Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD).

 

Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD). Antioxidantien aus Obst und Gemüse können dazu beitragen, die Lunge vor oxidativen Schäden besser zu schützen und so der COPD vorbeugen.

 

Die COPD ist eine weltweit verbreitete Lungenkrankheit, und immer mehr Menschen, vor allem Raucher und Ex-Raucher, erkranken daran. Bei der Entstehung dieser Krankheit spielen der oxidative Stress und entzündliche Prozesse eine wichtige Rolle. Beide können durch die Aufnahme von Antioxidantien verringert werden. Zu ihnen gehören eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und viele sekundäre Pflanzenstoffe, die in Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind.

 

Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm prüften in einer Studie, ob und wie der Verzehr von Obst und Gemüse die Vorkommen der COPD beeinflusst. Sie werteten Daten aus einer Bevölkerungsstudie mit rund 44.500 Männern im Alter von 45 bis zu 79 Jahren aus. Alle Teilnehmer litten zu Beginn der Studie nicht an Lungenkrankheiten. Im Lauf der Beobachtungszeit von im Durchschnitt 13 Jahren erkrankten 1.918 Männer an der COPD, 34% von ihnen waren Raucher, knapp 39 % gehörten zu den Ex-Rauchern. Wenn die Raucher weniger als zwei Portionen Obst und Gemüse täglich verzehrt hatten, war ihr Krankheitsrisiko für die Entstehung einer COPD deutlich höher im Vergleich zu Ex-Rauchern, die ebenfalls einen geringen Konsum hatten. Am niedrigsten war das COPD-Risiko bei Teilnehmern, die täglich reichlich Obst und Gemüse in den von empfohlenen Mengen aßen. Das sind täglich 3 Portionen Gemüse und Salat (400 Gramm) sowie zwei Portionen Obst (250 Gramm).

 

Pro verzehrter Portion Obst oder Gemüse sank das COPD-Risiko bei den Rauchern um 8%, bei den Ex-Rauchern um 4%. Besonders effektiv waren dabei Äpfel. Birnen, grüne Blattgemüse und Paprikaschoten, andere Obst- und Gemüsesorten wirkten sich etwas geringer auf die Prävention aus. Bei Nichtrauchern, die generell ein geringeres COPD-Risiko hatten, wirkte sich ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse nicht auf das COPD-Risiko aus. Raucher mit dem höchsten Verzehr konnten ihr COPD-Risiko dagegen insgesamt um 40% verringern im Vergleich zu einem nur sehr geringen Konsum. Bei den Ex-Rauchern mit hohem Obst- und Gemüse-Verzehr sank das COPD-Risiko um 34%.

 

Die Studie zeigt, dass ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse mit verringerten Vorkommen der COPD verbunden ist. Das galt sowohl für Raucher als auch für Ex-Raucher. Die Forscher vermuten, dass die in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien den schädlichen Einfluss des Rauchens auf den oxidativen Stress und Entzündungen vermindern können. Mehr Obst und Gemüse können so zur Vorbeugung der COPD beitragen.

 

Unser Tipp: Antioxidativ wirkende Mikro-Nährstoffe sind in guten Mischungen auch als Nahrungsergänzungen erhältlich.

 

Quelle:
Joanna Kaluza et al., Fruit and vegetable consumption and risk of COPD: a prospective cohort study of men. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 22.2.2017, doi: 10.1136/thoraxjnl-2015-207851.


Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind

 

Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind.

 

Magnesium ist ein essentielles Spurenelement, das bei vielen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Es beeinflusst zelluläre, neurologische und muskuläre Funktionen und ist auch ein Bestandteil der Knochen. Rund zwei Drittel des gesamten Magnesiums im Körper sind im Knochengewebe angesiedelt. Einige Studien zeigten, dass Magnesium gut auf die Knochengesundheit einwirkt. Bisher fehlte es jedoch an Nachweisen, in denen Magnesium in Bezug auf Knochenbrüche untersucht wurde. Ein Team aus englischen und finnischen Forschern prüfte diese Wirkung im Rahmen einer großen finnischen Bevölkerungsstudie (Kuopio Ischemic Heart Disease).

 

Einbezogen waren 2.245 Männer im Alter von 42 bis zu 61 Jahren. Zu Beginn wurden ihre Magnesium-Werte im Blutserum gemessen, sie nahmen außerdem an einer Ernährungsbefragung teil. Im Lauf der langen Beobachtungszeit von rund 25 Jahren traten bei den Teilnehmern 123 Knochenbrüche auf, 78 davon im Hüftbereich. Magnesium war mit dem Risiko für Knochenbrüche allgemein verbunden, das galt auch, wenn andere Risikofaktoren einbezogen wurden.

 

Männer mit den niedrigsten Magnesium-Konzentrationen hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, das galt vor allem für Brüche im Hüftbereich. Männer mit den besten Magnesium-Werten (ab 2,3 mg/dl) waren dagegen deutlich besser vor Knochenbrüchen geschützt. Sie hatten ein um 44 % verringertes Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Auffällig war, dass die Aufnahme von Magnesium aus der Ernährung nicht direkt mit den Knochenbrüchen verbunden war. Generell hängen die Magnesium-Werte im Blut von der Zufuhr von Magnesium aus Lebensmitteln und Wasser ab. Trotz genügend Magnesium in der Nahrung kann die Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesium, z.B. bei älteren Menschen, bei Darm- und Nierenstörungen oder auch bei der Nutzung bestimmter Medikamente (z.B. Diuretika etc.), beeinträchtigt sein. Wird reichlich Magnesium, z.B. aus dunklem Blattgemüse, Nüssen, Samen und Avocados, aufgenommen, führt dies dann nicht unbedingt zu verbesserten Magnesium-Werten im Blut. Hier könnten Ergänzungen dann eher zu einer besseren Versorgung mit Magnesium führen.

 

Noch ist nicht genau geklärt, wie Magnesium zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen kann und wie zu geringe Magnesium-Konzentrationen die Knochengesundheit beeinträchtigen. In Frage kommen z.B. ein verschlechtertes Knochenwachstum, geringere Knochendichte und Osteoporose. Magnesium wirkt außerdem über einen vom Stickoxid abhängigen Mechanismus auch auf die Aktivität der Osteoblasten und die Anzahl der Osteoklasten (Knochenzellen) ein. Auch wenn dazu bisher nicht alle Fragen geklärt sind, halten die Forscher die Wirkung von Magnesium für beachtlich. Sie vermuten, dass gute Magnesium-Werte im Blutserum zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen können.

 

Dies sollte in weiteren Studien untersucht werden. Bei älteren Menschen und bei denen, die ein erhöhtes Risiko für eine geringe Versorgung mit Magnesium haben, kann es sinnvoll sein, die Magnesium-Werte zu bestimmen. Man schätzt, dass etwa 2,5 bis 15 % der Bevölkerung nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind. Symptome können vor allem bei niedrigen Konzentrationen (unter 2 mg/dl) entstehen. Reicht die Versorgung nicht aus, dann ist die Ergänzung ein Weg, Magnesium im Serum zu erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen, gleich ob als Einzel- oder im Multipräparat, kommt es auch auf die Qualität an. Das betrifft z.B. die Magnesiumverbindung: Magnesiumcitrate oder -glukonate sind besser bioverfügbar.

 

Quelle:
Setor Kwadzo Kunutsor et al., Low serum magnesium levels are associated with increased risk of fractures: a long-term prospective cohort study. In: European Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 12.4.2017, doi: 10.1007/s10654-017-0242-2.


Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an.

 

Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an. Die Einnahme von Probiotika mit Laktobazillen und Bifidobakterien kann dazu beitragen, allergische Beschwerden zu lindern.

 

Viele Studien zeigten bereits, dass Probiotika, die gesunden Bakterien im Darm, dazu beitragen, die Immunanwort auf Allergene zu regulieren. Damit könnten auch  die saisonalen Belastungen durch Heuschnupfen sinken. Doch nicht alle Arten von Probiotika zeigten die gleichen Wirkungen. Bekannt ist, dass eine Kombination von Laktobazillen und Bifidobakterien nicht nur die gesunde Verdauung stärkt, sondern auch auf das Immunsystem einwirkt. Die beiden Bakterienarten erhöhen vermutlich den Anteil der regulatorischen T-Zellen, die wiederum die Toleranz gegenüber Heuschnupfen-Allergenen verstärken könnten.

 

In einer Studie prüften US-amerikanische Forscher der University of Florida eine Kombination von drei Bakterienarten, mit der Allergie-Symptome verringert werden könnten. Einbezogen waren Lactobacillus gasseri und die beiden Bifidobakterien bifidum und longum. Die Forscher führten eine (doppelblinde, Placebo-kontrollierte, randomisierte) klinische Studie mit 173 Teilnehmern durch. Alle litten unter saisonal auftretenden Allergien mit leichten bis mittleren Beschwerden, waren ansonsten jedoch gesund. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe  nahmen in der Allergie-Saison im Frühjahr acht Wochen lang täglich zwei Kapseln ein, die 1,5 Milliarden Bakterien-Einheiten pro Kapsel ergänzten.

 

Die andere Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo ein. Anhand von Stuhlproben wurden im Lauf der Studie die Veränderungen in den Bakterien-Spezies analysiert. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem wöchentlich die Allergie-Beschwerden ermittelt. Bei einer Untergruppe von 72 Teilnehmern wurden außerdem Blutproben genommen. Darin wurden die Anteile für das Serum-Immunglobulin E (Abwehrstoff des Immunsystems) und die regulatorischen T-Zellen bestimmt. Damit prüften die Forscher, ob sich die Toleranz gegenüber den Heuschnupfen-Symptomen erhöht hatte.

 

Die Analyse der Stuhlproben zeigte, dass mit der Einnahme von Probiotika der Anteil der gesunden Bakterien angestiegen war. Bis zur sechsten Woche zeigte sich dazu in der Probiotika-Gruppe ein ansteigender Trend für bessere Werte im Serum-Immunglobulin E und in den T-Zellen. Die Teilnehmer aus der Gruppe mit Probiotika berichteten über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität vom Studienbeginn bis zum Höhepunkt der Pollen-Belastung. Sie litten weniger unter allergischen Nasen-Symptomen und fühlten sich in ihren täglichen Aktivitäten weniger beeinträchtigt.

 

Unser Tipp: Probiotika gibt es in vielen Zusammensetzungen, auch mit der hier untersuchten Mischung von Laktobazillen und den Bifidobakterien bifidum und longum. Wichtig ist dabei nicht nur die Anzahl der Bakterien pro Kapsel, sondern auch die Qualität der Zubereitung, z.B. in Bezug auf die Stabilität der Bakterien.

 

Quelle:
Jennifer C. Dennis-Wall et al., Probiotics (Lactobacillus gasseri KS-13, Bifidobacterium bifidum G9-1, und Bifidobacterium longum MM-2) improve rhinoconjunctivitis-specific quality of life in individuals with seasonal allergies. a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 105, Nr. 3, 2017, doi: 10.3945/ajcn.116.140012.


Übergewichtige leiden häufiger unter chronischen Schmerzen. Wenn sie sich aber mediterran ernähren und mehr Fisch und pflanzliche Proteine essen, können sich ihre Schmerzen verringern.

 

Übergewichtige leiden häufiger unter chronischen Schmerzen. Wenn sie sich aber mediterran ernähren und mehr Fisch und pflanzliche Proteine essen, können sich ihre Schmerzen verringern.

 

Einige Studien zeigten bereits, dass übergewichtige Menschen für chronische Schmerzen anfälliger sind. Das lässt sich vermutlich durch die verstärkte Neigung zu Entzündungen bei Übergewichtigen erklären. Die Ernährung kann sowohl Stoffe enthalten, die Entzündungen fördern, aber auch verringern können. Der erhöhte Konsum von Süßigkeiten, raffinierten Kohlenhydraten und Fleischwaren kann z.B. Entzündungen fördern. Sie verlaufen im übrigen nicht nur akut, sondern können mit einem niedrigen Grad auch unbemerkt verlaufen. Das kann langfristig z.B. zur Entstehung von Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten beitragen. Gemüse, Obst und Gewürze enthalten dagegen viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und antientzündlich wirken.

 

Auch die Omega-3-Fettsäuren, die in pflanzlichen Ölen und vor allem in fettreichen Fischen vorkommen, haben starke antientzündlich wirkende Effekte. Entsprechend könnte eine gesunde Ernährung mit vielen antientzündlichen Inhaltsstoffen dazu beitragen, Schmerzen zu verringern. Besonders gut untersucht ist hier die mediterrane Ernährung, die mit ihrem reichlichen Angebot an Gemüse, Obst, Nüssen und Fisch die Zufuhr vieler antientzündlicher Stoffe sichert.

 

Ein Team von Psychologen und Medizinern der Ohio State University in den USA untersuchte in einer Studie, ob und wie sich die Ernährung von Übergewichtigen auf die Schmerzvorkommen auswirkt. Sie entwickelten ein Modell, mit dem sie bestimmen konnten, ob eine antientzündliche Ernährung die Schmerzentwicklung bei Übergewichtigen beeinflussen kann. Sie nutzten dafür Daten aus einer Studie mit 98 gesunden Normal- und Übergewichtigen im Alter von 20 bis zu 78 Jahren. Sie gaben dabei auch Auskunft über ihr soziales Umfeld, Gesundheit und Ernährung, Gewicht und Schmerzvorkommen. Genau bestimmt wurden bei allen Teilnehmern der Body Mass Index (BMI), Taillenumfang und die Anteile des Körperfetts.

 

Alle Teilnehmer führten außerdem für 24 Stunden ein Nahrungs-Protokoll. Die jeweilige Nahrungsqualität wurde mit einem Index für gesundes Essen bewertet. Hinzu kamen die Ergebnisse einer Schmerzbefragung sowie andere möglicherweise beeinflussende Faktoren wie z.B. Alter, Depressionen und der Gebrauch von Schmerzmedikamenten.

 

Die Auswertung bestätigte die Beziehungen zwischen den BMI-Werten, den Schmerzvorkommen und der Qualität der Ernährung. Die Forscher ziehen das Fazit, dass nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Nahrung bei Übergewicht eine wichtige Rolle spielt. Die gesunde Ernährung mit guten Anteilen von Fischen und pflanzlichen Proteinen, z.B. aus Erbsen, Bohnen und Nüssen, ist ein Schlüssel dazu, mit antientzündlichen Mikro-Nährstoffen den chronischen Schmerzen bei Übergewicht vorzubeugen oder sie zumindest zu verringern.

 

Quelle:
Charles F. Emery et al., Dietary intake mediates the relationship of body fat to pain. In: Pain Vol. 158, Nr. 2, 2017, S. 273-277, doi: 10.1097/j.pain.0000000000000754.


Fischöle enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken können.

 

Fischöle enthalten die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich und schmerzlindernd wirken können. In einer Meta-Analyse zeigte sich, dass davon besonders Patienten mit der rheumatoiden Arthritis profitierten.

 

Viele Arthritis-Patienten nehmen Fischöl-Ergänzungen ein, um ihre Symptome zu lindern. Enthalten sind darin die gesunden Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Sie sind u.a. an der Bildung von Fett-Mediatoren (z.B. Eicosanoiden) beteiligt, die Entzündungen regulieren. Die antientzündliche Wirkung von EPA und DHA könnte möglicherweise auch bei Arthritis zur Schmerzlinderung beitragen. Bei dieser Muskel-Skelett-Störung treten Gelenkschmerzen und -steifheit, Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit auf. Dazu gehören die rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunkrankheit mit Gelenkentzündungen, und die Arthrose, eine degenerative Krankheit, die ebenfalls mit Entzündungsprozessen verbunden ist.

 

Bisher gab es über die Beziehung von Fischölen zur Arthritis nur begrenzte Nachweise. Eine Forschergruppe untersuchte daher in einem Meta-Analyse, ob die Ergänzung von Fischölen die Schmerzen von Arthritis-Patienten lindern und auch die klinischen Ergebnisse verbessern können. Einbezogen wurden (randomisierte) Studien, in denen Fischöl-Ergänzungen bei Arthritis-Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe geprüft wurden. Das betraf die körperlichen Funktionen (z.B. Griffstärke, Gangtests), Entzündungen und das Auftreten von unerwünschten Wirkungen.

 

42 Studien von den 80er Jahren bis zu 2015 konnten schließlich in die Analyse einbezogen werden, aus 30 Untersuchungen standen die kompletten Schmerzdaten zur Verfügung. Die Studien wurden mit unterschiedlicher Dauer, von zwei Wochen bis zu 18 Monaten, durchgeführt. Eingesetzt wurden dabei verschiedene Mengen von Fischölen, mit geringer bis zu hoher Dosierung. Die Auswertung zeigte einen positiven Effekt der Fischöl-Ergänzungen. Bei den Patienten mit rheumatoider Arthritis war die schmerzlindernde Wirkung signifikant. Das galt auch für die Wirkung auf den Entzündungs-Marker CRP (C-reaktives Protein). Bei den Arthrose-Patienten war die Beziehung nicht so deutlich ausgeprägt, allerdings standen hier auch weniger Studiendaten für die Analyse zur Verfügung.

 

Insgesamt bewerteten die Forscher die Studien in ihrer Struktur als heterogen, abhängig von der jeweiligen Diagnose, Art der eingesetzten Fischöle und ihrem Gehalt an EPA und DHA sowie der Dosierung. Dennoch leiten die Forscher aus den Ergebnissen eine mäßig günstige Wirkung der Fischöle ab. Das gilt für die allgemeine Schmerzlinderung bei Arthritis-Patienten und etwas stärker ausgeprägt bei der rheumatoiden Arthritis. In weiteren Studien sollte die Wirkung von Fischölen auf Arthrose und Arthritis genauer geprüft werden. Die Forscher empfehlen Patienten mit rheumatoider Arthritis, die Fischöle ausprobieren wollen, besonders Präparate mit einem Verhältnis der EPA zu DHA von > 1,5 zu wählen.

 

Unser Tipp: Fischöle mit EPA und DHA werden mit verschiedenen Anteilen angeboten. Wichtig ist neben dem hier genannten Verhältnis der beiden gesunden Fettsäuren auch die Qualität der Zubereitung mit der guten Resorption, Bioverfügbarkeit und Stabilität.

 
Quelle:
Ninna K. Senftleber, Marine Oil Supplements for Arthritis Pain: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Trials. On: Nutrients Vol. 9, Nr. 1, 2017, Online-Veröffentlichung vom 6.1.2017, doi: 10.3390/nu9010042


Mikro-Nährstoffe bei Fleischessern, Vegetariern und Veganern

 

Durch unterschiedliche Ernährungsweisen werden nicht immer alle für den Körper wichtigen Mikro-Nährstoffe in den nötigen Mengen regelmäßig zugeführt. Eine Schweizer Studie zeigt jetzt einige typische Defizite auf, die bei gemischter Kost und bei der pflanzlicher Kost von Vegetariern und Veganern entstehen.

 

Die vegetarische und vegane Ernährung wird in Deutschland und in der Schweiz zunehmend beliebter, auch wenn ihre Anteile an der Ernährung insgesamt nach wie vor eher gering sind. Ob und wie sich die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen durch diese Ernährungsweisen unterscheidet, das wurde bisher nicht näher untersucht. In einer Studie prüften daher Schweizer Forscher, ob und wie Fleischesser, Vegetarier und Veganer mit einigen ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. 206 Schweizer im Alter von 18 bis zu 50 Jahren, die sich mit Fleisch (100), vegetarisch (53) oder vegan (53) ernährten, nahmen an der Studie teil.

 

Bei allen wurden im Blut die Konzentrationen der Vitamine A, C, D, E, B1, B2, B6, B12, Folsäure, Pantothensäure, Niacin, Biotin und Beta-Carotin sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Eisen, Magnesium und Zink untersucht, außerdem wurden die Jodwerte im Urin gemessen. Drei Tage lang wurden bei allen Teilnehmern die Nahrungsaufnahmen genau untersucht und gewogen. Daraus konnten die Aufnahmen der Mikro-Nährstoffe berechnet werden. Einbezogen in die Analyse wurden auch andere beeinflussende Faktoren, z.B. Gewicht, Größe, körperliche Aktivität und Lebensstil der Teilnehmer.

Bei allen drei Ernährungsweisen zeigten sich Defizite in der Eisenversorgung. Ansonsten gab es zwischen den Gruppen einige auffällige Unterschiede in der Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Die Fleischesser hatten die geringsten Aufnahmen bei Magnesium sowie bei den Vitaminen C und E, Niacin und Folsäure. Den Vegetariern fehlte es vor allem an Vitamin B6 und Niacin. Die Veganer nahmen am wenigsten Kalzium auf, sie waren außerdem relativ gering mit Vitamin D, B12 und Zink versorgt. Überraschend stuften die Forscher aber die Versorgung mit Vitamin B12 bei den Veganern insgesamt als nicht so schlecht ein. Seit langem ist bekannt, dass sie durch den strikten Verzicht auch auf Eier, Käse und Milchprodukte mit ihrer Ernährung kaum Vitamin B12 aufnehmen, das hauptsächlich in tierischen und nur sehr gering in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt.

 

Trotz der unzureichenden B12-Aufnahme aus der Ernährung zeigten sich bei den Veganern jedoch im Vergleich zu den anderen Gruppen keine sehr großen Unterschiede. Die Forscher führten dies auf den weit verbreiteten Nutzen von Nahrungsergänzungen zurück, mit denen das bekannte Defizit an Vitamin B12 bei Vegetariern und speziell bei Veganern ausgeglichen werden kann.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen: Trotz der erheblichen Unterschiede in der Ernährung und in der Aufnahme sowie bei den Defiziten von Mikro-Nährstoffen ist grundsätzlich eine gut balancierte Ernährung bei allen drei Ernährungsweisen erreichbar. Mögliche Unterversorgungen an Vitaminen, Mineral- und Spurenstoffen können sowohl mit Lebensmitteln, die mit Mikro-Nährstoffen angereichert sind, als auch gezielt mit Nahrungsergänzungen ausgeglichen werden.

 

Unser Tipp:

Qualitativ gute Multi-Vitamin- und Mineralstoff-Präparate können die Basis für eine optimale Versorgung mit Mikro-Nährstoffen schaffen. Gezielt können bei Bedarf auch einzelne Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente ergänzt werden. Statt einzelne B-Vitamine aufzunehmen, wird oft empfohlen, den gesamten Komplex der B-Vitamine aufzufüllen.

 

Quelle:
R. Schüpbach et al., Micronutrient status and intake in omnivores, vegetarians and vegans in Switzerland. In: European Journal of Nutrition Vol. 56, Nr. 1, 2017, S. 283-293, doi: 10.1007/s00394-015-1079-7.


Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können

 

Neuere Forschungen zeigen, dass auch pflanzliche Extrakte und Substanzen wie grüner Tee und Resveratrol die Knochengesundheit und speziell die Gelenkfunktionen positiv beeinflussen können.

 

Die rheumatoide Arthritis und die Arthrose sind weit verbreitete Gelenkerkrankungen. Sie können starke Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit verursachen und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Seit einiger Zeit gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass pflanzliche Extrakte aus dem grünen Tee ebenso wie Resveratrol, das bekannte Polyphenol aus dem Rotwein, bei Gelenkproblemen unterstützen können.

 

Ob Grüntee-Extrakte die Symptome der Knie-Arthrose verbessern können, prüfte eine Gruppe iranischer Mediziner in einer kleinen klinischen Studie mit 50 Erwachsenen. Bei allen Teilnehmern wurden die Schmerzempfindlichkeit und Steifigkeit der Kniegelenke mit verschiedenen Methoden (Visuelle Analogskala, WOMAC) untersucht. Sie wurden dann in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt vier Wochen lang zusätzlich zur medikamentösen Therapie mit dem schmerz- und entzündungslindernden Diclofenac einen Grüntee-Extrakt.

 

Die andere Gruppe nahm zur Kontrolle nur das Medikament ein. Bei Schmerzen und Steifigkeit zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. In der Gruppe mit den Grüntee-Extrakten hatten sich aber die Gelenkfunktionen signifikant verbessert. Die Forscher halten Grüntee-Extrakte daher für eine unterstützende Maßnahme bei Arthrose in den Kniegelenken. Sie empfehlen dazu weitere Studien, z.B. mit längerer Dauer und einer größeren Anzahl von Teilnehmern, durchzuführen. 

 

Resveratrol ist bisher vor allem für seine antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen bekannt, durch die es zum Schutz des Herz-Kreislauf-Systems beitragen kann. Experimentelle Forschungen zeigen, dass Resveratrol möglicherweise auch rheumatische Prozesse sowie die T- und B-Zellen beeinflussen kann, die im Immunsystem und auch bei Rheuma-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Eine französische Forschergruppe analysierte dazu in einer Literatur-Übersicht die bisherigen Forschungsergebnisse. Einige Untersuchungen zeigten, dass Resveratrol gelenkschützende Wirkungen hat, da u.a. die Bildung von entzündlichen Faktoren und Abbau-Prozesse verringert werden können. Eine erste klinische (randomisierte, doppelblinde) Studie aus Dänemark untersuchte 2014 die Wirkung von Resveratrol bei 74 übergewichtigen Männern im mittleren Alter in Bezug auf die Knochenmineraldichte und die alkalische Phosphatase (zeigt Veränderungen im Knochenstoffwechsel an).

 

Bei den Teilnehmern wurden 16 Wochen lang zwei Dosierungen  mit Gaben von 1.000 bzw. 150 mg Resveratrol täglich im Vergleich zu einem Placebo getestet. Mit der hoch dosierten Resveratrol-Gabe wurde die Knochenmineraldichte in Bereichen der Lendenwirbelsäule und die Werte der alkalischen Phosphatase im Vergleich zum Placebo deutlich verbessert. Die Forscher schließen daraus, dass Resveratrol vermutlich einen positiven Einfluss auf die Knochenbildung und -mineralisierung haben kann. Das könnte zum Schutz vor Arthrose und rheumatoider Arthritis beitragen. Auch hier sollten die Wirkungen in weiteren Studien näher geprüft werden.

 

Unser Tipp:

Grüntee-Extrakte gibt es in gut bioverfügbaren Formen. Mit Trans-Resveratrol steht ebenfalls eine gut bioverfügbare und stabile Form zur Nahrungsergänzung zur Verfügung.

 

Quelle:
Mohammad Hashem Hashempur et al., Green tea (Camellia sinensis) for patients with knee osteoarthritis: A randomized open-label active-controlled clinical trial. In: Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 18.12.2016, doi: 10.1016/j.clnu.2016.12.004.
Christelle Nguyen et al., Resveratrol Potential Therapeutic Interest in Joint Disorders: A Critical Narrative Review. In: Nutrients Vol 9, Nr. 1, 2017, 45, doi: 10.3390/nu9010045.



Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt.

 

Auf die Gesundheit der Knochen hat die Ernährung einen deutlichen Einfluss, wie eine Auswertung der seit vielen Jahren durchgeführten Rotterdam-Studie zeigt. Viel Obst, Gemüse und Milchprodukte stärken die Knochenstruktur und senken das Risiko für Knochenbrüche.

 

Bisher fehlt es noch an genaueren Kenntnisse über die Beziehungen zwischen der Ernährung, Messungen der Knochen-Geometrie und dem Risiko für Knochenbrüche. Eine Gruppe von niederländischen und US-amerikanischen Forschern prüfte daher im Rahmen der Rotterdam-Studie, einer großen Bevölkerungsstudie, ob und wie sich die Ernährung auf die Knochengesundheit auswirkt. Einbezogen waren rund 4.000 Teilnehmer ab 55 Jahren. Alle wurden über ihre Ernährung ausführlich befragt, dabei wurden die jeweiligen Lebensmittel 28 Nahrungs-Gruppen zugeordnet. Bei allen Teilnehmern wurden weiter verschiedene Faktoren im Knochensystem gemessen, die Knochenmineraldichte, Knochenbreite und die Stabilität bzw. Instabilität der Knochen. Einbezogen in die Analyse wurden außerdem Knochenbrüche, die die Teilnehmer im Zeitraum von bis zu 15 Jahren vor dieser Untersuchung erlitten hatten.

 

Die Forscher konnten vier Ernährungsweisen ermitteln, durch die die Knochengesundheit beeinflusst wird. Sie fassten sie zu zwei sich grundlegend voneinander unterscheidenden Ernährungsweisen zusammen, die für die weiteren Auswertungen genutzt wurden. Auf der einen Seite stand eine Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Milchprodukten, auf der anderen Seite eine Ernährung mit reichlich Süßigkeiten, tierischen Fetten, bei einem noch relativ moderaten Fleischverzehr. Unabhängig von anderen, die Knochengesundheit beeinflussenden Faktoren war die Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Milchprodukten mit einer besseren Knochengesundheit verbunden.

Sie führte zu einer höheren Knochenmineraldichte, besserer Knochenstärke und -stabilität und senkte das Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen. Teilnehmer, die dagegen mehr Süßigkeiten, tierische Fette und Fleischmahlzeiten bevorzugten, hatten dazu im Vergleich eine schlechtere Knochengesundheit. Sie hatten instabilere Knochen und ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche durch Osteoporose oder Brüche an den Hüftknochen.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine knochengesunde Ernährung zusätzlich zu medizinischen Maßnahmen, mit denen die Knochenmineraldichte gestärkt werden kann, das Risiko für Knochenbrüche verringern kann.

 

Unser Tipp: Gesunde Knochen brauchen mehr Mikro-Nährstoffe als nur Kalzium. Es gibt spezielle Formeln, die alle wichtigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und weitere Nährstoffe für das gesunde Knochen- und Muskelsystem ergänzen.

 

Quelle:
Ester A. L. de Jonge et al., Dietary patterns explaining differences in bone mineral density and hip structure in the elderly: the Rotterdam Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 30.11.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.139196.


Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem.

 

Die B-Vitamine spielen bei vielen Körperprozessen eine wichtige Rolle, z.B. im Herz-Kreislauf-, Knochen und Hirnsystem. Viele ältere Menschen sind aus ihrer Ernährung oft nicht ausreichend mit B-Vitaminen versorgt. Sie sollten daher besonders auf eine gute Versorgung mit diesen Vitaminen achten.

 

Die schützenden Funktionen von B-Vitaminen, vor allem von Folat und den Vitaminen B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin), werden (nicht nur) bei Alterskrankheiten immer stärker erforscht. Bisher richtete sich der Blick vor allem auf die Funktionen von Folat (Folsäure ist dessen synthetische Form) und Vitamin B12. In Zukunft sollen auch die Beziehungen der Vitamine B2 und B6 intensiver untersucht werden. Defizite an B-Vitaminen können aufgrund verschiedener Bedingungen entstehen. Dazu gehört die unzureichende Aufnahme aus der Ernährung, ein erhöhter Bedarf, die schlechte Absorption, genetische Störungen und Krankheiten sowie die mögliche Interaktion mit einigen Medikamenten. Bekannt ist, dass ältere Menschen häufiger zu gering mit B-Vitaminen versorgt sind, das gilt vor allem für Folat, B2 und B6.

 

Der häufigste Grund für die schlechte Versorgung mit Folat und B2 im Alter ist eine zu geringe Zufuhr aus der Ernährung. Dagegen beruht eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12 meist auf einer Malabsorption, abhängig von der individuellen Auswahl von Lebensmitteln. B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten, Vegetarier und vor allem Veganer sind daher oft zu wenig mit B12 versorgt. Außerdem entsteht im Alter ein erhöhter Bedarf an B6, u.a. weil Altersprozesse die Absorption der B-Vitamine negativ beeinflussen. Das beeinträchtigt u.a. den Transport und den Stoffwechsel der B-Vitamine. In einigen Beobachtungsstudien zeigte sich, dass ein geringer B-Vitamin-Status zu einem höheren Risiko für degenerative Krankheiten führt. Das gilt z.B. für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose und die Neigung zu Knochenbrüchen sowie für kognitive Dysfunktionen.

Eine geringe Versorgung mit B-Vitaminen führt vermutlich zu Störungen im Kohlenstoff-Metabolismus. Dieser trägt u.a. zur Biosynthese der DNA und RNA und zu Methylierungs-Reaktionen (Gen-Aktivierung und -Deaktivierung) bei. Folat und die damit verbundenen Vitamine B2, B6 und B12 haben eine vitale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels. Störungen innerhalb dieser Abläufe als Folge eines zu geringen B-Vitamin-Status können die Gesundheit beeinträchtigen. Nachweise, dass die gute Versorgung mit B-Vitaminen dazu beitragen kann, vor Herz-Kreislauf-Krankheiten, Störungen im Knochen- und Hirnsystem zu schützen, nehmen in der Forschung zu.

 

Von einer guten Versorgung profitieren vor allem Menschen, die vorher mit diesen Vitaminen schlecht versorgt waren. Ältere Menschen sollten zur Vorbeugung vor degenerativen Krankheiten auf ihren B-Vitamin-Status achten und bei Bedarf B-Vitamine einzeln oder kombiniert bzw. den gesamten B-Komplex ergänzen.

 

Unser Tipp: Bei einer allgemeinen Ergänzung ist es oft empfehlenswert, die B-Vitamine als gesamten Komplex (insgesamt 8 Vitamine) zu ergänzen, da sie sich bei vielen Abläufen im Körper gegenseitig beeinflussen und unterstützen.

 

Quelle:
Kirsty Porter et al., Causes, Consequences and Public Health Implications of Low B-Vitamin Status in Ageing. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, 725, doi: 10.3390/nu8110725.


Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Asthmatiker sollten den Verzehr von Schinken, Wurst und Salami meiden bzw. stark verringern. Der Nitratgehalt in diesen Dauerwurstwaren trägt vermutlich zu vermehrten Atembeschwerden von Asthmatikern bei.

 

Viele Fleischwaren, vor allem Dauerwurstwaren, werden mit Pökelsalz hergestellt, wodurch ihre Haltbarkeit verlängert wird. Dabei werden Nitrat und/oder Nitritpökelsalz eingesetzt, die im Körper zu Stickoxiden umgewandelt werden. In geringen Mengen tragen sie zur Entspannung der Blutgefäße und der glatten Gefäßmuskulatur bei, was bei Asthma-Patienten als allgemein günstig eingeschätzt wird. Bei einer zu hohen Nitrat-Aufnahme bildet sich jedoch der nitrosative und oxidative Stress. Er kann Entzündungen im Körper, u.a. in den Atemwegen, fördern sowie zu Lungenschäden und Asthma führen. Langfristig kann die Zufuhr von Nitraten die Beschwerden von Asthmatikern verschlechtern, wie die Auswertung einer französischen Studie zeigt.

 

Seit den 90er Jahren wird in Frankreich in einer Studie (Etude épidémiologique des facteurs génétiques et environnementaux de l´asthme) eine Gruppe von Asthmatikern beobachtet. Zur Kontrolle nehmen deren (erstgradige) Angehörige und gesunde Kontrollpersonen teil. In Untersuchungen von 2003 und 2007 gaben die Teilnehmer Auskunft über ihre Ernährung, dabei wurden sie auch nach dem Verzehr von Schinken, Wurst und Salami befragt. Weitere Untersuchungen fanden von 2011 bis 2013 statt. Insgesamt konnten die Daten von 971 Teilnehmern (im Durchschnitt 43 Jahre alt) ausgewertet werden, davon litten 42 % unter Asthma, Die Forscher setzten die Angaben zum Verzehr von gepökelten Fleischwaren mit den Asthma-Beschwerden in Beziehung. Als Mittelwert wurde der Verzehr von 2,5 Portionen Wurst und Schinken pro Woche angesetzt. Die Auswertung zeigte einen direkten Einfluss der gepökelten Wurstwaren auf die Asthma-Symptome.

 

Teilnehmer, die viermal pro Woche oder noch öfter Schinken, Wurst oder Salami aßen, hatten zu 76 % häufiger Verschlechterungen der Atembeschwerden im Vergleich zu denen, die solche Lebensmittel seltener oder nicht verzehrten. Da diese Wurstwaren meist pikant gewürzt sind, regen sie vermehrt den Appetit an, entsprechend waren die Wurstesser häufiger stark übergewichtig. Das trug zu  einem gewissen Maß (7 %) auch zu den Asthma-Symptomen bei. Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von sieben Jahren verschlechterten sich bei 20 % der Teilnehmer die Asthma-Symptome, z.B. mit Engegefühlen in der Brust und Atemnot. Je mehr gepökelte Fleischwaren die Teilnehmer aßen, um so stärker ausgeprägt waren ihre Symptome. Teilnehmer, die mehr gepökelte Wurstwaren aßen, waren außerdem häufiger Raucher, sie aßen kalorienreicher und nahmen mehr Natrium sowie mehr gesättigte Fettsäuren auf.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Asthmatikern sollten gepökelte (und geräucherte) Fleisch- und Wurstwaren nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. Sie erhöhen nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Lungenschäden und COPD, sondern auch das Risiko für Asthma-Beschwerden. 

 

Unser Tipp: Neben einer gesunden Ernährung spielen bei Asthma auch eine Reihe von Mikro-Nährstoffen eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise die gute Versorgung mit Vitamin D und den gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Quelle:
Zhen Li et al., Cured meat intake is associated with worsening asthma symptoms. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 20.12.2016, doi: 10.1136/thoraxjnl-2016-208375.


Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert.

 

Trotz vieler Informationen über Vitamine, sind wir nicht immer gut über deren Wirkungen informiert. Das zeigt eine französische Studie über Vitamin D.

 

Vitamin D gehört zu den am häufigsten untersuchten Vitaminen. Es ist für die Gesundheit von Knochen und Muskeln sehr wichtig, aber auch in vielen anderen Körpergeweben vorhanden. Daher könnte es eine Schlüsselrolle bei vielen Körperfunktionen spielen. Vitamin D beeinflusst z.B. das Immunsystem, Entzündungen, das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel und die kognitiven Funktionen. Vitamin D kann der Körper, anders als andere Vitamine, über die Einwirkung von Sonnenlicht auf die Haut selbst bilden. Die Aufnahme aus der Nahrung ist dagegen gering, wichtige Quellen sind Milchprodukte, Eier und Fische. In den nördlichen Ländern und mit einem Lebensstil, der mehr und mehr in Innenräumen stattfindet, ist die Vitamin D-Versorgung bei vielen Menschen nicht ausreichend gedeckt. In Europa geht man von Defiziten in der Bevölkerung aus, die von 35 bis zu 70 % reichen.

 

Bei der individuellen Aufnahme spielen u.a. auch die Kenntnisse über Nährstoffe eine Rolle. In einer Studie prüften daher französische Forscher im Rahmen einer großen Bevölkerungsstudie (NutriNet-Santé), was Menschen über Vitamin D wissen. Daran nehmen seit 2009 rund 60.000 Franzosen ab 18 Jahren teil. Sie beantworten jedes Jahr Fragen zu ihrer Gesundheit, seit 2012 werden dabei auch die Kenntnisse über Vitamin D untersucht.

Insgesamt kannten 92 % der Teilnehmer Vitamin D. Ihre Kenntnisse basierten vorwiegend auf Informationen von Ärzten, kamen aber auch aus den Medien. Die Informationen von Ärzten erweisen sich dabei als die zuverlässigere Quelle. 72 % der Befragten nannten die Sonne als Vitamin D-Quelle. Deutlich weniger bekannt war der Vitamin D-Gehalt in (fettreichen) Fischen, Lebertran, angereicherten Milchprodukten oder Medikamenten. Auch einige falsche Quellen wurden genannt, z.B. Olivenöl, Weißfisch und Huhn, die kein Vitamin D enthalten. Wer bereits einmal Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, kannte sich mit den Quellen meist besser aus. Rund ein Viertel der Teilnehmer glaubte, dass ihre Vitamin D-Versorgung wohl zu gering sein könnte.

 

Wer bereits irgendwann Vitamin D-Ergänzungen eingenommen hatte, war mit 47 % öfter davon überzeugt, dass die eigene Versorgung zu gering ist. Tatsächlich hatte aber nur ein Drittel derjenigen, die ein Defizit vermuteten, zu geringe Vitamin D-Werte. Andererseits glaubten von denen, die ein Vitamin D-Defizit hatten, nur 16 %, dass sie zu gering versorgt waren. Falsche Annahmen zeigten sich auch beim Einfluss des Hauttyps auf die Vitamin D-Versorgung. So glaubten mehr Menschen mit heller Haut schlecht mit Vitamin D versorgt zu sein als Teilnehmer mit dunklerer Haut, die tatsächlich ein höheres Risiko für eine Unterversorgung haben. Beim Einfluss von Vitamin D auf die Gesundheit kannten 78 % die gute Wirkung auf die Knochen, weniger bekannt war der Zusammenhang mit Osteoporose und Rachitis. Nur 40 % wussten, wie wichtig Vitamin D in der Schwangerschaft für die Mutter und die Entwicklung des Kindes ist. Noch weniger kannten den Einfluss von Vitamin D auf Haut- und Krebskrankheiten, Infektionen oder psychische Krankheiten.

 

Dies ist die erste europäische Studie, die Kenntnisse über Vitamin D in einer so großen Bevölkerungsgruppe näher untersucht hat. Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Zugang zu einfachen, aktuellen Informationen über Vitamin D in Gesundheitsberufen ebenso wie in der allgemeinen Bevölkerung verbessert werden sollte. 

 

Quelle:
Mélanie Deschasaux et al., What Do People Know and Believe about Vitamin D? In: Nutrients Vol. 8, Nr. 11, 2016, doi: 10.3390/nu8110718.


Gesunde Darm-Bakterien könnten zur Verringerung von Depressionen beitragen bzw. bei Gesunden das Risiko verringern, Depressionen zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse zweier Meta-Analysen.

 

Gesunde Darm-Bakterien könnten zur Verringerung von Depressionen beitragen bzw. bei Gesunden das Risiko verringern, Depressionen zu entwickeln. Das zeigen die Ergebnisse zweier Meta-Analysen.

 

Die Gemeinschaft der Bakterien im Darm (Mikrobiota) spielt eine wichtige Rolle in der Verdauung, dem Stoffwechsel und Immunsystem. Man unterscheidet Bakterien mit guten gesundheitlichen Wirkungen von denen, die schädlich wirken können. Das Bakterien-Ökosystem wirkt sich nicht allein auf die Darmgesundheit, sondern auf viele andere Körperbereiche aus, darunter auch auf die Gehirnfunktionen. Dabei gibt es offenbar eine wechselseitige Beziehung zwischen dem Darm und dem Gehirn. Die Darm-Mikroorganismen können dabei sowohl neurochemische Veränderungen im zentralen Nervensystem als auch Verhaltensprozesse beeinflussen. Die Gabe von Probiotika, gesunden Darm-Bakterien, könnte beispielsweise für Menschen mit Depressionen wichtig sein, die mit Stoffwechsel-Störungen im Gehirn verbunden sind. Bisher sind aber die Nachweise für die Wirksamkeit von Probiotika-Gaben bei Depressionen nicht ausreichend untersucht. Zwei Meta-Analysen von Forschern aus Kanada und China zeigen den aktuellen Kenntnisstand und kommen zu ähnlich positiven Ergebnissen.

 

Die kanadischen Forscher suchten in den relevanten Datenbanken nach (randomisierten, kontrollierten) Studien, in denen der Einfluss von Probiotika auf Ängste und Depressionen von 1990 bis Anfang 2016 geprüft wurde. Sie konnten schließlich 10 Studien in ihre Analyse einbeziehen. In vier Studien wurden Patienten mit Depressionen untersucht, an den anderen sechs Studien nahmen Personen teil, die nicht klinisch behandelt wurden. Trotz der komplexen Beziehung in den Darm-Hirn-Interaktionen und einigen Begrenzungen in den Studien weisen die Ergebnisse auf einen offensichtlichen psychologischen Nutzen von Probiotika-Ergänzungen hin.

 

Eine Gruppe von chinesischen Forschern kommt zu vergleichbaren Einschätzungen. Sie suchten ebenfalls nach (randomisierten, kontrollierten) Studien, in denen Probiotika und ihre Wirkung auf Depressionen untersucht wurden. Sie konnten fünf Studien auswerten, an denen und 360 Personen teilgenommen hatten. Ihre Analysen zeigten, dass Probiotika das Risiko für Depressionen signifikant senken konnten. Ermittelt wurde das anhand einer Depression-Skala, mit der der Schweregrad von depressiven Störungen bewertet wurde. Probiotika verringerten bei den Teilnehmern signifikant die Werte auf der Depressions-Skala (− 0,30). Probiotika hatten einen Effekt sowohl bei gesunden Teilnehmern als auch bei Patienten, bei denen eine depressive Störung diagnostiziert war. Sie wirkten stärker bei Personen unter 60 Jahren (− 43), bei älteren Teilnehmern ab 65 Jahren wurden deutlich schwächere Wirkungen (− 18) festgestellt. Die Forscher gehen davon aus, dass mit Probiotika bei vorhandenen Depressionen die Symptome verringert werden könnten, während bei Gesunden die Neigung zu Depressionen sinken könnte.

 

In beiden Meta-Analyen schätzen die Forscher die mögliche Wirkung von Probiotika auf Depressionen als positiv ein. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die untersuchten Studien einige Beschränkungen haben. Das betraf beispielsweise bei den getesteten Probiotika unterschiedliche Bakterienstämme und Dosierungen, zum Teil auch eine relativ geringe Zahl der Teilnehmer. Die Forscher empfehlen daher, Probiotika in Bezug auf Depressionen in größeren Studien genauer zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Bewährte Probiotika-Bakterien sind die Laktobazillen acidophilus, casei und rhamnosus sowie Bifidobakterien. Wichtig für die Qualität ist eine möglichst hohe Anzahl lebender Bakterien und die gute Haltbarkeit, die z.B. durch Inulin (Synbiotika) unterstützt wird, das den Bakterien als Nahrung dient.

 

Quelle: Meysam Pirbaglou et al., Probiotic supplementation can positively affect anxiety and depressive symptoms: a systematic review of randomised controlled trials. In: Nutrition Research Vol. 36, Nr. 9, 2016, S. 889-898, doi: 10.1016/j.nutres.2016.06.009
und
Ruixue Huang et al., Effects of Probiotics on Depression: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. In: Nutrients Vol. 8, Nr. 8, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2016, doi: 10.3390/nu8080483.

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Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann bei schwangeren Frauen die Gesundheit des Fötus stärken.

 

Eine gute Versorgung mit Vitamin B12 kann bei schwangeren Frauen die Gesundheit des Fötus stärken. Vermutlich verringert sich dadurch bei den Kindern auch das spätere Risiko für Stoffwechsel-Krankheiten wie Diabetes (Typ 2).

 

Vitamin B12 ist in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten, z.B. in Fisch, Fleisch, Geflügel, Eier und Milch. Daher sind Vegetarier, vor allem aber Veganer, häufiger von B12-Defiziten betroffen. Einige Studien zeigten bereits, dass Mütter mit zu geringen B12-Werten ein höheres Körpergewicht (BMI) hatten. Sie neigten eher dazu, Kinder mit einem geringeren Geburtsgewicht auf die Welt zu bringen. Außerdem hatten ihre Kinder häufiger zu hohe Cholesterin-Werte. Im Lauf der Kindheit entwickelten diese Kinder öfter eine höhere Insulin-Resistenz, ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes (Typ 2).

 

In einer Studie ging ein Forscherteam der englischen University of Warwick davon aus, dass mit einem B12-Mangel verbundene Veränderungen im Stoffwechsel das Ergebnis von abnormalen Leptin-Werten sein könnten. Das Hormon Leptin sorgt für das Sättigungsgefühl nach dem Essen. Es wird durch die Fettzellen im Körper gebildet, seine Werte steigen als Reaktion auf die Essenszufuhr an. Eine leichte bzw. gesündere Ernährung ist in der Regel mit normalen Leptin-Werten verbunden, Übergewicht lässt die Leptin-Werte dagegen ansteigen, wobei sie konstant auf einem höheren Level als üblich bleiben. Das kann möglicherweise zu einer Leptin-Resistenz führen, die mit einer kontinuierlichen, übermäßigen Essensaufnahme verbunden ist. Damit kann sich das Risiko für die Insulin-Resistenz erhöhen und in der Folge zu Diabetes (Typ 2) führen.

 

In der Studie entdeckten die Forscher, dass Babies, die von Müttern mit einer geringen B12-Versorgung geboren wurden, erhöhte Leptin-Werte hatten. Das weist darauf hin, dass eine Unterversorgung mit Vitamin B12 während der Schwangerschaft das Leptin-Gen negativ beeinflussen kann. Das könnte auf den Fötus und sein Wachstum einwirken und auch die Leptin-Bildung bei den Kindern nach der Geburt verändern. Die Forscher führen dafür zwei mögliche Gründe an: Zu geringes B12 könnte die Fettansammlung beim Fötus fördern, was zu erhöhten Leptin-Werten führen könnte.

 

Zu geringes B12 könnte aber auch chemische Veränderungen in den Plazenta-Genen auslösen, die Leptin bilden, um eine verstärkte Hormonbildung anzuregen. Man weiß, dass Vitamin B12 an so genannten Methylierungs-Reaktionen im Körper beteiligt ist. Diese können beeinflussen, ob Gene an- oder ausgeschaltet werden. In weiteren Studien wollen die Forscher nun genauer untersuchen, wie und warum bei einer B12-Unterversorgung schwangerer Frauen die Leptin-Werte bei ihren Babies ansteigen. Das könnte zu verbesserten Empfehlungen für die Aufnahme von Vitamin B12, gleich ob durch die Ernährung oder aus Nahrungsergänzungen, bei schwangeren Frauen führen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen angeboten, z.B. mit den gesamten B-Komplex-Vitaminen. Auf gute bioaktive Formen sollte (nicht nur) bei Vitamin B12 geachtet werden.

 

Quelle: o.A., Maternal B12 deficiency may increase child´s risk of type-2 diabetes. In: Science Daily vom 7.11.2016 (nach einer Pressemitteilung der University of Warwick, GB)

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Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Zu den möglichen Diabetes-Folgen gehört die diabetische Retinopathie, bei der die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt werden. Omega-3-Fettsäuren können zur Vorbeugung dieser Augenkrankheit beitragen.

 

Mit einem Diabetes steigt das Risiko für Folge-Krankheiten, zu denen u.a. die diabetische Retinopathie gehört. Rund ein Drittel der Diabetiker, vor allem die älteren Patienten, sind davon betroffen. Die Retinopathie beeinträchtigt die Sehkraft und kann in schweren Fällen bis zur Erblindung führen. Die möglichst frühzeitige Vorbeugung mit der regelmäßigen Augenkontrolle ist für Diabetiker daher sehr wichtig. Noch ist nicht genau geklärt, wie der Diabetes zur Schädigung der Netzhaut führt, aber Entzündungen, oxidativer Stress und mikrovaskuläre Veränderungen spielen eine zentrale Rolle bei den beeinträchtigten Netzhaut-Funktionen. Forschungen zeigten, dass die Netzhaut reich ist an langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, das gilt besonders für die DHA (Docosahexaensäure). Die Fettsäuren wirken u.a. antientzündlich und positiv auf die Blutgefäße ein, das könnte zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen.

 

Eine Gruppe von Forschern prüfte im Rahmen der großen spanischen Bevölkerungsstudie zur mediterranen Ernährung (PREDIMED), ob und wie eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung die Retinopathie bei Diabetes beeinflussen kann. Einbezogen wurden 3.614 Teilnehmer von 55 bis 80 Jahren, die bereits zu Beginn der Studie (2003) Diabetiker waren. Für 3.482 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren waren am Studienende (2009) sämtliche nötigen Daten verfügbar. Allen Teilnehmern wurde empfohlen, zur Vorbeugung vor kardiovaskulären Krankheiten täglich wenigstens 500 mg Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.

 

Dies kann in der Regel mit zwei möglichst fettreichen Fischmahlzeiten, z.B. mit Lachs, Sardinen etc., leicht erreicht werden. Da in Spanien traditionell viel Fisch gegessen wird, erreichten 2.611 Teilnehmer (75 %) der Diabetiker die vorgegebene Menge an Omega-3-Fettsäuren. Im Lauf der Beobachtungszeit von sechs Jahren trat bei 69 Teilnehmern (2 %) eine diabetische Retinopathie auf. Nach Anpassung der Daten in Bezug auf Alter, Geschlecht, Lebensstil und klinischen Daten etc. hatten Diabetiker, die täglich weniger als 500 mg an Omega-3-Fettsäuren aufnahmen, ein um 48 % erhöhtes Risiko für die diabetische Retinopathie. Von der vorbeugenden Wirkung der Fischöle profitierten besonders Teilnehmer mit einem erhöhtem Blutdruck und bei einem fortgeschrittenen Diabetes. Die Forscher sehen sich daher darin bestätigt, dass die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen zur Vorbeugung der diabetischen Retinopathie beitragen können.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder selten isst, kann Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzung in Kapselform aufnehmen. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in Herstellung und Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle: Aleix Sala-Vila et al., Dietary Marine ω-3 Fatty Acids and Incident Sight-Threatening Retinopathy in Middle-Aged and Older Individuals With Type 2 Diabetes. Prospective Investigation From the PREDIMED-Trial. In: JAMA Ophthalmology, Online-Veröffentlichung vom 18.8.2016, doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.2906.

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Magnesium kann die Herzfunktionen unterstützen, da es bei ausreichender Versorgung den Blutdruck verringert. Das zeigt die Auswertung einer Reihe von internationalen Studien.

 

Magnesium kann die Herzfunktionen unterstützen, da es bei ausreichender Versorgung den Blutdruck verringert. Das zeigt die Auswertung einer Reihe von internationalen Studien.

 

Nicht immer sind wir in unserer Ernährung ausreichend mit Magnesium versorgt, das gilt in vielen Ländern, darunter auch Deutschland und die USA. Zwischen 300 bis 400 mg Magnesium sollten Jugendliche und Erwachsene täglich, abhängig von Alter und Geschlecht, aufnehmen. Magnesium ist an vielen Körperprozessen beteiligt, es ist vor allem für die Funktionen des Muskel-Skelett- und des Herz-Kreislauf-Systems sowie für den Glukosestoffwechsel wichtig. Nicht ganz einig waren sich die Mediziner bisher darüber, ob die Einnahme von Magnesium-Ergänzungen blutdrucksenkend wirken kann. Das prüfte nun eine internationale Forschergruppe aus China, Japan, Kanada und den USA.

 

In die Meta-Analyse wurden 34 kleinere Studien mit rund 2.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis zu 84 Jahren einbezogen. Die Teilnehmer hatten entweder einen normalen oder einen erhöhten Blutdruck. Sie erhielten jeweils Magnesium-Ergänzungen im Vergleich zu einem Placebo. Dabei wurden verschiedene Dosierungen geprüft, im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer 368 mg Magnesium täglich auf.

 

Auch die Dauer der Studien war unterschiedlich, im Durchschnitt wurde die Magnesium-Einnahme drei Monate lang untersucht. Die Auswertung der Studien zeigte, dass mit den Magnesium-Ergänzungen im Durchschnitt der systolische Blutdruck signifikant um 2,00 mm Hg gesenkt werden konnte, der Wert des diastolischen Blutdrucks verringerte sich um 1,78 mm Hg. Außerdem hatten sich die Serum-Werte von Magnesium im Vergleich zum Placebo erhöht. Der Magnesium- Anstieg war dabei positiv mit dem systolischen Blutdruck verbunden. In qualitativ gut strukturierten Studien zeigten sich darüber hinaus durch die Einnahme von Magnesium eine größere Senkung des Blutdrucks.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Magnesium herzschützende Wirkungen haben kann. Aus ihren Berechnungen geht hervor, dass die Einnahme von 300 mg Magnesium täglich über die Dauer von (wenigstens) einem Monat ausreichend ist, um die Serum-Werte von Magnesium zu erhöhen und den Blutdruck leicht zu senken.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen ist auch die gute Resorption wichtig. Magnesiumcitrat, -glukonat und -malat werden vom Körper besser aufgenommen als z.B. Magnesiumoxid.

 

Quelle: Xi Zhang et al., Effects of Magnesium Supplementation on Blood Pressure. A Meta-Analysis of Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trials. In: Hypertension, Online-Veröffentlichung vom 11.7.2016, doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.116.07664.

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Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei.

 

Höhere Aufnahmen von Flavonoiden, speziell von Anthocyanen und Flavanonen, tragen zu einem verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Männern bei. Sie sind vor allem in roten und blauen Obstsorten sowie in Citrusfrüchten enthalten.

 

Ein erhöhter Verzehr von Obst senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu trägt der Gehalt an Flavonoiden (eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) bei, zu denen u.a. die Anthocyane und Flavanone gehören. Die Anthocyane sind vor allem in Früchten mit roter, blauer und violetter Farbe enthalten, die Flavanone kommen in den Citrusfrüchten vor. Beide Arten von Pflanzenstoffen waren in einigen Studien mit einem sinkenden Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Frauen verbunden. Ob diese Beziehung auch bei den Männern besteht, war bisher weitgehend unbekannt. Forscher aus Großbritannien und den USA untersuchten daher nun auch bei Männern die Beziehung von Anthocyanen und Flavanonen zur koronaren Herzkrankheit und zu Schlaganfällen.

 

An einer langjährigen Beobachtungsstudie mit Männern aus Gesundheitsberufen (Health Professionals Follow-Up Study) nahmen 43.880 Männer teil, die zu Beginn keine Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten. Aus Ernährungs-Befragungen wurden ihre Aufnahmen von Flavonoiden und speziell von Anthocyanen und Flavanonen ermittelt. Im Lauf von 24 Jahren der Beobachtung traten bei den Männern 4.046 Herzinfarkte und 1.572 Schlaganfälle auf. Eine erhöhte Aufnahme von Anthocyanen war allgemein nicht mit dem Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko verbunden. Detailliertere Analysen zeigten jedoch eine Verbindung zu den nicht tödlich verlaufenden Herzinfarkten. Hier konnten die Anthocyane das Risiko für Herzinfarkte um 13% senken. Bei Männern, die normale Blutdruckwerte hatten, war diese Beziehung noch stärker ausgeprägt, ihr Herzinfarkt-Risiko sank um 19%.

 

Auch die Aufnahme von Flavanonen war insgesamt nicht mit dem Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle verbunden. Bei der näheren Analyse zeigte sich jedoch, dass höhere Aufnahmen von Flavanonen signifikant das Risiko für den ischämischen Schlaganfall um 22% senken konnten. Davon profitierten vor allem die Teilnehmer ab 65 Jahren.

 

Der höhere Verzehr von Flavonoiden kann also auch bei Männern dazu beitragen, das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zu senken. Die mögliche Wirkung auf die Herzgesundheit basiert vermutlich darauf, dass Flavonoide den Blutfluss verbessern und dazu beitragen, das Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozyten) zu hemmen. Das könnte beispielsweise den vorbeugenden Effekt auf die ischämischen Schlaganfälle erklären. Möglicherweise gibt es aber weitere, noch nicht erkannte Wirkungen, die in weiteren Studien untersucht werden sollten.

 

Quelle: Aedin Cassidy et al., Habitual intake of anthocyanin and flavanones and risk of cardiovascular disease in men. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 3.8.2016, doi: 10.3945/ajcn.116.133132

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Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Eine Untersuchung im deutschen Zweig der EPIC-Studie zeigt: Die mediterrane Ernährung kann, auch wenn sie nicht vollständig eingehalten wird, dazu beitragen, das Risiko für die Herzinsuffizienz zu senken.

 

Es gibt zunehmend mehr Nachweise über die Rolle der Ernährung bei der Entwicklung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), auch wenn die Ergebnisse bisher nicht als völlig ausreichend gelten. Im Rahmen der großen europaweiten EPIC-Studie (European Perspectives Investigation into Cancer and Nutrition) über die Beziehungen der Ernährung zu chronischen Krankheiten wurde jetzt im deutschen Studienzweig diese Verbindung näher untersucht. Einbezogen waren rund 24.000 Teilnehmer im mittleren Alter.

 

Im Lauf der rund achtjährigen Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe 209 Fälle von Herzinsuffizienz auf. Die Ernährung der Teilnehmer wurde mit einer Skala geprüft, mit der der Anpassungsgrad an die traditionelle (griechische) mediterrane Ernährung bestimmt werden konnte. Je mehr Punkte die Teilnehmer auf der Skala erreichten, um so stärker ernährten sie sich auf mediterrane Weise. Nach der Anpassung der Daten an Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Energieaufnahmen zeigte sich, dass der Anstieg von jeweils 2 Punkten auf der mediterranen Ernährungs-Skala mit einem um 26% geringeren Risiko für die Herzinsuffizienz verbunden war.

 

Nach der Einbeziehung von weiteren beeinflussenden Faktoren schwächte sich diese Beziehung leicht ab und war dann zwar weiter vorhanden, aber nicht mehr signifikant. Drei Komponenten waren jedoch signifikant mit dem Herzinsuffizienz-Risiko verbunden: der Konsum von Alkohol sowie von  Fleisch und Fisch. Positiv wirkte sich ein geringer Alkoholkonsum aus, schlechter dagegen wirkten sowohl ein sehr geringer als auch ein zu hoher Alkoholkonsum. Positiv wirkten sich weiter der relativ geringe Verzehr von Fleischwaren und häufigere Fischmahlzeiten aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Auch in einer Bevölkerung, die sich üblicherweise nicht mediterran ernährt, lassen sich mit kleinen Veränderungen, die sich der mediterranen Ernährung annähern, gesundheitliche Vorteile bei der Prävention der Herzinsuffizienz erreichen. Das gilt besonders für die Senkung des Fleischverzehrs, wenn gleichzeitig der Fischverzehr erhöht wird.

 

Quelle: J. Wirth et al., A Mediterranean-style diet, its components and the risk of heart failure: a prospektive population-based study in a non Mediterranean country. In: European Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 10.8.2016, doi: 10.1038/ejcn.2016.140.

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Übergewicht und Adipositas sind ein Risikofaktor für mehr Krebsarten als man bisher vermutete.

 

Übergewicht und Adipositas sind ein Risikofaktor für mehr Krebsarten als man bisher vermutete. Dabei steigt das Krebsrisiko, abhängig vom Ausmaß des Übergewichts, stetig an, wie die Auswertung vieler Studien zeigt.

 

Weltweit steigen die Zahlen für Übergewicht und Adipositas, dem starken Übergewicht mit einem Body Mass Index (BMI) ab 30, deutlich an, so dass Fachleute längst von einer Epidemie sprechen. Zu den Folgen gehören Veränderungen im Stoffwechsel und im Hormon-Haushalt. Dazu gehören z.B. die übermäßige Bildung von Östrogen, Testosteron, Insulin und IGF (Insulin-ähnliche Wachstumfaktoren), Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Signalmoleküle) und Entzündungsreaktionen. Das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten, aber auch für einige Krebsarten wird durch Übergewicht deutlich erhöht.

 

Die IARC (International Agency for Research on Cancer), ein Forschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation, untersucht seit vielen Jahren die Risiken für die Krebsentstehung. 2002 veröffentlichte sie einen Bericht, dass die Vermeidung von Übergewicht zum Schutz vor Krebs in Darm, Speiseröhre, Nieren, Brust und Gebärmutter beitragen kann. Nun wertete das IARC rund 1000 neuere Studien zum Thema aus und bezieht weitere acht Krebsarten ein, die vom Übergewicht beeinflusst werden können. Dazu gehören Krebskrankheiten in Magen, Leber, Gallenblase, Pankreas und Eierstöcken. Das gilt weiter für bestimmte Hirntumore (Meningeom), den Schilddrüsenkrebs und das multiple Myelom (Art der B-Zell-Lymphome). Mit einigen Einschränkungen gibt es dazu Hinweise, dass Übergewicht den Brustkrebs bei Männern, den Prostatakrebs und das (diffuse großzellige) B-Zell-Lymphom beeinflussen kann.

 

Die Auswertung der Studien zeigte weiter: Je höher der BMI, um so mehr steigt das Krebsrisiko an. Für Männer und Frauen war dabei das erhöhte Krebsrisiko durch Übergewicht gleich. Bei Übergewicht in jungen Jahren, als Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu 25 Jahren, stieg das Risiko für einige Krebsarten, z.B. in Darm und Leber, im Erwachsenenalter an. Zwischen den verschiedenen Regionen gab es kaum Unterschiede, Übergewicht erhöhte das Krebsrisiko in Nordamerika ebenso wie in Europa, Asien und im Mittleren Osten.

 

Die Autoren sind überzeugt davon, dass ein gesunder Lebensstil, ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht und körperliches Training sowie der Verzicht auf das Rauchen das Krebsrisiko verringern kann. Übergewicht sollte möglichst ein Leben lang vermieden oder auf ein normales Maß gesenkt werden. Einige Studien zeigten, dass bei einer deutlichen Gewichtsabnahme sich die hormonellen und entzündlichen Fehlsteuerungen im Körper wieder verringern. Auch das Risiko für Krebskrankheiten konnte durch ein geringeres Körpergewicht deutlich gesenkt werden.

 

Quelle: Béatrice Lauby-Secretan et al., Body Fatness and Cancer - Viewpoint of the IARC Working Group, In: New England Journal of Medicine, Vol. 375, Nr. 8, S.794-798, doi: 10.1056/NEJMsr1606602.

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Viele Menschen in Deutschland sind mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt.

 

Viele Menschen in Deutschland sind mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt. Vor allem im Winterhalbjahr kann die Ergänzung mit dem „Sonnenschein-Vitamin“ empfehlenswert sein.

 

Das fettlösliche Vitamin D ist nicht nur für ein gesundes Knochen- und Muskelsystem wichtig. Es beeinflusst auch die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und stärkt das Immunsystem. Eine zu geringe Versorgung mit Vitamin D beeinträchtigt daher viele Körperprozesse. Zu den möglichen Folgen gehören die Schädigungen der Knochen, die Zahl der Knochenbrüche kann um bis zu 20 % ansteigen. Außerdem erhöht sich die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte.

 

Die Versorgung mit Vitamin D unterscheidet sich von anderen essentiellen Vitaminen, da es vor allem über die Haut durch die Einwirkung von Sonnenstrahlen (UVB) gebildet wird. Der Anteil von Vitamin D aus der Nahrung spielt für die Versorgung nur eine untergeordnete bzw. ergänzende Rolle. Defizite an Vitamin D oder gar ein Mangel können entstehen, wenn die Sonneneinwirkung abhängig von Wohnort und Klima, aber auch durch individuelle Verhaltensweisen (z.B. wenig Aufenthalt im Freien) beeinträchtigt wird. Im kälteren und sonnenärmeren Winterhalbjahr sinkt die Vitamin D-Synthese in Deutschland deutlich ab, doch auch im sonnenreicheren Sommerhalbjahr liegt sie hierzulande nur bei 12,5 bis 15 mcg Vitamin D pro Tag.

 

Mit der Nahrung werden im Durchschnitt nur etwa 2,2 bis zu 2,9 mcg Vitamin D täglich aufgenommen. Es ist in guter Konzentration in fettreichen Fischsorten wie Lachs, Hering oder Makrele enthalten, aber auch in Leber und Eigelb. Sie gehören jedoch zu den Lebensmitteln, die von vielen Menschen eher wenig gegessen werden. Mit der Synthese über die Haut und die Ernährung wird die täglich empfohlene Aufnahme von 20 mcg Vitamin D pro Tag für Kinder ab einem Jahr und Erwachsene jeden Alters oft nicht erreicht. In den Wintermonaten kann die Versorgungslücke noch größer sein. Bei Untersuchungen der Vitamin D-Spiegel im Blut zeigen sich in vielen Fällen zu geringe Werte. Man geht davon aus, dass die Defizite in der allgemeinen Bevölkerung bei 15 % liegen, bei Patienten geht man von 25 % aus, bei Bewohnern von Pflegeheimen liegen die Defizite vermutlich noch höher.

 

Unterversorgt sind oft auch Migranten bzw. Menschen mit einem dunkleren Hauttyp. Allgemein sind auch ältere Menschen von Vitamin D-Defiziten häufiger betroffen. Bei ihnen sinkt mit den Jahren die Bildung von Vitamin D über die Haut, außerdem halten sich ältere Menschen oft weniger im Freien auf. Ergänzungen von Vitamin D sind bei zu geringer Vitamin D-Synthese über die Haut besonders im Winterhalbjahr für viele Menschen empfehlenswert.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Multi-Nährstoff-Präparaten als natürliches Cholecalciferol (D3) enthalten. Einzeln wird es z.B. in emulgierter oder auch flüssiger Form besonders gut aufgenommen.

 

Quelle: A. Zittermann und S. Pilz, Vitamin D in Klinik und Praxis. In: Aktuelle Ernährungsmedizin Vol. 41, Nr. 4, 2016, S. 300-316, doi: 10.1055/s-0042-110724.

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Die Menge an Antioxidantien aus der Ernährung kann vermutlich die Neigung zu Schlaganfällen beeinflussen.

 

Die Menge an Antioxidantien aus der Ernährung kann vermutlich die Neigung zu Schlaganfällen beeinflussen. Frauen profitieren möglicherweise stärker von einer an Antioxidantien reichen Ernährung.

 

In unserer Nahrung sind eine Fülle von Antioxidantien enthalten. Viele Vitamine, Mineralstoffe und zahlreiche Pflanzenstoffe haben antioxidative Wirkungen.
Einige Studien zeigten bereits, dass eine Ernährung, die reichlich Antioxidantien enthält, sowohl systemische Entzündungen im Körper als auch den oxidativen Stress verringern kann. Beide sind, zusammen mit dem Übergewicht und dem Rauchen, bekannte Risikofaktoren für die Entstehung von Schlaganfällen. Doch bisher ist vieles in der Forschung über die komplexen Beziehungen zwischen Antioxidantien und dem Risiko für Schlaganfälle nicht näher geklärt. Das gilt zum Beispiel für möglicherweise unterschiedliche Beziehungen bei den Geschlechtern. Mit einem Antioxidantien-Status (NEAC, Non Enzymatic Antioxidant Capacity) lassen sich die synergistischen Interaktionen der Nahrungs-Antioxidantien genauer bestimmen. Mit diesem Index untersuchte eine Gruppe von italienischen und schwedischen Forschern nun die Beziehungen von Antioxidantien und dem Schlaganfallrisiko in einer großen Bevölkerungsgruppe.

An der Studie waren 34.555 Männer und Frauen im Rahmen der Swedish National March Cohort beteiligt. Mit einer Ernährungs-Befragung wurde bei allen Teilnehmern die jeweilige Antioxidantien-Kapazität in ihrer Ernährung zu Beginn der Studie 1997 ermittelt. Hinzu kamen Daten aus weiteren Befragungen bis 2010. Im Lauf der gesamten Studienzeit ereigneten sich in dieser großen Gruppe 1.186 Schlaganfälle, davon waren 860 ischämisch, 201 hämorrhagisch und 125 nicht näher bestimmt. Wurde das Antioxidantien-Potential mit den Schlaganfällen in Beziehung gesetzt, zeigten sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Nur bei den Frauen war die Beziehung statistisch signifikant. Im Vergleich zu Frauen mit dem geringsten Antioxidantien-Potential in der Ernährung hatten Frauen mit den besten Antioxidantien-Werten ein um 27% geringeres Risiko für einen Schlaganfall. Beim ischämischen Schlaganfall war das Risiko mit 35 % sogar noch geringer.

 

Unser Tipp: Spezielle Antioxidantien-Formeln mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen können die Aufnahme von Antioxidantien verbessern.

 
Quelle: Luca Colarusso et al., Dietary Antioxidant Capacity and Risk of Stroke in a prospective cohort study of Swedish Men and Women. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 27.7.2016, doi: 10.1016//j.nut.2016.07.009.

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Die Vorteile der mediterranen Ernährung für die Vorbeugung vor vielen Krankheiten sind gut nachgewiesen. Nun zeigt sich auch ihr starker Einfluss auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen jeden Alters.

 

Die Vorteile der mediterranen Ernährung für die Vorbeugung vor vielen Krankheiten sind gut nachgewiesen. Nun zeigt sich auch ihr starker Einfluss auf die kognitiven Funktionen bei Erwachsenen jeden Alters.

 

Die mediterrane Kost gehört zu den Ernährungsweisen, die gesund sind und sehr gut schmecken. Sie enthält reichlich Obst, Gemüse, Fisch und Olivenöl, dagegen werden Milchprodukte, rotes Fleisch und Zucker weniger gegessen. In vielen Studien konnte der positive Einfluss der Mittelmeerkost auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht etc. belegt werden. In einer Übersicht analysierte eine Gruppe von australischen Forschern nun Studien zur Beziehung der mediterranen Ernährung und dem Abbau kognitiver Funktionen. 18 internationale Langzeit- und Beobachtungs-Studien aus den Jahren 2000 bis 2015 mit Erwachsenen aller Altersgruppen konnten in die Auswertung einbezogen werden. Untersucht wurden jeweils die mediterrane Ernährung und ihre Beziehung zur Verbesserung von kognitiven Prozessen oder zur Verringerung des kognitiven Abbaus.

 

Die Forscher sehen in entzündlichen Prozessen und im oxidativen Stress die Hauptursachen für die geringere Gesundheit und die schlechteren Gehirnfunktionen im Alter. Allerdings beginnt der Abbau der kognitiven Funktionen schon in jüngeren Jahren und schreitet langsam voran. So sinkt die Geschwindigkeit im Denken und Gedächtnis etwa ab der dritten Lebensdekade und schwächt sich mit den Jahren weiter ab. Die Geschwindigkeit von Abrufen aus dem Kurzzeitgedächtnis sinkt von den dreißiger bis zu den achtziger Jahren um rund 50 %, wie Studien zeigten. Die Ernährung, vor allem die mediterrane Ernährung, könnte ein wichtiger Faktor sein, mit dem sich degenerativen Prozessen vorbeugen lässt.

 

Die Mittelmeerkost ist eine gute, vielfältige  Quelle für Mikro-Nährstoffe, mit denen die Risiken für den Abbau von Gehirnprozessen gesenkt werden könnten. Von diversen Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen ist bekannt, dass sie für die Gehirnfunktionen wichtig sind. Eine besondere Rolle spielen dabei z.B. die B-Vitamine, B1, B2, B6, B12, Biotin, Folsäure, Niacin und Pantothensäure. Sie sind u.a. wichtige Regulatoren von Neurotransmittern. Aber auch Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) im Blut und vermutlich die Mikrobiota im Darm können durch die mediterrane Ernährung positiv beeinflusst werden. Und nicht zuletzt stärken Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen die kognitiven Funktionen über lange Zeit.

 

Bei Menschen, die ihre Ernährung stärker an die Mittelmeerkost angepasst hatten, zeigten sich verbesserte Hirnfunktionen. Ihre Entwicklung beim kognitiven Abbau verlief langsamer. Sie hatten z.B. ein besseres Gedächtnis, waren aufmerksamer und auch ihre Sprachfähigkeit war verbessert. Außerdem konnte die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit verlangsamt werden. Dieser positive Einfluss auf das Gehirn war nicht nur bei Menschen vorhanden, die im Mittelmeerraum lebten, sondern bei allen, die sich auf diese Weise ernährten. Die Wirkungen waren zwar im Alter besonders effektiv, aber nicht nur auf ältere Menschen beschränkt. Zwei der ausgewerteten Studien untersuchten junge Erwachsene, und in beiden verbesserten sich mit der mediterranen Kost die kognitiven Leistungen.

 

Quelle: Roy J. Hardman et al., Adherence to a Mediterranean-Style Diet and Effects on Cognition in Adults: A Qualitative Evaluation and Systematic Review of Longitudinal and Prospective Trials. In: frontiers In Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 22.7.2016, doi: 10.3389/fnut.2016.00022.

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Höhere Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren konnten bei älteren Menschen die kognitiven Leistungen verbessern.

 

Höhere Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren konnten bei älteren Menschen die kognitiven Leistungen verbessern. Darauf hatten möglicherweise belastende Faktoren (Quecksilber, Apolipoprotein E4) kaum Einfluss.

 

Es gibt Hinweise, dass der Fischverzehr und die darin enthaltenen langkettigen mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren das Risiko für den kognitiven Abbau im Alter verringern können. Zu ihnen gehören EPA (Eicosapentaensäure), DHA  (Docosahexaensäure) und DPA (Docosapentaensäure). In einer Studie untersuchte eine Gruppe von italienischen und finnischen Forschern, ob diese drei Fettsäuren bei älteren Menschen die Leistungen in neuropsychologischen Tests verbessern können. Weiter wurde geprüft, ob Belastungen mit (Methyl-)Quecksilber oder Apolipoprotein E4 (Strukturprotein in der Membran von Lipoproteinen) die Beziehung negativ beeinflussen können. Von beiden ist bekannt, dass sie möglicherweise zu kognitiven Störungen und zur Alzheimer-Krankheit beitragen können.

 

In die Studie einbezogen waren 768 Männer und Frauen im Alter von 53 bis 73 Jahren, die an der finnischen Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study teilnahmen. Bei allen  Teilnehmern wurde im Serum die Konzentration von EPA, DHA und DPA bestimmt. Quelle für die Aufnahme dieser Fettsäuren waren hauptsächlich Fischmahlzeiten. Mit fünf neuropsychologischen Tests wurden bei allen die kognitiven Funktionen mit verschiedenen Fähigkeiten untersucht. Dann setzten die Forscher die Konzentrationen der Omega-3-Fettsäuren und die Ergebnisse der kognitiven Tests in Beziehung zueinander. Die kognitiven Leistungen wurden durch EPA und vor allem durch DHA, nicht aber durch DPA beeinflusst. Mit einer guten Versorgung von EPA und DHA erreichten die Teilnehmer statistisch signifikant bessere Leistungen bei zwei der fünf Tests.

 

Teilnehmer mit den besten Omega-3-Werten waren beim Trail Making Test um bis zu 7 Sekunden schneller als bei der schlechtesten Versorgung. Dieser Test misst die Geschwindigkeit der visuellen Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, in Aufgaben konzeptuelle Wechsel zu machen. Beim Verbal Fluency Test wird die Sprachkompetenz geprüft. So muss man z.B. innerhalb einer Minute Wörter finden, die mit einem bestimmten Buchstaben, z.B. P, anfangen. Hier fanden die Teilnehmer mit guten Omega-3-Werten drei Wörter mehr pro Minute. Zwar konnte Quecksilber, das in Haarproben gemessen wurde, die Leistung im Trail Making Test etwas verschlechtern. hatte insgesamt jedoch nur einen geringen Einfluss auf die Beziehung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Leistungen, das galt auch für das Apolipoprotein E4.

 

Die Forscher führen mehrere Mechanismen an, wie Omega-3-Fettsäuren die kognitiven Leistungen positiv beeinflussen können. Sie sind in den Zellmembranen des Gehirns für die effektive Übertragung von Nervenreizen essentiell. Besonders die DHA steigert die Hirn-Phospholipid-Werte. Sie kann neuronale Prozesse fördern und wirkt positiv auf das Wachstum von Neuriten (Fortsatz von Neuronen) und die Bildung von Synapsen, die im Nervensystem an Entwicklungs- und Reparaturprozessen beteiligt sind. Omega-3-Fettsäuren wirken außerdem antientzündlich und antioxidativ, beides kann im Alter und bei chronischen Krankheiten nützlich sein.

 

Unser Tipp: Bei Nahrungsergänzungen mit Omega-3-Fettsäuren sollte man auf eine gute Qualität achten. In hoch gereinigten Fischölen sind alle, vorher eventuell vorhandenen Schadstoffe entfernt.

 

Quelle: T. A. D. Ascoli et al., Association between serum long-chain omega-3 polyunsaturated fatty acids and cognitive performance in elderly men and women: the Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study. In: European Journal of Clinical Nutrition, Vol. 70, Nr. 8, 2016, S. 970-975, doi: 10.1038/ejcn.2016.59.

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Flavonoide aus der Ernährung könnten bei guter Aufnahme das Risiko für Depressionen vor allem bei älteren Frauen verringern.

 

Flavonoide aus der Ernährung könnten bei guter Aufnahme das Risiko für Depressionen vor allem bei älteren Frauen verringern.

 

Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die auch in der Ernährung enthalten sind. Sie kommen in Obst, Gemüse, Getreide, Kräutern und Getränken, z.B. in Tee und Wein, vor. Flavonoide haben einige gesundheitliche Funktionen und wirken vor allem antioxidativ. Es gibt Hinweise, dass sie auch auf Mechanismen einwirken, die an der Entstehung von Depressionen beteiligt sind. Das betrifft die Senkung von neuronalen Entzündungen und Signalwege von Neuronen und Synapsen. Sie stärken außerdem die Blutgefäße, verbessern den Blutfluss und verringern den oxidativen Stress. Zwar können viele Flavonoid-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überwinden, ob sie jedoch im Gehirn wirksam sind, könnte von ihrer Bioverfügbarkeit abhängen. Die wird z.B. von der Absorption, dem Stoffwechsel und der Verfügbarkeit in Zellen und Geweben beeinflusst.

 

Die Beziehung von Flavonoiden und dem Risiko für Depressionen ist bei Menschen wenig untersucht. Eine Forschergruppe aus den USA und Großbritannien prüfte die Beziehung anhand der über viele Jahre durchgeführten Nurses´Health Study (NHS und NHSII). Sie werteten Daten von 82.643 anfangs gesunden Frauen aus, die an mehreren Ernährungs-Befragungen teilgenommen hatten. Daraus konnte ihre Aufnahme von Flavonoiden berechnet werden. Je nach Menge der Pflanzenstoffe wurden sie fünf Gruppen zugeordnet, von einem sehr geringen bis zum höchsten Verzehr an Flavonoiden. Dabei wurden verschiedene Untergruppen bestimmt (z.B. Flavonole, Flavanole, Flavone, Isoflavone und Anthocyanidine). Weiter wurde ermittelt, ob die Teilnehmerinnen unter Depressionen gelitten hatten. Im Lauf von rund zehn Jahren gab es 10.752 Fälle.

 

Nicht alle Flavonoide wirkten sich auf Depressionen aus. Höhere Aufnahme von Flavonolen, Flavonen und Flavanonen konnten jedoch das Depressions-Risiko um 7 bis 10% senken. Frauen aus der ersten NHS-Studie konnten mit der höchsten Aufnahme an Gesamt- und polymeren Flavonoiden sowie Proanthocyanidinen das Depressions-Risiko um 9 bis 12% senken. Das entsprach z.B. zwei Portionen an Zitrusfrüchten (oder Saft) pro Tag im Vergleich zu weniger als einer Portion pro Woche. Bei älteren Frauen wirkte sich die Beziehung zwischen Flavonoiden und Depressionen stärker aus. Sie konnten bei sehr guter Versorgung z.B. mit Flavonen und Proanthocyanidinen ihr Risiko für Depressionen um 17 bzw. 10% verringern.

 

Auch wenn die Risikosenkung ingesamt als nicht sehr groß erscheinen mag, halten die Forscher diese Ergebnisse für sehr wichtig. Rund 5 % der Depressionen hätten durch den erhöhten Verzehr von Flavonoiden aus Obst, Gemüse und Getreideprodukten etc. verhindert werden können. Die Forscher heben dazu hervor, dass die Beziehung zwischen Flavonoiden und Depressionen in beiden Teilen der Nurses´Health Study nachgewiesen wurde. Das zeigt, dass die Ergebnisse nicht zufällig, sondern relativ stabil sind. In weiteren Studien sollte diese Beziehung nun genauer geprüft werden.

 

Unser Tipp: Flavonoide sind auch in vielen Nahrungsergänzungen einzeln oder als Bioflavonoid-Komplex und auch in Multipräparaten enthalten. Besonders bewährt haben sich u.a. Resveratrol aus Weintrauben und Rotwein, die Catechine aus dem grünen Tee und Hesperidin aus Zitrusfrüchten.

 
Quelle: Shun-Chiat Chang et al., Dietary flavonoid intake and risk of incident depression in midlife and older women. In: American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 13.7.2016, doi: 10.3945/ajcn.115.124545.


In einer Auswertung vieler internationaler Studien zur Versorgung mit Vitamin E erreichte nur eine kleinere Gruppe der Teilnehmer die gesundheitlich optimalen Werte.

 

In einer Auswertung vieler internationaler Studien zur Versorgung mit Vitamin E erreichte nur eine kleinere Gruppe der Teilnehmer die gesundheitlich optimalen Werte.

 

Das fettlösliche Vitamin E kommt in vielen Lebensmitteln vor. Das gilt vor allem für Vollkornprodukte, Pflanzenöle, Samen, Nüsse, Obst, Gemüse, Milchprodukte und Eier. Vitamin E ist auch einigen Lebensmitteln zugesetzt und in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann der Bedarf in der Regel gedeckt werden. Dennoch zeigen einige Studien, dass die gute Versorgung nicht immer erreicht wird. Damit erhöht sich das Risiko für gestörte Körperfunktionen. Das betrifft u.a. den Fettstoffwechsel, das Immunsystem, kognitive Funktionen sowie das Muskel- und Herz-Kreislauf-System. Vitamin E ist auch ein wichtiges Antioxidans, das die Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen (Lipidoxidation) schützen kann.

 

Forscher des MIPH (Mannheim Institute of Public Health, Social and Präventive Medicine, Universität Heidelberg) werteten internationale Studien zur Versorgung mit Vitamin E von 2000 bis 2012 in einer Meta-Analyse aus. Einbezogen waren 132 Studien mit knapp 250.000 Teilnehmern aus 46 Ländern. Ein großer Teil davon stammte aus den USA und Europa, darunter z.B. eine große EPIC-Studie mit 36.000 Teilnehmern. Die Aufnahmen von Vitamin E aus der Ernährung wurde bei allen Teilnehmern ebenso wie die Konzentration im Blutserum bestimmt. Leitwert war die wichtigste Vitamin E-Form, das Alpha-Tocopherol. Soweit die Studien andere Vitamin E-Formen einbezogen hatten, wurde dies berücksichtigt. Da die täglich empfohlenen Bedarfswerte sich in den Ländern teilweise unterscheiden, wurden die USA-Werte genutzt.

 

Der tägliche Bedarf von Vitamin E (RDA) beträgt dort 15mg für alle Menschen ab 14 Jahren. Berechnet wurde auch der mit 12mg Vitamin E etwas geringere EAR-Wert, der durchschnittliche tägliche Bedarf für die gleichen Altersgruppen. Die optimale Aufnahme von täglich 15mg Vitamin E erreichten nur 18%, auf den Durchschnitt von 12mg kamen 39% der Teilnehmer. Rund vier Fünftel der Teilnehmer waren also mit Vitamin E nicht in den gesundheitlich wünschenswerten Mengen versorgt, drei Fünftel erreichten nicht einmal die durchschnittliche Versorgung.

 

Verschiedene Beobachtungsstudien lassen annehmen, dass Vitamin E-Serumwerte (Alpha-Tocopherol) ab 30μmol/L sich positiv auf die Gesundheit bzw. auf die Prävention von Herz-Kreislauf- und einigen Krebskrankheiten auswirken. Diese optimalen Werte erreichten weltweit nur 21% der Teilnehmer. Als Schwellenwert für einen deutlichen Mangel an Vitamin E gelten Serumwerte unter 12μmol/L. Eine so geringe Versorgung fanden die Forscher bei 13% der Teilnehmer weltweit, in Europa war der Anteil mit 8% etwas geringer. Betroffen davon waren vor allem Neugeborene und Kinder bis zu 12 Jahren.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass weltweit beträchtliche Teile der Bevölkerung mit Vitamin E nicht ausreichend bzw. optimal versorgt sein dürften. Insgesamt schnitten die Europäer etwas besser ab, dennoch ist die Versorgung auch hier nicht immer zufriedenstellend. Die EPIC-Studie zeigte z.B., dass die Versorgung mit Vitamin E im Süden besser ist als im Norden. Das ist vermutlich auf andere Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen, da z.B. pflanzliche Öle im Süden mehr genutzt werden als im Norden.

 

Unser Tipp: Vitamin E wird in synthetischen und natürlichen Formen angeboten. Es ist in vielen Multi-Präparaten und einzeln erhältlich. Neben Alpha-Tocopherol werden auch natürliche gemischte Tocopherole angeboten, sie ergänzen neben Alpha- auch Beta-, Delta- und Gamma-Tocopherol und verstärken damit den antioxidativen Schutz durch Vitamin E.

 
Quelle: Péter Szabolcs et al., Systematic Review of Global Alpha-Tocopherol Status as Assessed by Nutritional Intake Levels and Blood Serum Concentrations. In: International Journal for Vitamin and Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 14.7.2016, doi: 10.1024/0300-9831/a000281.



Zu den vielen positiven Wirkungen von Probiotika, gesunden Bakterien im Darm, gehört offenbar auch der Einfluss auf das Körpergewicht und den Body Mass Index

 

Zu den vielen positiven Wirkungen von Probiotika, gesunden Bakterien im Darm, gehört offenbar auch der Einfluss auf das Körpergewicht und den Body Mass Index (BMI).

 

Eine gute Versorgung mit gesunden Darmbakterien kann neben den Darmfunktionen das allgemeine Wohlbefinden und das Immunsystem fördern. Es gibt inzwischen einige Hinweise, dass Probiotika auch die Gewichtsabnahme unterstützen könnten. In einer Meta-Analyse von 25 (randomisierten, kontrollierten) Studien untersuchten chinesische Forscher diese Beziehung daher genauer.

 

Einbezogen in die Analyse waren 1.931 gesunde Erwachsene ab 18 Jahren, die Probiotika eingenommen hatten. Vor allem bei den übergewichtigen Teilnehmern konnten Probiotika das Körpergewicht und den BMI leicht verringern. Im Durchschnitt senkte die Aufnahme von Probiotika das Körpergewicht um knapp 600 Gramm und den BMI um 0,49 kg/m2. Nahmen die Teilnehmer jedoch mehr als eine Art von Probiotika (verschiedene Bakterienstämme) für wenigstens sechs Wochen ein, so erreichten sie einen stärkeren Gewichtsverlust. Bessere Werte erreichten auch die Teilnehmer, die mit einem BMI von wenigstens 25 übergewichtig waren.

 

Das Ausmaß des Gewichtsverlusts war zwar im Durchschnitt relativ gering, aber die Forscher heben hervor, dass auch ein kleinerer Abbau vom Körpergewicht bereits gute Wirkungen auf die Gesundheit haben kann. Dadurch könnten Krankheiten, die oft mit dem Übergewicht verbunden sind, z.B. Diabetes Typ 2 und hoher Blutdruck, verringert werden. Einen etwas stärkeren Effekt auf das Körpergewicht und den BMI erreichten die Probiotika bei der Aufnahme von mehreren Bakterienstämmen, bei längerer Anwendung von wenigstens acht Wochen und bei Übergewichtigen. 

 

Unser Tipp: Probiotika werden mit guten Mischungen der wichtigsten gesunden Darmbakterien, z.B. Laktobazillen und Bifidobakterien, als Nahrungsergänzungen angeboten. Sie sollten eine gute Qualität und Haltbarkeit haben, wichtig ist auch die möglichst hohe Anzahl der Bakterien.

 
Quelle: Qingqinq Zhang et al., Effect of probiotics on body weight and body-mass index: a systematic review and meta-analysis of randomized, controlled trials. In: International Journal of Food Sciences and Nutrition Vol. 67, Nr. 5, 2016, S.571-580, doi: 10.1080/09637486.2016.1181156.


Die Ernährung und der Lebensstil beeinflussen die Darmbakterien

 

Neben Krankheiten und Medikamenten beeinflussen auch der Lebensstil und darunter vor allem die Ernährung das Mikrobiom bzw. die Bakterien im Darm.

 

Das Mikrobiom, d.h. die Zusammensetzung der Darmbakterien beeinflusst weitaus mehr Abläufe im Körper als nur die Darmgesundheit. Die Darmbakterien wirken u.a. auf das Immunsystem und sogar auf psychische Prozesse ein. Wie die Bakterien im Darm zusammengesetzt sind, das hängt von vielen Dingen ab, u.a. von Krankheiten, Medikation und nicht zuletzt von der Ernährung. Alles, was wir täglich essen und trinken, beeinflusst die Zusammensetzung der Bakterien im Darm. Wie vielfältig diese Prozesse sind, das zeigte jetzt ein Forscherteam der Universität Groningen in einer Studie.

 

Die Mediziner sammelten Stuhlproben von 1.135 Teilnehmern, die am LifeLines-Programm, einer großen niederländischen Gesundheitsstudie, teilnahmen. In den Proben wertete man die DNA-Spuren von Bakterien und anderen Organismen aus. Das ergab ein Bild von der Vielfalt der jeweils im Darm lebenden Bakterienarten, die bei jedem Menschen unterschiedlich sind, zum Teil aber auch Gemeinsamkeiten mit anderen haben. Mit den DNA-Analysen konnte geprüft werden, welche Faktoren die Vielfalt des Mikrobioms besonders beeinflussen. Die Teilnehmer wurden außerdem über ihre Ernährung befragt. Sie gaben auch an, welche Medikamente sie nutzten und wie sie ihren Gesundheitszustand empfanden.

 

Von den Antibiotika ist seit langem bekannt, dass sie im Darm nicht nur die schädlichen, sondern auch die gesunden Bakterien vernichten. Aber auch andere Medikamente wirken sich auf die Zusammensetzung des Mikrobioms aus, wie die Analysen zeigten. Dazu gehören vor allem die Antazida (Magensäurebinder) und Metformin, ein bei Diabetes häufig angewendetes Medikament. Die Forscher fanden insgesamt 19 Arzneimittel, die sich auf die Darmbakterien auswirkten. Da die meisten Medikamente jedoch nur zeitweise eingenommen werden, halten sie den Einfluss der Ernährung auf das Darmmilieu für noch wichtiger. Bestimmt wurden insgesamt 60 Ernährungsfaktoren, die den Darm mit seinen Bakterien beeinflussen.

 

Noch wissen die Forscher nicht genau, welche Funktionen die einzelnen Faktoren haben und wie sie sich auf den Darm und die Gesundheit auswirken können. Klar ist schon jetzt, ein breites Spektrum an gesunden Bakterienarten ist für die Darmgesundheit vorteilhafter. Wer beispielsweise regelmäßig Buttermilch trinkt und Joghurt isst, der fördert die gesunde Bakterien-Vielfalt im Darm. Auch Wein und Kaffee, in Maßen getrunken, haben gute Effekte auf die Bakterien. Dagegen bewirken offenbar viel Vollmilch und eine an Kalorien reiche Ernährung das Gegenteil, sie verringern die Bakterien-Vielfalt.

 

Unser Tipp: Zur Ergänzung von Darmbakterien stehen die verschiedensten gesunden Bakterienstämme in unterschiedlichen Dosierungen und Mischungen zur Verfügung. Zu empfehlen sind besonders die Laktobazillen und Bifidobakterien. Man sollte bei diesen Mikroorganismen immer auf die gute Qualität, z.B. bei der Dosierung und Haltbarkeit, achten.

 

Quelle: Population-based metagenomics analysis reveals markers for gut micro biome composition and diversity. In: Science Vol. 352, Nr. 6285, 2016, S. 565-569, doi: 10.1126/science.aad3369.


Zwischen dem Verzehr von Vollkornprodukten und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten gibt es eine deutliche und von der aufgenommenen Menge abhängige Beziehung.

 

Zwischen dem Verzehr von Vollkornprodukten und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten gibt es eine deutliche und von der aufgenommenen Menge abhängige Beziehung.

 

Ein hoher Konsum von Vollkorkprodukten in der Ernährung wird allgemein mit einem geringeren Risiko für Diabetes Typ 2 und kardiovaskulären Krankheiten verbunden. Bisher waren aber die Empfehlungen, wieviel Vollkornwaren und welche Getreidearten bevorzugt werden sollten, um solche Krankheitsrisiken zu senken, oftmals zu unklar und zu wenig einheitlich. In einer Mega-Analyse wurden daher 45 (prospektive) Studien aus Europa, den USA und Asien über die Beziehungen von Vollkornprodukten zum Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ausgewertet.

 

Das Ergebnis zeigte, dass der Verzehr von Vollkorn-Lebensmitteln das Krankheitsrisiko, abhängig von der Dosis, senken konnte. Stieg der tägliche Verzehr um 90 Gramm Vollkornprodukte an, dann sank das Risiko für die koronare Herzkrankheit um 19 %, für Schlaganfälle um 12 % und für kardiovaskuläre Krankheiten um 22 %. Analysiert wurde auch das Verhältnis zum Krebsrisiko, das sank bei mehr Vollkorkprodukten um 15 %. Auch die Sterblichkeitsraten (aufgrund aller Krankheiten) waren bei einem hohen Vollkornverzehr um 18 % verringert. Die Risikosenkung galt jeweils im Vergleich zu den Teilnehmern, die regelmäßig keine oder nur sehr wenig Vollkornprodukte aßen. 90 g Vollkorn entsprachen drei Portionen, z.B. zwei Scheiben Brot und einer kleinen Schüssel mit Cerealien oder eineinhalb Stücken Fladenbrot aus Vollkornmehl.

 

Das Krankheitsrisiko konnte bei einem höheren Verzehr an Vollkornprodukten weiter gesenkt werden, das galt bei Aufnahmen von bis zu 225 g Vollkorn täglich. Geprüft wurde auch, ob spezifische Vollkorn-Arten sich direkt auf das Krankheitsrisiko auswirken konnten. Eingeschlossen waren dabei Vollkornbrot, Vollkorn-Müslis und zu Mahlzeiten hinzugefügte Kleie, aber auch die Gesamtaufnahmen an Brot und Frühstücks-Cerealien, die ebenfalls die Risiken für kardiovaskuläre Krankheiten verringerten. Dagegen konnten raffinierte Getreidewaren, weißer Reis bzw. Reis und Getreidewaren allgemein das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und auch andere Krankheiten nicht verringern. 

 

Diese Meta-Analyse bestärkt die Annahme, dass der erhöhte Konsum von Vollkornprodukten mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs allgemein verbunden ist. Ein geringeres Krankheitsrisiko wurde ab drei Portionen Vollkorn (90 g) täglich beobachtet, es konnte mit dem Verzehr von bis zu siebeneinhalb Vollkorn-Portionen täglich (210 bis zu 225 g) noch verbessert werden. Die Forscher empfehlen daher für die gesamte Bevölkerung einen allgemein erhöhten Verzehr von Vollkornprodukten.

 

Quelle: Dagfinn Aune et al., Whole grain consumption and risk of cardiovascular disease, cancer, and all cause and cause specific mortality: systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 14.6.2016, doi: 10.1136/bmj.i2716.


Bei Migräne können Mikro-Nährstoffe fehlen

 

Eine Studie zeigt: Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die unter Migräne leiden, sind mit den Vitaminen D und B2 sowie mit Coenzym Q10 nicht ausreichend versorgt.

 

Die Migräne wird von vielen Faktoren beeinflusst, dazu gehören auch die Ernährung und eine Reihe der darin enthaltenen Mikro-Nährstoffe. Einige frühere Studien zeigten bereits, dass die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen bei der Entstehung von Migräne eine wichtige Rolle spielen könnte. Jedoch erhielt man bisher in Studien, die Vitamine zur Vorbeugung vor Migräne-Anfällen genutzt hatten, widersprüchliche Ergebnisse. Jetzt wurde zu diesem Thema eine neue Studie auf der 58. Jahrestagung der American Headache Society in Cincinatti (USA) vorgestellt.

 

Die Forscher werteten Daten von 7.420 jungen Patienten von einem Zentrum für Kopfschmerzen am Cincinatti Children´s Hospital Medical Center aus. Zu Beginn ihrer Therapie wurden bei allen in Blutproben die Werte für die Vitamine D, B2 und Folat sowie für das vitamin-ähnliche Coenzym Q10 (u.a. beteiligt an der Energiegewinnung) bestimmt. Von diesen Mikro-Nährstoffen ist bekannt, dass sie an der Migräne beteiligt sein können. Tatsächlich fanden sich bei einer Reihe der Patienten Defizite an den untersuchten Mikro-Nährstoffen. 51% hatten zu geringe Coenzym Q10-Werte oder erreichten gerade eben den Bereich der durchschnittlichen Werte.

 

16 Prozent waren mit Vitamin B2 unterversorgt, und 31% hatten zu geringe Vitamin D-Werte. Beim Folat konnte dagegen kein eindeutiger Einfluss auf die Migräne bestimmt werden. Bei der Versorgung mit den einzelnen Mikro-Nährstoffen gab es sowohl zwischen den Geschlechtern als auch bei der Migräne-Art Unterschiede. Jungen und jungen Männern fehlte es häufiger an Vitamin D. Dagegen waren Mädchen und junge Frauen oft schlechter mit Coenzym Q10 versorgt. Patienten mit chronischer Migräne fehlte es im Vergleich zu jenen mit einer nur episodisch auftretenden Migräne häufiger an Coenzym Q10, außerdem waren sie öfter mit Vitamin B2 unterversorgt. 

 

Die Forscher halten es nach diesen Ergebnissen für wahrscheinlich, dass Migräne-Patienten häufiger Mikro-Nährstoffe fehlen als es bei der allgemeinen Bevölkerung der Fall ist. Die Forscher empfehlen nun weitere Studien um zu prüfen, ob und wie die Ernährung zusammen mit Vitamin-Ergänzungen bei Migräne-Patienten zur Vorbeugung und Therapie wirksam sind.

 

Unser Tipp:

Coenzym Q10 ist ein wichtiger Nährstoff für die Energiegewinnung in den Zellen. Allerdings ist es schwer löslich und wird daher im Körper relativ schlecht aufgenommen. Eine bessere Verfügbarkeit wird z.B. mit der aktiven, reduzierten Form, dem Ubiquinol, erreicht, das in einer Emulsion aus pflanzlichen Ölen gebunden ist.

 

Quelle: Cincinnati Children's Hospital Medical Center. "Many with migraines have vitamin deficiencies, says study: Researchers uncertain whether supplementation would help prevent migraines." ScienceDaily. ScienceDaily, 10 June 2016.



Mehr Fisch verbessert das Gedächtnis im Alter

 

Wer im höheren Alter wenigstens eine Fischmahlzeit pro Woche mit einem guten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren isst, kann offenbar einem schlechten Gedächtnis vorbeugen.

 

Zu den typischen Altersprozessen gehört der Gedächtnis-Verlust und stärkere Denk- bzw. Konzentrationsprobleme. Von den Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen ist bekannt, dass sie die Gehirnfunktionen positiv beeinflussen. Vor allem die DHA (Docosahexaensäure) gehört zu den wichtigsten strukturellen Bestandteilen des Gehirns. In einigen epidemiologischen Studien zeigte sich die Bedeutung von Fischmahlzeiten und Omega-3-Fettsäuren bei der Vorbeugung der Demenz. Doch bisher gibt es nur wenige Untersuchungen, die sich auf die Beziehungen zu verschiedenen Arten von kognitiven Fähigkeiten richteten. Ein Forscherteam aus den Niederlanden und den USA verglich daher im Rahmen einer US-amerikanischen Alters-Studie (Rush Memory and Aging Project) die Gedächtnis-Funktionen von regelmäßigen Fischessern im Vergleich zu Teilnehmern, die seltener Fisch aßen. Dabei waren Fisch-Hauptmahlzeiten und Fisch-Snacks incl. Meeresfrüchte einbezogen.

 

915 Personen im höheren Alter (ab 75 Jahren, ohne Demenz) nahmen rund fünf Jahre lang an der Studie teil und gaben Auskunft über ihre Ernährung. Die regelmäßigen Fischesser aßen im Durchschnitt zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Die Gruppe der seltenen Fischesser kamen dagegen im Durchschnitt nur auf 0,5 Fischmahlzeiten pro Woche. Bei allen Teilnehmern wurden mit verschiedenen Tests die kognitiven Leistungen geprüft. Dabei wurden das episodische, semantische und kurzzeitige Gedächtnis sowie die Geschwindigkeit der Wahrnehmung und das visuell-räumliche Vorstellungsvermögen untersucht. In den folgenden rund fünf Jahren wurden die Ernährungs-Befragungen und die kognitiven Tests jährlich wiederholt. Die Auswertungen zeigten, dass der regelmäßige Verzehr von Fischmahlzeiten mit einem geringeren Abbau im semantischen Gedächtnis (verbale Informationen) und in der Schnelligkeit der Verarbeitung (z.B. beim Vergleich von Buchstaben, Objekten und Mustern) verbunden war.

 

Andere Gedächtnisfunktionen waren nicht mit den häufigeren Fischmahlzeiten verbunden. Weitere eventuell beeinflussende Faktoren, Geschlecht, Alter, Bildung, kognitives Training, Sport, Alkoholkonsum, Rauchen und die täglichen Energieaufnahmen wurden in die Analysen einbezogen. Sie veränderten die Ergebnisse jedoch nicht. In einer weiteren Untersuchung zeigte sich, dass die Schutzwirkungen von häufigeren Fischmahlzeiten bei den Teilnehmern stärker ausgeprägt waren, die den relativ verbreiteten Genotyp APOE-ε4 hatten. Man weiß, dass dieses Gen die kognitiven Funktionen beeinträchtigen und das Risiko für die Alzheimer-Erkrankung erhöhen kann. Rund 20 % der Bevölkerung haben dieses Gen, allerdings wird nicht jeder darunter an Alzheimer erkranken.

 

Die Forscher ziehen aus den Ergebnissen das Fazit: Zu den wirksamen Schutzfaktoren für ein gutes Gedächtnis gehören wenigstens eine Fischmahlzeit pro Woche mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie können vermutlich vor dem Gedächtnisabbau im Alter schützen bzw. ihn verringern. Für die Forscher ist damit klar: Jeder Mensch kann etwas tun, um den Abbau der Gehirnfunktionen im Alter zu begrenzen.

 

Unser Tipp:

Wer z.B. Fisch nicht mag, nur selten oder gar nicht isst, kann die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA mit Nahrungsergänzungen aufnehmen. Angeboten werden verschiedene Dosierungen, EPA und DHA kombiniert (wie in  natürlichen Fischölen), aber auch einzeln bzw. in bestimmten Konzentrationen. Bei guter Qualität werden mögliche Schwermetall-Belastungen oder Verunreinigungen durch Verarbeitungsprozesse aus den Fischölen entfernt. Und natürlich wirken Omega-3-Fettsäuren auch auf andere Körperfunktionen positiv ein, z.B. auf das Herz und das Immunsystem.

 
Quelle: Ondine van de Rest et al., APOE ε4 and the associations of seafood and long-chain omega-3 fatty acids with cognitive decline. In: Neurology, Online-Veröffentlichung vom 4.5.2016, doi: 10. 1212/ WNL. 0000000000002719.


Vegane Ernährung – wie steht es mit den Mikro-Nährstoffen?

 

Die vegane Ernährung findet immer mehr Anhänger. Da in tierischen Lebensmitteln wichtige Mikro-Nährstoffe enthalten sind, die in einer rein pflanzlichen Ernährung gering oder gar nicht vorkommen, kann es bei Veganern zur Unterversorgung mit einzelnen Stoffen kommen.

 

Die vegane Ernährung kann einige gesundheitliche Vorteile im Vergleich zum Verzehr tierischer Produkte haben. Verringert werden z.B. Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, gesteigert wird die Aufnahme von Ballaststoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Recht gut ist meist auch die Bilanz bei den Vitaminen C, E, B1 (Thiamin) und Folat sowie bei den Mineralstoffen Magnesium und Kalium. Je stärker jedoch die Vielfalt an Lebensmitteln eingeschränkt wird, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper nicht mehr mit allen wichtigen Makro- und Mikro-Nährstoffen ausreichend versorgt wird. Bei der veganen Ernährung kann die Zufuhr an Proteinen bzw. essentiellen Aminosäuren kritisch sein. Durch den Verzicht auf Fisch fehlen auch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Bei den Vitaminen fehlen am häufigsten Vitamin B12 (Cobalamin), oft auch die Vitamine B2 (Riboflavin) und D. Bei den Mineralstoffen fehlen am häufigsten Kalzium, Eisen, Jod, Zink und Selen.

 

Nicht für alle Menschen ist daher eine vegane Ernährung gut geeignet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät, in der Schwangerschaft und Stillzeit, wenn die gute Versorgung mit allen Mikro-Nährstoffen besonders wichtig ist, auf die vegane Ernährung zu verzichten. Auch für Kinder und Jugendliche ist laut DGE diese Ernährungsform in allen Altersgruppen ungeeignet. Die Ernährungsfachleute betonen, dass eine vegane Ernährung nicht generell ernährungsphysiologisch günstig und gesund ist. Neben den empfehlenswerten Sorten an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Samen, Pflanzenölen und Vollkornprodukten werden im Handel viele vegane Fertig- und Ersatzprodukte angeboten, darunter z.B. Wurst- und Käseimitate. Sie sind teilweise stark industriell verarbeitet und können daher viele Zusatzstoffe, Zucker, Fett und Salz enthalten, was ihren ernährungsphysiologischen Wert mindern kann.

 

Veganer sollten generell auf eine Ernährung mit nährstoffdichten Lebensmitteln achten. Sie sollten ihre Versorgung mit Mikro-Nährstoffen von Zeit zu Zeit prüfen und sich über gesunde Ernährung beraten lassen. Da die Versorgung mit Vitamin B12 bei der veganen Ernährung am kritischsten ist, empfiehlt die DGE allen Veganern, unbedingt und regelmäßig Vitamin B12 zu ergänzen. Nährstoffergänzungen können natürlich auch alle anderen vorhandenen Versorgungsdefizite an Mikro-Nährstoffen im Bedarfsfall ausgleichen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 wird je nach Bedarf einzeln, kombiniert mit anderen B-Vitaminen oder als Bestandteil von Multi-Präparaten angeboten. Bei den Einzelpräparaten sollte besonders auf bioaktive Formen geachtet werden. Empfehlenswert ist  z.B. Methylcobalamin, im Angebot sind auch gut bioverfügbares sublinguales und flüssiges Vitamin B12.

 
Quelle: dge, Vegane Ernährung - DGE rät zu Nährstoffpräparaten und qualifizierter Beratung. Presseinformation „DGE aktuell“ 4/2016, vom 12.4.2016.