Bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten das Osteoporose-Risiko mit Mikronährstoffen senken


Entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können zur Osteoporose beitragen. Die damit verbundene geringe Knochenmineraldichte kann das Risiko für Knochenbrüche erhöhen. Eine Reihe von Mikronährstoffen kann dieses Risiko verringern.


Die Ernährung von Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten erweist sich oft als unzureichend, was sich auch auf die Knochenmasse auswirkt und zu Osteopenie (verringerte Knochendichte), Osteoporose und Knochenbrüchen führt. Einige Studien zeigten, dass die Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen, von Vitaminen und Mineralien etc., bei Patienten mit chronischen Darmkrankheiten oftmals unter den empfohlenen Werten liegt. Das gilt ganz besonders in den aktiven Krankheitsphasen. Kalzium und Vitamin D sind die am häufigsten diskutierten Nährstoffe im Hinblick auf die Knochenmineraldichte. Darüber hinaus sind auch die Vitamine A, K, C, B12 und Folsäure sowie die Mineralien Phosphor, Magnesium, Natrium, Zink, Kupfer und Selen an der Bildung der Knochenmasse beteiligt. Diese Mikronährstoffe werden bei chronischen Darmkrankheiten oft entweder nicht genügend aufgenommen oder ihre Aufnahme bzw. Verwertung ist beeinträchtigt. Beides kann zu einem Mangel an für das Knochensystem wichtigen Mikronährstoffen führen und das Risiko für Osteoporose erhöhen.


Ein wichtiger Risikofaktor bei entzündlichen Darmkrankheiten kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Kortikosteroide können bei längerer Anwendung mit Nebenwirkungen verbunden sein, die das Knochengewebe betreffen. Sie erhöhen die Vernichtung von Zellen (Apoptose), vermindern die Bildung von Osteoblasten (knochenbildende Zellen) und fördern die Genese von Osteoklasten (resorbieren die Knochensubstanz). Sie können auch den Kalziumhaushalt mit einer geringeren Absorption von Kalzium im Darm und in den Nieren sowie das neuroendokrine System (Bildung von Neurohormonen) beeinflussen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass nach dem ersten Jahr der Steroidtherapie die Knochenmasse um etwa 12 % und im folgenden Jahr um 2-3 % pro Jahr abnehmen kann. Darüber hinaus kann sich die Muskelmasse verringern, was das Risiko für Frakturen weiter erhöht. Um einer steroidbedingten Osteoporose vorzubeugen, sollte daher die Knochenmineraldichte vor und nach jedem Jahr der Behandlung geprüft werden.


Bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten sollte die Vitamin-D-Konzentration routinemäßig untersucht werden, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. Ergänzungs-Dosen sollten individuell nach Bedarf festgelegt werden. Die meisten Patienten benötigen auch eine Kalziumergänzung (meist 1000-1500 mg/Tag). Essen die Patienten relativ wenig Obst und Gemüse, kann die Ergänzung von Vitamin C sinnvoll sein. Bei hohen Homocystein-Werten kann die Ergänzung von Vitamin B12- und Folsäure in Betracht gezogen werden, da dies mit einer niedrigen Knochenmineraldichte verbunden ist. Weitere wichtige oder notwendige Mikronährstoffe können individuell empfehlenswert sein, die Auswahl und Dosierung sollte nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.


Neben Vitaminen und Mineralien können auch Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) für Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten vorteilhaft sein. Sie sind u.a. in Kräutern, Obst und Gemüse enthalten, können aber auch als Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Polyphenole wirken antioxidativ und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, die auch den Verlauf von entzündlichen Darmkrankheiten beeinflussen können. Sie können zum Schutz vor oxidativem Stress und Entzündungen beitragen. Darüber hinaus sind Polyphenole wichtige Elemente in der Osteoporose-Prävention. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Polyphenolen. z.B. Olivenöl, Soja, Tee, Obst und Gemüse, tragen vermutlich zum Schutz vor der Osteoporose bei.


Unser Tipp: Vitamin D und Kalzium stehen in vielen, sehr gut bioverfügbaren Formen, einzeln und kombiniert, zur Verfügung. Spezielle Mikronährstoff-Formeln gibt es z.B. auch für die Osteoporose.


Quelle:
Alicja Ewa Ratajczak et al., Nutrients in the Prevention of Osteoporosis in Patients with Inflammatory Bowel Diseases. In: Nutrients, online 6.6.2020, doi: 10.3390/nu12061702.

 Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.


Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.

Müdigkeit ist ein normales Gefühl, das nach körperlicher oder geistiger Erschöpfung durch Aktivitäten zur körperlichen Erholung dient. Häufig wird Müdigkeit jedoch nicht genügend durch Ruhephasen aufgelöst, sondern durch schlechte Gewohnheiten noch verstärkt. Halten Müdigkeitsgefühle über längere Zeit an, so kann dies in schwereren Fällen zum chronischen Müdigkeitssyndrom führen. Diese Krankheit führt zu einer tiefgreifenden Erschöpfung und behindert alltägliche Aktivitäten. Die Diagnose wird gestellt, wenn die Erschöpfung mindestens 6 Monate lang ohne Linderung anhält und durch gewöhnliche Ruhephasen nicht gemildert wird. Es gibt einige Hinweise darauf, dass bei dieser Krankheit oxidative Prozesse eine Rolle spielen.


Bei anhaltender Müdigkeit werden Zellen und Gewebe durch reaktive Sauerstoffspezies geschädigt, die bei übermäßiger Aktivität entstehen. Die Erholung tritt ein, wenn dieser Schaden adäquat repariert wird. Besteht der Schaden jedoch aufgrund des Mangels an Energie für die Erholung weiter fort, wird eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Dies kann zu Unwohlsein und Fieber sowie in der Folge zu chronischer Müdigkeit führen. Entsprechend sind Antioxidantien, die Schäden durch oxidativen Stress hemmen, und Substanzen, die die Energieproduktion anregen, wirksam gegen Müdigkeit. Antioxidantien können die Energieproduktion (ATP) der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) erhöhen und auf diese Weise einen Anti-Ermüdungseffekt erzeugen. Dies kann sich vermutlich auch auf viele andere Effekte im Körper auswirken, z.B. auf verbesserte Herzfunktionen und mit entzündungshemmenden Wirkungen auf die blutbildenden Zellen. Zu den wirksamen Antioxidantien gehört Ubichinol, die aktive, reduzierte Form des Coenzyms Q10, mit einer besseren Bioverfügbarkeit und hoher antioxidativer Wirkung.


Coenzym Q10 ist in einigen Nahrungsmitteln (z.B. in Fleisch) enthalten, kann aber auch vom Menschen selbst gebildet werden, doch der Gehalt im Körper nimmt mit dem Alter ab. Auch bei der Einnahme von Statinen, die den Cholesterinspiegel im Blut senken, wird Coenzym Q10 verringert. Defizite können sich auf Müdigkeits-Zustände auswirken. Eine Gruppe japanischer Forschern prüfte daher in einer Studie, ob die Ergänzung von Ubichinol eine bereits länger anhaltende Müdigkeit verringern kann.


Einbezogen in die kleine Studie waren 62 Personen (Mitte 30 bis 50 Jahre), die seit wenigstens einem Monat und längstens seit sechs Monaten unter anhaltender Müdigkeit litten, Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt 12 Wochen lang täglich 100 mg Ubichinol, die andere Gruppe erhielt für die gleiche Zeit täglich mit 150 mg Ubichinol eine etwas höhere Dosis, und die dritte Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo. Zu Beginn der Studie und dann alle vier Wochen wurde die subjektiv empfundene und die objektiv getestete Müdigkeit der Teilnehmer bestimmt. Geprüft wurden auch die Veränderungen in den Serum-Ubichinol-Werten, in den autonomen Nervenfunktionen, im oxidativen Stress und in der antioxidativen Aktivität sowie die Reaktionszeit und Ergebnisse der Teilnehmer in kognitiven Tests. Die Teilnehmer berichteten außerdem über ihre subjektiven Empfindungen von Müdigkeit, Erschöpfung und depressiven Stimmungen.


In den beiden Ubichinol-Gruppen stiegen die Serumspiegel nach vier Wochen um das Drei- bis Vierfache an und blieben im Vergleich zum Placebo in der gesamten Studienzeit signifikant höher. Kleine Unterschiede zwischen der höheren und geringeren Ubichinol-Dosis waren dabei relativ gering (nicht signifikant). Mit den Ubichinol-Gaben verbesserte sich in beiden Gruppen die Empfindung der subjektiven Müdig- und Schläfrigkeit nach kognitiven Tests besser als in der Placebo-Gruppe. Bei der höheren Ubichinol-Dosierung zeigte sich im Vergleich zum Placebo eine signifikante Verbesserung im subjektiven Grad der Entspannung nach Test-Aufgaben sowie in der Schläfrigkeit sowie in der Motivation, die Aufgaben zu lösen. Außerdem verbesserten sich die Ubichinol-Serumspiegel bei oxidativem Stress.


Für die Forscher legen diese Ergebnisse nahe, dass Ubichinol die Lebensqualität bei Personen mit leichter Müdigkeit verbessern kann. Es kann die kognitiven Funktionen fördern, um Aufgaben zu lösen und die Müdig- und Schläfrigkeit nach solchen Belastungen verringern. Gleichzeitig hat Ubichinol eine entspannende Wirkung und kann den oxidativen Stress, der bei Müdigkeit und Erschöpfung entsteht, senken.


Unser Tipp: Ubichinol ist die aktive, reduzierte Form des Coenzym Q10, mit klaren Vorteilen. Es ist im Körper besser bioverfügbar und hat direkte antioxidative Wirkungen.


Quelle:
Kel Mizuno et al., Ubiquinol-10 Intake Is Effective in Relieving Mild Fatigue in Healthy Individuals. In: Nutrients, online am 2.6.2020, doi: 10.3390/nu12061640.


Ältere Menschen, die täglich Multivitamine und -mineralien ergänzen, z.B. Vitamin C und Zink, hatten bei Krankheiten geringere Beschwerden.

Wenn Menschen älter werden, steigt das Risiko für Defizite an Mikronährstoffen, an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, an. Nach Schätzungen fehlt etwa jedem dritten Älteren in Europa, Kanada und den USA wenigstens ein Mikronährstoff in ausreichender Versorgung. Oft fehlt es jedoch an mehreren Substanzen, die unzureichend sind. Das kann zu einem beeinträchtigten Immunsystem führen. Typisch sind dann z.B. das häufigere Auftreten von Entzündungen, von denen manche auch unbemerkt verlaufen. Es kommt weiter zu geringeren Funktionen der T-Lymphozyten (Gruppe der weißen Blutzellen), die wichtige Aufgaben im Immunsystem erfüllen. Da viele Mikronährstoffe das Immunsystem unterstützen, könnten ältere Menschen von Multivitamin- und Mineralien-Ergänzungen profitieren. Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Multivitamin- und Mineralstoff-Ergänzungen die Immunfunktionen bei Menschen ab etwa 55 Jahren verbessern könnten. Dies prüften Forscher vom Linus Pauling Institute der Oregon State University in den USA in einer kleinen Studie.


Einbezogen waren 42 gesunde Teilnehmer im Alter von 55 bis zu 75 Jahren. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten 12 Wochen lang täglich entweder Ergänzungen mit Vitaminen und Mineralien oder ein Placebo. Im Multipräparat waren einige der Mikronährstoffe enthalten, die das Immunsystem stärken. Dazu gehörten die Vitamine A, D, E, B6, Folsäure, B12 und C sowie die Mineralien Eisen, Kupfer, Zink und Selen. Die Forscher untersuchten, ob die Gabe dieser Mikronährstoffe einige Indikatoren des Immunsystems beeinflussen konnte. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden bei den Teilnehmern der Blutmineral- und Vitaminstatus (Vitamin C, D und Zink) bestimmt. In den Blutwerten verbesserten sich vor allem die Werte von Vitamin C und Zink. Getestet wurden weiter die Immunfunktionen (z.B. die bakterientötende Aktivität des Blutes, reaktive Sauerstoffspezies etc.) bzw. der Immunstatus. Dabei zeigten sich jedoch keine statistisch signifikanten Veränderungen. In den Berichten der Teilnehmer über ihren Gesundheitszustand zeigte sich jedoch ein wichtiger Unterschied. Die Anzahl der Patienten mit Krankheitssymptomen in den drei Monaten war in beiden Gruppen gleich. Doch mit der Aufnahme von Mikronährstoffen waren die Teilnehmer im Durchschnitt nur drei Tage krank im Vergleich zu sechs Tagen in der Placebo-Gruppe. Auch ihre Krankheitssymptome waren mit Vitaminen und Mineralien deutlich geringer.


Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzung von Vitaminen und Mineralien verbesserte den Vitamin C- und Zinkstatus im Blut und allgemein den Gesundheitszustand. Das deutet darauf hin, dass gesunde ältere Erwachsene von Ergänzungen mit Mikronährstoffen, mit Vitaminen und Mineralien, profitieren könnten. Die regelmäßige Aufnahme solcher Ergänzungspräparate könnte das Immunsystem von älteren Menschen stärken. Dies sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.


Unser Tipp: Zur Stärkung des Immunsystems gibt es bewährte Mikronährstoff-Formeln mit Vitaminen und Mineralien etc. Sie können die Funktionen des Immunsystems gut unterstützen und stärken.


Quelle
Mary L. Fantacone et al., The Effect of a Multivitamin and Mineral Supplement on Immune Function in Healthy Older Adults. A Double-Blind, Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients, online 14.8.2020, doi: 10.3390/nu12082447.