Forscher untersuchten daher, ob und wie der Fischverzehr und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren das Risiko für die multiple Sklerose beeinflussen kann.

 

Die Forscher untersuchten die Ernährung von 1.153 Personen mit einem durchschnittlichen Alter von 36 Jahren, rund die Hälfte von ihnen hatte die Diagnose multiple Sklerose erhalten, oder sie hatten frühe Symptome der Krankheit entwickelt. Die andere Hälfte diente als gesunde Kontrollpersonen. Alle Teilnehmer gaben Auskunft darüber, wieviel Fisch sie üblicherweise verzehrten. Zu den Fischmahlzeiten, die am häufigsten gegessen wurden, gehörten Shrimps, Lachs und Thunfisch. Ein hoher Fischverzehr wurde definiert als wenigstens eine Portion pro Woche, alternativ ein bis drei Portionen Fisch pro Monat zusätzlich zur täglichen Einnahme von Fischöl-Ergänzungen. Ein geringer Verzehr wurde entsprechend mit weniger als eine Portion Fisch pro Woche definiert und Fischöl-Ergänzungen wurden nicht eingenommen.

 

Die Auswertungen zeigten, dass ein hoher Fischverzehr und die Einnahme von Fischöl-Ergänzungen mit einem um 45 % verringerten Risiko für die multiple Sklerose verbunden waren. Von den Patienten mit multipler Sklerose hatten nur 180 einen hohen Fischverzehr im Vergleich zu 251 bei den gesunden Kontrollpersonen. Die Studie zeigte weiter, dass es offenbar zwei Genvarianten gibt, die bei der Regulation von Fettsäuren eine Rolle spielen und das Risiko für die multiple Sklerose weiter verringern können. Die Forscher vermuten nach diesen Ergebnissen, dass Omega-3-Fettsäuren und die Art und Weise wie sie im Körper verwertet werden, zum verringerten Risiko der multiplen Sklerose beitragen können. In weiteren Forschungen sollten nun die Ursachen und Wirkungen für die Verbindung von Omega-3-Fettsäuren zu Entzündungen, Stoffwechsel und Nervenfunktionen näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Lachs, Sardinen, Forellen und Thunfisch liefern gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Fischöl-Ergänzungen können die Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren verbessern, empfehlenswert für alle, die Fisch nur wenig oder unregelmäßig essen. Dabei sollte auf eine gute Qualität (Reinigung, Stabilität etc.) geachtet werden.

 

Quelle:
American Academy of Neurology, Eating Fish may be tied to a reduced Risk of MS. Study Recommends Just How Much Fish May Be Beneficial. Pressemitteilung vom 1.3.2018.


Einige Studien zeigten bereits, dass es Beziehungen zwischen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen bzw. dem regelmäßigen Fischverzehr und der Schlafqualität gibt.

 

Einige Studien zeigten bereits, dass es Beziehungen zwischen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen bzw. dem regelmäßigen Fischverzehr und der Schlafqualität gibt. Andere Studien ergaben, dass sich dadurch die kognitiven Funktionen verbessern. Jetzt wurden beide Funktionen erstmals zusammen bei Kindern mit guten Ergebnissen untersucht.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte die Studie mit 541 Kindern im Alter von 9 bis 11 Jahren (54% Jungen, 46% Mädchen) in China durch. Alle Kinder gaben in einer Ernährungsbefragung an, wie oft sie in den letzten Monaten Fisch gegessen hatten. Alle nahmen im Alter von 12 Jahren außerdem an einem Intelligenztest teil, der an ihre Altersgruppe angepasst war. Damit wurden u.a. das Sprachverständnis, logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und die Verarbeitungsgeschwindigkeit geprüft. Die Eltern der Kinder beantworten außerdem Fragen zur Schlafqualität der Kinder, z.B. zur Schlafdauer, zu nächtlichem Schlafwandeln oder Müdigkeit am Tage. In die Auswertung aller Daten wurden weiter soziodemografische Daten einbezogen.

 

Kinder, die wöchentlich Fisch aßen, hatten auf der Intelligenz-Quotienten-Skala im Durchschnitt um 4,8 Punkte bessere Werte im Vergleich zu Kindern, die Fisch seltener oder gar nicht verzehrten. Dabei zeigte sich eine deutliche Dosis-Wirkungs-Beziehung. Kinder, die hin und wieder Fisch aßen, lagen immerhin noch um 3.3 IQ-Punkte über den Werten von Kindern, die Fisch niemals aßen. Ein erhöhter Fischverzehr war außerdem mit einer besseren Schlafqualität verbunden, Schlafstörungen traten dann seltener auf. In dieser Studie wurden nur die Beziehungen untersucht, nicht die Gründe für diese Funktionen. Die Forscher vermuten jedoch, dass der Einfluss von Fischmahlzeiten auf die Schlafqualität zumindest ein Bindeglied sein könnte, das zu verbesserten kognitiven Leistungen beiträgt. Omega-3-Fettsäuren tragen zum Wachstum und zu den Funktionen von neuronalen Geweben bei, sie scheinen auch an der Schlaf-Regulation, z.B. über den Einfluss auf die Melatonin-Bildung beteiligt zu sein, und der Schlaf kann vermutlich die kognitiven Funktionen beeinflussen.

 

Für die Forscher bestätigten sich damit Ergebnisse aus früheren Studien, dass sich der regelmäßige Fischverzehr positiv auf die Gesundheit auswirkt. Kinder sollten nach Ansicht der Forscher möglichst früh an den Fischverzehr und seinen Geschmack gewöhnt werden. Das könnte schon im Alter von etwa 10 Monaten beginnen, vorausgesetzt die Speisen enthalten keine Gräten und sind sorgfältig zerkleinert. Fischmahlzeiten sollten aber wenigstens ab dem Alter von zwei Jahren eingeführt werden. Das könnte das Schlafverhalten der Kinder verbessern und damit möglicherweise auch das abendliche Einschlafen fördern und zu besseren kognitiven Leistungen beitragen. Die Forscher wollen nun die Beziehungen zwischen dem Schlaf, den kognitiven Leistungen und dem Fischverzehr bei älteren Personen prüfen.

 

Unser Tipp: Wenn Fisch nicht regelmäßig gegessen wird, können auch Ergänzungen mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen die Aufnahme verbessern. Auf eine gute Qualität, z.B. bei der Stabilität, sollte geachtet werden.

 

Quelle: 

Jianghong Liu et al., The mediating role of sleep in the fish consumption − cognitive functioning relationship: a cohort study. In: Scientific Reports, Online-Veröffentlichung vom 21.12.2018, doi: 10.1038/s41598-017-17520-w.



Resveratrol zur Schmerzlinderung bei Frauen in der Menopause

 

Ältere Frauen sind häufiger von Arthrose und Einschränkungen des Wohlbefindens betroffen. Die Ergänzung von Resveratrol könnte dazu beitragen, die Schmerzen zu verringern und das Wohlbefinden allgemein zu verbessern.

 

Schmerzen nehmen bei Frauen in der Menopause oft zu. Dazu trägt vor allem bei, dass die empfindliche Balance zwischen der Knochenbildung und -resorption mit zunehmendem Alter verloren geht, da dann die Resorption die Knochenbildung überwiegt. Dieser Prozess wird durch Faktoren verschärft, die für die Menopause typisch sind. Dazu gehören Übergewicht mit den damit verbundenen niedrig-gradigen Entzündungen und hormonelle Veränderungen. Auch Arthrose tritt mit dem erhöhten Knorpelabbau in Gelenken in diesem Alter häufiger auf. Frauen in der Menopause sind von solchen Veränderungen häufiger betroffen, weil vaskuläre Dysfunktionen, die durch das verringerte Östrogen entstehen, eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Entwicklung von altersabbhängigem Knochenabbau spielen.

 

Resveratrol ist ein Polyphenol und Phytoöstrogen, das vor allem im Rotwein bzw. in blauen Trauben vorhanden ist. Es kann neben seinen Wirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit auch den Stoffwechsel beeinflussen und hat antioxidative und antientzündliche Fähigkeiten. Die Wirkung von Resveratrol auf metabolische Knochenkrankheiten und Osteoporose erklärt sich vermutlich durch die erhöhte Zahl und Aktivität von Osteoblasten (knochenbildende Zellen) als durch die verringerte Aktivität der Osteoklasten (knochen-resorbierende Zellen). Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte in einer (randomisierten, doppelblinden) Studie die Wirkung von Resveratrol-Ergänzungen auf 80 Frauen in der Postmenopause. Sie wurden für 14 Wochen in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten entweder zweimal täglich 75 mg Resveratrol oder ein Placebo. Die Forscher setzten dabei mit Trans-Resveratrol eine stabilere und besser bioverfügbare Form ein. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden bei den Frauen Aspekte des Wohlbefindens untersucht.

 

Dazu gehörten z.B. Schmerzen, Menopausen-Symptome, Schlafqualität, Stimmungen, depressive Symptome und allgemein die Lebensqualität. Je nach den Angaben der Frauen wurde daraus ein Gesamt-Score des Wohlbefindens ermittelt. Die Forscher untersuchten außerdem bestimmte Funktionen der Hirngefäße als Marker für die zerebrovaskulären Funktionen. Im Vergleich zum Placebo hatten sich am Ende der Studie bei den Frauen der Resveratrol-Gruppe signifikant die Schmerzen verringert, und sie hatten insgesamt ihr Wohlbefinden verbessert. Beides korrelierte mit den verbesserten Hirngefäß-Funktionen.

 

Die Forscher ziehen aus dieser ersten Studie über Resveratrol bei Frauen in der Menopause das Fazit, dass die Ergänzung das Potential haben könnte, chronische Schmerzen bei der altersabhängigen Arthrose zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. In weiteren Studien sollten diese Wirkungen auf ihre Grundlagen hin untersucht werden.

 

Unser Tipp: Resveratrol ist aus Nahrungsquellen nicht sehr gut bioverfügbar, da es sehr schnell metabolisiert wird. Trans-Resveratrol ist nicht nur eine stabilere Form von Resveratrol, es ist auch sehr gut absorbierbar.

 

Quelle: 
Rachel H. X. Wong et al., Resveratrol supplementation reduces pain experience by postmenopausal women. In: Menopause, Vol. 24, Nr. 8, 2017, S. 916-922, doi: 10.1097/GME.0000000000000861.


Nicht immer geht ein Kinderwunsch in Erfüllung. Wird die künstliche Befruchtung eingeleitet, kann die mediterrane Ernährung die Chancen für die Schwangerschaft erhöhen.

 

Nicht immer geht ein Kinderwunsch in Erfüllung. Wird die künstliche Befruchtung eingeleitet, kann die mediterrane Ernährung die Chancen für die Schwangerschaft erhöhen. Das gilt für Frauen ebenso wie für ihre Partner, wie zwei Studien zeigen.

 

Geht ein Kinderwunsch nicht in Erfüllung, liegt die Ursache nicht immer an medizinischen Problemen. Die Fertilität wird von vielen Faktoren beeinflusst, dazu gehören auch der Lebensstil und die Ernährung. So kann z.B. der Verzicht auf das Rauchen, ausreichend Körperbewegung und wenig Stress ebenso wie eine gesunde Ernährung die Chancen für die Schwangerschaft erhöhen. In den Fokus der Forscher rückten dabei auch einige Nährstoffe und Gruppen von Lebensmitteln. Wie griechische Forscher in einer Studie zeigten, kann z.B. die mediterrane Ernährung die künstliche Befruchtung (assistierte Reproduktion) unterstützen.

 

An der Studie nahmen 244 Frauen im Alter von 22 bis 41 Jahren mit normalem oder maximal leichtem Übergewicht (BMI unter 30) teil. Bevor ihre Reproduktions-Therapie begann, gaben sie Auskunft über ihren Lebensstil und die Ernährung, z.B. wie oft sie bestimmte Lebensmittel-Gruppen in den sechs vorangehenden Monaten gegessen hatten. Die Forscher prüften, wie weit die Nahrung der Frauen der mediterranen Ernährung entsprach. Höhere Werte auf dem MedDiet-Score (0 bis 55 Punkte) zeigen, dass die mediterrane Ernährung stärker befolgt wird. Die Forscher setzten dann diese Daten in Beziehung zur Therapie (In-vitro-Fertilisation) und ihren Ergebnissen.

 

Je nach ihrer Ernährung wurden die Frauen in drei Gruppen eingeteilt, mit niedriger Anpassung an die mediterrane Ernährung (bis 30 Punkte), mit mittlerer Anpassung (31-35 Punkte) und mit hoher Anpassung (ab 36 Punkte). Jede Verbesserung in der MedDiät-Skala um 5 Punkte ließ die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft und Geburt um das 2,7-fache ansteigen. Die 86 Frauen mit den besten Werten, die mehr Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl und weniger rotes Fleisch aßen, erreichten zu 50 % die Schwangerschaft. Bei Freuen mit den niedrigsten Werten in der mediterranen Ernährung war dies nur bei 29 % der Fall. Ähnliche Unterschiede wurden bei Frauen verzeichnet, die ein gesundes Kind zur Welt brachten. Allerdings gab es eine Altersgrenze, die positiven Wirkungen der gesunden Ernährung auf die Schwangerschaft und Geburten galten für Frauen unter 35 Jahren.

 

Bei älteren Frauen zeigte sich diese Beziehung nicht, bei ihnen spielen vermutlich verstärkt andere Faktoren eine wichtige Rolle, die die Vorteile der mediterranen Ernährung vermindern. Das könnte an hormonellen Veränderungen, geringerer Bildung von Eiern und anderen altersbedingten Veränderungen liegen, die den Einfluss von Umgebungsfaktoren bzw. der Ernährung überlagern können. Die gesunde Ernährung ist dennoch auch für sie wichtig, gleiches gilt für übergewichtige Frauen und natürlich auch für Frauen, die ihre Schwangerschaft auf natürliche Weise erreichen.

Die Forscher empfehlen vor allem jüngeren Frauen mit Kinderwunsch, nicht nur auf die Hilfe der Reproduktionsmedizin zu hoffen. Auch der Lebensstil und die Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Das gilt nicht nur für die Frauen, sondern auch für ihre Partner, wie eine weitere Studie zeigte. Die Forscher untersuchten 225 Partner von Frauen, die sich der Reproduktions-Therapie unterzogen. Sie waren 26 bis 55 Jahre alt, rund die Hälfte war übergewichtig oder gar adipös (stark übergewichtig), und 21 % rauchten. Die Männer nahmen ebenfalls an einem Ernährungs-Check teil. Außerdem wurde ihre Samenqualität geprüft in Bezug auf die Spermien-Konzentration, -Gesamtzahl und -Motilität.

 

Auch hier zeigte sich ein ähnliches Ergebnis. Hielten die Männer die mediterrane Ernährung stärker ein, so verbesserte sich ihre Samenqualität. Zusammen unterstützen diese Ergebnisse die Bedeutung der gesunden Ernährung für die Fertilität. Paare mit Kinderwunsch, die einen gesunden Lebensstil pflegen und sich mediterran ernähren, haben bessere Chancen, ihren Wunsch zu verwirklichen.

 

Quelle:
Dimitrios Karayiannis et al., Adherence to the Mediterranean diet and IVF success rate among non-obese women attempting fertility. In: Human Reproduction Vol. 33, Nr. 3, 2018, S. 494-502, doi: 10.1093/humrep/dey003.
Dimitrios Karayiannis et al., Association between adherence to the Mediterranean diet and semen quality parameters in male partners of couples attempting fertility. In: Human Reproduction Vol. 32, Nr. 1, 2017, S. 215-222, doi: 10.1093/humrep/dew288.


Omega-3-Fettsäuren verbessern die Darmflora

 

Bei einer guten Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren reichern sich im Darm vermehrt gesunde Bakterien mit einer Vielfalt der Arten an. Das ist offenbar unabhängig von der Aufnahme von Ballaststoffen und Probiotika.

 

Die gesunden Omega-3-Fettsäuren könnten ihre Wirkungen zum Teil auch dadurch entfalten, dass sie die Zusammensetzung der Bakterien im Darm beeinflussen. Dies könnte viele gesundheitliche Vorteile haben, dazu gehören ein geringeres Risiko für Diabetes, Übergewicht und entzündliche Darmkrankheiten (Colitis, Morbus Crohn). Eine Gruppe englischer Forscher untersuchte daher in einer Studie die Vorkommen von Darmbakterien in einer großen Gruppe von Frauen im mittleren bis höheren Alter. Geprüft wurde ihre Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren in Bezug auf die Zusammensetzung der Darmbakterien.

 

An der Studie nahmen 876 Frauen teil. Mit Hilfe von Ernährungsbefragungen ermittelten die Forscher die Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren, und sie untersuchten auch die Omega-3-Konzentrationen im Blutserum. Diese Werte setzten sie dann in Beziehung zu den Bakterienarten im Darm (untersucht mit Gen-Sequenzierung). Sowohl die Gesamtwerte der Omega-3-Fettsäuren als auch speziell die Werte der DHA (Docosahexaensäure) waren im Darm signifikant mit der Vielfalt an gesunden Bakterien verbunden. Frauen mit höheren Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren sowie einem besseren Omega-3-Index, d.h. dem Verhältnis der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA zu den gesamten Fettsäuren im Blut, hatten auch ein breiteres Spektrum an nützlichen Darmbakterien. Das galt im übrigen unabhängig von anderen Einflussfaktoren, sowohl von der Aufnahme von Ballaststoffen als auch von Probiotika.

 

Die Forscher fanden besonders starke Verbindungen der DHA zu bestimmten Bakterienarten, z.B. aus der Familie der Lachnospiraceae. Diese wurden u.a. mit geringeren Entzündungen und einem geringeren Risiko für Übergewicht verbunden. Nach weiteren Untersuchungen fanden die Forscher eine Verbindung von Omega-3-Fettsäuren zu N-Carbamylglutamat (NCG) im Darm. Von NCG weiß man bereits aus Tierstudien, dass es den oxidativen Stress im Darm verringern kann. Die Forscher vermuten, dass einige der guten Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren im Darm darauf basieren, dass sie die Bakterien anregen, diese Substanz zu bilden.

 

Für die Forscher ist damit geklärt, dass die Omega-3-Fettsäuren mit der Zusammensetzung der Darmbakterien in Beziehung stehen. Damit zeichnet sich ein möglicher weiterer Nutzen von Omega-3-Fettsäuren ab. Sie könnten auch dazu beitragen, die Darmgesundheit zu verbessern und die Vielfalt der gesunden Darmbakterien erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Omega-3-Fettsäuren ist die Qualität sehr wichtig. Dadurch wird z.B. ein unangenehmer Geschmack oder das Aufstoßen vermieden.

 

Quelle: 
Cristina Menni et al., Omega-3 fatty acids correlate with gut microbiome diversity and production of N-carbamylglutamate in middle aged and elderly women. In: Scientific Reports, Online-Veröffentlichung vom 11.9.2017, doi: 10.1038/s41598-017-10382-2.


Jodmangel kann die Fruchtbarkeit von Frauen verringern

 

Frauen im gebärfähigen Alter sind oft nicht genügend mit Jod versorgt. Das kann möglicherweise die Fähigkeit, schwanger zu werden, beeinflussen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Eine unzureichende Versorgung mit Jod kommt in den USA und in Europa relativ häufig vor. Bei Frauen kann eine zu geringe Jodaufnahme nicht nur die Funktionen der Schilddrüse beeinträchtigen, sondern auch zu Zyklusstörungen und möglicherweise zu einer geringeren Fertilität beitragen. In einer Studie prüften US-amerikanische Forscher, ob Joddefizite mit einer geringeren Fruchtbarkeit bei Frauen verbunden sind. An der Bevölkerungsstudie LIFE (Longitudinal Investigation of Fertility and the Environment), bei der die Beziehungen zwischen Fertilität, Lebensstil und Einflüssen aus der Umgebung untersucht wurden, nahmen 501 Frauen von 2005 bis 2009 teil. Alle hatten den Kinderwunsch und daher ihre Verhütung wenigstens zwei Monate vor dem Studienbeginn eingestellt.

 

In Interviews berichteten die Frauen über mögliche Risikofaktoren für die Unfruchtbarkeit und führten dann ein Tagebuch mit dafür relevanten Informationen. Sie testeten weiter jeweils zum Zeitpunkt einer erwarteten Menstruation, ob sie schwanger waren. In Urinproben wurde ihre Versorgung mit Jod bestimmt, Werte unter 50 mcg/g Jod wurden als eine mäßige bis ernste Defizienz gewertet. Rund 44 % der Frauen waren mit Jod unterversorgt, die Defizite wurden entweder als leicht (21,8 %), mäßig (20,8 %) bis hin zu stark (1,7 %) eingestuft. Diese Werte spiegeln, wie die Forscher angeben, auch die Joddefizite in der allgemeine Bevölkerung wider. Sie nennen einige Gründe, warum sich die Jodzufuhr verringern kann. Viele Menschen bevorzugen heute Meersalz anstelle von jodiertem Speisesalz, was die Aufnahme verringern kann. Jod ist vor allem in Fleisch und Meeresfrüchten enthalten. Auch Vegetarier und Veganer können daher mit Jod unterversorgt sein, es sei denn, sie essen häufiger Algen, die eine gute Jodquelle sind.

 

Bei Frauen mit einem mäßigen bis ernsten Jodmangel sank die Chance, schwanger zu werden bei jedem Menstruationszyklus im Vergleich zu den Frauen, die ausreichend mit Jod versorgt waren. Durch den Jodmangel war die Fertilität der Frauen um 46 % verringert. Die Auswertungen zeigten auch, dass Frauen, die schwanger werden wollen, oftmals mehr Jod benötigen. Bekannt ist bereits, dass der Jodbedarf während der Schwangerschaft ansteigt. Der Fötus braucht z.B. dieses Spurenelement, um die Schilddrüsenhormone zu bilden und die gesunde Hirnentwicklung zu fördern. Schwangeren Frauen werden daher in Deutschland tägliche Aufnahmen von 230 mcg Jod empfohlen, für stillende Frauen sind mit 260 mcg noch etwas höhere Werte angesetzt. Die Forscher empfehlen nun auch Frauen, die schwanger werden wollen, den Jodstatus zu prüfen. Werden Defizite festgestellt, so kann dies mit Jodergänzungen auf einfache Weise ausgeglichen werden, und damit verbessern sich die Bedingungen für eine Schwangerschaft.

 

Unser Tipp: Jod wird zur Nahrungsergänzung u.a. in flüssiger Form als Kaliumjodid angeboten, das sehr gut aufnehmbar ist. Aus pflanzlichen Quellen, gewonnen aus Algen, wird Jod auch in einigen Multipräparaten eingesetzt.

 

Quelle:
J. L. Mills et al., Delayed conception in women with low-urinary iodine concentrations: a population-based prospective cohort study. In: Human Reproduction, Online-Veröffentlichung vom 11.1.2018, doi: 10.1093/humrep/dex379.


Lutein und Zeaxanthin stärken kognitive Funktionen junger Erwachsener

 

Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin konnten bereits die kognitiven Funktionen von älteren Menschen verbessern. Jetzt zeigt eine neue Studie, dass auch jüngere Erwachsene mit den beiden Carotinoiden ihre kognitiven Leistungen verbessern können.

 

Die Ernährung wirkt auf nahezu alle Aspekte der Gehirnfunktionen ein. Dabei spielen Lipide und die stark sauerstoffreiche Struktur des Gehirns eine wichtige Rolle, da es anfälliger für entzündlichen Stress ist. Die Nahrung kann sich je nach ihrer Zusammensetzung besser oder schlechter auf den oxidativen, entzündlichen Zustand des Gehirns und seine Funktionen auswirken. Dazu gehören auch die Abläufe des zellulären Stoffwechsels und die Funktionen der Mitochondrien (die „Kraftwerke“ der Zellen). Das Gehirn benötigt beispielsweise besonders die Vitamine B6, B12 und Folat. Weniger bekannt ist, dass auch eine Reihe von pflanzlichen Nährstoffen auf das Gehirn einwirken. Dazu gehören die beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin (aus der Gruppe der Xanthophylle), die in den neuronalen Geweben konzentriert vorhanden sind.

 

Sie siedeln sich besonders stark in der zentralen Retina (Netzhaut) und in der Makula an, das ist in der Retina die Stelle des schärfsten Sehens. Die Ergebnisse aus einigen früheren Studien deuten darauf hin, dass von einer besseren Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin nicht nur die Sehfunktionen profitieren, sondern sich bei älteren Erwachsenen auch die kognitiven Funktionen verbessern können. Ähnliche Untersuchungen bei jüngeren Erwachsenen gibt es bisher nur sehr wenige. Daher prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern nun die Wirkungen der beiden Carotinoide auf die kognitiven Funktionen bei jüngeren College-Studenten.

 

51 junge Erwachsene im Alter von 18 bis zu 30 Jahren nahmen an der (randomisierten, Placebo-kontrollierten) Studie teil. 37 Teilnehmer erhielten ab Ende 2013 ein Jahr lang täglich eine Ergänzung mit 10 mg Lutein und 2 mg Zeaxanthin. 19 Teilnehmer nahmen zur Kontrolle nur ein Placebo ein. Alle vier Monate wurde die Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin gemessen, dazu diente die Bestimmung von MOPD (optische Dichte des Makula-Pigments), dieser Wert ist sowohl mit den visuellen als auch mit den kognitiven Funktionen verbunden. Bei allen Teilnehmern wurden die kognitiven Leistungen mit einer Reihe von Tests geprüft. Mit der täglichen Ergänzung von Lutein und Zeaxanthin stiegen bei den Teilnehmern im Lauf des Jahres die MOPD-Werte im Vergleich zum Placebo signifikant an. Mit den beiden Carotinoiden erzielten die Teilnehmer außerdem bessere Werte in den kognitiven Leistungen. Das galt z.B. bei Aufgaben zum räumlichen Gedächtnis, beim logischen Denken und bei Tests, die eine komplexe Aufmerksamkeit benötigten.

 

Unser Tipp: Lutein wird zum Teil einzeln, oft aber in der Kombination mit Zeaxanthin und anderen Carotinoiden angeboten. Auf eine gute Qualität, z.B. in der Bioverfügbarkeit, sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Lisa M. Renzi-Hammond et al., Effects of a Lutein and Zeaxanthin Intervention on Cognitive Function: A Randomised, Double-Masked, Placebo-Controlled Trial of Younger Healthy Adults. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 14.11.2017, doi: 10.3390/nu9111246.


Gesunde Fettsäuren senken Allergien bei Jugendlichen

 

Sind Kinder im Alter von 8 Jahren mit den gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3- und -6-Fettsäuren gut versorgt, sinkt einige Jahre später ihr Risiko für die Entwicklung von Asthma oder Heuschnupfen.

 

Allergische Krankheiten wie Asthma oder Rhinitis (Heuschnupfen) sind heute weltweit verbreitet, und sie beginnen oft schon in der Kindheit. Dabei wird das Krankheitsrisiko sowohl von vererbten Faktoren als auch von der Umgebung beeinflusst. Es gibt aus früheren Studien Hinweise, dass die langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und -6) das Risiko für allergische Krankheiten beeinflussen können, jedoch sind die Ergebnisse dazu bisher nicht einheitlich. Diese Fettsäuren sind für den Körper essentiell, sie können nicht selbst gebildet und müssen daher aus der Nahrung aufgenommen werden. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure), DHA (Docosahexaensäure) und DPA (Docosapentaensäure) sind Fischöle, für pflanzliche Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind es vor allem Nüsse und verschiedene Pflanzenöle.

 

In einer neuen und bisher größten Studie hat das Institut für Umweltmedizin vom schwedischen Karolinska Institut die Beziehung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zur Entwicklung von Allergien bei Kindern und Jugendlichen nun näher untersucht. An der Studie nahmen zu Beginn 940 Kinder aus der schwedischen Bevölkerungsstudie (BAMSE) im Alter von acht Jahren teil. Bei allen Kindern wurden in Blutproben der Gehalt bzw. das Verhältnis von Omega-3- (EPA, DHA, DPA, Alpha-Linolensäure) und Omega-6-Fettsäuren (Linol-, Arachidonsäure) untersucht. Die Kinder wurden außerdem zu allergischen Symptomen befragt, und es wurden Allergietests (IgE-Messungen) durchgeführt. Im Alter von 16 Jahren wurde bei den nun jugendlichen Teilnehmern die Neigung zu allergischen Krankheiten, Asthma und Rhinitis etc., erneut geprüft.

 

Kinder, die im Alter von acht Jahren höhere Werte bei den langkettigen Omega-3-Fettsäuren erreicht hatten, waren im Alter von 16 Jahren deutlich weniger anfällig für die Entwicklung von Asthma oder allergischer Rhinitis. Hatten sie mit acht Jahren höhere Werte der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, so war dies ebenfalls mit einem geringeren allergischen Risiko im Alter von 16 Jahren verbunden. Kinder, bei denen mit acht Jahren bereits Asthma oder eine allergische Rhinitis entwickelt waren, hatten bei einer guten Versorgung mit der Arachidonsäure eine gute Chance, mit 16 Jahren frei von allergischen Symptomen zu sein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass ein besseres Verhältnis von Omega-3- und-6-Fettsäuren im Blut von Kindern mit acht Jahren einige Jahre später das Risiko für allergische Krankheiten verringern kann. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen, zwei- oder dreimal pro Woche Fisch zu essen und dabei zwischen fettreicheren und mageren Sorten zu variieren.

 

Unser Tipp: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können auch mit Nahrungsergänzungen aus Fisch- und Pflanzenölen aufgenommen werden. Sie werden einzeln, aber auch zusammen in einem guten Verhältnis angeboten, auf eine hohe Qualität sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Jessica Magnussen et al., Polyunsaturated fatty acids in plasma at 8 years and subsequent allergy disease. In: The Journal of Allergy and Clinical Immunology, Online-Veröffentlichung vom 5.12.2017, doi: 10.1016/j.jaci.2017.09.023.


Wer regelmäßig Nüsse isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das zeigt die bisher größte durchgeführte Studie zur Beziehung zwischen dem Verzehr von Nüssen und der Herzgesundheit.

 

Wer regelmäßig Nüsse isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das zeigt die bisher größte durchgeführte Studie zur Beziehung zwischen dem Verzehr von Nüssen und der Herzgesundheit.

 

Zu einer gesunden Ernährung gehört auch der regelmäßige Verzehr von Nüssen. Sie enthalten reichlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, was sich günstig auf die Cholesterinspiegel auswirken kann. Einige Nüsse enthalten z.B. die gesunden Omega-3-Fettsäuren, die günstig auf viele Körperfunktionen wirken, darunter auch das Herz- und Kreislaufsystem. Enthalten sind weiter Ballaststoffe und pflanzliche Sterine (Lipoide), die ebenfalls zu gesünderen Cholesterinwerten beitragen können. Vitamin E und die Aminosäure Arginin schützen zusätzlich die Blutgefäße. Durch ihren hohen Fettgehalt (rund 80 %) haben Nüsse recht viele Kalorien (z.B. Walnüsse 650 Kalorien pro 100 g), sie sollten daher in kleineren Portionen verzehrt werden.

 

Bisher wurden in Studien oft Nussmischungen untersucht. Eine US-amerikanische Forschergruppe prüfte nun die Wirkungen einzelner Nussarten in Bezug auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu gehörten Erdnüsse und Erdnussbutter, Walnüsse und andere Baumnüsse. Obwohl Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten gehören, wurden sie in die Studie einbezogen, da ihre Fettsäuren- und Nährstoff-Profile denen von Nüssen ähnlich sind. Die Forscher werteten die Daten von 210.000 Frauen und Männern aus, die viele Jahre an drei großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudien teilgenommen hatten, an der Nurses´ Health Study I (1980 bis 2012) und II (1991 bis 2013) sowie an der Health Professionals Follow-up Study (1986 bis 2012). Die Beobachtungszeit der Teilnehmer reichte bis zu 32 Jahren. Alle zwei Jahre wurden der Gesundheitszustand der Teilnehmer und wichtige Merkmale ihres Lebensstils und der Ernährung geprüft. Verzeichnet wurde das Auftreten von kardiovaskulären Krankheiten, Herzinfarkten, Schlaganfällen und der koronaren Herzkrankheiten. Im Lauf der Studien traten insgesamt 14.136 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten in diesen großen Teilnehmergruppen auf.

 

Die Auswertung zeigte eine positive Wirkung zwischen der Gesamtaufnahme von Nüssen und kardiovaskulären sowie koronaren Herzkrankheiten im Vergleich zu Teilnehmern, die keine Nüsse aßen. Eine Portion Nüsse war mit 28 Gramm definiert. Differenzierten die Forscher die Daten nach einzelnen Sorten, dann zeigten sich beim Verzehr von Walnüssen − ein- oder mehrmals pro Woche − ein um 19 % geringeres Risiko für die kardiovaskulären und um 21 % weniger Risiko für die koronaren Herzkrankheiten. Teilnehmer, die Erdnüsse oder Baumnüsse zwei oder mehrmals pro Woche aßen, konnten ihr Risiko für diese Krankheiten um 13 bzw. 15 % senken, bei den koronaren Herzkrankheiten sank es um 15 bzw. 23 %. Teilnehmer, die fünf oder mehr Portionen Nüsse wöchentlich aßen, hatten ein um 14 % geringeres Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten, um 20 % sank ihr Risiko für koronare Herzkrankheiten.

 

Dies galt jeweils im Vergleich zu Teilnehmern, die generell nur wenig oder nie Nüsse verzehrten. Die Ergebnisse blieben konstant, wenn sie für bestimmte Sorten von Nüssen einzeln bestimmt wurden, für Baumnüsse, Erdnüsse und Walnüsse. Bei allen Sorten zusammen wirkte sich der Nussverzehr nicht auf Schlaganfälle aus. Der regelmäßige Verzehr von Erdnüssen und Walnüssen konnte jedoch das Risiko für Schlaganfälle verringern.

 

Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen, verschiedene Sorten von Nüssen regelmäßig − wenn auch wegen der hohen Kalorien in geeigneten Maßen − in eine gesunde Ernährung einzubeziehen. Dies trägt dazu bei, die Risiken chronischer Krankheiten allgemein zu verringern. Nüsse sollten nach Möglichkeit roh, ungeschält und nicht weiter verarbeitet (ungesalzen, ohne Öl geröstet) verzehrt werden. Sie können leicht in die Ernährung einbezogen werden, fördern die Gesundheit und schützen besonders das Herz-Kreislauf-System.

 

Quelle:
Maria Guasch-Ferré et al., Nut Consumption and Risk of Cardiovascular Disease. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 13.11.2017, doi: 10.1016/j.acc.2017.09.035.


Probiotika − günstig bei Typ 2 Diabetes

 

Die Auswertung von mehreren Studien zeigt, dass Probiotika auf einige der Risikofaktoren, die mit dem Typ 2 Diabetes verbunden sind, positiv einwirken.

 

Die Vorkommen von Diabetes sind in den letzten Jahren weltweit angestiegen, er gehört zu den häufigsten Stoffwechsel-Krankheiten. Daran hat der Typ 2, der im Lauf des Lebens erworben wird, mit rund 90 % einen sehr hohen Anteil. Früher als Altersdiabetes bezeichnet, tritt der Typ 2 Diabetes heute auch schon in jüngeren Jahren häufiger auf. Beim Diabetes sind die Funktionen des Zuckerstoffwechsels gestört, das kann viele verschiedene Symptome nach sich ziehen. Zu den auslösenden Faktoren gehören neben genetischen Bedingungen auch eine zu fettreiche Ernährung, Übergewicht und fehlende körperliche Bewegung. Viele dieser Lebensstil-Faktoren sind durch ein verändertes Verhalten vermeidbar bzw. zu beeinflussen. Dabei spielen vermutlich auch Probiotika, die gesunden Darmbakterien, eine Rolle.

 

Sie haben neben ihren guten Wirkungen auf die Darmflora auch einen Einfluss auf den Fettstoffwechsel, tragen zur Vorbeugung von starkem Übergewicht bei, fördern den gesunden Blutdruck und allgemein das Herz-Kreislauf-System. Es gibt Hinweise, dass Probiotika auch auf einige Faktoren einwirken, die beim Diabetes Typ 2 eine Rolle spielen, das betrifft vor allem die Blutzucker- und Insulinwerte. Eine Gruppe chinesischer Forscher führte daher zur Beziehung von Probiotika und dem Typ 2 Diabetes eine umfassende Literaturrecherche in den einschlägigen Datenbanken durch.

 

Die Forscher konnten schließlich 18 randomisierte, mit einem Placebo kontrollierte Studien auswerten, die bis Mitte 2016 veröffentlicht waren. Daran hatten 1.056 Diabetiker teilgenommen, sie hatten teilweise auch Symptome des metabolischen Syndroms oder schlechte Blutfett-Profile. Die Hälfte der Teilnehmer nahm Probiotika ein, die andere Hälfte nicht. Bei allen Teilnehmern wurden die Insulinspiegel, Glukosewerte und das glykierte (mit Zuckerresten verknüpfte) Hämoglobin (HbA1c) bestimmt. Mit dem HbA1c-Wert kann die längerfristige Einstellung des Stoffwechsels beurteilt werden, daher wird er auch als Gedächtnis des Blutzuckers bezeichnet. Die Forscher verglichen jeweils die Ergebnisse der Probiotika- mit denen der Kontrollgruppen.

 

Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede bei allen drei Werten, die sich in der Probiotikagruppe deutlich verbessert hatten. Bei der Analyse von Untergruppen zeigte sich weiter, dass die Wirkung von Probiotika auf die Blutzucker- und Insulinwerte nur bei den Typ 2 Diabetikern auftrat. Bei anderen Diabetesformen zeigten sich auf die Insulin- und glykierten Hämoglobinwerte keine klaren Wirkungen. Bei diesen Diabetikern war aber im Vergleich zu den Kontrollgruppen die Senkung des LDL-Cholesterins signifikant größer (im Durchschnitt -29 %).

 

Die Forscher sind noch vorsichtig in einer grundlegenden Bewertung dieser Ergebnisse, weil die Studien in ihrer Struktur zum Teil recht heterogen waren. Sie vermuten aber, dass die Aufnahmen von gesunden Probiotika bei Diabetes dazu beitragen können, die Werte des Blutzuckers, Insulins und glykierten Hämoglobins (HbA1c) zu senken. Davon könnten vor allem die Typ 2 Diabetiker profitieren.

 

Unser Tipp: Probiotika werden kombiniert mit verschiedenen Stämmen und Dosierungen angeboten. Besonders bewährt haben sich Bifidobakterien und Lactobazillen. Auf eine gute Qualität in der Herstellung, Stabilität und Dosierung sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Xia Wang et al., Multiple effects of probiotics on different types of diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomised, placebo-controlled trials. In: Journal of Pediatric Endocrinology and Metabolism, 2017 30, S. 611-622, doi: 10.1515/jpem-2016-0230.


Die Darmflora von sehr gesunden alten Menschen bis zu über 100 Jahren ähnelte in einer großen chinesischen Studie der von jüngeren, gesunden 30-Jährigen.

 

Die Darmflora von sehr gesunden alten Menschen bis zu über 100 Jahren ähnelte in einer großen chinesischen Studie der von jüngeren, gesunden 30-Jährigen.

 

Die Ernährung kann die Gesundheit bis ins hohe Alter beeinflussen. Dabei könnte auch die Gesundheit der Darmbakterien eine sehr wichtige Rolle spielen. Eine Reihe von Studien zeigte bereits, dass die Zusammensetzung der so genannten Mikrobiota, die Zusammensetzung der Darmbakterien, bei einigen Krankheiten im Vergleich zu Gesunden deutlich verändert ist. Auch bei älteren Menschen fand man im Vergleich zu Jüngeren oft deutliche Unterschiede in der Darm-Mikrobiota, allerdings waren die Ergebnisse dazu bisher wenig vergleichbar. Eine neue Studie kommt jetzt zu sehr überraschenden Ergebnissen.

 

Eine Gruppe von chinesischen und kanadischen Forschern untersuchte bei mehr als 1.000 Chinesen aus drei Städten die Zusammensetzung der Darmbakterien (durch Gen-Sequenzierung). Sie wollten die Frage klären, ob das gesunde Altern mit von den Darmbakterien abhängig bzw. beeinflusst ist. Beteiligt an der Studie waren verschiedene Altersgruppen von Kleinkindern und Erwachsenen bis zu über 100 Jahre alten Menschen. Alle Teilnehmer galten als äußerst gesund und hatten keinerlei gesundheitliche Probleme. Die jüngeren Teilnehmer stammten dazu aus Familien, die ebenfalls als sehr gesund galten. Nach Auswertung der Bakterienprofile im Darm fanden die Forscher bei jungen Teilnehmern im Alter von 19 bis zu 24 Jahren häufiger ein spezifisches Darmprofil, das sie mit Ergebnissen anderer Studien nicht in Einklang bringen konnten. Sie werteten dies als eine chinesische Besonderheit.

 

Für die Forscher sehr überraschend waren jedoch die Ergebnisse der Teilnehmer ab 30 Jahren, weil sich hier unabhängig vom Alter deutliche Ähnlichkeiten zur Darmflora der älteren Menschen zeigten. Zwischen den jüngeren Erwachsenen und den Älteren bis hin zu sehr alten Menschen bis zu über 100 Jahren gab es keine wesentlichen Unterschiede in den Bakteriengruppen im Darm.

 

Die Forscher werten die Aufrechterhaltung der Darmprofile über sehr lange Zeiträume hinweg als einen wichtigen Biomarker für gesundes Altern, vergleichbar etwa mit der Bedeutung von geringen Cholesterinwerten für das gesunde Herz-Kreislaufsystem. Die Forscher führen die nahezu gleiche Zusammensetzung der Darmflora bei jüngeren und älteren Menschen auf einen aktiven, gesunden Lebensstil und eine gesunde Ernährung zurück. Sie vermuten, dass die Verbesserung der Darmbakterien bei älteren Menschen durch eine „darmgesunde“ Ernährung und die Aufnahme von Probiotika die Gesundheit im Alter fördern könnte. Das sollte nun in weiteren Studien näher erforscht werden.

 

Unser Tipp: Probiotika werden mit verschiedenen gesunden Bakterienstämmen ergänzt. Besonders bewährt haben sich Laktobazillen und Bifidobakterien, die auch zusammen angeboten werden. Die Kombination mit Synbiotika (z.B. Fruktooligosacchariden) erhöht dabei die Stabilität, weil sie den gesunden Bakterien als Nahrung dienen.

 

Quelle:
Gaorui Bian et al., The Gut Microbiota of Healthy Aged Chinese Is Similar to That of the Healthy Young. In: mSpere Vol. 2, Nr. 5, 2017, doi: 10.1128/mSphere.00327-17.


Omega-3-Fettsäuren - trotz Bekanntheit zu wenig genutzt

 

Viele Menschen kennen die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen für die Gesundheit. Dieses Wissen führt jedoch oft nicht dazu, die Versorgung mit diesen gesunden Fettsäuren zu verbessern.

 

Die Aufnahme von Mikro-Nährstoffen wird auch durch die Kenntnisse über deren gesundheitlichen Nutzen gefördert. Das kann die Wahl von Lebensmitteln mit guten Nährstoff-Quellen ebenso wie die Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln beeinflussen. Noch ist jedoch eher wenig bekannt, wie die individuelle Wahrnehmung von Mikro-Nährstoffen die Versorgung anregen kann. Ein Forscherteam von der Purdue University in Indiana (USA) und der Ludwig-Maximilians-Universität in München untersuchte am Beispiel der Omega-3-Fettsäuren die Kenntnisse über den Nutzen dieser Nährstoffe im Vergleich zur tatsächlichen Versorgung durch die Ernährung und Nahrungsergänzungen. Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören zu den kritischen Nährstoffen, von denen man weiß, dass durch die unzureichende Versorgung die Gesundheit belastet wird, es steigt dann z.B. das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind vor allem fettreiche Fische und Meeresfrüchte. Empfohlen werden daher meist zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Tatsache ist jedoch in vielen Ländern, dass Fisch zu wenig gegessen wird.

 

200 Erwachsene aus den USA und aus Deutschland im Alter von 18 bis zu 80 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie gaben Auskunft über ihre Kenntnisse zu Omega-3-Fettsäuren und schätzten ihre Versorgung ein. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war der Ansicht, dass Omega-3-Fettsäuren einen guten Nutzen für die Gesundheit von Herz und Gehirn haben und dass sie mit Fischen deren wichtigste Nahrungsquellen kennen. Mit dem Omega-3-Index, der als Biomarker für die längerfristige Versorgung mit EPA und DHA gilt, wurde bei den Teilnehmern die tatsächliche Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren geprüft. Mit diesem Index lässt sich auch einschätzen, wie hoch das Risiko für die Entstehung von koronaren Herzkrankheiten ist. Die Ergebnisse zeigten, dass die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bei den meisten Teilnehmern nicht ausreichend war. Das galt gleichermaßen für diejenigen, die glaubten, dass sie genügend versorgt waren als auch für andere, die meinten, dass ihre Versorgung unzureichend war. Nur relativ wenige Teilnehmer hatten Omega-3-Indexwerte, die für einen guten Schutz des Herz-Kreislauf-Systems ausreichten.

 

Ein mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten 30 % der Teilnehmer aus den USA und 27 % der Deutschen. Ein hohes Risiko hatten 40 % der US-amerikanischen Teilnehmer, mit 10 % war hier der Anteil der Deutschen deutlich geringer. Noch können die Forscher nicht genau erklären, warum trotz der Kenntnisse über Omega-3-Fettsäuren die Versorgung nicht ausreichend gedeckt wird. Möglicherweise könnten häufiger eher fettarme Fische bevorzugt werden, die geringer mit Omega-3-Fettsäuren versorgen. Es könnte auch daran liegen, dass pflanzliche Lebensmittel bevorzugt werden, die wie z.B. Walnüsse und Leinsamen reichlich die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure enthalten. Sie kann jedoch im Körper nicht so effizient wie die EPA und DHA aus Fischölen genutzt werden.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass optimale Werte an Omega-3-Fettsäuren idealerweise durch die Nahrung erreicht werden sollten. Ihnen ist jedoch bewusst, dass dies nicht für jeden Menschen erreichbar ist. Nahrungspräferenzen, vegetarische, vegane Ernährung oder Nahrungsmittelallergien können z.B. dazu führen, dass Fisch nicht oder nicht ausreichend gegessen wird. Für Vegetarier und Veganer gibt es auf Algen basierende Quellen von Omega-3-Fettsäuren und damit angereicherte Lebensmittel. Für alle anderen sind Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzungen empfehlenswert, um gute Werte zu erreichen. Die Forscher empfehlen, sie nicht auf leeren Magen, sondern zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen. Für die gute Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren im Körper sind auch andere Nahrungsfette wichtig.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden in verschiedenen Formen und Dosierungen als Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle: 
Sowmyanarayanan V. Thuppal et al., Discrepancy between Knowledge and Perceptions of Dietary Omega-3 Fatty Acid Intake Compared with Omega-3-Index. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 24.8.2017, doi: 10.3390/nu9090930.


Finnische Forscher stellten eine klare Beziehung zwischen dem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko für die Herzinsuffizienz fest.

 

Finnische Forscher stellten eine klare Beziehung zwischen dem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko für die Herzinsuffizienz fest. Es steigt mit der verzehrten Salzmenge an, beim höchsten Verzehr verdoppelt sich das Krankheitsrisiko.

 

Ein hoher Salzverzehr gehört zu den wichtigsten Ursachen für einen zu hohen Blutdruck, er ist außerdem ein unabhängiger Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit und Schlaganfälle. Die Herzinsuffizienz gehört zu den wichtigsten kardiovaskulären Krankheiten, bei ihr ist jedoch die Rolle eines zu hohen Salzverzehrs bisher nur wenig bekannt. Finnische Forscher untersuchten daher in einer Studie die Beziehung zwischen der Salzaufnahme und der Herzinsuffizienz.

In die (prospektive) Beobachtungsstudie waren 4.630 Männer und Frauen im Alter von 25 bis zu 64 Jahren einbezogen. Sie hatten an der finnischen North Karelia Salt Study und an der National FINRISK Study in der Zeit von 1979 bis 2002 teilgenommen. Zu den bei allen Teilnehmern anfänglich erhobenen Daten gehörten eine Befragung über die Gesundheit sowie Messungen von Gewicht, Größe und Blutdruck. Außerdem wurden Blutproben genommen und die Sammlung vom 24-Stunden-Urin durchgeführt.

 

Die Bestimmung der Natrium-Extraktion in der Urin-Analyse gilt als „Goldstandard“ für die Einschätzung des Salzkonsums auf individueller Basis, da die aufgenommene Salzmenge vor allem über die Nieren ausgeschieden wird. Je nach der Höhe der täglichen Salzaufnahme wurden die Teilnehmer fünf Gruppen zugeordnet, angefangen mit Werten unter 6.8 g, dann ansteigend bis zum Konsum von mehr als 13,7 g Salz täglich.

 

Die Gesundheit der Teilnehmer wurde 12 Jahre lang mit Hilfe eines nationalen Gesundheits-Registers beobachtet. Die Fälle von Herzinsuffizienz ermittelten die Forscher mit Aufzeichnungen in Krankenhäusern, Arzneimittelerstattungen sowie aus den Ursachen für Todesfälle. Im Lauf der beiden Studien entwickelten 121 Männer und Frauen eine Herzinsuffizienz. Nach Anpassung von Alter, Geschlecht, Studienjahren etc. stieg das Risiko für die Herzkrankheit mit erhöhten Salzaufnahmen deutlich an. Im Vergleich zum niedrigsten Konsum unter 6,8 g täglich war das Risiko bei knapp 7 bis 9 g täglich bereits um 13 % erhöht, bei bis zu 11 g Salz täglich erhöhte es sich um 45 %. Die Risikowerte stiegen bis zum höchsten Verzehr ab 13,7 g Salz täglich weiter an, dabei verdoppelte sich das Krankheitsrisiko für die Herzinsuffizienz. Bezogen die Forscher zusätzlich den systolischen Blutdruck, das Gesamt-Cholesterin und den Body Mass Index ein, war beim höchsten Salzkonsum das Risiko für die Herzinsuffizienz immer noch um 75 % erhöht.

 

Professor Pekka Jousilahti, einer der beteiligten Forscher, weist darauf hin, dass die optimale Salzzufuhr pro Tag vermutlich noch unter dem in dieser Studie angesetzten Mindestwert von 6,8 Gramm täglich liegt. Hauptsächlich wird Salz aus verarbeiteten Lebensmitteln, aus Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren sowie aus Milchprodukten und Käse aufgenommen, hinzu kommt Salz aus diversen Fertiggerichten. Untersuchungen über den Salzverzehr in Deutschland zeigen, dass Männer im Durchschnitt täglich 10 g, Frauen 8,4 g Salz aufnahmen. Damit wäre ihr Risiko für die Herzinsuffizienz bereits leicht erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die maximale Aufnahme von 5 Gramm Salz täglich, der physiologische Bedarf wird mit 2 bis 3 Gramm noch geringer angesetzt. Professor Jousilahti sagt zu den Ergebnissen der finnischen Studie: „Das Herz mag kein Salz. Hohe Salzaufnahmen erhöhen deutlich das Risiko für die Herzinsuffizienz.“

 

Quelle:
High salt intake associated with doubled risk of heart failure. Pressemitteilung der European Society of Cardiology vom 27.7.2017 (Kongressbericht).


Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen.

 

Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen. Die Forscher kombinierten eine orale Immuntherapie mit Probiotika vom Typ der Laktobazillen.

 

Die (spezifische) Immuntherapie gehört seit einigen Jahren auch bei Nahrungsmittelallergien zu den möglichen Therapien. Damit lässt sich bei vielen Patienten eine gewisse Toleranz erreichen, doch bisher ist nur wenig über die Langzeitwirkung bekannt. Jetzt zeigte ein australisches Forscherteam, dass bei einer Erdnussallergie die Kombination der Immuntherapie mit einem Probiotikum auch noch nach mehreren Jahren erfolgreich sein kann. Die Forscher führten ihre (randomisierte, doppelblinde) Studie 18 Monate lang mit 56 Kindern im Alter von ein bis zu zehn Jahren durch, bei denen eine Erdnussallergie nachgewiesen war. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kinder erhielten eine orale Immuntherapie, dabei steigerten die Forscher bei allen nach und nach die Gaben der Erdnussproteine, um deren Toleranz zu erhöhen.

 

In einer Gruppe erhielten die Kinder zusätzlich Milchsäurebakterien vom Typ Lactobacillus rhamnosus. Sie unterstützen die gesunde Darmflora und können auch die Immunzellen ebenso wie die Immuntoleranz fördern. Die täglichen Bakteriengaben waren hoch dosiert in einem Bereich, der mit der Ernährung nicht erreichbar ist. Die Menge der Laktobazillen entsprach in etwa dem Inhalt von 20 Portionen Joghurt pro Tag. Zum Vergleich nahmen die Kinder in der Kontrollgruppe nur ein Placebo ein. Am Ende der Studie waren 23 von 28 Kindern (82,1 %), die kombiniert die Immuntherapie zusammen mit den Laktobazillen erhalten hatten, frei von allergischen Symptomen auf Erdnüsse. Das wurde mit einem Provokationstest nachgewiesen. In der Kontrollgruppe tolerierte dagegen nur ein Kind diesen Test.

 

Nach vier Jahren schlossen die Forscher eine weitere Untersuchung an, um bei den Kindern die Langzeitwirkungen der Kombinationstherapie zu prüfen. Daran nahmen noch 48 Kinder teil, 24 aus der Probiotika- und 24 aus der Kontrollgruppe. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihren Allergie-Symptomen, außerdem wurde ihre Reaktion auf Erdnüsse mit Allergie-Tests untersucht. In der Kontrollgruppe, die neben der oralen Immuntherapie nur ein Placebo erhalten hatte, war wiederum nur ein Kind frei von allergischen Symptomen. Rund zwei Drittel (16 von 24) der Kinder, die zusätzlich mit Laktobazillen behandelt wurden, hatten auch nach vier Jahren noch keine Symptome einer Erdnussallergie.

 

Die restlichen Kinder aus dieser Gruppe berichteten von leichteren Beschwerden, jedoch hatte keines von ihnen einen anaphylaktischen Schock erlebt. Auch die Ergebnisse der Allergie-Tests (Pricktest, IgG4, sIGE) zeigten bei den Kindern mit der Kombinationstherapie eine bessere Toleranz gegenüber Erdnussproteinen. Für die Forscher ist dies ein deutlicher Beweis, dass Erdnussallergien mit einer Kombination von Immuntherapie und Probiotika erfolgreich therapiert werden können. Sie wollen die Wirkungen nun in größeren Gruppen prüfen.

 

Unser Tipp: Laktobazillen gehören zu den sehr gut untersuchten Probiotika. Besondere Herstellungsverfahren garantieren eine hohe Zufuhr an gesunden Bakterien, dabei kann u.a. auch auf Milch- und Casein-Zusätze verzichtet werden. 


Quelle: 

Kuang-Chih Hsiao et al., Long-term clinical and immunological effects of probiotic and peanut oral immunotherapy after treatment cessation: 4-year follow up of a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. In: The Lancet Child & Adolescent Health, Online-Veröffentlichung vom 15.8.2017, doi: 10.1016.S2352-4642(17)30041-X.


Eine Ernährung, die reich an den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, verringert möglicherweise das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Raucher profitieren davon am stärksten.

 

Eine Ernährung, die reich an den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, verringert möglicherweise das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Raucher profitieren davon am stärksten.

 

Die Art von Nahrungsfetten spielt vermutlich eine Rolle bei der Entstehung von Lungenkrebs. Die Ergebnisse aus epidemiologischen Studien waren dazu bisher jedoch uneinheitlich. Daher werteten Forscher nun zehn große, internationale Bevölkerungsstudien aus. Sie stammten aus den USA, Europa und Asien, und daran nahmen fast 1,5 Millionen Personen teil. In allen Studien wurde zu Beginn mit Hilfe einer Ernährungs-Befragung bei den Teilnehmern bestimmt, wie hoch die tägliche gesamte Energieaufnahme war und welchen Anteil daran Kohlenhydrate, Proteine und Fette hatten. Bestimmt wurde bei den Fetten die Gesamtmengen, dazu wurde der Anteil an gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ermittelt.

 

Über die Zeit von im Durchschnitt rund zehn Jahren (maximal rund 21 Jahre) diagnostizierte man bei rund 18.800 Teilnehmern Lungenkrebs. Die Forscher setzten die Vorkommen von Lungenkrebs zu den Fettsäuren in Beziehung. Ihre Auswertung zeigte, dass bei einem hohen Fettkonsum das Risiko für Lungenkrebs allgemein um 7 % anstieg. Wurden besonders viel gesättigte Fettsäuren verzehrt, stieg das Risiko mit 14 % noch stärker an. Bei Rauchern war diese Beziehung mit einem Risikoanstieg von 23 % im Vergleich zu ehemaligen Rauchern und Nichtrauchern noch stärker ausgeprägt. Auch bei speziellen Lungenkrebs-Formen (Plattenepithel- und kleinzelliges Karzinom) war das Risiko durch einen hohen Konsum von gesättigten Fetten deutlich erhöht.

 

Teilnehmer, die dagegen reichlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufnahmen, konnten ihr Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich verringern. Es sank im Vergleich zu einem sehr geringen Konsum an gesunden Fettsäuren um 8 %. Die Forscher berechneten außerdem, wie sich das Krankheitsrisiko durch den Austausch von gesättigten Fetten gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren veränderte. Beim Verzicht von 5 % an gesättigten Fetten in der täglichen Energiebilanz verringerte sich mit der entsprechenden erhöhten Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren das Risiko für Lungenkrebs (Plattenepithel- und kleinzelliges Karzinom) um 16 bis 17 %. Experimentelle Studien zeigten überdies bereits, dass vor allem die Omega-3-Fettsäuren einen krebsschützenden Effekt haben können. Sie beeinflussen u.a. die Bildung von Zytokinen und die Genexpression, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind.

 

Unser Tipp: Die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem von den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen, lässt sich auch mit Nahrungsergänzungen deutlich verbessern.

 

Quelle:
Jae Jeong Yang et al., Dietary Fat Intake and Lung Cancer Risk: A Pooled Analysis. In: Journal of Clinical Oncology, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2017, doi: 10.1200/JCO,2017.73.3329.


Ein hoher Verzehr von Nüssen kann vermutlich das Risiko für den Lungenkrebs senken. Das gilt nach den Ergebnissen zweier Studien in einem geringeren Maß auch für Raucher.

 

Ein hoher Verzehr von Nüssen kann vermutlich das Risiko für den Lungenkrebs senken. Das gilt nach den Ergebnissen zweier Studien in einem geringeren Maß auch für Raucher.

 

Nüsse sind gesund, das zeigten bereits mehrere Studien, in denen sie dazu beitrugen, die Risiken für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes zu verringern. Es gab einige Hinweise, dass Nüsse möglicherweise auch das Risiko für den Lungenkrebs vermindern können. Dies haben US-amerikanische Forscher anhand von zwei Studien näher untersucht. Ausgewertet wurden Daten der italienischen EAGLE-Studie (Environment and Genetics in Lung Cancer Etiology), an der 2.000 Patienten mit Lungenkrebs und dazu 2.000 Gesunde in einer Kontrollgruppe teilnahmen. Einbezogen wurden weiter Daten aus der US-amerikanischen NIH-AARP-Studie (National Cancer Institute American Association of Retired Persons), einer großen Bevölkerungsstudie zur Ernährung und Gesundheit mit Daten von fast 500.000 älteren Teilnehmern.

 

Im Lauf dieser Langzeitstudie erkrankten rund 18.500 Teilnehmer an Lungenkrebs. In beiden Studien wurde u.a. die Häufigkeit des Verzehrs von Nüssen untersucht. Einbezogen waren Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln und Erdnüsse. Die Teilnehmer gaben jeweils an, ob sie Nüsse täglich, d.h. ein- oder mehrmals aßen oder ob sie Nüsse seltener oder auch niemals verzehrten. Je nach der Höhe des Nusskonsums wurden die Teilnehmer in Gruppen von sehr geringem bis zu einem sehr hohen Verzehr von Nüssen eingeteilt. Der Nussverzehr wurde dann zu den Vorkommen von Lungenkrebs in Beziehung gesetzt. Es zeigte sich, dass beim höchsten Verzehr von Nüssen das Risiko für den Lungenkrebs in der EAGLE-Studie um 26 %, in der NIH-AARP-Studie um 14 % sank. Dies galt im Vergleich zu den Teilnehmern, die Nüsse nur sehr gering oder nie aßen. Die Beziehung war in einem etwas geringeren Maß auch bei den Rauchern vorhanden. Am stärksten profitierten Raucher vom Nussverzehr, die täglich eine bis zu maximal 20 Zigaretten pro Tag rauchten.

 

Die Forscher vermuten, dass in Nüssen der hohe Gehalt an Substanzen, die vor dem oxidativen Stress schützen können, diesen Zusammenhang erklären könnte. Nüsse enthalten reichlich Omega-3-Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren, besonders Ölsäure, die antientzündlich wirken können. Sie enthalten dazu viele sekundäre Pflanzenstoffe, Polyphenole, Phytoöstrogene und Flavonoide, die antioxidativ wirken und dadurch die Karzinogenese (Krebsentstehung) hemmen könnten. Weiter vorhanden sind Inositol, Magnesium und Selen, die möglicherweise ebenfalls antikarzinogene Eigenschaften haben. Dabei könnten die enthaltenen pflanzlichen Substanzen mit den Antioxidantien möglicherweise synergistisch wirken und gemeinsam zur Verringerung von oxidativen Schäden beitragen.

 

Quelle:
Jennifer T. Lee et al., Nut Consumption and Lung Cancer Risk: Results from Two Large Observational Studies. In: Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention Vol. 26, Nr. 6, 2017, S. 826-36, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-16-0806.


Zu einer gesunden Ernährung gehört reichlich Gemüse. Viele Menschen halten es für wenig schmackhaft und schränken den Verzehr lieber ein.

 

Zu einer gesunden Ernährung gehört reichlich Gemüse. Viele Menschen halten es für wenig schmackhaft und schränken den Verzehr lieber ein. Eine Studie zeigt nun, wie man die Lust auf Gemüse auf einfache Weise mit der besseren Deklarationen steigern kann.

 

Ernährungsfachleute empfehlen seit Jahrzehnten, mehr Gemüse zu essen, oft ohne nennenswerten Erfolg oder sogar mit kontraproduktiven Wirkungen. Restaurants und andere Anbieter von Speisen, die bei ihren Angeboten den gesundheitlichen Nutzen hervorheben, haben damit oft keinen großen Erfolg. Zu viele Menschen halten eine gesunde Kost für wenig schmackhaft und schränken deren Verzehr daher lieber ein. Frauen, die täglich Gemüse essen, haben in Deutschland z.B. einen Anteil von 43 %, bei Männern ist der Anteil mit 25 % noch deutlich geringer (GEDA-Studie, 2015). Weiter zeigte sich z.B., dass Gerichte, die als gesund gekennzeichnet waren, zu höheren Hungerhormon-Werten führen im Vergleich zum gleichen Mahl, das ansprechender beschrieben wurde. US-amerikanische Forscher prüften daher in einer Studie, wie Menschen auf jeweils die gleichen Gemüsegerichte mit unterschiedlichen Deklarationen reagieren.

 

In einer großen Universitäts-Mensa wurden mehrere Gemüsesorten mit verschiedenen Botschaften angeboten: neutral nur mit dem Namen, gesundheitlich restriktiv, z.B. kalorienarm, gesundheitlich positiv, z.B. nährstoffreich, oder mit einer Botschaft versehen, die einen kulinarischen Genuss versprach. Geprüft wurde, ob und wie die Studenten auf die unterschiedlichen Botschaften reagieren und wann sie häufiger oder seltener zu Gemüseangeboten greifen. 46 Tage lang hatten die Studenten die Wahl bei verschiedenen Gemüsesorten, die jeweils auf die gleiche Weise zubereitet, jedoch anders deklariert waren. So wurden Zucchini einmal nur als solche und damit neutral bezeichnet, zum anderen aber mit einer Genussbotschaft versehen und als „geröstete karamellisierte Zucchinihappen“ angeboten.

 

Bei den gesundheitsbezogenen Botschaften wurden sie einmal restriktiv als „kalorienarme Wahl Zucchini“, zum anderen positiv als „nährstoffreiche grüne Zucchini“ gekennzeichnet. Die Forscher untersuchten, wie sich die Bezeichnung der Gemüse auf die Anzahl der Esser und die Portionen auswirkten. Bezeichnungen, die einen kulinarischen Genuss versprachen, waren besonders förderlich. Im Gegensatz zum neutralen Gemüsenamen steigerte sich mit dem Genussversprechen die Zahl der Gemüseesser allgemein um 25 %. Noch besser schnitt die Genussbotschaft mit 41 % mehr Zugriffen im Vergleich zur restriktiven Gesundheitsbotschaft ab. Im Vergleich zur positiven Genussbotschaft hatte das Genussversprechen immerhin noch 35 % mehr Zugriffe. Auch die Größe der Portionen wurde durch die Deklarierung beeinflusst. Im Vergleich zum neutralen Gemüsenamen erhöhten sich die Portionen mit der Genussbotschaft um 23 %. Im Vergleich zur gesunden restriktiven Botschaft steigerten sich die Portionen mit der Genussbotschaft um 33 %.

 

Gemüse mit genussvollen Beschreibungen erhöhte also signifikant die Zahl der Personen, die Gemüse wählten und die Mengen, die sie verzehrten, ganz ohne Veränderungen in der Zubereitung. Diese Ergebnisse halten die Forscher für eine Herausforderung in Bezug auf verbreitete Empfehlungen, die sich meist allein auf die gesunden Vorteile von Gemüse richten. Die Forscher empfehlen zur Förderung des Gemüsekonsums eine einfache Strategie, die bereits bei Kindern erfolgreich angewendet wurde: „Indem man dieselben genussvollen, aufregenden und köstlichen Beschreibungen verwendet, wie sie für beliebtere, aber weniger gesunde Lebensmittel üblich sind.“ Die Forscher sind der Ansicht, dass dies sowohl in Speisebetrieben als auch bei Lebensmittelangeboten leicht eingeführt werden kann. Damit ließe sich die Wahl von gesünderen Angeboten beim Essen fördern.

 

Quelle: 
Bradley P. Turnwald et al., Association Between Indulgent Descriptions and Vegetable Consumption: Twisted Carrots and Dynamite Beets. In: JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2017, doi: 10.1001/jamainternmed.2017.1637.


Schlafstörungen können viele Ursachen haben, dazu gehören u.a. nachts auftretende Schmerzen. Vitamin D-Ergänzungen könnten in Kombination mit einer guten Schlafhygiene die Schlafqualität verbessern und nächtliche Schmerzen lindern.

 

Schlafstörungen können viele Ursachen haben, dazu gehören u.a. nachts auftretende Schmerzen. Vitamin D-Ergänzungen könnten in Kombination mit einer guten Schlafhygiene die Schlafqualität verbessern und nächtliche Schmerzen lindern

 

Chronische Schmerzen, z.B. aufgrund von rheumatoider Arthritis oder Fibromyalgie etc., können den Nachtschlaf erheblich stören. Dabei verlängert sich meist die Einschlafdauer und insgesamt ist der Schlaf nur wenig erholsam, oberflächlich und häufig unterbrochen. Der Schlaf ist ein sehr komplexer biologischer Prozess, der von verschiedenen Regionen im zentralen Nervensystem reguliert wird. Dazu gehört vor allem der Hypothalamus (im Zwischenhirn) als Regulationszentrum in Kombination mit verschiedenen Neurotransmittern (Substanzen, die Reize auf andere Nervenzellen übertragen). Schmerzen werden sowohl vom zentralen als auch vom peripheren Nervensystem reguliert. Dort ist das Immunsystem an entzündlichen Prozessen beteiligt, die zur erhöhten Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie) beitragen können. Eine schlechte Schlafqualität und Schlafstörungen sind oft mit einer Hyperalgesie verbunden.

 

Neuere Studien zeigen, dass Vitamin D bei nächtlichen Schmerzen eine Rolle spielen kann. Ein brasilianisches Forscherteam wertete in einem Review Studien aus, in denen der Einfluss von Vitamin D auf Schlafstörungen, die von Schmerzen abhängen, untersucht wurde. Vitamin D ist vor allem für seine Wirkungen auf den Knochenstoffwechsel bekannt, doch es hat im Körper viele andere Funktionen. Dazu gehören u.a. der Einfluss auf das Immunsystem und auf Schmerzen (nozizeptive Sensitivität) sowie die Anpassung an den Schlaf-Wach-Zyklus. Neuere Studien zeigten z.B. bei geringeren Vitamin D-Werten eine kürzere Schlafdauer, auch der REM-Schlaf (rapid eye movements) konnte beeinträchtigt sein. Weiter zeigte sich, dass sich bei einer guten Vitamin D-Versorgung die Schlafqualität verbesserte. Vitamin D scheint auch antientzündliche Prozesse anzuregen und könnte so die Schmerzempfindungen bei vielen Krankheiten lindern. Einige Studien zeigten bereits, dass Vitamin D-Ergänzungen Schmerzen im Muskel-Skelett-System verringern konnten, z.B. bei Fibromyalgie und rheumatoider Arthritis.

 

Noch sind viele Mechanismen in der komplexen Beziehung zwischen Schmerzempfinden, Schlaf-Wach-Zyklus und Vitamin D nicht genau erforscht. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Einfluss von Vitamin D auf den Schlaf-Wach-Zyklus und das Schmerzempfinden darauf basieren könnte, dass beide einige Neurotransmitter bei ähnlichen Abläufen miteinander teilen. Die Forscher ziehen das Fazit: Die gute Versorgung bzw. die Ergänzung von Vitamin D könnte in Kombination mit einer guten Schlafhygiene in Zukunft dazu beitragen, Schmerzen zu verringern und damit die Schlafqualität zu verbessern.

 

Unser Tipp: Bei vielen Menschen ist die Versorgung mit Vitamin D zu gering, die Aufnahme kann mit Nahrungsergänzungen verbessert werden. Deren Qualität ist erhöht, wenn bei der Herstellung auf unerwünschte Zusatzstoffe verzichtet wird.

 

Quelle:
Daniela Leite de Oliveira et al., The interfaces between vitamin D, sleep and pain. In: Journal of Endocrinology, Online-Veröffentlichung vom 23.5.2017, doi: 10.1530/JOE-16-0514.


Glutenfrei zu essen, ohne von einer Unverträglichkeit betroffen zu sein, ist nicht unbedingt gesund.

 

Glutenfrei zu essen, ohne von einer Unverträglichkeit betroffen zu sein, ist nicht unbedingt gesund. Eine Studie zeigt, dass die glutenfreie Kost bei Gesunden Herzkrankheiten nicht vorbeugen kann, und sie hat einige Nachteile.

 

Gluten (Klebeeiweiß) ist im Weizen und in anderen Getreidearten (Roggen, Gerste, Hafer etc.) vorhanden, es sorgt als Emulgator z.B. für die Backfähigkeit von Mehlen. Menschen, die von Zöliakie, einer Autoimmunkrankheit mit Gluten-Unverträglichkeit, oder Gluten-Sensitivität, betroffen sind, können glutenhaltige Lebensmittel nicht vertragen. Sie reagieren darauf bei Zöliakie mit Entzündungen im Dünndarm, das kann heftige Darmbeschwerden und Blähungen sowie die geringere Resorption von Nährstoffen auslösen. Mit der Zeit können auch Herzerkrankungen, Blutarmut und Osteoporose entstehen. Bei einer Gluten-Sensitivität kann Gluten ebenfalls einige unspezifische Symptome auslösen, ohne dass die Zöliakie vorhanden ist. Generell sind von der Zöliakie und Gluten-Sensitivität nur wenige Menschen betroffen.

 

Mit dem inzwischen größeren Angebot an glutenfreien Lebensmitteln greifen aber immer mehr Menschen, die Gluten vertragen, ebenfalls zu solchen Produkten. Viele Menschen glauben, das sei gesünder und verhindert Übergewicht. In den USA ist heute schon jeder Vierte der Ansicht, dass eine glutenfreie Ernährung für jeden Menschen gesund sei. Die „Selbstdiagnose“ der Gluten-Unverträglichkeit ist jedoch nicht empfehlenswert, man sollte es medizinisch klären lassen, ob man von einer Zöliakie oder Gluten-Sensitivität betroffen ist. Wer freiwillig auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet, nimmt damit weniger B-Vitamine und Ballaststoffe auf, die positiv die Darmfunktionen stärken und den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen. Eine neue US-Studie zeigt, dass die glutenfreie Ernährung für gesunde Menschen keinerlei Vorteile für die Herzgesundheit bringt und allgemein gesundheitliche Nachteile hat.

 

Die Forscher werteten die Ergebnisse zweier großer Bevölkerungsstudien (Nurses Health Study und Health Professionals Follow-up Study) aus der Zeit von 1986 bis 2010 aus. Enthalten waren viele Ernährungs- und Gesundheitsdaten von rund 110.000 US-amerikanischen Männern und Frauen. Ausgeschlossen waren in der Analyse grundsätzlich alle Teilnehmer, die von einer Zöliakie betroffen waren. Die Forscher wollten klären, ob auch gesunde Menschen von einer glutenfreien Ernährung profitieren und damit Herzerkrankungen vorbeugen können. Die Teilnehmer gaben alle vier Jahre genaue Auskünfte über ihre Ernährung, einschließlich des Verzehrs von glutenhaltigen oder -freien Lebensmitteln. Je nach ihrer Gluten-Aufnahme wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt, vom niedrigsten bis zum höchsten Konsum.

 

Im Lauf der langjährigen Beobachtungszeit traten bei den Teilnehmern rund 6.500 Fälle von koronaren Herzkrankheiten auf. Die Analysen ergaben, dass der Gluten-Verzehr keinerlei Einfluss auf die Entstehung dieser Herzerkrankungen hatte, ganz gleich wie viel oder wenig Gluten die Teilnehmer aufnahmen. Die Forscher prüften außerdem, ob sich der Verzicht auf  Gluten schädlich auswirken kann. Hier zeigte sich, dass bei Menschen, die aus Angst vor Gluten auf Vollkornprodukte in der Ernährung verzichteten, das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 15 % erhöht war.

 

Die Forscher ziehen den Schluss, dass bei Menschen, die nicht an Zöliakie leiden, das Nahrungs-Gluten nicht mit dem Risiko für Herzerkrankungen verbunden ist. Bei ihnen kann die Vermeidung oder Einschränkung von Vollkornprodukten als Teil einer glutenfreien oder -reduzierten Ernährung sogar die Risiken für Herzerkrankungen erhöhen. Die Forscher empfehlen daher, den Verzehr einer glutenfreien Ernährung nicht generell zu fördern. Es sollten nur die Menschen glutenfrei essen, die tatsächlich von Zöliakie oder der Gluten-Sensitivität betroffen sind. In weiteren Studien soll nun geprüft werden, ob die Aufnahmen von Gluten auch andere Krankheiten beeinflussen können.

 
Quelle:
Benjamin Lebwohl et al., Long term gluten consumption in adults without celiac disease and risk of coronary heart disease: prospective cohort study. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 2.5.2017, doi: 10.1136/bmj.j1892.


Der reichliche Verzehr von Broccoli kann die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm verändern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der reichliche Verzehr von Broccoli kann die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm verändern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der Magen-Darm-Trakt wird von unzähligen Bakterien besiedelt, deren Zusammensetzung u.a. von der Ernährung abhängt. Wie aber bestimmte Lebensmittel die Mikrobiota beeinflussen, das ist bisher noch recht wenig erforscht. Von Kohlsorten (Kreuzblütler), z.B. Broccoli, Blumenkohl und Weißkohl, sind gute gesundheitliche Wirkungen bekannt. Das wird vor allem auf ihren recht hohen Gehalt an Glucosinolaten (auch Senfölglycoside genannt) zurückgeführt, die u.a. antibakteriell wirken können. Beim Broccoli ist z.B. erforscht, dass er zur Krebsprävention aufgrund eines hohen Anteils an Glucosinolaten beitragen kann. Besonders wichtig ist dabei Glucoraphanin, das mit Hilfe des Enzyms Myrosinase zum Senföl Sulphoraphan (Isothiocyanat) gespalten wird, ein sekundärer Pflanzenstoff mit starken antioxidativen, antibiotischen und antikarzinogenen Eigenschaften. Auch das für seine Spaltung nötige Enzym Myrosinase kommt im Broccoli vor, wird jedoch beim Kochen abgebaut.

 

Bei Nagetieren hatte man bereits beobachtet, dass die Aktivität dieses Enzyms bei einem regelmäßigen Kohlkonsum höher ist und offenbar grundlegende Funktionen für die Mikrobiota haben könnte. Um diese Zusammenhänge näher zu klären, führte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern eine kleine Studie mit 18 gesunden Männern und Frauen durch. Sie prüften den Einfluss eines regelmäßigen Broccoli-Verzehrs auf die Mikrobiota im Darm und die Rolle von Mikroben bei der Glucosinolat-Hydrolyse (Spaltung durch Reaktion mit Wasser).

 

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß täglich 200 Gramm von gekochtem Broccoli und 20 Gramm Daikon-Rettich (asiatischer Rettich), der eine gute Quelle für das Enzym Myrosinase ist. Die andere Gruppe aß in der gleichen Zeit zur Kontrolle eine Kost, die keinerlei Kohlsorten enthielt. Nach einem Tag Pause tauschten die beiden Gruppen diese Kost, so dass am Studienende für jeden Teilnehmer Ergebnisse aus einer Periode mit und ohne Broccoli verfügbar waren. Anhand von Stuhlproben der Teilnehmer wurden im Lauf der Studie mehrere mikrobielle Analysen durchgeführt. Der regelmäßige Verzehr von Broccoli beeinflusste die Bakteriengemeinschaft im Darm.

 

Durch seinen Konsum veränderte sich das Verhältnis von Bacteroidetes zu Firmicutes, die ersteren gehören zur häufigsten Bakteriengruppe der normalen Darmflora, zu den letzteren gehören nützliche, aber auch viele schädliche Bakterien. Die Teilnehmer in der Broccoli-Periode erhöhten das Verhältnis der beiden Bakterienarten um bis zu 37 %. Während der kohlfreien Kost verringerte sich dagegen dieses Verhältnis. Speziell die Gattung der Bacteroides erhöhte sich z.B. um 6 % beim Broccoli-Verzehr und sank um 2 % in der Kontrollgruppe ohne Kohl.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Verzehr von Broccoli die Vielfalt und Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm bei gesunden Menschen beeinflusst. Für die Forscher verbessern sich damit die Kenntnisse über die Rolle der bakteriellen Hydrolyse von pflanzlichen Nährstoffen. Die Forscher bewerten den Anstieg von Bacteroides als besonders wichtig, weil man für eine spezielle Form dieser Bakterien (Bacteroides thetaiotaomicron) bereits experimentell nachweisen konnte, dass sie Glucosinolate nutzen können.

 

Unser Tipp: Im Alltag dürfte es etwas eintönig sein, jeden Tag Brokkoli zu essen. Samenextrakte aus dem Brokkoli mit Sulphoraphan-Glucosinolaten sind auch als Nahrungsergänzung erhältlich.

 

Quelle:
Jennifer L. Kaczmarek et al., Broccoli Consumption Impacts the Human Gastrointestinal Microbiota. In: FASEB Journal Vol. 31, Nr 1 Supplement 965.18.


Die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer sind seit langem bekannt. Dazu gehören der Einfluss auf die Verdauung sowie die Linderung von Schmerzen

 

Die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer sind seit langem bekannt. Dazu gehören der Einfluss auf die Verdauung sowie die Linderung von Schmerzen, Übelkeit und Brechreiz. Eine chinesische Studie zeigt, dass Ingwer auch zur Prävention von einigen chronischen Krankheiten beitragen kann.

 

Der Ingwer hat sich als Gewürz längst auch in unseren Küchen durchgesetzt, er ist außerdem für seine Wirkungen als Heilpflanze bekannt. Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind ätherische Öle enthalten, die dem Ingwer nicht nur den scharf-aromatischen Geschmack verleihen, sie wirken antioxidativ und antientzündlich und können das Immunsystem stärken. Es gibt Hinweise, dass Ingwer auch zur Vorbeugung vor chronischen Krankheiten beitragen könnte. Dies untersuchten chinesische Forscher in einer Bevölkerungsstudie, an der rund 4.300 Personen im Alter von 18 bis zu 77 Jahren teilnahmen. Sie wurden zu ihrer Gesundheit und Ernährung, einschließlich Ingwer-Verzehr, befragt.

 

Die Teilnehmer wurden dann in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß mit 0 bis 2 Gramm täglich entweder keinen oder nur wenig Ingwer, die zweite Gruppe lag mit 2 bis 4 Gramm Ingwer täglich im mittleren Bereich, die dritte Gruppe verzehrte mit 4 bis 6 Gramm täglich relativ viel Ingwer. Anhand der krankheitsbezogenen Daten der Teilnehmer untersuchten die Forscher, ob es zwischen der Ingwer-Aufnahme und den Vorkommen von chronischen Krankheiten eine Beziehung gab. Einbezogen waren z.B. Diabetes, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten, Störungen im Fettstoffwechsel und in den Blutgefäßen des Gehirns.

 

Grundsätzlich waren die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer stärker ausgeprägt, wenn die täglichen Aufnahmen höher waren. Deutlich präventive Wirkungen zeigten sich durch den täglichen Ingwer-Verzehr vor allem beim Blutdruck, im Durchschnitt verringerte er sich durch Ingwer um 8 %, etwas weniger im höheren Alter. Noch etwas stärker präventiv wirkte der Ingwer auf die koronaren Herzkrankheiten, die sich um 13 % verringerten. Mit dem höheren Alter nimmt das Risiko für Herzkrankheiten allgemein zu, bei einem guten Verzehr blieb die Risikosenkung durch den Ingwer aber auch ab dem Alter von 60 Jahren erhalten.

 

Diese Ergebnisse zeigen, dass Ingwer wahrscheinlich zur Vorbeugung gegenüber einigen chronischen Krankheiten beitragen kann. Das betrifft vor allem für den Bluthochdruck und die koronaren Herzkrankheiten, gilt aber vermutlich auch für andere chronische Krankheiten. Das müsste zwar in weiteren Studien näher untersucht werden, doch schon jetzt geben die Forscher eine (vorläufige) Empfehlung: Die Einnahme von 2 bis 4 Gramm Ingwer täglich könnte zur Vorbeugung vor chronischen Krankheiten beitragen.

 

Unser Tipp: Ingwer ist vor allem in der asiatischen Küche ein beliebtes Gewürz und lässt sich sehr gut auch als Tee bzw. Ingwerwasser zubereiten. Wer den scharfen Geschmack nicht mag, kann Ingwer auch als Extrakt separat oder in der Mischung mit anderen Pflanzenextrakten aufnehmen.

 

Quelle:
Yu Wang et al., Evaluation of daily ginger consumption for the prevention of chronic diseases in adults: A cross-sectional study. In: Nutrition Vol. 36, Nr. 4, 2017, S. 79-84, doi: 10.1016/j.nut.2016.05.009.


Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD).

 

Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD). Antioxidantien aus Obst und Gemüse können dazu beitragen, die Lunge vor oxidativen Schäden besser zu schützen und so der COPD vorbeugen.

 

Die COPD ist eine weltweit verbreitete Lungenkrankheit, und immer mehr Menschen, vor allem Raucher und Ex-Raucher, erkranken daran. Bei der Entstehung dieser Krankheit spielen der oxidative Stress und entzündliche Prozesse eine wichtige Rolle. Beide können durch die Aufnahme von Antioxidantien verringert werden. Zu ihnen gehören eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und viele sekundäre Pflanzenstoffe, die in Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind.

 

Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm prüften in einer Studie, ob und wie der Verzehr von Obst und Gemüse die Vorkommen der COPD beeinflusst. Sie werteten Daten aus einer Bevölkerungsstudie mit rund 44.500 Männern im Alter von 45 bis zu 79 Jahren aus. Alle Teilnehmer litten zu Beginn der Studie nicht an Lungenkrankheiten. Im Lauf der Beobachtungszeit von im Durchschnitt 13 Jahren erkrankten 1.918 Männer an der COPD, 34% von ihnen waren Raucher, knapp 39 % gehörten zu den Ex-Rauchern. Wenn die Raucher weniger als zwei Portionen Obst und Gemüse täglich verzehrt hatten, war ihr Krankheitsrisiko für die Entstehung einer COPD deutlich höher im Vergleich zu Ex-Rauchern, die ebenfalls einen geringen Konsum hatten. Am niedrigsten war das COPD-Risiko bei Teilnehmern, die täglich reichlich Obst und Gemüse in den von empfohlenen Mengen aßen. Das sind täglich 3 Portionen Gemüse und Salat (400 Gramm) sowie zwei Portionen Obst (250 Gramm).

 

Pro verzehrter Portion Obst oder Gemüse sank das COPD-Risiko bei den Rauchern um 8%, bei den Ex-Rauchern um 4%. Besonders effektiv waren dabei Äpfel. Birnen, grüne Blattgemüse und Paprikaschoten, andere Obst- und Gemüsesorten wirkten sich etwas geringer auf die Prävention aus. Bei Nichtrauchern, die generell ein geringeres COPD-Risiko hatten, wirkte sich ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse nicht auf das COPD-Risiko aus. Raucher mit dem höchsten Verzehr konnten ihr COPD-Risiko dagegen insgesamt um 40% verringern im Vergleich zu einem nur sehr geringen Konsum. Bei den Ex-Rauchern mit hohem Obst- und Gemüse-Verzehr sank das COPD-Risiko um 34%.

 

Die Studie zeigt, dass ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse mit verringerten Vorkommen der COPD verbunden ist. Das galt sowohl für Raucher als auch für Ex-Raucher. Die Forscher vermuten, dass die in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien den schädlichen Einfluss des Rauchens auf den oxidativen Stress und Entzündungen vermindern können. Mehr Obst und Gemüse können so zur Vorbeugung der COPD beitragen.

 

Unser Tipp: Antioxidativ wirkende Mikro-Nährstoffe sind in guten Mischungen auch als Nahrungsergänzungen erhältlich.

 

Quelle:
Joanna Kaluza et al., Fruit and vegetable consumption and risk of COPD: a prospective cohort study of men. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 22.2.2017, doi: 10.1136/thoraxjnl-2015-207851.


Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind

 

Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind.

 

Magnesium ist ein essentielles Spurenelement, das bei vielen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Es beeinflusst zelluläre, neurologische und muskuläre Funktionen und ist auch ein Bestandteil der Knochen. Rund zwei Drittel des gesamten Magnesiums im Körper sind im Knochengewebe angesiedelt. Einige Studien zeigten, dass Magnesium gut auf die Knochengesundheit einwirkt. Bisher fehlte es jedoch an Nachweisen, in denen Magnesium in Bezug auf Knochenbrüche untersucht wurde. Ein Team aus englischen und finnischen Forschern prüfte diese Wirkung im Rahmen einer großen finnischen Bevölkerungsstudie (Kuopio Ischemic Heart Disease).

 

Einbezogen waren 2.245 Männer im Alter von 42 bis zu 61 Jahren. Zu Beginn wurden ihre Magnesium-Werte im Blutserum gemessen, sie nahmen außerdem an einer Ernährungsbefragung teil. Im Lauf der langen Beobachtungszeit von rund 25 Jahren traten bei den Teilnehmern 123 Knochenbrüche auf, 78 davon im Hüftbereich. Magnesium war mit dem Risiko für Knochenbrüche allgemein verbunden, das galt auch, wenn andere Risikofaktoren einbezogen wurden.

 

Männer mit den niedrigsten Magnesium-Konzentrationen hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, das galt vor allem für Brüche im Hüftbereich. Männer mit den besten Magnesium-Werten (ab 2,3 mg/dl) waren dagegen deutlich besser vor Knochenbrüchen geschützt. Sie hatten ein um 44 % verringertes Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Auffällig war, dass die Aufnahme von Magnesium aus der Ernährung nicht direkt mit den Knochenbrüchen verbunden war. Generell hängen die Magnesium-Werte im Blut von der Zufuhr von Magnesium aus Lebensmitteln und Wasser ab. Trotz genügend Magnesium in der Nahrung kann die Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesium, z.B. bei älteren Menschen, bei Darm- und Nierenstörungen oder auch bei der Nutzung bestimmter Medikamente (z.B. Diuretika etc.), beeinträchtigt sein. Wird reichlich Magnesium, z.B. aus dunklem Blattgemüse, Nüssen, Samen und Avocados, aufgenommen, führt dies dann nicht unbedingt zu verbesserten Magnesium-Werten im Blut. Hier könnten Ergänzungen dann eher zu einer besseren Versorgung mit Magnesium führen.

 

Noch ist nicht genau geklärt, wie Magnesium zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen kann und wie zu geringe Magnesium-Konzentrationen die Knochengesundheit beeinträchtigen. In Frage kommen z.B. ein verschlechtertes Knochenwachstum, geringere Knochendichte und Osteoporose. Magnesium wirkt außerdem über einen vom Stickoxid abhängigen Mechanismus auch auf die Aktivität der Osteoblasten und die Anzahl der Osteoklasten (Knochenzellen) ein. Auch wenn dazu bisher nicht alle Fragen geklärt sind, halten die Forscher die Wirkung von Magnesium für beachtlich. Sie vermuten, dass gute Magnesium-Werte im Blutserum zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen können.

 

Dies sollte in weiteren Studien untersucht werden. Bei älteren Menschen und bei denen, die ein erhöhtes Risiko für eine geringe Versorgung mit Magnesium haben, kann es sinnvoll sein, die Magnesium-Werte zu bestimmen. Man schätzt, dass etwa 2,5 bis 15 % der Bevölkerung nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind. Symptome können vor allem bei niedrigen Konzentrationen (unter 2 mg/dl) entstehen. Reicht die Versorgung nicht aus, dann ist die Ergänzung ein Weg, Magnesium im Serum zu erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen, gleich ob als Einzel- oder im Multipräparat, kommt es auch auf die Qualität an. Das betrifft z.B. die Magnesiumverbindung: Magnesiumcitrate oder -glukonate sind besser bioverfügbar.

 

Quelle:
Setor Kwadzo Kunutsor et al., Low serum magnesium levels are associated with increased risk of fractures: a long-term prospective cohort study. In: European Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 12.4.2017, doi: 10.1007/s10654-017-0242-2.


Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an.

 

Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an. Die Einnahme von Probiotika mit Laktobazillen und Bifidobakterien kann dazu beitragen, allergische Beschwerden zu lindern.

 

Viele Studien zeigten bereits, dass Probiotika, die gesunden Bakterien im Darm, dazu beitragen, die Immunanwort auf Allergene zu regulieren. Damit könnten auch  die saisonalen Belastungen durch Heuschnupfen sinken. Doch nicht alle Arten von Probiotika zeigten die gleichen Wirkungen. Bekannt ist, dass eine Kombination von Laktobazillen und Bifidobakterien nicht nur die gesunde Verdauung stärkt, sondern auch auf das Immunsystem einwirkt. Die beiden Bakterienarten erhöhen vermutlich den Anteil der regulatorischen T-Zellen, die wiederum die Toleranz gegenüber Heuschnupfen-Allergenen verstärken könnten.

 

In einer Studie prüften US-amerikanische Forscher der University of Florida eine Kombination von drei Bakterienarten, mit der Allergie-Symptome verringert werden könnten. Einbezogen waren Lactobacillus gasseri und die beiden Bifidobakterien bifidum und longum. Die Forscher führten eine (doppelblinde, Placebo-kontrollierte, randomisierte) klinische Studie mit 173 Teilnehmern durch. Alle litten unter saisonal auftretenden Allergien mit leichten bis mittleren Beschwerden, waren ansonsten jedoch gesund. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe  nahmen in der Allergie-Saison im Frühjahr acht Wochen lang täglich zwei Kapseln ein, die 1,5 Milliarden Bakterien-Einheiten pro Kapsel ergänzten.

 

Die andere Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo ein. Anhand von Stuhlproben wurden im Lauf der Studie die Veränderungen in den Bakterien-Spezies analysiert. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem wöchentlich die Allergie-Beschwerden ermittelt. Bei einer Untergruppe von 72 Teilnehmern wurden außerdem Blutproben genommen. Darin wurden die Anteile für das Serum-Immunglobulin E (Abwehrstoff des Immunsystems) und die regulatorischen T-Zellen bestimmt. Damit prüften die Forscher, ob sich die Toleranz gegenüber den Heuschnupfen-Symptomen erhöht hatte.

 

Die Analyse der Stuhlproben zeigte, dass mit der Einnahme von Probiotika der Anteil der gesunden Bakterien angestiegen war. Bis zur sechsten Woche zeigte sich dazu in der Probiotika-Gruppe ein ansteigender Trend für bessere Werte im Serum-Immunglobulin E und in den T-Zellen. Die Teilnehmer aus der Gruppe mit Probiotika berichteten über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität vom Studienbeginn bis zum Höhepunkt der Pollen-Belastung. Sie litten weniger unter allergischen Nasen-Symptomen und fühlten sich in ihren täglichen Aktivitäten weniger beeinträchtigt.

 

Unser Tipp: Probiotika gibt es in vielen Zusammensetzungen, auch mit der hier untersuchten Mischung von Laktobazillen und den Bifidobakterien bifidum und longum. Wichtig ist dabei nicht nur die Anzahl der Bakterien pro Kapsel, sondern auch die Qualität der Zubereitung, z.B. in Bezug auf die Stabilität der Bakterien.

 

Quelle:
Jennifer C. Dennis-Wall et al., Probiotics (Lactobacillus gasseri KS-13, Bifidobacterium bifidum G9-1, und Bifidobacterium longum MM-2) improve rhinoconjunctivitis-specific quality of life in individuals with seasonal allergies. a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 105, Nr. 3, 2017, doi: 10.3945/ajcn.116.140012.


Übergewichtige leiden häufiger unter chronischen Schmerzen. Wenn sie sich aber mediterran ernähren und mehr Fisch und pflanzliche Proteine essen, können sich ihre Schmerzen verringern.

 

Übergewichtige leiden häufiger unter chronischen Schmerzen. Wenn sie sich aber mediterran ernähren und mehr Fisch und pflanzliche Proteine essen, können sich ihre Schmerzen verringern.

 

Einige Studien zeigten bereits, dass übergewichtige Menschen für chronische Schmerzen anfälliger sind. Das lässt sich vermutlich durch die verstärkte Neigung zu Entzündungen bei Übergewichtigen erklären. Die Ernährung kann sowohl Stoffe enthalten, die Entzündungen fördern, aber auch verringern können. Der erhöhte Konsum von Süßigkeiten, raffinierten Kohlenhydraten und Fleischwaren kann z.B. Entzündungen fördern. Sie verlaufen im übrigen nicht nur akut, sondern können mit einem niedrigen Grad auch unbemerkt verlaufen. Das kann langfristig z.B. zur Entstehung von Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten beitragen. Gemüse, Obst und Gewürze enthalten dagegen viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und antientzündlich wirken.

 

Auch die Omega-3-Fettsäuren, die in pflanzlichen Ölen und vor allem in fettreichen Fischen vorkommen, haben starke antientzündlich wirkende Effekte. Entsprechend könnte eine gesunde Ernährung mit vielen antientzündlichen Inhaltsstoffen dazu beitragen, Schmerzen zu verringern. Besonders gut untersucht ist hier die mediterrane Ernährung, die mit ihrem reichlichen Angebot an Gemüse, Obst, Nüssen und Fisch die Zufuhr vieler antientzündlicher Stoffe sichert.

 

Ein Team von Psychologen und Medizinern der Ohio State University in den USA untersuchte in einer Studie, ob und wie sich die Ernährung von Übergewichtigen auf die Schmerzvorkommen auswirkt. Sie entwickelten ein Modell, mit dem sie bestimmen konnten, ob eine antientzündliche Ernährung die Schmerzentwicklung bei Übergewichtigen beeinflussen kann. Sie nutzten dafür Daten aus einer Studie mit 98 gesunden Normal- und Übergewichtigen im Alter von 20 bis zu 78 Jahren. Sie gaben dabei auch Auskunft über ihr soziales Umfeld, Gesundheit und Ernährung, Gewicht und Schmerzvorkommen. Genau bestimmt wurden bei allen Teilnehmern der Body Mass Index (BMI), Taillenumfang und die Anteile des Körperfetts.

 

Alle Teilnehmer führten außerdem für 24 Stunden ein Nahrungs-Protokoll. Die jeweilige Nahrungsqualität wurde mit einem Index für gesundes Essen bewertet. Hinzu kamen die Ergebnisse einer Schmerzbefragung sowie andere möglicherweise beeinflussende Faktoren wie z.B. Alter, Depressionen und der Gebrauch von Schmerzmedikamenten.

 

Die Auswertung bestätigte die Beziehungen zwischen den BMI-Werten, den Schmerzvorkommen und der Qualität der Ernährung. Die Forscher ziehen das Fazit, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Nahrung bei Übergewicht eine wichtige Rolle spielt. Die gesunde Ernährung mit guten Anteilen von Fischen und pflanzlichen Proteinen, z.B. aus Erbsen, Bohnen und Nüssen, ist ein Schlüssel dazu, mit antientzündlichen Mikro-Nährstoffen den chronischen Schmerzen bei Übergewicht vorzubeugen oder sie zumindest zu verringern.

 

Quelle:
Charles F. Emery et al., Dietary intake mediates the relationship of body fat to pain. In: Pain Vol. 158, Nr. 2, 2017, S. 273-277, doi: 10.1097/j.pain.0000000000000754.


Fischöle enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken können.

 

Fischöle enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken können. In einer Meta-Analyse zeigte sich, dass davon besonders Patienten mit der rheumatoiden Arthritis profitierten.

 

Viele Arthritis-Patienten nehmen Fischöl-Ergänzungen ein, um ihre Symptome zu lindern. Enthalten sind darin die gesunden Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Sie sind u.a. an der Bildung von Fett-Mediatoren (z.B. Eicosanoiden) beteiligt, die Entzündungen regulieren. Die antientzündliche Wirkung von EPA und DHA könnte möglicherweise auch bei Arthritis zur Schmerzlinderung beitragen. Bei dieser Muskel-Skelett-Störung treten Gelenkschmerzen und -steifheit, Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit auf. Dazu gehören die rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunkrankheit mit Gelenkentzündungen, und die Arthrose, eine degenerative Krankheit, die ebenfalls mit Entzündungsprozessen verbunden ist.

 

Bisher gab es über die Beziehung von Fischölen zur Arthritis nur begrenzte Nachweise. Eine Forschergruppe untersuchte daher in einem Meta-Analyse, ob die Ergänzung von Fischölen die Schmerzen von Arthritis-Patienten lindern und auch die klinischen Ergebnisse verbessern können. Einbezogen wurden (randomisierte) Studien, in denen Fischöl-Ergänzungen bei Arthritis-Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe geprüft wurden. Das betraf die körperlichen Funktionen (z.B. Griffstärke, Gangtests), Entzündungen und das Auftreten von unerwünschten Wirkungen.

 

42 Studien von den 80er Jahren bis zu 2015 konnten schließlich in die Analyse einbezogen werden, aus 30 Untersuchungen standen die kompletten Schmerzdaten zur Verfügung. Die Studien wurden mit unterschiedlicher Dauer, von zwei Wochen bis zu 18 Monaten, durchgeführt. Eingesetzt wurden dabei verschiedene Mengen von Fischölen, mit geringer bis zu hoher Dosierung. Die Auswertung zeigte einen positiven Effekt der Fischöl-Ergänzungen. Bei den Patienten mit rheumatoider Arthritis war die schmerzlindernde Wirkung signifikant. Das galt auch für die Wirkung auf den Entzündungs-Marker CRP (C-reaktives Protein). Bei den Arthrose-Patienten war die Beziehung nicht so deutlich ausgeprägt, allerdings standen hier auch weniger Studiendaten für die Analyse zur Verfügung.

 

Insgesamt bewerteten die Forscher die Studien in ihrer Struktur als heterogen, abhängig von der jeweiligen Diagnose, Art der eingesetzten Fischöle und ihrem Gehalt an EPA und DHA sowie der Dosierung. Dennoch leiten die Forscher aus den Ergebnissen eine mäßig günstige Wirkung der Fischöle ab. Das gilt für die allgemeine Schmerzlinderung bei Arthritis-Patienten und etwas stärker ausgeprägt bei der rheumatoiden Arthritis. In weiteren Studien sollte die Wirkung von Fischölen auf Arthrose und Arthritis genauer geprüft werden. Die Forscher empfehlen Patienten mit rheumatoider Arthritis, die Fischöle ausprobieren wollen, besonders Präparate mit einem Verhältnis der EPA zu DHA von > 1,5 zu wählen.

 

Unser Tipp: Fischöle mit EPA und DHA werden mit verschiedenen Anteilen angeboten. Wichtig ist neben dem hier genannten Verhältnis der beiden gesunden Fettsäuren auch die Qualität der Zubereitung mit der guten Resorption, Bioverfügbarkeit und Stabilität.

 
Quelle:
Ninna K. Senftleber, Marine Oil Supplements for Arthritis Pain: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Trials. On: Nutrients Vol. 9, Nr. 1, 2017, Online-Veröffentlichung vom 6.1.2017, doi: 10.3390/nu9010042


Mikro-Nährstoffe bei Fleischessern, Vegetariern und Veganern

 

Durch unterschiedliche Ernährungsweisen werden nicht immer alle für den Körper wichtigen Mikro-Nährstoffe in den nötigen Mengen regelmäßig zugeführt. Eine Schweizer Studie zeigt jetzt einige typische Defizite auf, die bei gemischter Kost und bei der pflanzlicher Kost von Vegetariern und Veganern entstehen.

 

Die vegetarische und vegane Ernährung wird in Deutschland und in der Schweiz zunehmend beliebter, auch wenn ihre Anteile an der Ernährung insgesamt nach wie vor eher gering sind. Ob und wie sich die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen durch diese Ernährungsweisen unterscheidet, das wurde bisher nicht näher untersucht. In einer Studie prüften daher Schweizer Forscher, ob und wie Fleischesser, Vegetarier und Veganer mit einigen ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. 206 Schweizer im Alter von 18 bis zu 50 Jahren, die sich mit Fleisch (100), vegetarisch (53) oder vegan (53) ernährten, nahmen an der Studie teil.

 

Bei allen wurden im Blut die Konzentrationen der Vitamine A, C, D, E, B1, B2, B6, B12, Folsäure, Pantothensäure, Niacin, Biotin und Beta-Carotin sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Eisen, Magnesium und Zink untersucht, außerdem wurden die Jodwerte im Urin gemessen. Drei Tage lang wurden bei allen Teilnehmern die Nahrungsaufnahmen genau untersucht und gewogen. Daraus konnten die Aufnahmen der Mikro-Nährstoffe berechnet werden. Einbezogen in die Analyse wurden auch andere beeinflussende Faktoren, z.B. Gewicht, Größe, körperliche Aktivität und Lebensstil der Teilnehmer.

Bei allen drei Ernährungsweisen zeigten sich Defizite in der Eisenversorgung. Ansonsten gab es zwischen den Gruppen einige auffällige Unterschiede in der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Die Fleischesser hatten die geringsten Aufnahmen bei Magnesium sowie bei den Vitaminen C und E, Niacin und Folsäure. Den Vegetariern fehlte es vor allem an Vitamin B6 und Niacin. Die Veganer nahmen am wenigsten Kalzium auf, sie waren außerdem relativ gering mit Vitamin D, B12 und Zink versorgt. Überraschend stuften die Forscher aber die Versorgung mit Vitamin B12 bei den Veganern insgesamt als nicht so schlecht ein. Seit langem ist bekannt, dass sie durch den strikten Verzicht auch auf Eier, Käse und Milchprodukte mit ihrer Ernährung kaum Vitamin B12 aufnehmen, das hauptsächlich in tierischen und nur sehr gering in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt.

 

Trotz der unzureichenden B12-Aufnahme aus der Ernährung zeigten sich bei den Veganern jedoch im Vergleich zu den anderen Gruppen keine sehr großen Unterschiede. Die Forscher führten dies auf den weit verbreiteten Nutzen von Nahrungsergänzungen zurück, mit denen das bekannte Defizit an Vitamin B12 bei Vegetariern und speziell bei Veganern ausgeglichen werden kann.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen: Trotz der erheblichen Unterschiede in der Ernährung und in der Aufnahme sowie bei den Defiziten von Mikro-Nährstoffen ist grundsätzlich eine gut balancierte Ernährung bei allen drei Ernährungsweisen erreichbar. Mögliche Unterversorgungen an Vitaminen, Mineral- und Spurenstoffen können sowohl mit Lebensmitteln, die mit Mikro-Nährstoffen angereichert sind, als auch gezielt mit Nahrungsergänzungen ausgeglichen werden.

 

Unser Tipp:

Qualitativ gute Multi-Vitamin- und Mineralstoff-Präparate können die Basis für eine optimale Versorgung mit Mikro-Nährstoffen schaffen. Gezielt können bei Bedarf auch einzelne Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ergänzt werden. Statt einzelne B-Vitamine aufzunehmen, wird oft empfohlen, den gesamten Komplex der B-Vitamine aufzufüllen.

 

Quelle:
R. Schüpbach et al., Micronutrient status and intake in omnivores, vegetarians and vegans in Switzerland. In: European Journal of Nutrition Vol. 56, Nr. 1, 2017, S. 283-293, doi: 10.1007/s00394-015-1079-7.


Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können

 

Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können.

 

Die rheumatoide Arthritis und die Arthrose sind weit verbreitete Gelenkerkrankungen. Sie können starke Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit verursachen und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Seit einiger Zeit gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass pflanzliche Extrakte aus dem grünen Tee ebenso wie Resveratrol, das bekannte Polyphenol aus dem Rotwein, bei Gelenkproblemen unterstützen können.

 

Ob Grüntee-Extrakte die Symptome der Knie-Arthrose verbessern können, prüfte eine Gruppe iranischer Mediziner in einer kleinen klinischen Studie mit 50 Erwachsenen. Bei allen Teilnehmern wurden die Schmerzempfindlichkeit und Steifigkeit der Kniegelenke mit verschiedenen Methoden (Visuelle Analogskala, WOMAC) untersucht. Sie wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt vier Wochen lang zusätzlich zur medikamentösen Therapie mit dem schmerz- und entzündungslindernden Diclofenac einen Grüntee-Extrakt.

 

Die andere Gruppe nahm zur Kontrolle nur das Medikament ein. Bei Schmerzen und Steifigkeit zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. In der Gruppe mit den Grüntee-Extrakten hatten sich aber die Gelenkfunktionen signifikant verbessert. Die Forscher halten Grüntee-Extrakte daher für eine unterstützende Maßnahme bei Arthrose in den Kniegelenken. Sie empfehlen dazu weitere Studien, z.B. mit längerer Dauer und einer größeren Anzahl von Teilnehmern, durchzuführen. 

 

Resveratrol ist bisher vor allem für seine antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen bekannt, durch die es zum Schutz des Herz-Kreislauf-Systems beitragen kann. Experimentelle Forschungen zeigen, dass Resveratrol möglicherweise auch rheumatische Prozesse sowie die T- und B-Zellen beeinflussen kann, die im Immunsystem und auch bei Rheuma-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Eine französische Forschergruppe analysierte dazu in einer Literatur-Übersicht die bisherigen Forschungsergebnisse. Einige Untersuchungen zeigten, dass Resveratrol gelenkschützende Wirkungen hat, da u.a. die Bildung von entzündlichen Faktoren und Abbau-Prozesse verringert werden können. Eine erste klinische (randomisierte, doppelblinde) Studie aus Dänemark untersuchte 2014 die Wirkung von Resveratrol bei 74 übergewichtigen Männern im mittleren Alter in Bezug auf die Knochenmineraldichte und die alkalische Phosphatase (zeigt Veränderungen im Knochenstoffwechsel an).

 

Bei den Teilnehmern wurden 16 Wochen lang zwei Dosierungen  mit Gaben von 1.000 bzw. 150 mg Resveratrol täglich im Vergleich zu einem Placebo getestet. Mit der hoch dosierten Resveratrol-Gabe wurde die Knochenmineraldichte in Bereichen der Lendenwirbelsäule und die Werte der alkalischen Phosphatase im Vergleich zum Placebo deutlich verbessert. Die Forscher schließen daraus, dass Resveratrol vermutlich einen positiven Einfluss auf die Knochenbildung und -mineralisierung haben kann. Das könnte zum Schutz vor Arthrose und rheumatoider Arthritis beitragen. Auch hier sollten die Wirkungen in weiteren Studien näher geprüft werden.

 

Unser Tipp:

Grüntee-Extrakte gibt es in gut bioverfügbaren Formen. Mit Trans-Resveratrol steht ebenfalls eine gut bioverfügbare und stabile Form zur Nahrungsergänzung zur Verfügung.

 

Quelle:
Mohammad Hashem Hashempur et al., Green tea (Camellia sinensis) for patients with knee osteoarthritis: A randomized open-label active-controlled clinical trial. In: Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 18.12.2016, doi: 10.1016/j.clnu.2016.12.004.
Christelle Nguyen et al., Resveratrol Potential Therapeutic Interest in Joint Disorders: A Critical Narrative Review. In: Nutrients Vol 9, Nr. 1, 2017, 45, doi: 10.3390/nu9010045.



Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt.

 

Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt. Viel Obst, Gemüse und Milchprodukte stärken die Knochenstruktur und senken das Risiko für Knochenbrüche.

 

Bisher fehlt es noch an genaueren Kenntnisse über die Beziehungen zwischen der Ernährung, Messungen der Knochen-Geometrie und dem Risiko für Knochenbrüche. Eine Gruppe von niederländischen und US-amerikanischen Forschern prüfte daher im Rahmen der Rotterdam-Studie, einer großen Bevölkerungsstudie, ob und wie sich die Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt. Einbezogen waren rund 4.000 Teilnehmer ab 55 Jahren. Alle wurden über ihre Ernährung ausführlich befragt, dabei wurden die jeweiligen Lebensmittel 28 Nahrungs-Gruppen zugeordnet. Bei allen Teilnehmern wurden weiter verschiedene Faktoren im Knochensystem gemessen, die Knochenmineraldichte, Knochenbreite und die Stabilität bzw. Instabilität der Knochen. Einbezogen in die Analyse wurden außerdem Knochenbrüche, die die Teilnehmer im Zeitraum von bis zu 15 Jahren vor dieser Untersuchung erlitten hatten.

 

Die Forscher konnten vier Ernährungsweisen ermitteln, durch die die Knochengesundheit beeinflusst wird. Sie fassten sie zu zwei sich grundlegend voneinander unterscheidenden Ernährungsweisen zusammen, die für die weiteren Auswertungen genutzt wurden. Auf der einen Seite stand eine Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Milchprodukten, auf der anderen Seite eine Ernährung mit reichlich Süßigkeiten, tierischen Fetten, bei einem noch relativ moderaten Fleischverzehr. Unabhängig von anderen, die Knochengesundheit beeinflussenden Faktoren war die Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Milchprodukten mit einer besseren Knochengesundheit verbunden.

Sie führte zu einer höheren Knochenmineraldichte, besserer Knochenstärke und -stabilität und senkte das Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen. Teilnehmer, die dagegen mehr Süßigkeiten, tierische Fette und Fleischmahlzeiten bevorzugten, hatten dazu im Vergleich eine schlechtere Knochengesundheit. Sie hatten instabilere Knochen und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine knochengesunde Ernährung zusätzlich zu medizinischen Maßnahmen, mit denen die Knochenmineraldichte gestärkt werden kann, das Risiko für Knochenbrüche verringern kann.

 

Unser Tipp: Gesunde Knochen brauchen mehr Mikro-Nährstoffe als nur Kalzium. Es gibt spezielle Formeln, die alle wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und weitere Nährstoffe für das gesunde Knochen- und Muskelsystem ergänzen.

 

Quelle:
Ester A. L. de Jonge et al., Dietary patterns explaining differences in bone mineral density and hip structure in the elderly: the Rotterdam Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 30.11.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.139196.


Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem.

 

Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem. Viele ältere Menschen sind aus ihrer Ernährung oft nicht ausreichend mit B-Vitaminen versorgt. Sie sollten daher besonders auf eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen achten.

 

Die schützenden Funktionen von B-Vitaminen, vor allem von Folat und den Vitaminen B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), werden (nicht nur) bei Alterskrankheiten immer stärker erforscht. Bisher richtete sich der Blick vor allem auf die Funktionen von Folat (Folsäure ist dessen synthetische Form) und Vitamin B12. In Zukunft sollen auch die Beziehungen der Vitamine B2 und B6 intensiver untersucht werden. Defizite an B-Vitaminen können aufgrund verschiedener Bedingungen entstehen. Dazu gehört die unzureichende Aufnahme aus der Ernährung, ein erhöhter Bedarf, die schlechte Absorption, genetische Störungen und Krankheiten sowie die mögliche Interaktion mit einigen Medikamenten. Bekannt ist, dass ältere Menschen häufiger zu gering mit B-Vitaminen versorgt sind, das gilt vor allem für Folat, B2 und B6.

 

Der häufigste Grund für die schlechte Versorgung mit Folat und B2 im Alter ist eine zu geringe Zufuhr aus der Ernährung. Dagegen beruht eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12 meist auf einer Malabsorption, abhängig von der individuellen Auswahl von Lebensmitteln. B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten, Vegetarier und vor allem Veganer sind daher oft zu wenig mit B12 versorgt. Außerdem entsteht im Alter ein erhöhter Bedarf an B6, u.a. weil Altersprozesse die Absorption der B-Vitamine negativ beeinflussen. Das beeinträchtigt u.a. den Transport und den Stoffwechsel der B-Vitamine. In einigen Beobachtungsstudien zeigte sich, dass ein geringer B-Vitamin-Status zu einem höheren Risiko für degenerative Krankheiten führt. Das gilt z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose und die Neigung zu Knochenbrüchen sowie für kognitive Dysfunktionen.

Eine geringe Versorgung mit B-Vitaminen führt vermutlich zu Störungen im Kohlenstoff-Metabolismus. Dieser trägt u.a. zur Biosynthese der DNA und RNA und zu Methylierungs-Reaktionen (Gen-Aktivierung und -Deaktivierung) bei. Folat und die damit verbundenen Vitamine B2, B6 und B12 haben eine vitale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels. Störungen innerhalb dieser Abläufe als Folge eines zu geringen B-Vitamin-Status können die Gesundheit beeinträchtigen. Nachweise, dass die gute Versorgung mit B-Vitaminen dazu beitragen kann, vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Störungen im Knochen- und Hirnsystem zu schützen, nehmen in der Forschung zu.

 

Von einer guten Versorgung profitieren vor allem Menschen, die vorher mit diesen Vitaminen schlecht versorgt waren. Ältere Menschen sollten zur Vorbeugung vor degenerativen Krankheiten auf ihren B-Vitamin-Status achten und bei Bedarf B-Vitamine einzeln oder kombiniert bzw. den gesamten B-Komplex ergänzen.

 

Unser Tipp: Bei einer allgemeinen Ergänzung ist es oft empfehlenswert, die B-Vitamine als gesamten Komplex (insgesamt 8 Vitamine) zu ergänzen, da sie sich bei vielen Abläufen im Körper gegenseitig beeinflussen und unterstützen.

 

Quelle:
Kirsty Porter et al., Causes, Consequences and Public Health Implications of Low B-Vitamin Status in Ageing. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, 725, doi: 10.3390/nu8110725.


Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Viele Fleischwaren, vor allem Dauerwurstwaren, werden mit Pökelsalz hergestellt, wodurch ihre Haltbarkeit verlängert wird. Dabei werden Nitrat und/oder Nitritpökelsalz eingesetzt, die im Körper zu Stickoxiden umgewandelt werden. In geringen Mengen tragen sie zur Entspannung der Blutgefäße und der glatten Gefäßmuskulatur bei, was bei Asthma-Patienten als allgemein günstig eingeschätzt wird. Bei einer zu hohen Nitrat-Aufnahme bildet sich jedoch der nitrosative und oxidative Stress. Er kann Entzündungen im Körper, u.a. in den Atemwegen, fördern sowie zu Lungenschäden und Asthma führen. Langfristig kann die Zufuhr von Nitraten die Beschwerden von Asthmatikern verschlechtern, wie die Auswertung einer französischen Studie zeigt.

 

Seit den 90er Jahren wird in Frankreich in einer Studie (Etude épidémiologique des facteurs génétiques et environnementaux de l´asthme) eine Gruppe von Asthmatikern beobachtet. Zur Kontrolle nehmen deren (erstgradige) Angehörige und gesunde Kontrollpersonen teil. In Untersuchungen von 2003 und 2007 gaben die Teilnehmer Auskunft über ihre Ernährung, dabei wurden sie auch nach dem Verzehr von Schinken, Wurst und Salami befragt. Weitere Untersuchungen fanden von 2011 bis 2013 statt. Insgesamt konnten die Daten von 971 Teilnehmern (im Durchschnitt 43 Jahre alt) ausgewertet werden, davon litten 42 % unter Asthma, Die Forscher setzten die Angaben zum Verzehr von gepökelten Fleischwaren mit den Asthma-Beschwerden in Beziehung. Als Mittelwert wurde der Verzehr von 2,5 Portionen Wurst und Schinken pro Woche angesetzt. Die Auswertung zeigte einen direkten Einfluss der gepökelten Wurstwaren auf die Asthma-Symptome.

 

Teilnehmer, die viermal pro Woche oder noch öfter Schinken, Wurst oder Salami aßen, hatten zu 76 % häufiger Verschlechterungen der Atembeschwerden im Vergleich zu denen, die solche Lebensmittel seltener oder nicht verzehrten. Da diese Wurstwaren meist pikant gewürzt sind, regen sie vermehrt den Appetit an, entsprechend waren die Wurstesser häufiger stark übergewichtig. Das trug zu  einem gewissen Maß (7 %) auch zu den Asthma-Symptomen bei. Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von sieben Jahren verschlechterten sich bei 20 % der Teilnehmer die Asthma-Symptome, z.B. mit Engegefühlen in der Brust und Atemnot. Je mehr gepökelte Fleischwaren die Teilnehmer aßen, um so stärker ausgeprägt waren ihre Symptome. Teilnehmer, die mehr gepökelte Wurstwaren aßen, waren außerdem häufiger Raucher, sie aßen kalorienreicher und nahmen mehr Natrium sowie mehr gesättigte Fettsäuren auf.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Asthmatikern sollten gepökelte (und geräucherte) Fleisch- und Wurstwaren nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. Sie erhöhen nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Lungenschäden und COPD, sondern auch das Risiko für Asthma-Beschwerden. 

 

Unser Tipp: Neben einer gesunden Ernährung spielen bei Asthma auch eine Reihe von Mikro-Nährstoffen eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise die gute Versorgung mit Vitamin D und den gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Quelle:
Zhen Li et al., Cured meat intake is associated with worsening asthma symptoms. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 20.12.2016, doi: 10.1136/thoraxjnl-2016-208375.


Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Es gibt zunehmend mehr Nachweise über die Rolle der Ernährung bei der Entwicklung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), auch wenn die Ergebnisse bisher nicht als völlig ausreichend gelten. Im Rahmen der großen europaweiten EPIC-Studie (European Perspectives Investigation into Cancer and Nutrition) über die Beziehungen der Ernährung zu chronischen Krankheiten wurde jetzt im deutschen Studienzweig diese Verbindung näher untersucht. Einbezogen waren rund 24.000 Teilnehmer im mittleren Alter.

 

Im Lauf der rund achtjährigen Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe 209 Fälle von Herzinsuffizienz auf. Die Ernährung der Teilnehmer wurde mit einer Skala geprüft, mit der der Anpassungsgrad an die traditionelle (griechische) mediterrane Ernährung bestimmt werden konnte. Je mehr Punkte die Teilnehmer auf der Skala erreichten, um so stärker ernährten sie sich auf mediterrane Weise. Nach der Anpassung der Daten an Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Energieaufnahmen zeigte sich, dass der Anstieg von jeweils 2 Punkten auf der mediterranen Ernährungs-Skala mit einem um 26% geringeren Risiko für die Herzinsuffizienz verbunden war.

 

Nach der Einbeziehung von weiteren beeinflussenden Faktoren schwächte sich diese Beziehung leicht ab und war dann zwar weiter vorhanden, aber nicht mehr signifikant. Drei Komponenten waren jedoch signifikant mit dem Herzinsuffizienz-Risiko verbunden: der Konsum von Alkohol sowie von  Fleisch und Fisch. Positiv wirkte sich ein geringer Alkoholkonsum aus, schlechter dagegen wirkten sowohl ein sehr geringer als auch ein zu hoher Alkoholkonsum. Positiv wirkten sich weiter der relativ geringe Verzehr von Fleischwaren und häufigere Fischmahlzeiten aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Auch in einer Bevölkerung, die sich üblicherweise nicht mediterran ernährt, lassen sich mit kleinen Veränderungen, die sich der mediterranen Ernährung annähern, gesundheitliche Vorteile bei der Prävention der Herzinsuffizienz erreichen. Das gilt besonders für die Senkung des Fleischverzehrs, wenn gleichzeitig der Fischverzehr erhöht wird.

 

Quelle: J. Wirth et al., A Mediterranean-style diet, its components and the risk of heart failure: a prospektive population-based study in a non Mediterranean country. In: European Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 10.8.2016, doi: 10.1038/ejcn.2016.140.

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Übergewicht und Adipositas sind ein Risikofaktor für mehr Krebsarten als man bisher vermutete.

 

Übergewicht und Adipositas sind ein Risikofaktor für mehr Krebsarten als man bisher vermutete. Dabei steigt das Krebsrisiko, abhängig vom Ausmaß des Übergewichts, stetig an, wie die Auswertung vieler Studien zeigt.

 

Weltweit steigen die Zahlen für Übergewicht und Adipositas, dem starken Übergewicht mit einem Body Mass Index (BMI) ab 30, deutlich an, so dass Fachleute längst von einer Epidemie sprechen. Zu den Folgen gehören Veränderungen im Stoffwechsel und im Hormon-Haushalt. Dazu gehören z.B. die übermäßige Bildung von Östrogen, Testosteron, Insulin und IGF (Insulin-ähnliche Wachstumfaktoren), Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Signalmoleküle) und Entzündungsreaktionen. Das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten, aber auch für einige Krebsarten wird durch Übergewicht deutlich erhöht.

 

Die IARC (International Agency for Research on Cancer), ein Forschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation, untersucht seit vielen Jahren die Risiken für die Krebsentstehung. 2002 veröffentlichte sie einen Bericht, dass die Vermeidung von Übergewicht zum Schutz vor Krebs in Darm, Speiseröhre, Nieren, Brust und Gebärmutter beitragen kann. Nun wertete das IARC rund 1000 neuere Studien zum Thema aus und bezieht weitere acht Krebsarten ein, die vom Übergewicht beeinflusst werden können. Dazu gehören Krebskrankheiten in Magen, Leber, Gallenblase, Pankreas und Eierstöcken. Das gilt weiter für bestimmte Hirntumore (Meningeom), den Schilddrüsenkrebs und das multiple Myelom (Art der B-Zell-Lymphome). Mit einigen Einschränkungen gibt es dazu Hinweise, dass Übergewicht den Brustkrebs bei Männern, den Prostatakrebs und das (diffuse großzellige) B-Zell-Lymphom beeinflussen kann.

 

Die Auswertung der Studien zeigte weiter: Je höher der BMI, um so mehr steigt das Krebsrisiko an. Für Männer und Frauen war dabei das erhöhte Krebsrisiko durch Übergewicht gleich. Bei Übergewicht in jungen Jahren, als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu 25 Jahren, stieg das Risiko für einige Krebsarten, z.B. in Darm und Leber, im Erwachsenenalter an. Zwischen den verschiedenen Regionen gab es kaum Unterschiede, Übergewicht erhöhte das Krebsrisiko in Nordamerika ebenso wie in Europa, Asien und im Mittleren Osten.

 

Die Autoren sind überzeugt davon, dass ein gesunder Lebensstil, ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht und körperliches Training sowie der Verzicht auf das Rauchen das Krebsrisiko verringern kann. Übergewicht sollte möglichst ein Leben lang vermieden oder auf ein normales Maß gesenkt werden. Einige Studien zeigten, dass bei einer deutlichen Gewichtsabnahme sich die hormonellen und entzündlichen Fehlsteuerungen im Körper wieder verringern. Auch das Risiko für Krebskrankheiten konnte durch ein geringeres Körpergewicht deutlich gesenkt werden.

 

Quelle: Béatrice Lauby-Secretan et al., Body Fatness and Cancer - Viewpoint of the IARC Working Group, In: New England Journal of Medicine, Vol. 375, Nr. 8, S.794-798, doi: 10.1056/NEJMsr1606602.

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Flavonoide aus der Ernährung könnten bei guter Aufnahme das Risiko für Depressionen vor allem bei älteren Frauen verringern.

 

Flavonoide aus der Ernährung könnten bei guter Aufnahme das Risiko für Depressionen vor allem bei älteren Frauen verringern.

 

Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die auch in der Ernährung enthalten sind. Sie kommen in Obst, Gemüse, Getreide, Kräutern und Getränken, z.B. in Tee und Wein, vor. Flavonoide haben einige gesundheitliche Funktionen und wirken vor allem antioxidativ. Es gibt Hinweise, dass sie auch auf Mechanismen einwirken, die an der Entstehung von Depressionen beteiligt sind. Das betrifft die Senkung von neuronalen Entzündungen und Signalwege von Neuronen und Synapsen. Sie stärken außerdem die Blutgefäße, verbessern den Blutfluss und verringern den oxidativen Stress. Zwar können viele Flavonoid-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überwinden, ob sie jedoch im Gehirn wirksam sind, könnte von ihrer Bioverfügbarkeit abhängen. Die wird z.B. von der Absorption, dem Stoffwechsel und der Verfügbarkeit in Zellen und Geweben beeinflusst.

 

Die Beziehung von Flavonoiden und dem Risiko für Depressionen ist bei Menschen wenig untersucht. Eine Forschergruppe aus den USA und Großbritannien prüfte die Beziehung anhand der über viele Jahre durchgeführten Nurses´Health Study (NHS und NHSII). Sie werteten Daten von 82.643 anfangs gesunden Frauen aus, die an mehreren Ernährungs-Befragungen teilgenommen hatten. Daraus konnte ihre Aufnahme von Flavonoiden berechnet werden. Je nach Menge der Pflanzenstoffe wurden sie fünf Gruppen zugeordnet, von einem sehr geringen bis zum höchsten Verzehr an Flavonoiden. Dabei wurden verschiedene Untergruppen bestimmt (z.B. Flavonole, Flavanole, Flavone, Isoflavone und Anthocyanidine). Weiter wurde ermittelt, ob die Teilnehmerinnen unter Depressionen gelitten hatten. Im Lauf von rund zehn Jahren gab es 10.752 Fälle.

 

Nicht alle Flavonoide wirkten sich auf Depressionen aus. Höhere Aufnahme von Flavonolen, Flavonen und Flavanonen konnten jedoch das Depressions-Risiko um 7 bis 10% senken. Frauen aus der ersten NHS-Studie konnten mit der höchsten Aufnahme an Gesamt- und polymeren Flavonoiden sowie Proanthocyanidinen das Depressions-Risiko um 9 bis 12% senken. Das entsprach z.B. zwei Portionen an Zitrusfrüchten (oder Saft) pro Tag im Vergleich zu weniger als einer Portion pro Woche. Bei älteren Frauen wirkte sich die Beziehung zwischen Flavonoiden und Depressionen stärker aus. Sie konnten bei sehr guter Versorgung z.B. mit Flavonen und Proanthocyanidinen ihr Risiko für Depressionen um 17 bzw. 10% verringern.

 

Auch wenn die Risikosenkung ingesamt als nicht sehr groß erscheinen mag, halten die Forscher diese Ergebnisse für sehr wichtig. Rund 5 % der Depressionen hätten durch den erhöhten Verzehr von Flavonoiden aus Obst, Gemüse und Getreideprodukten etc. verhindert werden können. Die Forscher heben dazu hervor, dass die Beziehung zwischen Flavonoiden und Depressionen in beiden Teilen der Nurses´Health Study nachgewiesen wurde. Das zeigt, dass die Ergebnisse nicht zufällig, sondern relativ stabil sind. In weiteren Studien sollte diese Beziehung nun genauer geprüft werden.

 

Unser Tipp: Flavonoide sind auch in vielen Nahrungsergänzungen einzeln oder als Bioflavonoid-Komplex und auch in Multipräparaten enthalten. Besonders bewährt haben sich u.a. Resveratrol aus Weintrauben und Rotwein, die Catechine aus dem grünen Tee und Hesperidin aus Zitrusfrüchten.

 
Quelle: Shun-Chiat Chang et al., Dietary flavonoid intake and risk of incident depression in midlife and older women. In: American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 13.7.2016, doi: 10.3945/ajcn.115.124545.


In einer Auswertung vieler internationaler Studien zur Versorgung mit Vitamin E erreichte nur eine kleinere Gruppe der Teilnehmer die gesundheitlich optimalen Werte.

 

In einer Auswertung vieler internationaler Studien zur Versorgung mit Vitamin E erreichte nur eine kleinere Gruppe der Teilnehmer die gesundheitlich optimalen Werte.

 

Das fettlösliche Vitamin E kommt in vielen Lebensmitteln vor. Das gilt vor allem für Vollkornprodukte, Pflanzenöle, Samen, Nüsse, Obst, Gemüse, Milchprodukte und Eier. Vitamin E ist auch einigen Lebensmitteln zugesetzt und in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann der Bedarf in der Regel gedeckt werden. Dennoch zeigen einige Studien, dass die gute Versorgung nicht immer erreicht wird. Damit erhöht sich das Risiko für gestörte Körperfunktionen. Das betrifft u.a. den Fettstoffwechsel, das Immunsystem, kognitive Funktionen sowie das Muskel- und Herz-Kreislauf-System. Vitamin E ist auch ein wichtiges Antioxidans, das die Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen (Lipidoxidation) schützen kann.

 

Forscher des MIPH (Mannheim Institute of Public Health, Social and Präventive Medicine, Universität Heidelberg) werteten internationale Studien zur Versorgung mit Vitamin E von 2000 bis 2012 in einer Meta-Analyse aus. Einbezogen waren 132 Studien mit knapp 250.000 Teilnehmern aus 46 Ländern. Ein großer Teil davon stammte aus den USA und Europa, darunter z.B. eine große EPIC-Studie mit 36.000 Teilnehmern. Die Aufnahmen von Vitamin E aus der Ernährung wurde bei allen Teilnehmern ebenso wie die Konzentration im Blutserum bestimmt. Leitwert war die wichtigste Vitamin E-Form, das Alpha-Tocopherol. Soweit die Studien andere Vitamin E-Formen einbezogen hatten, wurde dies berücksichtigt. Da die täglich empfohlenen Bedarfswerte sich in den Ländern teilweise unterscheiden, wurden die USA-Werte genutzt.

 

Der tägliche Bedarf von Vitamin E (RDA) beträgt dort 15mg für alle Menschen ab 14 Jahren. Berechnet wurde auch der mit 12mg Vitamin E etwas geringere EAR-Wert, der durchschnittliche tägliche Bedarf für die gleichen Altersgruppen. Die optimale Aufnahme von täglich 15mg Vitamin E erreichten nur 18%, auf den Durchschnitt von 12mg kamen 39% der Teilnehmer. Rund vier Fünftel der Teilnehmer waren also mit Vitamin E nicht in den gesundheitlich wünschenswerten Mengen versorgt, drei Fünftel erreichten nicht einmal die durchschnittliche Versorgung.

 

Verschiedene Beobachtungsstudien lassen annehmen, dass Vitamin E-Serumwerte (Alpha-Tocopherol) ab 30μmol/L sich positiv auf die Gesundheit bzw. auf die Prävention von Herz-Kreislauf- und einigen Krebskrankheiten auswirken. Diese optimalen Werte erreichten weltweit nur 21% der Teilnehmer. Als Schwellenwert für einen deutlichen Mangel an Vitamin E gelten Serumwerte unter 12μmol/L. Eine so geringe Versorgung fanden die Forscher bei 13% der Teilnehmer weltweit, in Europa war der Anteil mit 8% etwas geringer. Betroffen davon waren vor allem Neugeborene und Kinder bis zu 12 Jahren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass weltweit beträchtliche Teile der Bevölkerung mit Vitamin E nicht ausreichend bzw. optimal versorgt sein dürften. Insgesamt schnitten die Europäer etwas besser ab, dennoch ist die Versorgung auch hier nicht immer zufriedenstellend. Die EPIC-Studie zeigte z.B., dass die Versorgung mit Vitamin E im Süden besser ist als im Norden. Das ist vermutlich auf andere Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen, da z.B. pflanzliche Öle im Süden mehr genutzt werden als im Norden.

 

Unser Tipp: Vitamin E wird in synthetischen und natürlichen Formen angeboten. Es ist in vielen Multi-Präparaten und einzeln erhältlich. Neben Alpha-Tocopherol werden auch natürliche gemischte Tocopherole angeboten, sie ergänzen neben Alpha- auch Beta-, Delta- und Gamma-Tocopherol und verstärken damit den antioxidativen Schutz durch Vitamin E.

 
Quelle: Péter Szabolcs et al., Systematic Review of Global Alpha-Tocopherol Status as Assessed by Nutritional Intake Levels and Blood Serum Concentrations. In: International Journal for Vitamin and Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 14.7.2016, doi: 10.1024/0300-9831/a000281.



Zu den vielen positiven Wirkungen von Probiotika, gesunden Bakterien im Darm, gehört offenbar auch der Einfluss auf das Körpergewicht und den Body Mass Index

 

Zu den vielen positiven Wirkungen von Probiotika, gesunden Bakterien im Darm, gehört offenbar auch der Einfluss auf das Körpergewicht und den Body Mass Index (BMI).

 

Eine gute Versorgung mit gesunden Darmbakterien kann neben den Darmfunktionen das allgemeine Wohlbefinden und das Immunsystem fördern. Es gibt inzwischen einige Hinweise, dass Probiotika auch die Gewichtsabnahme unterstützen könnten. In einer Meta-Analyse von 25 (randomisierten, kontrollierten) Studien untersuchten chinesische Forscher diese Beziehung daher genauer.

 

Einbezogen in die Analyse waren 1.931 gesunde Erwachsene ab 18 Jahren, die Probiotika eingenommen hatten. Vor allem bei den übergewichtigen Teilnehmern konnten Probiotika das Körpergewicht und den BMI leicht verringern. Im Durchschnitt senkte die Aufnahme von Probiotika das Körpergewicht um knapp 600 Gramm und den BMI um 0,49 kg/m2. Nahmen die Teilnehmer jedoch mehr als eine Art von Probiotika (verschiedene Bakterienstämme) für wenigstens sechs Wochen ein, so erreichten sie einen stärkeren Gewichtsverlust. Bessere Werte erreichten auch die Teilnehmer, die mit einem BMI von wenigstens 25 übergewichtig waren.

 

Das Ausmaß des Gewichtsverlusts war zwar im Durchschnitt relativ gering, aber die Forscher heben hervor, dass auch ein kleinerer Abbau vom Körpergewicht bereits gute Wirkungen auf die Gesundheit haben kann. Dadurch könnten Krankheiten, die oft mit dem Übergewicht verbunden sind, z.B. Diabetes Typ 2 und hoher Blutdruck, verringert werden. Einen etwas stärkeren Effekt auf das Körpergewicht und den BMI erreichten die Probiotika bei der Aufnahme von mehreren Bakterienstämmen, bei längerer Anwendung von wenigstens acht Wochen und bei Übergewichtigen. 

 

Unser Tipp: Probiotika werden mit guten Mischungen der wichtigsten gesunden Darmbakterien, z.B. Laktobazillen und Bifidobakterien, als Nahrungsergänzungen angeboten. Sie sollten eine gute Qualität und Haltbarkeit haben, wichtig ist auch die möglichst hohe Anzahl der Bakterien.

 
Quelle: Qingqinq Zhang et al., Effect of probiotics on body weight and body-mass index: a systematic review and meta-analysis of randomized, controlled trials. In: International Journal of Food Sciences and Nutrition Vol. 67, Nr. 5, 2016, S.571-580, doi: 10.1080/09637486.2016.1181156.


Zwischen dem Verzehr von Vollkornprodukten und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten gibt es eine deutliche und von der aufgenommenen Menge abhängige Beziehung.

 

Zwischen dem Verzehr von Vollkornprodukten und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten gibt es eine deutliche und von der aufgenommenen Menge abhängige Beziehung.

 

Ein hoher Konsum von Vollkorkprodukten in der Ernährung wird allgemein mit einem geringeren Risiko für Diabetes Typ 2 und kardiovaskulären Krankheiten verbunden. Bisher waren aber die Empfehlungen, wieviel Vollkornwaren und welche Getreidearten bevorzugt werden sollten, um solche Krankheitsrisiken zu senken, oftmals zu unklar und zu wenig einheitlich. In einer Mega-Analyse wurden daher 45 (prospektive) Studien aus Europa, den USA und Asien über die Beziehungen von Vollkornprodukten zum Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ausgewertet.

 

Das Ergebnis zeigte, dass der Verzehr von Vollkorn-Lebensmitteln das Krankheitsrisiko, abhängig von der Dosis, senken konnte. Stieg der tägliche Verzehr um 90 Gramm Vollkornprodukte an, dann sank das Risiko für die koronare Herzkrankheit um 19 %, für Schlaganfälle um 12 % und für kardiovaskuläre Krankheiten um 22 %. Analysiert wurde auch das Verhältnis zum Krebsrisiko, das sank bei mehr Vollkorkprodukten um 15 %. Auch die Sterblichkeitsraten (aufgrund aller Krankheiten) waren bei einem hohen Vollkornverzehr um 18 % verringert. Die Risikosenkung galt jeweils im Vergleich zu den Teilnehmern, die regelmäßig keine oder nur sehr wenig Vollkornprodukte aßen. 90 g Vollkorn entsprachen drei Portionen, z.B. zwei Scheiben Brot und einer kleinen Schüssel mit Cerealien oder eineinhalb Stücken Fladenbrot aus Vollkornmehl.

 

Das Krankheitsrisiko konnte bei einem höheren Verzehr an Vollkornprodukten weiter gesenkt werden, das galt bei Aufnahmen von bis zu 225 g Vollkorn täglich. Geprüft wurde auch, ob spezifische Vollkorn-Arten sich direkt auf das Krankheitsrisiko auswirken konnten. Eingeschlossen waren dabei Vollkornbrot, Vollkorn-Müslis und zu Mahlzeiten hinzugefügte Kleie, aber auch die Gesamtaufnahmen an Brot und Frühstücks-Cerealien, die ebenfalls die Risiken für kardiovaskuläre Krankheiten verringerten. Dagegen konnten raffinierte Getreidewaren, weißer Reis bzw. Reis und Getreidewaren allgemein das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und auch andere Krankheiten nicht verringern. 

 

Diese Meta-Analyse bestärkt die Annahme, dass der erhöhte Konsum von Vollkornprodukten mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs allgemein verbunden ist. Ein geringeres Krankheitsrisiko wurde ab drei Portionen Vollkorn (90 g) täglich beobachtet, es konnte mit dem Verzehr von bis zu siebeneinhalb Vollkorn-Portionen täglich (210 bis zu 225 g) noch verbessert werden. Die Forscher empfehlen daher für die gesamte Bevölkerung einen allgemein erhöhten Verzehr von Vollkornprodukten.

 

Quelle: Dagfinn Aune et al., Whole grain consumption and risk of cardiovascular disease, cancer, and all cause and cause specific mortality: systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 14.6.2016, doi: 10.1136/bmj.i2716.


Vegane Ernährung – wie steht es mit den Mikro-Nährstoffen?

 

Die vegane Ernährung findet immer mehr Anhänger. Da in tierischen Lebensmitteln wichtige Mikro-Nährstoffe enthalten sind, die in einer rein pflanzlichen Ernährung gering oder gar nicht vorkommen, kann es bei Veganern zur Unterversorgung mit einzelnen Stoffen kommen.

 

Die vegane Ernährung kann einige gesundheitliche Vorteile im Vergleich zum Verzehr tierischer Produkte haben. Verringert werden z.B. Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, gesteigert wird die Aufnahme von Ballaststoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Recht gut ist meist auch die Bilanz bei den Vitaminen C, E, B1 (Thiamin) und Folat sowie bei den Mineralstoffen Magnesium und Kalium. Je stärker jedoch die Vielfalt an Lebensmitteln eingeschränkt wird, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper nicht mehr mit allen wichtigen Makro- und Mikro-Nährstoffen ausreichend versorgt wird. Bei der veganen Ernährung kann die Zufuhr an Proteinen bzw. essentiellen Aminosäuren kritisch sein. Durch den Verzicht auf Fisch fehlen auch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Bei den Vitaminen fehlen am häufigsten Vitamin B12 (Cobalamin), oft auch die Vitamine B2 (Riboflavin) und D. Bei den Mineralstoffen fehlen am häufigsten Kalzium, Eisen, Jod, Zink und Selen.

 

Nicht für alle Menschen ist daher eine vegane Ernährung gut geeignet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät, in der Schwangerschaft und Stillzeit, wenn die gute Versorgung mit allen Mikro-Nährstoffen besonders wichtig ist, auf die vegane Ernährung zu verzichten. Auch für Kinder und Jugendliche ist laut DGE diese Ernährungsform in allen Altersgruppen ungeeignet. Die Ernährungsfachleute betonen, dass eine vegane Ernährung nicht generell ernährungsphysiologisch günstig und gesund ist. Neben den empfehlenswerten Sorten an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Samen, Pflanzenölen und Vollkornprodukten werden im Handel viele vegane Fertig- und Ersatzprodukte angeboten, darunter z.B. Wurst- und Käseimitate. Sie sind teilweise stark industriell verarbeitet und können daher viele Zusatzstoffe, Zucker, Fett und Salz enthalten, was ihren ernährungsphysiologischen Wert mindern kann.

 

Veganer sollten generell auf eine Ernährung mit nährstoffdichten Lebensmitteln achten. Sie sollten ihre Versorgung mit Mikro-Nährstoffen von Zeit zu Zeit prüfen und sich über gesunde Ernährung beraten lassen. Da die Versorgung mit Vitamin B12 bei der veganen Ernährung am kritischsten ist, empfiehlt die DGE allen Veganern, unbedingt und regelmäßig Vitamin B12 zu ergänzen. Nährstoffergänzungen können natürlich auch alle anderen vorhandenen Versorgungsdefizite an Mikro-Nährstoffen im Bedarfsfall ausgleichen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 wird je nach Bedarf einzeln, kombiniert mit anderen B-Vitaminen oder als Bestandteil von Multi-Präparaten angeboten. Bei den Einzelpräparaten sollte besonders auf bioaktive Formen geachtet werden. Empfehlenswert ist  z.B. Methylcobalamin, im Angebot sind auch gut bioverfügbares sublinguales und flüssiges Vitamin B12.

 
Quelle: dge, Vegane Ernährung - DGE rät zu Nährstoffpräparaten und qualifizierter Beratung. Presseinformation „DGE aktuell“ 4/2016, vom 12.4.2016.



Großbritannien verschärfte die Empfehlungen für den risikoarmen Konsum von alkoholischen Getränken.

 

Großbritannien verschärfte die Empfehlungen für den risikoarmen Konsum von alkoholischen Getränken. Für Männer und Frauen gelten nun die gleichen Werte. Ein Blick auf viele Länder zeigt, dass die Alkohol-Empfehlungen uneinheitlich sind.

 

Die neuen, für Männer deutlich geringeren Empfehlungen für den risikoarmen Alkoholkonsum werden nicht nur in Großbritannien stark diskutiert. Für Männer und Frauen gelten dort nun die gleichen Richtlinien: Man sollte maximal 14 Einheiten Alkohol pro Woche trinken. Mindestens zwei Tage pro Woche sollten alkoholfrei sein. Weltweit gilt: exzessiver Alkoholkonsum verschlechtert die Gesundheit und erhöht das Risiko für Krankheiten. Die Ansichten darüber, wie exzessives Trinken definiert wird, gehen aber in vielen Ländern auseinander. US-amerikanische Forscher werteten dazu Informationen aus 75 Ländern aus. Sie verglichen Empfehlungen für ein geringes Risiko beim Alkoholkonsum und Definitionen, was denn ein Standard-Drink ist. Ihre Recherchen ergaben, dass nur knapp die Hälfte der Länder überhaupt solche Empfehlungen veröffentlicht hatten. Und die sind zur Überraschung der Forscher auch nicht einheitlich.

 

Die Größe eines Standard-Getränks differiert um bis zu 250 %, das reicht von einem recht geringen Anteil von 8 g Alkohol pro Drink in Island und nun auch in Großbritannien bis zu 20 g Alkohol pro Drink in Österreich. 8 g Alkohol entsprechen 250 ml Bier mit einem Alkoholgehalt von 4 %, 76 ml Wein mit einem Alkoholgehalt von 13 % oder 25 ml bei Spirituosen mit 40 % Alkohol. Deutliche Unterschiede gab es auch bei den Empfehlungen, die das gesundheitliche Risiko definieren. Die tolerierbare Alkohol-Dosis reichte von 10 bis zu 42 g Alkohol täglich für Frauen und von 10 bis zu 56 g Alkohol täglich bei den Männern. Oft werden auch wöchentliche Maximalwerte angegeben. Frauen sollten dann 98 bis 140 g Alkohol pro Woche nicht überschreiten, Männer dürfen 150 bis 280 g Alkohol zuführen. Beim Alkoholkonsum eher konservative Länder empfehlen einen geringen Konsum von nicht mehr als 10 g von reinem Ethanol täglich für Frauen und 20 g für Männer.

 

Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt diese niedrigen Werte. Sie gelten auch in Deutschland, werden jedoch von vielen Menschen überschritten. Braucht man für einen stärkeren Alkoholkonsum eine Rechtfertigung, um sich noch auf der gesundheitlich „sicheren“ Seite zu fühlen, könnte man z.B. auf die Empfehlungen Chiles schauen. Dort kann man 56 g Alkohol täglich aufnehmen und hat angeblich nur ein geringes Gesundheitsrisiko. Braucht man für besondere Anlässe eine Ausnahme, helfen Empfehlungen z.B. aus Dänemark, Frankreich und Polen. Dort ist akzeptiert, bei speziellen Gelegenheiten mehr als sonst zu trinken. Empfindet man die geringeren Empfehlungen beim Alkoholkonsum für Frauen als diskriminierend, hilft ein Blick auf Australien, Portugal, Südafrika und nun auch Großbritannien. Dort gelten für Männer und Frauen die gleichen Werte für einen geringen Alkoholkonsum.

 

Die Autoren der Analyse kritisieren die große Bandbreite der Empfehlungen, die in so manchen Fällen den risikoarmen Alkoholkonsum deutlich überschreiten. Ihr Fazit: Vielen Ländern scheint das Wissen über die gesundheitlichen Risiken des Alkohols zu fehlen.

 

Wir ergänzen: Alkohol hat 7 Kalorien pro Gramm Alkohol. Der regelmäßige Konsum trägt zum Übergewicht bei und verschlechtert die Ernährung, da Alkohol die Verwertung vieler Nährstoffe beeinträchtigt. Bei stärkerem Alkoholkonsum werden zum Abbau des Alkohols und zum Schutz der Leber verstärkt Mikro-Nährstoffe benötigt. Das gilt besonders für alle Vitamine, die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Selen und Zink sowie Cholin, Inositol, Phosphatidylcholin und die Aminosäuren Cystein, Glutathion und Carnitin.

 

Quelle: Agnieszka Kalinowski und Keith Humphreys, Governmental Standard Drink Definitions and Low-Risk Alkohol Consumption Guidelines in 37 Countries. In: Addiction, Online-Veröffentlichung vom 13.4.2016, doi: 10.1111/add.13341.


Die Verbreitung von Übergewicht nahm in den letzten 40 Jahren in der ganzen Welt stetig zu.

 

Die Verbreitung von Übergewicht nahm in den letzten 40 Jahren in der ganzen Welt stetig zu. In Kombination mit einer ungesunden Ernährung erhöht sich damit das Risiko, chronische Krankheiten zu entwickeln.

 

Abweichungen vom normalen Gewicht führen sowohl beim Untergewicht als auch beim Übergewicht zu erhöhten Risiken für die Gesundheit. Dabei ist das Übergewicht heute weltweit das größere Problem, wie eine Studie über die Gewichtsverteilung zeigt. Analysiert wurden rund 1.700 Bevölkerungs-Studien, die im Zeitraum von 1975 bis 2014 durchgeführt wurden. Bei den Teilnehmern ab 18 Jahren wurden jeweils das Gewicht und die Größe gemessen, daraus berechnete man die Veränderungen im Body Mass Index (BMI). Einbezogen waren insgesamt rund 20 Millionen Erwachsene aus 186 Ländern.

 

Weltweit sind im Lauf der letzten vier Jahrzehnte die Raten von Untergewicht (unter 18 BMI) gesunken, von 14 auf 9 % bei den Männern und von 15 auf 10 % bei den Frauen. Nur einige der ärmeren Länder, z.B. Indien und Bangladesch, sind noch von erhöhten Untergewichts-Raten betroffen. Beim Normalgewicht (18 bis 25 BMI) und beim Übergewicht (ab 25 BMI) sieht die Bilanz deutlich schlechter aus. Der mittlere BMI stieg von 21,7 auf 24,2 bei den Männern und von 22,1 auf 24,4 bei den Frauen an. Beide Geschlechter nähern sich damit in ihrem durchschnittlichen Gewicht der Grenze zum Übergewicht. Dabei gibt es regionale Unterschiede, mal mehr oder mal weniger Abweichungen vom Durchschnittsgewicht. So ist z.B. der durchschnittliche BMI mit 21,4 in Zentralafrika und Südasien bisher noch um einiges geringer.

 

Deutlich negativ ist der Trend beim Übergewicht. Die Rate hat sich im Lauf von 40 Jahren bei den Männern verdreifacht, von 3,2 % auf 10,8 %, und bei den Frauen mehr als verdoppelt, von 6,4 auf 14,9 %. Der Anteil von sehr stark Übergewichtigen (hier angesetzt ab einem BMI von 35) lag bei den Männern bei 2,3 % und bei den Frauen bei 5 %. In Deutschland setzt man das starke Übergewicht (Adipositas) ab einem BMI von 30 an, dann fallen die Anteile des gesundheitlich besonders kritischen Übergewichts noch schlechter aus.

 

Hochgerechnet auf die Weltbevölkerung schätzt man nach diesen Ergebnissen, dass es heute rund 266 Millionen übergewichtige Männer und 375 Millionen übergewichtige Frauen gibt. Hält dieser Trend zum stetig steigenden Übergewicht weiter an, wird der Anteil der Übergewichtigen 2025 weltweit im Durchschnitt bei 18 % liegen, Frauen wären zu mehr als 21 % davon betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation setzte weltweit das Ziel, die Werte des Übergewichts von 2010 bis ins Jahr 2025 hinein zu halten. Dieses Ziel hätte beim anhaltenden Übergewichts-Trend nahezu keine Chancen realisiert zu werden. Die Forscher fordern daher, weltweit stärker gegen die „epidemische“  Ausbreitung des Übergewichts mit präventiven Maßnahmen zu kämpfen

 
Quelle: NCD Risk Factor Collaboration, Trends in adult body-mass index in 200 countries from 1975 to 2014: a pooled analysis of 1698 population-based measurement studies with 19,2 million participants. In: The Lancet Vol. 387, 2016, S. 1377-1396.