Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht.

 

Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht. Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass höhere Werte von Carotinoiden positiv auf das metabolische Syndrom wirken.

 

Das metabolische Syndrom ist durch zentrales Übergewicht, Bluthochdruck und einen gestörten Cholesterin-, Glukose- und Insulin-Stoffwechsel charakterisiert. Mindestens drei der Faktoren müssen zusammentreffen, um die Diagnose zu stellen. Einzeln wirken sie gesundheitlich oft noch nicht so belastend, doch kombiniert erhöhen sie deutlich das Risiko für weitere Krankheiten, vor allem für Diabetes (Typ 1 und 2) und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei der Entstehung des metabolischen Syndroms spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch Mikro-Nährstoffe. Mehr und mehr rücken dabei Pflanzenstoffe in das Interesse der Forschung. Carotinoide gehören zu den Pflanzenstoffen, die nicht nur als Provitamin A vielfältige gesundheitliche Wirkungen haben, sie entfalten auch antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Fähigkeiten.

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern suchte in medizinischen Datenbanken daher nach Studien (von 1997 bis 2017) über die Verbindung von Vitamin A und Carotinoiden zum metabolischen Syndrom. Sie konnten schließlich 33 Studien in ihre Auswertung einbeziehen, mit 11 Studien führten sie außerdem eine Meta-Analyse mit Daten von fast 30.000 Teilnehmern durch. Es bestätigte sich, dass die höhere Aufnahme von (Gesamt-)Carotinoiden das metabolische Syndrom positiv beeinflussen konnte. Das galt auch für einzelne Carotinoide, am stärksten für Beta-Carotin, gefolgt von Alpha-Carotin und Beta-Cryptoxanthin sowie für Retinylester (Fettsäureester von Vitamin A). Dagegen konnte Vitamin A (Retinol) das metabolische Syndrom nicht beeinflussen, seine Rolle bleibt weiter zu klären.

 

Diese Ergebnisse zeigen eine Korrelation zwischen Carotinoiden und dem metabolischen Syndrom auf, nicht jedoch die Ursachen dafür. Die Forscher gehen von einem plausiblen Wirkmechanismus von Carotinoiden zum Nutzen der kardiometabolischen Gesundheit aus, vermittelt durch senkende Wirkungen auf oxidativen Stress. Obwohl es viele Faktoren gibt, mit denen sich die individuelle Variabilität und Bioverfügbarkeit von Carotinoiden bei Menschen erklären lassen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Carotinoide eine wesentliche Rolle in den Fettgeweben spielen können. Dazu gehören die Kontrolle der Entstehung von Fettzellen (Adipogenese) und vom oxidativen Stress sowie die Bildung von Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Verbindungen, die als Signalmoleküle wirken) und Entzündungsmediatoren. Sie beeinflussen die Verteilung der zentralen Adipositas und das Auftreten der Insulinresistenz.

 

Es zeichnet sich ab, dass Gesamt-Carotinoide ebenso wie einzelne Carotinoide (Alpha-, Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin) positiv auf das metabolische Syndrom einwirken können. Der regelmäßige Verzehr von gemischten Carotinoiden ist daher für die kardiometabolische Gesundheit wichtig. In der für westliche Industrieländer typischen Ernährung werden täglich nur etwa ein bis fünf Milligramm Carotinoide aus der Ernährung aufgenommen. Das reicht für den kardiometabolischen Schutz nicht aus. Die Forscher plädieren daher für die Festlegung von Empfehlungen für die tägliche Aufnahme von Carotinoiden.

 

Unser Tipp: Natürliche Carotinoide sind in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert enthalten. Angeboten wird z.B. natürliches Beta-Carotin aus der Alge Dunaliella salina, enthalten sind Alpha-Carotin, Zeaxanthin und Cryprtoxanthin. Empfehlenswert sind weiter natürliche Carotinoide aus einem Grünkohl-Ölauszug (biologischer Anbau) mit Lutein, Beta-Carotin, Lykopin und Zeaxanthin. Beide haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
May A. Beydoun et al., Carotenoids, vitamin A, and their association with the metabolic syndrome. A systematic review and meta-analysis. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 7.9.2018, doi: 10.1093/nutrit/nuy044.


Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern.

 

Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern, wie zwei neue Studien zeigen.

 

Walnüsse leisten nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern jederzeit einen guten Beitrag zur gesunden Ernährung. Sie liefern wichtige Antioxidantien, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sowie eine Reihe von Vitaminen (E, B-Vitamine) und Mineralstoffen (Kalium, Kalzium, Magnesium etc.). Positive Wirkungen sind vor allem auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten und auf die Blutfette bekannt.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen und spanischen Forschern führte eine Metaanalyse durch, in denen sie die Wirkungen des Verzehrs von Walnüssen auf die Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren untersuchten. Sie konnten sechsundzwanzig klinische Studien mit 1059 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen. Bei einer mit Walnüssen angereicherten Ernährung erreichten die Teilnehmer geringere Werte beim Gesamt-Cholesterin (-6,99 mg/dL) und beim „schlechten“ LDL-Cholesterin (-5,51 mg/dL), außerdem sanken die Werte der Triglyzeride. Auch das Apolipoprotein B (LDL-Bestandteil) wurde bei der mit Walnüssen angereicherten Ernährung im Vergleich zu Kontrollgruppen signifikant stärker reduziert. Die Forscher ziehen das Fazit: Die Aufnahme von Walnüssen in die Ernährung verbessert das Profil der Blutfette, ohne das Körpergewicht oder den Blutdruck negativ zu beeinflussen.

 

Der regelmäßige Verzehr von Walnüssen wirkt sich auch günstig auf die Darmflora aus, wie eine Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zeigt. Einbezogen waren 194 gesunde Frauen und Männer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Nach einer Anfangsphase ohne den Verzehr von Walnüssen wurden die Teilnehmer auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Gruppe erhielt eine Ernährung mit je 43 Gramm Walnüssen täglich und wechselte nach acht Wochen zu einer Ernährung ohne Nüsse. Die andere Gruppe blieb zunächst weiter bei der Ernährung ohne Nüsse und wechselte nach acht Wochen zur täglichen Aufnahme von 43 Gramm Walnüssen. In der mit Nüssen angereicherten Zeit wurde den Teilnehmern jeweils empfohlen, entweder Fett oder Kohlenhydrate oder beides zu reduzieren, um die zusätzlichen Kalorien der recht fetthaltigen Nüsse auszugleichen. Am Ende wurden von allen Teilnehmern Stuhlproben genommen und in Bezug auf die enthaltenen Bakterien analysiert.

 

Der Verzehr von täglich 43 g Walnüssen über acht Wochen hatte in beiden Gruppen die Zusammensetzung und die Vielfalt des Mikrobioms im Darm signifikant beeinflusst. Dabei hatten sich probiotische und Buttersäure bildende Bakterienarten bei den Teilnehmern verbessert. Ruminokokken und Bifidobakterien nahmen signifikant zu, während andere Bakterienarten abnahmen. Die Wirkung auf das Mikrobiom hing nur geringfügig davon ab, ob die Teilnehmer beim Verzehr von Walnüssen die Fette oder Kohlenhydrate eingeschränkt hatten. Die regelmäßige Ergänzung von Walnüssen könnte präbiotische und probiotische Vorteile bieten, durch die sich die Zusammensetzung und Vielfalt des Mikrobioms verbessert. Noch ist der genaue Mechanismus nicht bekannt, über den Walnüsse die mikrobielle Gemeinschaft im Darm verändern. Darüber hinaus scheinen auch andere Substanzen aus Nüssen, z.B. Polyphenole und Polysaccharide inkl. Ballaststoffe, eine präbiotische Wirkung zu haben. Sie erhöhen vermutlich das Wachstum und die Fermentation von unverdaulichen Komponenten zu kurzkettigen Fettsäuren einschließlich Butyrat (Salze und Ester der Buttersäure), die auch die Aktivität von mikrobiellen Enzymen im Darm beeinflussen können.

 

Die beiden Studien zeigen, dass Walnüsse dazu beitragen, wichtige körperliche Funktionen zu verbessern. Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel und den Cholesterinspiegel, das gilt besonders für das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Und sie verbessern auch das Mikrobiom durch die verstärkte Besiedelung von probiotischen und Buttersäure bildenden Keimen im Darm.

 

Quellen:
Marta Gosch-Ferré et al., Effects of walnut consumption on blood lipids and other cardiovascular risk factors: an updated meta-analysis and systematic review of controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 108, Nr. 1, 2018, S. 174-187, doi: 10.1093/ajcn/nqy091.
Charlotte Bamberger et al., A Walnut-Enriched Diet Affects Gut Microbiome in Healthy Caucasian Subjects: A Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients. Online-Veröffentlichung vom 22.2.2018, doi: 10.3390/nu10020244.


Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos

 

Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos.

 

Biologisch erzeugte Lebensmittel sind weniger durch Pestizide belastet als konventionell hergestellte. Das zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. In einer Untersuchung von Lebensmitteln enthielten 44 % der Proben aus konventioneller Herstellung Pestizid-Rückstände, in Bio-Lebensmitteln war dies mit 6,6 % deutlich seltener der Fall. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass die Bio-Kost deutlich gesünder ist. Ob sich dies auch auf ein geringeres Risiko für Krankheiten auswirkt, wurde bisher nur in wenigen Studien untersucht. Nachgewiesen ist z.B., dass ein Wechsel zur Bio-Kost schon nach wenigen Tagen die Konzentration von Pestiziden im Körper verringert. Einige Pestizide wirken im Körper möglicherweise oder sehr wahrscheinlich karzinogen. Für die Forschung stellt sich daher die Frage, ob Menschen, die häufiger oder regelmäßig Bio-Lebensmittel essen, seltener an Krebs erkranken. Erste Untersuchungen dazu brachten keine einheitlichen Ergebnisse. Nun gibt es neue Erkenntnisse durch eine Studie des französischen Gesundheits- und Forschungs-Instituts INSERM in Paris.

 

Die Forscher werteten Daten aus der großen französischen Bevölkerungsstudie NutriNet-Santé aus. Seit 2009 beantworteten rund 69.000 Franzosen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren freiwillig einen (Internet-basierten) Fragebogen zu ihrer Ernährung. Einbezogen waren auch Angaben zum Verzehr von 16 Bio-Lebensmitteln. Die Befragungen wurden danach jährlich wiederholt. Im Lauf der Nachbeobachtung von rund viereinhalb Jahren verzeichnete man bisher unter den Teilnehmern 1.340 Krebskrankheiten. Es zeichnet sich dabei ab, dass die Anhänger der Bio-Kost eine geringere Krebsrate haben. Teilnehmer mit den größten Anteilen von Bio-Lebensmitteln in der Ernährung erkrankten um 25 % (signifikant) seltener an Krebs im Vergleich zu Teilnehmern, die am wenigsten biologisch angebaute Lebensmittel aßen. Die Forscher prüften außerdem die Beziehungen der Bio-Kost zu einzelnen Krebskrankheiten. Am deutlichsten war die Differenz bei Lymphomen, bei einem hohen Verzehr an Bio-Lebensmitteln sank das Risiko für diese Krebskrankheit um 76 %. Eine schützende Wirkung wurde auch beim Brustkrebs nach der Menopause nachgewiesen, bei einem hohen Konsum von Bio-Lebensmitteln verringerte sich das Risiko dafür um 34 %.

 

Noch sind die Forscher vorsichtig, aufgrund der Ergebnisse einer Bevölkerungsstudie mit freiwilligen Teilnehmern von einen Nachweis für die Schutzwirkung der Bio-Kost zu sprechen. Eine Schwierigkeit bei der Auswertung der Daten war z.B., dass viele Teilnehmer die Bio-Kost neben anderen konventionell hergestellten Lebensmitteln verwendeten. Weitere Studien über die Beziehungen zwischen der Bio-Kost und der Prävention von Krankheiten sind daher notwendig. Die Forscher heben jedoch hervor, dass die Förderung des Verzehrs von biologisch angebauten Lebensmitteln in der allgemeinen Bevölkerung eine vielversprechende Strategie sein könnte, die Prävention von Krebskrankheiten zu stärken.

 

Quelle:
Julia Baudry et al., Association of Frequency of Organic Food Consumption With Cancer Risk Findings From the NutriNet-Santé Prospective Cohort Study. In: JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4357.


Nach der Einnahme von Antibiotika kann sich die Mikroflora bei gesunden Menschen innerhalb von einigen Wochen wieder erholen.

 

Nach der Einnahme von Antibiotika kann sich die Mikroflora bei gesunden Menschen innerhalb von einigen Wochen wieder erholen. Doch auch noch nach sechs Monaten fehlt es an einigen der gesunden Darmbakterien.

 

Die enormen Mengen an Bakterien mit diversen Arten im Darm beeinflussen unsere Gesundheit auf vielen Wegen, einschließlich der Wirkungen auf das Immunsystem und den Stoffwechsel. Eine Vielzahl von gesunden Bakterien fördert die Gesundheit und trägt zur Vorbeugung vor vielen Krankheiten bei. Dagegen kann eine schlechte Zusammensetzung der Mikroflora im Darm mit vielen ungeeigneten Bakterien zur Entstehung chronischer Krankheiten, wie z.B. Diabetes, Asthma und Darmentzündungen, beitragen. Die Gabe von Antibiotika wird zur Therapie bei einem schädlichen Bakterienbefall eingesetzt. Der wiederholte Einsatz führt nicht nur zur möglichen Resistenz, er beeinträchtigt auch die gesunde Mikroflora im Darm und damit die Gesundheit.

 

Eine dänische Forschergruppe hat die Wirkungen von Antibiotika auf die Darmflora in einer kleinen Studie genauer überprüft. Sie gaben zwölf jungen, gesunden Männern an vier Tagen drei Breitspektrum-Antibiotika. Die Gabe lehnte sich an aktuelle Therapien bei Intensiv-Therapien an. Die Antibiotika vernichteten die Darmflora der Teilnehmer fast vollständig, darunter z.B. Bifidobakterien und Butyrat-Produzenten. Die Darmflora erholte sich danach im Lauf von sechs Wochen nahezu vollständig, fast alle Bakterien-Spezies waren dann wieder im Darm vorhanden. Das galt jedoch nicht für alle gesunden Bakterienarten, neun der vorher vorhandenen Bakterien hatten sich auch nach sechs Monaten nicht wieder erneut im Darm angesiedelt. Außerdem waren einige neue, möglicherweise nicht erwünschte Bakterienarten in der Mikroflora hinzu gekommen. Längst bekannt ist, dass die westliche Bevölkerung allgemein eine geringere Vielfalt an Bakterienarten im Darm im Vergleich zu Naturvölkern aus Afrika oder vom Amazonas hat. Eine mögliche Erklärung dafür ist der in den Industrieländern weit verbreitete Einsatz von Antibiotika bei Infektions-Krankheiten, der die Bakterienvielfalt im Darm beeinträchtigen könnte.

 

Die Forscher konnten in dieser kleinen Studie nachweisen, dass sich die Darmflora nach Antibiotika-Gaben zwar wieder erholen kann, dass sie jedoch einen Teil ihrer Vielfalt im bakteriellen Ökosystem einbüßt. Antibiotika können für die Wiederherstellung der Gesundheit sehr hilfreich sein, sie sollten jedoch nur bei einem tatsächlich nachgewiesenen, schädlichen Bakterienfall als Ursache von Infektionen eingesetzt werden.

 

Unser Tipp: Probiotika können gesunde Darmbakterien, z.B. nach Antibiotika-Therapien oder aus anderen Gründen, zuführen und damit die Mikroflora im Darm positiv beeinflussen. Es gibt sie in Mischungen verschiedener Bakterienstämme und -mengen. Dabei kommt es auf eine gute Qualität an, damit die Bakterien auch tatsächlich im Darmmilieu ankommen und sich dort ansiedeln können.

 

Quelle:
Albert Palleja et al., Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure: In: Nature Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1038/s41564-018-0257-9.


Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forscher suchte nach Studien über die Beziehungen zwischen der Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Störungen, zu denen auch die Angststörungen gehören. Von fast 200 Studien konnten sie schließlich sechs mit knapp 500 Teilnehmern in eine systematische Auswertung einbeziehen. Die Forscher richteten ihren Fokus vor allem auf mögliche Mechanismen, über die Omega-3-Fettsäuren auf Angstsymptome einwirken bzw. sie verringern könnten. Sie fanden mögliche Wirkungen für Omega-3-Fettsäuren, die in Bezug auf Angstsymptome eine Rolle spielen könnten.

 

Es gibt bereits einige Nachweise, dass ein erhöhter Entzündungs-Status im Körper mit Ängsten verbunden ist. Dabei erwiesen sich die Omega-3-Fettsäuren als hilfreich. Vom Gehirn stammende neurotrophische Faktoren, besonders der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), sind bestimmte Proteine, die einige Funktionen des Nervensystems regulieren, indem sie das neuronale Überleben fördern. Ein Mangel oder auch ein Überschuss an solchen Proteinen wurde mit verschiedenen psychischen Krankheiten verbunden, darunter u.a. Depressionen und Alzheimer. Omega-3-Fettsäuren können diese neurotrophischen Proteine beeinflussen. Cortisol ist als Stress-Hormon bekannt, Omega-3-Fettsäuren können zu dessen Regulation beitragen. Hinzu kommt, dass es eine Verbindung zwischen den Herz-Kreislauf-Funktionen und den Omega-3-Fettsäuren gibt, die offenbar dazu beitragen, die Herzfrequenz-Variabilität zu regulieren. Eine geringere Variabilität (in der Zeit zwischen den Herzschlägen) wird mit höheren Werten von Angstsymptomen verbunden.

 

Die Forscher sahen jedoch auch bei ihrer Literaturrecherche, dass die Studien auf diesem Gebiet zum Teil recht heterogen waren. Es wurden z.B. verschiedenste Dosierungen bei den Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, das galt auch für unterschiedliche Verhältnisse der beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), zueinander. In Zukunft sollten weitere Forschungen über die Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren bei Angststörungen durchgeführt werden, die jedoch stärker standardisiert bzw. klarer strukturiert sein sollten.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Ashley R. Polokowski et al., Omega-3 fatty acids and anxiety: A systematic review of the possible mechanisms at play. In: Nutritional Neuroscience, Online-Veröffentlichung vom 28.9.2018, doi: 10.1080/1028415X.2018.1525092.


Höhere Blutwerte der Omega-3-Fettsäuren sind mit einer besseren Aussicht auf die Gesundheit im Alter verbunden. Das zeigen die Ergebnisse einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie.

 

Höhere Blutwerte der Omega-3-Fettsäuren sind mit einer besseren Aussicht auf die Gesundheit im Alter verbunden. Das zeigen die Ergebnisse einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie.

 

Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Lebensalter, dieser Trend hält weltweit an. Gesundheit ist in jedem Alter ein hohes Gut, jedoch im Alter mit körperlicher und mentaler Gesundheit besonders wichtig. Forscher suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Gesundheit im Alter zu stärken. Dabei spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Das gilt nicht nur für die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, sondern zunehmend auch für andere Mikro-Nährstoffe. Vor allem für die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gibt es viele positive Nachweise für gesundheitliche Wirkungen, jedoch sind die Ergebnisse bisher nicht immer einheitlich. In einer Studie prüfte daher eine Gruppe US-amerikanischer Forscher die Beziehung zwischen zirkulierenden Blutwerten der Omega-3-Fettsäuren und der Gesundheit im Alter. 2.622 ältere Menschen nahmen an einer Studie zur kardiovaskulären Gesundheit von 1992 bis 2015 teil. Zu Beginn waren die Teilnehmer im Durchschnitt bereits 74 Jahre alt.

 

Bei allen wurden anfangs sowie nach sechs und dreizehn Jahren die Omega-3-Fettsäuren im Blut gemessen, die vor allem aus Fischölen von fettreichen Fischen aufgenommen werden. Die Werte wurden separat für die Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Docosapentaensäure (DPA) bestimmt. Einbezogen wurde außerdem die Alpha-Linolensäure, die vorwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln zugeführt wird, vor allem aus Nüssen, Samen und grünblättrigem Gemüse. Aufgrund der Ergebnisse wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt, von den geringsten Werten an Omega-3-Fettsäuren bis zur höchsten Versorgung.

 

Im Lauf der langen Studienzeit wurde die Gesundheit der Teilnehmer weiter beobachtet. Eine gute Gesundheit wurde so definiert: keine chronischen Krankheiten, z.B. weder Herz-Kreislauf-Krankheiten noch Krebs, Lungenkrankheiten oder schwerere chronische Nierenkrankheiten. Außerdem litten die Teilnehmer nicht unter körperlichen oder geistigen Einschränkungen. 89 % der Teilnehmer erkrankten im Lauf der langjährigen Studie, immerhin 11 % blieben auch in hohem Alter gesund. Bei der besten Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sank das Krankheits-Risiko um 18 % im Vergleich zur Gruppe mit den niedrigsten Werten. Bei der besten Versorgung mit EPA hatten die Teilnehmer ein um 24 % geringeres Risiko, dass sich ihre Gesundheit verschlechterte im Vergleich zur Gruppe mit den geringsten Werten. Ähnliche Werte wurden bei einer guten DPA-Versorgung erreicht, bei höchsten Werten wurde die Gesundheit im Alter um 18 bis zu 21 % weniger beeinträchtigt. Dagegen wirkten sich die Werte der DHA und der Alpha-Linolensäure nicht signifikant auf die Gesundheit im Alter aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren die Gesundheit im Alter fördern kann. Sie führen diese Wirkungen vorwiegend auf die Fähigkeit der Omega-3-Fettsäuren zurück, den Blutdruck zu verringern sowie die Herzrate und Entzündungen zu beeinflussen. Weitere Forschungen sollten diese Beziehungen zur Gesundheit im Alter näher klären. Empfehlenswert für ältere Menschen ist ein erhöhter Fischverzehr bzw. die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Heidi T.M. Lai et al., Serial circulating omega-3 polyunsaturated fatty acids and healthy aging among older adults in the Cardiovascular Health Study: prospective cohort study. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 17.10.2018, doi: 10.1136/bmj.k4067.


Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können zur Hirngesundheit beitragen.

 

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können zur Hirngesundheit beitragen. Sie können in allen Lebensphasen, besonders aber im Alter, die Funktionen des Gehirns stärken.

 

Gute Gehirnfunktionen helfen uns, einen klaren, aktiven Geist zu bewahren und ermöglichen Konzentration, Erinnerung, Lernen, Intuition sowie das Urteils- und Sprachvermögen. Das ist ein Leben lang, besonders jedoch im Alter wichtig, wenn ein gesundes Gehirn die Selbstständigkeit ebenso wie die Lebensqualität fördert. Zum Altern gehört jedoch, dass sich kognitive Fähigkeiten verringern, damit steigt u.a. das Risiko, an Demenz zu erkranken. Viele zelluläre und molekulare Veränderungen, einschließlich oxidativer Schäden, mitochondrialer Störungen sowie ein veränderter Glukose-Stoffwechsel und Nervenentzündungen, können zu kognitiven Störungen im Alter beitragen. Längst ist erkannt, dass einige Nährstoffe die Hirnfunktionen unterstützen und schützen. Dazu gehören die Omega-3-Fettsäuren, deren positiver Einfluss auf das Gehirn bereits vielfach untersucht wurde, doch noch sind die Wirkungen über die gesamte Lebensdauer nicht vollends bewertet. Ein englisches Ernährungs-Institut wertete daher geeignete Studien zur Beziehung zwischen der Hirngesundheit und der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren aus. Einbezogen waren die Ergebnisse aus 25 internationalen (randomisierten, kontrollierten) Studien mit rund 3.600 Teilnehmern.

 

Zu den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören vor allem die EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), letztere ist in den neuronalen Membranen reichlich vorhanden. Quantitativ ist die DHA die wichtigste Omega-3-Fettsäure im Gehirn. Zunehmend zeigt sich, dass auch die EPA und DPA (Docosapentaensäure), neuroprotektive Eigenschaften besitzen. Im Vergleich zu Kontrollgruppen korrelierten Omega-3-Ergänzungen mit verbesserten Biomarkern im Blut. Davon profitierten besonders Teilnehmer mit einem niedrigen Gehalt an Fettsäuren, stillende Frauen oder auch Patienten mit neuropsychiatrischen Erkrankungen.

 

Die Ergänzung von Omega-3- Fettsäuren könnte generell eine nützliche Strategie sein, um die Hirngesundheit über die gesamte Lebensdauer hindurch zu unterstützen. Verbesserungen in den kognitiven Entwicklungen und Leistungen lassen sich über die gesamte Lebenszeit hindurch erreichen, das gilt vom Säuglingsalter über Kinder und Jugendliche bis ins hohe Erwachsenenalter. Dabei können sich z.B. das Sprach- und Lernvermögen sowie die Probleme bei der Aufmerksamkeit und Stimmungen verbessern. Auch bei ADHS gab es durch Omega-3-Fettsäuren einige gute Ergebnisse. Sie betrafen z.B. die Aufmerksamkeit und Hyperaktivität sowie kognitive Probleme und das Gedächtnis. Profitieren dürften davon vor allem Kinder, die schlecht mit Omega-3-Fettsäuren versorgt sind. Auch Symptome wie Konfusion und Angstgefühle konnten durch höhere Gaben von Omega-3-Fettsäuren gelindert werden.

 

Bei älteren Erwachsenen deuten einige Studien darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren helfen könnten, vor Neurodegeneration und kognitiver Beeinträchtigung zu schützen. So nahmen ältere Chinesen (im Durchschnitt 71 Jahre) mit leichter kognitiver Beeinträchtigung täglich sechs Monate lang 480 mg DHA und 720 mg EPA ein. Das verbesserte ihre kognitiven Werte und das Arbeitsgedächtnis im Vergleich zu einem Placebo. Eine ähnliche Studie an Älteren mit einer subjektiv wahrgenommenen Gedächtnisstörung zeigte, dass 2.400 mg EPA/DHA den Gehalt an roten Blutkörperchen, die Leistung im Arbeitsgedächtnis und die Hirnsignale signifikant verbesserten. Das weist darauf hin, dass sich neuronale Reaktionen durch EPA/DHA erhöht hatten. Ältere Erwachsene, die mit 800 mg DHA und einem höheren Anteil an EPA von 1200 mg versorgt wurden, verringerten ihren oxidativen Stress.

 

Das ist ein Risikofaktor, der vermutlich an Depressionen beteiligt ist. Bei älteren Menschen in den Vorstadien einer Demenz und bei entwickelter Krankheit war der Blutspiegel von EPA, DHA und den gesamten Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu Gesunden meist geringer. Bei Erwachsenen über 70 Jahren zeigte sich, dass 800 mg DHA und 225 mg EPA über 36 Monate hinweg dazu beitrugen, die Hirnfunktionen bei von Demenz bedrohten Menschen mit einem niedrigen Omega-3-Index aufrechtzuerhalten. Es scheint sich also zunehmend zu bestätigen, dass Omega-3-Fettsäuren bei Demenz-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen.

 

Die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann allgemein eine positive Rolle bei der Verbesserung der Hirngesundheit spielen. Das gilt besonders für Menschen mit einer schlechten Versorgung an Omega-3-Fettsäuren, für stillende Mütter und bei neuropsychiatrischen Krankheiten. Für gute Hirnfunktionen im Lauf des gesamten Lebens, besonders aber zur Prävention von abnehmenden kognitiven Funktionen ist es sinnvoll, den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ein Leben lang möglichst optimal zu halten. Dazu tragen der Verzehr von fettreichen Fischen mit Omega-3-Fettsäuren (z.B. Lachs, Sardinen etc.) ebenso wie Nahrungsergänzungen mit EPA und DHA bei. In künftigen Studien sollten mögliche Interaktionen von Omega-3-Fettsäuren auch mit anderen Nährstoffen untersucht werden, die eine Rolle bei der Hirngesundheit spielen, das gilt z.B. für die B-Vitamine und Eisen.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren gibt es in vielen Formen und Dosierungen, die auf individuelle Bedingungen gut abgestimmt werden können. Auf eine gute Qualität und Stabilität sollte bei den Präparaten geachtet werden.

 

Quelle:
Emma Derbyshire, Brain Health across the Lifespan: A Systematic Review on the Role of Omega-3 Fatty Acid Supplements. In: Nutrients , Online-Veröffentlichung vom 15.8.2018, doi: 10.3390/nu10081094.


Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Krebs-Patienten erhalten nach der Therapie meist geeignete Empfehlungen für eine gesunde Ernährung und die Körperaktivität, außerdem wird ein gesundes Körpergewicht empfohlen. Ob die Patienten solche Empfehlungen befolgen und wie sich dies auf den weiteren Verlauf ihres Lebens auswirkt, das prüften Forscher der Universität von Kalifornien in einer Studie. Sie werteten die Daten von rund 1.000 Darmkrebs-Patienten aus (im Durchschnitt 60 Jahre), die von 1991 bis 2001 an einer Studie (CALGB-89803) teilgenommen und eine Chemotherapie erhalten hatten. In der Zeit ihrer Behandlung gaben sie auch Auskünfte über ihre Ernährung und den Lebensstil.

 

Nach der Therapie wurden sie im Durchschnitt sieben Jahre lang weiter in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. 335 Teilnehmer entwickelten in dieser Zeit ein Rezidiv, davon starben 256 Teilnehmer an den Krebsfolgen, weitere 43 Teilnehmer aus anderen Gründen. Mit einem speziellen Score (0 bis 6 Punkte) wurde bei allen Teilnehmern die Anpassung an die Empfehlungen der amerikanischen Krebsgesellschaft geprüft (ACS-Richtlinien). Einbezogen waren der BMI, die körperliche Aktivität und in der Ernährung der Verzehr von Obst und Gemüse, Vollkornprodukten sowie von rotem und verarbeiteten Fleisch, außerdem wurde der Alkoholkonsum ausgewertet.

 

Patienten mit einer hohen Anpassung an die Empfehlungen der Krebsgesellschaft (Score 5 bis 6) hatten ein um 42 % geringeres Sterblichkeitsrisiko als Patienten mit einem niedrigen Score (0 bis 2). Wurde auch der Alkoholkonsum in die Auswertung einbezogen, sank das Sterblichkeitsrisiko beim hohen Score sogar um 51 %.

 

Außerdem zeigte sich bei einer gesunden Ernährung und genügend Körperaktivität die Tendenz zu einem längerem Überleben ohne Krankheit (31 %). Die 5-Jahres-Überlebensprognose betrug 85 % für Patienten mit hoher Anpassung an die ACS-Richtlinien und 76% für Patienten mit niedriger Übereinstimmung. Patienten mit Darmkrebs, die während und nach der Behandlung die ACS-Richtlinien in Bezug auf die Ernährung und die Körperaktivität befolgten, hatten also eine verbesserte Lebensperspektive.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die Beibehaltung oder das Erreichen eines gesunden Körpergewichts, die angemessene körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollkorn ist, nach einer Krebskrankheit mit einer besseren Lebensperspektive verbunden ist.

 

Quelle:
Erin L. Van Blarigan et al., Association of Survival With Adherence to the American Cancer Society Nutrition and Physical Activity Guidelines for Cancer Survivors After Colon Cancer Diagnosis The CALGB 89803/Alliance Trial. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 6, 2018, S. 783-790, doi: 10.1001/jamaoncol.2018.0126.


Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig.

 

Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig. Vielen Frauen fehlt es aber an der ausreichenden Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen.

 

Eine gute Ernährung ist für Frauen, die schwanger werden möchten, sehr wichtig. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Mutter und Kind und legt die Grundlagen für die Gesundheit des Kindes im späteren Leben. Für Paare, die Eltern werden wollen, gibt es Empfehlungen zur gesunden Ernährung, die auch die Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen einschließen. Dazu gehören optimale Aufnahmen von Folat, Vitamin D und der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

 

Folat wird empfohlen, um beim Fötus das Risiko für die Entwicklung eines Neuraltubendefektes zu vermeiden. Obwohl dieses B-Vitamin in vielen Lebensmitteln vorhanden ist, z.B. in grünblättrigem Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukten, ist es offenbar für viele Frauen schwierig, die empfohlenen Mengen mit der Ernährung aufzunehmen. Daher wird Frauen mit Kinderwunsch die tägliche Ergänzung von Folsäure als Prävention empfohlen. Die Zufuhr sollte möglichst schon vor der Konzeption beginnen, weil gerade die ersten Wochen der Schwangerschaft für die Vermeidung des Neuraltubendefektes wichtig sind. Vitamin D ist in der Schwangerschaft u.a. für Prävention einer Präeklampsie (Hypertonie und Proteinurie) und von Gestations-Diabetes wichtig. Bei den Kindern kann es z.B. dazu beitragen, ein niedriges Geburtsgewicht sowie ein beeinträchtigtes Knochenwachstum und das Risiko von Asthma zu vermeiden. Die Aufnahme von Vitamin D durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf die Haut ist in nördlichen Ländern oft zu gering, auch die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung reicht nicht aus.

 

Daher wird Frauen, die schwanger werden wollen, meist die tägliche Aufnahme von 10 mcg Vitamin D als Ergänzung empfohlen. Das gilt besonders in den Herbst- und Wintermonaten, in denen die Aufnahme von Vitamin D über das Sonnenlicht geringer ist. Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind vor allem für die Entwicklung das fötales Gehirns und der Retina wichtig. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich 200 mg EPA und DHA aufzunehmen bzw. wenigstens eine Mahlzeit mit fettreichem Fisch pro Woche zu essen.

 

Wie die tatsächliche Versorgung von Frauen mit diesen wichtigen Mikro-Nährstoffen in der Zeit vor einer Befruchtung aussieht, darüber ist bisher wenig bekannt. Daher prüfte eine Gruppe niederländischer Forscher die Versorgung mit Folat, Vitamin D sowie von EPA und DHA bei Frauen mit Kinderwunsch samt der Quellen, aus denen die Frauen diese Mikro-Nährstoffe aufnahmen. Einbezogen waren 66 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die schwanger werden wollten. Zunächst untersuchte man die Ernährung der Frauen, weiter wurden die Werte von Vitamin D, von Folsäure sowie von EPA und DHA bestimmt. Viele Frauen erreichten dabei nicht die in den Niederlanden geltenden Empfehlungen zur Aufnahme von Folsäure (50%), Vitamin D (67%) und EPA/DHA (52%). 14 % der Frauen waren zu gering mit Folsäure versorgt, und bei 23 % wurde ein nicht ausreichender Vitamin-D-Status festgestellt.

 

In der Ernährung trug Gemüse am meisten zur Versorgung mit Folsäure bei (25%), Vitamin D wurde vor allem aus Ölen und Fetten bezogen (39%), und Fischmahlzeiten waren die Hauptquelle für die Versorgung mit EPA und DHA (69%). Folat-Ergänzungen, Vitamin D sowie EPA und DHA sowohl aus der Nahrung als auch aus Ergänzungen waren signifikant mit den Blutwerten verbunden. Nahrungsergänzungen trugen wesentlich zur Gesamtaufnahme von Folsäure und Vitamin D und zum besseren Ernährungs-Status bei. Die Forscher halten es für notwendig, den Fischverzehr und die Ergänzung von Folsäure und Vitamin D für Frauen, die schwanger werden wollen, stärker zu fördern. Das kann die Aufnahme und die Blutwerte dieser Mikro-Nährstoffe bei Frauen mit Kinderwunsch deutlich verbessern.

 

Unser Tipp: Folsäure, Vitamin D sowie EPA und DHA aus Fischölen gibt es jeweils als einzeln oder kombinierte Nahrungsergänzungen. Bei Kinderwunsch und einer Schwangerschaft kann auch geprüft werden, ob spezielle Multi-Nährstoff-Präparate für Frauen in Frage kommen.

 

Quelle:
Moniek Looman et al., Supplement Use and Dietary Sources of Folate, Vitamin D, and n-3 Fatty Acids during Preconception: The GLIMP2 Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2018, doi: 10.3390/nu10080962.


Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen.

 

Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen. Das ist eine degenerative Erkrankung der Netzhaut, die zum fortschreitenden Sehverlust führt.

 

Bei der altersbedingten Makuladegeneration wird der gelbe Fleck (Macula lutea) der Netzhaut (Retina) in seiner Funktion gestört. Das führt vor allem im höheren Alter zu einem fortschreitenden Sehverlust. Aus einigen Studien ist bekannt, dass Antioxidantien der Entwicklung dieser Augenkrankheit vorbeugen bzw. ihren Verlauf verlangsamen können. Untersucht sind dazu bisher vor allem die Vitamine C, E, A sowie Carotinoide, weniger die Wirkungen von Flavonoiden, pflanzlichen Substanzen aus Obst und Gemüse, von denen bereits viele gesundheitliche Funktionen bekannt sind. Sie haben teilweise auch antioxidative und antientzündliche Wirkungen. Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Blue Mountains Eye Study) untersuchte eine australische Forschergruppe die Beziehungen zwischen der Ernährung und der Aufnahme von Flavonoiden incl. der dazu gehörenden Untergruppen.

 

Flavonoide sind starke Antioxidantien, die in fast allen Obst- und Gemüsesorten vorkommen und das Immunsystem stärken. Einbezogen in die Studie waren seit 1992 rund 2.850 Erwachsene ab dem Alter von 49 Jahren, davon konnten rund 2.000 Personen bis zu 15 Jahren und länger beobachtet werden. Bei allen Teilnehmern wurde die Ernährung mit Hilfe von Befragungen untersucht, daraus wurde die Aufnahme von Flavonoiden eingeschätzt. Besonderes Augenmerk richteten die Forscher auf den Verzehr von stark flavonoidreichen Lebensmitteln, vor allem auf Tee, Äpfel, Rotwein und Orangen, die häufiger konsumiert werden. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem die Gesundheit der Augen in Bezug auf die Makuladegeneration untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass Teilnehmer, die regelmäßig Flavonoide aufgenommen hatten, deutlich besser vor der Entwicklung der Makuladegeneration geschützt waren. Jeder Anstieg bei den Gesamt-Flavonoiden war mit einem geringeren Risiko für diese Augenkrankheit verbunden. Besonders effektiv wirkte dabei Hesperidin, ein Flavonoid, das vor allem in Orangen und Zitronen vorhanden ist. Bei einem höheren Verzehr konnten dadurch vor allem die späten Stadien der Krankheit verringert werden. Teilnehmer, die täglich z.B. eine Orange aßen, konnten ihr Risiko für die fortschreitende Makuladegeneration um 61 % verringern im Vergleich zu denen, die niemals Orangen verzehrten. Auch nur einer Orange pro Woche hatte noch eine gewisse Risikominderung zur Folge. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass Flavonoide zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen können. Das sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Augengesundheit gibt es spezielle Nahrungsergänzungen, die neben wichtigen Vitaminen auch antiooxidative Bioflavonoide, Heidelbeerextrakt sowie Lutein, Lykopin und Zeaxanthin enthalten. Von ihnen ist bekannt, dass sie die Sehkraft besonders gut stärken können.