Wer regelmäßig Nüsse isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das zeigt die bisher größte durchgeführte Studie zur Beziehung zwischen dem Verzehr von Nüssen und der Herzgesundheit.

 

Wer regelmäßig Nüsse isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das zeigt die bisher größte durchgeführte Studie zur Beziehung zwischen dem Verzehr von Nüssen und der Herzgesundheit.

 

Zu einer gesunden Ernährung gehört auch der regelmäßige Verzehr von Nüssen. Sie enthalten reichlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, was sich günstig auf die Cholesterinspiegel auswirken kann. Einige Nüsse enthalten z.B. die gesunden Omega-3-Fettsäuren, die günstig auf viele Körperfunktionen wirken, darunter auch das Herz- und Kreislaufsystem. Enthalten sind weiter Ballaststoffe und pflanzliche Sterine (Lipoide), die ebenfalls zu gesünderen Cholesterinwerten beitragen können. Vitamin E und die Aminosäure Arginin schützen zusätzlich die Blutgefäße. Durch ihren hohen Fettgehalt (rund 80 %) haben Nüsse recht viele Kalorien (z.B. Walnüsse 650 Kalorien pro 100 g), sie sollten daher in kleineren Portionen verzehrt werden.

 

Bisher wurden in Studien oft Nussmischungen untersucht. Eine US-amerikanische Forschergruppe prüfte nun die Wirkungen einzelner Nussarten in Bezug auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu gehörten Erdnüsse und Erdnussbutter, Walnüsse und andere Baumnüsse. Obwohl Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten gehören, wurden sie in die Studie einbezogen, da ihre Fettsäuren- und Nährstoff-Profile denen von Nüssen ähnlich sind. Die Forscher werteten die Daten von 210.000 Frauen und Männern aus, die viele Jahre an drei großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudien teilgenommen hatten, an der Nurses´ Health Study I (1980 bis 2012) und II (1991 bis 2013) sowie an der Health Professionals Follow-up Study (1986 bis 2012). Die Beobachtungszeit der Teilnehmer reichte bis zu 32 Jahren. Alle zwei Jahre wurden der Gesundheitszustand der Teilnehmer und wichtige Merkmale ihres Lebensstils und der Ernährung geprüft. Verzeichnet wurde das Auftreten von kardiovaskulären Krankheiten, Herzinfarkten, Schlaganfällen und der koronaren Herzkrankheiten. Im Lauf der Studien traten insgesamt 14.136 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten in diesen großen Teilnehmergruppen auf.

 

Die Auswertung zeigte eine positive Wirkung zwischen der Gesamtaufnahme von Nüssen und kardiovaskulären sowie koronaren Herzkrankheiten im Vergleich zu Teilnehmern, die keine Nüsse aßen. Eine Portion Nüsse war mit 28 Gramm definiert. Differenzierten die Forscher die Daten nach einzelnen Sorten, dann zeigten sich beim Verzehr von Walnüssen − ein- oder mehrmals pro Woche − ein um 19 % geringeres Risiko für die kardiovaskulären und um 21 % weniger Risiko für die koronaren Herzkrankheiten. Teilnehmer, die Erdnüsse oder Baumnüsse zwei oder mehrmals pro Woche aßen, konnten ihr Risiko für diese Krankheiten um 13 bzw. 15 % senken, bei den koronaren Herzkrankheiten sank es um 15 bzw. 23 %. Teilnehmer, die fünf oder mehr Portionen Nüsse wöchentlich aßen, hatten ein um 14 % geringeres Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten, um 20 % sank ihr Risiko für koronare Herzkrankheiten.

 

Dies galt jeweils im Vergleich zu Teilnehmern, die generell nur wenig oder nie Nüsse verzehrten. Die Ergebnisse blieben konstant, wenn sie für bestimmte Sorten von Nüssen einzeln bestimmt wurden, für Baumnüsse, Erdnüsse und Walnüsse. Bei allen Sorten zusammen wirkte sich der Nussverzehr nicht auf Schlaganfälle aus. Der regelmäßige Verzehr von Erdnüssen und Walnüssen konnte jedoch das Risiko für Schlaganfälle verringern.

 

Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen, verschiedene Sorten von Nüssen regelmäßig − wenn auch wegen der hohen Kalorien in geeigneten Maßen − in eine gesunde Ernährung einzubeziehen. Dies trägt dazu bei, die Risiken chronischer Krankheiten allgemein zu verringern. Nüsse sollten nach Möglichkeit roh, ungeschält und nicht weiter verarbeitet (ungesalzen, ohne Öl geröstet) verzehrt werden. Sie können leicht in die Ernährung einbezogen werden, fördern die Gesundheit und schützen besonders das Herz-Kreislauf-System.

 

Quelle:
Maria Guasch-Ferré et al., Nut Consumption and Risk of Cardiovascular Disease. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 13.11.2017, doi: 10.1016/j.acc.2017.09.035.


Mikro-Nährstoffe beeinflussen das Brustkrebsrisiko

 

Eine gesunde Ernährung, die mit reichlich Mikro-Nährstoffen versorgt, kann dazu beitragen, das Risiko für den Brustkrebs zu verringern.

 

Brustkrebs ist die bei Frauen am häufigsten vorkommende Krebskrankheit. Zu den Risikofaktoren gehören neben genetischen Faktoren z.B. das Rauchen und der Alkoholkonsum, eine zu geringe Körperaktivität sowie die Ernährung. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und der grüne Tee können mit reichlich gesunden Mikro-Nährstoffen versorgen, von denen viele antioxidativ wirken und so zum Schutz vor Brustkrebs beitragen können. Eine Gruppe iranischer Forscher prüfte in einer Studie, ob und wie sich eine gesunde Ernährung auf das Brustkrebsrisiko auswirkt. Sie nutzten dazu einen Index, mit dem sich die Ernährungs-Qualität bewerten lässt. Dabei wird der Verzehr von Lebensmitteln sowohl quantitativ als auch qualitativ erfasst. Damit können sowohl die Nährstoffe einzelner Lebensmittel als auch ganzer Mahlzeiten und Ernährungsweisen bestimmt werden.

 

In die Studie waren 145 Frauen einbezogen, bei denen in einem Universitätszentrum bis zu maximal drei Monate zuvor die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde. Sie wurden mit 148 gesunden Frauen in einer Kontrollgruppe verglichen. Alle Teilnehmerinnen ernährten sich normal und machten keine restriktiven Diäten. Die Frauen waren im Durchschnitt 49 Jahre alt, kamen aber aus allen Altersgruppen (von 20 bis zu 80 Jahren) und hatten im Durchschnitt einen Body Mass Index von 27, also ein leicht erhöhtes Übergewicht. Sie gaben Auskunft über ihren Lebensstil (Körperaktivität, Rauchen etc.) und nahmen an einer ausführlichen Ernährungsbefragung teil. Dabei berichteten sie, wie häufig sie diverse Lebensmittel aßen. Die Forscher berechneten daraus ihre tägliche Energiemenge und die Aufnahme von Makro- ebenso wie von Mikro-Nährstoffen

 

Frauen, die sich gesünder ernährten, hatten ein geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das galt im Vergleich zu Frauen, deren Ernährung fettreicher war und z.B. mehr Lammfleisch enthielt. Bei gesunder Ernährung waren die Frauen vor allem gut mit Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C und Folat versorgt, und sie bevorzugten fettreduzierte Milch. Die Forscher vermuten, dass vor allem die Vitamine A und C sowie die B-Vitamine B1, B2, B12 und das Spurenelement Selen bei guter Versorgung dazu beitragen, das Brustkrebsrisiko zu senken.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Frauen mit Brustkrebs oft weniger Mikro-Nährstoffe aufnehmen. Das gilt besonders für die Vitamine A und E, die B-Vitamine sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Selen, Magnesium und Zink, außerdem auch für die Ballaststoffe. Sie empfehlen, mehr Lebensmittel zu essen, die reich an diesen Nährstoffen sind. Das gilt z.B. für Obst, Gemüse, fettarme Milchprodukte und proteinreiche Lebensmittel, besonders für Fisch. Geachtet werden sollte auch auf die geringere Aufnahmen von (verarbeiten) Fetten. Die gesündere Ernährung könnte ein guter Weg sein, um das Risiko für Brustkrebs zu senken.

 

Unser Tipp: Neben einer gesunden Ernährung können Nahrungsergänzungen mit guter Qualität zur guten Versorgung mit antioxidativ wirkenden Mikro-Nährstoffen beitragen und den „Lücken“ in der Versorgung vorbeugen.

 

Quelle:
Farhad Vahid et al., The association between the Index of Nutritional Quality (INQ) and great cancer and the evaluation of nutrient intake of breast cancer patients: A case-control study. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 6.7.2017, doi: 10.1016/j.nut.2017.06.011.


Probiotika − günstig bei Typ 2 Diabetes

 

Die Auswertung von mehreren Studien zeigt, dass Probiotika auf einige der Risikofaktoren, die mit dem Typ 2 Diabetes verbunden sind, positiv einwirken.

 

Die Vorkommen von Diabetes sind in den letzten Jahren weltweit angestiegen, er gehört zu den häufigsten Stoffwechsel-Krankheiten. Daran hat der Typ 2, der im Lauf des Lebens erworben wird, mit rund 90 % einen sehr hohen Anteil. Früher als Altersdiabetes bezeichnet, tritt der Typ 2 Diabetes heute auch schon in jüngeren Jahren häufiger auf. Beim Diabetes sind die Funktionen des Zuckerstoffwechsels gestört, das kann viele verschiedene Symptome nach sich ziehen. Zu den auslösenden Faktoren gehören neben genetischen Bedingungen auch eine zu fettreiche Ernährung, Übergewicht und fehlende körperliche Bewegung. Viele dieser Lebensstil-Faktoren sind durch ein verändertes Verhalten vermeidbar bzw. zu beeinflussen. Dabei spielen vermutlich auch Probiotika, die gesunden Darmbakterien, eine Rolle.

 

Sie haben neben ihren guten Wirkungen auf die Darmflora auch einen Einfluss auf den Fettstoffwechsel, tragen zur Vorbeugung von starkem Übergewicht bei, fördern den gesunden Blutdruck und allgemein das Herz-Kreislauf-System. Es gibt Hinweise, dass Probiotika auch auf einige Faktoren einwirken, die beim Diabetes Typ 2 eine Rolle spielen, das betrifft vor allem die Blutzucker- und Insulinwerte. Eine Gruppe chinesischer Forscher führte daher zur Beziehung von Probiotika und dem Typ 2 Diabetes eine umfassende Literaturrecherche in den einschlägigen Datenbanken durch.

 

Die Forscher konnten schließlich 18 randomisierte, mit einem Placebo kontrollierte Studien auswerten, die bis Mitte 2016 veröffentlicht waren. Daran hatten 1.056 Diabetiker teilgenommen, sie hatten teilweise auch Symptome des metabolischen Syndroms oder schlechte Blutfett-Profile. Die Hälfte der Teilnehmer nahm Probiotika ein, die andere Hälfte nicht. Bei allen Teilnehmern wurden die Insulinspiegel, Glukosewerte und das glykierte (mit Zuckerresten verknüpfte) Hämoglobin (HbA1c) bestimmt. Mit dem HbA1c-Wert kann die längerfristige Einstellung des Stoffwechsels beurteilt werden, daher wird er auch als Gedächtnis des Blutzuckers bezeichnet. Die Forscher verglichen jeweils die Ergebnisse der Probiotika- mit denen der Kontrollgruppen.

 

Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede bei allen drei Werten, die sich in der Probiotikagruppe deutlich verbessert hatten. Bei der Analyse von Untergruppen zeigte sich weiter, dass die Wirkung von Probiotika auf die Blutzucker- und Insulinwerte nur bei den Typ 2 Diabetikern auftrat. Bei anderen Diabetesformen zeigten sich auf die Insulin- und glykierten Hämoglobinwerte keine klaren Wirkungen. Bei diesen Diabetikern war aber im Vergleich zu den Kontrollgruppen die Senkung des LDL-Cholesterins signifikant größer (im Durchschnitt -29 %).

 

Die Forscher sind noch vorsichtig in einer grundlegenden Bewertung dieser Ergebnisse, weil die Studien in ihrer Struktur zum Teil recht heterogen waren. Sie vermuten aber, dass die Aufnahmen von gesunden Probiotika bei Diabetes dazu beitragen können, die Werte des Blutzuckers, Insulins und glykierten Hämoglobins (HbA1c) zu senken. Davon könnten vor allem die Typ 2 Diabetiker profitieren.

 

Unser Tipp: Probiotika werden kombiniert mit verschiedenen Stämmen und Dosierungen angeboten. Besonders bewährt haben sich Bifidobakterien und Lactobazillen. Auf eine gute Qualität in der Herstellung, Stabilität und Dosierung sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Xia Wang et al., Multiple effects of probiotics on different types of diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomised, placebo-controlled trials. In: Journal of Pediatric Endocrinology and Metabolism, 2017 30, S. 611-622, doi: 10.1515/jpem-2016-0230.


Mehr Vitamin K könnte das Herz von Jugendlichen schützen

 

Bei Jugendlichen, die nur wenig Vitamin K1 mit ihrer Ernährung aufnahmen, erhöhte sich das Risiko für eine ungesunde Vergrößerung der linken Herzkammer.

 

In einigen großen Bevölkerungsstudien zeigten sich Verbindungen zwischen einer guten Versorgung mit Vitamin K1 (Phyllochinon) und Cholesterinwerten sowie geringeren Lipidwerten im Blut, was mit gesünderen Herzfunktionen verbunden wird. Das essentielle, fettlösliche Vitamin K wird u.a. für gesunde Knochen und die Blutgerinnung benötigt. Es gibt zunehmend Nachweise, dass Vitamin K auch die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems beeinflusst. Eine gute Versorgung kann dazu beitragen, den Kalzium-Ablagerungen in den Wänden der Blutgefäße vorzubeugen. Vitamin K1 ist jedoch nur relativ kurzzeitig, d. h. über sechs Stunden lang, aktiv, nachdem es mit der Nahrung aufgenommen wurde, was die gute Versorgung eventuell beeinträchtigen kann.

 

Jetzt untersuchte eine Forschergruppe der Augusta University (Georgia, USA) erstmals den Einfluss von Vitamin K auf die Herzgesundheit von Jugendlichen. An der Studie nahmen 766 gesunde Teenager im Alter von 14 bis zu 18 Jahren teil. Bei allen wurde die Versorgung mit Vitamin K1 (Phyllochinon) aus der Ernährung untersucht, es ist besonders reichlich z.B. in Spinat, Kohl, Salat und Olivenöl enthalten. Die Teilnehmer trugen sieben Tage lang Aktivitäts-Monitore und berichteten wiederholt genauestens darüber, was sie gegessen hatten. Von allen lagen schließlich für wenigstens sechs Tage Aufzeichnungen über die Ernährung vor. Die Auswertungen dieser Daten zeigte, dass nur ein Viertel der Jugendlichen eine angemessene Versorgung mit Vitamin K1 erreicht hatte.

 

Mit einem Echokardiogramm wurde bei allen Teilnehmern außerdem die linke Herzkammer untersucht, die das Blut durch den gesamten Körper pumpt. Hier zeigte sich eine deutliche Beziehung zur Versorgung mit Vitamin K1. Bei Teilnehmern, die am wenigsten K1 aufgenommen hatten, fanden die Mediziner häufiger eine ungesunde Entwicklung der linken Herzkammer. Sie war einschließlich der Kammerwände vergrößert (Linksherzhypertrophie), und die Blutmenge, die vom Herz ausgestoßen wurde, war signifikant geringer. Im Vergleich zu Jugendlichen, die genügend Vitamin K1 aufgenommen hatten, war das Risiko für solche Veränderungen der linken Herzkammer bei geringer Versorgung um das 3,3-fache erhöht. Dies war unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren, z.B. von Geschlecht, Körperbau, -aktivität und Blutdruck.

 

Vergrößerungen der linken Herzkammer werden ansonsten bei Erwachsenen beobachtet, deren Herz z.B. durch einen anhaltend hohen Blutdruck stark belastet und dadurch in seinen Funktionen gestört wird. Für die Forscher zeigte sich hier erstmals die Verbindung zwischen Vitamin K und der Herzstruktur bzw. den Herzfunktionen bei jungen Menschen. Durch eine bessere Versorgung mit Vitamin K könnten sich solche Veränderungen der linken Herzkammer bei Jugendlichen möglicherweise vermeiden lassen. Das könnte langfristig die Gesundheit des Herzens fördern und die Risiken für Herzerkrankungen senken.

 

Unser Tipp: Vitamin K wird häufig als Vitamin K2 angeboten, oder auch in einer ausgewogenen und synergistischen Kombination von K1 und K2.

 

Quelle:
Mary K. Douthit et al., Phylloquinone Intake Is Associated with Cardiac Structure and Funktion in Adolescents. In: The Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 7.7.2017, doi: 10.3945/jn.117-253666.


Die Darmflora von sehr gesunden alten Menschen bis zu über 100 Jahren ähnelte in einer großen chinesischen Studie der von jüngeren, gesunden 30-Jährigen.

 

Die Darmflora von sehr gesunden alten Menschen bis zu über 100 Jahren ähnelte in einer großen chinesischen Studie der von jüngeren, gesunden 30-Jährigen.

 

Die Ernährung kann die Gesundheit bis ins hohe Alter beeinflussen. Dabei könnte auch die Gesundheit der Darmbakterien eine sehr wichtige Rolle spielen. Eine Reihe von Studien zeigte bereits, dass die Zusammensetzung der so genannten Mikrobiota, die Zusammensetzung der Darmbakterien, bei einigen Krankheiten im Vergleich zu Gesunden deutlich verändert ist. Auch bei älteren Menschen fand man im Vergleich zu Jüngeren oft deutliche Unterschiede in der Darm-Mikrobiota, allerdings waren die Ergebnisse dazu bisher wenig vergleichbar. Eine neue Studie kommt jetzt zu sehr überraschenden Ergebnissen.

 

Eine Gruppe von chinesischen und kanadischen Forschern untersuchte bei mehr als 1.000 Chinesen aus drei Städten die Zusammensetzung der Darmbakterien (durch Gen-Sequenzierung). Sie wollten die Frage klären, ob das gesunde Altern mit von den Darmbakterien abhängig bzw. beeinflusst ist. Beteiligt an der Studie waren verschiedene Altersgruppen von Kleinkindern und Erwachsenen bis zu über 100 Jahre alten Menschen. Alle Teilnehmer galten als äußerst gesund und hatten keinerlei gesundheitliche Probleme. Die jüngeren Teilnehmer stammten dazu aus Familien, die ebenfalls als sehr gesund galten. Nach Auswertung der Bakterienprofile im Darm fanden die Forscher bei jungen Teilnehmern im Alter von 19 bis zu 24 Jahren häufiger ein spezifisches Darmprofil, das sie mit Ergebnissen anderer Studien nicht in Einklang bringen konnten. Sie werteten dies als eine chinesische Besonderheit.

 

Für die Forscher sehr überraschend waren jedoch die Ergebnisse der Teilnehmer ab 30 Jahren, weil sich hier unabhängig vom Alter deutliche Ähnlichkeiten zur Darmflora der älteren Menschen zeigten. Zwischen den jüngeren Erwachsenen und den Älteren bis hin zu sehr alten Menschen bis zu über 100 Jahren gab es keine wesentlichen Unterschiede in den Bakteriengruppen im Darm.

 

Die Forscher werten die Aufrechterhaltung der Darmprofile über sehr lange Zeiträume hinweg als einen wichtigen Biomarker für gesundes Altern, vergleichbar etwa mit der Bedeutung von geringen Cholesterinwerten für das gesunde Herz-Kreislaufsystem. Die Forscher führen die nahezu gleiche Zusammensetzung der Darmflora bei jüngeren und älteren Menschen auf einen aktiven, gesunden Lebensstil und eine gesunde Ernährung zurück. Sie vermuten, dass die Verbesserung der Darmbakterien bei älteren Menschen durch eine „darmgesunde“ Ernährung und die Aufnahme von Probiotika die Gesundheit im Alter fördern könnte. Das sollte nun in weiteren Studien näher erforscht werden.

 

Unser Tipp: Probiotika werden mit verschiedenen gesunden Bakterienstämmen ergänzt. Besonders bewährt haben sich Laktobazillen und Bifidobakterien, die auch zusammen angeboten werden. Die Kombination mit Synbiotika (z.B. Fruktooligosacchariden) erhöht dabei die Stabilität, weil sie den gesunden Bakterien als Nahrung dienen.

 

Quelle:
Gaorui Bian et al., The Gut Microbiota of Healthy Aged Chinese Is Similar to That of the Healthy Young. In: mSpere Vol. 2, Nr. 5, 2017, doi: 10.1128/mSphere.00327-17.


Omega-3-Fettsäuren - trotz Bekanntheit zu wenig genutzt

 

Viele Menschen kennen die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen für die Gesundheit. Dieses Wissen führt jedoch oft nicht dazu, die Versorgung mit diesen gesunden Fettsäuren zu verbessern.

 

Die Aufnahme von Mikro-Nährstoffen wird auch durch die Kenntnisse über deren gesundheitlichen Nutzen gefördert. Das kann die Wahl von Lebensmitteln mit guten Nährstoff-Quellen ebenso wie die Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln beeinflussen. Noch ist jedoch eher wenig bekannt, wie die individuelle Wahrnehmung von Mikro-Nährstoffen die Versorgung anregen kann. Ein Forscherteam von der Purdue University in Indiana (USA) und der Ludwig-Maximilians-Universität in München untersuchte am Beispiel der Omega-3-Fettsäuren die Kenntnisse über den Nutzen dieser Nährstoffe im Vergleich zur tatsächlichen Versorgung durch die Ernährung und Nahrungsergänzungen. Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören zu den kritischen Nährstoffen, von denen man weiß, dass durch die unzureichende Versorgung die Gesundheit belastet wird, es steigt dann z.B. das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind vor allem fettreiche Fische und Meeresfrüchte. Empfohlen werden daher meist zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Tatsache ist jedoch in vielen Ländern, dass Fisch zu wenig gegessen wird.

 

200 Erwachsene aus den USA und aus Deutschland im Alter von 18 bis zu 80 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie gaben Auskunft über ihre Kenntnisse zu Omega-3-Fettsäuren und schätzten ihre Versorgung ein. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war der Ansicht, dass Omega-3-Fettsäuren einen guten Nutzen für die Gesundheit von Herz und Gehirn haben und dass sie mit Fischen deren wichtigste Nahrungsquellen kennen. Mit dem Omega-3-Index, der als Biomarker für die längerfristige Versorgung mit EPA und DHA gilt, wurde bei den Teilnehmern die tatsächliche Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren geprüft. Mit diesem Index lässt sich auch einschätzen, wie hoch das Risiko für die Entstehung von koronaren Herzkrankheiten ist. Die Ergebnisse zeigten, dass die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bei den meisten Teilnehmern nicht ausreichend war. Das galt gleichermaßen für diejenigen, die glaubten, dass sie genügend versorgt waren als auch für andere, die meinten, dass ihre Versorgung unzureichend war. Nur relativ wenige Teilnehmer hatten Omega-3-Indexwerte, die für einen guten Schutz des Herz-Kreislauf-Systems ausreichten.

 

Ein mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten 30 % der Teilnehmer aus den USA und 27 % der Deutschen. Ein hohes Risiko hatten 40 % der US-amerikanischen Teilnehmer, mit 10 % war hier der Anteil der Deutschen deutlich geringer. Noch können die Forscher nicht genau erklären, warum trotz der Kenntnisse über Omega-3-Fettsäuren die Versorgung nicht ausreichend gedeckt wird. Möglicherweise könnten häufiger eher fettarme Fische bevorzugt werden, die geringer mit Omega-3-Fettsäuren versorgen. Es könnte auch daran liegen, dass pflanzliche Lebensmittel bevorzugt werden, die wie z.B. Walnüsse und Leinsamen reichlich die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure enthalten. Sie kann jedoch im Körper nicht so effizient wie die EPA und DHA aus Fischölen genutzt werden.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass optimale Werte an Omega-3-Fettsäuren idealerweise durch die Nahrung erreicht werden sollten. Ihnen ist jedoch bewusst, dass dies nicht für jeden Menschen erreichbar ist. Nahrungspräferenzen, vegetarische, vegane Ernährung oder Nahrungsmittelallergien können z.B. dazu führen, dass Fisch nicht oder nicht ausreichend gegessen wird. Für Vegetarier und Veganer gibt es auf Algen basierende Quellen von Omega-3-Fettsäuren und damit angereicherte Lebensmittel. Für alle anderen sind Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzungen empfehlenswert, um gute Werte zu erreichen. Die Forscher empfehlen, sie nicht auf leeren Magen, sondern zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen. Für die gute Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren im Körper sind auch andere Nahrungsfette wichtig.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden in verschiedenen Formen und Dosierungen als Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle: 
Sowmyanarayanan V. Thuppal et al., Discrepancy between Knowledge and Perceptions of Dietary Omega-3 Fatty Acid Intake Compared with Omega-3-Index. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 24.8.2017, doi: 10.3390/nu9090930.


Multi-Vitamine/Mineralstoffe beugen Versorgungslücken vor

 

Viele Menschen nehmen Nahrungsergänzungen ein, um Defiziten mit wichtigen Mikro-Nährstoffen in der täglichen Versorgung vorzubeugen. Das gelingt weitgehend, wie eine große Bevölkerungsstudie aus den USA zeigt.

Rund 50 % der Erwachsenen in den USA nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein. Doch bisher gibt es relativ wenig Informationen über deren Einfluss auf die Nährstoff-Aufnahmen und die Korrektur möglicher Defizite bei den Mikro-Nährstoffen. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher führte dazu eine umfassende statistische Analyse durch. Als Basis dienten ihnen die nationalen, repräsentativen Daten von rund 10.700 Erwachsenen aus der großen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Surveys), die von 2009 bis 2012 durchgeführt wurde. Dabei wurden Untersuchungen über die Aufnahmen von Mikro-Nährstoffen allein aus der Ernährung und dazu im Vergleich mit der kombinierten Einnahme von Multi-Vitamin/Multi-Mineralstoff-Ergänzungen durchgeführt. Einbezogen waren 17 der wichtigsten Mikro-Nährstoffe mit ihrem geschätzten durchschnittlichen Bedarf. Hinzu kam der Status von fünf Nährstoffen mit bekannten Biomarkern und häufiger vorkommenden Defiziten im Blut.

 

Im Vergleich zur Ernährung allein sorgte die zusätzliche Aufnahme von Mikro-Nährstoffen für geringere Vorkommen von unzureichender Versorgung bei 15 der 17 Nährstoffe. Außer für Kalzium, Magnesium und Vitamin D verhinderte der häufigste Gebrauch von Nahrungsergänzungen von wenigstens 21 Tagen pro Monat unzureichende Aufnahmen bei den wichtigsten Mikro-Nährstoffen. Das war mit der Ausnahme von Eisen auch mit signifikant niedrigeren Raten für Defizite bei den untersuchten Nährstoff-Biomarkern im Blut verbunden. Bei sieben Mikro-Nährstoffen zeigte sich eine leicht erhöhte Zufuhr über den so genannten tolerablen täglichen Aufnahmewerten, die jedoch jeweils unter ≤4% lag.

Aus Sicht der Forscher unterstützen die Ergebnisse den Nutzen von Nahrungsergänzungen für die allgemeine Gesundheit. Sie widersprechen dem oft angeführten Argument, dass eine gute Ernährung allein ausreicht, um mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit wichtig sind, zu versorgen. Deutliche Mangel-Krankheiten durch fehlende Vitamine kommen heute zwar nur äußerst selten vor, doch viele Studien zeigen, dass auch geringere Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen die Gesundheit beeinträchtigen können. Beim großen Spektrum der Mikro-Nährstoffe kann es immer wieder einmal kurzfristig zu unzureichenden Aufnahmen kommen.

 

Die Forscher gehen heute von wenigstens 11 Mikro-Nährstoffen aus, die in den USA häufiger oder zumindest kurzfristig in einem zu geringen Maß aufgenommen werden. Das sind die Vitamine A, C, D, E, K, Folsäure und Cholin (vitaminähnliche Substanz) sowie die essentiellen Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Magnesium und Kalium. Multi-Nahrungsergänzungen können helfen, kleinere Versorgungslücken im Alltag auszugleichen. Das gelingt weitgehend, jedoch nicht bei allen Stoffen, wie diese Auswertung der NHANES-Daten zeigt. Kritisch waren teilweise noch die Aufnahmen von Kalzium, Vitamin D und Magnesium. Den größten Nutzen von Vitaminen und Mineralstoffen hatten die Teilnehmer, die am beständigsten Nahrungsergänzungen nutzten. Sie hatten ein deutlich geringeres Risiko für Mangelversorgungen an Mikro-Nährstoffen.

 

Unser Tipp: Multi-Vitamine und Multi-Mineralstoff-Ergänzungen gibt es in vielen Mixturen und Dosierungen, sie lassen sich daher sehr gut an den individuellen Bedarf anpassen. Auf eine gute Qualität bei den einzelnen Mikro-Nährstoffen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Jeffrey R. Blumberg et al., Impact of Frequency of Multi-Vitamin/Multi-Mineral Supplement Intake on Nutritional Adequacy and Nutrient Deficiencies in U.S. Adults. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.8.2017, doi: 10.3390/nu9080849.


Finnische Forscher stellten eine klare Beziehung zwischen dem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko für die Herzinsuffizienz fest.

 

Finnische Forscher stellten eine klare Beziehung zwischen dem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko für die Herzinsuffizienz fest. Es steigt mit der verzehrten Salzmenge an, beim höchsten Verzehr verdoppelt sich das Krankheitsrisiko.

 

Ein hoher Salzverzehr gehört zu den wichtigsten Ursachen für einen zu hohen Blutdruck, er ist außerdem ein unabhängiger Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit und Schlaganfälle. Die Herzinsuffizienz gehört zu den wichtigsten kardiovaskulären Krankheiten, bei ihr ist jedoch die Rolle eines zu hohen Salzverzehrs bisher nur wenig bekannt. Finnische Forscher untersuchten daher in einer Studie die Beziehung zwischen der Salzaufnahme und der Herzinsuffizienz.

In die (prospektive) Beobachtungsstudie waren 4.630 Männer und Frauen im Alter von 25 bis zu 64 Jahren einbezogen. Sie hatten an der finnischen North Karelia Salt Study und an der National FINRISK Study in der Zeit von 1979 bis 2002 teilgenommen. Zu den bei allen Teilnehmern anfänglich erhobenen Daten gehörten eine Befragung über die Gesundheit sowie Messungen von Gewicht, Größe und Blutdruck. Außerdem wurden Blutproben genommen und die Sammlung vom 24-Stunden-Urin durchgeführt.

 

Die Bestimmung der Natrium-Extraktion in der Urin-Analyse gilt als „Goldstandard“ für die Einschätzung des Salzkonsums auf individueller Basis, da die aufgenommene Salzmenge vor allem über die Nieren ausgeschieden wird. Je nach der Höhe der täglichen Salzaufnahme wurden die Teilnehmer fünf Gruppen zugeordnet, angefangen mit Werten unter 6.8 g, dann ansteigend bis zum Konsum von mehr als 13,7 g Salz täglich.

 

Die Gesundheit der Teilnehmer wurde 12 Jahre lang mit Hilfe eines nationalen Gesundheits-Registers beobachtet. Die Fälle von Herzinsuffizienz ermittelten die Forscher mit Aufzeichnungen in Krankenhäusern, Arzneimittelerstattungen sowie aus den Ursachen für Todesfälle. Im Lauf der beiden Studien entwickelten 121 Männer und Frauen eine Herzinsuffizienz. Nach Anpassung von Alter, Geschlecht, Studienjahren etc. stieg das Risiko für die Herzkrankheit mit erhöhten Salzaufnahmen deutlich an. Im Vergleich zum niedrigsten Konsum unter 6,8 g täglich war das Risiko bei knapp 7 bis 9 g täglich bereits um 13 % erhöht, bei bis zu 11 g Salz täglich erhöhte es sich um 45 %. Die Risikowerte stiegen bis zum höchsten Verzehr ab 13,7 g Salz täglich weiter an, dabei verdoppelte sich das Krankheitsrisiko für die Herzinsuffizienz. Bezogen die Forscher zusätzlich den systolischen Blutdruck, das Gesamt-Cholesterin und den Body Mass Index ein, war beim höchsten Salzkonsum das Risiko für die Herzinsuffizienz immer noch um 75 % erhöht.

 

Professor Pekka Jousilahti, einer der beteiligten Forscher, weist darauf hin, dass die optimale Salzzufuhr pro Tag vermutlich noch unter dem in dieser Studie angesetzten Mindestwert von 6,8 Gramm täglich liegt. Hauptsächlich wird Salz aus verarbeiteten Lebensmitteln, aus Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren sowie aus Milchprodukten und Käse aufgenommen, hinzu kommt Salz aus diversen Fertiggerichten. Untersuchungen über den Salzverzehr in Deutschland zeigen, dass Männer im Durchschnitt täglich 10 g, Frauen 8,4 g Salz aufnahmen. Damit wäre ihr Risiko für die Herzinsuffizienz bereits leicht erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die maximale Aufnahme von 5 Gramm Salz täglich, der physiologische Bedarf wird mit 2 bis 3 Gramm noch geringer angesetzt. Professor Jousilahti sagt zu den Ergebnissen der finnischen Studie: „Das Herz mag kein Salz. Hohe Salzaufnahmen erhöhen deutlich das Risiko für die Herzinsuffizienz.“

 

Quelle:
High salt intake associated with doubled risk of heart failure. Pressemitteilung der European Society of Cardiology vom 27.7.2017 (Kongressbericht).


Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen.

 

Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen. Die Forscher kombinierten eine orale Immuntherapie mit Probiotika vom Typ der Laktobazillen.

 

Die (spezifische) Immuntherapie gehört seit einigen Jahren auch bei Nahrungsmittelallergien zu den möglichen Therapien. Damit lässt sich bei vielen Patienten eine gewisse Toleranz erreichen, doch bisher ist nur wenig über die Langzeitwirkung bekannt. Jetzt zeigte ein australisches Forscherteam, dass bei einer Erdnussallergie die Kombination der Immuntherapie mit einem Probiotikum auch noch nach mehreren Jahren erfolgreich sein kann. Die Forscher führten ihre (randomisierte, doppelblinde) Studie 18 Monate lang mit 56 Kindern im Alter von ein bis zu zehn Jahren durch, bei denen eine Erdnussallergie nachgewiesen war. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kinder erhielten eine orale Immuntherapie, dabei steigerten die Forscher bei allen nach und nach die Gaben der Erdnussproteine, um deren Toleranz zu erhöhen.

 

In einer Gruppe erhielten die Kinder zusätzlich Milchsäurebakterien vom Typ Lactobacillus rhamnosus. Sie unterstützen die gesunde Darmflora und können auch die Immunzellen ebenso wie die Immuntoleranz fördern. Die täglichen Bakteriengaben waren hoch dosiert in einem Bereich, der mit der Ernährung nicht erreichbar ist. Die Menge der Laktobazillen entsprach in etwa dem Inhalt von 20 Portionen Joghurt pro Tag. Zum Vergleich nahmen die Kinder in der Kontrollgruppe nur ein Placebo ein. Am Ende der Studie waren 23 von 28 Kindern (82,1 %), die kombiniert die Immuntherapie zusammen mit den Laktobazillen erhalten hatten, frei von allergischen Symptomen auf Erdnüsse. Das wurde mit einem Provokationstest nachgewiesen. In der Kontrollgruppe tolerierte dagegen nur ein Kind diesen Test.

 

Nach vier Jahren schlossen die Forscher eine weitere Untersuchung an, um bei den Kindern die Langzeitwirkungen der Kombinationstherapie zu prüfen. Daran nahmen noch 48 Kinder teil, 24 aus der Probiotika- und 24 aus der Kontrollgruppe. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihren Allergie-Symptomen, außerdem wurde ihre Reaktion auf Erdnüsse mit Allergie-Tests untersucht. In der Kontrollgruppe, die neben der oralen Immuntherapie nur ein Placebo erhalten hatte, war wiederum nur ein Kind frei von allergischen Symptomen. Rund zwei Drittel (16 von 24) der Kinder, die zusätzlich mit Laktobazillen behandelt wurden, hatten auch nach vier Jahren noch keine Symptome einer Erdnussallergie.

 

Die restlichen Kinder aus dieser Gruppe berichteten von leichteren Beschwerden, jedoch hatte keines von ihnen einen anaphylaktischen Schock erlebt. Auch die Ergebnisse der Allergie-Tests (Pricktest, IgG4, sIGE) zeigten bei den Kindern mit der Kombinationstherapie eine bessere Toleranz gegenüber Erdnussproteinen. Für die Forscher ist dies ein deutlicher Beweis, dass Erdnussallergien mit einer Kombination von Immuntherapie und Probiotika erfolgreich therapiert werden können. Sie wollen die Wirkungen nun in größeren Gruppen prüfen.

 

Unser Tipp: Laktobazillen gehören zu den sehr gut untersuchten Probiotika. Besondere Herstellungsverfahren garantieren eine hohe Zufuhr an gesunden Bakterien, dabei kann u.a. auch auf Milch- und Casein-Zusätze verzichtet werden. 


Quelle: 

Kuang-Chih Hsiao et al., Long-term clinical and immunological effects of probiotic and peanut oral immunotherapy after treatment cessation: 4-year follow up of a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. In: The Lancet Child & Adolescent Health, Online-Veröffentlichung vom 15.8.2017, doi: 10.1016.S2352-4642(17)30041-X.


Eine Ernährung, die reich an den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, verringert möglicherweise das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Raucher profitieren davon am stärksten.

 

Eine Ernährung, die reich an den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, verringert möglicherweise das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Raucher profitieren davon am stärksten.

 

Die Art von Nahrungsfetten spielt vermutlich eine Rolle bei der Entstehung von Lungenkrebs. Die Ergebnisse aus epidemiologischen Studien waren dazu bisher jedoch uneinheitlich. Daher werteten Forscher nun zehn große, internationale Bevölkerungsstudien aus. Sie stammten aus den USA, Europa und Asien, und daran nahmen fast 1,5 Millionen Personen teil. In allen Studien wurde zu Beginn mit Hilfe einer Ernährungs-Befragung bei den Teilnehmern bestimmt, wie hoch die tägliche gesamte Energieaufnahme war und welchen Anteil daran Kohlenhydrate, Proteine und Fette hatten. Bestimmt wurde bei den Fetten die Gesamtmengen, dazu wurde der Anteil an gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ermittelt.

 

Über die Zeit von im Durchschnitt rund zehn Jahren (maximal rund 21 Jahre) diagnostizierte man bei rund 18.800 Teilnehmern Lungenkrebs. Die Forscher setzten die Vorkommen von Lungenkrebs zu den Fettsäuren in Beziehung. Ihre Auswertung zeigte, dass bei einem hohen Fettkonsum das Risiko für Lungenkrebs allgemein um 7 % anstieg. Wurden besonders viel gesättigte Fettsäuren verzehrt, stieg das Risiko mit 14 % noch stärker an. Bei Rauchern war diese Beziehung mit einem Risikoanstieg von 23 % im Vergleich zu ehemaligen Rauchern und Nichtrauchern noch stärker ausgeprägt. Auch bei speziellen Lungenkrebs-Formen (Plattenepithel- und kleinzelliges Karzinom) war das Risiko durch einen hohen Konsum von gesättigten Fetten deutlich erhöht.

 

Teilnehmer, die dagegen reichlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufnahmen, konnten ihr Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich verringern. Es sank im Vergleich zu einem sehr geringen Konsum an gesunden Fettsäuren um 8 %. Die Forscher berechneten außerdem, wie sich das Krankheitsrisiko durch den Austausch von gesättigten Fetten gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren veränderte. Beim Verzicht von 5 % an gesättigten Fetten in der täglichen Energiebilanz verringerte sich mit der entsprechenden erhöhten Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren das Risiko für Lungenkrebs (Plattenepithel- und kleinzelliges Karzinom) um 16 bis 17 %. Experimentelle Studien zeigten überdies bereits, dass vor allem die Omega-3-Fettsäuren einen krebsschützenden Effekt haben können. Sie beeinflussen u.a. die Bildung von Zytokinen und die Genexpression, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind.

 

Unser Tipp: Die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem von den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen, lässt sich auch mit Nahrungsergänzungen deutlich verbessern.

 

Quelle:
Jae Jeong Yang et al., Dietary Fat Intake and Lung Cancer Risk: A Pooled Analysis. In: Journal of Clinical Oncology, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2017, doi: 10.1200/JCO,2017.73.3329.