Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD).

 

Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD). Antioxidantien aus Obst und Gemüse können dazu beitragen, die Lunge vor oxidativen Schäden besser zu schützen und so der COPD vorbeugen.

 

Die COPD ist eine weltweit verbreitete Lungenkrankheit, und immer mehr Menschen, vor allem Raucher und Ex-Raucher, erkranken daran. Bei der Entstehung dieser Krankheit spielen der oxidative Stress und entzündliche Prozesse eine wichtige Rolle. Beide können durch die Aufnahme von Antioxidantien verringert werden. Zu ihnen gehören eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und viele sekundäre Pflanzenstoffe, die in Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind.

 

Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm prüften in einer Studie, ob und wie der Verzehr von Obst und Gemüse die Vorkommen der COPD beeinflusst. Sie werteten Daten aus einer Bevölkerungsstudie mit rund 44.500 Männern im Alter von 45 bis zu 79 Jahren aus. Alle Teilnehmer litten zu Beginn der Studie nicht an Lungenkrankheiten. Im Lauf der Beobachtungszeit von im Durchschnitt 13 Jahren erkrankten 1.918 Männer an der COPD, 34% von ihnen waren Raucher, knapp 39 % gehörten zu den Ex-Rauchern. Wenn die Raucher weniger als zwei Portionen Obst und Gemüse täglich verzehrt hatten, war ihr Krankheitsrisiko für die Entstehung einer COPD deutlich höher im Vergleich zu Ex-Rauchern, die ebenfalls einen geringen Konsum hatten. Am niedrigsten war das COPD-Risiko bei Teilnehmern, die täglich reichlich Obst und Gemüse in den von empfohlenen Mengen aßen. Das sind täglich 3 Portionen Gemüse und Salat (400 Gramm) sowie zwei Portionen Obst (250 Gramm).

 

Pro verzehrter Portion Obst oder Gemüse sank das COPD-Risiko bei den Rauchern um 8%, bei den Ex-Rauchern um 4%. Besonders effektiv waren dabei Äpfel. Birnen, grüne Blattgemüse und Paprikaschoten, andere Obst- und Gemüsesorten wirkten sich etwas geringer auf die Prävention aus. Bei Nichtrauchern, die generell ein geringeres COPD-Risiko hatten, wirkte sich ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse nicht auf das COPD-Risiko aus. Raucher mit dem höchsten Verzehr konnten ihr COPD-Risiko dagegen insgesamt um 40% verringern im Vergleich zu einem nur sehr geringen Konsum. Bei den Ex-Rauchern mit hohem Obst- und Gemüse-Verzehr sank das COPD-Risiko um 34%.

 

Die Studie zeigt, dass ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse mit verringerten Vorkommen der COPD verbunden ist. Das galt sowohl für Raucher als auch für Ex-Raucher. Die Forscher vermuten, dass die in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien den schädlichen Einfluss des Rauchens auf den oxidativen Stress und Entzündungen vermindern können. Mehr Obst und Gemüse können so zur Vorbeugung der COPD beitragen.

 

Unser Tipp: Antioxidativ wirkende Mikro-Nährstoffe sind in guten Mischungen auch als Nahrungsergänzungen erhältlich.

 

Quelle:
Joanna Kaluza et al., Fruit and vegetable consumption and risk of COPD: a prospective cohort study of men. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 22.2.2017, doi: 10.1136/thoraxjnl-2015-207851.


Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind

 

Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind.

 

Magnesium ist ein essentielles Spurenelement, das bei vielen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Es beeinflusst zelluläre, neurologische und muskuläre Funktionen und ist auch ein Bestandteil der Knochen. Rund zwei Drittel des gesamten Magnesiums im Körper sind im Knochengewebe angesiedelt. Einige Studien zeigten, dass Magnesium gut auf die Knochengesundheit einwirkt. Bisher fehlte es jedoch an Nachweisen, in denen Magnesium in Bezug auf Knochenbrüche untersucht wurde. Ein Team aus englischen und finnischen Forschern prüfte diese Wirkung im Rahmen einer großen finnischen Bevölkerungsstudie (Kuopio Ischemic Heart Disease).

 

Einbezogen waren 2.245 Männer im Alter von 42 bis zu 61 Jahren. Zu Beginn wurden ihre Magnesium-Werte im Blutserum gemessen, sie nahmen außerdem an einer Ernährungsbefragung teil. Im Lauf der langen Beobachtungszeit von rund 25 Jahren traten bei den Teilnehmern 123 Knochenbrüche auf, 78 davon im Hüftbereich. Magnesium war mit dem Risiko für Knochenbrüche allgemein verbunden, das galt auch, wenn andere Risikofaktoren einbezogen wurden.

 

Männer mit den niedrigsten Magnesium-Konzentrationen hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, das galt vor allem für Brüche im Hüftbereich. Männer mit den besten Magnesium-Werten (ab 2,3 mg/dl) waren dagegen deutlich besser vor Knochenbrüchen geschützt. Sie hatten ein um 44 % verringertes Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Auffällig war, dass die Aufnahme von Magnesium aus der Ernährung nicht direkt mit den Knochenbrüchen verbunden war. Generell hängen die Magnesium-Werte im Blut von der Zufuhr von Magnesium aus Lebensmitteln und Wasser ab. Trotz genügend Magnesium in der Nahrung kann die Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesium, z.B. bei älteren Menschen, bei Darm- und Nierenstörungen oder auch bei der Nutzung bestimmter Medikamente (z.B. Diuretika etc.), beeinträchtigt sein. Wird reichlich Magnesium, z.B. aus dunklem Blattgemüse, Nüssen, Samen und Avocados, aufgenommen, führt dies dann nicht unbedingt zu verbesserten Magnesium-Werten im Blut. Hier könnten Ergänzungen dann eher zu einer besseren Versorgung mit Magnesium führen.

 

Noch ist nicht genau geklärt, wie Magnesium zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen kann und wie zu geringe Magnesium-Konzentrationen die Knochengesundheit beeinträchtigen. In Frage kommen z.B. ein verschlechtertes Knochenwachstum, geringere Knochendichte und Osteoporose. Magnesium wirkt außerdem über einen vom Stickoxid abhängigen Mechanismus auch auf die Aktivität der Osteoblasten und die Anzahl der Osteoklasten (Knochenzellen) ein. Auch wenn dazu bisher nicht alle Fragen geklärt sind, halten die Forscher die Wirkung von Magnesium für beachtlich. Sie vermuten, dass gute Magnesium-Werte im Blutserum zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen können.

 

Dies sollte in weiteren Studien untersucht werden. Bei älteren Menschen und bei denen, die ein erhöhtes Risiko für eine geringe Versorgung mit Magnesium haben, kann es sinnvoll sein, die Magnesium-Werte zu bestimmen. Man schätzt, dass etwa 2,5 bis 15 % der Bevölkerung nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind. Symptome können vor allem bei niedrigen Konzentrationen (unter 2 mg/dl) entstehen. Reicht die Versorgung nicht aus, dann ist die Ergänzung ein Weg, Magnesium im Serum zu erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen, gleich ob als Einzel- oder im Multipräparat, kommt es auch auf die Qualität an. Das betrifft z.B. die Magnesiumverbindung: Magnesiumcitrate oder -glukonate sind besser bioverfügbar.

 

Quelle:
Setor Kwadzo Kunutsor et al., Low serum magnesium levels are associated with increased risk of fractures: a long-term prospective cohort study. In: European Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 12.4.2017, doi: 10.1007/s10654-017-0242-2.


Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an.

 

Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an. Die Einnahme von Probiotika mit Laktobazillen und Bifidobakterien kann dazu beitragen, allergische Beschwerden zu lindern.

 

Viele Studien zeigten bereits, dass Probiotika, die gesunden Bakterien im Darm, dazu beitragen, die Immunanwort auf Allergene zu regulieren. Damit könnten auch  die saisonalen Belastungen durch Heuschnupfen sinken. Doch nicht alle Arten von Probiotika zeigten die gleichen Wirkungen. Bekannt ist, dass eine Kombination von Laktobazillen und Bifidobakterien nicht nur die gesunde Verdauung stärkt, sondern auch auf das Immunsystem einwirkt. Die beiden Bakterienarten erhöhen vermutlich den Anteil der regulatorischen T-Zellen, die wiederum die Toleranz gegenüber Heuschnupfen-Allergenen verstärken könnten.

 

In einer Studie prüften US-amerikanische Forscher der University of Florida eine Kombination von drei Bakterienarten, mit der Allergie-Symptome verringert werden könnten. Einbezogen waren Lactobacillus gasseri und die beiden Bifidobakterien bifidum und longum. Die Forscher führten eine (doppelblinde, Placebo-kontrollierte, randomisierte) klinische Studie mit 173 Teilnehmern durch. Alle litten unter saisonal auftretenden Allergien mit leichten bis mittleren Beschwerden, waren ansonsten jedoch gesund. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe  nahmen in der Allergie-Saison im Frühjahr acht Wochen lang täglich zwei Kapseln ein, die 1,5 Milliarden Bakterien-Einheiten pro Kapsel ergänzten.

 

Die andere Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo ein. Anhand von Stuhlproben wurden im Lauf der Studie die Veränderungen in den Bakterien-Spezies analysiert. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem wöchentlich die Allergie-Beschwerden ermittelt. Bei einer Untergruppe von 72 Teilnehmern wurden außerdem Blutproben genommen. Darin wurden die Anteile für das Serum-Immunglobulin E (Abwehrstoff des Immunsystems) und die regulatorischen T-Zellen bestimmt. Damit prüften die Forscher, ob sich die Toleranz gegenüber den Heuschnupfen-Symptomen erhöht hatte.

 

Die Analyse der Stuhlproben zeigte, dass mit der Einnahme von Probiotika der Anteil der gesunden Bakterien angestiegen war. Bis zur sechsten Woche zeigte sich dazu in der Probiotika-Gruppe ein ansteigender Trend für bessere Werte im Serum-Immunglobulin E und in den T-Zellen. Die Teilnehmer aus der Gruppe mit Probiotika berichteten über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität vom Studienbeginn bis zum Höhepunkt der Pollen-Belastung. Sie litten weniger unter allergischen Nasen-Symptomen und fühlten sich in ihren täglichen Aktivitäten weniger beeinträchtigt.

 

Unser Tipp: Probiotika gibt es in vielen Zusammensetzungen, auch mit der hier untersuchten Mischung von Laktobazillen und den Bifidobakterien bifidum und longum. Wichtig ist dabei nicht nur die Anzahl der Bakterien pro Kapsel, sondern auch die Qualität der Zubereitung, z.B. in Bezug auf die Stabilität der Bakterien.

 

Quelle:
Jennifer C. Dennis-Wall et al., Probiotics (Lactobacillus gasseri KS-13, Bifidobacterium bifidum G9-1, und Bifidobacterium longum MM-2) improve rhinoconjunctivitis-specific quality of life in individuals with seasonal allergies. a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 105, Nr. 3, 2017, doi: 10.3945/ajcn.116.140012.


Übergewichtige leiden häufiger unter chronischen Schmerzen. Wenn sie sich aber mediterran ernähren und mehr Fisch und pflanzliche Proteine essen, können sich ihre Schmerzen verringern.

 

Übergewichtige leiden häufiger unter chronischen Schmerzen. Wenn sie sich aber mediterran ernähren und mehr Fisch und pflanzliche Proteine essen, können sich ihre Schmerzen verringern.

 

Einige Studien zeigten bereits, dass übergewichtige Menschen für chronische Schmerzen anfälliger sind. Das lässt sich vermutlich durch die verstärkte Neigung zu Entzündungen bei Übergewichtigen erklären. Die Ernährung kann sowohl Stoffe enthalten, die Entzündungen fördern, aber auch verringern können. Der erhöhte Konsum von Süßigkeiten, raffinierten Kohlenhydraten und Fleischwaren kann z.B. Entzündungen fördern. Sie verlaufen im übrigen nicht nur akut, sondern können mit einem niedrigen Grad auch unbemerkt verlaufen. Das kann langfristig z.B. zur Entstehung von Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten beitragen. Gemüse, Obst und Gewürze enthalten dagegen viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und antientzündlich wirken.

 

Auch die Omega-3-Fettsäuren, die in pflanzlichen Ölen und vor allem in fettreichen Fischen vorkommen, haben starke antientzündlich wirkende Effekte. Entsprechend könnte eine gesunde Ernährung mit vielen antientzündlichen Inhaltsstoffen dazu beitragen, Schmerzen zu verringern. Besonders gut untersucht ist hier die mediterrane Ernährung, die mit ihrem reichlichen Angebot an Gemüse, Obst, Nüssen und Fisch die Zufuhr vieler antientzündlicher Stoffe sichert.

 

Ein Team von Psychologen und Medizinern der Ohio State University in den USA untersuchte in einer Studie, ob und wie sich die Ernährung von Übergewichtigen auf die Schmerzvorkommen auswirkt. Sie entwickelten ein Modell, mit dem sie bestimmen konnten, ob eine antientzündliche Ernährung die Schmerzentwicklung bei Übergewichtigen beeinflussen kann. Sie nutzten dafür Daten aus einer Studie mit 98 gesunden Normal- und Übergewichtigen im Alter von 20 bis zu 78 Jahren. Sie gaben dabei auch Auskunft über ihr soziales Umfeld, Gesundheit und Ernährung, Gewicht und Schmerzvorkommen. Genau bestimmt wurden bei allen Teilnehmern der Body Mass Index (BMI), Taillenumfang und die Anteile des Körperfetts.

 

Alle Teilnehmer führten außerdem für 24 Stunden ein Nahrungs-Protokoll. Die jeweilige Nahrungsqualität wurde mit einem Index für gesundes Essen bewertet. Hinzu kamen die Ergebnisse einer Schmerzbefragung sowie andere möglicherweise beeinflussende Faktoren wie z.B. Alter, Depressionen und der Gebrauch von Schmerzmedikamenten.

 

Die Auswertung bestätigte die Beziehungen zwischen den BMI-Werten, den Schmerzvorkommen und der Qualität der Ernährung. Die Forscher ziehen das Fazit, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Nahrung bei Übergewicht eine wichtige Rolle spielt. Die gesunde Ernährung mit guten Anteilen von Fischen und pflanzlichen Proteinen, z.B. aus Erbsen, Bohnen und Nüssen, ist ein Schlüssel dazu, mit antientzündlichen Mikro-Nährstoffen den chronischen Schmerzen bei Übergewicht vorzubeugen oder sie zumindest zu verringern.

 

Quelle:
Charles F. Emery et al., Dietary intake mediates the relationship of body fat to pain. In: Pain Vol. 158, Nr. 2, 2017, S. 273-277, doi: 10.1097/j.pain.0000000000000754.


Fischöle enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken können.

 

Fischöle enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken können. In einer Meta-Analyse zeigte sich, dass davon besonders Patienten mit der rheumatoiden Arthritis profitierten.

 

Viele Arthritis-Patienten nehmen Fischöl-Ergänzungen ein, um ihre Symptome zu lindern. Enthalten sind darin die gesunden Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Sie sind u.a. an der Bildung von Fett-Mediatoren (z.B. Eicosanoiden) beteiligt, die Entzündungen regulieren. Die antientzündliche Wirkung von EPA und DHA könnte möglicherweise auch bei Arthritis zur Schmerzlinderung beitragen. Bei dieser Muskel-Skelett-Störung treten Gelenkschmerzen und -steifheit, Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit auf. Dazu gehören die rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunkrankheit mit Gelenkentzündungen, und die Arthrose, eine degenerative Krankheit, die ebenfalls mit Entzündungsprozessen verbunden ist.

 

Bisher gab es über die Beziehung von Fischölen zur Arthritis nur begrenzte Nachweise. Eine Forschergruppe untersuchte daher in einem Meta-Analyse, ob die Ergänzung von Fischölen die Schmerzen von Arthritis-Patienten lindern und auch die klinischen Ergebnisse verbessern können. Einbezogen wurden (randomisierte) Studien, in denen Fischöl-Ergänzungen bei Arthritis-Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe geprüft wurden. Das betraf die körperlichen Funktionen (z.B. Griffstärke, Gangtests), Entzündungen und das Auftreten von unerwünschten Wirkungen.

 

42 Studien von den 80er Jahren bis zu 2015 konnten schließlich in die Analyse einbezogen werden, aus 30 Untersuchungen standen die kompletten Schmerzdaten zur Verfügung. Die Studien wurden mit unterschiedlicher Dauer, von zwei Wochen bis zu 18 Monaten, durchgeführt. Eingesetzt wurden dabei verschiedene Mengen von Fischölen, mit geringer bis zu hoher Dosierung. Die Auswertung zeigte einen positiven Effekt der Fischöl-Ergänzungen. Bei den Patienten mit rheumatoider Arthritis war die schmerzlindernde Wirkung signifikant. Das galt auch für die Wirkung auf den Entzündungs-Marker CRP (C-reaktives Protein). Bei den Arthrose-Patienten war die Beziehung nicht so deutlich ausgeprägt, allerdings standen hier auch weniger Studiendaten für die Analyse zur Verfügung.

 

Insgesamt bewerteten die Forscher die Studien in ihrer Struktur als heterogen, abhängig von der jeweiligen Diagnose, Art der eingesetzten Fischöle und ihrem Gehalt an EPA und DHA sowie der Dosierung. Dennoch leiten die Forscher aus den Ergebnissen eine mäßig günstige Wirkung der Fischöle ab. Das gilt für die allgemeine Schmerzlinderung bei Arthritis-Patienten und etwas stärker ausgeprägt bei der rheumatoiden Arthritis. In weiteren Studien sollte die Wirkung von Fischölen auf Arthrose und Arthritis genauer geprüft werden. Die Forscher empfehlen Patienten mit rheumatoider Arthritis, die Fischöle ausprobieren wollen, besonders Präparate mit einem Verhältnis der EPA zu DHA von > 1,5 zu wählen.

 

Unser Tipp: Fischöle mit EPA und DHA werden mit verschiedenen Anteilen angeboten. Wichtig ist neben dem hier genannten Verhältnis der beiden gesunden Fettsäuren auch die Qualität der Zubereitung mit der guten Resorption, Bioverfügbarkeit und Stabilität.

 
Quelle:
Ninna K. Senftleber, Marine Oil Supplements for Arthritis Pain: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Trials. On: Nutrients Vol. 9, Nr. 1, 2017, Online-Veröffentlichung vom 6.1.2017, doi: 10.3390/nu9010042


Mikro-Nährstoffe bei Fleischessern, Vegetariern und Veganern

 

Durch unterschiedliche Ernährungsweisen werden nicht immer alle für den Körper wichtigen Mikro-Nährstoffe in den nötigen Mengen regelmäßig zugeführt. Eine Schweizer Studie zeigt jetzt einige typische Defizite auf, die bei gemischter Kost und bei der pflanzlicher Kost von Vegetariern und Veganern entstehen.

 

Die vegetarische und vegane Ernährung wird in Deutschland und in der Schweiz zunehmend beliebter, auch wenn ihre Anteile an der Ernährung insgesamt nach wie vor eher gering sind. Ob und wie sich die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen durch diese Ernährungsweisen unterscheidet, das wurde bisher nicht näher untersucht. In einer Studie prüften daher Schweizer Forscher, ob und wie Fleischesser, Vegetarier und Veganer mit einigen ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. 206 Schweizer im Alter von 18 bis zu 50 Jahren, die sich mit Fleisch (100), vegetarisch (53) oder vegan (53) ernährten, nahmen an der Studie teil.

 

Bei allen wurden im Blut die Konzentrationen der Vitamine A, C, D, E, B1, B2, B6, B12, Folsäure, Pantothensäure, Niacin, Biotin und Beta-Carotin sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Eisen, Magnesium und Zink untersucht, außerdem wurden die Jodwerte im Urin gemessen. Drei Tage lang wurden bei allen Teilnehmern die Nahrungsaufnahmen genau untersucht und gewogen. Daraus konnten die Aufnahmen der Mikro-Nährstoffe berechnet werden. Einbezogen in die Analyse wurden auch andere beeinflussende Faktoren, z.B. Gewicht, Größe, körperliche Aktivität und Lebensstil der Teilnehmer.

Bei allen drei Ernährungsweisen zeigten sich Defizite in der Eisenversorgung. Ansonsten gab es zwischen den Gruppen einige auffällige Unterschiede in der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Die Fleischesser hatten die geringsten Aufnahmen bei Magnesium sowie bei den Vitaminen C und E, Niacin und Folsäure. Den Vegetariern fehlte es vor allem an Vitamin B6 und Niacin. Die Veganer nahmen am wenigsten Kalzium auf, sie waren außerdem relativ gering mit Vitamin D, B12 und Zink versorgt. Überraschend stuften die Forscher aber die Versorgung mit Vitamin B12 bei den Veganern insgesamt als nicht so schlecht ein. Seit langem ist bekannt, dass sie durch den strikten Verzicht auch auf Eier, Käse und Milchprodukte mit ihrer Ernährung kaum Vitamin B12 aufnehmen, das hauptsächlich in tierischen und nur sehr gering in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt.

 

Trotz der unzureichenden B12-Aufnahme aus der Ernährung zeigten sich bei den Veganern jedoch im Vergleich zu den anderen Gruppen keine sehr großen Unterschiede. Die Forscher führten dies auf den weit verbreiteten Nutzen von Nahrungsergänzungen zurück, mit denen das bekannte Defizit an Vitamin B12 bei Vegetariern und speziell bei Veganern ausgeglichen werden kann.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen: Trotz der erheblichen Unterschiede in der Ernährung und in der Aufnahme sowie bei den Defiziten von Mikro-Nährstoffen ist grundsätzlich eine gut balancierte Ernährung bei allen drei Ernährungsweisen erreichbar. Mögliche Unterversorgungen an Vitaminen, Mineral- und Spurenstoffen können sowohl mit Lebensmitteln, die mit Mikro-Nährstoffen angereichert sind, als auch gezielt mit Nahrungsergänzungen ausgeglichen werden.

 

Unser Tipp:

Qualitativ gute Multi-Vitamin- und Mineralstoff-Präparate können die Basis für eine optimale Versorgung mit Mikro-Nährstoffen schaffen. Gezielt können bei Bedarf auch einzelne Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ergänzt werden. Statt einzelne B-Vitamine aufzunehmen, wird oft empfohlen, den gesamten Komplex der B-Vitamine aufzufüllen.

 

Quelle:
R. Schüpbach et al., Micronutrient status and intake in omnivores, vegetarians and vegans in Switzerland. In: European Journal of Nutrition Vol. 56, Nr. 1, 2017, S. 283-293, doi: 10.1007/s00394-015-1079-7.


Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können

 

Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können.

 

Die rheumatoide Arthritis und die Arthrose sind weit verbreitete Gelenkerkrankungen. Sie können starke Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit verursachen und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Seit einiger Zeit gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass pflanzliche Extrakte aus dem grünen Tee ebenso wie Resveratrol, das bekannte Polyphenol aus dem Rotwein, bei Gelenkproblemen unterstützen können.

 

Ob Grüntee-Extrakte die Symptome der Knie-Arthrose verbessern können, prüfte eine Gruppe iranischer Mediziner in einer kleinen klinischen Studie mit 50 Erwachsenen. Bei allen Teilnehmern wurden die Schmerzempfindlichkeit und Steifigkeit der Kniegelenke mit verschiedenen Methoden (Visuelle Analogskala, WOMAC) untersucht. Sie wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt vier Wochen lang zusätzlich zur medikamentösen Therapie mit dem schmerz- und entzündungslindernden Diclofenac einen Grüntee-Extrakt.

 

Die andere Gruppe nahm zur Kontrolle nur das Medikament ein. Bei Schmerzen und Steifigkeit zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. In der Gruppe mit den Grüntee-Extrakten hatten sich aber die Gelenkfunktionen signifikant verbessert. Die Forscher halten Grüntee-Extrakte daher für eine unterstützende Maßnahme bei Arthrose in den Kniegelenken. Sie empfehlen dazu weitere Studien, z.B. mit längerer Dauer und einer größeren Anzahl von Teilnehmern, durchzuführen. 

 

Resveratrol ist bisher vor allem für seine antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen bekannt, durch die es zum Schutz des Herz-Kreislauf-Systems beitragen kann. Experimentelle Forschungen zeigen, dass Resveratrol möglicherweise auch rheumatische Prozesse sowie die T- und B-Zellen beeinflussen kann, die im Immunsystem und auch bei Rheuma-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Eine französische Forschergruppe analysierte dazu in einer Literatur-Übersicht die bisherigen Forschungsergebnisse. Einige Untersuchungen zeigten, dass Resveratrol gelenkschützende Wirkungen hat, da u.a. die Bildung von entzündlichen Faktoren und Abbau-Prozesse verringert werden können. Eine erste klinische (randomisierte, doppelblinde) Studie aus Dänemark untersuchte 2014 die Wirkung von Resveratrol bei 74 übergewichtigen Männern im mittleren Alter in Bezug auf die Knochenmineraldichte und die alkalische Phosphatase (zeigt Veränderungen im Knochenstoffwechsel an).

 

Bei den Teilnehmern wurden 16 Wochen lang zwei Dosierungen  mit Gaben von 1.000 bzw. 150 mg Resveratrol täglich im Vergleich zu einem Placebo getestet. Mit der hoch dosierten Resveratrol-Gabe wurde die Knochenmineraldichte in Bereichen der Lendenwirbelsäule und die Werte der alkalischen Phosphatase im Vergleich zum Placebo deutlich verbessert. Die Forscher schließen daraus, dass Resveratrol vermutlich einen positiven Einfluss auf die Knochenbildung und -mineralisierung haben kann. Das könnte zum Schutz vor Arthrose und rheumatoider Arthritis beitragen. Auch hier sollten die Wirkungen in weiteren Studien näher geprüft werden.

 

Unser Tipp:

Grüntee-Extrakte gibt es in gut bioverfügbaren Formen. Mit Trans-Resveratrol steht ebenfalls eine gut bioverfügbare und stabile Form zur Nahrungsergänzung zur Verfügung.

 

Quelle:
Mohammad Hashem Hashempur et al., Green tea (Camellia sinensis) for patients with knee osteoarthritis: A randomized open-label active-controlled clinical trial. In: Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 18.12.2016, doi: 10.1016/j.clnu.2016.12.004.
Christelle Nguyen et al., Resveratrol Potential Therapeutic Interest in Joint Disorders: A Critical Narrative Review. In: Nutrients Vol 9, Nr. 1, 2017, 45, doi: 10.3390/nu9010045.



Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt.

 

Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt. Viel Obst, Gemüse und Milchprodukte stärken die Knochenstruktur und senken das Risiko für Knochenbrüche.

 

Bisher fehlt es noch an genaueren Kenntnisse über die Beziehungen zwischen der Ernährung, Messungen der Knochen-Geometrie und dem Risiko für Knochenbrüche. Eine Gruppe von niederländischen und US-amerikanischen Forschern prüfte daher im Rahmen der Rotterdam-Studie, einer großen Bevölkerungsstudie, ob und wie sich die Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt. Einbezogen waren rund 4.000 Teilnehmer ab 55 Jahren. Alle wurden über ihre Ernährung ausführlich befragt, dabei wurden die jeweiligen Lebensmittel 28 Nahrungs-Gruppen zugeordnet. Bei allen Teilnehmern wurden weiter verschiedene Faktoren im Knochensystem gemessen, die Knochenmineraldichte, Knochenbreite und die Stabilität bzw. Instabilität der Knochen. Einbezogen in die Analyse wurden außerdem Knochenbrüche, die die Teilnehmer im Zeitraum von bis zu 15 Jahren vor dieser Untersuchung erlitten hatten.

 

Die Forscher konnten vier Ernährungsweisen ermitteln, durch die die Knochengesundheit beeinflusst wird. Sie fassten sie zu zwei sich grundlegend voneinander unterscheidenden Ernährungsweisen zusammen, die für die weiteren Auswertungen genutzt wurden. Auf der einen Seite stand eine Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Milchprodukten, auf der anderen Seite eine Ernährung mit reichlich Süßigkeiten, tierischen Fetten, bei einem noch relativ moderaten Fleischverzehr. Unabhängig von anderen, die Knochengesundheit beeinflussenden Faktoren war die Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Milchprodukten mit einer besseren Knochengesundheit verbunden.

Sie führte zu einer höheren Knochenmineraldichte, besserer Knochenstärke und -stabilität und senkte das Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen. Teilnehmer, die dagegen mehr Süßigkeiten, tierische Fette und Fleischmahlzeiten bevorzugten, hatten dazu im Vergleich eine schlechtere Knochengesundheit. Sie hatten instabilere Knochen und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine knochengesunde Ernährung zusätzlich zu medizinischen Maßnahmen, mit denen die Knochenmineraldichte gestärkt werden kann, das Risiko für Knochenbrüche verringern kann.

 

Unser Tipp: Gesunde Knochen brauchen mehr Mikro-Nährstoffe als nur Kalzium. Es gibt spezielle Formeln, die alle wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und weitere Nährstoffe für das gesunde Knochen- und Muskelsystem ergänzen.

 

Quelle:
Ester A. L. de Jonge et al., Dietary patterns explaining differences in bone mineral density and hip structure in the elderly: the Rotterdam Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 30.11.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.139196.


Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem.

 

Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem. Viele ältere Menschen sind aus ihrer Ernährung oft nicht ausreichend mit B-Vitaminen versorgt. Sie sollten daher besonders auf eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen achten.

 

Die schützenden Funktionen von B-Vitaminen, vor allem von Folat und den Vitaminen B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), werden (nicht nur) bei Alterskrankheiten immer stärker erforscht. Bisher richtete sich der Blick vor allem auf die Funktionen von Folat (Folsäure ist dessen synthetische Form) und Vitamin B12. In Zukunft sollen auch die Beziehungen der Vitamine B2 und B6 intensiver untersucht werden. Defizite an B-Vitaminen können aufgrund verschiedener Bedingungen entstehen. Dazu gehört die unzureichende Aufnahme aus der Ernährung, ein erhöhter Bedarf, die schlechte Absorption, genetische Störungen und Krankheiten sowie die mögliche Interaktion mit einigen Medikamenten. Bekannt ist, dass ältere Menschen häufiger zu gering mit B-Vitaminen versorgt sind, das gilt vor allem für Folat, B2 und B6.

 

Der häufigste Grund für die schlechte Versorgung mit Folat und B2 im Alter ist eine zu geringe Zufuhr aus der Ernährung. Dagegen beruht eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12 meist auf einer Malabsorption, abhängig von der individuellen Auswahl von Lebensmitteln. B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten, Vegetarier und vor allem Veganer sind daher oft zu wenig mit B12 versorgt. Außerdem entsteht im Alter ein erhöhter Bedarf an B6, u.a. weil Altersprozesse die Absorption der B-Vitamine negativ beeinflussen. Das beeinträchtigt u.a. den Transport und den Stoffwechsel der B-Vitamine. In einigen Beobachtungsstudien zeigte sich, dass ein geringer B-Vitamin-Status zu einem höheren Risiko für degenerative Krankheiten führt. Das gilt z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose und die Neigung zu Knochenbrüchen sowie für kognitive Dysfunktionen.

Eine geringe Versorgung mit B-Vitaminen führt vermutlich zu Störungen im Kohlenstoff-Metabolismus. Dieser trägt u.a. zur Biosynthese der DNA und RNA und zu Methylierungs-Reaktionen (Gen-Aktivierung und -Deaktivierung) bei. Folat und die damit verbundenen Vitamine B2, B6 und B12 haben eine vitale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels. Störungen innerhalb dieser Abläufe als Folge eines zu geringen B-Vitamin-Status können die Gesundheit beeinträchtigen. Nachweise, dass die gute Versorgung mit B-Vitaminen dazu beitragen kann, vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Störungen im Knochen- und Hirnsystem zu schützen, nehmen in der Forschung zu.

 

Von einer guten Versorgung profitieren vor allem Menschen, die vorher mit diesen Vitaminen schlecht versorgt waren. Ältere Menschen sollten zur Vorbeugung vor degenerativen Krankheiten auf ihren B-Vitamin-Status achten und bei Bedarf B-Vitamine einzeln oder kombiniert bzw. den gesamten B-Komplex ergänzen.

 

Unser Tipp: Bei einer allgemeinen Ergänzung ist es oft empfehlenswert, die B-Vitamine als gesamten Komplex (insgesamt 8 Vitamine) zu ergänzen, da sie sich bei vielen Abläufen im Körper gegenseitig beeinflussen und unterstützen.

 

Quelle:
Kirsty Porter et al., Causes, Consequences and Public Health Implications of Low B-Vitamin Status in Ageing. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, 725, doi: 10.3390/nu8110725.


Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Viele Fleischwaren, vor allem Dauerwurstwaren, werden mit Pökelsalz hergestellt, wodurch ihre Haltbarkeit verlängert wird. Dabei werden Nitrat und/oder Nitritpökelsalz eingesetzt, die im Körper zu Stickoxiden umgewandelt werden. In geringen Mengen tragen sie zur Entspannung der Blutgefäße und der glatten Gefäßmuskulatur bei, was bei Asthma-Patienten als allgemein günstig eingeschätzt wird. Bei einer zu hohen Nitrat-Aufnahme bildet sich jedoch der nitrosative und oxidative Stress. Er kann Entzündungen im Körper, u.a. in den Atemwegen, fördern sowie zu Lungenschäden und Asthma führen. Langfristig kann die Zufuhr von Nitraten die Beschwerden von Asthmatikern verschlechtern, wie die Auswertung einer französischen Studie zeigt.

 

Seit den 90er Jahren wird in Frankreich in einer Studie (Etude épidémiologique des facteurs génétiques et environnementaux de l´asthme) eine Gruppe von Asthmatikern beobachtet. Zur Kontrolle nehmen deren (erstgradige) Angehörige und gesunde Kontrollpersonen teil. In Untersuchungen von 2003 und 2007 gaben die Teilnehmer Auskunft über ihre Ernährung, dabei wurden sie auch nach dem Verzehr von Schinken, Wurst und Salami befragt. Weitere Untersuchungen fanden von 2011 bis 2013 statt. Insgesamt konnten die Daten von 971 Teilnehmern (im Durchschnitt 43 Jahre alt) ausgewertet werden, davon litten 42 % unter Asthma, Die Forscher setzten die Angaben zum Verzehr von gepökelten Fleischwaren mit den Asthma-Beschwerden in Beziehung. Als Mittelwert wurde der Verzehr von 2,5 Portionen Wurst und Schinken pro Woche angesetzt. Die Auswertung zeigte einen direkten Einfluss der gepökelten Wurstwaren auf die Asthma-Symptome.

 

Teilnehmer, die viermal pro Woche oder noch öfter Schinken, Wurst oder Salami aßen, hatten zu 76 % häufiger Verschlechterungen der Atembeschwerden im Vergleich zu denen, die solche Lebensmittel seltener oder nicht verzehrten. Da diese Wurstwaren meist pikant gewürzt sind, regen sie vermehrt den Appetit an, entsprechend waren die Wurstesser häufiger stark übergewichtig. Das trug zu  einem gewissen Maß (7 %) auch zu den Asthma-Symptomen bei. Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von sieben Jahren verschlechterten sich bei 20 % der Teilnehmer die Asthma-Symptome, z.B. mit Engegefühlen in der Brust und Atemnot. Je mehr gepökelte Fleischwaren die Teilnehmer aßen, um so stärker ausgeprägt waren ihre Symptome. Teilnehmer, die mehr gepökelte Wurstwaren aßen, waren außerdem häufiger Raucher, sie aßen kalorienreicher und nahmen mehr Natrium sowie mehr gesättigte Fettsäuren auf.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Asthmatikern sollten gepökelte (und geräucherte) Fleisch- und Wurstwaren nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. Sie erhöhen nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Lungenschäden und COPD, sondern auch das Risiko für Asthma-Beschwerden. 

 

Unser Tipp: Neben einer gesunden Ernährung spielen bei Asthma auch eine Reihe von Mikro-Nährstoffen eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise die gute Versorgung mit Vitamin D und den gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Quelle:
Zhen Li et al., Cured meat intake is associated with worsening asthma symptoms. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 20.12.2016, doi: 10.1136/thoraxjnl-2016-208375.


Mit zunehmendem Alter können Schäden an der Netzhaut entstehen. Zum Schutz vor der Makuladegeneration könnte

 

Mit zunehmendem Alter können Schäden an der Netzhaut entstehen. Zum Schutz vor der Makuladegeneration könnte der Fischverzehr mit den enthaltenen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA beitragen.

 

Die vom höheren Alter abhängige Makuladegeneration ist ein maßgeblicher Grund für die Entstehung von Sehbehinderungen bis zur Blindheit in den westlichen Industrieländern. Meist tritt die Krankheit etwa ab dem Alter von 65 Jahren auf. Sehzellen in der Netzhaut (Retina), die zuständig für das scharfe und farbige Sehen sind, gehen dabei zugrunde. Bei dieser Krankheit gibt es zwei Formen, die trockene Makuladegeneration entwickelt sich langsam und tritt häufiger auf. Die feuchte Makuladegeneration ist seltener und entwickelt sich sehr viel schneller.

 

Bisher ist die Ursache dieser Krankheit nicht geklärt, man weiß jedoch, dass oxidativer Stress, Rauchen, Alkohol, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten die Entstehung der Makuladegeneration beeinflussen können. Antioxidantien könnten daher möglicherweise zum Schutz vor dieser Augenkrankheit beitragen. Ein verringertes Risiko für die feuchte Makuladegeneration ist für die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren nachgewiesen. Zu ihnen gehören die EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die vorwiegend aus fettreichen Fischen wie Thunfisch, Makrele, Lachs, Sardinen und Hering aufgenommen werden. Ein höherer Fischverzehr kann die Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren im Blut erhöhen. Bekannt ist, dass die DHA sowohl im Gehirn als auch in der Netzhaut vorhanden ist, und sie hält die Zellmembranen flüssig. Die EPA kann die Viskosität (Zähflüssigkeit) des Bluts und die Blutfette verringern und die DHA-Funktionen in der Netzhaut unterstützen. Dennoch gibt es bisher nur wenige Nachweise über die Beziehung des Fischverzehrs zur Makuladegeneration.

 

In einer Meta-Analyse suchten Forscher daher zunächst nach relevanten Studien vom Anfang der 90er Jahre an bis heute. Insgesamt konnten schließlich acht Beobachtungsstudien aus Europa, den USA und Australien ausgewertet werden. Daran hatten rund 129.000 Personen teilgenommen, rund 4.200 Teilnehmer waren in den jeweiligen Studienzeiten an der Makuladegeneration erkrankt. Ein erhöhter Fischverzehr konnte das Risiko für die Krankheit verringern, das galt sowohl für die trockene als auch für die feuchte Form. Dieser positive Einfluss galt sowohl für langzeitige Beobachtungen von mehr als 20 Jahren als auch für kürzere Beobachtungszeiten von weniger als zehn Jahren. Der Verzehr von dunklen Fischsorten, vor allem von Thunfisch, konnte das Risiko für die Makuladegeneration deutlicher verringern. Allgemein zeigte sich eine lineare Beziehung. Der regelmäßige Verzehr von einer Fischmahlzeit pro Woche senkte das Risiko für die Makuladegeneration um 11 %.

 

Die Forscher empfehlen, die Beziehung zwischen dem Fischverzehr und der damit verbundenen Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in weiteren Studien näher zu überprüfen. Dabei sollte z.B. auch untersucht werden, ob und wie sich verschiedene Zubereitungsmethoden, Backen, Kochen, Braten und Räuchern, auf den Gehalt an Fettsäuren und anderen in den Fischen enthaltenen Nährstoffen auswirken.

 

Unser Tipp: Auch wer Fisch nicht regelmäßig isst, kann die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen als Ergänzung aufnehmen. Dabei sollte man auf eine gute Qualität, z.B. in Reinheit und Stabilität der Fettsäuren, achten.

 

Quelle: Wei Zhu et al., Fish Consumption and Age-Related Macular Degeneration Incidence: A Meta-Analysis and Systematic Review of Prospective Cohort Studies. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110743.


Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert.

 

Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert. Das zeigt eine französische Studie über Vitamin D.

 

Vitamin D gehört zu den am häufigsten untersuchten Vitaminen. Es ist für die Gesundheit von Knochen und Muskeln sehr wichtig, aber auch in vielen anderen Körpergeweben vorhanden. Daher könnte es eine Schlüsselrolle bei vielen Körperfunktionen spielen. Vitamin D beeinflusst z.B. das Immunsystem, Entzündungen, das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und die kognitiven Funktionen. Vitamin D kann der Körper, anders als andere Vitamine, über die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut selbst bilden. Die Aufnahme aus der Nahrung ist dagegen gering, wichtige Quellen sind Milchprodukte, Eier und Fische. In den nördlichen Ländern und mit einem Lebensstil, der mehr und mehr in Innenräumen stattfindet, ist die Vitamin D-Versorgung bei vielen Menschen nicht ausreichend gedeckt. In Europa geht man von Defiziten in der Bevölkerung aus, die von 35 bis zu 70 % reichen.

 

Bei der individuellen Aufnahme spielen u.a. auch die Kenntnisse über Nährstoffe eine Rolle. In einer Studie prüften daher französische Forscher im Rahmen einer großen Bevölkerungsstudie (NutriNet-Santé), was Menschen über Vitamin D wissen. Daran nehmen seit 2009 rund 60.000 Franzosen ab 18 Jahren teil. Sie beantworten jedes Jahr Fragen zu ihrer Gesundheit, seit 2012 werden dabei auch die Kenntnisse über Vitamin D untersucht.

Insgesamt kannten 92 % der Teilnehmer Vitamin D. Ihre Kenntnisse basierten vorwiegend auf Informationen von Ärzten, kamen aber auch aus den Medien. Die Informationen von Ärzten erweisen sich dabei als die zuverlässigere Quelle. 72 % der Befragten nannten die Sonne als Vitamin D-Quelle. Deutlich weniger bekannt war der Vitamin D-Gehalt in (fettreichen) Fischen, Lebertran, angereicherten Milchprodukten oder Medikamenten. Auch einige falsche Quellen wurden genannt, z.B. Olivenöl, Weißfisch und Huhn, die kein Vitamin D enthalten. Wer bereits einmal Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, kannte sich mit den Quellen meist besser aus. Rund ein Viertel der Teilnehmer glaubte, dass ihre Vitamin D-Versorgung wohl zu gering sein könnte.

 

Wer bereits irgendwann Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, war mit 47 % öfter davon überzeugt, dass die eigene Versorgung zu gering ist. Tatsächlich hatte aber nur ein Drittel derjenigen, die ein Defizit vermuteten, zu geringe Vitamin D-Werte. Andererseits glaubten von denen, die ein Vitamin D-Defizit hatten, nur 16 %, dass sie zu gering versorgt waren. Falsche Annahmen zeigten sich auch beim Einfluss des Hauttyps auf die Vitamin D-Versorgung. So glaubten mehr Menschen mit heller Haut schlecht mit Vitamin D versorgt zu sein als Teilnehmer mit dunklerer Haut, die tatsächlich ein höheres Risiko für eine Unterversorgung haben. Beim Einfluss von Vitamin D auf die Gesundheit kannten 78 % die gute Wirkung auf die Knochen, weniger bekannt war der Zusammenhang mit Osteoporose und Rachitis. Nur 40 % wussten, wie wichtig Vitamin D in der Schwangerschaft für die Mutter und die Entwicklung des Kindes ist. Noch weniger kannten den Einfluss von Vitamin D auf Haut- und Krebskrankheiten, Infektionen oder psychische Krankheiten.

 

Dies ist die erste europäische Studie, die Kenntnisse über Vitamin D in einer so großen Bevölkerungsgruppe näher untersucht hat. Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Zugang zu einfachen, aktuellen Informationen über Vitamin D in Gesundheitsberufen ebenso wie in der allgemeinen Bevölkerung verbessert werden sollte. 

 

Quelle:
Mélanie Deschasaux et al., What Do People Know and Believe about Vitamin D? In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110718.


Patienten mit Neurodermitis (atopische Dermatitis) sind oft zu gering mit Vitamin D versorgt.

 

Patienten mit Neurodermitis (atopische Dermatitis) sind oft zu gering mit Vitamin D versorgt. Eine Studie zeigt, dass Ergänzungen von Vitamin D eine Alternative zu den bisher üblichen Steroid-Therapien sein könnten.

 

Die atopische Dermatitis ist eine häufige und wiederholt auftretende chronische Entzündungskrankheit der Haut, bei der die natürliche Hautbarriere gestört wird. In der Folge entstehen dann Juckreiz (Pruritus) und Ekzeme. Gleichzeitig steigt auch das Risiko für empfindliche Reaktionen auf Allergene an, das gilt vor allem für die allergische Rhinitis und Asthma. In Schätzungen geht man davon aus, dass rund 5 bis 20 % der Kinder weltweit von der atopischen Dermatitis betroffen sind. In den meisten Fällen entwickeln sich die ersten Ekzeme, bevor ein Kind das Alter von fünf Jahren erreicht hat. Die Neigung zu den Hautentzündungen kann sich mit zunehmenden Alter verringern oder auch vollständig zurückgehen. Rund 1 bis 3 % der Erwachsenen sind jedoch auch weiterhin von der atopischen Dermatitis betroffen. Zur Linderung der akuten Beschwerden werden meist Antihistamine und Cremes, die Kortikosteroide enthalten, eingesetzt. Dadurch werden die Hautentzündungen und -reizungen verringert. Doch der langzeitige Gebrauch von Steroid-Cremes kann zu einer verdünnten Haut und veränderter Hautfarbe führen. Daher suchen Mediziner nach möglichen Alternativen, um diese Hautbeschwerden zu lindern.

 

Es gibt einige Hinweise, dass Vitamin D eine Rolle bei der atopischen Dermatitis spielen und möglicherweise zur Therapie beitragen könnte. Eine Forschergruppe führte daher eine Literaturrecherche durch, um diese Beziehungen näher zu untersuchen. Sie konnten schließlich sieben Beobachtungsstudien und vier randomisierte, kontrollierte Studien in ihre Analyse einbeziehen, in denen Vitamin D bei Symptomen der atopischen Dermatitis untersucht wurde. Ihre Auswertung ergab: Im Vergleich zu Gesunden waren die Vitamin D-Werte bei Patienten mit atopischer Dermatitis in allen Altersgruppen geringer. Im Durchschnitt waren ihre Serum-Vitamin D-Werte um 2,03 Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) niedriger. Bei den Kindern war diese Differenz mit 3,03 ng/mL noch etwas ausgeprägter. Wurde bei Patienten mit atopischer Dermatitis jedoch Vitamin D ergänzt, so verringerten sich deren Symptome signifikant.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass Ergänzungen mit Vitamin D eine neue therapeutische Möglichkeit bei der atopischen Dermatitis sein könnten. Sie empfehlen, diese Beziehungen in weiteren Studien genauer zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert meist in seiner natürlichen Form als Cholecalciferol (D3) enthalten. Dabei tragen z.B. emulgierte Formen (als Tropfen) zu einer besseren Aufnahme bei.

 

Quelle: Min Jung Kim et al., Vitamin D Status and Efficacy of Vitamin D Supplementation in Atopic Dermatitis: A Systematic Review and Meta-Analysis. In Nutrients Vol. 8, Nr. 12, 2016, doi: 10.3390/nu8120789.


Gesunde Darm-Bakterien könnten zur Verringerung von Depressionen beitragen bzw. bei Gesunden das Risiko verringern, Depressionen zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse zweier Meta-Analysen.

 

Gesunde Darm-Bakterien könnten zur Verringerung von Depressionen beitragen bzw. bei Gesunden das Risiko verringern, Depressionen zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse zweier Meta-Analysen.

 

Die Gemeinschaft der Bakterien im Darm (Mikrobiota) spielt eine wichtige Rolle in der Verdauung, dem Stoffwechsel und Immunsystem. Man unterscheidet Bakterien mit guten gesundheitlichen Wirkungen von denen, die schädlich wirken können. Das Bakterien-Ökosystem wirkt sich nicht allein auf die Darmgesundheit, sondern auf viele andere Körperbereiche aus, darunter auch auf die Gehirnfunktionen. Dabei gibt es offenbar eine wechselseitige Beziehung zwischen dem Darm und dem Gehirn. Die Darm-Mikroorganismen können dabei sowohl neurochemische Veränderungen im zentralen Nervensystem als auch Verhaltensprozesse beeinflussen. Die Gabe von Probiotika, gesunden Darm-Bakterien, könnte beispielsweise für Menschen mit Depressionen wichtig sein, die mit Stoffwechsel-Störungen im Gehirn verbunden sind. Bisher sind aber die Nachweise für die Wirksamkeit von Probiotika-Gaben bei Depressionen nicht ausreichend untersucht. Zwei Meta-Analysen von Forschern aus Kanada und China zeigen den aktuellen Kenntnisstand und kommen zu ähnlich positiven Ergebnissen.

 

Die kanadischen Forscher suchten in den relevanten Datenbanken nach (randomisierten, kontrollierten) Studien, in denen der Einfluss von Probiotika auf Ängste und Depressionen von 1990 bis Anfang 2016 geprüft wurde. Sie konnten schließlich 10 Studien in ihre Analyse einbeziehen. In vier Studien wurden Patienten mit Depressionen untersucht, an den anderen sechs Studien nahmen Personen teil, die nicht klinisch behandelt wurden. Trotz der komplexen Beziehung in den Darm-Hirn-Interaktionen und einigen Begrenzungen in den Studien weisen die Ergebnisse auf einen offensichtlichen psychologischen Nutzen von Probiotika-Ergänzungen hin.

 

Eine Gruppe von chinesischen Forschern kommt zu vergleichbaren Einschätzungen. Sie suchten ebenfalls nach (randomisierten, kontrollierten) Studien, in denen Probiotika und ihre Wirkung auf Depressionen untersucht wurden. Sie konnten fünf Studien auswerten, an denen und 360 Personen teilgenommen hatten. Ihre Analysen zeigten, dass Probiotika das Risiko für Depressionen signifikant senken konnten. Ermittelt wurde das anhand einer Depression-Skala, mit der der Schweregrad von depressiven Störungen bewertet wurde. Probiotika verringerten bei den Teilnehmern signifikant die Werte auf der Depressions-Skala (− 0,30). Probiotika hatten einen Effekt sowohl bei gesunden Teilnehmern als auch bei Patienten, bei denen eine depressive Störung diagnostiziert war. Sie wirkten stärker bei Personen unter 60 Jahren (− 43), bei älteren Teilnehmern ab 65 Jahren wurden deutlich schwächere Wirkungen (− 18) festgestellt. Die Forscher gehen davon aus, dass mit Probiotika bei vorhandenen Depressionen die Symptome verringert werden könnten, während bei Gesunden die Neigung zu Depressionen sinken könnte.

 

In beiden Meta-Analyen schätzen die Forscher die mögliche Wirkung von Probiotika auf Depressionen als positiv ein. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die untersuchten Studien einige Beschränkungen haben. Das betraf beispielsweise bei den getesteten Probiotika unterschiedliche Bakterienstämme und Dosierungen, zum Teil auch eine relativ geringe Zahl der Teilnehmer. Die Forscher empfehlen daher, Probiotika in Bezug auf Depressionen in größeren Studien genauer zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Bewährte Probiotika-Bakterien sind die Laktobazillen acidophilus, casei und rhamnosus sowie Bifidobakterien. Wichtig für die Qualität ist eine möglichst hohe Anzahl lebender Bakterien und die gute Haltbarkeit, die z.B. durch Inulin (Synbiotika) unterstützt wird, das den Bakterien als Nahrung dient.

 

Quelle: Meysam Pirbaglou et al., Probiotic supplementation can positively affect anxiety and depressive symptoms: a systematic review of randomised controlled trials. In: Nutrition Research Vol. 36, Nr. 9, 2016, S. 889-898, doi: 10.1016/j.nutres.2016.06.009
und
Ruixue Huang et al., Effects of Probiotics on Depression: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 8, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2016, doi: 10.3390/nu8080483.

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Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann bei schwangeren Frauen die Gesundheit des Fötus stärken.

 

Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann bei schwangeren Frauen die Gesundheit des Fötus stärken. Vermutlich verringert sich dadurch bei den Kindern auch das spätere Risiko für Stoffwechsel-Krankheiten wie Diabetes (Typ 2).

 

Vitamin B12 ist in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten, z.B. in Fisch, Fleisch, Geflügel, Eier und Milch. Daher sind Vegetarier, vor allem aber Veganer, häufiger von B12-Defiziten betroffen. Einige Studien zeigten bereits, dass Mütter mit zu geringen B12-Werten ein höheres Körpergewicht (BMI) hatten. Sie neigten eher dazu, Kinder mit einem geringeren Geburtsgewicht auf die Welt zu bringen. Außerdem hatten ihre Kinder häufiger zu hohe Cholesterin-Werte. Im Lauf der Kindheit entwickelten diese Kinder öfter eine höhere Insulin-Resistenz, ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes (Typ 2).

 

In einer Studie ging ein Forscherteam der englischen University of Warwick davon aus, dass mit einem B12-Mangel verbundene Veränderungen im Stoffwechsel das Ergebnis von abnormalen Leptin-Werten sein könnten. Das Hormon Leptin sorgt für das Sättigungsgefühl nach dem Essen. Es wird durch die Fettzellen im Körper gebildet, seine Werte steigen als Reaktion auf die Essenszufuhr an. Eine leichte bzw. gesündere Ernährung ist in der Regel mit normalen Leptin-Werten verbunden, Übergewicht lässt die Leptin-Werte dagegen ansteigen, wobei sie konstant auf einem höheren Level als üblich bleiben. Das kann möglicherweise zu einer Leptin-Resistenz führen, die mit einer kontinuierlichen, übermäßigen Essensaufnahme verbunden ist. Damit kann sich das Risiko für die Insulin-Resistenz erhöhen und in der Folge zu Diabetes (Typ 2) führen.

 

In der Studie entdeckten die Forscher, dass Babies, die von Müttern mit einer geringen B12-Versorgung geboren wurden, erhöhte Leptin-Werte hatten. Das weist darauf hin, dass eine Unterversorgung mit Vitamin B12 während der Schwangerschaft das Leptin-Gen negativ beeinflussen kann. Das könnte auf den Fötus und sein Wachstum einwirken und auch die Leptin-Bildung bei den Kindern nach der Geburt verändern. Die Forscher führen dafür zwei mögliche Gründe an: Zu geringes B12 könnte die Fettansammlung beim Fötus fördern, was zu erhöhten Leptin-Werten führen könnte.

 

Zu geringes B12 könnte aber auch chemische Veränderungen in den Plazenta-Genen auslösen, die Leptin bilden, um eine verstärkte Hormonbildung anzuregen. Man weiß, dass Vitamin B12 an so genannten Methylierungs-Reaktionen im Körper beteiligt ist. Diese können beeinflussen, ob Gene an- oder ausgeschaltet werden. In weiteren Studien wollen die Forscher nun genauer untersuchen, wie und warum bei einer B12-Unterversorgung schwangerer Frauen die Leptin-Werte bei ihren Babies ansteigen. Das könnte zu verbesserten Empfehlungen für die Aufnahme von Vitamin B12, gleich ob durch die Ernährung oder aus Nahrungsergänzungen, bei schwangeren Frauen führen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen angeboten, z.B. mit den gesamten B-Komplex-Vitaminen. Auf gute bioaktive Formen sollte (nicht nur) bei Vitamin B12 geachtet werden.

 

Quelle: o.A., Maternal B12 deficiency may increase child´s risk of type-2 diabetes. In: Science Daily vom 7.11.2016 (nach einer Pressemitteilung der University of Warwick, GB)

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Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Mit einem Diabetes steigt das Risiko für Folge-Krankheiten, zu denen u.a. die diabetische Retinopathie gehört. Rund ein Drittel der Diabetiker, vor allem die älteren Patienten, sind davon betroffen. Die Retinopathie beeinträchtigt die Sehkraft und kann in schweren Fällen bis zur Erblindung führen. Die möglichst frühzeitige Vorbeugung mit der regelmäßigen Augenkontrolle ist für Diabetiker daher sehr wichtig. Noch ist nicht genau geklärt, wie der Diabetes zur Schädigung der Netzhaut führt, aber Entzündungen, oxidativer Stress und mikrovaskuläre Veränderungen spielen eine zentrale Rolle bei den beeinträchtigten Netzhaut-Funktionen. Forschungen zeigten, dass die Netzhaut reich ist an langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, das gilt besonders für die DHA (Docosahexaensäure). Die Fettsäuren wirken u.a. antientzündlich und positiv auf die Blutgefäße ein, das könnte zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen.

 

Eine Gruppe von Forschern prüfte im Rahmen der großen spanischen Bevölkerungsstudie zur mediterranen Ernährung (PREDIMED), ob und wie eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung die Retinopathie bei Diabetes beeinflussen kann. Einbezogen wurden 3.614 Teilnehmer von 55 bis 80 Jahren, die bereits zu Beginn der Studie (2003) Diabetiker waren. Für 3.482 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren waren am Studienende (2009) sämtliche nötigen Daten verfügbar. Allen Teilnehmern wurde empfohlen, zur Vorbeugung vor kardiovaskulären Krankheiten täglich wenigstens 500 mg Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.

 

Dies kann in der Regel mit zwei möglichst fettreichen Fischmahlzeiten, z.B. mit Lachs, Sardinen etc., leicht erreicht werden. Da in Spanien traditionell viel Fisch gegessen wird, erreichten 2.611 Teilnehmer (75 %) der Diabetiker die vorgegebene Menge an Omega-3-Fettsäuren. Im Lauf der Beobachtungszeit von sechs Jahren trat bei 69 Teilnehmern (2 %) eine diabetische Retinopathie auf. Nach Anpassung der Daten in Bezug auf Alter, Geschlecht, Lebensstil und klinischen Daten etc. hatten Diabetiker, die täglich weniger als 500 mg an Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, ein um 48 % erhöhtes Risiko für die diabetische Retinopathie. Von der vorbeugenden Wirkung der Fischöle profitierten besonders Teilnehmer mit einem erhöhtem Blutdruck und bei einem fortgeschrittenen Diabetes. Die Forscher sehen sich daher darin bestätigt, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen können.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder selten isst, kann Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzung in Kapselform aufnehmen. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in Herstellung und Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle: Aleix Sala-Vila et al., Dietary Marine ω-3 Fatty Acids and Incident Sight-Threatening Retinopathy in Middle-Aged and Older Individuals With Type 2 Diabetes. Prospective Investigation From the PREDIMED-Trial. In: JAMA Ophthalmology, Online-Veröffentlichung vom 18.8.2016, doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.2906.

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Magnesium kann die Herzfunktionen unterstützen, da es bei ausreichender Versorgung den Blutdruck verringert. Das zeigt die Auswertung einer Reihe von internationalen Studien.

 

Magnesium kann die Herzfunktionen unterstützen, da es bei ausreichender Versorgung den Blutdruck verringert. Das zeigt die Auswertung einer Reihe von internationalen Studien.

 

Nicht immer sind wir in unserer Ernährung ausreichend mit Magnesium versorgt, das gilt in vielen Ländern, darunter auch Deutschland und die USA. Zwischen 300 bis 400 mg Magnesium sollten Jugendliche und Erwachsene täglich, abhängig von Alter und Geschlecht, aufnehmen. Magnesium ist an vielen Körperprozessen beteiligt, es ist vor allem für die Funktionen des Muskel-Skelett- und des Herz-Kreislauf-Systems sowie für den Glukosestoffwechsel wichtig. Nicht ganz einig waren sich die Mediziner bisher darüber, ob die Einnahme von Magnesium-Ergänzungen blutdrucksenkend wirken kann. Das prüfte nun eine internationale Forschergruppe aus China, Japan, Kanada und den USA.

 

In die Meta-Analyse wurden 34 kleinere Studien mit rund 2.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis zu 84 Jahren einbezogen. Die Teilnehmer hatten entweder einen normalen oder einen erhöhten Blutdruck. Sie erhielten jeweils Magnesium-Ergänzungen im Vergleich zu einem Placebo. Dabei wurden verschiedene Dosierungen geprüft, im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer 368 mg Magnesium täglich auf.

 

Auch die Dauer der Studien war unterschiedlich, im Durchschnitt wurde die Magnesium-Einnahme drei Monate lang untersucht. Die Auswertung der Studien zeigte, dass mit den Magnesium-Ergänzungen im Durchschnitt der systolische Blutdruck signifikant um 2,00 mm Hg gesenkt werden konnte, der Wert des diastolischen Blutdrucks verringerte sich um 1,78 mm Hg. Außerdem hatten sich die Serum-Werte von Magnesium im Vergleich zum Placebo erhöht. Der Magnesium- Anstieg war dabei positiv mit dem systolischen Blutdruck verbunden. In qualitativ gut strukturierten Studien zeigten sich darüber hinaus durch die Einnahme von Magnesium eine größere Senkung des Blutdrucks.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Magnesium herzschützende Wirkungen haben kann. Aus ihren Berechnungen geht hervor, dass die Einnahme von 300 mg Magnesium täglich über die Dauer von (wenigstens) einem Monat ausreichend ist, um die Serum-Werte von Magnesium zu erhöhen und den Blutdruck leicht zu senken.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen ist auch die gute Resorption wichtig. Magnesiumcitrat, -glukonat und -malat werden vom Körper besser aufgenommen als z.B. Magnesiumoxid.

 

Quelle: Xi Zhang et al., Effects of Magnesium Supplementation on Blood Pressure. A Meta-Analysis of Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trials. In: Hypertension, Online-Veröffentlichung vom 11.7.2016, doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.116.07664.

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Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei.

 

Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei. Sie sind vor allem in roten und blauen Obstsorten sowie in Citrusfrüchten enthalten.

 

Ein erhöhter Verzehr von Obst senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu trägt der Gehalt an Flavonoiden (eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) bei, zu denen u.a. die Anthocyane und Flavanone gehören. Die Anthocyane sind vor allem in Früchten mit roter, blauer und violetter Farbe enthalten, die Flavanone kommen in den Citrusfrüchten vor. Beide Arten von Pflanzenstoffen waren in einigen Studien mit einem sinkenden Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen verbunden. Ob diese Beziehung auch bei den Männern besteht, war bisher weitgehend unbekannt. Forscher aus Großbritannien und den USA untersuchten daher nun auch bei Männern die Beziehung von Anthocyanen und Flavanonen zur koronaren Herzkrankheit und zu Schlaganfällen.

 

An einer langjährigen Beobachtungsstudie mit Männern aus Gesundheitsberufen (Health Professionals Follow-Up Study) nahmen 43.880 Männer teil, die zu Beginn keine Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten. Aus Ernährungs-Befragungen wurden ihre Aufnahmen von Flavonoiden und speziell von Anthocyanen und Flavanonen ermittelt. Im Lauf von 24 Jahren der Beobachtung traten bei den Männern 4.046 Herzinfarkte und 1.572 Schlaganfälle auf. Eine erhöhte Aufnahme von Anthocyanen war allgemein nicht mit dem Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko verbunden. Detailliertere Analysen zeigten jedoch eine Verbindung zu den nicht tödlich verlaufenden Herzinfarkten. Hier konnten die Anthocyane das Risiko für Herzinfarkte um 13% senken. Bei Männern, die normale Blutdruckwerte hatten, war diese Beziehung noch stärker ausgeprägt, ihr Herzinfarkt-Risiko sank um 19%.

 

Auch die Aufnahme von Flavanonen war insgesamt nicht mit dem Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden. Bei der näheren Analyse zeigte sich jedoch, dass höhere Aufnahmen von Flavanonen signifikant das Risiko für den ischämischen Schlaganfall um 22% senken konnten. Davon profitierten vor allem die Teilnehmer ab 65 Jahren.

 

Der höhere Verzehr von Flavonoiden kann also auch bei Männern dazu beitragen, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu senken. Die mögliche Wirkung auf die Herzgesundheit basiert vermutlich darauf, dass Flavonoide den Blutfluss verbessern und dazu beitragen, das Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) zu hemmen. Das könnte beispielsweise den vorbeugenden Effekt auf die ischämischen Schlaganfälle erklären. Möglicherweise gibt es aber weitere, noch nicht erkannte Wirkungen, die in weiteren Studien untersucht werden sollten.

 

Quelle: Aedin Cassidy et al., Habitual intake of anthocyanin and flavanones and risk of cardiovascular disease in men. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 3.8.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.133132

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Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Es gibt zunehmend mehr Nachweise über die Rolle der Ernährung bei der Entwicklung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), auch wenn die Ergebnisse bisher nicht als völlig ausreichend gelten. Im Rahmen der großen europaweiten EPIC-Studie (European Perspectives Investigation into Cancer and Nutrition) über die Beziehungen der Ernährung zu chronischen Krankheiten wurde jetzt im deutschen Studienzweig diese Verbindung näher untersucht. Einbezogen waren rund 24.000 Teilnehmer im mittleren Alter.

 

Im Lauf der rund achtjährigen Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe 209 Fälle von Herzinsuffizienz auf. Die Ernährung der Teilnehmer wurde mit einer Skala geprüft, mit der der Anpassungsgrad an die traditionelle (griechische) mediterrane Ernährung bestimmt werden konnte. Je mehr Punkte die Teilnehmer auf der Skala erreichten, um so stärker ernährten sie sich auf mediterrane Weise. Nach der Anpassung der Daten an Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Energieaufnahmen zeigte sich, dass der Anstieg von jeweils 2 Punkten auf der mediterranen Ernährungs-Skala mit einem um 26% geringeren Risiko für die Herzinsuffizienz verbunden war.

 

Nach der Einbeziehung von weiteren beeinflussenden Faktoren schwächte sich diese Beziehung leicht ab und war dann zwar weiter vorhanden, aber nicht mehr signifikant. Drei Komponenten waren jedoch signifikant mit dem Herzinsuffizienz-Risiko verbunden: der Konsum von Alkohol sowie von  Fleisch und Fisch. Positiv wirkte sich ein geringer Alkoholkonsum aus, schlechter dagegen wirkten sowohl ein sehr geringer als auch ein zu hoher Alkoholkonsum. Positiv wirkten sich weiter der relativ geringe Verzehr von Fleischwaren und häufigere Fischmahlzeiten aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Auch in einer Bevölkerung, die sich üblicherweise nicht mediterran ernährt, lassen sich mit kleinen Veränderungen, die sich der mediterranen Ernährung annähern, gesundheitliche Vorteile bei der Prävention der Herzinsuffizienz erreichen. Das gilt besonders für die Senkung des Fleischverzehrs, wenn gleichzeitig der Fischverzehr erhöht wird.

 

Quelle: J. Wirth et al., A Mediterranean-style diet, its components and the risk of heart failure: a prospektive population-based study in a non Mediterranean country. In: European Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 10.8.2016, doi: 10.1038/ejcn.2016.140.

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Die Ergänzung von Omega-3 und -6-Fettsäuren kann die Lesefähigkeit von Schulkindern verbessern.

 

Die Ergänzung von Omega-3 und -6-Fettsäuren kann die Lesefähigkeit von Schulkindern verbessern. In einer schwedischen Studie zeigte sich, dass davon besonders Kinder mit Aufmerksamkeits-Problemen profitieren.

 

Frühere Studien zeigten bei Kindern mit Unaufmerksamkeit und Leseproblemen einige positive Effekte der mehrfach ungesättigten Omega-3- und -6-Fettsäuren. Sie sind für gute Gehirnfunktionen sehr wichtig, da die Zellmembranen im Gehirn zu einem Großteil aus mehrfach ungesättigten Fetten bestehen. Sie werden u.a. für die Signal-Übertragung zwischen den Nervenzellen und die Regulation von Signalsystemen im Gehirn benötigt. Da die Ernährung z.B. oftmals nur relativ wenig Omega-3-Fettsäuren enthält, kann eine Unterversorgung sich auf das Lernen, Lesen und die Aufmerksamkeit negativ auswirken.

 

Forscher der Universität Göteborg untersuchten nun, ob die Ergänzung von Omega-3- und -6-Fettsäuren die Lesekompetenz bei normal entwickelten Kindern verbessern kann. 154 Schulkinder im Alter von neun und zehn Jahren nahmen ein halbes Jahr lang an der Studie teil. Die Forscher untersuchten zunächst die Lesekompetenz der Kinder mit einem speziellen Test (Logos). Dabei wurde u.a. die Lesegeschwindigkeit erfasst, dazu die Fähigkeit, Nonsens-Wörter und Vokabular zu erkennen und zu lesen. Die Kinder wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt für drei Monate jeweils zweimal täglich drei Kapseln mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Die andere Gruppe erhielt identisch aussehende Kapseln mit Palmöl als Placebo. Weder die Kinder, noch die Eltern und Forscher wussten, welcher Gruppe die Kinder zugeordnet waren. Nach drei Monaten erhielten dann alle Kinder für weitere drei Monate die Omega-3- und -6-Kapseln.

 

Bereits nach der ersten Phase mit drei Monaten zeigte sich, dass sich die Lesefähigkeit der Kinder in der Gruppe mit den Omega-3- und -6-Fettsäuren im Vergleich zum Placebo verbessert hatte. Das war besonders deutlich bei der Fähigkeit, Nonsens-Wörter laut zu lesen und sie korrekt auszusprechen (phonologisches Dekodieren). Das galt auch bei der Aufgabe, eine Serie von Buchstaben schnell zu lesen (Geschwindigkeit der visuellen Analyse). In dieser Studie waren Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) ausgeschlossen. Mit Hilfe der Eltern konnten aber diejenigen Kinder bestimmt werden, die zumindest geringere Probleme bei der Aufmerksamkeit hatten. Sie profitierten in mehreren Tests besonders deutlich von der Fettsäuren-Einnahme und konnten nach drei Monaten besser und schneller lesen.

 

Dies ist die erste doppelblinde, mit einem Placebo kontrollierte Studie, die zeigt, dass Omega-3- und -6-Fettsäuren das Lesen bei normal entwickelten Schulkindern verbessern können. Lassen sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, dann könnten viele Kinder von diesen Nahrungsergänzungen profitieren und ihre Lesekompetenz steigern.

 

Unser Tipp: Bei Ergänzungen mit Omega-3- und -6-Fettsäuren kommt es auch auf die gute Qualität an. Sie sollten frei von Schwermetallen sein und ein gutes Verhältnis der beiden Fettsäuren zueinander haben.

 

Quelle: Mats Johnson et al., Omega 3/6 fatty acids for reading in children: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in 9-year-old mainstream schoolchildren in Sweden. In: Journal of Child Psychology and Psychiatry, Online-Veröffentlichung vom 22.8.2016, doi: 10.1111/jcpp.12614.

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