Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können

 

Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können.

 

Die rheumatoide Arthritis und die Arthrose sind weit verbreitete Gelenkerkrankungen. Sie können starke Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit verursachen und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Seit einiger Zeit gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass pflanzliche Extrakte aus dem grünen Tee ebenso wie Resveratrol, das bekannte Polyphenol aus dem Rotwein, bei Gelenkproblemen unterstützen können.

 

Ob Grüntee-Extrakte die Symptome der Knie-Arthrose verbessern können, prüfte eine Gruppe iranischer Mediziner in einer kleinen klinischen Studie mit 50 Erwachsenen. Bei allen Teilnehmern wurden die Schmerzempfindlichkeit und Steifigkeit der Kniegelenke mit verschiedenen Methoden (Visuelle Analogskala, WOMAC) untersucht. Sie wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt vier Wochen lang zusätzlich zur medikamentösen Therapie mit dem schmerz- und entzündungslindernden Diclofenac einen Grüntee-Extrakt.

 

Die andere Gruppe nahm zur Kontrolle nur das Medikament ein. Bei Schmerzen und Steifigkeit zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. In der Gruppe mit den Grüntee-Extrakten hatten sich aber die Gelenkfunktionen signifikant verbessert. Die Forscher halten Grüntee-Extrakte daher für eine unterstützende Maßnahme bei Arthrose in den Kniegelenken. Sie empfehlen dazu weitere Studien, z.B. mit längerer Dauer und einer größeren Anzahl von Teilnehmern, durchzuführen. 

 

Resveratrol ist bisher vor allem für seine antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen bekannt, durch die es zum Schutz des Herz-Kreislauf-Systems beitragen kann. Experimentelle Forschungen zeigen, dass Resveratrol möglicherweise auch rheumatische Prozesse sowie die T- und B-Zellen beeinflussen kann, die im Immunsystem und auch bei Rheuma-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Eine französische Forschergruppe analysierte dazu in einer Literatur-Übersicht die bisherigen Forschungsergebnisse. Einige Untersuchungen zeigten, dass Resveratrol gelenkschützende Wirkungen hat, da u.a. die Bildung von entzündlichen Faktoren und Abbau-Prozesse verringert werden können. Eine erste klinische (randomisierte, doppelblinde) Studie aus Dänemark untersuchte 2014 die Wirkung von Resveratrol bei 74 übergewichtigen Männern im mittleren Alter in Bezug auf die Knochenmineraldichte und die alkalische Phosphatase (zeigt Veränderungen im Knochenstoffwechsel an).

 

Bei den Teilnehmern wurden 16 Wochen lang zwei Dosierungen  mit Gaben von 1.000 bzw. 150 mg Resveratrol täglich im Vergleich zu einem Placebo getestet. Mit der hoch dosierten Resveratrol-Gabe wurde die Knochenmineraldichte in Bereichen der Lendenwirbelsäule und die Werte der alkalischen Phosphatase im Vergleich zum Placebo deutlich verbessert. Die Forscher schließen daraus, dass Resveratrol vermutlich einen positiven Einfluss auf die Knochenbildung und -mineralisierung haben kann. Das könnte zum Schutz vor Arthrose und rheumatoider Arthritis beitragen. Auch hier sollten die Wirkungen in weiteren Studien näher geprüft werden.

 

Unser Tipp:

Grüntee-Extrakte gibt es in gut bioverfügbaren Formen. Mit Trans-Resveratrol steht ebenfalls eine gut bioverfügbare und stabile Form zur Nahrungsergänzung zur Verfügung.

 

Quelle:
Mohammad Hashem Hashempur et al., Green tea (Camellia sinensis) for patients with knee osteoarthritis: A randomized open-label active-controlled clinical trial. In: Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 18.12.2016, doi: 10.1016/j.clnu.2016.12.004.
Christelle Nguyen et al., Resveratrol Potential Therapeutic Interest in Joint Disorders: A Critical Narrative Review. In: Nutrients Vol 9, Nr. 1, 2017, 45, doi: 10.3390/nu9010045.



Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt.

 

Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt. Viel Obst, Gemüse und Milchprodukte stärken die Knochenstruktur und senken das Risiko für Knochenbrüche.

 

Bisher fehlt es noch an genaueren Kenntnisse über die Beziehungen zwischen der Ernährung, Messungen der Knochen-Geometrie und dem Risiko für Knochenbrüche. Eine Gruppe von niederländischen und US-amerikanischen Forschern prüfte daher im Rahmen der Rotterdam-Studie, einer großen Bevölkerungsstudie, ob und wie sich die Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt. Einbezogen waren rund 4.000 Teilnehmer ab 55 Jahren. Alle wurden über ihre Ernährung ausführlich befragt, dabei wurden die jeweiligen Lebensmittel 28 Nahrungs-Gruppen zugeordnet. Bei allen Teilnehmern wurden weiter verschiedene Faktoren im Knochensystem gemessen, die Knochenmineraldichte, Knochenbreite und die Stabilität bzw. Instabilität der Knochen. Einbezogen in die Analyse wurden außerdem Knochenbrüche, die die Teilnehmer im Zeitraum von bis zu 15 Jahren vor dieser Untersuchung erlitten hatten.

 

Die Forscher konnten vier Ernährungsweisen ermitteln, durch die die Knochengesundheit beeinflusst wird. Sie fassten sie zu zwei sich grundlegend voneinander unterscheidenden Ernährungsweisen zusammen, die für die weiteren Auswertungen genutzt wurden. Auf der einen Seite stand eine Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Milchprodukten, auf der anderen Seite eine Ernährung mit reichlich Süßigkeiten, tierischen Fetten, bei einem noch relativ moderaten Fleischverzehr. Unabhängig von anderen, die Knochengesundheit beeinflussenden Faktoren war die Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Milchprodukten mit einer besseren Knochengesundheit verbunden.

Sie führte zu einer höheren Knochenmineraldichte, besserer Knochenstärke und -stabilität und senkte das Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen. Teilnehmer, die dagegen mehr Süßigkeiten, tierische Fette und Fleischmahlzeiten bevorzugten, hatten dazu im Vergleich eine schlechtere Knochengesundheit. Sie hatten instabilere Knochen und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine knochengesunde Ernährung zusätzlich zu medizinischen Maßnahmen, mit denen die Knochenmineraldichte gestärkt werden kann, das Risiko für Knochenbrüche verringern kann.

 

Unser Tipp: Gesunde Knochen brauchen mehr Mikro-Nährstoffe als nur Kalzium. Es gibt spezielle Formeln, die alle wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und weitere Nährstoffe für das gesunde Knochen- und Muskelsystem ergänzen.

 

Quelle:
Ester A. L. de Jonge et al., Dietary patterns explaining differences in bone mineral density and hip structure in the elderly: the Rotterdam Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 30.11.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.139196.


Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem.

 

Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem. Viele ältere Menschen sind aus ihrer Ernährung oft nicht ausreichend mit B-Vitaminen versorgt. Sie sollten daher besonders auf eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen achten.

 

Die schützenden Funktionen von B-Vitaminen, vor allem von Folat und den Vitaminen B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), werden (nicht nur) bei Alterskrankheiten immer stärker erforscht. Bisher richtete sich der Blick vor allem auf die Funktionen von Folat (Folsäure ist dessen synthetische Form) und Vitamin B12. In Zukunft sollen auch die Beziehungen der Vitamine B2 und B6 intensiver untersucht werden. Defizite an B-Vitaminen können aufgrund verschiedener Bedingungen entstehen. Dazu gehört die unzureichende Aufnahme aus der Ernährung, ein erhöhter Bedarf, die schlechte Absorption, genetische Störungen und Krankheiten sowie die mögliche Interaktion mit einigen Medikamenten. Bekannt ist, dass ältere Menschen häufiger zu gering mit B-Vitaminen versorgt sind, das gilt vor allem für Folat, B2 und B6.

 

Der häufigste Grund für die schlechte Versorgung mit Folat und B2 im Alter ist eine zu geringe Zufuhr aus der Ernährung. Dagegen beruht eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12 meist auf einer Malabsorption, abhängig von der individuellen Auswahl von Lebensmitteln. B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten, Vegetarier und vor allem Veganer sind daher oft zu wenig mit B12 versorgt. Außerdem entsteht im Alter ein erhöhter Bedarf an B6, u.a. weil Altersprozesse die Absorption der B-Vitamine negativ beeinflussen. Das beeinträchtigt u.a. den Transport und den Stoffwechsel der B-Vitamine. In einigen Beobachtungsstudien zeigte sich, dass ein geringer B-Vitamin-Status zu einem höheren Risiko für degenerative Krankheiten führt. Das gilt z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose und die Neigung zu Knochenbrüchen sowie für kognitive Dysfunktionen.

Eine geringe Versorgung mit B-Vitaminen führt vermutlich zu Störungen im Kohlenstoff-Metabolismus. Dieser trägt u.a. zur Biosynthese der DNA und RNA und zu Methylierungs-Reaktionen (Gen-Aktivierung und -Deaktivierung) bei. Folat und die damit verbundenen Vitamine B2, B6 und B12 haben eine vitale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels. Störungen innerhalb dieser Abläufe als Folge eines zu geringen B-Vitamin-Status können die Gesundheit beeinträchtigen. Nachweise, dass die gute Versorgung mit B-Vitaminen dazu beitragen kann, vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Störungen im Knochen- und Hirnsystem zu schützen, nehmen in der Forschung zu.

 

Von einer guten Versorgung profitieren vor allem Menschen, die vorher mit diesen Vitaminen schlecht versorgt waren. Ältere Menschen sollten zur Vorbeugung vor degenerativen Krankheiten auf ihren B-Vitamin-Status achten und bei Bedarf B-Vitamine einzeln oder kombiniert bzw. den gesamten B-Komplex ergänzen.

 

Unser Tipp: Bei einer allgemeinen Ergänzung ist es oft empfehlenswert, die B-Vitamine als gesamten Komplex (insgesamt 8 Vitamine) zu ergänzen, da sie sich bei vielen Abläufen im Körper gegenseitig beeinflussen und unterstützen.

 

Quelle:
Kirsty Porter et al., Causes, Consequences and Public Health Implications of Low B-Vitamin Status in Ageing. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, 725, doi: 10.3390/nu8110725.


Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Viele Fleischwaren, vor allem Dauerwurstwaren, werden mit Pökelsalz hergestellt, wodurch ihre Haltbarkeit verlängert wird. Dabei werden Nitrat und/oder Nitritpökelsalz eingesetzt, die im Körper zu Stickoxiden umgewandelt werden. In geringen Mengen tragen sie zur Entspannung der Blutgefäße und der glatten Gefäßmuskulatur bei, was bei Asthma-Patienten als allgemein günstig eingeschätzt wird. Bei einer zu hohen Nitrat-Aufnahme bildet sich jedoch der nitrosative und oxidative Stress. Er kann Entzündungen im Körper, u.a. in den Atemwegen, fördern sowie zu Lungenschäden und Asthma führen. Langfristig kann die Zufuhr von Nitraten die Beschwerden von Asthmatikern verschlechtern, wie die Auswertung einer französischen Studie zeigt.

 

Seit den 90er Jahren wird in Frankreich in einer Studie (Etude épidémiologique des facteurs génétiques et environnementaux de l´asthme) eine Gruppe von Asthmatikern beobachtet. Zur Kontrolle nehmen deren (erstgradige) Angehörige und gesunde Kontrollpersonen teil. In Untersuchungen von 2003 und 2007 gaben die Teilnehmer Auskunft über ihre Ernährung, dabei wurden sie auch nach dem Verzehr von Schinken, Wurst und Salami befragt. Weitere Untersuchungen fanden von 2011 bis 2013 statt. Insgesamt konnten die Daten von 971 Teilnehmern (im Durchschnitt 43 Jahre alt) ausgewertet werden, davon litten 42 % unter Asthma, Die Forscher setzten die Angaben zum Verzehr von gepökelten Fleischwaren mit den Asthma-Beschwerden in Beziehung. Als Mittelwert wurde der Verzehr von 2,5 Portionen Wurst und Schinken pro Woche angesetzt. Die Auswertung zeigte einen direkten Einfluss der gepökelten Wurstwaren auf die Asthma-Symptome.

 

Teilnehmer, die viermal pro Woche oder noch öfter Schinken, Wurst oder Salami aßen, hatten zu 76 % häufiger Verschlechterungen der Atembeschwerden im Vergleich zu denen, die solche Lebensmittel seltener oder nicht verzehrten. Da diese Wurstwaren meist pikant gewürzt sind, regen sie vermehrt den Appetit an, entsprechend waren die Wurstesser häufiger stark übergewichtig. Das trug zu  einem gewissen Maß (7 %) auch zu den Asthma-Symptomen bei. Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von sieben Jahren verschlechterten sich bei 20 % der Teilnehmer die Asthma-Symptome, z.B. mit Engegefühlen in der Brust und Atemnot. Je mehr gepökelte Fleischwaren die Teilnehmer aßen, um so stärker ausgeprägt waren ihre Symptome. Teilnehmer, die mehr gepökelte Wurstwaren aßen, waren außerdem häufiger Raucher, sie aßen kalorienreicher und nahmen mehr Natrium sowie mehr gesättigte Fettsäuren auf.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Asthmatikern sollten gepökelte (und geräucherte) Fleisch- und Wurstwaren nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. Sie erhöhen nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Lungenschäden und COPD, sondern auch das Risiko für Asthma-Beschwerden. 

 

Unser Tipp: Neben einer gesunden Ernährung spielen bei Asthma auch eine Reihe von Mikro-Nährstoffen eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise die gute Versorgung mit Vitamin D und den gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Quelle:
Zhen Li et al., Cured meat intake is associated with worsening asthma symptoms. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 20.12.2016, doi: 10.1136/thoraxjnl-2016-208375.


Mit zunehmendem Alter können Schäden an der Netzhaut entstehen. Zum Schutz vor der Makuladegeneration könnte

 

Mit zunehmendem Alter können Schäden an der Netzhaut entstehen. Zum Schutz vor der Makuladegeneration könnte der Fischverzehr mit den enthaltenen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA beitragen.

 

Die vom höheren Alter abhängige Makuladegeneration ist ein maßgeblicher Grund für die Entstehung von Sehbehinderungen bis zur Blindheit in den westlichen Industrieländern. Meist tritt die Krankheit etwa ab dem Alter von 65 Jahren auf. Sehzellen in der Netzhaut (Retina), die zuständig für das scharfe und farbige Sehen sind, gehen dabei zugrunde. Bei dieser Krankheit gibt es zwei Formen, die trockene Makuladegeneration entwickelt sich langsam und tritt häufiger auf. Die feuchte Makuladegeneration ist seltener und entwickelt sich sehr viel schneller.

 

Bisher ist die Ursache dieser Krankheit nicht geklärt, man weiß jedoch, dass oxidativer Stress, Rauchen, Alkohol, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten die Entstehung der Makuladegeneration beeinflussen können. Antioxidantien könnten daher möglicherweise zum Schutz vor dieser Augenkrankheit beitragen. Ein verringertes Risiko für die feuchte Makuladegeneration ist für die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen. Zu ihnen gehören die EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die vorwiegend aus fettreichen Fischen wie Thunfisch, Makrele, Lachs, Sardinen und Hering aufgenommen werden. Ein höherer Fischverzehr kann die Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren im Blut erhöhen. Bekannt ist, dass die DHA sowohl im Gehirn als auch in der Netzhaut vorhanden ist, und sie hält die Zellmembranen flüssig. Die EPA kann die Viskosität (Zähflüssigkeit) des Bluts und die Blutfette verringern und die DHA-Funktionen in der Netzhaut unterstützen. Dennoch gibt es bisher nur wenige Nachweise über die Beziehung des Fischverzehrs zur Makuladegeneration.

 

In einer Meta-Analyse suchten Forscher daher zunächst nach relevanten Studien vom Anfang der 90er Jahre an bis heute. Insgesamt konnten schließlich acht Beobachtungsstudien aus Europa, den USA und Australien ausgewertet werden. Daran hatten rund 129.000 Personen teilgenommen, rund 4.200 Teilnehmer waren in den jeweiligen Studienzeiten an der Makuladegeneration erkrankt. Ein erhöhter Fischverzehr konnte das Risiko für die Krankheit verringern, das galt sowohl für die trockene als auch für die feuchte Form. Dieser positive Einfluss galt sowohl für langzeitige Beobachtungen von mehr als 20 Jahren als auch für kürzere Beobachtungszeiten von weniger als zehn Jahren. Der Verzehr von dunklen Fischsorten, vor allem von Thunfisch, konnte das Risiko für die Makuladegeneration deutlicher verringern. Allgemein zeigte sich eine lineare Beziehung. Der regelmäßige Verzehr von einer Fischmahlzeit pro Woche senkte das Risiko für die Makuladegeneration um 11 %.

 

Die Forscher empfehlen, die Beziehung zwischen dem Fischverzehr und der damit verbundenen Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in weiteren Studien näher zu überprüfen. Dabei sollte z.B. auch untersucht werden, ob und wie sich verschiedene Zubereitungsmethoden, Backen, Kochen, Braten und Räuchern, auf den Gehalt an Fettsäuren und anderen in den Fischen enthaltenen Nährstoffen auswirken.

 

Unser Tipp: Auch wer Fisch nicht regelmäßig isst, kann die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen als Ergänzung aufnehmen. Dabei sollte man auf eine gute Qualität, z.B. in Reinheit und Stabilität der Fettsäuren, achten.

 

Quelle: Wei Zhu et al., Fish Consumption and Age-Related Macular Degeneration Incidence: A Meta-Analysis and Systematic Review of Prospective Cohort Studies. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110743.


Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert.

 

Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert. Das zeigt eine französische Studie über Vitamin D.

 

Vitamin D gehört zu den am häufigsten untersuchten Vitaminen. Es ist für die Gesundheit von Knochen und Muskeln sehr wichtig, aber auch in vielen anderen Körpergeweben vorhanden. Daher könnte es eine Schlüsselrolle bei vielen Körperfunktionen spielen. Vitamin D beeinflusst z.B. das Immunsystem, Entzündungen, das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und die kognitiven Funktionen. Vitamin D kann der Körper, anders als andere Vitamine, über die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut selbst bilden. Die Aufnahme aus der Nahrung ist dagegen gering, wichtige Quellen sind Milchprodukte, Eier und Fische. In den nördlichen Ländern und mit einem Lebensstil, der mehr und mehr in Innenräumen stattfindet, ist die Vitamin D-Versorgung bei vielen Menschen nicht ausreichend gedeckt. In Europa geht man von Defiziten in der Bevölkerung aus, die von 35 bis zu 70 % reichen.

 

Bei der individuellen Aufnahme spielen u.a. auch die Kenntnisse über Nährstoffe eine Rolle. In einer Studie prüften daher französische Forscher im Rahmen einer großen Bevölkerungsstudie (NutriNet-Santé), was Menschen über Vitamin D wissen. Daran nehmen seit 2009 rund 60.000 Franzosen ab 18 Jahren teil. Sie beantworten jedes Jahr Fragen zu ihrer Gesundheit, seit 2012 werden dabei auch die Kenntnisse über Vitamin D untersucht.

Insgesamt kannten 92 % der Teilnehmer Vitamin D. Ihre Kenntnisse basierten vorwiegend auf Informationen von Ärzten, kamen aber auch aus den Medien. Die Informationen von Ärzten erweisen sich dabei als die zuverlässigere Quelle. 72 % der Befragten nannten die Sonne als Vitamin D-Quelle. Deutlich weniger bekannt war der Vitamin D-Gehalt in (fettreichen) Fischen, Lebertran, angereicherten Milchprodukten oder Medikamenten. Auch einige falsche Quellen wurden genannt, z.B. Olivenöl, Weißfisch und Huhn, die kein Vitamin D enthalten. Wer bereits einmal Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, kannte sich mit den Quellen meist besser aus. Rund ein Viertel der Teilnehmer glaubte, dass ihre Vitamin D-Versorgung wohl zu gering sein könnte.

 

Wer bereits irgendwann Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, war mit 47 % öfter davon überzeugt, dass die eigene Versorgung zu gering ist. Tatsächlich hatte aber nur ein Drittel derjenigen, die ein Defizit vermuteten, zu geringe Vitamin D-Werte. Andererseits glaubten von denen, die ein Vitamin D-Defizit hatten, nur 16 %, dass sie zu gering versorgt waren. Falsche Annahmen zeigten sich auch beim Einfluss des Hauttyps auf die Vitamin D-Versorgung. So glaubten mehr Menschen mit heller Haut schlecht mit Vitamin D versorgt zu sein als Teilnehmer mit dunklerer Haut, die tatsächlich ein höheres Risiko für eine Unterversorgung haben. Beim Einfluss von Vitamin D auf die Gesundheit kannten 78 % die gute Wirkung auf die Knochen, weniger bekannt war der Zusammenhang mit Osteoporose und Rachitis. Nur 40 % wussten, wie wichtig Vitamin D in der Schwangerschaft für die Mutter und die Entwicklung des Kindes ist. Noch weniger kannten den Einfluss von Vitamin D auf Haut- und Krebskrankheiten, Infektionen oder psychische Krankheiten.

 

Dies ist die erste europäische Studie, die Kenntnisse über Vitamin D in einer so großen Bevölkerungsgruppe näher untersucht hat. Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Zugang zu einfachen, aktuellen Informationen über Vitamin D in Gesundheitsberufen ebenso wie in der allgemeinen Bevölkerung verbessert werden sollte. 

 

Quelle:
Mélanie Deschasaux et al., What Do People Know and Believe about Vitamin D? In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110718.


Patienten mit Neurodermitis (atopische Dermatitis) sind oft zu gering mit Vitamin D versorgt.

 

Patienten mit Neurodermitis (atopische Dermatitis) sind oft zu gering mit Vitamin D versorgt. Eine Studie zeigt, dass Ergänzungen von Vitamin D eine Alternative zu den bisher üblichen Steroid-Therapien sein könnten.

 

Die atopische Dermatitis ist eine häufige und wiederholt auftretende chronische Entzündungskrankheit der Haut, bei der die natürliche Hautbarriere gestört wird. In der Folge entstehen dann Juckreiz (Pruritus) und Ekzeme. Gleichzeitig steigt auch das Risiko für empfindliche Reaktionen auf Allergene an, das gilt vor allem für die allergische Rhinitis und Asthma. In Schätzungen geht man davon aus, dass rund 5 bis 20 % der Kinder weltweit von der atopischen Dermatitis betroffen sind. In den meisten Fällen entwickeln sich die ersten Ekzeme, bevor ein Kind das Alter von fünf Jahren erreicht hat. Die Neigung zu den Hautentzündungen kann sich mit zunehmenden Alter verringern oder auch vollständig zurückgehen. Rund 1 bis 3 % der Erwachsenen sind jedoch auch weiterhin von der atopischen Dermatitis betroffen. Zur Linderung der akuten Beschwerden werden meist Antihistamine und Cremes, die Kortikosteroide enthalten, eingesetzt. Dadurch werden die Hautentzündungen und -reizungen verringert. Doch der langzeitige Gebrauch von Steroid-Cremes kann zu einer verdünnten Haut und veränderter Hautfarbe führen. Daher suchen Mediziner nach möglichen Alternativen, um diese Hautbeschwerden zu lindern.

 

Es gibt einige Hinweise, dass Vitamin D eine Rolle bei der atopischen Dermatitis spielen und möglicherweise zur Therapie beitragen könnte. Eine Forschergruppe führte daher eine Literaturrecherche durch, um diese Beziehungen näher zu untersuchen. Sie konnten schließlich sieben Beobachtungsstudien und vier randomisierte, kontrollierte Studien in ihre Analyse einbeziehen, in denen Vitamin D bei Symptomen der atopischen Dermatitis untersucht wurde. Ihre Auswertung ergab: Im Vergleich zu Gesunden waren die Vitamin D-Werte bei Patienten mit atopischer Dermatitis in allen Altersgruppen geringer. Im Durchschnitt waren ihre Serum-Vitamin D-Werte um 2,03 Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) niedriger. Bei den Kindern war diese Differenz mit 3,03 ng/mL noch etwas ausgeprägter. Wurde bei Patienten mit atopischer Dermatitis jedoch Vitamin D ergänzt, so verringerten sich deren Symptome signifikant.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass Ergänzungen mit Vitamin D eine neue therapeutische Möglichkeit bei der atopischen Dermatitis sein könnten. Sie empfehlen, diese Beziehungen in weiteren Studien genauer zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert meist in seiner natürlichen Form als Cholecalciferol (D3) enthalten. Dabei tragen z.B. emulgierte Formen (als Tropfen) zu einer besseren Aufnahme bei.

 

Quelle: Min Jung Kim et al., Vitamin D Status and Efficacy of Vitamin D Supplementation in Atopic Dermatitis: A Systematic Review and Meta-Analysis. In Nutrients Vol. 8, Nr. 12, 2016, doi: 10.3390/nu8120789.


Gesunde Darm-Bakterien könnten zur Verringerung von Depressionen beitragen bzw. bei Gesunden das Risiko verringern, Depressionen zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse zweier Meta-Analysen.

 

Gesunde Darm-Bakterien könnten zur Verringerung von Depressionen beitragen bzw. bei Gesunden das Risiko verringern, Depressionen zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse zweier Meta-Analysen.

 

Die Gemeinschaft der Bakterien im Darm (Mikrobiota) spielt eine wichtige Rolle in der Verdauung, dem Stoffwechsel und Immunsystem. Man unterscheidet Bakterien mit guten gesundheitlichen Wirkungen von denen, die schädlich wirken können. Das Bakterien-Ökosystem wirkt sich nicht allein auf die Darmgesundheit, sondern auf viele andere Körperbereiche aus, darunter auch auf die Gehirnfunktionen. Dabei gibt es offenbar eine wechselseitige Beziehung zwischen dem Darm und dem Gehirn. Die Darm-Mikroorganismen können dabei sowohl neurochemische Veränderungen im zentralen Nervensystem als auch Verhaltensprozesse beeinflussen. Die Gabe von Probiotika, gesunden Darm-Bakterien, könnte beispielsweise für Menschen mit Depressionen wichtig sein, die mit Stoffwechsel-Störungen im Gehirn verbunden sind. Bisher sind aber die Nachweise für die Wirksamkeit von Probiotika-Gaben bei Depressionen nicht ausreichend untersucht. Zwei Meta-Analysen von Forschern aus Kanada und China zeigen den aktuellen Kenntnisstand und kommen zu ähnlich positiven Ergebnissen.

 

Die kanadischen Forscher suchten in den relevanten Datenbanken nach (randomisierten, kontrollierten) Studien, in denen der Einfluss von Probiotika auf Ängste und Depressionen von 1990 bis Anfang 2016 geprüft wurde. Sie konnten schließlich 10 Studien in ihre Analyse einbeziehen. In vier Studien wurden Patienten mit Depressionen untersucht, an den anderen sechs Studien nahmen Personen teil, die nicht klinisch behandelt wurden. Trotz der komplexen Beziehung in den Darm-Hirn-Interaktionen und einigen Begrenzungen in den Studien weisen die Ergebnisse auf einen offensichtlichen psychologischen Nutzen von Probiotika-Ergänzungen hin.

 

Eine Gruppe von chinesischen Forschern kommt zu vergleichbaren Einschätzungen. Sie suchten ebenfalls nach (randomisierten, kontrollierten) Studien, in denen Probiotika und ihre Wirkung auf Depressionen untersucht wurden. Sie konnten fünf Studien auswerten, an denen und 360 Personen teilgenommen hatten. Ihre Analysen zeigten, dass Probiotika das Risiko für Depressionen signifikant senken konnten. Ermittelt wurde das anhand einer Depression-Skala, mit der der Schweregrad von depressiven Störungen bewertet wurde. Probiotika verringerten bei den Teilnehmern signifikant die Werte auf der Depressions-Skala (− 0,30). Probiotika hatten einen Effekt sowohl bei gesunden Teilnehmern als auch bei Patienten, bei denen eine depressive Störung diagnostiziert war. Sie wirkten stärker bei Personen unter 60 Jahren (− 43), bei älteren Teilnehmern ab 65 Jahren wurden deutlich schwächere Wirkungen (− 18) festgestellt. Die Forscher gehen davon aus, dass mit Probiotika bei vorhandenen Depressionen die Symptome verringert werden könnten, während bei Gesunden die Neigung zu Depressionen sinken könnte.

 

In beiden Meta-Analyen schätzen die Forscher die mögliche Wirkung von Probiotika auf Depressionen als positiv ein. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die untersuchten Studien einige Beschränkungen haben. Das betraf beispielsweise bei den getesteten Probiotika unterschiedliche Bakterienstämme und Dosierungen, zum Teil auch eine relativ geringe Zahl der Teilnehmer. Die Forscher empfehlen daher, Probiotika in Bezug auf Depressionen in größeren Studien genauer zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Bewährte Probiotika-Bakterien sind die Laktobazillen acidophilus, casei und rhamnosus sowie Bifidobakterien. Wichtig für die Qualität ist eine möglichst hohe Anzahl lebender Bakterien und die gute Haltbarkeit, die z.B. durch Inulin (Synbiotika) unterstützt wird, das den Bakterien als Nahrung dient.

 

Quelle: Meysam Pirbaglou et al., Probiotic supplementation can positively affect anxiety and depressive symptoms: a systematic review of randomised controlled trials. In: Nutrition Research Vol. 36, Nr. 9, 2016, S. 889-898, doi: 10.1016/j.nutres.2016.06.009
und
Ruixue Huang et al., Effects of Probiotics on Depression: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 8, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2016, doi: 10.3390/nu8080483.

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Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann bei schwangeren Frauen die Gesundheit des Fötus stärken.

 

Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann bei schwangeren Frauen die Gesundheit des Fötus stärken. Vermutlich verringert sich dadurch bei den Kindern auch das spätere Risiko für Stoffwechsel-Krankheiten wie Diabetes (Typ 2).

 

Vitamin B12 ist in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten, z.B. in Fisch, Fleisch, Geflügel, Eier und Milch. Daher sind Vegetarier, vor allem aber Veganer, häufiger von B12-Defiziten betroffen. Einige Studien zeigten bereits, dass Mütter mit zu geringen B12-Werten ein höheres Körpergewicht (BMI) hatten. Sie neigten eher dazu, Kinder mit einem geringeren Geburtsgewicht auf die Welt zu bringen. Außerdem hatten ihre Kinder häufiger zu hohe Cholesterin-Werte. Im Lauf der Kindheit entwickelten diese Kinder öfter eine höhere Insulin-Resistenz, ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes (Typ 2).

 

In einer Studie ging ein Forscherteam der englischen University of Warwick davon aus, dass mit einem B12-Mangel verbundene Veränderungen im Stoffwechsel das Ergebnis von abnormalen Leptin-Werten sein könnten. Das Hormon Leptin sorgt für das Sättigungsgefühl nach dem Essen. Es wird durch die Fettzellen im Körper gebildet, seine Werte steigen als Reaktion auf die Essenszufuhr an. Eine leichte bzw. gesündere Ernährung ist in der Regel mit normalen Leptin-Werten verbunden, Übergewicht lässt die Leptin-Werte dagegen ansteigen, wobei sie konstant auf einem höheren Level als üblich bleiben. Das kann möglicherweise zu einer Leptin-Resistenz führen, die mit einer kontinuierlichen, übermäßigen Essensaufnahme verbunden ist. Damit kann sich das Risiko für die Insulin-Resistenz erhöhen und in der Folge zu Diabetes (Typ 2) führen.

 

In der Studie entdeckten die Forscher, dass Babies, die von Müttern mit einer geringen B12-Versorgung geboren wurden, erhöhte Leptin-Werte hatten. Das weist darauf hin, dass eine Unterversorgung mit Vitamin B12 während der Schwangerschaft das Leptin-Gen negativ beeinflussen kann. Das könnte auf den Fötus und sein Wachstum einwirken und auch die Leptin-Bildung bei den Kindern nach der Geburt verändern. Die Forscher führen dafür zwei mögliche Gründe an: Zu geringes B12 könnte die Fettansammlung beim Fötus fördern, was zu erhöhten Leptin-Werten führen könnte.

 

Zu geringes B12 könnte aber auch chemische Veränderungen in den Plazenta-Genen auslösen, die Leptin bilden, um eine verstärkte Hormonbildung anzuregen. Man weiß, dass Vitamin B12 an so genannten Methylierungs-Reaktionen im Körper beteiligt ist. Diese können beeinflussen, ob Gene an- oder ausgeschaltet werden. In weiteren Studien wollen die Forscher nun genauer untersuchen, wie und warum bei einer B12-Unterversorgung schwangerer Frauen die Leptin-Werte bei ihren Babies ansteigen. Das könnte zu verbesserten Empfehlungen für die Aufnahme von Vitamin B12, gleich ob durch die Ernährung oder aus Nahrungsergänzungen, bei schwangeren Frauen führen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen angeboten, z.B. mit den gesamten B-Komplex-Vitaminen. Auf gute bioaktive Formen sollte (nicht nur) bei Vitamin B12 geachtet werden.

 

Quelle: o.A., Maternal B12 deficiency may increase child´s risk of type-2 diabetes. In: Science Daily vom 7.11.2016 (nach einer Pressemitteilung der University of Warwick, GB)

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Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Mit einem Diabetes steigt das Risiko für Folge-Krankheiten, zu denen u.a. die diabetische Retinopathie gehört. Rund ein Drittel der Diabetiker, vor allem die älteren Patienten, sind davon betroffen. Die Retinopathie beeinträchtigt die Sehkraft und kann in schweren Fällen bis zur Erblindung führen. Die möglichst frühzeitige Vorbeugung mit der regelmäßigen Augenkontrolle ist für Diabetiker daher sehr wichtig. Noch ist nicht genau geklärt, wie der Diabetes zur Schädigung der Netzhaut führt, aber Entzündungen, oxidativer Stress und mikrovaskuläre Veränderungen spielen eine zentrale Rolle bei den beeinträchtigten Netzhaut-Funktionen. Forschungen zeigten, dass die Netzhaut reich ist an langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, das gilt besonders für die DHA (Docosahexaensäure). Die Fettsäuren wirken u.a. antientzündlich und positiv auf die Blutgefäße ein, das könnte zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen.

 

Eine Gruppe von Forschern prüfte im Rahmen der großen spanischen Bevölkerungsstudie zur mediterranen Ernährung (PREDIMED), ob und wie eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung die Retinopathie bei Diabetes beeinflussen kann. Einbezogen wurden 3.614 Teilnehmer von 55 bis 80 Jahren, die bereits zu Beginn der Studie (2003) Diabetiker waren. Für 3.482 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren waren am Studienende (2009) sämtliche nötigen Daten verfügbar. Allen Teilnehmern wurde empfohlen, zur Vorbeugung vor kardiovaskulären Krankheiten täglich wenigstens 500 mg Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.

 

Dies kann in der Regel mit zwei möglichst fettreichen Fischmahlzeiten, z.B. mit Lachs, Sardinen etc., leicht erreicht werden. Da in Spanien traditionell viel Fisch gegessen wird, erreichten 2.611 Teilnehmer (75 %) der Diabetiker die vorgegebene Menge an Omega-3-Fettsäuren. Im Lauf der Beobachtungszeit von sechs Jahren trat bei 69 Teilnehmern (2 %) eine diabetische Retinopathie auf. Nach Anpassung der Daten in Bezug auf Alter, Geschlecht, Lebensstil und klinischen Daten etc. hatten Diabetiker, die täglich weniger als 500 mg an Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, ein um 48 % erhöhtes Risiko für die diabetische Retinopathie. Von der vorbeugenden Wirkung der Fischöle profitierten besonders Teilnehmer mit einem erhöhtem Blutdruck und bei einem fortgeschrittenen Diabetes. Die Forscher sehen sich daher darin bestätigt, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen können.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder selten isst, kann Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzung in Kapselform aufnehmen. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in Herstellung und Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle: Aleix Sala-Vila et al., Dietary Marine ω-3 Fatty Acids and Incident Sight-Threatening Retinopathy in Middle-Aged and Older Individuals With Type 2 Diabetes. Prospective Investigation From the PREDIMED-Trial. In: JAMA Ophthalmology, Online-Veröffentlichung vom 18.8.2016, doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.2906.

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Magnesium kann die Herzfunktionen unterstützen, da es bei ausreichender Versorgung den Blutdruck verringert. Das zeigt die Auswertung einer Reihe von internationalen Studien.

 

Magnesium kann die Herzfunktionen unterstützen, da es bei ausreichender Versorgung den Blutdruck verringert. Das zeigt die Auswertung einer Reihe von internationalen Studien.

 

Nicht immer sind wir in unserer Ernährung ausreichend mit Magnesium versorgt, das gilt in vielen Ländern, darunter auch Deutschland und die USA. Zwischen 300 bis 400 mg Magnesium sollten Jugendliche und Erwachsene täglich, abhängig von Alter und Geschlecht, aufnehmen. Magnesium ist an vielen Körperprozessen beteiligt, es ist vor allem für die Funktionen des Muskel-Skelett- und des Herz-Kreislauf-Systems sowie für den Glukosestoffwechsel wichtig. Nicht ganz einig waren sich die Mediziner bisher darüber, ob die Einnahme von Magnesium-Ergänzungen blutdrucksenkend wirken kann. Das prüfte nun eine internationale Forschergruppe aus China, Japan, Kanada und den USA.

 

In die Meta-Analyse wurden 34 kleinere Studien mit rund 2.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis zu 84 Jahren einbezogen. Die Teilnehmer hatten entweder einen normalen oder einen erhöhten Blutdruck. Sie erhielten jeweils Magnesium-Ergänzungen im Vergleich zu einem Placebo. Dabei wurden verschiedene Dosierungen geprüft, im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer 368 mg Magnesium täglich auf.

 

Auch die Dauer der Studien war unterschiedlich, im Durchschnitt wurde die Magnesium-Einnahme drei Monate lang untersucht. Die Auswertung der Studien zeigte, dass mit den Magnesium-Ergänzungen im Durchschnitt der systolische Blutdruck signifikant um 2,00 mm Hg gesenkt werden konnte, der Wert des diastolischen Blutdrucks verringerte sich um 1,78 mm Hg. Außerdem hatten sich die Serum-Werte von Magnesium im Vergleich zum Placebo erhöht. Der Magnesium- Anstieg war dabei positiv mit dem systolischen Blutdruck verbunden. In qualitativ gut strukturierten Studien zeigten sich darüber hinaus durch die Einnahme von Magnesium eine größere Senkung des Blutdrucks.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Magnesium herzschützende Wirkungen haben kann. Aus ihren Berechnungen geht hervor, dass die Einnahme von 300 mg Magnesium täglich über die Dauer von (wenigstens) einem Monat ausreichend ist, um die Serum-Werte von Magnesium zu erhöhen und den Blutdruck leicht zu senken.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen ist auch die gute Resorption wichtig. Magnesiumcitrat, -glukonat und -malat werden vom Körper besser aufgenommen als z.B. Magnesiumoxid.

 

Quelle: Xi Zhang et al., Effects of Magnesium Supplementation on Blood Pressure. A Meta-Analysis of Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trials. In: Hypertension, Online-Veröffentlichung vom 11.7.2016, doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.116.07664.

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Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei.

 

Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei. Sie sind vor allem in roten und blauen Obstsorten sowie in Citrusfrüchten enthalten.

 

Ein erhöhter Verzehr von Obst senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu trägt der Gehalt an Flavonoiden (eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) bei, zu denen u.a. die Anthocyane und Flavanone gehören. Die Anthocyane sind vor allem in Früchten mit roter, blauer und violetter Farbe enthalten, die Flavanone kommen in den Citrusfrüchten vor. Beide Arten von Pflanzenstoffen waren in einigen Studien mit einem sinkenden Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen verbunden. Ob diese Beziehung auch bei den Männern besteht, war bisher weitgehend unbekannt. Forscher aus Großbritannien und den USA untersuchten daher nun auch bei Männern die Beziehung von Anthocyanen und Flavanonen zur koronaren Herzkrankheit und zu Schlaganfällen.

 

An einer langjährigen Beobachtungsstudie mit Männern aus Gesundheitsberufen (Health Professionals Follow-Up Study) nahmen 43.880 Männer teil, die zu Beginn keine Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten. Aus Ernährungs-Befragungen wurden ihre Aufnahmen von Flavonoiden und speziell von Anthocyanen und Flavanonen ermittelt. Im Lauf von 24 Jahren der Beobachtung traten bei den Männern 4.046 Herzinfarkte und 1.572 Schlaganfälle auf. Eine erhöhte Aufnahme von Anthocyanen war allgemein nicht mit dem Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko verbunden. Detailliertere Analysen zeigten jedoch eine Verbindung zu den nicht tödlich verlaufenden Herzinfarkten. Hier konnten die Anthocyane das Risiko für Herzinfarkte um 13% senken. Bei Männern, die normale Blutdruckwerte hatten, war diese Beziehung noch stärker ausgeprägt, ihr Herzinfarkt-Risiko sank um 19%.

 

Auch die Aufnahme von Flavanonen war insgesamt nicht mit dem Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden. Bei der näheren Analyse zeigte sich jedoch, dass höhere Aufnahmen von Flavanonen signifikant das Risiko für den ischämischen Schlaganfall um 22% senken konnten. Davon profitierten vor allem die Teilnehmer ab 65 Jahren.

 

Der höhere Verzehr von Flavonoiden kann also auch bei Männern dazu beitragen, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu senken. Die mögliche Wirkung auf die Herzgesundheit basiert vermutlich darauf, dass Flavonoide den Blutfluss verbessern und dazu beitragen, das Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) zu hemmen. Das könnte beispielsweise den vorbeugenden Effekt auf die ischämischen Schlaganfälle erklären. Möglicherweise gibt es aber weitere, noch nicht erkannte Wirkungen, die in weiteren Studien untersucht werden sollten.

 

Quelle: Aedin Cassidy et al., Habitual intake of anthocyanin and flavanones and risk of cardiovascular disease in men. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 3.8.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.133132

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Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Es gibt zunehmend mehr Nachweise über die Rolle der Ernährung bei der Entwicklung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), auch wenn die Ergebnisse bisher nicht als völlig ausreichend gelten. Im Rahmen der großen europaweiten EPIC-Studie (European Perspectives Investigation into Cancer and Nutrition) über die Beziehungen der Ernährung zu chronischen Krankheiten wurde jetzt im deutschen Studienzweig diese Verbindung näher untersucht. Einbezogen waren rund 24.000 Teilnehmer im mittleren Alter.

 

Im Lauf der rund achtjährigen Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe 209 Fälle von Herzinsuffizienz auf. Die Ernährung der Teilnehmer wurde mit einer Skala geprüft, mit der der Anpassungsgrad an die traditionelle (griechische) mediterrane Ernährung bestimmt werden konnte. Je mehr Punkte die Teilnehmer auf der Skala erreichten, um so stärker ernährten sie sich auf mediterrane Weise. Nach der Anpassung der Daten an Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Energieaufnahmen zeigte sich, dass der Anstieg von jeweils 2 Punkten auf der mediterranen Ernährungs-Skala mit einem um 26% geringeren Risiko für die Herzinsuffizienz verbunden war.

 

Nach der Einbeziehung von weiteren beeinflussenden Faktoren schwächte sich diese Beziehung leicht ab und war dann zwar weiter vorhanden, aber nicht mehr signifikant. Drei Komponenten waren jedoch signifikant mit dem Herzinsuffizienz-Risiko verbunden: der Konsum von Alkohol sowie von  Fleisch und Fisch. Positiv wirkte sich ein geringer Alkoholkonsum aus, schlechter dagegen wirkten sowohl ein sehr geringer als auch ein zu hoher Alkoholkonsum. Positiv wirkten sich weiter der relativ geringe Verzehr von Fleischwaren und häufigere Fischmahlzeiten aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Auch in einer Bevölkerung, die sich üblicherweise nicht mediterran ernährt, lassen sich mit kleinen Veränderungen, die sich der mediterranen Ernährung annähern, gesundheitliche Vorteile bei der Prävention der Herzinsuffizienz erreichen. Das gilt besonders für die Senkung des Fleischverzehrs, wenn gleichzeitig der Fischverzehr erhöht wird.

 

Quelle: J. Wirth et al., A Mediterranean-style diet, its components and the risk of heart failure: a prospektive population-based study in a non Mediterranean country. In: European Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 10.8.2016, doi: 10.1038/ejcn.2016.140.

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Die Ergänzung von Omega-3 und -6-Fettsäuren kann die Lesefähigkeit von Schulkindern verbessern.

 

Die Ergänzung von Omega-3 und -6-Fettsäuren kann die Lesefähigkeit von Schulkindern verbessern. In einer schwedischen Studie zeigte sich, dass davon besonders Kinder mit Aufmerksamkeits-Problemen profitieren.

 

Frühere Studien zeigten bei Kindern mit Unaufmerksamkeit und Leseproblemen einige positive Effekte der mehrfach ungesättigten Omega-3- und -6-Fettsäuren. Sie sind für gute Gehirnfunktionen sehr wichtig, da die Zellmembranen im Gehirn zu einem Großteil aus mehrfach ungesättigten Fetten bestehen. Sie werden u.a. für die Signal-Übertragung zwischen den Nervenzellen und die Regulation von Signalsystemen im Gehirn benötigt. Da die Ernährung z.B. oftmals nur relativ wenig Omega-3-Fettsäuren enthält, kann eine Unterversorgung sich auf das Lernen, Lesen und die Aufmerksamkeit negativ auswirken.

 

Forscher der Universität Göteborg untersuchten nun, ob die Ergänzung von Omega-3- und -6-Fettsäuren die Lesekompetenz bei normal entwickelten Kindern verbessern kann. 154 Schulkinder im Alter von neun und zehn Jahren nahmen ein halbes Jahr lang an der Studie teil. Die Forscher untersuchten zunächst die Lesekompetenz der Kinder mit einem speziellen Test (Logos). Dabei wurde u.a. die Lesegeschwindigkeit erfasst, dazu die Fähigkeit, Nonsens-Wörter und Vokabular zu erkennen und zu lesen. Die Kinder wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt für drei Monate jeweils zweimal täglich drei Kapseln mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Die andere Gruppe erhielt identisch aussehende Kapseln mit Palmöl als Placebo. Weder die Kinder, noch die Eltern und Forscher wussten, welcher Gruppe die Kinder zugeordnet waren. Nach drei Monaten erhielten dann alle Kinder für weitere drei Monate die Omega-3- und -6-Kapseln.

 

Bereits nach der ersten Phase mit drei Monaten zeigte sich, dass sich die Lesefähigkeit der Kinder in der Gruppe mit den Omega-3- und -6-Fettsäuren im Vergleich zum Placebo verbessert hatte. Das war besonders deutlich bei der Fähigkeit, Nonsens-Wörter laut zu lesen und sie korrekt auszusprechen (phonologisches Dekodieren). Das galt auch bei der Aufgabe, eine Serie von Buchstaben schnell zu lesen (Geschwindigkeit der visuellen Analyse). In dieser Studie waren Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) ausgeschlossen. Mit Hilfe der Eltern konnten aber diejenigen Kinder bestimmt werden, die zumindest geringere Probleme bei der Aufmerksamkeit hatten. Sie profitierten in mehreren Tests besonders deutlich von der Fettsäuren-Einnahme und konnten nach drei Monaten besser und schneller lesen.

 

Dies ist die erste doppelblinde, mit einem Placebo kontrollierte Studie, die zeigt, dass Omega-3- und -6-Fettsäuren das Lesen bei normal entwickelten Schulkindern verbessern können. Lassen sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, dann könnten viele Kinder von diesen Nahrungsergänzungen profitieren und ihre Lesekompetenz steigern.

 

Unser Tipp: Bei Ergänzungen mit Omega-3- und -6-Fettsäuren kommt es auch auf die gute Qualität an. Sie sollten frei von Schwermetallen sein und ein gutes Verhältnis der beiden Fettsäuren zueinander haben.

 

Quelle: Mats Johnson et al., Omega 3/6 fatty acids for reading in children: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in 9-year-old mainstream schoolchildren in Sweden. In: Journal of Child Psychology and Psychiatry, Online-Veröffentlichung vom 22.8.2016, doi: 10.1111/jcpp.12614.

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Übergewicht und Adipositas sind ein Risikofaktor für mehr Krebsarten als man bisher vermutete.

 

Übergewicht und Adipositas sind ein Risikofaktor für mehr Krebsarten als man bisher vermutete. Dabei steigt das Krebsrisiko, abhängig vom Ausmaß des Übergewichts, stetig an, wie die Auswertung vieler Studien zeigt.

 

Weltweit steigen die Zahlen für Übergewicht und Adipositas, dem starken Übergewicht mit einem Body Mass Index (BMI) ab 30, deutlich an, so dass Fachleute längst von einer Epidemie sprechen. Zu den Folgen gehören Veränderungen im Stoffwechsel und im Hormon-Haushalt. Dazu gehören z.B. die übermäßige Bildung von Östrogen, Testosteron, Insulin und IGF (Insulin-ähnliche Wachstumfaktoren), Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Signalmoleküle) und Entzündungsreaktionen. Das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten, aber auch für einige Krebsarten wird durch Übergewicht deutlich erhöht.

 

Die IARC (International Agency for Research on Cancer), ein Forschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation, untersucht seit vielen Jahren die Risiken für die Krebsentstehung. 2002 veröffentlichte sie einen Bericht, dass die Vermeidung von Übergewicht zum Schutz vor Krebs in Darm, Speiseröhre, Nieren, Brust und Gebärmutter beitragen kann. Nun wertete das IARC rund 1000 neuere Studien zum Thema aus und bezieht weitere acht Krebsarten ein, die vom Übergewicht beeinflusst werden können. Dazu gehören Krebskrankheiten in Magen, Leber, Gallenblase, Pankreas und Eierstöcken. Das gilt weiter für bestimmte Hirntumore (Meningeom), den Schilddrüsenkrebs und das multiple Myelom (Art der B-Zell-Lymphome). Mit einigen Einschränkungen gibt es dazu Hinweise, dass Übergewicht den Brustkrebs bei Männern, den Prostatakrebs und das (diffuse großzellige) B-Zell-Lymphom beeinflussen kann.

 

Die Auswertung der Studien zeigte weiter: Je höher der BMI, um so mehr steigt das Krebsrisiko an. Für Männer und Frauen war dabei das erhöhte Krebsrisiko durch Übergewicht gleich. Bei Übergewicht in jungen Jahren, als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu 25 Jahren, stieg das Risiko für einige Krebsarten, z.B. in Darm und Leber, im Erwachsenenalter an. Zwischen den verschiedenen Regionen gab es kaum Unterschiede, Übergewicht erhöhte das Krebsrisiko in Nordamerika ebenso wie in Europa, Asien und im Mittleren Osten.

 

Die Autoren sind überzeugt davon, dass ein gesunder Lebensstil, ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht und körperliches Training sowie der Verzicht auf das Rauchen das Krebsrisiko verringern kann. Übergewicht sollte möglichst ein Leben lang vermieden oder auf ein normales Maß gesenkt werden. Einige Studien zeigten, dass bei einer deutlichen Gewichtsabnahme sich die hormonellen und entzündlichen Fehlsteuerungen im Körper wieder verringern. Auch das Risiko für Krebskrankheiten konnte durch ein geringeres Körpergewicht deutlich gesenkt werden.

 

Quelle: Béatrice Lauby-Secretan et al., Body Fatness and Cancer - Viewpoint of the IARC Working Group, In: New England Journal of Medicine, Vol. 375, Nr. 8, S.794-798, doi: 10.1056/NEJMsr1606602.

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Viele Menschen in Deutschland sind mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt.

 

Viele Menschen in Deutschland sind mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt. Vor allem im Winterhalbjahr kann die Ergänzung mit dem „Sonnenschein-Vitamin“ empfehlenswert sein.

 

Das fettlösliche Vitamin D ist nicht nur für ein gesundes Knochen- und Muskelsystem wichtig. Es beeinflusst auch die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und stärkt das Immunsystem. Eine zu geringe Versorgung mit Vitamin D beeinträchtigt daher viele Körperprozesse. Zu den möglichen Folgen gehören die Schädigungen der Knochen, die Zahl der Knochenbrüche kann um bis zu 20 % ansteigen. Außerdem erhöht sich die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte.

 

Die Versorgung mit Vitamin D unterscheidet sich von anderen essentiellen Vitaminen, da es vor allem über die Haut durch die Einwirkung von Sonnenstrahlen (UVB) gebildet wird. Der Anteil von Vitamin D aus der Nahrung spielt für die Versorgung nur eine untergeordnete bzw. ergänzende Rolle. Defizite an Vitamin D oder gar ein Mangel können entstehen, wenn die Sonneneinwirkung abhängig von Wohnort und Klima, aber auch durch individuelle Verhaltensweisen (z.B. wenig Aufenthalt im Freien) beeinträchtigt wird. Im kälteren und sonnenärmeren Winterhalbjahr sinkt die Vitamin D-Synthese in Deutschland deutlich ab, doch auch im sonnenreicheren Sommerhalbjahr liegt sie hierzulande nur bei 12,5 bis 15 mcg Vitamin D pro Tag.

 

Mit der Nahrung werden im Durchschnitt nur etwa 2,2 bis zu 2,9 mcg Vitamin D täglich aufgenommen. Es ist in guter Konzentration in fettreichen Fischsorten wie Lachs, Hering oder Makrele enthalten, aber auch in Leber und Eigelb. Sie gehören jedoch zu den Lebensmitteln, die von vielen Menschen eher wenig gegessen werden. Mit der Synthese über die Haut und die Ernährung wird die täglich empfohlene Aufnahme von 20 mcg Vitamin D pro Tag für Kinder ab einem Jahr und Erwachsene jeden Alters oft nicht erreicht. In den Wintermonaten kann die Versorgungslücke noch größer sein. Bei Untersuchungen der Vitamin D-Spiegel im Blut zeigen sich in vielen Fällen zu geringe Werte. Man geht davon aus, dass die Defizite in der allgemeinen Bevölkerung bei 15 % liegen, bei Patienten geht man von 25 % aus, bei Bewohnern von Pflegeheimen liegen die Defizite vermutlich noch höher.

 

Unterversorgt sind oft auch Migranten bzw. Menschen mit einem dunkleren Hauttyp. Allgemein sind auch ältere Menschen von Vitamin D-Defiziten häufiger betroffen. Bei ihnen sinkt mit den Jahren die Bildung von Vitamin D über die Haut, außerdem halten sich ältere Menschen oft weniger im Freien auf. Ergänzungen von Vitamin D sind bei zu geringer Vitamin D-Synthese über die Haut besonders im Winterhalbjahr für viele Menschen empfehlenswert.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Multi-Nährstoff-Präparaten als natürliches Cholecalciferol (D3) enthalten. Einzeln wird es z.B. in emulgierter oder auch flüssiger Form besonders gut aufgenommen.

 

Quelle: A. Zittermann und S. Pilz, Vitamin D in Klinik und Praxis. In: Aktuelle Ernährungsmedizin Vol. 41, Nr. 4, 2016, S. 300-316, doi: 10.1055/s-0042-110724.

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Die Menge an Antioxidantien aus der Ernährung kann vermutlich die Neigung zu Schlaganfällen beeinflussen.

 

Die Menge an Antioxidantien aus der Ernährung kann vermutlich die Neigung zu Schlaganfällen beeinflussen. Frauen profitieren möglicherweise stärker von einer an Antioxidantien reichen Ernährung.

 

In unserer Nahrung sind eine Fülle von Antioxidantien enthalten. Viele Vitamine, Mineralstoffe und zahlreiche Pflanzenstoffe haben antioxidative Wirkungen.
Einige Studien zeigten bereits, dass eine Ernährung, die reichlich Antioxidantien enthält, sowohl systemische Entzündungen im Körper als auch den oxidativen Stress verringern kann. Beide sind, zusammen mit dem Übergewicht und dem Rauchen, bekannte Risikofaktoren für die Entstehung von Schlaganfällen. Doch bisher ist vieles in der Forschung über die komplexen Beziehungen zwischen Antioxidantien und dem Risiko für Schlaganfälle nicht näher geklärt. Das gilt zum Beispiel für möglicherweise unterschiedliche Beziehungen bei den Geschlechtern. Mit einem Antioxidantien-Status (NEAC, Non Enzymatic Antioxidant Capacity) lassen sich die synergistischen Interaktionen der Nahrungs-Antioxidantien genauer bestimmen. Mit diesem Index untersuchte eine Gruppe von italienischen und schwedischen Forschern nun die Beziehungen von Antioxidantien und dem Schlaganfallrisiko in einer großen Bevölkerungsgruppe.

An der Studie waren 34.555 Männer und Frauen im Rahmen der Swedish National March Cohort beteiligt. Mit einer Ernährungs-Befragung wurde bei allen Teilnehmern die jeweilige Antioxidantien-Kapazität in ihrer Ernährung zu Beginn der Studie 1997 ermittelt. Hinzu kamen Daten aus weiteren Befragungen bis 2010. Im Lauf der gesamten Studienzeit ereigneten sich in dieser großen Gruppe 1.186 Schlaganfälle, davon waren 860 ischämisch, 201 hämorrhagisch und 125 nicht näher bestimmt. Wurde das Antioxidantien-Potential mit den Schlaganfällen in Beziehung gesetzt, zeigten sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Nur bei den Frauen war die Beziehung statistisch signifikant. Im Vergleich zu Frauen mit dem geringsten Antioxidantien-Potential in der Ernährung hatten Frauen mit den besten Antioxidantien-Werten ein um 27% geringeres Risiko für einen Schlaganfall. Beim ischämischen Schlaganfall war das Risiko mit 35 % sogar noch geringer.

 

Unser Tipp: Spezielle Antioxidantien-Formeln mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen können die Aufnahme von Antioxidantien verbessern.

 
Quelle: Luca Colarusso et al., Dietary Antioxidant Capacity and Risk of Stroke in a prospective cohort study of Swedish Men and Women. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 27.7.2016, doi: 10.1016//j.nut.2016.07.009.

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Die Vorteile der mediterranen Ernährung für die Vorbeugung vor vielen Krankheiten sind gut nachgewiesen. Nun zeigt sich auch ihr starker Einfluss auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen jeden Alters.

 

Die Vorteile der mediterranen Ernährung für die Vorbeugung vor vielen Krankheiten sind gut nachgewiesen. Nun zeigt sich auch ihr starker Einfluss auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen jeden Alters.

 

Die mediterrane Kost gehört zu den Ernährungsweisen, die gesund sind und sehr gut schmecken. Sie enthält reichlich Obst, Gemüse, Fisch und Olivenöl, dagegen werden Milchprodukte, rotes Fleisch und Zucker weniger gegessen. In vielen Studien konnte der positive Einfluss der Mittelmeerkost auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht etc. belegt werden. In einer Übersicht analysierte eine Gruppe von australischen Forschern nun Studien zur Beziehung der mediterranen Ernährung und dem Abbau kognitiver Funktionen. 18 internationale Langzeit- und Beobachtungs-Studien aus den Jahren 2000 bis 2015 mit Erwachsenen aller Altersgruppen konnten in die Auswertung einbezogen werden. Untersucht wurden jeweils die mediterrane Ernährung und ihre Beziehung zur Verbesserung von kognitiven Prozessen oder zur Verringerung des kognitiven Abbaus.

 

Die Forscher sehen in entzündlichen Prozessen und im oxidativen Stress die Hauptursachen für die geringere Gesundheit und die schlechteren Gehirnfunktionen im Alter. Allerdings beginnt der Abbau der kognitiven Funktionen schon in jüngeren Jahren und schreitet langsam voran. So sinkt die Geschwindigkeit im Denken und Gedächtnis etwa ab der dritten Lebensdekade und schwächt sich mit den Jahren weiter ab. Die Geschwindigkeit von Abrufen aus dem Kurzzeitgedächtnis sinkt von den dreißiger bis zu den achtziger Jahren um rund 50 %, wie Studien zeigten. Die Ernährung, vor allem die mediterrane Ernährung, könnte ein wichtiger Faktor sein, mit dem sich degenerativen Prozessen vorbeugen lässt.

 

Die Mittelmeerkost ist eine gute, vielfältige  Quelle für Mikro-Nährstoffe, mit denen die Risiken für den Abbau von Gehirnprozessen gesenkt werden könnten. Von diversen Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen ist bekannt, dass sie für die Gehirnfunktionen wichtig sind. Eine besondere Rolle spielen dabei z.B. die B-Vitamine, B1, B2, B6, B12, Biotin, Folsäure, Niacin und Pantothensäure. Sie sind u.a. wichtige Regulatoren von Neurotransmittern. Aber auch Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) im Blut und vermutlich die Mikrobiota im Darm können durch die mediterrane Ernährung positiv beeinflusst werden. Und nicht zuletzt stärken Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen die kognitiven Funktionen über lange Zeit.

 

Bei Menschen, die ihre Ernährung stärker an die Mittelmeerkost angepasst hatten, zeigten sich verbesserte Hirnfunktionen. Ihre Entwicklung beim kognitiven Abbau verlief langsamer. Sie hatten z.B. ein besseres Gedächtnis, waren aufmerksamer und auch ihre Sprachfähigkeit war verbessert. Außerdem konnte die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit verlangsamt werden. Dieser positive Einfluss auf das Gehirn war nicht nur bei Menschen vorhanden, die im Mittelmeerraum lebten, sondern bei allen, die sich auf diese Weise ernährten. Die Wirkungen waren zwar im Alter besonders effektiv, aber nicht nur auf ältere Menschen beschränkt. Zwei der ausgewerteten Studien untersuchten junge Erwachsene, und in beiden verbesserten sich mit der mediterranen Kost die kognitiven Leistungen.

 

Quelle: Roy J. Hardman et al., Adherence to a Mediterranean-Style Diet and Effects on Cognition in Adults: A Qualitative Evaluation and Systematic Review of Longitudinal and Prospective Trials. In: frontiers In Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 22.7.2016, doi: 10.3389/fnut.2016.00022.

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Höhere Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren konnten bei älteren Menschen die kognitiven Leistungen verbessern.

 

Höhere Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren konnten bei älteren Menschen die kognitiven Leistungen verbessern. Darauf hatten möglicherweise belastende Faktoren (Quecksilber, Apolipoprotein E4) kaum Einfluss.

 

Es gibt Hinweise, dass der Fischverzehr und die darin enthaltenen langkettigen mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren das Risiko für den kognitiven Abbau im Alter verringern können. Zu ihnen gehören EPA (Eicosapentaensäure), DHA  (Docosahexaensäure) und DPA (Docosapentaensäure). In einer Studie untersuchte eine Gruppe von italienischen und finnischen Forschern, ob diese drei Fettsäuren bei älteren Menschen die Leistungen in neuropsychologischen Tests verbessern können. Weiter wurde geprüft, ob Belastungen mit (Methyl-)Quecksilber oder Apolipoprotein E4 (Strukturprotein in der Membran von Lipoproteinen) die Beziehung negativ beeinflussen können. Von beiden ist bekannt, dass sie möglicherweise zu kognitiven Störungen und zur Alzheimer-Krankheit beitragen können.

 

In die Studie einbezogen waren 768 Männer und Frauen im Alter von 53 bis 73 Jahren, die an der finnischen Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study teilnahmen. Bei allen  Teilnehmern wurde im Serum die Konzentration von EPA, DHA und DPA bestimmt. Quelle für die Aufnahme dieser Fettsäuren waren hauptsächlich Fischmahlzeiten. Mit fünf neuropsychologischen Tests wurden bei allen die kognitiven Funktionen mit verschiedenen Fähigkeiten untersucht. Dann setzten die Forscher die Konzentrationen der Omega-3-Fettsäuren und die Ergebnisse der kognitiven Tests in Beziehung zueinander. Die kognitiven Leistungen wurden durch EPA und vor allem durch DHA, nicht aber durch DPA beeinflusst. Mit einer guten Versorgung von EPA und DHA erreichten die Teilnehmer statistisch signifikant bessere Leistungen bei zwei der fünf Tests.

 

Teilnehmer mit den besten Omega-3-Werten waren beim Trail Making Test um bis zu 7 Sekunden schneller als bei der schlechtesten Versorgung. Dieser Test misst die Geschwindigkeit der visuellen Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, in Aufgaben konzeptuelle Wechsel zu machen. Beim Verbal Fluency Test wird die Sprachkompetenz geprüft. So muss man z.B. innerhalb einer Minute Wörter finden, die mit einem bestimmten Buchstaben, z.B. P, anfangen. Hier fanden die Teilnehmer mit guten Omega-3-Werten drei Wörter mehr pro Minute. Zwar konnte Quecksilber, das in Haarproben gemessen wurde, die Leistung im Trail Making Test etwas verschlechtern. hatte insgesamt jedoch nur einen geringen Einfluss auf die Beziehung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Leistungen, das galt auch für das Apolipoprotein E4.

 

Die Forscher führen mehrere Mechanismen an, wie Omega-3-Fettsäuren die kognitiven Leistungen positiv beeinflussen können. Sie sind in den Zellmembranen des Gehirns für die effektive Übertragung von Nervenreizen essentiell. Besonders die DHA steigert die Hirn-Phospholipid-Werte. Sie kann neuronale Prozesse fördern und wirkt positiv auf das Wachstum von Neuriten (Fortsatz von Neuronen) und die Bildung von Synapsen, die im Nervensystem an Entwicklungs- und Reparaturprozessen beteiligt sind. Omega-3-Fettsäuren wirken außerdem antientzündlich und antioxidativ, beides kann im Alter und bei chronischen Krankheiten nützlich sein.

 

Unser Tipp: Bei Nahrungsergänzungen mit Omega-3-Fettsäuren sollte man auf eine gute Qualität achten. In hoch gereinigten Fischölen sind alle, vorher eventuell vorhandenen Schadstoffe entfernt.

 

Quelle: T. A. D. Ascoli et al., Association between serum long-chain omega-3 polyunsaturated fatty acids and cognitive performance in elderly men and women: the Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study. In: European Journal of Clinical Nutrition, Vol. 70, Nr. 8, 2016, S. 970-975, doi: 10.1038/ejcn.2016.59.

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Flavonoide aus der Ernährung könnten bei guter Aufnahme das Risiko für Depressionen vor allem bei älteren Frauen verringern.

 

Flavonoide aus der Ernährung könnten bei guter Aufnahme das Risiko für Depressionen vor allem bei älteren Frauen verringern.

 

Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die auch in der Ernährung enthalten sind. Sie kommen in Obst, Gemüse, Getreide, Kräutern und Getränken, z.B. in Tee und Wein, vor. Flavonoide haben einige gesundheitliche Funktionen und wirken vor allem antioxidativ. Es gibt Hinweise, dass sie auch auf Mechanismen einwirken, die an der Entstehung von Depressionen beteiligt sind. Das betrifft die Senkung von neuronalen Entzündungen und Signalwege von Neuronen und Synapsen. Sie stärken außerdem die Blutgefäße, verbessern den Blutfluss und verringern den oxidativen Stress. Zwar können viele Flavonoid-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überwinden, ob sie jedoch im Gehirn wirksam sind, könnte von ihrer Bioverfügbarkeit abhängen. Die wird z.B. von der Absorption, dem Stoffwechsel und der Verfügbarkeit in Zellen und Geweben beeinflusst.

 

Die Beziehung von Flavonoiden und dem Risiko für Depressionen ist bei Menschen wenig untersucht. Eine Forschergruppe aus den USA und Großbritannien prüfte die Beziehung anhand der über viele Jahre durchgeführten Nurses´Health Study (NHS und NHSII). Sie werteten Daten von 82.643 anfangs gesunden Frauen aus, die an mehreren Ernährungs-Befragungen teilgenommen hatten. Daraus konnte ihre Aufnahme von Flavonoiden berechnet werden. Je nach Menge der Pflanzenstoffe wurden sie fünf Gruppen zugeordnet, von einem sehr geringen bis zum höchsten Verzehr an Flavonoiden. Dabei wurden verschiedene Untergruppen bestimmt (z.B. Flavonole, Flavanole, Flavone, Isoflavone und Anthocyanidine). Weiter wurde ermittelt, ob die Teilnehmerinnen unter Depressionen gelitten hatten. Im Lauf von rund zehn Jahren gab es 10.752 Fälle.

 

Nicht alle Flavonoide wirkten sich auf Depressionen aus. Höhere Aufnahme von Flavonolen, Flavonen und Flavanonen konnten jedoch das Depressions-Risiko um 7 bis 10% senken. Frauen aus der ersten NHS-Studie konnten mit der höchsten Aufnahme an Gesamt- und polymeren Flavonoiden sowie Proanthocyanidinen das Depressions-Risiko um 9 bis 12% senken. Das entsprach z.B. zwei Portionen an Zitrusfrüchten (oder Saft) pro Tag im Vergleich zu weniger als einer Portion pro Woche. Bei älteren Frauen wirkte sich die Beziehung zwischen Flavonoiden und Depressionen stärker aus. Sie konnten bei sehr guter Versorgung z.B. mit Flavonen und Proanthocyanidinen ihr Risiko für Depressionen um 17 bzw. 10% verringern.

 

Auch wenn die Risikosenkung ingesamt als nicht sehr groß erscheinen mag, halten die Forscher diese Ergebnisse für sehr wichtig. Rund 5 % der Depressionen hätten durch den erhöhten Verzehr von Flavonoiden aus Obst, Gemüse und Getreideprodukten etc. verhindert werden können. Die Forscher heben dazu hervor, dass die Beziehung zwischen Flavonoiden und Depressionen in beiden Teilen der Nurses´Health Study nachgewiesen wurde. Das zeigt, dass die Ergebnisse nicht zufällig, sondern relativ stabil sind. In weiteren Studien sollte diese Beziehung nun genauer geprüft werden.

 

Unser Tipp: Flavonoide sind auch in vielen Nahrungsergänzungen einzeln oder als Bioflavonoid-Komplex und auch in Multipräparaten enthalten. Besonders bewährt haben sich u.a. Resveratrol aus Weintrauben und Rotwein, die Catechine aus dem grünen Tee und Hesperidin aus Zitrusfrüchten.

 
Quelle: Shun-Chiat Chang et al., Dietary flavonoid intake and risk of incident depression in midlife and older women. In: American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 13.7.2016, doi: 10.3945/ajcn.115.124545.