Mit grünem Tee länger leben?

 

Wer pro Woche mindestens drei Tassen grünen Tee trank, konnte in einer chinesischen Studie die Perspektive für ein längeres, gesünderes Leben verbessern. Das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle hatte sich dadurch um 20 % verringert.

 

Der grüne Tee gilt allgemein als sehr gesund, weil er viele bioaktive Inhaltsstoffe, vor allem Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) enthält. Gesundheitlich wirksam sind besonders die Catechine, darunter vor allem EGCG (Epigallocatechingallat), für das viele Wirkungen nachgewiesen sind, z.B. auf Herzfunktionen, Blutgefäße und den Bluthochdruck, hinzu kommen verringerte Entzündungen und antioxidative Funktionen. Im schwarzen Tee ist der antioxidative Effekt dagegen deutlich geringer, weil im Lauf der Fermentation die Polyphenole oxidieren. Schwarzer Tee wird außerdem häufiger mit Milch getrunken, was z.B. die Wirkungen auf die Blutgefäße hemmen könnte.

 

Einige Studien zeigten jedoch, dass die Polyphenole aus dem grünen Tee im Körper nicht längerfristig gespeichert werden können. Daher ist vermutlich ein regelmäßiger Konsum notwendig, um die herzschützenden Wirkungen des grünen Tees zu erreichen. In einer chinesischen Langzeitstudie prüften Forscher daher, wie sich das Trinken verschiedener Teesorten auf das Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfälle auswirkt.

 

Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie nahmen seit 1998 rund 101.000 chinesische Erwachsene aus 15 Provinzen an einer prospektiven Studie (China-PAR) teil. Alle Teilnehmer wurden zu ihrem gewohnten Teekonsum befragt, dazu gehörte die Art des bevorzugten Tees und die üblicherweise konsumierte Menge. Danach wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine trank regelmäßig Tee (wenigstens 3-mal pro Woche), die andere trank Tee nur selten oder nie. 50 % der Teetrinker bevorzugten den grünen Tee, 8 % tranken schwarzen Tee, die restlichen Teilnehmer tranken am liebsten aromatisierte Tees. Im Lauf von sieben Jahren Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe rund 3.700 atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten auf, knapp 1.500 Teilnehmer verstarben aufgrund dieser Krankheiten.

 

Die regelmäßigen Teetrinker konnten ihr Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle im Durchschnitt um 20 % verringern. Sie konnten koronare Herzkrankheiten oder Schlaganfälle deutlich verzögern (um 1,41 Jahre), und sie hatten eine längere Lebenszeit (im Durchschnitt 1,26 Jahre) im Vergleich zu Teilnehmern, die grünen Tee selten oder nie tranken. Die Ergebnisse waren für den grünen Tee signifikant und am effektivsten bei denen, die den Tee regelmäßig über viele Jahre tranken. Nach weiteren acht Jahren befragten die Forscher noch einmal 14.000 Teilnehmer aus dieser Studie zu ihrem Lebensstil und zu den Gewohnheiten beim Teetrinken. Sie wurden danach fünf Jahre lang weiter beobachtet. Teilnehmer, die ihren hohen Teekonsum über all diese Jahre beibehielten, konnten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten nun noch weiter, d.h. um 39 %, senken.

 

Aus einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht auf die Ursachen für die positiven Wirkungen des grünen Tees schließen. Dies müsste in kontrollierten Studien weiter untersucht werden. Die Ergebnisse lassen sich ohne weiteres auch nicht auf andere Regionen übertragen, da z.B. in Europa der grüne Tee noch immer seltener als schwarzer Tee getrunken wird. Die Forscher ziehen dennoch aus dieser Studie das Fazit, dass ein regelmäßiger Konsum von grünem Tee die Gesundheit stärkt und die Lebensperspektiven verbessern kann. Das gilt vor allem für ein verringertes Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten und bei einem regelmäßigen Teekonsum über viele Jahre.

 

Unser Tipp: Extrakte aus dem grünen Tee sind in Nahrungsergänzungsmittelnm einzeln und in Kombinationen, enthalten. Dabei ist besonders der gute Gehalt an Polyphenolen und speziell von EGCG (Epigallocatechingallat) wichtig.

 

Quelle:
Xinyan Wang et al., Tea consumption and the risk of atherosclerotic cardiovascular disease and all-cause mortality: The China-PAR project. In: European Journal of Preventive Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 8.1.2020, doi: 10.1177/2047487319894685.


Diäten zur Gewichtsreduktion auf dem „realen“ Prüfstand

 

Ohne intensive diätetische Unterstützung haben viele Programme zum Abnehmen einen eher geringen Erfolg. In einer Studie prüften Forscher über ein Jahr, wie Diäten zur Gewichtsabnahme von den Teilnehmern befolgt werden und welche gesundheitlichen Verbesserungen sie bringen.

 

Verschiedene Diäten führten in kontrollierten Versuchen zum Gewichtsabbau. Bisher gibt es jedoch nur wenig Nachweise für die langfristige Wirksamkeit von Diäten zur Gewichtsabnahme unter normalen Lebensbedingungen, die nicht intensiv unterstützt werden. Eine Forschergruppe aus Neuseeland untersuchte dies in einer Studie bei übergewichtigen Erwachsenen. Geprüft werden sollte, wie wirksam drei verschiedene Diäten unter den Bedingungen der "realen Welt" waren,

 

Ein Jahr lang nahmen 250 gesunde, übergewichtige Erwachsene (BMI ab 27) an der Studie teil. Alle erhielten anfangs eine Aufklärung über die verschiedenen Diäten, danach konnten sie sich für eine Form entscheiden. Sie hatten die Wahl zwischen der Mittelmeer- oder der Paleo-Diät oder dem intermittierenden Fasten. Zur Mittelmeerdiät gehört der Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Getreidewaren, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Olivenöl sowie mäßige Mengen an Fisch, Huhn, Eiern und Milchprodukten. Rotes Fleisch sollte nur einmal pro Woche oder noch seltener gegessen werden. Bei der Paleo-Diät wurde eine gemäßigte Form empfohlen. Neben wenig verarbeiteten Lebensmitteln mit dem Schwerpunkt auf Obst und Gemüse, tierischen Proteinen, Nüssen, Kokosnussprodukten und gutem Olivenöl sollten auch einige Milchprodukte sowie bis zu einer Portion Hülsenfrüchte und Getreidewaren täglich einbezogen werden.

 

Beim intermittierenden Fasten reduzierten die Teilnehmer an zwei selbst gewählten Tagen pro Woche ihre Energiezufuhr um rund 25 % (500 Kalorien bei Frauen, 600 Kalorien bei Männern). Nach der Beratung führten die Teilnehmer ihre gewählte Diät ohne die Unterstützung durch Ernährungsberater durch.

 

Rund 54 % der Teilnehmer entschieden sich für das intermittierende Fasten, 27 % für die Mittelmeerdiät und 18 % für die Paleo-Diät. Nach einem Jahr befolgten jedoch nur noch etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Mittelmeerdiät (57 %) und das intermittierende Fasten (54 %), nur rund ein Drittel hielt noch die Paleo-Diät (35 %) aufrecht. Die anderen Teilnehmer brachen die Diät vorzeitig ab oder befolgten sie nur noch teilweise. Nach einem Jahr betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust 4 Kilogramm beim intermittierenden Fasten, 2,8 Kilogramm bei der Mittelmeerdiät und 1,8 Kilogramm bei der Paleo-Diät. Die Einhaltung der jeweiligen Diät über das ganze Jahr erhöhte den Gewichtsverlust beim intermittierenden Fasten und bei der Mittelmeerdiät um 1,1 bzw. 1,8 Kilogramm. Die Forscher untersuchten im Lauf der Studie auch Veränderungen im Stoffwechsel. Beim intermittierenden Fasten und bei der Mittelmeerdiät sank der systolische Blutdruck im Durchschnitt um 4,9 mm Hg bzw. um 5,9 mm HG. Außerdem verringerte sich bei der Mittelmeerdiät der Blutzuckerspiegel (glykiertes Hämoglobin) im Durchschnitt um 0,8 mmol/mol.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass die mediterrane Diät, das intermittierende Fasten- oder auch die Paleo-Diät eine gesunde Ernährungsweise sein kann. Die Gewichtsabnahme blieb jedoch ohne die regelmäßige Diät-Betreuung der Teilnehmer eher bescheiden. Mit der Fasten- oder der Mittelmeerdiät war der Erfolg etwas besser, und die Teilnehmer erreichten auch einige gesundheitliche Verbesserungen im Blutdruck und/oder im Blutzucker. Die Forscher heben hervor, dass es nicht die eine, einzig „richtige“ Ernährung für alle Menschen gibt, sondern verschiedene Optionen. Alle drei Diäten bieten sinnvolle Ansätze für eine gesunde Ernährung. Die „beste“ Ernährung ist die, die gesunde Lebensmittel enthält und zum Individuum passt. Hier zeigte sich, dass die mediterrane Ernährung für die Teilnehmer in der Durchführung am einfachsten war. Zu hoch sollten die Erwartungen an den Erfolg bei der Gewichtsabnahme durch eine Diät ohne ständige Begleitung nicht sein, um Enttäuschungen zu vermeiden, die den Abbruch nach sich ziehen können. Unter realen Bedingungen des Alltags erreichten die Teilnehmer mit der Mittelmeer-Diät und dem intermittierenden Fasten die besten Ergebnisse.

 

Unser Tipp: Bei einer Gewichtsreduktion sollte darauf geachtet werden, dass sich durch die verminderte Kalorienaufnahme die Zufuhr von wichtigen Mikro-Nährstoffen nicht ebenfalls verringert. Gute Multipräparate mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen können mögliche Defizite ausgleichen.

 

Quelle:
Michelle R. Jospe et al., Intermittent fasting, Paleolithic, or Mediterranean diets in the real world: exploratory secondary analysis of a weight-loss trial that included choice of diet and exercise. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 27.12.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqz330.


Bei Teenagern mit PCOS ist das Mikrobiom stärker belastet

 

Bei übergewichtigen Teenagern mit einem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) wurden in einer Studie mehr ungesunde Darmbakterien gefunden. Das deutet darauf hin, dass das Mikrobiom im Darm bei PCOS eine Rolle spielen könnte.

 

Veränderungen im Darm-Mikrobiom sind mit dem metabolischen Syndrom verbunden. Die Zusammensetzung der Bakterien wirkt sich auf den Energiestoffwechsel, auf Störungen des Glukose- und Lipidstoffwechsels sowie auf entzündliche Prozesse aus. Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann diese Situation weiter verschlechtern, diese Stoffwechselstörung beeinträchtigt das hormonelle Gleichgewicht von Frauen. Betroffen sind etwa 6 bis 18 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter, das Risiko steigt bei Übergewicht deutlich an. Die Krankheit ist durch erhöhte Testosteronspiegel im Blut gekennzeichnet, dies kann zu Akne, übermäßigem Haarwachstum und unregelmäßiger Menstruation beitragen. Bei erwachsenen Frauen zeigte sich bereits, dass die Krankheit vermutlich mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmbakterien einhergeht. Ob PCOS auch bei Teenagern mit einem veränderten Bakterien-Profil verbunden ist, prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern in einer kleinen Studie.

 

Sie untersuchten bei 58 übergewichtigen Teenagern (im Durchschnitt 16 Jahre alt) die Vorkommen und Vielfalt der Bakterien im Stuhl. 37 Mädchen waren an PCOS erkrankt, zur Kontrolle waren 21 gesunde Mädchen einbezogen. Bei allen wurden typische Stoffwechsel-Marker untersucht und Hormonmessungen durchgeführt. Mit PCOS hatten die Mädchen im Vergleich zu den Gesunden häufiger ein verändertes Darm-Mikrobiom. Typisch waren dann eine geringere Vielfalt und ein höherer Anteil von ungesunden Bakterien. Das war mit höheren Konzentrationen von Testosteron und anderen charakteristischen Markern des metabolischen Syndroms verbunden, z.B. mit einem höheren Blutdruck, Leberentzündungen und höheren Triglyzeriden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Teenager mit PCOS hatten im Vergleich zu den gesunden Mädchen ein verändertes Darm-Mikrobiom. Ein weiterer Nachweis, dass das Mikrobiom bei PCOS und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen offenbar eine wichtige Rolle spielt. Die Veränderungen im Mikrobiom treten bereits bei jugendlichen Mädchen auf, die an PCOS erkrankt sind und sich noch in einem frühen Stadium der Erkrankung befinden. In weiteren Studien sollten künftig die Zusammenhänge zwischen PCOS und dem Mikrobiom näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Auch wenn die Beeinflussung des Mikrobioms durch gesunde Bakterien hier nicht untersucht wurde, so gibt es deutliche Hinweise aus der Forschung, dass Prä- und Probiotika zusammen mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, die Bakterienflora im Darm zu verbessern.

 

Quelle:
Beza Jobira et al., Obese adolescents with PCOS have altered biodiversity and relative abundance in gastrointestinal microbiota. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Online-Veröffentlichung vom 23.1. 2020, doi: 10.1210/clinem/dgz263.


In einer kleinen Studie an Patienten mit dem metabolischen Syndrom konnte ein Intervallfasten mit begrenzter täglicher Nahrungsaufnahme an 10 Stunden viele Symptome des metabolischen Syndroms verbessern.

 

In einer kleinen Studie an Patienten mit dem metabolischen Syndrom konnte ein Intervallfasten mit begrenzter täglicher Nahrungsaufnahme an 10 Stunden viele Symptome des metabolischen Syndroms verbessern.

 

Bei der Flut an Diäten, die ständig in den Medien propagiert wird, ist es oft schwer zu beurteilen, ob die Maßnahmen sinnvoll sind oder langfristig eher wenig Erfolg bieten. In letzter Zeit wurde das Intervallfasten populär, bei dem entweder ein oder zwei Tage pro Woche nichts gegessen wird oder die Mahlzeiten täglich nur in einem begrenzten Zeitfenster von etwa acht Stunden (ohne Kalorien-Zählung) aufgenommen werden. Doch bisher gibt es noch nicht viele Studien, die sich mit dem Intervallfasten beschäftigten. Eine US-amerikanische Pilotstudie bei Menschen mit dem metabolischen Syndrom zeigte nun, dass ein Intervallfasten mit der Nahrungsaufnahme an 10 Stunden täglich half, das Körpergewicht, auch ohne vermehrte Körperbewegung, zu senken und den Stoffwechsel zu verbessern.

 

Das metabolische Syndrom ist weit verbreitet, rund jeder fünfte Erwachsene ist in Deutschland davon betroffen. Zu den Merkmalen gehören Übergewicht und (abdominale) Adipositas, erhöhte Blutfette sowie ein zu hoher Blutdruck und Blutzucker. Mindestens drei Merkmale müssen bei einem Patienten vorhanden sein, um ein metabolisches Syndrom zu diagnostizieren. In der Folge erhöht sich das Risiko für kardiometabolische Krankheiten, dazu gehören Herz-Kreislauf-Krankheiten und der Typ 2 Diabetes. Zu den grundlegenden Empfehlungen gehören mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung. Wie man aus langer Erfahrung weiß, ist beides nicht leicht zu erreichen. Das Intervallfasten könnte dabei helfen, darauf deuteten Versuche bei Tieren hin.

 

Die zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme hatte sich auf den Tag-Nacht-Rhythmus günstig ausgewirkt. Das Intervallfasten trug zu einem geringeren Gewicht und besseren Stoffwechsel-Parametern bei. Die kalifornische Forschergruppe prüften daher in einer kleinen Pilotstudie, ob das Intervallfasten auch bei Menschen mit dem metabolischen Syndrom hilfreich sein kann. Daran nahmen 13 Männer und 6 Frauen mit dem metabolischen Syndrom teil, 16 von ihnen nahmen Medikamente, Statine oder Blutdrucksenker, ein. Vor der Studie zogen sich die Mahlzeiten der Teilnehmer über 14 Stunden pro Tag hin. In der Studie beschränkten sie 12 Wochen lang ihre Mahlzeiten auf 10 Stunden pro Tag. Sie konnten selbst auswählen, in welcher Zeit sie aßen. Die meisten nahmen ihr Frühstück etwas später als gewohnt und die letzte Mahlzeit etwas früher ein. Sie blieben bei drei Mahlzeiten täglich und verzichteten abends auf Snacks.

 

Am Ende der Studie hatten sich einige typische Parameter des metabolischen Syndroms verbessert. Das betraf das geringere Gesamtcholesterin (− 1,2 mg/dl), den verbesserten Blutdruck (− 5,1 mm Hg beim systolischen, − 6,4 mm Hg beim diastolischen Blutdruck) und den langfristigen Blutzuckerwert HbA1c (− 0,22 %), bei den Insulin-Werten zeigte sich zumindest ein abnehmender Trend. Die Teilnehmer berichteten außerdem über eine verbesserte Schlafqualität. Für viele sicher am erfreulichsten, sie nahmen mit dem Intervallfasten 3,3 kg Gewicht ab, verringerten ihren Taillenumfang und das Körperfett (einschließlich abdominales Fett), ohne sich stärker körperlich bewegt zu haben.

 

Die Forscher ziehen daraus das Fazit, dass ein verbesserter zirkadianer Rhythmus dazu beitragen kann, das metabolische System zu verbessern. Sie prüfen jetzt die Wirkung des Intervallfastens beim metabolischen Syndrom in einer größeren Studie. Noch ist nicht geklärt, ob die erreichten Vorteile eine Folge des Intervallfastens oder der Gewichtsreduktion sind. Für die Teilnehmer dürfte dies weniger von Bedeutung sein. Ihre Ernährungsprotokolle zeigten jedenfalls, dass es den meisten gelang, sich an die Essenszeiten im Lauf von 10 Stunden täglich zu halten.

 

Quelle:
Michael J. Wilkinson et al., Ten-Hour Time-Restricted Eating Reduces Weight, Blood Pressure, and Atherogenic Lipids in Patients with Metabolic Syndrome. In: Cell Metabolism, Online-Veröffentlichung vom 5.12.2019, doi: 10.1016/j.cmet.2019.11.004.


Ein Forscherteam der Universität Homburg analysierte die Versorgung in Deutschland und empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um Defizite an Vitamin D besser zu vermeiden.

 

Defizite an Vitamin D sind weltweit sehr verbreitet. Ein Forscherteam der Universität Homburg analysierte die Versorgung in Deutschland und empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um Defizite an Vitamin D besser zu vermeiden.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Funktionen, und es werden noch immer neue Aufgaben entdeckt. Neben der bekannten Schlüsselrolle im Kalzium-Haushalt und bei der Knochen- und Muskel-Gesundheit ist Vitamin D für viele andere Prozesse im Stoffwechsel, im Immun- und Hormonsystem sowie für den Tag-Nacht-Rhythmus (zirkadianes System) wichtig. Langfristig können Defizite z.B. zu Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten sowie zu Störungen im Immunsystem beitragen. Vitamin D wird überwiegend über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Die Aufnahme aus der Ernährung ist vergleichsweise gering. Vitamin D kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, z.B. in fettreichen Fischen, in der Leber und im Lebertran, in Eiern und Milchprodukten.

 

Pflanzliche Lebensmittel enthalten mit Ausnahme von Pilzen nur wenig Vitamin D, das außerdem in seiner Form weniger wirksam ist. Für Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. eine tägliche Zufuhr von 400 I.E. (10 µg) Vitamin D aus der täglichen Ernährung für Säuglinge. Für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, schwangere und stillende Frauen sind 800 I.E. (20 µg) pro Tag angesetzt. Vor allem in den sonnenärmeren Herbst- und Wintermonaten sollten regelmäßig an Vitamin D reiche Lebensmittel verzehrt und auf einen gesunden Lebensstil geachtet werden.

 

Allgemein ist die Versorgung mit Vitamin D in Deutschland gut untersucht. Rund 63 % der Kinder und Jugendlichen (1 bis 17 Jahre) und rund 57 % der Erwachsenen (18 bis 79 Jahre) haben Serumspiegel von Vitamin D unter dem wünschenswerten Ziel von mindestens 50 nmol/L. 2008 zeigte eine Untersuchung bei rund 4.000 Personen, dass rund 45 % der Männer und rund 55 % der Frauen Vitamin D fehlte. In den sonnenarmen Monaten zwischen November und April waren rund 68 % der Männer und 61% der Frauen mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt. Eine neuere Auswertung bei Erwachsenen zeigte, dass 25 % der Männer und Frauen von November bis April zu geringe Vitamin D-Spiegel (<30 nmol/L) hatten. Besonders betroffen sind davon ältere Menschen, weil sie weniger Vitamin D über die Haut bilden und sich oft weniger in der Sonne aufhalten. Auch Bewohnern von Pflegeheimen und Menschen mit dunklerer Hautfarbe fehlt Vitamin D häufiger.

 

Viele Gruppen in der Bevölkerung haben ein erhöhtes Risiko für Vitamin D-Defizite oder einen Mehrbedarf. Dazu gehören z.B. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich zu wenig in der Sonne aufhalten oder eine dunklere Haut haben, ältere Menschen ab 50 Jahren sowie schwangere und stillende Frauen. Auch einige Krankheiten und bestimmte Medikamente können zu einer schlechteren Versorgung mit Vitamin D beitragen. Stärkere Defizite sollten durch die gezielte Ergänzung von Vitamin D behoben werden. Das geschieht meist für einige Wochen mit hoch dosiertem Vitamin D, danach geht man zu einer Erhaltungstherapie mit einer geringeren Dosis über. Die Vitamin D-Werte sollten bei einer solchen Therapie kontrolliert werden, um die Dosierung individuell anzupassen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die häufigen Defizite an Vitamin D in Deutschland zeigen, dass es wichtig ist, Strategien für eine verbesserte Versorgung zu entwickeln. Dabei gilt es. eine individuelle Balance zwischen der Aufnahme von Vitamin D über die Haut, dem Verzehr von Vitamin D-reichen Lebensmitteln und gegebenenfalls mit Ergänzungen von Vitamin D zu erreichen. Für die meisten Menschen in Deutschland ist zu empfehlen, sich zwei- bis dreimal pro Woche im Frühjahr, Sommer und Herbst zwischen 10 und 15 Uhr etwa 5 bis 30 Minuten (je nach Tages- und Jahreszeit, Breitengrad und Hautpigmentierung) in der Sonne aufzuhalten. Dabei sollten etwa 20 bis 25 % des Körpers, z.B. Arme und Beine, frei sein. So wird die Balance zwischen den gesundheitlichen Vorteilen der Sonnenwirkung auf die Haut und dem minimal erhöhten Hautkrebs-Risiko gewährleistet.

 

Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten ist es wichtig, sich regelmäßig vitaminreich zu ernähren und besonders auf die Aufnahme von Vitamin D zu achten. Menschen mit Risikofaktoren für Vitamin D-Defizite sowie bei einem früher aufgetretenen Mangel an Vitamin D, bei Osteoporose und Osteomalazie, dunkler Hautpigmentierung (ab Hauttyp III) oder einer allgemein ungesunden Lebensweise sollten ihre Versorgung mit Vitamin D kontrollieren lassen und gegebenenfalls Vitamin D nach therapeutischer Empfehlung ergänzen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Einzeln wird es u.a. in emulgierter bzw. flüssiger Form angeboten, die gut dosierbar und sehr gut bioverfügbar ist. Auf eine gute Qualität (z.B. ohne Konservierungsstoffe) sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Roman Saternus et al., A Critical Appraisal of Strategies to Optimize Vitamin D Status in Germany, a Population with a Western Diet. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.11.2019, doi: 10.3390/nu11112682..


Neue Veganer − wie schnell sinkt das Vitamin B12?

 

 

Veganer haben durch ihre rein pflanzliche Ernährung ohne Milchprodukte ein erhöhtes Risiko für Defizite an einigen Mikro-Nährstoffen. Das betrifft vor allem Vitamin B12 (Cobalamin). Forscher prüften bei neuen Veganern, wie sich die veränderte Ernährung auf typische Biomarker auswirkt.

 

Die vegane Ernährung wird in den westlichen Ländern immer beliebter. Veganer schließen aus gesundheitlichen, ökologischen und/oder ethischen Gründen alle tierischen Lebensmittel, also auch Milchprodukte, strikt aus ihrer Ernährung aus.

 

Da Vitamin B12 vorwiegend in tierischen und nur sehr geringfügig in pflanzlichen Lebensmittel enthalten ist, erhöht sich das Risiko für ein Defizit an Vitamin B12, das am Stoffwechsel aller Zellen beteiligt und für die DNA-Synthese wichtig ist. Weder Tiere noch Pflanzen bilden jedoch Vitamin B12 selbst. Es wird über die tierischen Darmbakterien synthetisiert und kommt daher in Milchprodukten vor. Bei Veganern, führt dieser Verzicht ohne Ergänzung von Vitamin B12 zum Mangel. Als Folge können die (megaloblastische) Anämie (der Knochenmarkszellen) und periphere Neuropathien (Schäden im Nervensystem) entstehen. Defizite an Vitamin B12 führen weiter dazu, dass mehr Homocystein im Körper gebildet wird, eine Aminosäure, die in höheren Mengen schädlich wirken kann.

 

Vitamin B12 wird im Körper hauptsächlich in der Leber und in der Niere gespeichert. Man schätzt, dass die täglichen Verluste an Vitamin B12 normalerweise weniger als 0,1% der gesamten Körperspeicher bei Erwachsenen ausmachen. Bisher ging man daher davon aus, dass bei einer rein pflanzlichen Ernährung, wenn Vitamin B12 nicht ergänzt wird, Defizite erst nach einiger Zeit nachweisbar sind. Man hielt es aber für möglich, dass typische Marker für den Vitamin B12-Status, schon bei einer kurzfristig begrenzten Zufuhr abnehmen, ohne dass ein offensichtlicher Mangel vorliegt. Das könnte z.B. Marker betreffen, die für Entzündungen und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems relevant sind.

 

Eine Forschergruppe der Universitäten Heidelberg, Freiburg und Ulm prüfte Veränderungen im B12-Status in einer kleinen Studie. Daran nahmen von April bis Juni 2017 53 Personen teil, die von 18 bis zu 60 Jahren alt und vorher weder Vegetarier noch Veganer waren. Alle nahmen eine Woche vor Beginn der Studie an einer ausgewogenen, gemischten Ernährung teil. Dann wurden zwei Gruppen gebildet. Die eine ernährte sich vier Wochen lang täglich weiter wie gewohnt auch mit Fleisch und verzehrte davon täglich > 150 g. Die andere Gruppe ernährte sich dagegen strikt vegan. Beide Gruppen wurden in dieser Zeit regelmäßig betreut, und alle Teilnehmer notierten täglich ihre Ernährung in einem Protokoll. Vor und nach der Studie wurden bei allen Teilnehmern Blut- und Urinproben genommen. Neben Vitamin B12 wurden auch Folat und Vitamin B6 bestimmt, die an der Homocystein-Konzentration beteiligt sind. Dazu wurden weitere Werte (z.B. Glutathion, Methioninsulfoxid, Fettsäuren und Vitamin D) ermittelt, die mit Vitamin B12 in Verbindung stehen. Die Forscher konnten schließlich die Daten von 44 Personen auswerten, für die alle nötigen Ergebnisse vorlagen.

 

Die Beurteilung der Ernährung sowie der Blut- und Urinparameter deutete darauf hin, dass die pflanzliche Ernährung für die Gesundheit von Vorteil ist. Sie führte zu einer signifikanten Senkung der Cholesterin-Aufnahmen und allgemein zu angemessenen Profilen bei den Makro- und Mikro-Nährstoffen. Das galt mit Ausnahme von Vitamin B12. Hier zeigten die Daten, dass Holotranscobalamin (Holo-TC), die bioaktive Form von Vitamin B12 im Plasma, in nur vier Wochen bei geringer Aufnahme von Vitamin B12 signifikant abnahm. Während dieser Zeit blieben Homocystein und die damit verbundene Methylmalonsäure (MMA) im normalen Bereich, und es gab keine klinischen Anzeichen für einen Vitamin-B12-Mangel. Die Forscher gehen davon aus, dass das Holo-TC ein schnell reagierender Biomarker sein kann, um die Zufuhr von Vitamin B12 bei Veganern oder auch Vegetariern zu kontrollieren. Sie weisen jedoch auf einen wichtigen Unterschied hin. Eine verminderte Zufuhr von Vitamin B12 führt zur geringeren Konzentration von Holo-TC im Serum, das bedeutet, dass weniger bioaktives Vitamin B12 für die Versorgung der Zellen verfügbar ist. Dies entspricht (noch) nicht einem zellulären Vitamin-B12-Mangel, der von einer Erhöhung der Biomarker Homocystein und MMA begleitet wird. Die Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels sollte immer mindestens einen systemischen Biomarker (Serum-Vitamin B12 oder Holo-TC) und einen zellulären Biomarker (Homocystein oder bevorzugt MMA) beinhalten. Das bioaktive Vitamin B12 (Holo-TC) kann jedoch als eigenständiger Biomarker ausreichen, um die Aufnahme von Vitamin B12 bei Menschen mit vegetarischer/veganer Ernährung zu überwachen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 ist einzeln, in Kombination mit den anderen B-Vitaminen oder auch in vielen Multi-Präparaten enthalten. Einzeln gibt es z.B. B12-Lutschtabletten, dabei wird Vitamin B12 sublingual besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Ann-Kathrin Lederer et al., Vitamin B12 Status Upon Short-Term Intervention with a Vegan Diet − A Randomized Controlled Trial in Healthy Participants. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 18.11.2019, doi: 10.3390/nu11112815.


Vitamin D − ein möglicher Biomarker fürs Altern

 

Die Beziehung zwischen Vitamin D und der Häufigkeit von chronischen Krankheiten ist bekannt. Vitamin D könnte daher möglicherweise ein Biomarker für das physiologische Altern sein.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Aufgaben, die auch im Alter mit seinen komplexen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Eine Gruppe von italienischen Forschern führte dazu eine Meta-Analyse durch, in der die Rolle der Konzentration von Vitamin D als Biomarker für das gesunde Altern untersucht wurde. Einbezogen waren Studien ab dem Jahr 2000 bis zum Anfang 2019. Untersucht wurde die Beziehung zwischen dem Vitamin-D-Status und langfristigen Lebensperspektiven, Krankheiten sowie der körperlichen und kognitiven Funktionalität. Die Forscher konnten 24 Studien, vor allem aus Europa und den USA, in ihre Analyse einbeziehen. Daran waren rund 78.000 ältere Personen mit einem durchschnittlichen Alter von über 50 Jahren beteiligt. Alle waren zu Beginn der jeweiligen Studien gesund und hatten bisher Vitamin D nicht ergänzt. Bei niedrigen Vitamin D-Werten (25(OH)D) zeigten sich Beziehungen zu respiratorischen und kardiovaskulären Ereignissen, zu Markern im Zusammenhang mit Knochenbrüchen, z.B. an den Hüften, aber auch in anderen Körperbereichen (ohne Wirbelbrüche), sowie zur Sterblichkeit. Die Forscher prüften zusätzlich die Beziehungen zwischen dem gesunden Altern und dem sogenannten aktiven Vitamin D (1,25(OH)2), das geringer konzentriert und weniger haltbar ist. Dabei zeigten sich ähnliche Ergebnisse, die jedoch klinisch von geringerer Bedeutung waren.

 

Für die Forscher bestätigte sich damit, dass der Vitamin D-Status (25(OH)D) als ein sinnvoller Biomarker für Altersprozesse dienen kann. Damit könnten Prognosen für verschiedene krankhafte Entwicklungen und in Bezug auf die Lebensperspektiven bzw. das Sterblichkeitsrisiko ermöglicht werden. Das gilt z.B. für Lungenfunktionen und -krankheiten, kardiovaskuläre und koronare Krankheiten, Hüftfrakturen und die Vorkommen von Sarkopenie (Abbau von Muskelmasse und -kraft). Kein Zusammenhang zeigte sich dagegen in dieser Analyse zwischen Vitamin D und dem Sturzrisiko sowie der Knochenmineraldichte. Gleiches galt für die kognitiven Funktionen und bei kardiometabolischen Krankheiten (z.B. Bluthochdruck und Diabetes) sowie für Krebskrankheiten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese systematische Auswertung zeigte besondere Aspekte von Vitamin D als ein möglicher (mehrdimensionaler) Indikator für die Gesundheit im Alter. Da Altersprozesse jedoch generell sehr komplex sind, sollten diese Beziehungen in weiteren Studien genauer untersucht werden. Dabei wäre auch die Frage zu klären, ob Ergänzungen von Vitamin D krankhafte Entwicklungen im Alter verringern oder verzögern können.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem als D3 (Cholecalciferol) in Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden. Flüssige Formen sind z.B. sehr gut dosierbar und werden vom Körper besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Silvia Caristia et al., Vitamin D as a Biomarker of Ill-Health among the Over-50s: A Systematic Review of Cohort Studies. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.10.2019, doi: 10.3390/nu11102384.


Die gesunde Ernährung beeinflusst das Hörvermögen

 

Der zunehmende Hörverlust gilt als ein Teil des Alterungsprozesses. Möglicherweise gibt es Faktoren, die den Verlust des Gehörs verringern, verzögern oder verhindern können. Dazu könnte eine gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen beitragen.

 

Schon in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass eine höhere Aufnahme von bestimmten Lebensmitteln und Mikronährstoffen das Risiko für einen Hörverlust im Alter verringern kann. Dazu gehören die Carotinoide Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, Folsäure und die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie sind in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie in Fischen und Meeresfrüchten enthalten und werden bei einer gesunden Ernährung häufiger verzehrt. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern prüfte im Rahmen der „Nurses' Health Study II“ (2012-2018), einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie mit Frauen aus Gesundheitsberufen, ob es Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust gibt bzw. wie sich der Hörverlust im Lauf von drei Jahren verändert.

 

Einbezogen waren 3.135 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren. Bei allen war mehrmals die Art der Ernährung zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt worden. Dabei prüften die Forscher auch, wie stark sich die Teilnehmerinnen an gesunde Ernährungsweisen anpassten. Als Vorgabe dienten hier die DASH-Diät zur Senkung des Blutdrucks, die alternative mediterrane Ernährung und der Alternate Healthy Eating-Index (AHEI 2010). Die stärkere Einhaltung dieser Ernährungsweisen wurde mit einer Reihe von wichtigen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Das gilt z.B. für ein geringeres Risiko von Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall sowie allgemein für ein gesundes Altern. Zu Beginn und nach drei Jahren wurde bei allen Teilnehmerinnen das Hörvermögen untersucht. Audiologen maßen die Veränderungen der Reinton-Hörschwellen und die niedrigsten Lautstärke, die eine Teilnehmerin in einem Ohr noch erkennen konnte. Ihnen wurden Töne mit niedrigen (0,5, 1 und 2 kHz), mittleren (3 kHz und 4 kHz) und höheren Frequenzen (6 kHz und 8 kHz) mit variablen Lautstärke-Pegeln präsentiert. Die Teilnehmerinnen gaben an, wann sie den Ton nur noch knapp hören konnten.

 

Diese Untersuchungen wurden nach drei Jahren bei allen Teilnehmerinnen wiederholt. In dieser Zeit hatten 19 % der Frauen einen Hörverlust in den tiefen Frequenzen, 38 % einen Hörverlust in den mittleren Frequenzen und fast die Hälfte einen Hörverlust in den höheren Frequenzen entwickelt. Es zeigte sich weiter, dass Frauen, die sich stärker an gesunde Ernährungsweisen hielten, ein deutlich geringeres Risiko für eine sinkende Hörsensitivität hatten. Ihr Risiko für einen Rückgang beim Hören der Mittelfrequenzen war um fast 30 % geringer im Vergleich zu den Frauen, die sich am wenigsten gesund ernährten. Das Risiko für einen Hörverlust in den höheren Frequenzen war bei einer gesunden Ernährung um bis zu 25 Prozent niedriger.

 

Die Forscher waren überrascht, dass sich bei so vielen Frauen, die zudem oft noch in einem Alter waren, in dem man das Gehör meistens noch nicht untersuchen lässt, in einer relativ kurzen Zeitspanne ein Hörverlust gezeigt hatte. Eine gesunde Ernährung kann diesen Prozess offenbar deutlich verlangsamen. Die Forscher empfehlen, die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust im höheren Alter in weiteren Studien näher zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Wenn die Versorgung mit Mikronährstoffen über die Ernährung nicht ausreicht, dann können wichtige Nährstoffe, wie z.B. die Carotinoide, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren, auch über Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Auf eine gute Qualität sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Sharon G. Curhan et al., Prospective Study of Dietary Patterns and Hearing Threshold Decline. In: American Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 14.10.2019, doi: 10.1093/aje/kwz223.


Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle.

 

Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle. Bei einem länger anhaltenden Kurzschlaf können häufiger Defizite an Mikronährstoffen auftreten.

 

Ein guter Schlaf ist erholsam für den Körper, das gilt vor allem für das Immun-, Hormon- und Nervensystem. Eine normale Schlafdauer erreichen Erwachsene mit sieben bis neun Stunden, bei den Älteren ab 65 Jahren geht man von sieben bis acht Stunden Schlaf aus. Zu wenig Schlaf kann, wenn er über längere Zeit anhält, viele gesundheitliche Folgen haben. Davon sind immer mehr Menschen betroffen. Zu wenig Schlaf führt z.B. zu erhöhter Reizbarkeit, kognitiven Schwächen und zu einem beeinträchtigten Immunsystem. Wie eine Auswertung der großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) zeigt, gehört zu den Folgen eines länger anhaltenden Kurzschlafs auch die unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Sie spielen neben vielen anderen Aufgaben im Körper auch eine Rolle in der Chronobiologie. Durch die Regulation des zirkadianen Rhythmus wird die Anpassung an den 24-stündigen Tag- und Nacht-Rhythmus erreicht. Dazu trägt z.B. die Synthese des sogenannten „Schlafhormons“ Melatonin bei, die durch die Vitamine Folat und Vitamin B6 sowie durch das Spurenelement Zink unterstützt wird.

 

Die Forscher befragten Teilnehmer an der NHANES-Studie in Bezug auf ihre Ernährung, die Aufnahme von Mikronährstoffen aus Nahrungsergänzungen und zu ihrer üblichen Schlafdauer. Die Analyse von rund 26.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 47 Jahre) aus den Jahren 2005 bis 2016 ergab, dass die Schlafdauer im Durchschnitt bei sieben Stunden lag. Insgesamt berichtete rund ein Drittel der Teilnehmer über eine zu geringe Schlafdauer von weniger als sieben Stunden. Männer waren vom Kurzschlaf häufiger betroffen. Den Teilnehmern mit einem zu kurzem Schlaf fehlte es häufiger an wichtigen Mikronährstoffen. Das betraf bei Erwachsenen im Alter ab 19 Jahren vor allem Kalzium, Magnesium und Vitamin D und bei den 19- bis zu 50-Jährigen auch Vitamin K. Diese Defizite zeigten sich auch nach der Daten-Anpassung an mögliche andere Einflussfaktoren. Teilnehmer, die über Kurzschlaf berichteten, hatten außerdem häufiger eine zu geringe Versorgung an mehreren Nährstoffen, auch hier wurden Unterschiede im Alter und Geschlecht beobachtet. Erwachsene ab 51 Jahren hatten bei kurzer Schlafdauer häufiger unzureichende Aufnahmen von mehreren Mikronährstoffen. Bei den Frauen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und der oftmals nicht ausreichenden Zufuhr von Kalzium, Magnesium und den Vitaminen A, C, D und E. Obwohl insgesamt mehr Männer einen Kurzschlaf hatten, fand man bei ihnen meist nur eine unzureichende Zufuhr von Vitamin D.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und einer nicht genügenden Versorgung mit einzelnen und/oder mehreren Mikronährstoffen gibt. Das betrifft vor allem Kalzium, Magnesium und die Vitamine A, C, D und E. Durch einen längerfristig anhaltenden Kurzschlaf kann demnach der Bedarf für Nahrungsergänzungen mit einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen ansteigen.

 

Unser Tipp: Abendlicher Hunger, ein üppiges Essen, zu viel Säure, Koffein oder Alkohol können den Schlaf stören. Hausmittel wie warme Milch und Kräutertees können das Einschlafen unterstützen. Eine ausreichende Zufuhr an Mikronährstoffen ist für den Schlaf wichtig, das gilt neben den genannten Vitaminen und Mineralstoffen z.B. auch für die Aminosäure Tryptophan.

 

Quelle:
Chioma J. Ikonte et al., Micronutrient Inadequacy in Short Sleep: Analysis of the NHANES 2005-2016. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.10.2019, doi: 10.3390/nu11102335.


Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Die gute Versorgung mit Jod ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Zu den Funktionen von Jod gehört, dass es auf das Nervensystem einwirkt. Neurokognitive Fähigkeiten werden von einer guten Jodversorgung beeinflusst. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft mit der Jodversorgung des Fötus durch die Mutter. Ein milder bis moderater Jodmangel in der frühen Schwangerschaft kann zu einem später verringerten verbalen IQ der Kinder beitragen. Eine gute Jodversorgung ist auch in der gesamten Kindheit sehr wichtig. So konnte z.B. bei 10- bis 13jährigen Schülern die Gabe von täglich 150 µg Jod über ein halbes Jahr die kognitiven Funktionen signifikant verbessern. Auch die Folgen von Joddefiziten sind bekannt, so wurde u.a. ein Zusammenhang zwischen einem Jodmangel und der Entwicklung von ADHS hergestellt.

 

Auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin wurden im September in München neue Ergebnisse der KiGGS Welle 2, einer Langzeitstudie zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, zur Jodversorgung vorgestellt. In dieser Studie wurden von 2014 bis 2017 bei rund 15.000 Teilnehmern im Alter von 0 bis zu 29 Jahren umfangreiche Daten zur Gesundheit erhoben. Bei rund 3.300 Kindern und Jugendlichen wurde im Urin auch der Jodgehalt bestimmt. Im Durchschnitt lag die Jodausscheidung bei rund 90 µg/L. Die Empfehlung für eine gute Jodversorgung liegt nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwischen 100 und 199 µg/L Jod. Die Jodwerte der Kinder und Jugendlichen waren damit allgemein niedrig. Rund 60 % der Kinder und Jugendlichen waren nicht ausreichend mit Jod versorgt. Nur Jungen von drei bis zu sechs Jahren hatten mit durchschnittlich rund 106 µg/L Jod noch akzeptable Werte.

 

Die Forscher stufen daher Deutschland wieder als Jodmangelgebiet ein, anders noch als in den 80er und 90er Jahren. Auch in der vorangegangenen KiGGS-Basisuntersuchung (2003 bis 2006) wurden mit Joddefiziten von rund 42 % noch bessere Werte erzielt, außerdem war die Jodausscheidung der Teilnehmer zu dieser Zeit deutlich höher. Die Forscher gehen davon aus, dass die inzwischen wieder seltenere Verwendung von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie zu den Ursachen für den erhöhten Jodbedarf gehört. Industriell hergestellte Lebensmittel sind nach wie vor die wichtigste Salzquelle, rund 77 % der Salzaufnahmen gehen auf ihr Konto. Salz, das im Haushalt verwendet wird, kommt dagegen nur auf einen Anteil von 10 %.

 

Unser Tipp: Jod kann auch als Nahrungsergänzung aufgenommen werden. Es wird z.B. in vom Körper sehr gut aufnehmbaren Formen, z.B. als flüssiges Jod (Kaliumjodid), angeboten.

 

Quelle:
Dr. Beate Fessler, „Ein Anlass zur Sorge“ Deutschland − ein Jodmangelland. In: Springer Medizin, Online-Veröffentlichung vom 22.9.2019.


Gesunde Ernährung und Vitamin D stärken bei Depressionen

 

Eine gesunde Ernährung kann ebenso wie eine gute Versorgung mit Vitamin D dazu beitragen, den Zustand bei Depressionen zu verbessern. Sowohl Studenten als auch ältere Patienten mit Depressionen konnten davon in zwei kleineren Studien profitieren.

 

Schon seit längerem ist bekannt, dass sich Patienten mit Depressionen oft sehr schlecht ernähren. Eine gesündere Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, Fisch und magerem Fleisch, kann dazu beitragen, dass sich depressive Symptome verringern. Das bestätigt eine neue, australische Studie an 76 Studenten im Alter von 17 bis zu 35 Jahren. Sie waren in einem Test durch eine erhöhte Depressivität aufgefallen und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sah sich ein Video an, in dem sie eine Diätassistentin zur Veränderung ihrer Ernährung aufforderte. Sie erhielten dazu einen Lebensmittelkorb mit gesunden Nahrungsmitteln und einen Einkaufsgutschein im Wert von 60 US-Dollar. In den drei Wochen danach wurden die Studenten zweimal von der Ernährungsberaterin angerufen, um sie weiter zu einer gesünderen Ernährung zu motivieren. Die Studenten der zweiten Gruppe erhielten dagegen keinerlei Informationen zur gesunden Ernährung, man lud sie nur zu einer weiteren Untersuchung nach drei Wochen ein.

 

Die meisten Studenten, die an der Ernährungsberatung teilgenommen hatten, befolgten die Empfehlungen. Das zeigten sowohl einer Befragung zu ihren Depressionen als auch Hautmessungen. Letztere zeigen über Farbveränderungen der Haut an, ob vermehrt Flavonoide aus Obst und Gemüse verzehrt wurden. Die gesündere Ernährung hatte sich außerdem nachweisbar positiv auf die Depressionen ausgewirkt. Auf der Depressions-Skale waren die Werte um rund 21 Punkte gesunken. Depressive Symptome, Ängste und Stress hatten sich gebessert. Bei den Studenten ohne Ernährungsintervention zeigte sich dagegen ein leichter Anstieg der Depressionen. Nach drei Monaten konnten die Forscher 33 Teilnehmer an der Diätberatung noch einmal kontaktieren. Knapp zwei Drittel der Studenten hielt sich weiter an die Empfehlungen für eine gesündere Ernährung. Die günstige Wirkung auf die depressiven Symptome war weiterhin nachweisbar.

 

Mit zunehmendem Alter steigen die Vorkommen von depressiven Stimmungen und Depressionen an. So schätzt man z.B. in Großbritannien, dass rund 22 % der Männer und 28 % der Frauen über 65 Jahren von Depressionen betroffen sind. Die Prävention und Therapie von Depressionen spielt für die Gesundheit im Alter eine wichtige Rolle. Dabei kommt es auch auf die gute Versorgung mit Vitamin D an, wie eine aktuelle iranische Studie zeigt. Daran waren 68 Personen über 60 Jahren beteiligt, die an mäßigen bis schwereren Depressionen litten. Bei allen Teilnehmern wurde zu Beginn der Studie die Versorgung mit Vitamin D im Blut geprüft. Dabei fanden sich im Durchschnitt relativ niedrige Vitamin D-Werte (unter 30 ng/ml). Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine Gruppe erhielt wöchentlich 50.000 I.E. Vitamin D, die andere Gruppe nahm zur Kontrolle ein Placebo.

 

Die Ergebnisse zeigten, dass sich mit der Aufnahme von Vitamin D die Werte im Blutspiegel deutlich erhöht hatten. Damit sanken auch die Werte für Depressionen leicht ab, während sich in der Placebo-Gruppe die Tendenz zu einem Anstieg der Depressionen zeigte. Die Forscher verweisen darauf, dass es im Hippocampus, ein Bereich des Gehirns, der mit Depressionen verbunden ist, viele Vitamin D-Rezeptoren gibt. Bekannt ist weiter, dass mehrere Vitamin D-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überqueren können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Vitamin D bei älteren depressiven Patienten dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern. Patienten könnten im Rahmen einer Therapie von Depressionen auch von der ergänzenden Gabe von Vitamin D profitieren..

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten, dabei wird meist die natürliche Form D3 (Cholecalciferol) bevorzugt. Als Einzelpräparat wird Vitamin D3 u.a. in emulgierter Form angeboten, das die Aufnahme deutlich verbessert.

 

Quelle:
Heather M. Francis et al., A brief diet intervention can reduce symptoms of depression in young adults - A randomised controlled trial. In: PLOS One, Online-Veröffentlichung vom 9.10. 2019, doi: 10.1371/journal.pone.0222768.
und
Negin Masoudi Alavi et al., Effect of vitamin D supplementation on depression in elderly patients: A Randomized clinical trial. In: Clinical Nutrition, Vol. 38, Nr. 5, S. 2065-2070.


Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Die Psoriasis ist eine erblich bedingte, chronische und entzündliche Erkrankung der Haut und der Gelenke. Nach der Neurodermitis ist sie die häufigste chronische Hauterkrankung. Typische Merkmale sind die rote Fleckenbildung an der Haut mit einer trockenen und silbrig glänzenden Schuppung, die meist in Schüben auftreten. Das Auftreten der Krankheit kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören z.B. äußere Verletzungen sowie Belastungen durch Stress, Alkohol oder Medikamente, aber auch Infektionen und Stoffwechselstörungen sowie umweltbedingte Faktoren. Auch die Ernährung kann die Psoriasis beeinflussen. Eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und die zu hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren können die Schwere der Psoriasis beeinflussen. Das hatten Forscher der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Leipzig in einer Studie geklärt.

 

Bekannt ist allgemein, das die typische westliche Ernährung zu einem Ungleichgewicht zwischen der durchschnittlichen Aufnahme an gesättigten und den ungesättigten Fettsäuren führt, wobei die gesättigten Fette, die vor allem aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen werden, meist überwiegen. Bei Übergewicht können Adipozyten (Zellen im Fettgewebe) zu entzündlichen Prozessen beitragen, wozu.u.a. auch der oxidative Stress beiträgt, der bei Übergewicht verstärkt auftritt. Damit verbunden sind nicht nur die Entwicklung von Typ II Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch die Verschlechterung von entzündlichen Hauterkrankungen wie der Psoriasis. Die Forscher entdeckten bei Psoriasis-Patienten, wie gesättigte Fettsäuren zum Schlüsselfaktor für verstärkte Hautentzündungen werden können.

 

Dabei war der Spiegel der freien Fettsäuren im Serum der einzige Parameter, der die Schwere der Psoriasis direkt beeinflussen kann. Gesättigte Fettsäuren können so genannte myeloische Zellen (des blutbildenden, jedoch nicht des lymphatischen Systems) für erhöhte entzündliche Reaktionen sensibilisieren und in der Folge die Keratinozyten (hornbildende Zellen der Oberhaut) aktivieren. Die Forscher vermuten, dass eine Reduktion von gesättigten Fettsäuren hilfreich sein kann, um neben der üblichen Behandlung der Psoriasis die Krankheit auch über eine gesunde Ernährung zu unterstützen und zu lindern. Die Forscher starteten nun eine Studie, in der eine spezielle Diät zusätzlich zur Therapie der Psoriasis über sechs Monate lang getestet wird.

 

Unser Tipp: Die meisten ungesättigten Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen. Einige, wie die Alpha-Linolensäure (Omega-3), die Linolsäure (Omega-6) und die sehr gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen, sind essenziell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Bei einem besonderen Bedarf gibt es eine Reihe von essenziellen Fettsäuren auch als Nahrungsergänzungen, dabei spielt bei Kombinationen auch ein gutes Verhältnis der Fettsäuren zueinander eine Rolle.

 

Quelle: 
Diana Herbert et al., High-Fat Diet Exacerbates Early Psoriatic Skin Inflammation Independent of Obesity: Saturated Fatty Acids as Key Players. In: Journal of Investigative Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2018
und
ikr, Psoriasis. Spezialdiät im Text. In: Ärzte-Zeitung, Online-Veröffentlichung vom 23.10.2019.


Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden.

 

Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden. Dabei liefern Bio-Äpfel die bessere Bakterien-Qualität im Vergleich zu konventionell angebauten Äpfeln.

 

Reichlich Obst und Gemüse, das gehört zu einer guten Ernährung dazu. Sie enthalten neben den jeweiligen pflanzlichen Bestandteilen und Nährstoffen auch eine Fülle von Bakterien, die wir mit dem Verzehr aufnehmen und die dann vorübergehend auch unseren Darm besiedeln. Diese Mikroorganismen sind für eine gesunde Darmflora sehr wichtig. Rohes Obst und Gemüse ist eine besonders gute Quelle für die Mikroorganismen im Darm, denn beim Kochen werden die meisten Bakterien vernichtet.

 

Wie die Besiedelung von Bakterien speziell beim Apfel aussieht, das untersuchten Forscher des Instituts für Umweltbiotechnologie der Technischen Universität Graz in einer Studie. Sie nahmen das Mikrobiom der Äpfel unter die Lupe und bestimmten den Gehalt an Mikroorganismen. Dabei verglichen sie auch Äpfel aus dem biologischen und konventionellen Anbau. Generell zählen Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten. Mit ihrem Verzehr nehmen wir nicht nur die Schalen und das Fruchtfleisch auf, ein normaler Apfel enthält im Durchschnitt rund 100 Millionen Bakterien. Sie sind vor allem in den Samen und im Fruchtfleisch konzentriert und deutlich weniger in den Schalen angesiedelt. In den verschiedenen Geweben eines Apfels (Stängel, Schalen, Fruchtmark, Samen und Kelch) siedeln sich verschiedene Bakterienstämme und -arten an.

 

Der Großteil geht auf das Konto der Proteobakterien (80 %), mit einigem Abstand gefolgt von Bacteriodetes (9 %), Actinobacteria (5 %) und Firmicutes (3 %). Zu ihnen gehören jeweils diverse Bakteriengruppen und -arten, die die Gesundheit stärken können, einige dieser Arten wirken jedoch auch gesundheitsschädigend. Deutliche Unterschiede bei den Bakterien fanden die Forscher zwischen Bio-Äpfeln und Äpfeln aus dem konventionellen Anbau. Bio-Äpfel hatten eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien mit einer signifikanten Verschiebung der Bakteriengattungen und -ordnungen., von fast 40 %. In konventionell angebauten Äpfeln beobachteten die Forscher mehr Bakterien, die für ein gesundheitsschädliches Potential bekannt sind.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mit dem Verzehr eines Apfels werden rund 100 Millionen Bakterienzellen verzehrt. Obwohl die Menge bei einem Bio-Apfel und einem aus dem konventionellen Anbau gleich ist, unterscheidet sich die Zusammensetzung der Bakterien deutlich. Die Bio-Äpfel enthalten nicht nur eine größere Vielfalt, sondern auch mehr gesündere Bakterienarten.

 

Quelle:
Birgit Wassermann et al., An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples. In: frontiers in Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 24.7.2019, doi: 10.3389/fmicb.2019.01629.


Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost?

 

Ein englisches Forscherteam wertete Daten der großen EPIC-Oxford-Studie aus, um die Risiken für Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Vegetariern, Pescatariern und Fleischessern zu untersuchen. Dabei zeigt sich, ganz so eindeutig ist das Ergebnis nicht.

 

Am englischen Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) waren von 1993 bis 2001 rund 48.000 Männer und Frauen beteiligt. Der Anteil der Vegetarier, einschließlich der Veganer, war mit 16.000 recht hoch, dazu gaben rund 7.500 Teilnehmer an, zwar kein Fleisch, jedoch Fisch zu essen. Damit waren die Gruppen der Vegetarier und Pescatarier fast ebenso groß wie die Gruppe, die auch Fleisch aß. Die Teilnehmer wurden bis zum Jahr 2001 beobachtet. In dieser Zeit kam es in dieser großen Gruppe zu 2.830 ischämischen Herzkrankheiten, die aufgrund einer mangelnden Durchblutung entstehen. Weiter traten 1.072 Schlaganfälle auf, rund die Hälfte davon ebenfalls ischämisch, die andere Hälfte hämorrhagisch, d.h. aufgrund von Blutungen, die im Gehirn entstanden.

 

Bei den Vegetariern war das Risiko für ischämische Herzkrankheiten um 22 % geringer im Vergleich zu den Fleischessern, auch bei den Pescatariern sank dieses Risiko, mit 13 % jedoch etwas geringer. Allerdings hatten die Vegetarier bei den Schlaganfällen ein um 20 % erhöhtes Risiko, für die Forscher ein unerwartetes Ergebnis. Die Pescatarier schnitten hier besser ab, bei ihnen zeichnete sich nur eine leichte Tendenz für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle ab. Bei den Vegetariern zeigte sich ein besonders erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle.

 

Rund zehn Jahre später, 2010, konnten die Forscher einen Großteil der Teilnehmer an der EPIC-Oxford-Studie erneut zu ihren Essgewohnheiten befragen. Danach untersuchten die Forscher den Einfluss eines langfristigen Verzichts auf Fleisch in Bezug auf die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Einbezogen waren auch andere Einflussfaktoren, z.B. der Gesundheitszustand, Rauchen, die körperliche Aktivität, die Einnahme von Nahrungsergänzungen und die Ernährungsweise. Generell hatten hier die Vegetarier und etwas weniger ausgeprägt die Pescatarier ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten im Vergleich zu den Fleischessern. Seit langem ist bekannt, dass sich einige der typischen Risikofaktoren für diese Krankheiten, ein zu hoher Blutdruck, ein hoher Blutzucker und zu hohe Cholesterinwerte, bei der vegetarischen Ernährung verbessern, das zeigte sich auch in dieser Studie. Die Forscher vermuten, dass weitere Aspekte eines allgemein gesünderen Lebensstils dabei eine Rolle spielen. Die Vegetarier waren im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die Fleischesser, sie trieben mehr Sport, und sie hatten ein geringeres Körpergewicht.

 

Anhand einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht klären, warum die Vegetarier ein erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle hatten. Die Forscher vermuten, dass möglicherweise die schlechtere Versorgung mit den Vitaminen B12 und D oder auch mit essentiellen Aminosäuren dazu beitragen könnten. Die Ursachen für diese Beziehung müssten in weiteren Studien untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vegetariern und vor allem Veganern fehlt es häufiger an Vitamin B12 und Vitamin D, die vor allem im Fleisch vorhanden sind. Diese Werte sollten beobachtet werden, vorhandene Defizite können mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Wer Fisch nicht mag, ihn gar nicht oder nur selten isst, kann die in fetttreichen Fischen enthaltenen gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA als Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf die gute, stabile Qualität der Präparate sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Tammy Y. N. Tong et al., Risk of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford story. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 4.9.2019, doi: 10.1136/bmj.14897.


Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle.

 

Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle. Daher könnten Vegetarier und Veganer schlechter mit Eisen versorgt sein als Fleischesser.

 

Eisen gehört zu den essentiellen Spurenelementen, es ist als Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen und als Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) sehr wichtig. Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Nährstoff-Defiziten. Pflanzliche Lebensmittel sind allgemein eine weniger gute Eisenquelle, daher könnten Vegetarier und Veganer relativ oft Defizite in der Eisen-Versorgung haben. Eisen ist in Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen enthalten, das gilt für pflanzliche, aber auch für tierische Lebensmittel. Gute Mengen an Eisen liefern z.B. mageres Rindfleisch, Eier und Schweinekoteletts.

 

Bei den pflanzlichen Quellen liefern Ölsamen, Getreide und Hülsenfrüchte relativ viel Eisen. Dabei unterschieden sich jedoch die Eisenformen. Gut verfügbares Häm-Eisen (2-wertiges Fe) ist nur in Fleisch und Fisch enthalten. Pflanzliche Lebensmittel liefern ebenso wie Milch und Milchprodukte dagegen nur Nicht-Häm-Eisen (3-wertiges Fe), das vom Körper deutlich schlechter aufgenommen wird. Daher können die vegetarische und vegane Ernährung den Eisenstatus verringern, da das enthaltene Eisen weniger bioverfügbar ist. Das überprüften spanische Forscher in einer Studie.

Die Forscher untersuchten bei 49 Lakto-Ovo-Vegetariern und bei 55 Veganern die hämatologischen und biochemischen Eisenparameter. Sie analysierten bei allen Teilnehmern den Konsum von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen, die Körperzusammensetzung, die körperliche Aktivität, bei den Frauen außerdem die menstruellen Blutverluste und den Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln. Je nach dem Grad der Eisenversorgung bzw. den Eisendefiziten wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingestuft: Eisenmangelanämie, Eisenmangel (Ferritin <15 ng/ml), Eisendefizite (Ferritin ≥15 bis ≤30 ng/ml) und eine ausreichende Eisenversorgung (Ferritin >30 ng/ml). Die Eisenmangelanämie war nur bei 4 Teilnehmern vorhanden (4,8%). Bei knapp 28 % wurde ein Eisenmangel festgestellt, bei knapp 31 % fanden sich Eisendefizite, entsprechend waren nur etwas mehr als ein Drittel der Vegetarier und Veganer ausreichend mit Eisen versorgt.

 

Die Eisenwerte waren jedoch nicht mit der Dauer der vegetarischen Ernährung verbunden, und es gab zwischen Vegetariern und Veganern keine Unterschiede. Außerdem zeigten sich keinerlei Beziehungen zur körperlichen Aktivität. Frauen waren vom Eisenmangel deutlich stärker betroffen, das Ferritin im Serum war bei Frauen niedriger als bei Männern. Frauen haben generell einen höheren Eisenbedarf und während der Menstruation geht mit dem Blutverlust auch ein Teil des Eisens verloren. Von der Eisenmangelanämie und dem Eisenmangel waren nur die Frauen betroffen. Sie nahmen auch am häufigsten Eisenergänzungen ein. 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Eisenstatus zeigte keine Unterschiede zwischen Lakto-Ovo-Vegetariern und Veganern, auch die Dauer der pflanzlichen Ernährung beeinflusste die Eisenversorgung nicht. Von einem Eisenmangel waren vor allem die Frauen häufiger betroffen. Sie sollten auf ihre Eisenversorgung besonders achten, das gilt vor allem, wenn sie durch die Menstruation intensive Blutverluste haben.

 

Unser Tipp: Eisen wird als Nahrungsergänzung einzeln und kombiniert mit anderen Mikro-Nährstoffen in verschiedenen Formen angeboten. Auf besonders gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Angélica Gallego-Narbón et al., Physiological and Diet Determinants of Iron Status in Spanish Vegetarians. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 26.7.2019, doi: 10.3390/nu11081734.


Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Viele Paare, die sich vergeblich ein Kind wünschen, suchen nach den möglichen Ursachen dafür. Zur Unfruchtbarkeit können verhaltensbedingte, medizinische und biologisch bedingte Faktoren beitragen. Dazu gehören z.B. die Ernährung, Rauchen, Alter, Übergewicht oder das polyzystische Ovarsyndrom. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine erhöhte Belastung mit toxischen Metallen, wie Quecksilber, Cadmium und Blei, die Fruchtbarkeit verringern kann. Im Gegensatz dazu tragen essentielle Spurenelemente zur reproduktiven Gesundheit bei. Hinweise dazu gibt es für die männliche Fruchtbarkeit in Bezug auf Selen, Zink und Kupfer. Es gibt auch Hinweise dazu bei schwangeren Frauen, die mögliche Wirkungen dieser Spurenelemente auf das Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien, auf den Beitrag zum Zellwachstum (Zink), zur Synthese von Proteinen (Selen, Zink) und zur Blutbildung (Kupfer) zeigen.

 

Doch bisher ist zur direkten Wirkung dieser Spurenelemente auf die weibliche Empfängnis wenig bekannt. Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte daher diese Beziehungen im Rahmen einer Bevölkerungsstudie. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen den mütterlichen Plasmakonzentrationen der Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen in Bezug auf die Fruchtbarkeit zu untersuchen. Dabei spielte die Zeit bis zur Schwangerschaft und eine eventuell eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität) eine Rolle.

 

Die Forscher werteten Daten aus einem Teilbereich der internationalen SCOPE-Studie (Screening for Pregnancy Endpoints) aus. Rund 1.060 Frauen aus Adelaide und Umgebung hatten von Ende 2004 bis Mitte 2008 daran teilgenommen. Bei den Teilnehmerinnen wurden um die 15. Woche der normal verlaufenden Schwangerschaft herum Blutproben genommen. Darin wurden die Werte der Spurenelemente, vor allem von Kupfer, Selen und Zink, sowie von CRP, einem typischen Entzündungs-Marker, bestimmt. Die Frauen gaben außerdem Auskunft über ihre Gesundheit und Ernährung, z.B. über den Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Fast Food sowie über den Konsum von Alkohol und ihr Rauchverhalten. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungen, z.B. von Vitamin C, Folsäure, Multi-Vitaminen und Spurenelementen, wurde untersucht.

 

Rund 85 % der Frauen mit Kinderwunsch hatten bis zu einem Jahr gebraucht, um schwanger zu werden.15 % benötigten dazu eine längere Zeitspanne, was als Subfertilität, also eine geringere Fruchtbarkeit, eingestuft wurde. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei. Dazu gehörte z.B. eine niedrigere Frequenz des Geschlechtsverkehrs oder der geringere Verzehr von Obst. Bei den Spurenelementen waren niedrigere Zink- und Selen-Konzentrationen mit einer längeren Dauer bis zur Empfängnis verbunden. Geringere Selen-Konzentrationen erhöhten außerdem das Risiko für eine schlechtere Fertilität (um 46 %). Für Kupfer konnte die Beziehung zur Fertilität bzw. zur Zeit, bis zu der die Empfängnis eintrat, nicht bestätigt werden.

 

Die Forscher sind nach den Ergebnissen dieser Analyse der Ansicht, dass eine gute Versorgung mit Spurenelementen, speziell von Zink und Selen, aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen die Fruchtbarkeit unterstützen können. Diese Beziehungen sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink und Selen sind als Nahrungsergänzungen einzeln, aber auch in Multipräparaten verfügbar. Dabei sollten gut bioverfügbare Formen bevorzugt werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenso wie schwangere und stillende Frauen Nahrungsergänzungen nach therapeutischer Empfehlung einnehmen.

 

Quelle:
Jessica A. Grieger et al., Maternal Selenium, Copper and Zinc Concentrations in Early Pregnancy, and the Association with Fertility. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 19.7.2019, doi: 10.3390/nu11071609.


Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Seit vielen Jahren wird innerhalb der EPIC-Studie in zehn europäischen Ländern die Beziehung zwischen der Ernährung und Krebskrankheiten untersucht. Dazu gehört auch der Einfluss von Fischölen mit den darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Sie haben antientzündliche Wirkungen und könnten daher zur Senkung des Krebsrisikos beitragen. An der EPIC-Studie waren von 1992 bis 2000 rund 521.000 Menschen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlangen, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt. Alle Teilnehmer nahmen an einer umfangreichen Befragung zur Ernährung teil. Daraus wurde der übliche Fischverzehr ermittelt. Die Forscher unterschieden dabei den Anteil von fettreichen Fischen, die z.B. reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten, und den von mageren, weißen Fischsorten.

 

Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 15 Jahren erkrankten in dieser großen Gruppe 6.291 Personen an Darmkrebs (1,3 %). Teilnehmer mit dem höchsten Fischkonsum hatten ein um 12 % geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Teilnehmern, die am seltensten Fisch, d.h. weniger als eine Portion Fisch pro Woche, verzehrten. Eine vergleichbare Risikosenkung wurde beim Verzehr von fettreichen Fischsorten erreicht. Beim mageren, weißen Fisch zeigte sich eine ähnliche Tendenz, die Werte erreichten jedoch nicht die statistische Signifikanz.

 

Die Forscher untersuchten außerdem, ob und wie die Fisch-Fettsäuren das Krebsrisiko beeinflussen konnten. Sie werteten dazu die Daten einer Untergruppe mit rund 920 Teilnehmern aus, die Hälfte von ihnen war an Krebs erkrankt, die andere Hälfte war gesund. Bei allen Teilnehmern wurden die Fettsäuren im Blut bestimmt, das galt speziell für den Anteil der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören. Bei ihrer erhöhten Aufnahme verringerte sich ebenfalls das Risiko für den Darmkrebs, in etwa im gleichen Maße wie beim allgemeinen Fischverzehr. Dagegen war die höhere Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu den Omega-3-Fettsäuren mit einem höheren Risiko für den Darmkrebs verbunden. Andere Fettsäuren beeinflussten das Darmkrebsrisiko nicht.

 

Die Forscher vermuten aufgrund dieser Ergebnisse, dass sich der regelmäßige Fischverzehr, nahezu unabhängig von der Sorte, positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Noch lässt sich nicht genau angeben, worauf die präventiven Wirkungen des Fischverzehrs und der Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen sind. Vermutlich spielt dabei auch die Balance zwischen den Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, da sie unterschiedlich auf Entzündungen einwirken können. Die Omega-3-Fettsäuren könnten zur Senkung des Darmkrebs-Risikos über die Bildung von Eicosanoiden beitragen. Diese Verbindungen, die aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehen, sind an vielen Zell- und Gewebefunktionen beteiligt. Sie spielen in der Immunabwehr und bei Heilungsprozessen, z.B. bei Entzündungen, eine wichtige Rolle, da sie u.a. antientzündliche Fähigkeiten besitzen.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch ergänzen. Dabei ist auf die gute und stabile Qualität der Präparate zu achten.

 

Quelle:
Elom K. Agalo et al., Consumption of Fish and Long-chain n-3 Polyunsaturated Fatty Acids Is Associated With Reduced Risk of Colorectal Cancer in a Large European Cohort. In: Clinical Gastrienterology and Hepatology, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.cgh.2019.06.031.


Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Im Rahmen einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) wird seit vielen Jahren untersucht, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflusst. Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist vor allem in Gemüse und Obst enthalten, es muss regelmäßig aufgenommen werden, da es im Körper nicht selbst gebildet werden kann. Vitamin C ist an vielen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt. Es wird besonders für den Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und Zähne benötigt und trägt auch zur Prävention von Blutungen und zur Wundheilung bei. Es wirkt weiter antioxidativ, spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und fördert die Aufnahme von Eisen und Zink. Die bekannteste Mangelkrankheit von Vitamin C ist der Skorbut, bei der Kollagen nicht ausreichend gebildet werden kann. Das Bindegewebe, die Knochen, der Knorpel und die Blutgefäße sind davon beeinträchtigt. Typische Symptome sind eine schlechte Wundheilung, Blutungen, Ödeme und Müdigkeit. Der Skorbut tritt heute nur noch selten auf, da extreme Defizite an Vitamin C selten sind.

 

Bei einem geringeren Mangel an Vitamin C können jedoch die Symptome eines latenten Skorbuts auftreten. Dazu gehören unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Muskelschmerzen, die mit einer besseren Versorgung von Vitamin C dann leicht vermeidbar sind. Bekannt ist weiter, dass ein erhöhter Bedarf an Vitamin C bestehen kann. Das gilt z.B. für Raucher, deren Umsatz von Vitamin C höher ist. Im Rahmen der Norfolk-EPIC-Studie wurden Risikofaktoren für einen Mangel an Vitamin C über mehrere Jahre hinweg untersucht. Die Ergebnisse zeigten, wie Defizite an Vitamin C die Gesundheit beeinträchtigen.

 

Rund 30.000 Männer und Frauen von 40 bis zu 79 Jahren aus Norfolk und Umgebung nahmen ab 1993 an der Studie mit einem Gesundheits-Check teil. Für rund 22.000 Teilnehmer konnten nach einem einige Jahre später durchgeführten zweiten Gesundheits-Check die Ergebnisse von Vitamin C im Blut ausgewertet und verglichen werden. Sehr geringe Vitamin C-Werte hatten 315 Teilnehmer (1,4 %), geringes Vitamin C fanden die Forscher immerhin bei 2.410 Teilnehmern (10.7 %). Die Defizite an Vitamin C kamen häufiger bei Teilnehmern vor, die Männer waren, ein höheres Alter hatten und weniger körperlich aktiv waren. Sie waren häufiger sozial benachteiligt, weniger gebildet und rauchten mehr.

 

Bei einer geringen Versorgung mit Vitamin C hatten die Teilnehmer häufiger einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, wie eine umfassenden Befragung zeigte. Dazu gehörten zum Teil die Symptome eines latenten Skorbuts, z.B. erhöhte Müdigkeit oder verstärkte körperliche Schmerzen. Diese Ergebnisse waren konstanter bei Teilnehmern, die keine Vitamin C-Ergänzungen einnahmen und bereits beim ersten Gesundheits-Check niedrigere Vitamin C-Werte hatten.

 

Allgemein sollte daher auf eine gute Versorgung mit Vitamin C geachtet werden. Die Aufnahme von ausreichend Vitamin C aus Obst und Gemüse stärkt die Gesundheit und trägt dazu bei, die Symptome eines latenten Skorbuts zu vermeiden. Vor allem Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Defizite an Vitamin C haben, sollten auf eine gute Versorgung achten.

 

Unser Tipp: Vitamin C-Ergänzungen können bei einer schlechten Versorgung mit Vitamin C und bei einem erhöhten Bedarf die Versorgung verbessern. Es gibt verschiedene Formen von Vitamin C, auf eine gute Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Stephen J. McCall et al., Plasma Vitamin C Levels: Risk Factors for Deficiency and Association with Self-Reported Functional Health in the European Prospective Investigation into Cancer-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.7.2019, doi: 10.3390/nu11071552.


Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen.

 

Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen. Schon bei der Diagnose sollte daher auf die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen geachtet werden.

 

Die Zöliakie (glutensensitive Enteropathie oder auch Sprue genannt) entsteht durch die Unverträglichkeit von Gluten (Klebereiweiß) im Magen-Darm-Trakt, Gluten ist in vielen Getreidesorten (z.B. Weizen, Roggen, Gerste etc.) enthalten, die dann ebenso wie andere glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang gemieden werden müssen. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Wachstumsstörungen, Bauchschmerzen, chronische Diarrhoe oder Obstipation, Anämie und depressive Verstimmungen. Es werden verschiedene Formen der Krankheit unterschieden, sie kann bei Babys bereits einige Monate nach dem Abstillen auftreten, aber auch erst später im Schul- oder gar Erwachsenenalter.

 

Bei der Zöliakie kommt es durch den Verzehr von Gluten zu einer Immunreaktion im Dünndarm und zu chronischen Entzündungen der Darmschleimhaut. Das führt dazu, dass Nährstoffe zum Teil nur unzureichend aufgenommen bzw. nicht verdaut werden können. Betroffen ist davon auch die Resorption einiger wichtiger Mikro-Nährstoffe. In einer Studie untersuchten Forscher der US-amerikanischen Mayo Clinic vom Jahr 2000 bis zu 2014 bei Erwachsenen mit einer neu diagnostizierten Zöliakie die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. 309 Patienten (196 Frauen, 113 Männer) mit einem durchschnittlichen Alter von 46 Jahren konnten in die Studie einbezogen werden. Bei allen wurde die Versorgung mit den bestimmten Mikro-Nährstoffen geprüft, von denen bekannt ist, dass sie bei einer Zöliakie häufiger unzureichend sind. Das betraf Zink, Vitamin D, Ferritin (Depot-Eisen), Kupfer, Vitamin B12 und Folat. Untersucht wurden auch die Gewebetransglutaminase IgA und Albumin (Plasmaprotein), die für die Bestimmung der Zöliakie wichtig sind. Die Ergebnisse wurden mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bestimmt wurde auch das Körpergewicht der Teilnehmer, da Gewichtsverluste bei der Zöliakie als typisch gelten.

 

Das bestätigte sich hier jedoch nicht, im Durchschnitt lag der Body Mass Index bei 25,9, also bei einem leichten Übergewicht. Eine Gewichtsabnahme wurde nur bei rund 25 % der Patienten beobachtet. Bei den Mikro-Nährstoffen fehlte den Zöliakie-Patienten am häufigsten Zink. Rund 60 % der Patienten waren mit Zink nicht ausreichend versorgt. Bei den Kontrollpersonen waren nur rund 33 % davon betroffen. Auch bei der Versorgung mit Kupfer, (rund 6 %), Vitamin B12 (rund 5 %) und Folat (knapp 4 %) hatten Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den Gesunden etwas häufiger unzureichende Werte. Bei Zöliakie fehlte es oft auch an Ferritin (rund 31 %). Bei Vitamin D unterschieden sich die Zöliakie-Patienten kaum von den Gesunden, knapp ein Fünftel war in beiden Gruppen mit Vitamin D unzureichend versorgt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Defizite an Mikro-Nährstoffen bei Patienten mit Zöliakie recht weit verbreitet sind. Sie empfehlen, dass bei der Diagnose einer Zöliakie entsprechend auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen kontrolliert wird. Das gilt vor allem für Vitamin D, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Zink und Kupfer.

 

Quelle:
Adam C. Bledsoe et al., Micronutrient Deficiencies Are Common in Contemporary Celiac Disease Despite Lack of Overt Malabsorption Symptoms. In: Mayo Clinic Proceedings, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.mayocp.2018.11.036.


Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein.

 

Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein. Sie können den Schutz vor Diabetes erhöhen und die glykämische Kontrolle verbessern.

 

Die beeinträchtigte Glukosetoleranz spielt bei der Entstehung des Diabetes eine wichtige Rolle. Er ist durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet, der von der gestörten Glukosetoleranz abhängig ist. Dabei spielt auch der Stoffwechsel von Zink eine Rolle. Viele Studien zeigten bereits, dass eine zu geringe Versorgung mit Zink die Insulinbildung beeinträchtigt, die Insulinsensitivität verringert und typische Entzündung-Marker erhöht (Il-6. TNFalpha. hsCRP). Die Zinkwerte sind bei Diabetes-Patienten häufig niedriger als bei Gesunden. Diabetiker mit geringen Zinkwerten sind meist schon längere Zeit erkrankt, haben eine schlechtere Glukose-Kontrolle und verringerte Funktionen der B-Zellen im Pankreas, die Insulin bilden. Doch es gibt bisher nur wenig Studien, in denen Zinkergänzungen in Bezug auf die Prävention oder Therapie von Diabetes untersucht wurden. Daher führten chinesische Forscher eine Meta-Analyse zur Beziehung von Zink und Diabetes durch.

Sie konnten 32 (randomisierte, placebokontrollierte) Studien, in denen die Ergänzung von Zink bei der Prävention und Behandlung von Diabetes untersucht wurde, einbeziehen. Beteiligt waren insgesamt 1.700 Teilnehmer aus 14 Ländern, vor allem aus Asien. In 22 Studien wurden nur Zinkgaben eingesetzt, in weiteren 10 Studien wurden neben Zink auch andere Ergänzungen angewendet. Die durchschnittliche Dosierung betrug täglich 35 mg Zink, die Studien dauerten von einem Monat bis zu einem Jahr. Insgesamt verringerte sich bei den Teilnehmern mit Zinkergänzungen die Nüchtern-Glukose statistisch signifikant (im Durchschnitt -14,15 mg/dL). Bei der Glukosemessung zwei Stunden nach einer Mahlzeit konnte Zink ebenfalls die Werte verringern (im Durchschnitt -36,85 mg/dL). Auch die Werte von Nüchtern-Insulin, Insulinresistenz, glykiertem Hämoglobin und dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP) verbesserten sich mit den Ergänzungen von Zink im Vergleich zu den Kontrollgruppen ohne Zink.

 

Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass sich die Zinkgaben auf die Nüchtern-Glukose signifikant auswirkten, beeinflusst zum einen durch den Diabetes-Status, zum anderen durch die Form der Zinkgaben. Hier wirkte sich anorganisches Zink stärker auf die Nüchtern-Glukose aus. Das erklären die Forscher so: In den Studien mit anorganischem Zink wurden im Durchschnitt höhere Zinkdosierungen eingesetzt. Anorganisches Zink wurde außerdem häufiger bei Diabetikern als bei Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko geprüft. Die am besten geeigneten Zinkformen sollten daher in Zukunft bei Diabetes weiter geprüft werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse die positive Wirkung von Zinkergänzungen für die Prävention und Therapie von Diabetes unterstützt. Mehrere glykämische Schlüsselfunktionen können durch Zink verbessert werden. Die bessere Versorgung mit Zink kann die glykämische Kontrolle sowohl bei Diabetikern als auch bei Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko (z.B. beim metabolischen Syndrom etc.) modulieren. Zink spielt dabei eine wichtige Rolle, es ist reichlich in den Pankreas-Inseln vorhanden, wo es die Kristallisation und Bildung von Insulin beeinflusst. Zink scheint weiter den Glukose-Transporter GLUT4 und die Glukose-Nutzung zu beeinflussen. Zinkdefizite sind oft mit erhöhten chronischen Entzündungen verbunden, es gibt außerdem Nachweise, dass Zinkergänzungen auf das hochsensitive CRP positiv wirken. Von Zinkergänzungen können Diabetiker ebenso wie Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes profitieren.

 

Unser Tipp: Zink wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen zur Ergänzung angeboten. Für die Regulation der Blutglukose und für einen guten Blutzuckerspiegel gibt es außerdem spezielle Kombinations-Präparate.

 

Quelle:
Xinhua Wang et al., Zinc supplementation improves glycemic control for diabetes prevention and management: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 110, Nr. 1, 2019, S. 76-90, doi: 10.1093/ajcn/nqz041.


Neue Bedarfswerte für Zink und Vitamin B6

 

Die täglich empfohlenen Bedarfswerte werden von Zeit zu Zeit überprüft. Jetzt wurden die empfohlenen Aufnahmen für das Spurenelement Zink und für Vitamin B6 aktualisiert.

 

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das im Körper nicht selbst gebildet und auch nicht längerfristig gespeichert werden kann. Es muss daher regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, um Defiziten vorzubeugen. Gute Quellen sind u.a. Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch, Eier und Nüsse (z.B. Cashew-, Pekannüsse) sowie Keimlinge von Weizen und Roggen. Zink ist ein Bestandteil vieler Enzyme und Proteine und an vielen Körperprozessen beteiligt. Dazu gehören u.a. das Zellwachstum, die Wundheilung, Abläufe im Stoffwechsel und Immunsystem sowie die Fortpflanzung.

 

Die täglichen Empfehlungen (Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.) für Zink hängen vom Alter und Geschlecht ab, und sie werden an den Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit angepasst. Für Erwachsene wurde bisher ein täglicher Bedarf von 7 mg Zink für Frauen und von 10 mg Zink für Männer angegeben. Die neuen Empfehlungen machen die Zinkaufnahme nun von Phytaten abhängig. Das ist eine Form der Phytinsäure, die vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, besonders in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Phytate binden Zink im Magen-Darm-Trakt und können dessen Bioverfügbarkeit um bis zu 45 % senken. Die Menge an Phytaten in der Ernährung bestimmt nun den täglichen Zinkbedarf. Erwachsene Frauen sollten bei einer geringen Aufnahme von Phytaten täglich 7 mg Zink aufnehmen, bei einer mittleren Zufuhr sind es 8 mg und bei hoher Zufuhr 10 mg. Bei erwachsenen Männern sind die Werte etwas höher, bei der niedrigen Aufnahme von Phytaten sollten täglich 11 mg Zink, bei mittlerer Zufuhr 14 mg und bei hoher Zufuhr 16 mg Zink aufgenommen werden.

 

Bisher gibt es zur Aufnahme von Phytaten aus der Ernährung in Deutschland allerdings keine näheren Kenntnisse. Zur Einschätzung trägt bei, dass bei einer vollwertigen Kost sowie bei der vegetarischen oder veganen Ernährung von einer mittleren Aufnahme von Phytaten auszugehen ist. Der Verzehr von Hülsenfrüchten und Vollkornwaren ist jedoch allgemein in Deutschland nicht sehr verbreitet. so dass viele Menschen im Bereich der niedrigen bis mittleren Aufnahme von Phytaten liegen. Bei vielen gesunden Frauen dürfte die Zinkversorgung über die Ernährung auch mit den neuen Zinkwerten gedeckt sein. Ein Teil der Männer dürfte die empfohlene tägliche Zufuhr bei einer mittleren oder höheren Phytataufnahme von 14 mg bzw. 16 mg Zink aber nicht erreichen. Bei ihnen kann es zu Defiziten in der Zinkversorgung kommen. Beim individuellen Bedarf sollte auch bedacht werden. dass die tägliche Zinkaufnahmen aus der Ernährung vor allem bei älteren Menschen und bei Krankheiten (z.B. chronisch entzündliche Darmkrankheiten) oftmals nicht ausreichen. Zinkergänzungen können bei hoher Aufnahme an Phytaten und bei einem erhöhten Zinkbedarf die Versorgung verbessern, sie sollte am besten nach Empfehlung eines Therapeuten erfolgen.

 

Das wasserlösliche Vitamin B6 bezeichnet jetzt nicht mehr allein Pyridoxin, sondern auch andere B6-Formen: Pyridoxamin und Pyridoxal. Vitamin B6 ist am Stoffwechsel von Aminosäuren und Kohlenhydraten sowie an der Bildung von Botenstoffen beteiligt. Zusammen mit anderen B-Vitaminen (B2, Folat und B12) reguliert es den Stoffwechsel von Homocystein und trägt zur Bildung des B-Vitamins Niacin bei. Vitamin B6 ist vor allem in Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Nüssen (Hasel-, Walnüsse) sowie in Fisch und Fleisch enthalten. Die neuen täglichen Bedarfswerte wurden nicht mehr von der Proteinzufuhr abgeleitet. sondern aus Studien mit Pyridoxal-5´-Phosphat und sind für Erwachsene ein wenig erhöht. Empfohlen werden jetzt täglich 1,4 mg Vitamin B6 für Frauen und 1,6 mg für Männer. Diese Zufuhr wird in Deutschland von einem Teil der Erwachsenen nicht ganz erreicht, daher kann eine leichte Unterversorgung auftreten. Größere Mängel an Vitamin B6 sind jedoch eher selten und dann meist mit einem allgemeinen Defizit an B-Vitaminen verbunden. Dazu können z.B. Alkoholmissbrauch, Leberkrankheiten, aber auch einige Medikamente (z.B. die „Pille“ und Asthma-Medikamente) beitragen. Auch hier gilt, dass bei einem erhöhten Risiko für die unzureichende Versorgung oder z.B. auch bei einem Mehrbedarf aufgrund von Krankheiten Vitamin B6 ergänzt werden kann, am besten nach der Empfehlung eines Therapeuten.

 

Unser Tipp: Zink steht in verschiedenen Dosierungen und Formen zur Verfügung, einige wie z.B. (organisches) Zinkcitrat und -glukonat, sind besonders gut bioverfügbar. Auch für Vitamin B6 gibt es sehr gut bioverfügbare Formen aus pflanzlichen Quellen, z.B. Pyridoxin-5-Phosphat. Bei den B-Vitaminen wird oft ein B-Vitamin-Komplex empfohlen, da ein Mangel selten isoliert auftritt und die Verwertung im Komplex verbessert wird.

 

Quelle:
DGE e.V. (Herausgeber), Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink; Ausgewählte Fragen zu Vitamin B6, Online-Veröffentlichungen vom Juli 2019 (https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/).


Rotes Fleisch und Fertiggerichte besser seltener essen

 

Ein häufiger Verzehr von industriell hergestellten Lebensmitteln und rotem Fleisch erhöht die Risiken für Krankheiten und senkt die Lebensperspektiven. Das zeigen drei umfassende Bevölkerungsstudien, die über viele Jahre durchgeführt wurden.

 

Industriell hergestellte, stark verarbeitete Lebensmittel, wie Pizza, Fast Food, Chips, Wurst, Schokolade, Speiseeis oder Limonaden, liefern meist zu viele Kalorien, zu viel Zucker, Salz, gehärtete Fette sowie Zusatzstoffe, und es fehlt an wichtigen Vitaminen und Ballaststoffen. Werden sie regelmäßig verzehrt, begünstigen sie z.B. die Entstehung von Übergewicht, Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten. In drei großen Bevölkerungsstudien wurde das gesundheitliche Risiko durch Fertiggerichte über viele Jahre näher untersucht.

 

Im Rahmen der französischen NutriNet-Santé-Studie (2009-18) wurde bei rund 105.000 gesunden Erwachsenen ab 18 Jahren (zu 80 % Frauen, im Durchschnitt 43 Jahre alt) geprüft, ob stark verarbeitete Nahrungsmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Von Zeit zu Zeit protokollierten die Teilnehmer für einen Tag ihre Ernährung und gaben Auskunft über ihren Gesundheitszustand und den Lebensstil (im Durchschnitt sechs Befragungen pro Person). Daraus wurde der Anteil von industriell stark verarbeiteten Speisen berechnet. Die Lebensmittel waren Gruppen zugeordnet, die von nicht bzw. kaum verarbeiteten bis zu hoch verarbeiten Nahrungsmitteln reichten. Abhängig vom Konsum an industriell hergestellten Fertigwaren wurden die Teilnehmer vier Gruppen zugeordnet.

 

Die jüngeren Teilnehmer kamen auf den höchsten Anteil an Fertigwaren, sie waren weniger gebildet, bewegten sich weniger und nahmen mit ihrer Nahrung mehr Kalorien auf. Im Lauf der mehrjährigen Beobachtungszeit (im Durchschnitt knapp sechs Jahre) traten in dieser Gruppe über 1.400 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Beim höchsten Verzehr von industriell hergestellten Lebensmittel war das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten um 18 % erhöht, das für Schlaganfälle stieg um 23 %.

 

In der kleineren, spanischen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra, 1999-2018)) nahmen seit 1999 Absolventen der Universität teil und gaben alle zwei Jahre Auskunft über ihre Ernährung und den Lebensstil. Ausgewertet wurden die Daten von knapp 20.000 Teilnehmern, die im Durchschnitt rund zehn Jahre an der Studie teilgenommen hatten. Abhängig von den Portionen an täglich verzehrten Lebensmitteln aus industrieller Herstellung wurden die Teilnehmer in vier Gruppen, vom niedrigsten (weniger als zwei Portionen täglich) bis zum höchsten Verzehr (mehr als vier Portionen täglich), eingeteilt. Im Lauf der Studie kam es in dieser Gruppe zu 335 Todesfällen, aufgrund des jüngeren Durchschnittsalters (38 Jahre) vor allem durch Krebskrankheiten. Beim höchsten Verzehr an Fertigwaren stieg das Sterblichkeitsrisiko um 62 % an im Vergleich zum niedrigsten Konsum. Jede Portion Fertignahrung mehr pro Tag erhöhte das Sterblichkeitsrisiko um 18 % über zehn Jahre hinweg. Bei den älteren und stark übergewichtigen (adipösen) Teilnehmern war dieses Risiko stärker ausgeprägt.

 

Eine weitere Studie untersuchte die Beziehung zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und dem Sterblichkeitsrisiko bei Frauen und Männern. Frühere Studien dazu hatten bereits den häufigeren Verzehr von industriell verarbeiteten rotem Fleisch (z.B. Bacon. Salami, Hamburger, Würstchen etc.) mit chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck in Verbindung gebracht. An der US-amerikanischen Nurses´ Health Study und Health Professionals Follow-Up Study nahmen rund 81.000 Beschäftigte aus Gesundheitsberufen teil. Sie waren anfangs gesund und wurden mehrmals im Lauf der Studie zu ihrer Ernährung und zum Lebensstil befragt. In den vielen Studienjahren kam es in den beiden großen Gruppen zu rund 14.000 Sterbefällen. Erhöhten die Teilnehmer den Konsum von rotem Fleisch über acht Jahre hinweg, so war dies bei Frauen und Männern mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko verbunden. Erhöhte sich der Verzehr von rotem Fleisch um eine halbe Portion täglich, so stieg das Sterblichkeitsrisiko um 10 % an. Dabei war das Risiko für industriell verarbeitetes Fleisch mit 13 % etwas höher, das für unverarbeitetes Fleisch (z.B. Steak, Braten) mit 9 % Anstieg etwas geringer. Diese Beziehung blieb auch in allen Untergruppen konstant, einbezogen waren hier Alter, körperliche Aktivität, die Qualität der Ernährung, Rauchen und/ oder Alkoholkonsum.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Anstieg des Konsums von rotem Fleisch, insbesondere von industriell verarbeiteten Fleischwaren, ist mit einem höheren Risiko für die Sterblichkeit verbunden.

 

Stark industriell verarbeitete Lebensmittel, einschließlich von rotem Fleisch. können nach diesen Ergebnissen bei einem hohen Verzehr die Risiken für chronische Krankheiten und eine verkürzte Lebenszeit deutlich erhöhen. Eine strikte Ursache-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus Bevölkerungsstudien jedoch nicht ableiten, da z.B. eine ungesunde Ernährung oft auch mit einem ungesunden Lebensstil einhergeht. Weitere Studien sind daher nötig, um die Beziehungen genauer zu klären. Doch auch jetzt ist es bereits empfehlenswert, den Verzehr von industriell herstellten Lebensmitteln und rotem Fleisch zumindest zu verringern..

 

Quelle:
Bernard Srour et al., Ultra-processed food intake and risk of cardiovascular disease: prospective cohort study (NutriNet-Santé). In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1451.
Anaïs Rico-Campà et al., Association between consumption of ultra-processed foods and all cause mortality: SUN prospective cohort study. In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1949.
Yan Zheng et al., Association of changes un red meat consumption with total and cause specific mortality among US women and men; two prospective cohort studies. In: The British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2019, doi; 10.1136/bmj.I2110.


Vitamin K für den Blutdruck und die Arterien

 

Verkalkungen und Versteifungen der Arterien sind ein Vorläufer von kardiovaskulären Krankheiten. Die gute Versorgung mit Vitamin K trägt dazu bei, die Gefäßwände der Arterien und den Blutdruck zu verbessern.

 

Vitamin K wird vor allem für die Funktionen des Herz-Kreislauf- und des Knochensystems benötigt und kommt in zwei Formen vor. Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt vorwiegend in grünblättrigen Salaten und Gemüse (Spinat, Brokkoli, Kohl etc.) vor. Vitamin K2 (Menachinon) ist in Lebensmitteln seltener vorhanden, es kommt vor allem in Käse und fermentierten Lebensmitten vor, kann jedoch auch im Körper von der Darmflora synthetisiert werden. Beide Formen haben teils ähnliche, teils auch unterschiedliche Funktionen. Nur Vitamin K2 wurde z.B. mit guten Wirkungen auf das kardiovaskuläre System verbunden, da es stärker bioaktiv und beständig ist. Vitamin K2 aktiviert u.a. ein Protein, das bei der Gefäßverkalkung eine Rolle spielt, das Matrix-GLA-Protein (MGP). Verkalkungen in den Blutgefäßen führen besonders im höheren Alter zur Arteriosklerose und zur Versteifung der Arterien, wodurch weiter das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ansteigt. Die Gefäßverkalkung kann u.a. durch das Matrix-GLA-Protein beeinflusst und gehemmt werden. Seine volle Wirksamkeit erlangt es jedoch erst, wenn es mit Hilfe von Vitamin K2 aktiviert wurde. Ist im Körper zu wenig Vitamin K2 vorhanden, steigt der Spiegel an inaktivem MGP (dp-ucMGP) an, was die Entstehung der Arteriosklerose begünstigt. Entsprechend dient dieser Wert als Risikomarker für Herz-Kreislauf-Krankheiten und den Mangel an Vitamin K2.

 

Eine Gruppe von belgischen Forschern untersuchte die Werte des (inaktiven) Matrix-GLA-Protein bei 835 Flamen (Männer und Frauen, im Durchschnitt knapp 50 Jahre alt) in Bezug auf den Blutdruck und die Arteriensteifigkeit. Bei allen Teilnehmern wurden im Blutplasma die MGP-Werte gemessen. Die Forscher bestimmten außerdem u.a. den zentralen Pulsdruck und die Pulswellen-Geschwindigkeit in der Aorta (Hauptschlagader). Die Ergebnisse zeigten, dass rund ein Drittel der Teilnehmer zu geringe Werte von Vitamin K hatte. Das ging mit erhöhten Werten des inaktiven (dp-up-)Matrix-GLA-Proteins und den Werten für die Arteriensteifigkeit einher.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass diese Ergebnisse auch repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung in Belgien sein könnten. Um vor Herz-Kreislauf-Krankheiten zu schützen, könnten die üblichen Empfehlungen für den Bedarf an Vitamin K nicht ausreichen. Bei einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten könnte eine verbesserte Zufuhr an Vitamin K, speziell von Vitamin K2, die Arterien besser schützen.

 

Unser Tipp: Vitamin K ist in beiden Formen, als K1 und K2, als Nahrungsergänzung erhältlich. Besonders empfehlenswert ist Vitamin K2 als Menachinon-7, das aus Sojabohnen gewonnen wird und sehr gut bioverfügbar ist,

 

Quelle:
Fang-Fei Wei et al., Central Hemohynamics in Relation to Circulating Desphospho-Uncarboxylating Matrix Gla Protein: A Population Study. In: Journal of the American Heart Association, Online-Veröffentlichung vom 1.4.2019, doi: 10.1161/JAHA.119.011960.


 Blaubeeren senken Risiken fürs Herz-Kreislauf-System

 

Täglich eine Portion (150 Gramm) Blaubeeren trug bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom zur Vorbeugung von kardiovaskulären Krankheiten bei. Zurückgeführt wird das auf den Gehalt von Anthocyanen.

 

Vom metabolischen Syndrom sind nach Schätzungen rund ein Drittel der westlichen Bevölkerung betroffen. Dazu können Bluthochdruck, ein zu hoher Blutzucker, übermäßiges Körperfett in der Taille, geringe Werte des „guten“ HDL-Cholesterins und hohe Triglyzerid-Werte beitragen. Die Diagnose metabolisches Syndrom wird gestellt, wenn wenigstens drei dieser Risikofaktoren vorhanden sind. Zu den Folgen gehört ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und den Typ 2 Diabetes. Oftmals können jedoch schon leichtere Veränderungen in der Ernährung dazu beitragen, das Risiko für das metabolische Syndrom zu senken. Einige frühere Studien zeigten, dass sich der Verzehr von Blaubeeren positiv auf den Typ 2 Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten auswirken kann. Zurückgeführt wird das vor allem darauf, dass Blaubeeren reichlich Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, enthalten. Sie schenken Blüten und vielen Früchten ihre roten, violetten und blauen Farben. Sie haben außerdem gesundheitliche Wirkungen, sind z.B. antioxidativ und können Entzündungen hemmen.

 

Eine Gruppe von Forschern aus Großbritannien und den USA untersuchte die Wirkungen von Blaubeeren auf das metabolische Syndrom in einer klinischen (randomisierten, doppelblinden) Studie. Sie prüften, ob Blaubeeren die Insulin-Resistenz und andere Faktoren des metabolischen Syndroms beeinflussen konnten. Dazu gehörten z.B. der Lipoprotein-Status und die Funktionen der Arterien. An der Studie nahmen sechs Monate lang 115 übergewichtige und adipöse Teilnehmer mit einem metabolischen Syndrom teil. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppen aß täglich eine Portion mit 150 g (tiefgefrorenen) Blaubeeren-Pulver, das 364 mg Anthocyane enthielt. Die zweite Gruppe aß täglich nur die Hälfte dieser Portion, also 75 g Blaubeeren mit 182 mg Anthocyanen. Die dritte Gruppe verzehrte ein Placebo, das ähnlich aussah und schmeckte, jedoch keine Anthocyane enthielt. Die Teilnehmer erhielten dazu Rezepte-Tipps, wie sie das Pulver zubereiten konnten, z.B. als Getränk, Smoothie oder in Joghurt und Desserts.

 

Im Lauf von sechs Monaten blieb die Insulinresistenz bei den Teilnehmern unverändert, und gegen die Erwartungen der Forscher brachte die kleinere Portion Blaubeeren keine gesundheitlichen Vorteile. Mit 150 Gramm Blaubeeren täglich verbesserten sich bei den Teilnehmern dieser Gruppe jedoch anhaltend die vaskulären Funktionen und die Arteriensteifigkeit. Dadurch sank ihr Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten um 12 bis zu 15 %. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ein erhöhter Konsum an Blaubeeren mit Anthocyanen täglich nötig ist, um gesundheitlich wirksam zu sein. Blaubeeren können dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

 

Unser Tipp: Anthocyane sind auch in anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten. z.B. in verschiedenen Beeren, Kirschen, Pflaumen, Rotkohl und Auberginen. Sie sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, z.B. als Heidelbeerextrakt, oft in Kombination mit anderen nützlichen Mikro-Nährstoffen.

 

Quelle:
Peter J. Curtis et al., Blueberries improve biomarkers of cardiometabolic syndrome - results from a 6-month, double-blind, randomised controlled trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 28.5.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqy380.


Sonnencreme und Vitamin D

 

Sonnenschutz ist wichtig, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen, er kann aber die Bildung von Vitamin D über die Haut verringern. Eine Studie zeigt, dass Mittel mit einem erhöhten UVA-Schutz nicht nur den Sonnenbrand verhindern, sondern auch die Aufnahme von Vitamin D fördern.

 

Vitamin D wird zum größten Teil (rund 90 %) über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Der Anteil von Vitamin D aus der Nahrung ist dazu im Vergleich relativ gering. Er ist dennoch vor allem in den nördlicheren Breiten sehr wichtig, weil die Sonneneinwirkung auf die Haut für die gute Versorgung mit Vitamin D nicht immer ausreichend ist. Das gilt besonders in den sonnenärmeren Monaten. Das Sonnenlicht enthält zwei Arten der Strahlung, langwellige UVA- und kurzwellige UVB-Strahlen. Letztere sind für die Synthese von Vitamin D über die Haut unerlässlich. Gleichzeitig sind sie aber eine wichtige Ursache für den Sonnenbrand und damit nicht zuletzt ein Risiko für die Entstehung von Hautkrebs. Beim Aufenthalt in der Sonne über längere Zeit wird daher ein geeigneter UVB-Schutz empfohlen, um den Sonnenbrand zu verhindern. Mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor können Sonnencremes und -Sprays die negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen auf die Haut deutlich verringern. Doch dies kann die Bildung von Vitamin D über die Haut und damit den Vitamin D-Status im Körper beeinträchtigen.

 

In einer Studie untersuchte eine Forschergruppe den Einfluss von Sonnenschutzmitteln auf den Vitamin-D-Status während eines einwöchigen Sonnenurlaubs auf Teneriffa bei wolkenlosem Himmel. Sie verglichen die Wirkung von zwei Sonnenschutzmitteln mit dem gleichen Lichtschutzfaktor 15. Eines der beiden Präparate hatte neben dem UVB-Schutz zusätzlich einen hohen UVA-Schutzfaktor, das andere Mittel hatte dagegen nur einen geringeren UVA-Schutz. An der Studie nahmen 40 polnische Urlauber teil. Sie erhielten jeweils eines der beiden Mittel und wurden über deren richtige Anwendung beraten. Bei allen Teilnehmern wurde der Gebrauch der Sonnenschutzmittel beobachtet, dazu der jeweilige Aufenthalt in der Sonne, die Kleidung und das eventuelle Auftreten von Sonnenbrand verzeichnet. Zum Vergleich nahmen zwei weitere Gruppen mit Urlaubern und Einheimischen an der Studie teil, die Sonnenschutz nach ihrem eigenen Ermessen benutzten.

 

Ohne Intervention waren sowohl die Urlauber als auch die Einheimischen nicht so stark vor einem Sonnenbrand geschützt. Die beiden Gruppen der polnischen Urlauber waren dagegen mit den beiden Sonnenschutzmitteln vor der Entstehung eines Sonnenbrands geschützt, die Nutzung der Sonnencremes war in beiden Gruppen vergleichbar. Nur mit dem UVA-Sonnenschutz zeigte sich auch ein statistisch signifikanter Anstieg von Vitamin D. Der Sonnenschutz mit dem erhöhten UVA-Faktor ermöglichte dabei eine deutlich höhere Vitamin-D-Synthese als das Mittel mit den niedrigem UVA-Schutz. Die Forscher vermuten, dass beim erhöhten UVA-Faktor mehr UVB-Transmissionen ermöglicht werden. So wird nicht nur der Sonnenbrand verhindert, sondern auch die Vitamin D-Synthese gefördert.

 

Unser Tipp: Wo der Aufenthalt in der Sonne nicht ausreicht bzw. in Regionen mit sonnenärmeren Jahreszeiten kann die Ergänzung von Vitamin D die Werte im Blut verbessern.

 

Quelle:
A. R. Young et al., Optimal Sunscreen use, during a sun-holiday with a very high UV index, allows vitamin D synthesis without sunburn. In: British Journal of Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 8.5.2019, doi: 10.1111/bjd.17888


Zink, Kupfer und Mangan bei Depressionen

 

Die Ernährung trägt zur psychischen Gesundheit bei, das betrifft auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Eine zu geringe Versorgung mit den Spurenelementen Zink, Mangan und Kupfer kann zu Depressionen und Angststörungen beitragen.

 

Die Vorkommen von Depressionen und/oder Angststörungen stiegen in den letzten Jahren in vielen Ländern an. Die Belastungen in der Arbeitswelt tragen offenbar bei vielen Menschen zur Entstehung dieser Krankheiten bei. Daher rücken vorbeugende Maßnahmen stärker in den Fokus der Medizin. Dazu gehört auch der

 

Lebensstil mit der Ernährung, der Körperbewegung und den Schlafgewohnheiten. Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Geflügel, Fisch und Vollkornprodukten trägt zur Vorbeugung vor psychischen Störungen bei. Das gilt bei den Mikro-Nährstoffen besonders für die Omega-3-Fettsäuren und die B-Vitamine einschließlich der Folsäure. Es gibt Hinweise, dass einige Spurenelemente auf Depressionen wirken könnten, doch bisher gibt es dazu wenige Studien. Eine japanische Forschergruppe untersuchte daher sechs Mineralstoffe und Spurenelemente in ihre Wirkung auf die Vorkommen von Depressionen und Angststörungen. Sie nutzten Daten aus der japanischen Eat-Well-Studie (Eating Habit and Well-Being). Daran waren ab Ende 2013 rund 2.100 japanische Arbeiter (Männer und Frauen, 18 bis 79 Jahre) beteiligt, die bisher nicht unter psychischen Störungen gelitten hatten. Alle nahmen an einer Befragung zu ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit teil. Weiter wurden ihre Aufnahmen an Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan bestimmt.

 

Bei knapp 7 % der Teilnehmer fanden sich Vorkommen von Depressionen oder Angstsymptomen, davon waren die Männer etwas stärker betroffen. Kalzium, Magnesium und Eisen wirkten sich statistisch nicht signifikant auf Depressionen und Angststörungen aus. Eine zu geringe Versorgung mit Zink, Kupfer und Mangan war jedoch mit Depressionen und Angststörungen verbunden. Vor allem bei gleichzeitig geringen Werten von Zink und Kupfer war das Risiko für Depressionen und Angststörungen um das Dreifache erhöht im Vergleich zu einer guten Versorgung mit diesen beiden Spurenelementen. Die Defizite an Zink und Kupfer haben offenbar eine additive Wirkung auf Depressionen und Angststörungen. Diese Ergebnisse waren unabhängig von anderen Faktoren, die Depressionen und Angststörungen beeinflussen können, z.B. Ernährung, Lebensstil und Arbeitsbedingungen. Zu den möglichen Ursachen dieser Beziehungen könnte gehören, dass Zink, Kupfer und Mangan auf Neurotransmitter einwirken können Außerdem spielt der oxidative Stress bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle, Zink, Kupfer und Mangan sind an antioxidativen Prozessen beteiligt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstützen die Verbindung von Zink, Kupfer und Mangan zu Depressionen und Angststörungen, unabhängig von anderen beeinflussenden Faktoren. In weiteren Studien sollte ihr Einfluss auf die psychische Gesundheit näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink, Kupfer und Mangan gibt es als Nahrungsergänzung sowohl einzeln als auch in Kombinationen, z.B. mit anderen Mineralstoffen und Spurenelementen oder auch in speziellen Multi-Formeln für die antioxidative Unterstützung. Für eine gute Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen sollte auf gut bioverfügbare Verbindungen geachtet werden.

 

Quelle:
Mieko Nakamura et al., Low Zinc, Copper, and Manganese Intake is Associated with Depression and Anxiety Symptoms in the Japanese Working Population: Findings from the Eating Habit and Well-Beging Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 15.4.2019, doi: 10.3390/nu11040847.


Defizite an Makro- und Mikronährstoffen bei älteren Menschen

 

Suboptimale Aufnahmen von Makro- und Mikro-Nährstoffen können sich im Alter negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei vielen älteren Menschen sin Defizite vorhanden, wie eine dänische Studie zeigt.

 

Die zu geringe Aufnahme an Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im Alter das Risiko für die Gebrechlichkeit erhöhen und ein selbstständiges Leben erschweren.

 

Ein gesunder Ernährungs-Status mit der angemessenen Aufnahme von Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im höheren Alter aus mehreren Gründen schwieriger werden. Dazu gehören die soziale Isolation, der oft zunehmende Appetitverlust, die sinkende Absorption von Mikro-Nährstoffen und eine schlechtere orale Gesundheit. So ist z.B. eine zu geringe Aufnahme an Proteinen mit dem Verlust der Muskelmasse und -kraft verbunden. In früheren Studien zeigte sich bereits, dass vor allem sechs Mikro-Nährstoffe bei älteren Menschen oft zu gering vorhanden sind: die Vitamine D, B1 und B2 sowie Kalzium, Magnesium und Selen. Eine Forschergruppe prüfte in einer Studie bei älteren Dänen aus der Region um Kopenhagen die Versorgung mit Makro- und Mikro-Nährstoffen. Sie nutzten dafür Daten aus der CALM-Studie (Counteracting Age-related Loss of Skeletal Muscle Mass), an der 157 Personen von 65 bis zu 81 Jahren beteiligt waren. Alle nahmen an einem dreitägigen Ernährungsprotokoll sowie an einer ausführlichen Befragung zu ihrer Ernährung und zum Gesundheitszustand teil. Bei allen wurde dazu die tägliche Aufnahme von Makro-und Mikro-Nährstoffen bestimmt.

 

Die Auswertung zeigte, dass 40 % der Teilnehmer zu wenig Kohlenhydrate aufnahmen, bei 25 % war der Fettanteil zu hoch. 68% hatten ein Risiko für die zu geringe Aufnahme an Ballaststoffen und 66 % für zu wenig gesättigte Fettsäuren. Bei den einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren lagen die Zahlen für zu geringe Aufnahmen bei 47 % bzw. 62 %. Bei der Aufnahme von Alkohol lag die Hälfte der Teilnehmer über der empfohlenen Höchstmenge (56 % der Männer, 45 % der Frauen). Das Risiko einer zu geringen Versorgung mit Mikro-Nährstoffen war für mehrere Substanzen relativ hoch, das galt vor allem für die Versorgung mit Vitamin D und Vitamin B1 (Thiamin). Ausreichendes Vitamin D ist für die Knochengesundheit, den Bewegungsapparat und die kognitiven Funktionen sehr wichtig. Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinstrahlung auf die Haut aufgenommen.

 

Doch die suboptimalen Werte von Vitamin D im Blut, die bei den Teilnehmern häufiger beobachtet wurden, zeigen, dass die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung dennoch eine Rolle spielt. Auch die zu geringe Versorgung mit Vitamin B 1 kann für ältere Menschen problematisch sein. Zu den Folgen können u.a. Müdigkeit sowie ein höheres Risiko für die Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems und der kognitiven Leistungen gehören. Unzureichend war bei den Teilnehmern öfter auch die Versorgung mit den Vitaminen A, E und B2 (Riboflavin) sowie mit Selen und Jod.

 

Insgesamt zeigte sich in dieser Studie, dass die Zufuhr an gesättigten Fetten und von Alkohol zu hoch war. Im Gegensatz dazu war die Aufnahme von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie von Ballaststoffen zu gering. Eine beträchtliche Anzahl der Teilnehmer hatte ein Risiko für die suboptimale oder unzureichende Versorgung mit einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen Das betraf vor allem das Risiko für den Mangel an Vitamin D und Vitamin B1. Zwar war das Risiko für unzureichende Aufnahmen der Vitamine A, E und B2 sowie von Jod und Selen etwas geringer, doch auch dies könnte sich problematisch auf die Gesundheit auswirken. Die Forscher empfehlen, im Alter besonders auf die ausreichende Aufnahme an Energie sowie eine gesunde Ernährung zu achten, die mit allen nötigen Makro- und Mikro-Nährstoffen versorgt.

 

Unser Tipp: Ältere Menschen sollten bei der Auswahl von Nahrungsergänzungen nicht nur auf wichtige Mikro-Nährstoffe, sondern z.B. auch auf eine gute Bioverfügbarkeit achten. Für eine gute Aufnahme im Körper kann auch die Darreichung, z.B. als Kapseln, Tabletten, Tropfen oder Spray, eine Rolle spielen.

 

Quelle:
Simon Rønnow Schacht et al., Investigating Risk of Suboptimal Macro and Micronutrient Intake and Their Determinants in Older Danish Adults with Specific Focus on Protein Intake - A Cross-Sectional Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.4.2019, doi: 10.3390/nu11040795.


Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt.

 

Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt. Eine gute Versorgung kann die kognitiven Leistungen im Alter stärken.

 

Vitamin B6 (Pyridoxin) spielt als Coenzym vor allem eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Aminosäuren. Es ist auf diese Weise auch an der Bildung von Neurotransmittern, z.B. von Dopamin, Serotonin und GABA etc., beteiligt. Gelangt zu wenig Vitamin B6 ins Gehirn, wird die Bildung von Neurotransmittern eingeschränkt. Das kann Prozesse im Gehirn beeinträchtigen, wozu auch die kognitiven Leistungen gehören. Im höheren Alter, wenn die geistigen Kräfte nachlassen, könnte eine gute Versorgung mit Vitamin B6 daher besonders wichtig sein. Trotz seiner wichtigen Rolle für die kognitive Entwicklung und Regulierung der Funktionen des Nervensystems wurde Vitamin B6 in Bezug auf das kognitive Altern bisher jedoch nicht ausreichend untersucht. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte dazu eine Untersuchung im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Boston Puerto Rican Health Study) durch. Sie prüften. ob und wie die Konzentrationen von Vitamin B6 (Plasma-Pyridoxal-5’-phosphat) mit den kognitiven Funktionen und dem Rückgang der kognitiven Leistungen im Alter verbunden waren.

 

An der Studie nahmen 949 Puerto-Ricaner (70 % Frauen) teil, die zu Beginn zwischen 45 bis zu 75 Jahren alt waren. Bei allen wurden die Konzentrationen von Vitamin B6 im Plasma bestimmt. Abhängig von der jeweiligen Versorgung wurden sie auf drei Gruppen verteilt, die von der geringsten über die mittlere bis zur höchsten Versorgung mit Vitamin B6 reichten. Mit verschiedenen Tests wurden die kognitiven Leistungen der Teilnehmer geprüft. Diese Untersuchungen wurden nach zwei Jahren bei allen wiederholt und in den Ergebnissen miteinander verglichen.

 

Teilnehmer aus der Gruppe mit einer nur geringen Versorgung von Vitamin B6 hatten nach zwei Jahren im Durchschnitt ein um knapp 2,5-fach erhöhtes Risiko für einen größeren Rückgang in den kognitiven Leistungen im Vergleich zur Gruppe mit der besten Vitamin B6-Versorgung. Das Risiko erhöhte sich bei einigen Untergruppen noch stärker. Wer zu Anfang der Studie älter als 55 Jahre war, hatte ein rund 4,5-fach erhöhtes Risiko für die Senkung der kognitiven Leistungen. Außerdem hatten Raucher ein 3-fach erhöhtes Risiko für geringere kognitive Leistungen im Vergleich zu Nichtrauchern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine geringe Versorgung mit Vitamin B6 das Risiko für einen Rückgang der kognitiven Leistungen bei älteren Menschen im Lauf von zwei Jahren deutlich erhöht. Davon waren die älteren Teilnehmer der Studie und die Raucher deutlich stärker betroffen.

 

Unser Tipp: Vitamin B6 kann in seiner aktiven Form als Pyridoxal-5-Phosphat einzeln ergänzt werden. Es kann eventuell sinnvoll sein, den gesamten Komplex der B-Vitamine zu ergänzen. Nicht zuletzt ist Vitamin B6 auch in vielen Multivitamin-Ergänzungen enthalten.

 

Quelle:
Natalia Palacios et al., Lower Plasma Vitamin B-6 is Associated with 2-Year Cognitive Decline in the Boston Puerto Rican Health Study. In: The Journal of Nutrition Vol. 149, Nr. 4, 2019, S. 635-641, doi: 10.1093/jn/nxy268.


Wer beschließt, sich vom Fleischverzehr zu verabschieden und Vegetarier zu werden, sollte von Anfang an auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 achten.

 

Wer beschließt, sich vom Fleischverzehr zu verabschieden und Vegetarier zu werden, sollte von Anfang an auf die ausreichende Aufnahme von Vitamin B12 achten.

 

Die gute Versorgung mit Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung, das Wachstum, die Zellteilung und den Stoffwechsel von Aminosäuren, Kohlenhydraten und Fettsäuren. Frühere Studien zeigten bereits, dass die vegetarische Ernährung zu einer verringerten Aufnahme von Vitamin B12 führen kann. Dieses Vitamin kommt in pflanzlicher Nahrung nur in sehr geringen Mengen vor, es ist in vielen Sorten von Gemüse und Obst nicht enthalten. Vitamin B12 kommt hauptsächlich in Fleisch und Fischen und zu einem geringen Anteil auch in Eiern vor. Vegetarier, die Eier und Milchprodukte essen, nehmen daher noch geringe Mengen an Vitamin B12 auf, die jedoch oftmals für eine gute Versorgung nicht ausreichen. Veganer, die auf Eier und Milchprodukte verzichten, nehmen Vitamin B12 kaum noch auf, geringe Spuren enthalten z.B. fermentierte Produkte wie Sauerkraut.

 

Da sich immer mehr Menschen für eine fleischfreie Ernährung entscheiden, untersuchte eine Gruppe von italienischen Forschern in einer Studie, was bei einem Wechsel zur vegetarischen Ernährung mit dem Vitamin B12 im Körper geschieht. 54 Personen, die sich vorher auch von Fleisch und Fisch ernährt hatten, nahmen daran teil. Sie ernährten sich drei Monate lang mit einer vegetarischen Kost, sie aßen dabei auch Milchprodukte und Eier. Sie folgten damit einer ärztlichen Empfehlung, um mit ihrer Ernährung die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems zu stärken (CARDIVEG-Program, kardiovaskuläre Prävention mit vegetarischer Ernährung).

 

Bei den neuen Vegetariern war im Lauf der drei Monate die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Ernährung um rund die Hälfte (51,2 %) gesunken. Da Vitamin B12 jedoch längerfristig im Körper gespeichert ist, hatten sich die zirkulierenden Vitamin B12-Werte im Körper in dieser Zeit weniger, um 6,2 %, verringert. Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass von der Senkung des zirkulierenden Vitamin B12 häufiger Teilnehmer betroffen waren, die jünger und übergewichtig waren, nicht rauchten und zu hohe Cholesterinwerte hatten.

 

Bei neuen Vegetariern sinkt danach die Aufnahme von Vitamin B12 recht schnell, was sich durch gespeicherte Vorräte im Körper jedoch zunächst noch nicht so stark bemerkbar macht. Wird die vegetarische Ernährung über längere Zeit fortgesetzt, sinken auch die Werte des zirkulierenden Vitamin B12 im Körper weiter ab. Die Autoren heben hervor, dass eine gut gestaltete vegetarische Ernährung für die Gesundheit in allen Lebensphasen sinnvoll ist. Es muss jedoch regelmäßig darauf geachtet werden, dass die Versorgung mit Vitamin B12 weiterhin ausreichend gewährleistet ist. Da aus pflanzlicher Nahrung nicht genügend Vitamin B12 aufgenommen wird, muss dieses Vitamin regelmäßig ergänzt werden. Das gilt natürlich ganz besonders, wenn die vegetarische Ernährung aus medizinischen Gründen empfohlen wird.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 ist in vielen Multi-Nährstoffen enthalten. Es gibt spezielle Formeln, die mit allen B-Vitaminen versorgen, und natürlich wird Vitamin B12 auch einzeln angeboten, z.B. in flüssiger Form, als Lutschtablette oder in Kapseln.

 

Quelle:
M. Dinu et al., Effects of a 3-month dietary intervention with a lacto-ovo-vegetarian diet on vitamin B12 levels in a group of omnivores: results from the CARDIVEG (Cardiovascular Prevention with Vegetarian Diet) study. In: British Journal of Nutrition Vol. 121, Nr. 7, 2019, S. 756-762, doi: 10.1017/S0007114518003835.


Die mediterrane Ernährung fördert die Gesundheit und trägt zur Prävention von Krankheiten bei, das ist in vielen Studien belegt.

 

Die mediterrane Ernährung fördert die Gesundheit und trägt zur Prävention von Krankheiten bei, das ist in vielen Studien belegt. Ein spanisches Forscherteam stellte nun bei Jugendlichen fest, dass die Mittelmeerkost auch glücklich macht.

 

Wer die mediterrane Ernährung befolgt, fördert mit dem hohen Konsum von saisonalem Obst und Gemüse, Vollkornbrot und -getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen, Olivenöl und Fischen sowie dem mäßigen Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten seine Gesundheit und die Lebensqualität. Längst bekannt ist, dass die mediterrane Kost positiv auf die Lebensdauer wirkt und mit geringeren Vorkommen von chronischen, degenerativen Krankheiten und psychischem Wohlbefinden verbunden ist. Bei Kindern und Jugendlichen kann eine gute Anpassung an die mediterrane Ernährung auch die kognitiven Leistungen verbessern und sich positiv auf Gesundheitsprobleme, z.B. auf Asthma und Allergien, auswirken. Die Adoleszenz ist eine Zeit des körperlichen Wachstums und der schnellen Entwicklung, begleitet von Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten bzw. der Gehirnreifung. Ob und wie sich die mediterrane Ernährung auch auf die Lebensqualität und das subjektive Wohlbefinden in diesem Alter auswirkt, das ist bisher kaum untersucht. Dies prüfte eine Gruppe von spanischen Forschern nun in einer Studie mit Jugendlichen.

 

Einbezogen waren 527 Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis zu 17 Jahren aus Schulen in Alicante. Sie gaben Auskunft über ihre Ernährung, danach wurde der Grad ihrer Anpassung an die mediterrane Kost bestimmt. Sie wurden entsprechend drei Gruppen zugeordnet, mit einer geringen, mittleren oder hohen Anpassung an die mediterrane Ernährung. In einer weiteren Befragung untersuchten die Forscher die Lebensqualität der Jugendlichen in Bezug auf das subjektiv wahrgenommene Glücksempfinden (Subjective Happiness Scale). In weiteren Tests wurden das körperliche und psychische Wohlbefinden, die Stimmungen und Gefühle, Selbstwahrnehmung, Autonomie, Beziehung zu den Eltern, finanzielle Ressourcen und die sozialen Beziehungen untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass eine hohe Anpassung an die mediterrane Ernährung mit einer besseren Quote in der Lebensqualität und im subjektivem Glücksempfinden bei den Jugendlichen verbunden war. Vor allem das psychische Wohlbefinden, eine bessere Stimmung, finanzielle Ressourcen und die soziale Akzeptanz erwiesen sich als signifikant mit der Anpassung an die mediterrane Kost und dem Glücksempfinden verbunden. Für die Forscher zeigte sich damit, dass Programme zur gesunden Ernährung sich möglichst schon an Jugendliche richten und an ihren Bedürfnissen orientieren sollten. Gesunde Ernährungsweisen, die sich in diesem Alter verankern lassen, beeinflussen die Gesundheit bis ins hohe Erwachsenenalter hinein. Die Anpassung an eine gesunde Ernährung, wie sie die Mittelmeerkost bietet, könnte eine wirksame Strategie für die Stärkung der Gesundheit in der allgemeinen Bevölkerung und für alle Altersgruppen sein. Die mediterrane Ernährung beugt gesundheitlichen Problemen vor und fördert gleichzeitig einen zufriedenen Lebensstil und das subjektive Wohlempfinden. Die alte Weisheit „Jeder ist seines Glückes Schmied“ gilt also auch für die Ernährung.

 

Quelle:
Rosario Ferrer-Cascales et al., Higher Adherence to the Mediterranean Diet is Related to More Subjective Happiness in Adolescents: The Role of Health-Related Quality of Life. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.3.2019, doi: 10.3390/nu11030698.


Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken antientzündlich und antioxidativ. Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie vor Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden schützen können.

 

Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken antientzündlich und antioxidativ. Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie vor Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden schützen können.

 

Asthma ist weltweit stark verbreitet, und die Vorkommen steigen weiter an. Zwar stehen Medikamente zur Behandlung zur Verfügung, doch es gibt auch eine Reihe von nicht-medikamentösen Maßnahmen, um die Beschwerden zu verringern. Dabei gilt es in erster Linie, den Kontakt mit den möglichen Auslösern (Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Pollen etc.) sowie das Rauchen zu vermeiden. Es gibt einige Hinweise, dass beim Anstieg von Asthma auch die veränderte Ernährung eine Rolle spielt. Dazu gehört, dass in den letzten Jahren der Verbrauch von mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren in Pflanzenölen weltweit angestiegen ist. Gleichzeitig ist der Verbrauch von Omega-3-Fettsäuren, die hauptsächlich in marinen Ölen (Fisch-Fettsäuren) enthalten sind, zurückgegangen. Damit könnte ein Anstieg bei den Asthma-Vorkommen und allergischen Krankheiten verbunden sein. Ein Team von Forschern aus Südafrika und Australien untersuchte in einer Studie die Beziehungen zwischen dem Verzehr von Omega-3- und -6-Fettsäuren zu den Vorkommen von Asthma.

 

Die Forscher wählten für ihre Studie ein Fischerdorf in Südafrika aus, in dem die Bewohner traditionell viel Fisch verzehren. An der Studie nahmen 642 Dorfbewohner mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren teil, die in den dortigen Anlagen für die Fischverarbeitung tätig waren. Sie ernährten sich reichlich mit Fisch und anderen Meeresfrüchten, dadurch nahmen sie meist gute Mengen an Fischölen auf. Bei allen Teilnehmern wurden die Vorkommen von Asthma und asthma-ähnlichen Beschwerden sowie die Versorgung mit Fettsäuren untersucht. 11 % der Teilnehmer waren von Asthma betroffen, bei 26 % stellte man asthma-ähnliche Symptome fest, 37 % waren außerdem atopisch, sie reagierten vor allem empfindlich auf Allergene in den Innenräumen.

 

Es zeigte sich, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA und DPA) signifikant das Risiko für Asthma und asthma-ähnliche Symptome verringerten. Dagegen stieg das Risiko für diese Beschwerden bei einem höheren Verzehr von Omega-6-Fettsäuren (Linolensäure, Dihomo-Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure) an. Die Forscher führten die negativen Wirkungen der Omega-6-Fettsäuren vor allem auf mögliche proentzündliche Wirkungen der pflanzlichen Öle zurück. Für die Omega-3-Fettsäuren ist in vielen Studien nachgewiesen, dass sie antientzündlich und antioxidativ wirken können. In weiteren Studien sollten die Beziehungen zwischen Asthma und Omega-3-Fettsäuren weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Für alle, die Fisch nur wenig oder nie essen, gibt es die hochwertigen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch als Nahrungsergänzungen. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle:
Shahieda Adams et al., Relationship between Serum Omega-3 Fatty Acid and Asthma Endpoints. In: International Journal of Environmental Research and Public Health, Online-Veröffentlichung vom 25.12.2018, doi: 10.3390/ijerph.16010043.


Die Mittelmeerkost versorgt mit vielen gesunden Nährstoffen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit.

 

Die Mittelmeerkost versorgt mit vielen gesunden Nährstoffen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit. Wirkungen zeigten sich dabei schon nach vier Tagen mit einer verbesserten Ausdauer.

 

Die mediterrane Ernährung stärkt die Gesundheit mit reichlich Obst und Gemüse, Nüssen, Olivenöl und Vollkornprodukten sowie wenig rotem Fleisch und Wurstwaren. Dem Körper werden damit viele nützliche Mikro-Nährstoffe geliefert. Sie können auch dazu beitragen, die ergogenen, d.h. die körperlichen Leistungen im Sport zu verbessern. Das gilt z.B. für die wichtigen Antioxidantien, mit denen übermäßig vorhandene freie Radikale bekämpft werden können. Weiter gehören dazu Nitrate, die den venösen Blutfluss verbessern und nicht zuletzt alkalisierende Lebensmittel, die den pH-Wert im Urin erhöhen und die Ausscheidung von Säuren beschleunigen. Bisher wurden die ergogenen Effekte der Ernährung jedoch nicht umfassend untersucht. In einer kleinen Studie prüfte ein Team von US-amerikanischen Forschern daher, ob die gesunde mediterrane Kost schon nach relativ kurzer Zeit die Trainings-Leistungen verbessern kann.

 

Elf Männer und Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 38 Jahren und einem normalen bis leicht erhöhten Body Mass Index (Durchschnitt 24,6) nahmen an der (randomisierten Crossover-)Studie teil. Sie machten nach vier Tagen mit der mediterranen Ernährung einen körperlichen Belastungstest. Dabei wurde ihre Ausdauerleistung mit einem 5 Kilometer langen Gehen auf dem Laufband geprüft. Außerdem machten die Teilnehmer weitere Belastungstests (Wingate, Vertikalsprung, Handgriff-Kraft), um ihre anaerobe Kraft und Kapazität zu ermitteln. Im Anschluss folgte eine Studienpause von neun bis zu 16 Tagen. Die Teilnehmer ernährten sich danach vier Tage lang mit einer typisch westlichen Ernährung. Dazu gehörten eher wenig Obst und Gemüse, mehr Fleisch und Wurst sowie mehr ungünstige Fette, Zucker und Salz.

 

Danach unterzogen sich alle Teilnehmer erneut dem Belastungstest. Es zeigte sich, dass die Teilnehmer mit der mediterranen Ernährung den 5 Kilometer-Test auf dem Laufband um 6 % schneller bewältigen konnten im Vergleich zur westlichen Ernährung. Dabei waren die Herzfrequenzen in beiden Ernährungsweisen ähnlich. Das galt auch für die Bewertung der wahrgenommenen Belastung, einschließlich der anaeroben Belastungstests mit Spitzen- und Durchschnittsleistungen. Auffällig war, dass die Vorteile der mediterranen Ernährung in Bezug auf die Ausdauerbelastung sehr schnell wieder verloren ging. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass die körperlichen Leistungen langfristig von der mediterranen Ernährung profitieren könnten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Ergebnisse die bestehenden Kenntnisse über die gesundheitlichen Vorteile der mediterranen Kost erweitern. Sie zeigen, dass die mediterrane Ernährung zu verbesserten Leistungen im Ausdauersport in der kurzen Zeit von vier Tagen beitragen kann. In weiteren Studien sollte nun geprüft werden, ob eine längerfristige mediterrane Ernährung noch größere Vorteile bietet und ob sie dann auch für anaerobe Trainingsleistungen sowie für die Muskelkraft vorteilhaft sein könnte.

 

Unser Tipp: Für Sportler werden speziell zertifizierte Nahrungsergänzungen angeboten, die auf den Bedarf im Sport abgestimmt und geprüft sind.

 

Quelle:
Michelle E. Baker et al., Short-Term Mediterranean Diet Improves Endurance Exercise Performance: A Randomized-Sequence Crossover Trial. In: Journal of the American College of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 13.2.2019, doi: 10.1080/07315724.2019.1568322.


Zu den vielen Einflüssen der gesunden Ernährung und der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen gehört auch die Wirkung auf das Hörvermögen.

 

Zu den vielen Einflüssen der gesunden Ernährung und der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen gehört auch die Wirkung auf das Hörvermögen. Vor allem die Omega-3-Fettsäuren und antioxidativ wirkende Vitamine und Mineralstoffe können zur Stärkung des Gehörs beitragen.

 

Mit zunehmendem Alter leiden immer mehr Menschen unter dem Hörverlust. Er kann durch Dysfunktionen des Hörvermögens auch in jüngeren Jahren aufgrund vieler Ursachen auftreten. Allein in Deutschland schätzt man die Zahl der Betroffenen auf bis zu 20 Millionen Menschen. Neben der Altersschwerhörigkeit, die sich langsam entwickelt, gibt es viele andere Ursachen für Hörprobleme, die von äußeren bis zu inneren Einflüssen reichen und in allen Altersgruppen auftreten können. Auch andere Krankheiten, z.B. Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes, können sich auf das Gehör auswirken. Eine gesunde Ernährung kann vermutlich zum Schutz des Gehörs beitragen. Da es auf diesem Gebiet bisher nicht sehr viele Studien gibt, wertete eine Gruppe von koreanischen Forschern den bisherigen Kenntnisstand zur Beziehung von Hörverlust und Ernährung aus.

 

Es zeigten sich einige Zusammenhänge, die sowohl den Einfluss von Makro- als auch von Mikro-Nährstoffen auf den Hörverlust betreffen. Ein schlechterer Hörstatus zeigte sich z.B. häufiger bei Menschen, die höhere Mengen an Kohlenhydraten, Fetten und Cholesterin sowie weniger Proteine aufnahmen. Sowohl die Überernährung als auch die Unterernährung können sich belastend auf das Hörvermögen auswirken. Dagegen trat beim häufigeren Verzehr von Fisch und den mehrfach ungesättigten langkettigen Omega-3-Fettsäuren ein Hörverlust seltener auf. In einigen Studien zeigte sich außerdem, dass beim Hörverlust häufiger ein Mangel an einzelnen Mikronährstoffen besteht. Vermutet wird u.a., dass im höheren Alter die erhöhte Bildung von freien Radikalen zum Hörverlust beitragen kann.

 

Dies könnte ein Schlüssel zum Hörverlust sein, weil freie Radikale das Absterben von Zellen im Innenohr verursachen können. Entsprechend könnte die gute Versorgung mit antioxidativen Mikro-Nährstoffen zum Schutz vor freien Radikalen beitragen und dem Hörverlust vorbeugen. Beziehungen zeigten sich hier vor allem für die Vitamine A, B, C, D und E sowie für die Mineralstoffe und Spurenelemente Zink, Magnesium, Selen, Eisen und Jod. Ein Mangel an Mikro-Nährstoffen verschlechtert auch die Heilung bei einer Mittelohrentzündung, von der Kinder häufiger betroffen sind. Durch die Defizite steigt die Anfälligkeit für Infektionen. Kinder, die davon betroffen sind, profitieren von einer guten Versorgung mit den Vitaminen A, C, E und dem Spurenelement Zink.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass noch viele Faktoren zum Einfluss der Ernährung auf das Hörvermögen genauer geklärt werden müssen. Für sie zeigte sich jedoch bereits jetzt deutlich, dass die Ernährung mit ihren Makro- und Mikro-Nährstoffen das Hörvermögen beeinflussen kann. Eine gesunde Ernährung, vor allem mit der guten Versorgung an Omega-3-Fettsäuren und antioxidativ wirkenden Vitaminen und Mineralstoffen, kann zur Vorbeugung vor dem Hörverlust beitragen.

 

Unser Tipp: Viele Multi-Präparate mit Mikro-Nährstoffen enthalten antioxidative Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Es gibt auch spezielle Antioxidantien-Formeln, die gezielt mit diesen Mikro-Nährstoffen versorgen.

 

Quelle:
Su Young Jun et al., Associations of Nutritional Factors with Hearing Loss. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 1.2.2019, doi: 10.3390/nu11020307.


Der Magnesiumgehalt in den Organen, Geweben und im intrazellulären Raum lässt sich damit nicht immer zuverlässig bestimmen.

 

Die Magnesium-Werte im Blut spiegeln nicht immer den Status im gesamten Körper wider. Der Magnesiumgehalt in den Organen, Geweben und im intrazellulären Raum lässt sich damit nicht immer zuverlässig bestimmen. Ergänzende Messungen können genauere Einschätzungen liefern, um Magnesium-Defizite besser zu erkennen und deren Folgen zu vermeiden.

 

Magnesium gehört zu den häufigsten Mineralstoffen im Körper, es wird für die normalen Funktionen von Zellen und Organen benötigt. Es ist ein Cofaktor oder Aktivator in mehr als 600 Enzymen und beeinflusst den Kalziumspiegel. Magnesium ist ein wichtiger Bestandteil des Knochens und spielt eine wichtige Rolle bei deren Mineralisierung. Es beeinflusst die Synthese aktiver Vitamin-D-Metaboliten, um die Aufnahme von Kalzium und Phosphat im Darm zu unterstützen. Magnesium ist auch für die guten Zellfunktionen wichtig, z.B. für die Synthesen von RNA und DNA, zur Erhaltung des Antioxidantien-Niveaus in der Zelle und im Energiestoffwechsel. Unzureichendes Magnesium ist im Körper vor allem mit Erkrankungen im Skelett- und Herz-Kreislauf-System sowie im Stoffwechsel verbunden. Typische Folgen sind u.a. Muskelkrämpfe, Fibromyalgie, Arrhythmie, Osteoporose und Migräne.

 

Der tägliche Bedarf an Magnesium liegt für Erwachsene bei ca. 300 bis 400 mg täglich. Gute Mengen sind z.B. in Mandeln, Bananen, schwarzen Bohnen, Brokkoli, braunem Reis, Cashewnüssen, Leinsamen, grünem Gemüse (Spinat), Nüssen, Hafermehl, Samen (Kürbis, Sesam, Sonnenblumen), Sojabohnen, Zuckermais, Tofu und Vollkorn vorhanden. Die Aufnahme von Magnesium aus Lebensmitteln ist allerdings in den letzten Jahrzehnten z.B. durch Veränderungen in den Böden und Ernährungsgewohnheiten zurückgegangen. Außerdem kann sich der Gehalt an Magnesium durch die Lebensmittelproduktion verringern. Im Körper hängt die Aufnahme von Magnesium auch von der Absorption (im Dünn- und Dickdarm) ab. Das Magnesium-Gleichgewicht wird durch die Nierenresorption und Urinausscheidung hergestellt. Bei einem Magnesium-Überschuss nimmt in den Nieren die Ausscheidung zu, während bei einem Mangel die Aufnahme ansteigt, um den Verlust zu senken. Außerdem kann bei Bedarf gespeichertes Magnesium aus dem Skelett bezogen werden, um den Serumspiegel im normalen Bereich zu halten. Das kann das Risiko von Osteopenie, Osteoporose oder Frakturen erhöhen, unabhängig von normalen Magnesium-Werten im Serum.

 

Die erhöhte Aufnahme von Magnesium konnte in einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie (NHANES) das Risiko eines Vitamin-D-Mangels verringern. Magnesium hilft bei der Aktivierung oder Stimulation von im Körper vorhandenem Vitamin D. Auf diese Weise kann Magnesium dazu beitragen, Vitamin D-Ergänzungen zu verringern, das ist besonders vorteilhaft wenn höhere Dosen oder länger dauernde Zeiträume notwendig sind. So fand man z.B., dass ein erhöhter Konsum von magnesiumreichen Lebensmitteln das Risiko für den Typ 2 Diabetes verringern kann. Bei Diabetikern (Typ 1 und 2) fand man weiter im Vergleich zu Gesunden niedrigere Magnesiumspiegel im Serum. Auch andere für Diabetes wichtige Werte (u.a. BMI, glykiertes Hämoglobin, Serumglukose, Insulin bzw. Insulinresistenz) waren mit dem Serum-Magnesiumspiegel verbunden. Magnesium kann weiter zur verbesserten Knochenmineraldichte beitragen. Gute Wirkungen wurden auch in Bezug auf die Herzfunktionen und speziell auf den Herzrhythmus sowie auf den Blutdruck beobachtet. Hinzu kommt, dass einige Medikamente (z.B. gegen Bluthochdruck und Diuretika) das Magnesium im Körper verringern können.

 

Ein Mangel an Magnesium kann viele Ursachen haben. Sie reichen vom geringen Gehalt an Magnesium in der Nahrung über die schlechte Absorption im Körper bis zum erhöhten Bedarf aufgrund von Krankheiten oder Medikamenten. Bei der Bestimmung von Magnesium ist darauf zu achten, dass die Blutwerte nicht immer ausreichen, um den gesamten Magnesium-Status im Körper einzuschätzen. Ergänzende Untersuchungen können vorhandene Defizite genauer ermitteln. Allgemein sollte das Bewusstsein für den Magnesiummangel geschärft und dazu ermutigt werden, mehr Lebensmittel zu verzehren, die reich an Magnesium sind. Zusätzlich zur Magnesium-Aufnahme aus der Nahrung kann in bestimmten Situationen die Ergänzung von Magnesium erforderlich sein. Magnesium ist in verschiedenen (organischen und anorganischen) Formen erhältlich, die im Darm unterschiedlich absorbiert werden. Einige Studien zeigten, dass organische Magnesiumpräparate (z.B. Magnesiumaspartat, -citrat, -laktat, -chlorid) besser bioverfügbar sind als anorganisches Magnesium (-oxid, -sulfat).

 

Unser Tipp: Magnesium ist flüssig und pulverisiert, einzeln und in diversen Kombinationen, mit anderen Mineralstoffen und in Multi-Präparaten verfügbar. Es kann je nach Anwendung in guten bioverfügbaren Formen und geeigneten Dosierungen ausgewählt werden.

 

Quelle:
Mohammed S. Razzaque, Magnesium: Are We Consuming Enough. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 2.12.2018, doi: 10.3390/nu10121863.


Vitamin C, eingenommen vor dem Sport, konnte bei jungen, gesunden Frauen die antioxidative Aktivität nach dem Training verbessern.

 

Vitamin C, eingenommen vor dem Sport, konnte bei jungen, gesunden Frauen die antioxidative Aktivität nach dem Training verbessern.

 

Körperliche Bewegung verbessert das allgemeine Wohlbefinden und verlangsamt den Alterungsprozess. Sie ist auch ein wichtiger Faktor bei der Prävention und Therapie, z.B. bei Herz-Kreislauf-Krankheiten. Körperübungen bewirken viele physiologische Veränderungen, abhängig von den Eigenschaften der jeweiligen Übungen und vom Fitness- und Trainingsniveau. Bei einem aeroben Training kann der Sauerstoff-Fluss um bis zum 100-fachen ansteigen, wodurch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) und reaktive Stickstoffspezies (RNS) entstehen. Dadurch kann es zum oxidativem Stress und damit zu Verletzungen oder gar zum Absterben von Zellen kommen. Bei untrainierten Menschen können Übungen mit einer mittleren oder hohen Intensität Muskelschäden verursachen, gefolgt von der Aktivierung von Neutrophilen (spezielle Immunzellen) als Reaktion auf Entzündungen, und der Muskelkater kann entstehen. Möglicherweise kann Vitamin C dazu beitragen, dass solche Schäden verringert werden. Das prüfte eine Forschergruppe aus Thailand in einer kleinen Studie.

 


Vitamin C ist ein wasserlösliches Antioxidans, das freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies (ROS) abfangen kann, die bei vielen Prozessen im Stoffwechsel entstehen können. Aktive Bewegung, wie beim Sport oder bei starker körperlicher Arbeit, kann zu einem unausgeglichenen Verhältnis zwischen den reaktiven Sauerstoffspezies und Antioxidantien führen, was Schäden durch oxidativen Stress im Gewebe zur Folge hat. Ob und wie Vitamin C solche Schäden beim körperlichen Training verringern kann, das prüften die Forscher bei 19 gesunden Frauen im Alter von 22 bis zu 25 Jahren. Sie nahmen an einem Programm mit Fahrrad-Training teil und erhielten täglich vor den Übungen eine Kapsel, die entweder 1000 mg Vitamin C (Ascorbinsäure) oder ein Placebo enthielt.

 

Nach einer Trainingswoche pausierten die Teilnehmerinnen für eine Woche und wiederholten dann in der folgenden Woche das gleiche Training, wobei nun jeweils die Einnahme gewechselt wurde. Frauen, die vorher das Vitamin C erhalten hatten, nahmen nun ein Placebo ein und umgekehrt. Vor und direkt nach dem Training sowie nach 30 Minuten Erholungszeit wurden bei den Frauen jeweils Blutproben entnommen. Darin wurden Werte bestimmt, die Muskelschäden und den oxidativen Stress anzeigen können (z.B. Plasma-Albumin, Gesamtprotein, Glukose etc.).

 

Durch das Training entstanden leichte Muskelschäden, die sich in einem Anstieg von Kreatinkinase (wichtiges Enzym für den Energiestoffwechsel der Muskelzellen) nach dem Training zeigten. Dabei kam es jedoch nicht zu systemischen Entzündungen oder zur Lipidperoxidation. Hier traten sowohl bei der Einnahme von Vitamin C als auch nach dem Placebo keine Veränderungen auf. Unterschiede zeigten sich jedoch bei den Markern, die mit dem oxidativen Stress verbunden werden. Direkt nach dem Training stiegen mit dem Placebo die Spiegel von Plasma-Albumin (Protein) und das Gesamt-Protein an, während sich der Glukosespiegel leicht verringerte. Das Fahrrad-Training führte mit dem Placebo auch zu einem Anstieg der Aktivität des Enzyms Superoxiddismutase, das ein starkes Antioxidans und Marker für den Körperstress ist.

 

Das führten die Forscher auf die erhöhte Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies beim Training zurück, worauf die Superoxiddismutase reagierte. Diese Effekte wurden jedoch bei der Einnahme des antioxidativ wirksamen Vitamin C nicht beobachtet. Auch Plasma-Malondialdehyd, ein wichtiger Biomarker für den oxidativen Stress, veränderte sich nach dem Training mit dem Placebo nicht. Dieser Marker wurde aber mit der Einnahme von Vitamin C signifikant verringert.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Vitamin C vor einem körperlichen Training die antioxidative Abwehr erhöhen kann. Die Einnahme von Ascorbinsäure kann vermutlich auch den durch die Bewegung hervorgerufenen Anstieg des Enzyms Superoxiddismuse mildern. Die Wirkungen von Vitamin C sollten daher in Bezug auf die körperliche Aktivität in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Die hier verwendete Ascorbinsäure ist das reine kristalline, wasserlösliche Vitamin C. Es schützt als Antioxidans vor oxidativen Schäden und trägt zu normalen Funktionen des Immunsystems bei.

 

Quelle:
Manita Yimcharoen et al., Effects of ascorbic acid supplementation on oxidative stress markers in healthy women following a single bout of exercise. In: Journal of the International Society of Sports Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 21.1.2019, doi: 10.1186/s12970-019-0269-8.


Eine ballaststoffreiche und vollwertige Ernährung kann die Gesundheit stärken und senkt das Risiko für chronische Krankheiten, wie eine Meta-Analyse zeigt.

 

Zu einem guten Lebensstil gehört die gesunde Ernährung. Eine ballaststoffreiche und vollwertige Ernährung kann die Gesundheit stärken und senkt das Risiko für chronische Krankheiten, wie eine Meta-Analyse zeigt.

 

Im Auftrag der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ermittelte eine Gruppe von neuseeländischen Forschern Studien, aus denen aktuelle Empfehlungen für die optimale Aufnahme von Ballaststoffen abgeleitet werden können. Untersucht wurde die Verbindung zwischen der Ernährung und den Vorkommen von chronischen Krankheiten, einschließlich der davon abhängigen Sterbefälle. Eingeschlossen waren die koronare Herzkrankheit sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfälle, Typ 2 Diabetes und Krebskrankheiten (Darm, Brust, Endometrium, Oesophagus, Prostata). Die Forscher werteten insgesamt 185 Beobachtungsstudien aus, außerdem weitere 58 klinische Studien, an denen 4.635 Erwachsene teilgenommen hatten. Bei den anfangs gesunden Teilnehmern wurden jeweils die täglichen Aufnahmen von Ballaststoffen in der Ernährung bestimmt. Sie wurden danach in Gruppen aufgeteilt, je nach der niedrigsten bis zur höchsten Zufuhr an Ballaststoffen. Diese Werte wurden zu späteren Vorkommen von chronischen Krankheiten und den durch sie bedingten Sterbefällen in Beziehung gesetzt.

 

Die Ergebnisse deuten bei der höchsten Aufnahme von Ballaststoffen auf eine Risikosenkung von 15 bis zu 30 % für allgemeine Sterbefälle und aufgrund kardiovaskulärer Krankheiten hin. Die Risiken verringerten sich auch für einzelne Krankheiten, für die koronare Herzkrankheit, Schlaganfälle, Typ 2 Diabetes und Darmkrebs, mit verringerten Raten von 16 bis 24 %. Die Auswertung der klinischen Studien zeigte dazu, dass die erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen mit einem geringeren Körpergewicht verbunden war, auch die Gesamt-Cholesterinwerte und der systolische Blutdruck waren geringer. Die Risikosenkung war am besten, wenn der tägliche Verzehr von Ballaststoffen zwischen 25 und 29 Gramm lag. Dabei zeigte sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung, d.h. eine höhere Zufuhr an Ballaststoffen könnte den Schutz vor chronischen Krankheiten noch verstärken. Pro 8 Gramm mehr an Ballaststoffen sank das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten, den Typ 2 Diabetes sowie für Darm- und Brustkrebs um 5 bis zu 27 %.

 

Vollkornprodukte enthalten reichlich Ballaststoffe, daher wurde auch ihre Beziehung zu chronischen Krankheiten untersucht. Pro 15 Gramm täglich mehr an Vollkornprodukten sanken die gesamten Sterbefälle und die Vorkommen von koronaren Herzkrankheiten sowie von Typ 2 Diabetes und Darmkrebs von 2 bis zu 19 %. Mehr Vollkornprodukte senkten das Risiko um 13 bis zu 33 %. Die Forscher heben außerdem hervor, dass eine Ernährung, die einen geringen glykämischen Index hat, sich nur zum Teil positiv z.B. auf den Schutz vor Typ 2 Diabetes oder Schlaganfälle auswirkt. Das liegt daran, dass eine solche Ernährung z.B. auch Zusätze von Zucker, gesättigten Fetten und zu viel Salz enthalten kann, wodurch die Vorteile für die Gesundheit verringert werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse überzeugend nachweist, dass ein erhöhter Verzehr von Ballaststoffen und Vollkornprodukten sich positiv auf die Gesundheit auswirken. ‚Durch den regelmäßig erhhten Verzehr könnten die Vorkommen von vielen chronischen Krankheiten in der Bevölkerung verringert werden.

 

Quelle:
Andrew Reynolds et al., Carbohydrate quality and human health: a series of systematic reviews and meta-analyses. In: The Lancet, Online-Veröffentlichung vom 10.1.2019, doi: 10.1016/S0140-6736(18)31809-9.


Das Spurenelement Chrom, gebunden an Picolinat, kann die Gewichtsreduktion unterstützen.

 

Das Spurenelement Chrom, gebunden an Picolinat, kann die Gewichtsreduktion unterstützen. Das beugt in Zeiten einer reduzierten Energieaufnahme dem Abbau von magerer Körpermasse vor.

 

Für eine angestrebte Gewichtsabnahme gibt es viele Strategien, die erfolgreich sein können. Doch es kommt dabei nicht allein darauf an, das Gewicht zu senken. Noch wichtiger kann es sein, dass neben der Fettmasse nicht auch die magere, fettfreie Körpermasse mit abgebaut wird. Dieser Effekt ist in vielen Diäten mit der Gewichtsreduktion verbunden und hat mehrere negative Folgen. Ein Verlust an magerer Körpermasse ist z.B. mit erhöhter Müdigkeit, mit geringeren neuromuskulären Funktionen ebenso wie mit einem erhöhten Risiko für Verletzungen verbunden. Es gibt einige Nahrungsergänzungen, mit denen die magere Körpermasse bei der Gewichtsabnahme vor einem Abbau besser geschützt werden kann. Ein aussichtsreicher Kandidat dafür ist das essentielle Spurenelement Chrom. Es ist u.a. am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen beteiligt. In der Verbindung mit Picolinsäure entsteht Chrompicolinat, das deutlich besser bioverfügbar ist als andere Chromverbindungen. Es unterstützt die Aufgaben von Insulin und hilft, die glykämische Kontrolle bei Diabetes zu verbessern. Die verbesserten Insulin-Funktionen erhöhen die Aufnahmeraten von Glukose und Aminosäuren in die Muskelzellen.

 

Einige Studien zeigten, dass mit Hilfe von Chrom auch die magere Körpermasse während einer Gewichtsreduktion besser aufrecht erhalten werden kann. So wurde z.B. berichtet, dass die tägliche Ergänzung von 200-400 mcg Chrom in Form von Chrompicolinat die Körperzusammensetzung verbessert, ein wichtiger Aspekt für die allgemeine metabolische Gesundheit und damit für die Gewichtsabnahme. Die Aufnahme von Chrom aus der Nahrung ist jedoch häufig zu gering, um die empfohlenen täglichen Bedarfswerte (30 bis 100 mcg in Deutschland) zu erreichen. Das gilt besonders in Zeiten einer Gewichtsreduktion.

 

US-amerikanische Forscher suchten nach Studien zur Gewichtsreduktion, dem Verlust von magerer Körpermasse und der Körperzusammensetzung, auch in Verbindung zu Nahrungsergänzungen und Ernährungs-Interventionen.

 

Sie stellten Studien zusammen, in denen untersucht wurde, wie die Ergänzung von Chrompicolinat die Körperzusammensetzung beeinflussen kann. Sie verglichen diese Ergebnisse mit anderen Studien, in denen weitere Nährstoffe untersucht wurden, die bei Gewichtsreduktionen öfter eingesetzt werden. Dazu gehörten die Catechine aus dem grünen Tee, ein löslicher Ballaststoff-Komplex, Garcinia cambogia (Malabar-Tamarinde) und Irvingia gabonensis (afrikanischer Mango). Die Auswertung der Studien zeigte, dass die Anwendung von Chrompicolinat bei einer Gewichtsreduktion zum geringsten Verlust an fettfreier Körpermasse beitrug. In einigen Studien stieg sogar der Anteil der fettfreien Körpermasse an, während die Fettmasse weiter signifikant abgebaut wurde. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Chrompicolinat mit den Insulin-Werten im Körper interagiert.

 

Die Forscher ziehen aus den Ergebnissen das Fazit: Bei einer Gewichtsabnahme ist es erstrebenswert, die magere Körpermasse vor einem Abbau zu schützen, das gilt unabhängig von der Aufnahme der reduzierten Makro-Nährstoffe. Chrompicolinat könnte dazu beitragen, die metabolisch aktive, magere Körpermasse besser zu erhalten und ihrem Abbau vorzubeugen. Die Ergänzung von Chrompicolinat als eine gute, bioverfügbaren Form ist daher bei einer Gewichtsabnahme empfehlenswert.

 

Unser Tipp: Chrompicolinat ist als organische Chromverbindung sowohl in einigen Multi-Nährstoffformeln als auch einzeln erhältlich. Es zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit mit einer hohen Bioverfügbarkeit aus.

 

Quelle:
Darryn Willoughby et al., Body Composition Changes in Weight Loss: Strategies and Supplementation for Maintaining Lean Body Mass, a Brief Review. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 3.12.2018, doi: 10.3390/nu10121876.


Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen nach wie vor weltweit zu. Eine Studie mit Daten aus 51 Ländern zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit dem reichlichen Verzehr von Vollkornprodukten ein Schlüsselfaktor ist.

 

Herz-Kreislauf-Krankheiten nehmen nach wie vor weltweit zu. Eine Studie mit Daten aus 51 Ländern zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit dem reichlichen Verzehr von Vollkornprodukten ein Schlüsselfaktor ist. Mehr Vollkornprodukte und Ballaststoffe könnten die Rate von Herz-Kreislauf-Krankheiten deutlich verringern.

 

Herz-Kreislauf-Krankheiten sind weltweit verbreitet, auf ihr Konto gehen viele Sterbefälle pro Jahr, ein Teil davon schon in relativ jungen Jahren. Bei den Ursachen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Rund die Hälfte der Todesfälle durch Herzinfarkte und Schlaganfälle etc. wird auf eine schlechte Ernährung zurückgeführt. Jeder zweite bis dritte vorzeitige Todesfall ließe sich durch eine gute, ausgewogene Ernährung vermeiden. Aus einer Studie zu globalen Krankheitslasten wertete eine Forschergruppe aus Deutschland, Österreich und den USA repräsentative Daten aus 51 Ländern von 1990 bis 2016 aus. Einbezogen waren die Länder der Europäischen Union und weitere Länder Europas sowie einige Staaten aus Vorder- und Zentralasien, die im erweiterten Blick zur europäischen Region gehören. Die Forscher stellten Beziehungen zwischen einzelnen Risikofaktoren in der Ernährung und kardiovaskulären Krankheiten her. Einbezogen waren elf Formen von Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie 12 Lebensmittel- und Nährstoff-Gruppen. Berechnet wurde auf der Basis des üblichen nationalen Konsums an Lebensmitteln der jeweilige Anteil von Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, der mit einer schlechten Ernährung verbunden war. Rund 2,1 Millionen Todesfälle werden 2016 allein in Europa auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, die von der Ernährung abhängen, zurückgeführt.

 

Allgemein zog eine Ernährung mit wenig Vollkornprodukten die stärksten Risiken für Herz-Kreislauf-Krankheiten nach sich, gefolgt von einer Ernährung, die nur wenig Nüsse und Samen, wenig Obst, zu viel Salz und nur geringe Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthält. Die Forscher gehen davon aus, dass mit einer optimierten, ausgewogenen Ernährung ungefähr einer von fünf vorzeitigen Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Krankheiten vermieden werden könnte. Im Vergleich zu anderen Risikofaktoren, die durch den Lebensstil und das Verhalten beeinflusst werden können, z.B. Rauchen und Alkoholkonsum, ist die ausgewogene Ernährung damit ein wichtiger Schlüsselfaktor, um vorzeitige Herz-Kreislauf-Krankheiten und davon abhängige Todesfälle zu verringern.

 

Beim Vergleich der 51 Länder zeigten sich deutliche Unterschiede. Die Spanne reicht von einem sehr hohen Anteil von ernährungsbedingten Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Krankheiten bis zum geringsten Anteil. Vorwiegend schlecht schneiden die vorder- und zentralasiatischen sowie die osteuropäischen Länder ab. Allgemein schneiden die westeuropäischen Länder besser ab. Für Deutschland errechneten die Forscher für 2016 165.000 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die von einer schlechten Ernährung abhängig waren. Damit liegt Deutschland in den westeuropäischen Ländern an der Spitze, insgesamt betrachtet jedoch im unteren Mittelfeld. Bessere Werte erreichten z.B. Italien, Frankreich und die Niederlande, die besten Werte haben Israel und Spanien. Die Forscher ermittelten auch länderspezifische Profile, da sich die Ernährung von Nord bis Süd und von Ost bis West jeweils deutlich unterscheidet. Sie stellten z.B. für Schweden und Norwegen einen zu geringen Konsum von Nüssen und Samen fest, in vielen zentral- und osteuropäischen sowie zentralasiatischen Ländern ist der zu geringe Verzehr von Vollkornprodukten ein Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

 

Es fehlt in der Ernährung vor allem an Ballaststoffen, und verzehrt werden zu viel Weißmehl-Produkte. Unterschiede zeigten sich auch beim Alter und bei den Geschlechtern. Männer sind häufiger bereits in jüngeren Jahren von Herz-Kreislauf-Krankheiten betroffen, für Frauen gilt das erst ab dem 50. Lebensjahr. Männer unter 70 Jahren sterben entsprechend sehr viel häufiger an Herz-Kreislauf-Krankheiten als Frauen. Die Forscher berücksichtigten in ihrer Analyse auch den Einfluss anderer Risikofaktoren. Dazu gehören vor allem Übergewicht, Bluthochdruck, geringe Bewegung und Rauchen. Der Alkoholkonsum wurde allerdings nicht einbezogen. In Ländern, in denen Alkohol stark konsumiert wird, dazu gehört auch Deutschland, könnte der Anteil von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die von der Ernährung abhängig sind, noch größer sein.

 

Die Forscher empfehlen, das Potential einer ausgewogenen, für die Gesundheit förderlichen Ernährung besser zu nutzen. Gemieden oder nur selten gegessen werden sollten verarbeitete Fleischwaren, auch Salz und mit Zucker gesüßte Getränke sollten verringert werden. Zu einer herzgesunden Ernährung gehört die Aufnahme von reichlich Vollkornprodukten und Ballaststoffen, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Sie können dazu beitragen, die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und anderen ernährungsabhängigen Krankheiten zu senken.

 

Unser Tipp: Neben einzelnen wichtigen Mikro-Nährstoffen für das Herz-Kreislauf-System, wie z.B. Coenzym Q10 und Omega-3-Fettsäuren, unterstützen auch spezielle Multi-Formeln das Herz, den Kreislauf und die Gefäße.

 

Quelle:
Toni Meier et al., Cardiovascular mortality attributable to dietary risk factors in 51 countries in the WHO European Region from 1990 to 2016: a systematic analysis of the Global Burden of Disease Study. In: European Journal of Epidemiology Vol. 34, Nr. 1, 2019, S. 37-55, doi: 10.1007/s10654-018-0473-x.


Die gute Versorgung mit Folsäure wird Frauen mit Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft zur Vorbeugung vor dem Neuralrohrdefekt empfohlen.

 


Die gute Versorgung mit Folsäure wird Frauen mit Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft zur Vorbeugung vor dem Neuralrohrdefekt empfohlen. Doch auch andere Vitamine und Mineralstoffe unterstützen einen guten Verlauf der Schwangerschaft. Ein guter Status der Mikro-Nährstoffe senkte bei australischen Frauen das Risiko für einen Gestations-Diabetes.

Im Lauf der Schwangerschaft können immer wieder einmal Komplikationen auftreten, dazu gehört auch der Gestationsdiabetes. Die Vorkommen dieses Schwangerschafts-Diabetes sind in den letzten Jahren weltweit angestiegen. Dazu tragen u.a. das oft höhere Alter (ab 30 Jahren) der schwangeren Frauen, ein erhöhtes Körpergewicht oder auch die familiäre Vorbelastung durch Diabetes bei. Typisch sind dann hohe Blutzuckerspiegel bzw. eine Störung der Glukosetoleranz, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Dabei beeinflussen die Schwangerschaftshormone die Insulinresistenz. Nur selten handelt es sich beim Gestations-Diabetes um einen bisher nicht erkannten Diabetes (Typ 1 oder 2). Nach der Entbindung normalisiert sich bei den meisten Frauen der Zuckerstoffwechsel wieder.

 

Allerdings erhöht sich bei betroffenen Frauen das Risiko, einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Bisher gibt es nur wenig Kenntnisse über die Versorgung von Frauen mit Mikro-Nährstoffen vor einer Schwangerschaft und darüber, wie eine gute oder schlechtere Versorgung den Verlauf der Schwangerschaft beeinflusst. Ein australisches Forscherteam untersuchte daher die Annahme, dass Frauen mit einem allgemein besseren Status von Mikro-Nährstoffen ein geringeres Risiko für den Gestations-Diabetes haben.

 

Die Forscher nutzten für ihre Analyse Daten aus einer prospektiven Bevölkerungsstudie (Australien Longitudinal Study on Women’s Health Cohort), an der ab dem Jahr 2003 3.607 Frauen teilnahmen. Sie waren zu Beginn der Studie zwischen 25 und 30 Jahren alt und nicht an Diabetes erkrankt. Die Frauen gaben in einer Befragung Auskunft über die Häufigkeit des Konsums von 101 Lebensmitteln. Die Forscher berechneten daraus die Aufnahmen von 13 Mikro-Nährstoffen und kalkulierten das Verhältnis zu den für Australien geltenden täglichen Bedarfsempfehlungen für diese Nährstoffe. Sie berechneten in einem weiteren Schritt das Risiko der Frauen für den Gestations-Diabetes.

 

Im Lauf der nachfolgenden Beobachtungszeit bis zum Jahr 2015 traten bei 6.282 Schwangerschaften 285 Fälle von Gestations-Diabetes auf. Der Anteil von 4,6 % entspricht ähnlichen Schätzungen aus Deutschland, wo man 2016 von einem Anteil von 5,3 % schwangerer Frauen mit Gestations-Diabetes ausging. Bei den australischen Frauen wurden für einzelne Mikro-Nährstoffe zum Teil eine erhebliche, unzureichende Versorgung beobachtet. Das galt für Kalzium (47,9 %), Folat (80,8 %), Magnesium (52,5 %), Kalium (63,8 %) und Vitamin E (78,6 %). Es zeigte sich jedoch zunächst keine Beziehung zwischen dem Risiko für den Gestations-Diabetes und der mangelnden Versorgung an einzelnen Mikro-Nährstoffen. Erst als die Forscher die Defizite an Mikro-Nährstoffen insgesamt betrachteten, zeichnete sich die Beziehung ab. Frauen mit der besten Versorgung an Mikro-Nährstoffen hatten ein um 39 % geringeres Risiko, einen Gestations-Diabetes zu entwickeln.

 

Die Forscher gehen nach diesen Ergebnissen davon aus, dass eine gute Versorgung mit allen wichtigen Mikro-Nährstoffen den guten Verlauf der Schwangerschaft unterstützen und zur Vorbeugung vor dem Gestations-Diabetes beitragen kann.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des weiblichen Stoffwechsels stehen viele Multi-Nährstoffe zur Verfügung. Sie sollten besonders in der Zeit einer Schwangerschaft auf therapeutische Empfehlung hin eingenommen werden.

 

Quelle:
Moniek Looman et al., Pre-pregnancy dietary micronutrient adequacy is associated with lower risk of developing gestational diabetes in Australien women. In: Nutrition Research Vol. 62, Nr. 2, 2019, S. 32-40.


Frühere Studien zeigten bereits, dass die mediterrane Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann.

 

Frühere Studien zeigten bereits, dass die mediterrane Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern kann. Doch bisher gibt es nur wenige Erkenntnisse über die möglichen Mechanismen, mit denen diese gute Wirkung erreicht wird.

 

Die mediterrane Ernährung hat längst auch viele Anhänger in anderen Ländern gefunden, da sie nicht nur gut schmeckt, sondern auch sehr gesund ist. Das ist auf den Verzehr von reichlich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Olivenöl, Wein in Maßen, Fisch und wenig Fleisch und Milchprodukten zurückzuführen. Im Rahmen einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie, der Women’s Health Study, prüfte ein Forscherteam daher die Anpassung an die mediterrane Ernährung bei rund 26.000 anfangs gesunden Frauen (Durchschnittsalter 55 Jahre). Sie setzten diese Angaben in Bezug zu den im Lauf von 12 Jahren Beobachtung in dieser großen Gruppe aufgetretenen kardiovaskulären Krankheiten. Um auch mögliche Mechanismen zu erkennen, über die die mediterrane Ernährung das kardiovaskuläre Risiko beeinflussen kann, prüften sie dazu den Einfluss von 40 typischen Biomarkern.

 

Zu Beginn der Studie beantworteten die Frauen detaillierte Fragen zu ihrer Ernährung. Daraus wurde ihre Anpassung an die mediterrane Kost bestimmt, und danach wurden sie auf drei Gruppen verteilt, mit jeweils niedriger, mittlerer oder hoher Einhaltung der mediterranen Ernährung. Die mediterrane Kost hatte bei niedrigen Aufnahmen einen Anteil von rund 25 %, beim mittleren Anteil von 36 % und bei hohen Aufnahmen von 39 % an der gesamten Ernährung. Im Lauf der langjährigen Beobachtungszeit traten rund 1.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten auf. Dabei zeigte sich eine unterschiedliche Verteilung in den drei Gruppen. Bei geringer mediterraner Kost traten kardiovaskuläre Krankheiten bei 428 Frauen (4,2 %) auf, in der Gruppe mit mittlerer Anpassung waren 356 Frauen (3,8%) betroffen, und bei der höchsten mediterranen Ernährung erkrankten nur 246 Frauen (3,8%).

 

Im Vergleich zur niedrigen Gruppe verringerte sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei mittlerer Anpassung an die mediterrane Kost um 23 %, bei hoher Anpassung sogar um 28 %. Das ist ein Vorteil, der in seiner Größenordnung der Anwendung von Statinen oder anderen präventiven Medikamenten ähnlich ist. Die Forscher konnten diese positiven Effekte vor allem auf eine Reihe von veränderten Biomarkern zurückführen. Mit der mediterranen Kost veränderten sich vor allem die Biomarker für Entzündungen (29,%), den Glukosestoffwechsel, die Insulinresistenz (28%) und der Body-Mass-Index (27 %). Weitere Einflüsse gab es auf den Blutdruck, die Cholesterinwerte, verzweigtkettige Aminosäuren (13,6%), Apolipoproteine (6,5%) und andere kleinmolekulare Metaboliten (5,8%), die jedoch weniger ausgeprägt waren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass bei einer höheren Aufnahme der mediterranen Kost das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten etwa um ein Viertel geringer ist. Das ließ sich zum Teil durch die Beeinflussung von verschiedenen Biomarkern erklären. Die Forscher stellten zudem fest, dass bereits kleinere Unterschiede in den Biomarkern auf multifaktorielle Weise zu dem langfristig beobachteten kardiovaskulären Nutzen beigetragen hatten. Diese Ergebnisse könnten einen starken Einfluss auf die öffentliche Gesundheit haben, denn selbst kleinere Veränderungen in den Risikofaktoren können die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Das gilt besonders für den langfristigen Nutzen einer mediterranen Ernährung in Bezug auf Entzündungen sowie für den Glukosestoffwechsel, die Insulinresistenz und den Body-Mass-Index.

 

Quelle:
Shafqat Ahmad et al., Assessment of Risk Factors and Biomarkers Associated With Risk of Cardiovascular Disease Among Women Consuming a Mediterranean Diet. In: JAMA Network Open, Online-Veröffentlichung vom 7.12.2018, doi: 10.1001/jamanetworkopen.2018.5708.


Vitamin E trägt mit seinen antioxidativen Funktionen zur Stärkung des Immunsystems bei.

 

Vitamin E trägt mit seinen antioxidativen Funktionen zur Stärkung des Immunsystems bei. Dabei richtet die Forschung ihren Blick zunehmend auf Vitamin E in Bezug auf spezielle Immunzellen.

 

Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans, das die mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation schützen, die Bildung von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies regulieren und die Übertragung von Signalen im Körper modulieren kann. Einflüsse auf das Immunsystem durch Vitamin E wurden experimentell ebenso wie unter gesunden und krankhaften Bedingungen beobachtet. Mit besseren Kenntnissen über die Entwicklung, Funktion und Regulation von Immunzellen konzentrierten sich neuere Studien zur Wirkung von Vitamin E vor allem auf diese Zellen: Dendritische Zellen, Makrophagen (Fresszellen), natürliche Killer-Zellen sowie die T- und B-Lymphozyten. In einer Übersicht fassten Forscher den Stand der Forschung zu immunologischen Veränderungen zusammen, die bei Vitamin E beobachtet wurden.

 

Die wichtigste und bekannteste Form von Vitamin E ist Alpha-Tocopherol, doch zu diesem Vitamin gehören insgesamt acht Formen. Vitamin E ist der Sammelbegriff für vier Tocopherole und vier Tocotrienole (jeweils α, β, γ, δ) in Lebensmitteln. Sie haben antioxidative Fähigkeiten, können aber nicht ineinander umgewandelt werden und haben teils unterschiedliche Funktionen. Die wichtigsten Nahrungsquellen für Vitamin E sind pflanzliche Öle und Nüsse. Sojabohnen-, Sonnenblumen-, Mais-, Walnuss-, Baumwoll-, Palm- und Weizenkeimöle enthalten im Vergleich zu anderen Ölen relativ hohe Mengen, d.h. mehr als ca. 50 mg Vitamin E/100 g Öl. Die Anteile von α-, β-, γ- und δ-Tocopherolen hängen von der jeweiligen Ölsorte ab. Distel- und Sonnenblumenöle sind z.B. reich an α-Tocopherol, Soja- und Maisöle enthalten hauptsächlich γ-Tocopherol, und Baumwollsamenöl enthält ähnliche Anteile an α- und γ-Tocopherolen. Zur guten Aufnahme von Vitamin E können außerdem Nahrungsergänzungen beitragen.

 

Zu den wichtigen antioxidativen Funktionen von Vitamin E gehört, dass es Peroxyl-Radikale (Art der reaktiven Sauerstoffspezies) abfängt und die Oxidation von mehrfach ungesättigten Fettsäuren hemmt. In Gegenwart von Vitamin E reagieren Peroxylradikale mit α-Tocopherol anstelle von Lipidhydroperoxid. Dadurch wird die Kettenreaktion der Bildung von Peroxylradikalen gestoppt und die weitere Oxidation der mehrfach ungesättigten Fettsäuren verhindert. Tocopheroxylradikale, die aus α-Tocopherol- und Peroxylradikalen gebildet werden, werden durch Vitamin C oder Glutathion (antioxidatives Tripeptid) reduziert. Die antioxidative Aktivität von Vitamin E kann weiter für die Regulierung mehrerer Enzyme verantwortlich sein, die an der Signalübertragung beteiligt sind.

 

Mit erhöhten Gaben von Vitamin E konnten in Interventionsstudien eine erhöhte Bildung von Lymphozyten, eine verbesserte, verzögerte Hypersensibilität (bei Allergien) sowie die erhöhte Bildung von Interleukin 2 (T-Zell-Wachstumsfaktor) und eine verminderte Bildung von Interleukin 6 (B-Zell-Differenzierungs-Faktor) beobachtet werden. Beim Menschen wurden die Auswirkungen von Vitamin E auf die natürlichen Vorkommen von Infektionskrankheiten in mehreren Studien untersucht. Dabei zeigte sich, dass die immunstimulierende Wirkung von Vitamin E die Resistenz gegenüber Infektionen stärkt. Allerdings waren die Effekte teils relativ gering, und in einigen Studien wurden positive Effekte nur in Untergruppen von Probanden beobachtet. Zu solchen nicht einheitlichen Ergebnissen könnten verschiedene Faktoren beigetragen haben. Das gilt z.B. für die Dosis der verwendeten Vitamin-E-Ergänzung, die erreichten Veränderungen des Vitamin-E-Spiegels oder auch für das Alter der Probanden.

 

Generell lässt sich sagen, dass Vitamin E die Immunreaktionen unterstützt und den Schutz vor mehreren Infektionskrankheiten erhöht. Verschiedene Erklärungen für die grundlegenden Mechanismen werden diskutiert. Dazu gehören z.B. die Senkung der Produktion von Prostaglandin E2, das an Entzündungs- und Fieberreaktionen beteiligt ist. Weiter geht es um die effektivere Bildung von Immunsynapsen in heranreifenden T-Lymphozyten, die Einleitung von Signalen zur Aktivierung von T-Lymphozyten sowie die Modulation des Gleichgewichts von Typ1- und Typ2-T-Helferzellen. Mit Vitamin E wurde auch eine höhere Aktivität der natürlichen Killerzellen und Veränderungen in den Dendritischen Zellen beobachtet.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Vitamin E sollte mit seinen Wirkungen im Immunsystem weiter experimentell in den zugrunde liegenden Mechanismen auf das Immunsystem und bei der Immunabwehr des Menschen untersucht werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die verschiedenen Formen von Vitamin E unterschiedlich auf die Immunzellen wirken. Auch das Zusammenspiel von Vitamin E mit anderen Immunzellen sollte in Zukunft genauer untersucht werden, da auch mögliche Wechselwirkungen für die Regulation der Immunfunktionen bedeutsam sind.

 

Unser Tipp: Vitamin E ist als Nahrungsergänzung in vielen Multi-Formeln enthalten. Es ist auch einzeln erhältlich, neben Alpha-Tocopherol werden auch andere Vitamin E-Formen angeboten.

 

Quelle:
Ga Young Lee und Sung Nim Han, The Role of Vitamin E in Immunity. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.11.2018, doi: 10.3390/nu10111614.


Das Immunsystem entwickelt und verändert sich ständig im Lauf des Lebens. Es kann in jeder Lebensphase gestärkt, aber auch geschwächt werden.

 


Das Immunsystem entwickelt und verändert sich ständig im Lauf des Lebens. Es kann in jeder Lebensphase gestärkt, aber auch geschwächt werden. Dazu trägt die Ernährung bei, das gilt besonders für eine Reihe von Mikro-Nährstoffen, die gute Funktionen des Immunsystems unterstützen.

 

Ein gut funktionierendes Immunsystem sorgt dafür, dass schädliche Eindringlinge, wie z.B. Bakterien, Viren und Pilze, bekämpft und fehlerhafte körpereigene Zellen ausgesondert werden. Im Lauf des Lebens entwickelt sich das Immunsystem von unreifen und sich noch entwickelnden Immunreaktionen bei Säuglingen und Kleinkindern hin zu einer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen potenziell optimalen Immunfunktion. Dann verringern sich mit dem zunehmenden Alter die Kräfte des Immunsystems graduell, das gilt besonders für Menschen im höheren Alter. Davon abhängig verändern sich das Risiko und die Schwere von Infektionen, entsprechend der jeweiligen Immunkompetenz des einzelnen Menschen. Altersbedingte Veränderungen des Immunsystems können durch bestimmte Faktoren des Lebensstils weiter geschwächt werden. Dazu gehören z.B. eine schlechte Ernährung, Umweltbelastungen und der oxidative Stress. Sie können in jeder Lebensphase die Immunfunktion individuell beeinflussen und verringern.

 

Davon betroffen ist z.B. die Anfälligkeit für Erkältungen und Grippe als häufigste Erkrankungen, aber auch für Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen. Die Ernährung spielt bei den Funktionen des Immunsystems eine besondere Rolle, denn es gibt eine bidirektionale Interaktion zwischen der Ernährung, Infektionen und der Immunität. Die Immunantwort ist beeinträchtigt, wenn die Ernährung schlecht ist, was den Einzelnen für Infektionen anfälliger macht. Ein schlechter Ernährungszustand kann außerdem durch die Immunreaktion auf eine Infektion verschlimmert werden.

 

Die gesunde Ernährung kann also erheblich dazu beitragen, dass die Immunfunktionen in jeder Lebensphase gestärkt werden. Dabei kommt es darauf an, die gute Versorgung mit allen benötigten Makro- und Mikro-Nährstoffen zu gewährleisten. Sie tragen zur Entwicklung, Aufrechterhaltung und zu den angemessenen Reaktionen des Immunsystems wesentlich bei. Vor allem die Mikro-Nährstoffe spielen im gesamten Immunsystem eine Schlüsselrolle, unabhängig von der jeweiligen Lebensphase. Das gilt besonders für die Vitamine A, C, D, E, B2, B6 und B12, Folsäure sowie Beta-Carotin und für Eisen, Selen und Zink, die alle zur Aufrechterhaltung der Immunkompetenz beitragen. Suboptimale Aufnahmen oder gar stärkere und länger anhaltende Defizite dieser Mikro-Nährstoffe können in den verschiedenen Lebensphasen zeitweise vorkommen. Das wirkt sich auch auf die Funktionen des Immunsystems aus und kann das Risiko und die Schwere einer Infektion beeinflussen.

 

Auch vom Ernährungszustand eines Menschen hängt es daher mit ab, wie sich der Verlauf z.B. bei einer Infektionskrankheit entwickelt. Die Resistenz gegen Infektionen kann erhöht werden, indem fehlende Mikro-Nährstoffe wieder in die Ernährung aufgenommen oder ergänzt werden. Sie können auf diese Weise auf ein empfehlenswertes Niveau gebracht werden. Das stärkt die Widerstandskräfte gegen Infektionen und kann im Fall einer Infektion die schnellere Genesung unterstützen.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Immunsystems tragen neben den hier genannten Vitaminen und Mineralstoffen auch weitere Mikro-Nährstoffe bei, z.B. eine Reihe von sekundären Pflanzenstoffen und die Omega-3-Fettsäuren. Für die Stärkung des Immunsystems gibt es spezielle Multi-Formeln, die wichtige Mikro-Nährstoffe gezielt ergänzen.

 

Quelle:
Silvia Maggini et al., Immune Function and Micronutrient Requirements Change over the Life Course. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 17.10.2018, doi: 10.3390/nu10101531.


Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht.

 

Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht. Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass höhere Werte von Carotinoiden positiv auf das metabolische Syndrom wirken.

 

Das metabolische Syndrom ist durch zentrales Übergewicht, Bluthochdruck und einen gestörten Cholesterin-, Glukose- und Insulin-Stoffwechsel charakterisiert. Mindestens drei der Faktoren müssen zusammentreffen, um die Diagnose zu stellen. Einzeln wirken sie gesundheitlich oft noch nicht so belastend, doch kombiniert erhöhen sie deutlich das Risiko für weitere Krankheiten, vor allem für Diabetes (Typ 1 und 2) und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei der Entstehung des metabolischen Syndroms spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch Mikro-Nährstoffe. Mehr und mehr rücken dabei Pflanzenstoffe in das Interesse der Forschung. Carotinoide gehören zu den Pflanzenstoffen, die nicht nur als Provitamin A vielfältige gesundheitliche Wirkungen haben, sie entfalten auch antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Fähigkeiten.

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern suchte in medizinischen Datenbanken daher nach Studien (von 1997 bis 2017) über die Verbindung von Vitamin A und Carotinoiden zum metabolischen Syndrom. Sie konnten schließlich 33 Studien in ihre Auswertung einbeziehen, mit 11 Studien führten sie außerdem eine Meta-Analyse mit Daten von fast 30.000 Teilnehmern durch. Es bestätigte sich, dass die höhere Aufnahme von (Gesamt-)Carotinoiden das metabolische Syndrom positiv beeinflussen konnte. Das galt auch für einzelne Carotinoide, am stärksten für Beta-Carotin, gefolgt von Alpha-Carotin und Beta-Cryptoxanthin sowie für Retinylester (Fettsäureester von Vitamin A). Dagegen konnte Vitamin A (Retinol) das metabolische Syndrom nicht beeinflussen, seine Rolle bleibt weiter zu klären.

 

Diese Ergebnisse zeigen eine Korrelation zwischen Carotinoiden und dem metabolischen Syndrom auf, nicht jedoch die Ursachen dafür. Die Forscher gehen von einem plausiblen Wirkmechanismus von Carotinoiden zum Nutzen der kardiometabolischen Gesundheit aus, vermittelt durch senkende Wirkungen auf oxidativen Stress. Obwohl es viele Faktoren gibt, mit denen sich die individuelle Variabilität und Bioverfügbarkeit von Carotinoiden bei Menschen erklären lassen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Carotinoide eine wesentliche Rolle in den Fettgeweben spielen können. Dazu gehören die Kontrolle der Entstehung von Fettzellen (Adipogenese) und vom oxidativen Stress sowie die Bildung von Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Verbindungen, die als Signalmoleküle wirken) und Entzündungsmediatoren. Sie beeinflussen die Verteilung der zentralen Adipositas und das Auftreten der Insulinresistenz.

 

Es zeichnet sich ab, dass Gesamt-Carotinoide ebenso wie einzelne Carotinoide (Alpha-, Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin) positiv auf das metabolische Syndrom einwirken können. Der regelmäßige Verzehr von gemischten Carotinoiden ist daher für die kardiometabolische Gesundheit wichtig. In der für westliche Industrieländer typischen Ernährung werden täglich nur etwa ein bis fünf Milligramm Carotinoide aus der Ernährung aufgenommen. Das reicht für den kardiometabolischen Schutz nicht aus. Die Forscher plädieren daher für die Festlegung von Empfehlungen für die tägliche Aufnahme von Carotinoiden.

 

Unser Tipp: Natürliche Carotinoide sind in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert enthalten. Angeboten wird z.B. natürliches Beta-Carotin aus der Alge Dunaliella salina, enthalten sind Alpha-Carotin, Zeaxanthin und Cryprtoxanthin. Empfehlenswert sind weiter natürliche Carotinoide aus einem Grünkohl-Ölauszug (biologischer Anbau) mit Lutein, Beta-Carotin, Lykopin und Zeaxanthin. Beide haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
May A. Beydoun et al., Carotenoids, vitamin A, and their association with the metabolic syndrome. A systematic review and meta-analysis. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 7.9.2018, doi: 10.1093/nutrit/nuy044.


Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern.

 

Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern, wie zwei neue Studien zeigen.

 

Walnüsse leisten nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern jederzeit einen guten Beitrag zur gesunden Ernährung. Sie liefern wichtige Antioxidantien, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sowie eine Reihe von Vitaminen (E, B-Vitamine) und Mineralstoffen (Kalium, Kalzium, Magnesium etc.). Positive Wirkungen sind vor allem auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten und auf die Blutfette bekannt.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen und spanischen Forschern führte eine Metaanalyse durch, in denen sie die Wirkungen des Verzehrs von Walnüssen auf die Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren untersuchten. Sie konnten sechsundzwanzig klinische Studien mit 1059 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen. Bei einer mit Walnüssen angereicherten Ernährung erreichten die Teilnehmer geringere Werte beim Gesamt-Cholesterin (-6,99 mg/dL) und beim „schlechten“ LDL-Cholesterin (-5,51 mg/dL), außerdem sanken die Werte der Triglyzeride. Auch das Apolipoprotein B (LDL-Bestandteil) wurde bei der mit Walnüssen angereicherten Ernährung im Vergleich zu Kontrollgruppen signifikant stärker reduziert. Die Forscher ziehen das Fazit: Die Aufnahme von Walnüssen in die Ernährung verbessert das Profil der Blutfette, ohne das Körpergewicht oder den Blutdruck negativ zu beeinflussen.

 

Der regelmäßige Verzehr von Walnüssen wirkt sich auch günstig auf die Darmflora aus, wie eine Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zeigt. Einbezogen waren 194 gesunde Frauen und Männer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Nach einer Anfangsphase ohne den Verzehr von Walnüssen wurden die Teilnehmer auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Gruppe erhielt eine Ernährung mit je 43 Gramm Walnüssen täglich und wechselte nach acht Wochen zu einer Ernährung ohne Nüsse. Die andere Gruppe blieb zunächst weiter bei der Ernährung ohne Nüsse und wechselte nach acht Wochen zur täglichen Aufnahme von 43 Gramm Walnüssen. In der mit Nüssen angereicherten Zeit wurde den Teilnehmern jeweils empfohlen, entweder Fett oder Kohlenhydrate oder beides zu reduzieren, um die zusätzlichen Kalorien der recht fetthaltigen Nüsse auszugleichen. Am Ende wurden von allen Teilnehmern Stuhlproben genommen und in Bezug auf die enthaltenen Bakterien analysiert.

 

Der Verzehr von täglich 43 g Walnüssen über acht Wochen hatte in beiden Gruppen die Zusammensetzung und die Vielfalt des Mikrobioms im Darm signifikant beeinflusst. Dabei hatten sich probiotische und Buttersäure bildende Bakterienarten bei den Teilnehmern verbessert. Ruminokokken und Bifidobakterien nahmen signifikant zu, während andere Bakterienarten abnahmen. Die Wirkung auf das Mikrobiom hing nur geringfügig davon ab, ob die Teilnehmer beim Verzehr von Walnüssen die Fette oder Kohlenhydrate eingeschränkt hatten. Die regelmäßige Ergänzung von Walnüssen könnte präbiotische und probiotische Vorteile bieten, durch die sich die Zusammensetzung und Vielfalt des Mikrobioms verbessert. Noch ist der genaue Mechanismus nicht bekannt, über den Walnüsse die mikrobielle Gemeinschaft im Darm verändern. Darüber hinaus scheinen auch andere Substanzen aus Nüssen, z.B. Polyphenole und Polysaccharide inkl. Ballaststoffe, eine präbiotische Wirkung zu haben. Sie erhöhen vermutlich das Wachstum und die Fermentation von unverdaulichen Komponenten zu kurzkettigen Fettsäuren einschließlich Butyrat (Salze und Ester der Buttersäure), die auch die Aktivität von mikrobiellen Enzymen im Darm beeinflussen können.

 

Die beiden Studien zeigen, dass Walnüsse dazu beitragen, wichtige körperliche Funktionen zu verbessern. Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel und den Cholesterinspiegel, das gilt besonders für das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Und sie verbessern auch das Mikrobiom durch die verstärkte Besiedelung von probiotischen und Buttersäure bildenden Keimen im Darm.

 

Quellen:
Marta Gosch-Ferré et al., Effects of walnut consumption on blood lipids and other cardiovascular risk factors: an updated meta-analysis and systematic review of controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 108, Nr. 1, 2018, S. 174-187, doi: 10.1093/ajcn/nqy091.
Charlotte Bamberger et al., A Walnut-Enriched Diet Affects Gut Microbiome in Healthy Caucasian Subjects: A Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients. Online-Veröffentlichung vom 22.2.2018, doi: 10.3390/nu10020244.


Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos

 

Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos.

 

Biologisch erzeugte Lebensmittel sind weniger durch Pestizide belastet als konventionell hergestellte. Das zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. In einer Untersuchung von Lebensmitteln enthielten 44 % der Proben aus konventioneller Herstellung Pestizid-Rückstände, in Bio-Lebensmitteln war dies mit 6,6 % deutlich seltener der Fall. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass die Bio-Kost deutlich gesünder ist. Ob sich dies auch auf ein geringeres Risiko für Krankheiten auswirkt, wurde bisher nur in wenigen Studien untersucht. Nachgewiesen ist z.B., dass ein Wechsel zur Bio-Kost schon nach wenigen Tagen die Konzentration von Pestiziden im Körper verringert. Einige Pestizide wirken im Körper möglicherweise oder sehr wahrscheinlich karzinogen. Für die Forschung stellt sich daher die Frage, ob Menschen, die häufiger oder regelmäßig Bio-Lebensmittel essen, seltener an Krebs erkranken. Erste Untersuchungen dazu brachten keine einheitlichen Ergebnisse. Nun gibt es neue Erkenntnisse durch eine Studie des französischen Gesundheits- und Forschungs-Instituts INSERM in Paris.

 

Die Forscher werteten Daten aus der großen französischen Bevölkerungsstudie NutriNet-Santé aus. Seit 2009 beantworteten rund 69.000 Franzosen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren freiwillig einen (Internet-basierten) Fragebogen zu ihrer Ernährung. Einbezogen waren auch Angaben zum Verzehr von 16 Bio-Lebensmitteln. Die Befragungen wurden danach jährlich wiederholt. Im Lauf der Nachbeobachtung von rund viereinhalb Jahren verzeichnete man bisher unter den Teilnehmern 1.340 Krebskrankheiten. Es zeichnet sich dabei ab, dass die Anhänger der Bio-Kost eine geringere Krebsrate haben. Teilnehmer mit den größten Anteilen von Bio-Lebensmitteln in der Ernährung erkrankten um 25 % (signifikant) seltener an Krebs im Vergleich zu Teilnehmern, die am wenigsten biologisch angebaute Lebensmittel aßen. Die Forscher prüften außerdem die Beziehungen der Bio-Kost zu einzelnen Krebskrankheiten. Am deutlichsten war die Differenz bei Lymphomen, bei einem hohen Verzehr an Bio-Lebensmitteln sank das Risiko für diese Krebskrankheit um 76 %. Eine schützende Wirkung wurde auch beim Brustkrebs nach der Menopause nachgewiesen, bei einem hohen Konsum von Bio-Lebensmitteln verringerte sich das Risiko dafür um 34 %.

 

Noch sind die Forscher vorsichtig, aufgrund der Ergebnisse einer Bevölkerungsstudie mit freiwilligen Teilnehmern von einen Nachweis für die Schutzwirkung der Bio-Kost zu sprechen. Eine Schwierigkeit bei der Auswertung der Daten war z.B., dass viele Teilnehmer die Bio-Kost neben anderen konventionell hergestellten Lebensmitteln verwendeten. Weitere Studien über die Beziehungen zwischen der Bio-Kost und der Prävention von Krankheiten sind daher notwendig. Die Forscher heben jedoch hervor, dass die Förderung des Verzehrs von biologisch angebauten Lebensmitteln in der allgemeinen Bevölkerung eine vielversprechende Strategie sein könnte, die Prävention von Krebskrankheiten zu stärken.

 

Quelle:
Julia Baudry et al., Association of Frequency of Organic Food Consumption With Cancer Risk Findings From the NutriNet-Santé Prospective Cohort Study. In: JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4357.


Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forscher suchte nach Studien über die Beziehungen zwischen der Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Störungen, zu denen auch die Angststörungen gehören. Von fast 200 Studien konnten sie schließlich sechs mit knapp 500 Teilnehmern in eine systematische Auswertung einbeziehen. Die Forscher richteten ihren Fokus vor allem auf mögliche Mechanismen, über die Omega-3-Fettsäuren auf Angstsymptome einwirken bzw. sie verringern könnten. Sie fanden mögliche Wirkungen für Omega-3-Fettsäuren, die in Bezug auf Angstsymptome eine Rolle spielen könnten.

 

Es gibt bereits einige Nachweise, dass ein erhöhter Entzündungs-Status im Körper mit Ängsten verbunden ist. Dabei erwiesen sich die Omega-3-Fettsäuren als hilfreich. Vom Gehirn stammende neurotrophische Faktoren, besonders der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), sind bestimmte Proteine, die einige Funktionen des Nervensystems regulieren, indem sie das neuronale Überleben fördern. Ein Mangel oder auch ein Überschuss an solchen Proteinen wurde mit verschiedenen psychischen Krankheiten verbunden, darunter u.a. Depressionen und Alzheimer. Omega-3-Fettsäuren können diese neurotrophischen Proteine beeinflussen. Cortisol ist als Stress-Hormon bekannt, Omega-3-Fettsäuren können zu dessen Regulation beitragen. Hinzu kommt, dass es eine Verbindung zwischen den Herz-Kreislauf-Funktionen und den Omega-3-Fettsäuren gibt, die offenbar dazu beitragen, die Herzfrequenz-Variabilität zu regulieren. Eine geringere Variabilität (in der Zeit zwischen den Herzschlägen) wird mit höheren Werten von Angstsymptomen verbunden.

 

Die Forscher sahen jedoch auch bei ihrer Literaturrecherche, dass die Studien auf diesem Gebiet zum Teil recht heterogen waren. Es wurden z.B. verschiedenste Dosierungen bei den Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, das galt auch für unterschiedliche Verhältnisse der beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), zueinander. In Zukunft sollten weitere Forschungen über die Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren bei Angststörungen durchgeführt werden, die jedoch stärker standardisiert bzw. klarer strukturiert sein sollten.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Ashley R. Polokowski et al., Omega-3 fatty acids and anxiety: A systematic review of the possible mechanisms at play. In: Nutritional Neuroscience, Online-Veröffentlichung vom 28.9.2018, doi: 10.1080/1028415X.2018.1525092.


Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Krebs-Patienten erhalten nach der Therapie meist geeignete Empfehlungen für eine gesunde Ernährung und die Körperaktivität, außerdem wird ein gesundes Körpergewicht empfohlen. Ob die Patienten solche Empfehlungen befolgen und wie sich dies auf den weiteren Verlauf ihres Lebens auswirkt, das prüften Forscher der Universität von Kalifornien in einer Studie. Sie werteten die Daten von rund 1.000 Darmkrebs-Patienten aus (im Durchschnitt 60 Jahre), die von 1991 bis 2001 an einer Studie (CALGB-89803) teilgenommen und eine Chemotherapie erhalten hatten. In der Zeit ihrer Behandlung gaben sie auch Auskünfte über ihre Ernährung und den Lebensstil.

 

Nach der Therapie wurden sie im Durchschnitt sieben Jahre lang weiter in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. 335 Teilnehmer entwickelten in dieser Zeit ein Rezidiv, davon starben 256 Teilnehmer an den Krebsfolgen, weitere 43 Teilnehmer aus anderen Gründen. Mit einem speziellen Score (0 bis 6 Punkte) wurde bei allen Teilnehmern die Anpassung an die Empfehlungen der amerikanischen Krebsgesellschaft geprüft (ACS-Richtlinien). Einbezogen waren der BMI, die körperliche Aktivität und in der Ernährung der Verzehr von Obst und Gemüse, Vollkornprodukten sowie von rotem und verarbeiteten Fleisch, außerdem wurde der Alkoholkonsum ausgewertet.

 

Patienten mit einer hohen Anpassung an die Empfehlungen der Krebsgesellschaft (Score 5 bis 6) hatten ein um 42 % geringeres Sterblichkeitsrisiko als Patienten mit einem niedrigen Score (0 bis 2). Wurde auch der Alkoholkonsum in die Auswertung einbezogen, sank das Sterblichkeitsrisiko beim hohen Score sogar um 51 %.

 

Außerdem zeigte sich bei einer gesunden Ernährung und genügend Körperaktivität die Tendenz zu einem längerem Überleben ohne Krankheit (31 %). Die 5-Jahres-Überlebensprognose betrug 85 % für Patienten mit hoher Anpassung an die ACS-Richtlinien und 76% für Patienten mit niedriger Übereinstimmung. Patienten mit Darmkrebs, die während und nach der Behandlung die ACS-Richtlinien in Bezug auf die Ernährung und die Körperaktivität befolgten, hatten also eine verbesserte Lebensperspektive.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die Beibehaltung oder das Erreichen eines gesunden Körpergewichts, die angemessene körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollkorn ist, nach einer Krebskrankheit mit einer besseren Lebensperspektive verbunden ist.

 

Quelle:
Erin L. Van Blarigan et al., Association of Survival With Adherence to the American Cancer Society Nutrition and Physical Activity Guidelines for Cancer Survivors After Colon Cancer Diagnosis The CALGB 89803/Alliance Trial. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 6, 2018, S. 783-790, doi: 10.1001/jamaoncol.2018.0126.


Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig.

 

Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig. Vielen Frauen fehlt es aber an der ausreichenden Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen.

 

Eine gute Ernährung ist für Frauen, die schwanger werden möchten, sehr wichtig. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Mutter und Kind und legt die Grundlagen für die Gesundheit des Kindes im späteren Leben. Für Paare, die Eltern werden wollen, gibt es Empfehlungen zur gesunden Ernährung, die auch die Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen einschließen. Dazu gehören optimale Aufnahmen von Folat, Vitamin D und der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

 

Folat wird empfohlen, um beim Fötus das Risiko für die Entwicklung eines Neuraltubendefektes zu vermeiden. Obwohl dieses B-Vitamin in vielen Lebensmitteln vorhanden ist, z.B. in grünblättrigem Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukten, ist es offenbar für viele Frauen schwierig, die empfohlenen Mengen mit der Ernährung aufzunehmen. Daher wird Frauen mit Kinderwunsch die tägliche Ergänzung von Folsäure als Prävention empfohlen. Die Zufuhr sollte möglichst schon vor der Konzeption beginnen, weil gerade die ersten Wochen der Schwangerschaft für die Vermeidung des Neuraltubendefektes wichtig sind. Vitamin D ist in der Schwangerschaft u.a. für Prävention einer Präeklampsie (Hypertonie und Proteinurie) und von Gestations-Diabetes wichtig. Bei den Kindern kann es z.B. dazu beitragen, ein niedriges Geburtsgewicht sowie ein beeinträchtigtes Knochenwachstum und das Risiko von Asthma zu vermeiden. Die Aufnahme von Vitamin D durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf die Haut ist in nördlichen Ländern oft zu gering, auch die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung reicht nicht aus.

 

Daher wird Frauen, die schwanger werden wollen, meist die tägliche Aufnahme von 10 mcg Vitamin D als Ergänzung empfohlen. Das gilt besonders in den Herbst- und Wintermonaten, in denen die Aufnahme von Vitamin D über das Sonnenlicht geringer ist. Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind vor allem für die Entwicklung das fötales Gehirns und der Retina wichtig. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich 200 mg EPA und DHA aufzunehmen bzw. wenigstens eine Mahlzeit mit fettreichem Fisch pro Woche zu essen.

 

Wie die tatsächliche Versorgung von Frauen mit diesen wichtigen Mikro-Nährstoffen in der Zeit vor einer Befruchtung aussieht, darüber ist bisher wenig bekannt. Daher prüfte eine Gruppe niederländischer Forscher die Versorgung mit Folat, Vitamin D sowie von EPA und DHA bei Frauen mit Kinderwunsch samt der Quellen, aus denen die Frauen diese Mikro-Nährstoffe aufnahmen. Einbezogen waren 66 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die schwanger werden wollten. Zunächst untersuchte man die Ernährung der Frauen, weiter wurden die Werte von Vitamin D, von Folsäure sowie von EPA und DHA bestimmt. Viele Frauen erreichten dabei nicht die in den Niederlanden geltenden Empfehlungen zur Aufnahme von Folsäure (50%), Vitamin D (67%) und EPA/DHA (52%). 14 % der Frauen waren zu gering mit Folsäure versorgt, und bei 23 % wurde ein nicht ausreichender Vitamin-D-Status festgestellt.

 

In der Ernährung trug Gemüse am meisten zur Versorgung mit Folsäure bei (25%), Vitamin D wurde vor allem aus Ölen und Fetten bezogen (39%), und Fischmahlzeiten waren die Hauptquelle für die Versorgung mit EPA und DHA (69%). Folat-Ergänzungen, Vitamin D sowie EPA und DHA sowohl aus der Nahrung als auch aus Ergänzungen waren signifikant mit den Blutwerten verbunden. Nahrungsergänzungen trugen wesentlich zur Gesamtaufnahme von Folsäure und Vitamin D und zum besseren Ernährungs-Status bei. Die Forscher halten es für notwendig, den Fischverzehr und die Ergänzung von Folsäure und Vitamin D für Frauen, die schwanger werden wollen, stärker zu fördern. Das kann die Aufnahme und die Blutwerte dieser Mikro-Nährstoffe bei Frauen mit Kinderwunsch deutlich verbessern.

 

Unser Tipp: Folsäure, Vitamin D sowie EPA und DHA aus Fischölen gibt es jeweils als einzeln oder kombinierte Nahrungsergänzungen. Bei Kinderwunsch und einer Schwangerschaft kann auch geprüft werden, ob spezielle Multi-Nährstoff-Präparate für Frauen in Frage kommen.

 

Quelle:
Moniek Looman et al., Supplement Use and Dietary Sources of Folate, Vitamin D, and n-3 Fatty Acids during Preconception: The GLIMP2 Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2018, doi: 10.3390/nu10080962.


Vegetarisch und vegan auch für Kinder und Jugendliche?

 

Die Anhänger der vegetarischen oder der veganen Ernährung, bei der auch Milchprodukte und Eier gemieden werden, nehmen zu. Damit stellt sich für so manche Eltern die Frage, ob diese Ernährung auch für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gibt dazu jetzt Empfehlungen.

 

Kinder und Jugendliche haben einen besonderen Bedarf an Nährstoffen, um ihr Wachstum und die altersgemäße Entwicklung zu fördern. Ob dies auch mit alternativen Ernährungsformen in diesen Altersgruppen erreicht werden kann, dazu gibt es bisher eher wenig Studien. Aus den Ergebnissen lassen sich einige grundlegende Empfehlungen ableiten. Die Kinder- und Jugend-Mediziner halten eine ausgewogene Ernährung mit tierischen Produkten und reichlich pflanzlichen Lebensmitteln generell für empfehlenswert. Dazu gehören der mäßige Verzehr von Fleisch und Fisch sowie von Milch bzw. Milchprodukten. Auch die vegetarische Ernährung mit Eiern und Milchprodukten (ovo-lacto-vegetarische Ernährung) kann den Nährstoff-Bedarf von Kindern und Jugendlichen im Wachstum decken. Gute Kenntnisse über eine ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel sind nötig, gegebenenfalls unterstützt durch Kinderärzte oder Ernährungsfachleute.

 

Bei der vegetarischen Ernährung muss z.B. auf die gute Eisenzufuhr geachtet werden, da Eisen nur eine geringe Bioverfügbarkeit hat. Bei der veganen Ernährung, ohne Milchprodukte und Eier, wird die ausgewogene Versorgung mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen deutlich komplizierter. Man muss sich intensiv mit dem Nährstoff-Haushalt befassen, um gesundheitliche Risiken durch Defizite zu vermeiden. Besonders wichtig ist die konsequente Ergänzung von Vitamin B12, das hauptsächlich aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen wird. Kritisch sind außerdem oft die Aufnahmen von Eisen, Zink, Jod, DHA (Omega-3-Fettsäure) und Kalzium. Auch sie stammen vorwiegend aus tierischen Lebensmitteln oder werden aus pflanzlichen Quellen erheblich schlechter aufgenommen. Einige Studien zeigten, dass die Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen bei Veganern und zum Teil auch bei Vegetariern im Vergleich zur tierisch-pflanzlichen Kost geringer war.

 

Die Zahl der Vegetarier und Veganer stieg in den letzten Jahren an, insgesamt jedoch weniger, als es das öffentliche Interesse nahelegen mag. Auf rund 10 % wird der Anteil der Vegetarier heute nach Angaben des Vegetarierbunds geschätzt, auf 1 % kommen die Veganer. Weitaus größer dürfte die Zahl der Flexitarier sein, die sich nicht strikt pflanzlich ernähren. Sie verzichten z.B. zunehmend oder ganz auf Fleisch, essen aber noch Fisch (Pescatarier). Grundsätzlich gilt, das Risiko für Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen steigt, je stärker bestimmte Lebensmittel eingeschränkt oder vollends gemieden werden. Bei größeren Einschränkungen in der Ernährung sollten nötige Mikro-Nährstoffe ergänzt werden. Eine Blutuntersuchung, mit der die Versorgung von wichtigen Nährstoffen beurteilt wird, kann helfen, vorhandene Defizite zu erkennen und zu ergänzen.

 

Unser Tipp: Die Ergänzung von Mikro-Nährstoffen bei Kindern und Jugendlichen sollte am besten nach individueller Analyse der Ernährungssituation durch die Empfehlung von Therapeuten und/oder Ernährungsfachleuten erfolgen.

 

Quelle:
S. Rudloff et al., Vegetarische Kostformen im Kindes- und Jugendalter. Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ). In: Monatsschrift Kinderheilkunde, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2018, doi: 10.1007s00112-018-0547-6.


Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte?

 

Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte? US-Experten stellten dazu jetzt einen neuen Leitfaden vor.

 

Empfehlungen für die Ernährung haben immer Konjunktur, gleich ob es um den Verlust von zu vielen Pfunden oder um die Vorbeugung von Krankheiten geht, und sie passen sich aktuellen Trends ständig an. Viele Empfehlungen halten jedoch einem „Praxis-Check“ oftmals nicht stand. Wunder sind auch in der Ernährung kaum und schon gar nicht schnell zu erreichen, das gilt vor allem für extreme Ernährungsweisen. Gesichert ist, dass eine vollwertige Ernährung mit wenig Fertigprodukten, reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten, dazu in Maßen Nüsse (wegen des Fettgehalts in geringen Mengen), zur Gesundheit beitragen kann. Für die Prävention und den begleitenden Umgang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten haben Kardiologen aus den USA jetzt einen neuen Leitfaden vorgestellt. Er gibt weitgehend geprüfte und gesicherte Empfehlungen zur Ernährung. Hier ein kurzer Überblick:

 

Milchprodukte, fettreduzierte Milchprodukte sind eine wichtige Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und hochwertige Proteine. Der Verzehr von fettreichen Milchprodukten sollte dagegen eingeschränkt werden, sie enthalten reichlich gesättigte Fettsäuren und Salz.

 

Zucker erhöht bei übermäßigem Konsum die Entstehung von Atherosklerose, Gewichtsanstieg sowie das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Frauen sollten täglich nicht mehr als 100 Kalorien an zugefügtem Zucker aufnehmen, Männer nicht mehr als 150 Kalorien. Auf Softdrinks sollte möglichst verzichtet werden.

 

Energy Drinks, enthalten oft zu viel Zucker und Koffein, auf ihren Konsum sollte man besser verzichten. Sie können den Blutdruck erhöhen, begünstigen die Zusammenballung von Blutplättchen und können zu Rhythmusstörungen beitragen.

 

Kaffee und Tee, enthalten Polyphenole, die den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität positiv beeinflussen können. Kaffee wirkt bei moderatem Konsum positiv auf das Herz-Kreislauf-System, er ist auch für Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten in Maßen unbedenklich. Schwarzer Tee verbessert vermutlich die Gefäßfunktionen, Grüntee wirkt positiv auf das Lipidprofil (LDL/HDL-Verhältnis), das gilt vor allem für passionierte Teetrinker. Auf den Zusatz von Zucker, Süßstoffen oder fettreiche Milch/Sahne sollte man bei Kaffee und Tee möglichst verzichten.

 

Alkohol, kann schützend, aber auch schädigend wirken. Das ist eine Frage des Maßes und anderer Einflussfaktoren. z.B. Alter, Geschlecht etc. Mäßiger Konsum kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern. Als durchschnittliches Maß gelten 1 bis 2 Drinks täglich für Männer, 1 Drink für Frauen. Ein regelmäßiger und erhöhter Konsum kann zahlreiche Risikofaktoren verstärken, z.B. Blutdruck, Triglyzeride, Entzündungen, Vorhofflimmern, Kardiomyopathie und Schlaganfälle.

 

Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen Kichererbsen etc. tragen dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Sie verbessern Glukosewerte und das „schlechte“ LDL-Cholesterin, den Blutdruck und tragen zu einem geringeren Körpergewicht bei. Sie sind eine gute Quelle für Proteine und Ballaststoffe.

 

Pilze werden häufiger empfohlen. Sie wirken vermutlich entzündungshemmend und antioxidativ, senken den Blutdruck und Blutzucker, das Gesamt-Cholesterin und Triglyzeride. Sie enthalten außerdem reichlich Vitamin D.

 

Omega-3-Fettsäuren senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und verbessern die Lipidprofile. Das gilt vor allem für EPA und DHA aus Fischölen, aber z.B. auch für die Alpha-Linolensäure aus Walnüssen und Pflanzenölen (Soja-, Raps- und Leinöl).

 

Vitamin B12 sollte ergänzt werden, wenn zu wenig davon aufgenommen wird. B12 fehlt häufiger bei älteren Menschen, Veganern, Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten sowie bei der Einnahme mancher Medikamente (Metformin, Säureblocker). Auf die geeignete Dosierung sollte geachtet werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Herz- und Kreislauf-Funktionen tragen eine Reihe weiterer Mikro-Nährstoffe, Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe, bei. Es gibt spezielle Formeln zur Stärkung der Herzgesundheit.

 

Quelle:
Andrew M. Freeman et al., A Clinician´s Guide for Trending Cardiovascular Nutrition Controversies Part II. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 23.7.2018, doi: 10.1016/j.jacc.2018.05.030.


Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion.

 

Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion. Nun zeigte sich in einer Studie, dass beim Verzehr von bis zu einem Ei täglich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten geringer ist.

 

Eier gehören zu den sehr beliebten Speisen, vom Frühstücksei angefangen über das Spiegel- und Rührei bis zur Zutat in Salaten etc. Eier liefern hochwertiges Eiweiß und weitere wichtige Nährstoffe, z.B. die Vitamine A, D und E sowie die B-Vitamine B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure, hinzu kommen bioaktive Phospholipide und Carotinoide. Dennoch galten Eier lange Zeit als nur in Maßen gesund, weil sie relativ viel Cholesterin enthalten, dessen zu hoher Gehalt im Blut das Herz belasten kann. Bisher waren Studienergebnisse zum Verzehr von Eiern und ihrem Einfluss auf die Gesundheit nicht einheitlich. Es fanden sich dabei Hinweise auf eine Beziehung zwischen dem Verzehr von Eiern und den Vorkommen von Herzkrankheiten oder Schlaganfällen. Eine Gruppe von chinesischen und englischen Forschern untersuchte nun anhand einer großen Bevölkerungsstudie diese Beziehungen. Sie nutzten Daten aus der China Kadoorie Biobank-Studie, an der seit 2004-2008 rund eine halbe Million Chinesen im Alter von 30 bis zu 79 Jahren aus 10 verschiedenen Regionen mit dichter oder geringer Besiedelung teilnahmen.

 

Zu Beginn der Studie berichteten die Teilnehmer über ihren üblichen Ei-Verzehr. 13,1 % aßen täglich Eier, 9,1 % verzehrte sie nie oder mit rund zwei Eiern pro Woche eher selten. Die Mehrheit kam im Durchschnitt auf 5,32 Eier pro Woche. Die Teilnehmer wurden dann in Bezug auf ihre Gesundheit weiter beobachtet. Die Forscher konnten schließlich Daten von rund 416.000 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen, die zu Beginn der Studie nicht an kardiovaskulären Krankheiten, Diabetes oder Krebs gelitten hatten. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp neun Jahren traten in dieser großen Gruppe 83.977 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten auf, und es kam dadurch zu 5.103 schweren koronaren Ereignissen und zu knapp 10.000 Todesfällen.

 

Die Forscher setzten die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten zum Eiverzehr in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass im Vergleich zu Personen, die keine Eier aßen, der tägliche Verzehr mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden war. Teilnehmer, die fast täglich ein Ei aßen, hatten ein um 26 % niedrigeres Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle (bedingt durch Gefäßruptur), die in China häufiger vorkommen. Weiter sanken die Raten für Todesfälle aufgrund von Schlaganfällen und kardiovaskulären Krankheiten. Das Risiko für ischämische Herzkrankheiten (bedingt durch Durchblutungsstörungen) sank um 12 % bei Teilnehmern, die nahezu täglich ein Ei aßen (5,32 pro Woche).

 

Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass es zwischen einem moderaten Eiverzehr (bis zu ein Ei täglich), und einer geringeren Rate von kardiovaskulären Krankheiten eine Verbindung gibt. Da aber eine Bevölkerungsstudie keine Erklärungen für solche Beziehungen geben kann, lassen sich daraus noch keine Ursachen für diese Verbindung ableiten. Dies muss in weiteren Studien erforscht werden.

 

Quelle:
Chenxi Qin et al., Associations of egg consumption with cardiovascular disease in a cohort study of 0.5 million Chinese adults. In: Heart, Online-Veröffentlichung vom 21.5.2018, doi: 10.1136/heartjnl-2017-312651.


Mikrobiom im Darm spielt wichtige Rolle bei Atherosklerose

 

Die Atherosklerose ist eine der wichtigsten Ursachen für Herz- und Schlaganfälle. Forscher entdeckten jetzt eine neue Beziehung zu den Darmbakterien. Sie können offenbar die Entstehung von Plaques in den Arterien beeinflussen.

 

Eine Gruppe kanadischer Forscher untersuchte in einer Studie den möglichen Einfluss von Darmbakterien auf die Entstehung von Atherosklerose (Arterienverhärtung). Bei dieser Krankheit werden Cholesterin und andere Fette etc. in die Blutgefäße der Arterienwände eingelagert. Diese Plaques können in den verhärteten Arterien zur verringerten Versorgung mit Sauerstoff führen, weitere Folgen sind Gefühle von Brustenge und Blutgerinnsel, auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können entstehen.

Die Forscher bestimmten bei 316 Teilnehmern die Plaque-Bildung in den Arterien, dazu die Blutwerte von metabolischen Produkten der Darmbakterien (Metabolite). Eine Gruppe der Teilnehmer hatte dabei ein Maß an Ablagerungen, wie man es von den traditionellen Risikofaktoren her vermuten konnte. Dazu gehören z.B. das Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Rauchen, hoher Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte. Eine weitere Gruppe der Teilnehmer schien vor der Entstehung von Atherosklerose besser geschützt zu sein. Sie hatten zwar ebenfalls hohe Werte bei den traditionellen Risikofaktoren, doch ihre Arterien waren in einem normalen Zustand.

 

Bei einer dritten Gruppe war die Atherosklerose nicht erklärbar. Bei diesen Teilnehmern fehlten die traditionellen Risikofaktoren, sie hatten dennoch hohe Plaque-Werte in den Arterien. Es zeigte sich, dass Patienten mit einer nicht erklärbaren Atherosklerose signifikant höhere Werte an toxischen Metaboliten im Blut hatten, die von Darmbakterien gebildet wurden. Dies konnten die Forscher nicht durch die Ernährung oder Nierenfunktionen erklären, sondern weist auf eine unterschiedliche Entwicklung bei den Darmbakterien hin. In der Forschung setzt sich zunehmend im Bereich des Mikrobioms die Annahme durch, dass die Funktion der Darmbakterien wichtiger ist als ihre Taxonomie (Klassifikationsschema). Mit anderen Worten, die bakterielle Gemeinschaft im Darm wird weniger davon bestimmt, wer im einzelnen dabei ist, sondern mehr davon, was die jeweiligen Bakterien tun und welche Produkte sie herstellen.

 

Diese Studie zeigt, dass das Darm-Mikrobiom eine wichtige Rolle beim individuellen Risiko für die Entstehung der Atherosklerose spielt. Das kann die Tür für neue Therapie-Optionen für jene Patienten öffnen, deren Atherosklerose bzw. Plaque-Bildung in den Arterien bisher nicht erklärbar waren. Die Ergebnisse legen nach Ansicht der Forscher nahe, Probiotika zu nutzen, um belastende Stoffe im Darm zu bekämpfen und das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten zu verringern. Die so veränderte Besiedelung des Darms mit erwünschten Darmbakterien könnte eine neue Annäherung an die Therapie der Atherosklerose sein.

 

Unser Tipp: Noch ist nicht ermittelt, welche Darmbakterien sich am besten bei der Prävention der Atherosklerose bewähren könnten. in vielen anderen Studien erwies sich jedoch besonders die Gabe von Laktobazillen und Bifidobakterien als nützlich, um die Darmgesundheit zu verbessern.

 

Quelle:
Chrysi Bogiatzi et al., Metabolic products of the intestinal microbiome and extremes of atherosclerosis. In: Atherosklerosis, Online-Veröffentlichung vom 16.4.2018, doi: 10.1016/j-atherosclerosis.2018.04.015.


Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Die mediterrane Ernährung verwendet Olivenöl als Hauptquelle für Fett, sie ist reich an pflanzlichen Lebensmitteln, Obst, Nüssen, Gemüse, Hülsenfrüchte, Cerealien und Samen. Hinzu kommt der häufige Verzehr von Fisch, ein mäßiger Wein-Genuss zusammen mit den Mahlzeiten, und ein geringer Verzehr von Fleisch, vor allem Hühnerfleisch. Die beste Nachricht, diese Ernährung ist gesund und schmeckt. Spanische Forscher berichten jetzt über die wichtigsten Ergebnisse der langjährigen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra), in der die gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung untersucht werden. Daran nehmen seit 1998 knapp 23.000 spanische Hochschul-Absolventen teil. Bei allen wurden zu Beginn Daten zur Ernährung, zum Lebensstil und klinische Diagnosen gesammelt und alle zwei Jahre aktualisiert. Die Anpassung an die mediterrane Ernährung lässt sich mit dem MDS (Mediterrannean Diet Score) messen. Im Lauf der rund zwei Jahrzehnte Beobachtungszeit zeigten sich gute gesundheitliche Wirkungen bei einer hohen Anpassung an die mediterrane Kost. Dadurch sanken die Risiken für chronische Krankheiten.

 

Die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Typ 2 Diabetes waren geringer, das galt auch für Depressionen und kognitive Probleme. Weiter waren die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Übergewichts und des metabolischen Syndroms verringert, und die Herzrate verbesserte sich. Es zeichnete sich außerdem ab, dass die mediterrane Ernährung auch die Fruchtbarkeit fördern kann. Nicht zuletzt verbesserten sich chronische Entzündungen, das „gute“ HDL-Cholesterin und die Darmflora. Bei vielen dieser Beziehungen fanden die Forscher eine von der „Dosis“ abhängige Wirkung, d.h. je konsequenter die mediterrane Ernährung eingehalten wurde, um so stärker waren die gesundheitlichen Vorteile. Die Teilnehmer mit der höchsten Anpassung an die mediterrane Kost stammten im übrigen öfter aus Gesundheitsberufen, waren körperlich aktiver und rauchten weniger.

 

Die guten gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung werden vor allem auf die erhöhte Aufnahme von antioxidativ und antientzündlich wirkenden Mikro-Nährstoffen, vor allem aus pflanzlichen Lebensmitteln, zurückgeführt, und generell verbessert sich das Nährstoff-Profil. Im einzelnen trägt die erhöhte Verwendung von Olivenöl mit seinen antiatherogenen Wirkungen und dem mindernden Einfluss auf den oxidativen Stress zur Wirkung bei. Gleiches gilt für antioxidative Polyphenole, z.B. aus dem Rotwein, die zum Schutz vor kardiovaskulären Krankheiten beitragen können. Weiter tragen eine bessere Glukose-Homöostase, ein geringerer Blutdruck, weniger abdominales Fett und höheres HDL-Cholesterin zur Gesundheit bei. Es scheint biologisch gut nachvollziehbar, dass die antientzündlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung schädliche Wirkungen von niedriggradigen Entzündungen, die häufig mit Übergewicht verbunden sind, ausgleichen können. Auch die erhöhte Aufnahme der gesunden Omega-3-Fettsäuren durch Fischmahlzeiten könnte z.B. zur geringeren Herzrate beitragen, ebenso wie weniger Alkohol, mehr Obst und Gemüse. Da diese Kost auch mehr B-Vitamine, Folat, Vitamin E, Magnesium und Zink liefert, erhöht sich vermutlich der Schutz vor Depressionen. Das bessere Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren wirkt positiv auf das Gehirn, ein zusätzlicher Schutz entsteht durch mehr antioxidative Mikro-Nährstoffe.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die lange Auswertungszeit der SUN-Studie von nun rund 20 Jahren deutlich zeigt, dass eine bessere Anpassung der mediterranen Ernährung die Gesundheit stärkt und chronischen Krankheiten vorbeugt. Die positiven gesundheitlichen Wirkungen sind bei Männern stärker aufgetreten, und sie können sich durch einen körperlich sehr aktiven Lebensstil noch verstärken. Hohe Aufnahmen von Obst und Gemüse und weniger Fleisch waren unabhängig mit dem geringeren Risiko verbunden und haben einen wichtigen Anteil an den beobachteten Verbindungen. Gute Wirkungen zeigten sich z.B. auf die kardiovaskuläre Gesundheit, den Bluthochdruck und die Herzrate sowie auf Diabetes. Es zeigten sich auch seltener Gewichtszunahmen, und die Teilnehmer hatten bei guter Anpassung an die mediterrane Ernährung seltener ein metabolisches Syndrom.

 

Quelle:
Silvia Carlos et al., Mediterranean Diet and Health Outcomes in the SUN Cohort. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 31.3.2018, doi: 10.3390/nu10040439.


Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten kann den Eintritt der Menopause verzögern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten kann den Eintritt der Menopause verzögern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die Menopause ist mit dem Ende der Fruchtbarkeit eine wichtige Phase im Leben von Frauen, dadurch verringert sich das Hormon Östrogen, und es steigen die Progesteron-Werte an. Das kann die Entstehung von geringer Knochendichte, Osteoporose, Depressionen und Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Wann die Menopause eintritt, das wird von vielen Faktoren beeinflusst, dabei spielt vermutlich auch die Ernährung eine Rolle. In einer Studie prüften Forscher der englischen University of Leeds, wie sich die Ernährung auf den Beginn der Menopause auswirkt. Einbezogen wurden 14.000 Frauen aus der englischen Women´s Cohort Study. Sie hatten an einer Basis-Untersuchung sowie vier Jahre später an einer Folge-Untersuchung teilgenommen. In einer Befragung gaben sie Auskunft über ihre Ernährung. Weiter wurde ihr Gewicht und die körperliche Aktivität bestimmt und ob sie z.B. Hormonersatz-Präparate eingenommen hatten.

 

Aufgezeichnet wurde weiter das Alter bei der letzten Periode und andere Gesundheits-Daten. 914 Frauen erreichten ihre Menopause im Lauf der Studienzeit, durchschnittlich im Alter von etwas über 50 Jahren. Bei einigen Lebensmitteln und Mikro-Nährstoffen zeigten sich Beziehungen, die mit einem früheren oder späteren Eintritt der Menopause verbunden waren.

 

Der häufigere Verzehr von raffinierter Pasta und Reis war mit einer früher eintretenden Menopause verbunden, pro Portion mehr täglich fand der Beginn der Menopause 1,5 Jahre früher statt. Ein hoher Verzehr von raffinierten Kohlenhydraten (Lebensmittel mit hohem glykämischen Index) steigert dazu das Risiko einer Insulinresistenz. Diese kann u.a. Östrogen erhöhen, wodurch luteinisierende Hormone freigesetzt werden, die den Eisprung auslösen. Das kann zu mehr Zyklen mit einem rascheren Abbau der Eizellen führen und die frühere Menopause auslösen.

 

Frauen, die sich vegetarisch ernährten, erreichten die Menopause ebenfalls in einem früheren Alter. Die pflanzliche Ernährung, die meist einen hohen Anteil an Ballaststoffen hat und keine tierischen Fette enthält, kann den Spiegel des luteinisierenden Hormons, des follikelstimulierenden Hormons und die Länge des Menstruationszyklus beeinflussen. Frühere Studien zeigten, dass sowohl hohe Ballaststoff- als auch verminderte Fettaufnahmen mit einem niedrigeren Östrogenspiegel verbunden waren, was das frühere Alter der Menopause bei Vegetarierinnen erklären kann.

 

Jede Portion Hülsenfrüchte mehr pro Tag verzögerte dagegen die Menopause um 0,9 Jahre. Hülsenfrüchte sind eine gute Quelle für Antioxidantien, was die Verbindung teilweise erklären kann. Wie einige Studien zuvor zeigten, werden z.B. die Reifung der Eizelle, der Eisprung und die Follikel-Rückbildung durch reaktive Sauerstoffspezies (freie Radikale) beeinflusst. Phenolische Verbindungen (z.B. Flavonoide etc.), Vitamine und Carotinoide in Gemüse wirken dem entgegen und können damit den Anteil der Follikel, die sich einer Rückbildung unterziehen, verringern. Auch bei einer hohen Zufuhr von Vitamin B6 und Zink zeigte sich ein späteres Alter in der Menopause, vermutlich, weil beide ebenfalls antioxidative Eigenschaften haben. Die tägliche, höhere Aufnahme von Vitamin B6 (pro Milligramm) verzögerte die Menopause um 0,6 Jahre und von Zink (pro Milligramm) um 0,3 Jahre. Die Forscher verweisen weiter auf eine frühere Studie, in der sich die Beziehung zwischen der Nutzung von Vitamin- und Mineralstoff-Präparaten und einer später eintretenden Menopause zeigte.

 

Die besten Ergebnisse erreichten die Frauen mit häufigeren Fischmahlzeiten. Jede weitere Portion pro Tag von fettreichen Fischen verzögerte die Menopause um ca. drei Jahre. Fettreiche Fische, z.B. Hering, Makrele und Lachs, liefern reichlich Omega-3-Fettsäuren, das kann die antioxidative Kapazität verbessern. Auch hier könnten die antioxidativen Eigenschaften der Fischöle dazu beitragen, übermäßig vorhandene freie Radikale zu verringern. Dadurch kann sich der Anteil der Follikel, die sich einer Rückbildung unterziehen, verringern und der Beginn der natürlichen Menopause verzögert werden.

 

Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass die Ernährung mit dem Eintritt der natürlichen Menopause von Frauen verbunden ist. Bei einer höheren Aufnahme von raffinierten Teigwaren und Reis sowie bei vegetarischer Ernährung war die Menopause mit einem jüngeren Alter verbunden. Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten wurde dagegen mit einem späteren Beginn der Menopause verbunden. Außerdem könnten die Mikro-Nährstoffe Vitamin B6 und Zink bei guter Versorgung den Eintritt der Menopause verzögern.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren auch als Nahrungsergänzung einnehmen. Auf eine gute Qualität (Reinheit, Stabilität etc.) sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle:
Yashvee Dunneram et al., Dietary intake and age at natural menopause: results from the UK Women’s Cohort Study. In: Journal of Epidemiology & Community Health, Online-Veröffentlichung vom 30.4.2018, doi: 10.1136/jech-2017-209887.


Kinder, bei denen die Diagnose der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) neu gestellt wurde, waren häufiger mit den Vitaminen A und D schlechter versorgt.

 

Kinder, bei denen die Diagnose der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) neu gestellt wurde, waren häufiger mit den Vitaminen A und D schlechter versorgt.

 

Die Zöliakie ist charakterisiert durch die Intoleranz von Gluten, das „Kleber-Eiweiß“ in Weizen und anderen Getreidesorten. Die Schleimhaut des Dünndarms reagiert dann auf das Getreide-Eiweiß mit Unverträglichkeit. Es kommt u.a. zu einer Immunreaktion des Darms mit chronischen Entzündungen. Die Krankheit tritt familiär gehäuft auf, die Ursache ist bisher nicht geklärt, aber genetische Faktoren spielen eine Rolle. Die Zöliakie beginnt oft schon im Säuglingsalter, kann aber auch später, bis ins Erwachsenenalter hinein, auftreten. Bekannt ist, dass bei der Zöliakie die Resorption von Nährstoffen und von Mikro-Nährstoffen im oberen Dünndarm gestört ist. Das kann zur unzureichenden Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen führen. Betroffen sind vor allem die fettlöslichen Vitamine A und D. Eine Gruppe türkischer Forscher untersuchte daher in einer Studie ein Jahr lang (Mai 2015 - Mai 2016) die Versorgung mit den Vitaminen A und D bei an Zöliakie erkrankten und gesunden Kindern.

 

102 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis dreizehn Jahren nahmen an der Studie teil, 52 Kinder waren an Zöliakie erkrankt, die anderen 50 dienten als gesunde Kontrollpersonen. Zu den häufigsten Symptomen der Zöliakie-Kinder gehörten ein verzögertes Wachstum (61,5 %), Bauchschmerzen (51,9 %) und Diarrhoe (11,5 %). Außerdem waren ihre Werte der Vitamine A und D signifikant geringer im Vergleich zu den gesunden Kindern. 49 Kinder (92,3 %) mit Zöliakie fehlte Vitamin D, davon hatten 32 stärkere Defizite. Die Versorgung mit Vitamin A war etwas besser, aber immerhin waren 17 Kinder mit Zöliakie nicht ausreichend mit diesem Vitamin versorgt. Bei den gesunden Kindern war die Versorgung deutlich besser. Nur neun Kinder hatten niedrige Vitamin D-Werte, und nur zwei deutliche Vitamin D-Defizite. Mit Vitamin A waren sie ausreichend versorgt. Die weiter untersuchten Werte von Vitamin E und K1 unterschieden sich in beiden Gruppen nicht.

 

Da diese Studie relativ klein ist, sollten die Beziehungen zwischen der Zöliakie und geringen Vitamin A- und D-Werten weiter untersucht werden. Die Forscher sind nach diesen Ergebnissen aber bereits jetzt der Ansicht, dass bei Kindern, die neu die Diagnose Zöliakie erhalten, auch die Werte der Vitamine A und D bestimmt werden sollten.

 

Unser Tipp: Bei einer schlechten Versorgung können die Werte von Vitamin A und D durch Ergänzungen verbessert werden. Vor allem bei Kindern sollte dies jedoch nur nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.

 

Quelle:
Yakuv Tokgöz et al., Fat soluble vitamin levels in children with newly diagnosed celiac disease, a case control study. In: BMC Pediatrics, Online-Veröffentlichung vom 9.4.2018, doi: 10.1186/s12887-018-1107-x.


Im Alter sinkt der Energiebedarf, das gilt jedoch nicht für den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der weitgehend gleich bleibt.

 

Im Alter sinkt der Energiebedarf, das gilt jedoch nicht für den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der weitgehend gleich bleibt. Auch auf eine gute Protein-Zufuhr sollte im Alter geachtet werden.

 

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel. Dazu gehören ein verringerter Grundumsatz und Kalorienbedarf, außerdem verspüren ältere Menschen oft weniger Appetit. Hält man sich an die früher gewohnten Energie-Zufuhren steigt das Körpergewicht an, dazu trägt u.a. auch bei, dass körperliche Aktivitäten oft geringer werden. Stellt man sich dagegen auf die für das Alter vorgegebenen, geringeren Kalorienzahlen ein, wird der Körper möglicherweise nicht mehr genügend mit allen notwendigen Mikro-Nährstoffen versorgt. Der Bedarf an Vitaminen sowie an Mineral- und Spurenstoffen bleibt nämlich weitgehend hoch, doch er ist dann über die Nahrung allein meist nicht zu decken. Durch dieses auseinander driftende Verhältnis entsteht möglicherweise eine Mangel- und Fehlernährung. Im Vorfeld des 124. Kongresses der „Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.“ (DGIM) informierten die Internisten, wie die Ernährung auch im höheren Alter optimal sein kann.

 

Auch im Alter trägt eine gute Versorgung mit Mikro-Nährstoffen dazu bei, unzählige Körperfunktionen zu unterstützen und das Risiko für Krankheiten zu verringern.

 

Besonders deutlich wird das an Vitamin D und dem Mineralstoff Kalzium, die beide für ein gesundes Knochensystem sehr wichtig sind. Vitamin D kann der Körper über die Einwirkung des Sonnenlichts (UV.B-Anteil) auf die Haut weitgehend selbst bilden. Doch mit zunehmendem Alter sinkt die Fähigkeit zur Eigenproduktion. Dafür ist zum einen die gealterte Haut verantwortlich, die weniger Vitamin D bilden kann, zum anderen verbringen ältere Menschen oft weniger Zeit im Freien, das gilt besonders bei Krankheiten und Pflegebedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) empfiehlt daher Menschen im höheren Lebensalter, Vitamin D zu ergänzen.

 

Ab dem 70. Lebensjahr sollten ältere Menschen darauf achten, dass ihr Körpergewicht möglichst stabil bleibt. Starke Gewichtsabnahmen betreffen überwiegend das Muskelgewebe, dabei steigt das Risiko für die Sarkopenie (degenerativer Abbau der Skelett-Muskulatur), wodurch die Neigung zu Stürzen und Knochenbrüchen steigt. Verlorene Muskelmasse lässt sich Alter nur schwer über körperliches Training neu aufbauen. Doch dem Muskelabbau lässt sich vorbeugen, Bewegung und eine gute Versorgung mit Proteinen helfen dabei. Pro Kilogramm Körpergewicht sollten ältere Menschen täglich ca. 1 bis 1,2 Gramm Proteine aufnehmen. bei z.B. 70 kg Körpergewicht sind das 70 bis 84 Gramm. Ist die Muskelmasse bereits stärker abgebaut, werden täglich 1,4 Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Zur Aufnahme tragen hochwertige Milchprodukte, z.B. Hartkäse, und pflanzliche Proteine bei.

 

Die Muskel-Fitness kann im Alter auch durch entzündliche Prozesse und oxidativen Stress beeinträchtigt werden. Eine gute Zufuhr an Antioxidantien trägt dazu bei, dies zu verringern. Mit dem Verzehr von reichlich Obst und Gemüse nimmt man reichlich antioxidative Mikro-Nährstoffe auf. Auch die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken stark antioxidativ. Die Internisten ziehen das Fazit: In jedem Alter ist eine hochwertige, den persönlichen Bedürfnissen angepasste Ernährung die wichtigste Gesundheitsvorsorge, möglichst kombiniert mit körperlicher Bewegung. Das ist die beste Medizin gegen das Altern.

 

Unser Tipp: Viele Nahrungsergänzungen sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet. Sie können individuell je nach Bedarf angewendet werden.

 

Quelle:
DGIM (Pressemitteilung), Richtige Ernährung im Alter − so wichtig wie Medizin. Im Vorfeld ihres Jahreskongresses warnen die Internisten vor Mangel und Fehlernährung im Alter, Online-Veröffentlichung vom April 2018.


Das Verhältnis von EPA und DHA im Blut lässt sich mit dem Omega-3-Index messen.

 

Das Verhältnis von EPA und DHA im Blut lässt sich mit dem Omega-3-Index messen. Neue Ergebnisse der Framingham-Herzstudie zeigen, dass dieser Index deutlicher mit dem Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden ist als das Gesamt-Cholesterin.

 

An der Framingham Offspring-Studie nahmen in den USA 2.500 Personen mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren teil. Sie litten zu Beginn (2005-2008) nicht an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Forscher untersuchten bei allen Teilnehmern Risikofaktoren aus demografischen Daten und kardiovaskulären Untersuchungen. Das betraf u.a. Messungen der roten Blutzellen, die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), aus Fischölen sowie die Werte vom Gesamt-Cholesterin. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt dann sieben Jahre lang in Bezug auf ihre Gesundheit hin beobachtet. Die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten, koronaren Herzkrankheiten, Krebs etc. wurden ebenso wie Sterbefälle etc. aufgezeichnet. Im Lauf der Studie kam es bei den Teilnehmern zu 245 kardiovaskulären Krankheiten. Weiter ereigneten sich 350 Todesfälle, 58 aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die anderen durch Krebs und andere Ursachen. Die Ergebnisse setzten die Forscher zum Omega-3-Index und Gesamt-Cholesterin in Beziehung. In der Gruppe mit dem höchsten Omega-3-Index (> 6,8%) sank das allgemeine Sterblichkeitsrisiko um 34 %, das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verringerte sich um 39% im Vergleich zur Gruppe mit einem niedrigeren Omega-3-Index (< 4,2%). Die Beziehung zur DHA fiel dabei noch etwas stärker aus.

 

Mit dem Omega-3-Index wird der gesamte Gehalt von EPA und DHA in den roten Blutzellen bestimmt. Ein Wert von 8% gilt als optimal und verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Werte von 4 bis 8% zeigen ein mittleres Risiko an, unter 4% ist das Risiko für diese Krankheiten hoch. Die Studie zeigte, dass der Omega-3-Index bessere Aussagen in Bezug auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten ermöglicht als die Werte vom Gesamt-Cholesterin. Sie gelten allgemein als ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Hier zeigte sich, dass der Omega-3-Index sehr viel deutlicher mit diesem Risiko verbunden war. Die Forscher untersuchten weiter, wie sich der Omega-3-Index anheben lässt. Der Verzehr von 100 g (Zucht-)Lachs täglich oder die Ergänzung von Fischöl-Kapseln (mit 1.300 mg EPA und DHA pro Tag) könnten ausreichen, um von einem geringen Omega-3-Index auf einen guten Wert zu kommen. Fischmahlzeiten sollten bevorzugt werden, da sie auch andere Nährstoffe liefern. Wenn jedoch Fisch nicht oder nur wenig gegessen wird, können Omega-3-Fischöl-Kapseln die Zufuhr von EPA und DHA verbessern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Omega-3-Index ein Marker für die allgemeine Gesundheit sein kann. Bei den besten Werten im Omega-3-Index war das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten im Vergleich zu niedrigen Werten um 39 % verringert. Die Forscher sind der Ansicht, dass der Omega-3-Index bei vielen Gruppen in der Bevölkerung nützlich sein kann, um gesundheitliche Risiken zu erkennen, ähnlich wie es längst bei Cholesterin-Messungen der Fall ist.

 

Unser Tipp: Omega-3-Kapseln können bei einem geringen oder fehlenden Fischverzehr sowie bei gesundheitlichem Bedarf EPA und DHA in verschiedenen Dosierungen ergänzen. Auf eine gute Qualität in der Herstellung (Reinigung, Stabilität etc.) sollte geachtet werden.

 

Quelle:
William S. Harris et al., Erythrocyte long-chain omega-3 fatty acid levels are inversely associated with mortality and with incident cardiovascular disease: The Framingham Heart Study. In: Journal of Clinical Lipidology, Online-Veröffentlichung vom 24.2.2018, doi: 10.1016/j.jacl.2018.02.010.


Die Gesundheit im Alter wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die am besten lebenslange, gesunde Ernährung.

 

Die Gesundheit im Alter wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die am besten lebenslange, gesunde Ernährung. Eine französische Studie zeigt, dass ein geringes Entzündungs-Potential der Ernährung im mittleren Alter die Chancen für eine bessere Gesundheit im Alter erhöht.

 

Mit zunehmendem Altern stellen sich oft funktionelle Beeinträchtigungen und chronische Krankheiten ein. Doch längst nicht jeder ist davon in den gleichen Altersgruppen betroffen. Dazu tragen z.B. unterschiedliche genetische und Umgebungs-Faktoren bei, zu denen auch die Ernährung gehört. Sie beeinflusst z.B. entzündliche Prozesse (systemische Entzündungen geringen Grades) im Körper, die meist unbemerkt verlaufen. Sie treten im höheren Alter häufiger auf und sind mit der Entstehung von verschiedenen Krankheiten, z.B. Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes verbunden. In der Ernährung gibt es sowohl proentzündliche als auch antientzündliche Faktoren. Entzündungen sind eine Reaktion auf oxidativen Stress, bei dem verstärkt Antioxidantien nötig sind. So wirken z.B. eine Reihe von Mikro-Nährstoffen in Lebensmitteln gleichzeitig antioxidativ und antientzündlich und tragen bei guter Versorgung dazu bei, Entzündungen zu verringern.

Doch bisher gab es keine Studien, in denen die Verbindung zwischen dem entzündlichen Potential der Ernährung und dem gesunden Altern näher untersucht wurde. Französische Forscher analysierten nun Daten von rund 2.800 Teilnehmer an der SU.VI.MAX-Studie, einer französischen Bevölkerungsstudie über die Ergänzung von antioxidativen Vitaminen und Mineralstoffen. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie 1994-1995 35 bis 60 Jahre alt. Sie waren gesund und litten nicht unter Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten.

 

Im Lauf der Studienzeit bis 2002 erhielt eine Gruppe der Teilnehmer eine tägliche Dosis von antioxidativ wirkenden Nahrungsergänzungen. Sie enthielten 120 mg Vitamin C, 6 mg Beta-Carotin, 30 mg Vitamin E, 100 mcg Selen und 20 mg Zink. Die andere Gruppe erhielt zum Vergleich ein Placebo. Jahre später, 2007 bis 2009, untersuchten die Forscher abermals den Gesundheitszustand von rund 2.800 Teilnehmern. Als gute Gesundheit wurde gewertet, wenn sie keine chronischen Krankheiten, gute körperliche und kognitive Funktionen hatten, bei ihren täglichen Aktivitäten unabhängig waren, keine depressiven Symptome zeigten, sich selbst gesund fühlten und keine Schmerzen hatten, die ihre Funktionen eingrenzten.

 

Die Forscher prüften bei den Teilnehmern mit Hilfe von wiederholten Ernährungs-Protokollen das Potential der Ernährung in Bezug auf Entzündungen und verbanden dies mit dem Gesundheitszustand der Teilnehmer. Generell wurden die Energieaufnahme, Kohlenhydrate, Proteine, Gesamtfett, Cholesterin, gesättigte Fettsäuren, Vitamin B12 und Eisen als mögliche proentzündliche Faktoren gewertet. Dagegen wurden die Aufnahmen von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6), die Vitamine B3, B1, B2, B6, Magnesium, sowie die Vitamine A, C, D, E, Folsäure und Beta-Carotin sowie verschiedene Arten der sekundären Pflanzenstoffe (Anthocyanidine, Flavan-3-ol, Flavonole, Flavonone, Flavone, Isoflavone, Knoblauch, Ingwer, Pfeffer, Zwiebeln und Tee) als antientzündliche Faktoren gewertet.

 

Nach Anpassung der Daten an weitere Einflussfaktoren war ein höheres Entzündungs-Potential der Ernährung mit einem sinkenden Risiko für eine gute Gesundheit verbunden. Weitere Analysen zeigten, dass diese Verbindung nur bei Teilnehmern aus der früheren Placebo-Gruppe (bis 2002) signifikant war. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine proentzündliche Ernährung die Perspektiven für eine allgemein gute Gesundheit mit dem zunehmendem Alter verringert. Umgekehrt trägt eine gutes antientzündliches Potential der Ernährung in den mittleren Jahren auch im Alter zu einer besseren Gesundheit bei.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc. haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen. Sie tragen bei guter Versorgung zum antientzündlichen Potential der Ernährung bei.

 

Quelle: 
Karen E. Assmann et al., The Inflammatory Potential of the Diet at Midlife Is Associated with Later Healthy Aging in French Adults. In: The Journal of Nutrition Vol. 148, Nr. 3, 2018, S. 437-444, doi: 10.1093/jn/nxx061.


Der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen antientzündlichen Potential kann dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs zu verringern.

 

Der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen antientzündlichen Potential kann dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs zu verringern. Das zeigen zwei prospektive US-amerikanischen Studien.

 

Lebensmittel haben ein unterschiedliches Potential in Bezug auf die Beeinflussung von Entzündungen im Körper. Man unterscheidet zwischen Lebensmitteln mit einer stärkeren pro- oder antientzündlichen Wirkung. Dies kann bei der Entstehung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielen. Eine Ernährung mit einem stärkeren antientzündlichen Potential könnte ein wichtiger Faktor für die Prävention von Darmkrebs sein. Um diese Annahme zu untersuchen, wertete eine Forschergruppe im vergangenen Jahr zwei in den USA seit vielen Jahren laufende Bevölkerungsstudien aus, die Nurses´Health Study und die Health Professionals Follow-up Study. An der ersten Studie nehmen seit 1976 rund 120.000 Krankenschwestern teil, die zu Beginn 30 bis 55 Jahre alt waren, in der zweiten Studie sind seit 1986 52.000 Männer aus Gesundheitsberufen im Alter von 40 bis zu 75 Jahren einbezogen. Die Forscher werteten die Daten von rund 74.000 Frauen und 47.000 Männern aus, für die eine Beobachtungszeit von 26 Jahren zur Verfügung stand. Ihr Lebensstil und ihre Gesundheit wurden alle zwei bis vier Jahre erfragt, dabei gaben sie auch Auskunft über ihre Ernährung.

 

Die Forscher bestimmten aus diesen Angaben das jeweilige Entzündungs-Potential. Dafür nutzten sie den EDIP-Index (empirical dietary inflammatory pattern), mit dem Lebensmittel aus 39 Gruppen in Bezug auf entzündliche Faktoren − mit den Entzündungsmarkern IL-6, CRP und TNF-alpha Rezeptor 2 − bewertet werden können. Sie schränkten den Index auf 18 Lebensmittel-Gruppen ein, um die Auswertung praktikabler zu machen. Ein hohes entzündungsförderndes Potential hatten vor allem rotes und verarbeitetes Fleisch, bestimmte Gemüsearten, Fisch, Tomaten und Erfrischungsgetränke (z.B. Cola). Ein nur geringes entzündliches Potential hatten dagegen Wein, Bier, Fruchtsäfte, Karotten, Süßkartoffeln, grüne Gemüse und Pizza.

 

Im Lauf der langen Beobachtungszeit wurde bei 2.699 Teilnehmern Darmkrebs festgestellt. Bei einem hohen Entzündungs-Potential der Ernährung erhöhte sich allgemein das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken um 32 %. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei Männern war das Darmkrebs-Risiko um 44 % erhöht, bei Frauen war dies mit 22 % geringer. Bei einem niedrigen Entzündungs-Potential in der Ernährung hatten die Teilnehmer ein deutlich geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Forscher vermuten, dass Entzündungsprozesse ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel und der Entstehung von Darmkrebs sind. Sie halten für möglich, mit bestimmten Nahrungsmitteln den Status von Entzündungen im Körper positiv zu beeinflussen. Dazu könnten beispielsweise der Verzehr von mehr grünen Blattgemüsen und weniger gesüßte Erfrischungsgetränke beitragen. Die Zusammenhänge zwischen dem Entzündungs-Potential der Ernährung und dem Darmkrebs-Risiko sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc. haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen. Sie tragen bei guter Versorgung zum antientzündlichen Potential der Ernährung bei.

 

Quelle: 
Fred K. Tagung et al., Association of Dietary Inflammatory Potential With Colectoral Cancer Risk in Men and Women. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 3, 2018, S. 366-373, doi: 10.1001/jamaoncol.2017.4844.


Fischmahlzeiten und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnten dazu beitragen, das Risiko für die multiple Sklerose zu senken.

 

Fischmahlzeiten und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnten dazu beitragen, das Risiko für die multiple Sklerose zu senken. Das zeigt eine erste Studie, deren Ergebnisse Ende April auf dem Kongress der American Academy of Neurology in Los Angeles vorgestellt werden.

 

Die multiple Sklerose ist eine schubweise oder chronisch verlaufende Krankheit des zentralen Nervensystems, bei der die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Körper beeinträchtigt wird. Vor allem im Gehirn treten Entzündungen auf, und das Immunsystem greift die Markscheiden an. Sie umhüllen und schützen die Nervenfasern und bestehen aus Myelin, einer fettreichen Substanz, die aus Proteinen und vor allem aus Lipiden besteht. Durch die Entzündungen und zerstörten Markscheiden werden die Signale zwischen dem Gehirn und dem Körper gestört. Zu den typischen Symptomen der multiplen Sklerose gehören u.a. Schwäche und Müdigkeit (Fatigue), Kribbeln, Taubheitsgefühle in den Gliedern oder Schwierigkeiten beim Gehen.

 

Medikamente können die multiple Sklerose verlangsamen, z.B. die Häufigkeit der Schübe verringern, nicht aber heilen. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher prüfte jetzt erstmals, ob und wie die multiple Sklerose durch einfache Veränderungen im Lebensstil zu beeinflussen ist. Seit langem sind die gesunden Wirkungen von Fischmahlzeiten bekannt, die vor allem auf den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zurückgeführt werden. Die Forscher untersuchten daher, ob und wie der Fischverzehr und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren das Risiko für die multiple Sklerose beeinflussen kann.

 

Die Forscher untersuchten die Ernährung von 1.153 Personen mit einem durchschnittlichen Alter von 36 Jahren, rund die Hälfte von ihnen hatte die Diagnose multiple Sklerose erhalten, oder sie hatten frühe Symptome der Krankheit entwickelt. Die andere Hälfte diente als gesunde Kontrollpersonen. Alle Teilnehmer gaben Auskunft darüber, wieviel Fisch sie üblicherweise verzehrten. Zu den Fischmahlzeiten, die am häufigsten gegessen wurden, gehörten Shrimps, Lachs und Thunfisch. Ein hoher Fischverzehr wurde definiert als wenigstens eine Portion pro Woche, alternativ ein bis drei Portionen Fisch pro Monat zusätzlich zur täglichen Einnahme von Fischöl-Ergänzungen. Ein geringer Verzehr wurde entsprechend mit weniger als eine Portion Fisch pro Woche definiert und Fischöl-Ergänzungen wurden nicht eingenommen.

 

Die Auswertungen zeigten, dass ein hoher Fischverzehr und die Einnahme von Fischöl-Ergänzungen mit einem um 45 % verringerten Risiko für die multiple Sklerose verbunden waren. Von den Patienten mit multipler Sklerose hatten nur 180 einen hohen Fischverzehr im Vergleich zu 251 bei den gesunden Kontrollpersonen. Die Studie zeigte weiter, dass es offenbar zwei Genvarianten gibt, die bei der Regulation von Fettsäuren eine Rolle spielen und das Risiko für die multiple Sklerose weiter verringern können. Die Forscher vermuten nach diesen Ergebnissen, dass Omega-3-Fettsäuren und die Art und Weise wie sie im Körper verwertet werden, zum verringerten Risiko der multiplen Sklerose beitragen können. In weiteren Forschungen sollten nun die Ursachen und Wirkungen für die Verbindung von Omega-3-Fettsäuren zu Entzündungen, Stoffwechsel und Nervenfunktionen näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Lachs, Sardinen, Forellen und Thunfisch liefern gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Fischöl-Ergänzungen können die Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren verbessern, empfehlenswert für alle, die Fisch nur wenig oder unregelmäßig essen. Dabei sollte auf eine gute Qualität (Reinigung, Stabilität etc.) geachtet werden.

 

Quelle:
American Academy of Neurology, Eating Fish may be tied to a reduced Risk of MS. Study Recommends Just How Much Fish May Be Beneficial. Pressemitteilung vom 1.3.2018.