Eine gute Ernährung kann dazu beitragen, Darmkrebs-Krankheiten zu verringern. In einer großen Meta-Analyse untersuchten Forscher die wichtigsten Faktoren der Ernährung für die Prävention.

 

Eine gute Ernährung kann dazu beitragen, Darmkrebs-Krankheiten zu verringern. In einer großen Meta-Analyse untersuchten Forscher die wichtigsten Faktoren der Ernährung für die Prävention.

 

Der Darmkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebskrankheiten bei Männern und Frauen, Tendenz: weiter steigend. Die Entstehung von Darmkrebs kann sich über mehr als 15 Jahre erstrecken, ein langer Zeitraum, der auch viele Möglichkeiten zur Vorbeugung und Früherkennung bietet. Studien zeigten, dass Untersuchungen zur Früherkennung mit Tests auf okkultes Blut im Stuhl und mit der Koloskopie (Darmspiegelung) die Erkennung von Darmkrebs in einem frühen Stadium ermöglichen und eventuell notwendige Therapien erleichtern können. Generell gehört zur Darmkrebs-Prävention ein gesunder Lebensstil. Dabei ist die Ernährung und eine gute Versorgung mit den darin enthaltenen Mikronährstoffen besonders wichtig, um die Entwicklung von einer gesunden Darmschleimhaut zum Krebsgeschehen möglichst zu hemmen. Das gilt sowohl für das Risiko der allgemeinen Bevölkerung als auch bei einer genetischen Veranlagung, die das Darmkrebs-Risiko erhöhen kann. Eine internationale Forschergruppe wertete rund 80 Meta-Analysen (Interventions- und Beobachtungsstudien) aus den letzten 40 Jahren aus, um die Beziehung vom Darmkrebs zur Ernährung zu klären. Die Studien waren zwar zum Teil sehr heterogen, doch es zeigten sich einige grundlegende Tendenzen.

 

Der regelmäßige und häufigere Verzehr von Obst und Gemüse kann das Darmkrebs-Risiko deutlich senken, das reichte von 8 bis zu 52 %. Die positive Wirkung zeigt sich bei jeder zusätzlichen Portion von 100 Gramm Obst und Gemüse täglich. Die hohe Aufnahme von Ballaststoffen (aus Obst, Gemüse, Getreidewaren) verringert das Darmkrebs-Risiko um 22 bis zu 43 %. Auch Milchprodukte wirken positiv, sie senken das Darmkrebs-Risiko um 13 bis 19 %. Bei den Mikronährstoffen wirkten sich vor allem Magnesium und Folsäure positiv aus. In drei Metaanalysen von Beobachtungsstudien wurde die niedrigste mit der höchsten Magnesiumzufuhr aus Nahrungsquellen oder Nahrungsergänzungen verglichen. Alle drei fanden einen Schutzeffekt für den Darmkrebs, das Risiko wurde bei einer guten Versorgung mit Magnesium von 13 bis zu 22 % gesenkt.

 

Der Effekt wurde beobachtet, wenn mindestens 255 mg Magnesium pro Tag aufgenommen wurden. In drei Metaanalysen wurde auch der Einfluss von Folsäure geprüft. Bei einer guten Versorgung zeigte sich eine Risikosenkung für den Darmkrebs von 12 bis zu 15 %. Ein eher mäßiger Nachweis fand sich für Beta-Carotin und Selen sowie für die Einnahme von Aspirin. Für Tee, Kaffee, Knoblauch, Fisch und Sojaprodukte sind mögliche schützende Wirkungen bisher nicht ausreichend belegt. Hier müssen künftig weitere Studien die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Darmkrebs näher klären.

 

Dieser aktuelle Überblick bestätigte, dass die Vorkommen von Darmkrebs in Verbindung mit der Ernährung und mit einigen Mikronährstoffen stehen. Eine gute Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen, Milchprodukten und eine gute Versorgung mit Magnesium und Folat kann zu einem geringeren Darmkrebs-Risiko beitragen. Der Verzehr von Fleisch und der Konsum von Alkohol waren dagegen in fast allen Meta-Anylasen mit einem erhöhten Darmkrebs-Risiko verbunden. Durch die heterogenen Studien konnten die Forscher jedoch keine genaueren Empfehlungen in Bezug auf Dosierungen und Dauer für einzelne Merkmale der Ernährung angeben. Die Forscher gehen trotz dieser Einschränkungen davon aus, dass die Ergebnisse dieser umfassenden Meta-Analyse zur Prävention von Darmkrebs-Krankheiten beitragen und auch bei der Beratung von Patienten hilfreich sein können.

 

Unser Tipp: Magnesium und Folsäure sind einzeln als auch in Kombinationen in vielen Nahrungsergänzungen verfügbar. Dabei sollte besonders auf gut bioverfügbare Verbindungen geachtet werden.

 

Quelle:
Nicolas Chapelle et al., Recent advances in clinical practice: colorectal cancer chemoprevention in the average-risk population. In: Gut, online 28.9.2020, doi: 10.1136/gutjnl-2020-320990.


Die gute Versorgung mit Zink ist für Frauen bei der Fortpflanzung, für den Verlauf der Schwangerschaft und in der Menopause sehr wichtig.

 

Die gute Versorgung mit Zink ist für Frauen bei der Fortpflanzung, für den Verlauf der Schwangerschaft und in der Menopause sehr wichtig.

 

Zink ist ein essentielles Mikroelement, das viele wichtige Funktionen im Körper erfüllt. Es ist in allen Körpergeweben und -flüssigkeiten, hauptsächlich intrazellulär, vorhanden und hat auch antioxidative Wirkungen. Zink ist an der Regulierung des Zellwachstums, der Hormonausschüttung, an immunologischen Reaktionen und an der Fortpflanzung beteiligt. Die Gesamtmenge von Zink im menschlichen Körper wird auf 2 bis 3 Gramm geschätzt. Ungefähr 0,1 % des Zinkgehalts (d.h. 2-3 mg) müssen täglich zugeführt werden. Der Zinkstatus hängt dabei vom Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und der Ernährung ab. Die Hauptursache für einen Zinkmangel ist aber die unzureichende Aufnahme über die Nahrung. Viele Lebensmittel enthalten Zink, die reichhaltigsten Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Pflanzliche Nahrungsmittel, wie Getreide, Körner, Nüsse und Hülsenfrüchte, enthalten geringere und weniger gut zu verwertende Zinkmengen. Die Bioverfügbarkeit von Zink hängt u.a. von der (chemischen) Zinkform und seiner Löslichkeit ab.

 

Allgemein nimmt die Absorption mit der Aufnahme von Proteinen zu, wobei tierische Proteine die Bioverfügbarkeit von Zink aus pflanzlichen Quellen verbessern. Die Aufnahme kann jedoch durch Phytate gehemmt werden. Sie kommen in vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, binden Zink unlöslich im Darm und stören seine Resorption. Getreide und Hülsenfrüchte (z.B. Reis, Bohnen) enthalten das meiste Phytat. Die Empfehlungen zur täglichen Zinkaufnahme sind entsprechend an die Mengen von Phytaten gebunden. In Deutschland sollten z.B. erwachsene Frauen mit niedrigen Phytat-Aufnahmen täglich 7 mg Zink aufnehmen, bei hohen Phytatwerten werden täglich 10 mg Zink empfohlen. Obwohl täglich rund 10 mg Zink über die Nahrung aufgenommen werden, sind daraus nur etwa 1,5 mg Zink absorbierbar, was vor allem auf Phytate in der Nahrung zurückzuführen ist.

 

Zink ist für das gute Funktionieren der Fortpflanzung sehr wichtig, da die Zellen dieses Systems sich stark differenzieren und vermehren, was mit von der ausreichenden Zinkversorgung abhängt. Zink spielt in der Fortpflanzung beider Geschlechter eine entscheidende Rolle, da es für die Entwicklung der Spermatozoen, den Eisprung, die Befruchtung, eine normale Schwangerschaft, die Entwicklung des Fötus und die Geburt erforderlich ist. Bei Männern sind die Funktionen von Zink in der Fortpflanzung recht gut erforscht. Der Einfluss von Zink auf das Fortpflanzungssystem bei Frauen ist bisher weniger bekannt. Recht gut erforscht sind die Wirkungen von Zink auf den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Fötus. Einige Studien an Tieren weisen darauf hin, dass ein Zinkmangel bei Frauen auch zu Störungen in der Synthese und/oder Sekretion der weiblichen Hormone (follikelstimulierendes und luteinisierendes Hormon) führen könnte. Auch die Entwicklung der Eierstöcke, der Menstruationszyklus und Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft könnten mit Zink verbunden sein.

 

Bisher gibt es dazu jedoch nur einige Fallstudien mit teils widersprüchlichen Ergebnissen. Bei Frauen mit dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) hatten Zinkergänzungen einen positiven Einfluss auf viele Faktoren, vor allem auf diejenigen, die mit einer Insulinresistenz und einer unausgeglichenen Lipid-Balance zusammenhängen. Darüber hinaus gehen verringerte Zinkspiegel bei PCOS mit einer Beeinträchtigung des Hormon-, Lipid- und Glukosestoffwechsels und erhöhten Konzentrationen von Biomarkern für oxidativen Stress einher. Bei der Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation) scheint die Zinkergänzung vor und während jedes Menstruationszyklus ein wichtiger Faktor zu sein, der die Intensität der Menstruationsschmerzen verringert. Bei Morbus Parkinson kann Zink, das in ein bis vier Tagesdosen von 20-30 mg vor und während jedes Menstruationszyklus verabreicht wird, die Intensität der menstruationsbegleitenden Schmerzen verringern. Andere Bereiche sind bisher noch wenig bekannt, das gilt z.B. für die Rolle von Zink bei der Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle) und bei Frauen in der Menopause.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Zink ist sowohl für das männliche als auch für das weibliche Fortpflanzungssystem sehr wichtig. Es spielt eine entscheidende Rolle für das Funktionieren dieses Systems, indem es eine Schutzfunktion, z.B. als Antioxidans, ausübt. Noch sind aber viele dieser Prozesse bei Frauen nicht genügend erforscht. Hier sollten in Zukunft weitere Studien den Einfluss von Zink und seiner Ergänzung auf das weibliche Fortpflanzungssystem klären.

 

Unser Tipp: Zinkergänzungen können sowohl den männlichen als auch den weiblichen Stoffwechsel stärken. Besonders gut bioverfügbar sind dabei organische Verbindungen wie Zinkcitrat, -glukonat und picolinat.

 

Quelle:
Marzenna Nasiadek et al., The Role of Zinc in Selected Female Reproductive System Disorders. In: Nutrients, online 16.8.2019, doi: 10.3390/nu12082464.


Die Ernährung und die ausreichende Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen  kann dazu beitragen, Migräne in ihrer Häufigkeit und Belastung zu verringern.

 

Die Ernährung und die ausreichende Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen kann dazu beitragen, Migräne in ihrer Häufigkeit und Belastung zu verringern.


Die Migräne ist eine chronische neurovaskuläre Erkrankung mit starken Anfällen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit etc., die einige Stunden bis zu wenigen Tagen anhalten können. Man schätzt, dass weltweit etwa 10 bis 20 % der Bevölkerung davon immer wieder einmal betroffen sind. Zur Linderung der Migräne werden häufig Schmerzmittel eingesetzt, die jedoch Nebenwirkungen haben. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören Änderungen in der Ernährung und die ausreichende Aufnahme von einigen Mikronährstoffen. Für Migräne wurden mehrere Auslöser in der Ernährung ermittelt und dazu entsprechende Diäten (Eliminationsdiäten, ketogene Diäten etc.) empfohlen, die bei einigen Patienten wirksam sind. Doch die Ergebnisse sind bisher nicht einheitlich. wenn auch durchaus vielversprechend, wie einige Studien und Reviews zeigen. 

 

In einer Studie prüften italienische Forscher die Wirkung eines HEP-Ernährungsprogramms (Healthy Eating Plate) bei 200 Migräne-Patienten. 12 Wochen vor der Intervention prüfte man bei ihnen die Häufigkeit der Migräne und den Grad der Beschwerden. Dann nahmen die Patienten an Informationen über die HEP-Ernährung teil. Empfohlen wird dabei u.a. eine höhere Aufnahme von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und ein geringerer Verzehr von rotem, verarbeiteten Fleisch. Rund 100 Patienten konnten über 12 Wochen danach weiter beobachtet werden. Bestimmt wurde die Häufigkeit von Migräneanfällen und die damit verbundenen Beschwerden. Mit einem HEP-Score wurde außerdem die Einhaltung der Ernährungsempfehlungen geprüft. Patienten, die diese Ernährung befolgten, konnten ihre Migräne um mindestens 30 % verringern, das galt für die Intensität der Kopfschmerzen und der Beschwerden. Vorteilhaft wirkte sich besonders der geringere Verzehr von rotem, verarbeiteten Fleisch und Kohlenhydraten aus. Das galt im Vergleich zu den Patienten, die sich nur wenig oder gar nicht an die HEP-Empfehlungen hielten. Analysen bestätigten, dass der Anstieg des HEP-Scores und die Abnahme von Kohlenhydraten mit einer geringeren Anzahl von Migränetagen pro Monat verbunden waren.

 

In Bezug auf die Wirkungen von Mikronährstoffen auf die Migräne zeigten bisher die B-Vitamine B2, B6 und Folat sowie Magnesium Einflüsse auf die Beschwerden. Auch Zink könnte mit seinen antioxidativen, entzündungshemmenden Eigenschaften bei Migräne wirksam sein, wie einige Beobachtungsstudien zeigten. Ein schwerer Zinkmangel kann zu neurologischen Störungen wie Aufmerksamkeitsschwächen, Lethargie, Gedächtnisproblemen und Lernschwierigkeiten führen. Es hat sich auch gezeigt, dass niedrige Zinkwerte mit Migräneanfällen verbunden sind. Angesichts des entzündlichen Charakters der Migräne und der Beziehung zum oxidativen Stress könnte Zink einen günstigen Einfluss auf Migräne haben. Eine Gruppe iranischer Forscher prüfte, ob Zinkgaben die Migräne verringern können. An der (klinischen) Studie nahmen 80 Migräne-Patienten teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nahm acht Wochen lang täglich hoch dosiertes Zink ein (220 mg Zinksulfat), die andere nahm zum Vergleich ein Placebo. Bestimmt wurden zu Beginn und am Ende der Studie die Zinkwerte und das Ausmaß von Migräneanfällen, das betraf die Schwere der Kopfschmerzen sowie deren Häufigkeit und Dauer. Die Zinkergänzungen senkten die Häufigkeit der Migräne und die Schwere der Kopfschmerzen. Die Ergebnisse waren jedoch nach der Einbeziehung anderer (Stör-)Faktoren nicht mehr signifikant. Die Forscher schlagen vor, Zinkgaben bei Migräne über eine längere Zeit weiter zu untersuchen.

 

Unser Tipp: B-Vitamine und die Mineralien Magnesium und Zink werden sowohl einzeln als auch in bewährten Kombinationen als Nahrungsergänzung angeboten. Bei Zink spielt auch die Verbindung eine Rolle, organische Verbindungen wie Zinkcitrat, -glukonat und -picolinat werden vom Körper meist besser aufgenommen.

 

Quellen
- Parisa Gazerani, Migraine and diet. In: Nutrients, online 3.6.2020, doi: 10.3390/nu12061658.
- Claudia Altamira et al., The Healthy Eating Plate Advice for Migraine Prevention: An Interventional Study. In: Nutrients, online 28.5.2020, doi: 10.3390/nu12061579.
- Hedieh Ahmadi et al., Zinc supplementation affects favourably the frequency of migraine attacks: a double-blind randomised placebo-controlled clinical trial, In: Nutrition Journal, online 14.9.2020, doi: 10.1186/s12937-020-00618-9.


Resveratrol verbessert kognitive Leistungen bei älteren Frauen

 

Die Menopause und das Altern tragen bei Frauen zu Dysfunktionen in den Blutgefäßen bei. Das belastet die Durchblutung des Gehirns und beschleunigt kognitive Abbauprozesse. Resveratrol kann dazu beitragen, die kognitiven Leistungen und den Blutkreislauf im Gehirn zu verbessern.

 

Durch den Eintritt der Menopause sinken bei Frauen die Östrogenwerte. Das weibliche Hormon ist u.a. für die Knochengesundheit, das Herz-Kreislauf-System und die kognitiven Leistungen wichtig. Daher kann der Verlust von Östrogen in der Menopause altersbedingte kognitive Beeinträchtigungen beschleunigen und das Risiko für kardio- und zerebrovaskuläre Erkrankungen erhöhen. Resveratrol ist ein pflanzliches Östrogen mit stark antioxidativen Eigenschaften und wirkt auch positiv auf die Gefäße ein. In einigen Studien zeigte sich, dass Resveratrol die Funktionen des Endothels (Wände in den Blutgefäßen) verbessern. Dadurch könnten auch die Durchblutung des Gehirns und die kognitiven Funktionen gefördert werden. Eine Gruppe von australischen Forschern überprüfte dies in einer Studie.

 

Einbezogen waren 125 Frauen in der Menopause ab 45 Jahren. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten zweimal täglich für ein Jahr 75 mg Resveratrol oder zum Vergleich ein Placebo. Nach einem Jahr fanden eine Reihe von kognitiven und medizinischen Tests statt. Bestimmt wurden die zerebrovaskulären Funktionen im Gehirn, kardiometabolische Marker und die Resveratrol-Werte. Dann wurden die Gruppen für ein weiteres Jahr getauscht. Am Schluss der Studie hatte also jede Teilnehmerin ein Jahr lang Resveratrol und ein Jahr ein Placebo eingenommen. Alle kognitiven und medizinischen Tests wurden noch einmal durchgeführt. Mit Resveratrol verbesserten sich die allgemeinen kognitiven Leistungen der Frauen um 33 %.

 

Das verbale Gedächtnis verbesserte sich bei älteren Frauen ab 65 Jahren mit Resveratrol deutlich im Vergleich zu Jüngeren, die nur das Placebo eingenommen hatten. Mit Resveratrol verbesserten sich weiter die zerebrovaskulären Funktionen im Gehirn sowie das Nüchtern-Insulin und die Insulinresistenz. Die Frauen berichteten dazu über ihre Erfahrungen, mit Resveratrol hatten sich ihr Gedächtnis, ihre Stimmungen und ihre Lebensqualität verbessert. 88 % der Teilnehmerinnen wollten nach diesen Ergebnissen Resveratrol auch weiterhin einnehmen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die regelmäßige Ergänzung von Resveratrol mit einer relativ niedrigen Dosierung kann die kognitiven Leistungen fördern und die Insulin-Sensitivität bei Frauen in der Menopause verbessern. Das kann dazu beitragen, den altersbedingten Abbau der kognitiven Leistungen zu verlangsamen. Vor allem ältere Frauen könnten von regelmäßigen Ergänzungen mit Resveratrol profitieren. In weiteren Studien sollten diese Beziehungen untersucht werden. Dabei könnte sich auch zeigen, ob regelmäßige Ergänzungen z.B. auch das Risiko für Demenz-Krankheiten beeinflussen könnten.

 

Unser Tipp: Resveratrol ist in vielen Früchten und im Rotwein sowie in einer Reihe von Pflanzen enthalten. In Nahrungsergänzungen wird es meist als Trans-Resveratrol in seiner stabileren Form (im Vergleich zu Cis-Transveratrol) angeboten.

 

Quelle:
Jay Jay Thaung Zaw et al., Long-term effects of resveratrol on cognition, cerebrovascular function and cardio-metabolic markers in postmenopausal women: A 24-month random-ised, double-blind, placebo-controlled crossover study. In: Clinical Nutrition, online 27.8.2020, doi: 10.1016/j.clnu.2020.08.025.


egane Ernährung kontra Mischkost bei Makro- und Mikronährstoffen

 

Die pflanzliche Kost gilt als sehr gesund. Der Blick auf die Details zeigt im Vergleich zur Mischkost bessere Werte bei einigen Nährstoffen, aber auch einige Defizite, auf die geachtet werden sollte.

 

Das Interesse an der veganen Ernährung steigt in Deutschland weiter an. Man schätzt, dass sich rund 6 Millionen Menschen vegetarisch und etwa eine Million mit dem strikten Verzicht auf Milch- und Eiprodukte vegan ernähren. Allgemein wird eine pflanzliche Ernährung als gesünder eingestuft. Sie verringert z.B. das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Krebs und gilt auch unter Umwelt- und Klima-Aspekten als günstig. Bei der veganen Ernährung ist jedoch die Versorgung mit einer Reihe von Mikronährstoffen kritisch, die in Pflanzen nur sehr gering vorkommen. Das gilt vor allem für die Vitamine B12, B2 und D, aber auch für essenzielle Aminosäuren, die Omega-3-Fettsäuren und für die Mineralien Kalzium, Eisen, Jod, Zink und Selen. Bisher gibt es dazu jedoch in Deutschland keine Untersuchungen. Im Rahmen der Studie „Risiken und Vorteile einer veganen Ernährung“ wurden 36 Veganer mit 36 Mischköstlern aus dem Berliner Raum verglichen. Die Teilnehmer waren 30 bis 57 Jahre alt, je zur Hälfte Männer und Frauen sowie normal- bis leicht übergewichtig. 2017 wurde ihre Ernährung mit einem 3-Tage-Protokoll genau erfasst und daraus die Aufnahme von Makro- und Mikronährstoffen berechnet. Weiter wurden die Körpermaße sowie im Blut und Urin wichtige Parameter für die Gesundheit und Ernährung bestimmt.

Die Energieaufnahme war in beiden Gruppen fast gleich, doch die Veganer nahmen deutlich mehr Ballaststoffe auf. Sie kamen auch auf bessere Werte im Gesamt-Cholesterin und beim „schlechten“ LDL-Cholesterin. Bei der Versorgung mit Mikronährstoffen zeigten sich deutliche Unterschiede. Veganer waren besser mit den Vitaminen E, K und Folat sowie mit Eisen versorgt. Dagegen waren ihre Werte der Vitamine B12 und D sowie von Jod sehr gering. Zu gering waren sie auch mit den Vitaminen B2, Niacin, E und A sowie mit den Mineralien Phosphor und Zink versorgt, auch der Anteil von Selenoproteinen war eher gering. Vitamin B2 kommt in höheren Mengen in tierischen Produkten vor, zudem ist die Resorption aus pflanzlichen Lebensmitteln niedriger. Vitamin D wird hauptsächlich über die endogene Synthese bei Sonnenexposition aufgenommen, nur ein geringer Anteil wird über die Ernährung gedeckt.

 

Da Vitamin D vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, war die geringere Vitamin-D-Aufnahme bei den Veganern nicht überraschend. Interessant war, dass sich zwischen Veganern und Mischköstlern kaum Unterschiede beim Vitamin B12 zeigten. Veganern ist die schlechte Versorgung mit Vitamin B12 aus pflanzlicher Kost bekannt, sie gleichen dieses Defizit daher häufig mit Nahrungsergänzungen aus. Nahezu alle Veganer hatten in den letzten Wochen vor der Studie Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, das war nur bei einem Drittel der Mischköstler der Fall. Auch die Versorgung mit Vitamin D war durch Nahrungsergänzungen verbessert.

 

Die Bedeutung der Untersuchung von Biomarkern wurde besonders bei der Beurteilung der Eisenversorgung deutlich. Die Eisenquelle, aber auch die gleichzeitige Aufnahme bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe oder von Vitamin C können die Bioverfügbarkeit von Eisen stark beeinflussen. Zweiwertiges Häm-Eisen aus tierischen Produkten kann zwei- bis dreimal besser aufgenommen werden als das dreiwertige Eisen, das in Pflanzen vorkommt. Vitamin C fördert die Resorption von Eisen. Die Aufnahme von Eisen sinkt durch die gleichzeitige Aufnahme von Phytinsäure, z. B. über Hülsenfrüchte und Getreide, oder von Polyphenolen, z.B. im Tee oder Kaffee. Ein Eisenmangel gehört daher zu den typischen Risiken bei der veganen bzw. pflanzlichen Ernährung. Weiter gilt Parathormon als wichtiger Parameter für den Kalzium-, Phosphat- und Vitamin-D-Stoffwechsel. 10 Veganer und 3 Mischköstler zeigten hier erhöhte bzw. ungünstige Werte. Auch Jod wird aus der veganen Ernährung nur wenig aufgenommen. Die Ergänzung kann daher empfehlenswert sein. Die geringen Werte von Selenoprotein zeigen, dass Veganer im Vergleich zu den Mischköstlern oft auch mit Selen schlechter versorgt sind.

 

Die Mediziner ziehen das Fazit, dass die beiden Gruppen sich trotz der unterschiedlichen Bevorzugung von rein veganer und gemischter Kost in ihren Charakteristika des Lebensstils nicht wesentlich unterschieden. Im Detail zeigten sich einige Unterschiede in der Versorgung sowohl bei den Makro- als auch bei den Mikronährstoffen zwischen beiden Gruppen, aber auch bei einzelnen Teilnehmern. Bei der veganen Ernährung ist vor allem die Aufnahme von Vitamin B12 und Jod kritisch. Die Versorgung sollte kontrolliert und bei Bedarf mit Ergänzungen verbessert werden.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 und Jod sind einzeln in verschiedenen Formen erhältlich. Sie sind z.B. in flüssiger Form sehr gut bioverfügbar. Je nach Bedarf gibt es verschiedene Kombinationen von Mikronährstoffen, um Defizite auszugleichen.

 

Quelle:
Cornelia Weikert et al., Versorgungsstatus mit Vitaminen und Mineralstoffen bei veganer Ernährungsweise. In: Deutsches Ärzteblatt Int 2020, 117; S. 575-82, doi: 10.3238/arztebl.2020.0575.


Multivitamine in der Schwangerschaft stärken Mutter und Kind

 

Schwangere Frauen benötigen mehr Mikronährstoffe, um ihren Stoffwechsel zu stärken und die Entwicklung des Fötus zu unterstützen. In einer Studie wirkten sich Ergänzungen mit Vitaminen, Mineralstoffen und der DHA positiv aus.

 

Während der Energiebedarf in der Schwangerschaft recht gering ansteigt, besteht jedoch ein erhöhter Bedarf an vielen Mikronährstoffen, um den mütterlichen Stoffwechsel aufrechtzuerhalten und die Entwicklung des Fötus zu fördern. Eine schlechte Ernährung mit Defiziten an Makro- und Mikronährstoffen kann sich negativ auf die Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes auswirken. Damit verbunden ist ein erhöhtes Risiko für Neuralrohrdefekte (Fehlbildung), Präeklampsie (Schwangerschaftshypertonie), Fehlgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht. Die gute Versorgung mit Mikronährstoffen wie Folsäure und andere B-Vitamine, die Vitamine C und D sowie den Mineralien Kalzium, Kupfer, Magnesium, Jod, Selen, Zink und Eisen spielen in allen Phasen der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Auch die Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) ist für die Entwicklung der neuronalen und visuellen Funktionen und die Immunmodulation des Fötus unerlässlich. Ist genügend DHA vorhanden, reichert sie sich rasch im sich entwickelnden Gehirn und Zentralnervensystem des Fötus an. Obwohl auch in den Industrieländern Defizite an einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen bekannt sind, wird schwangeren Frauen bisher meist nur die Ergänzung von Folsäure und Vitamin D oder Eisen empfohlen. Eine Gruppe italienischer Forscher führte nun eine Studie durch, in der bei schwangeren Frauen die Wirkung wichtiger Mikronährstoffe untersucht wurde.

 

An der Studie nahmen 141 schwangere Frauen im Alter von 18 bis zu 42 Jahren ab der 13. bis 15. Schwangerschaftswoche teil. Zuvor hatten sie außer einer täglichen Dosis von 400 mcg Folsäure keine Nahrungsergänzungen eingenommen und einen normalen Schwangerschaftsverlauf. Die Frauen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nahm bis zur Geburt täglich eine Nahrungsergänzung mit 12 Vitaminen, 6 Mineralien und 200 mg DHA ein, die andere Gruppe nahm zur Kontrolle keine Nahrungsergänzungen. Bis zur Geburt wurden die Ernährung der Frauen und wichtige Biomarker sowie die Entwicklung der Kinder untersucht. Die Ergänzung mit Mikronährstoffen im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft wurde von den Frauen gut vertragen. Sie führte zu einem signifikanten Anstieg der DHA in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und zu besseren Werten im Omega-3-Index. Auch die Vitamin D-Werte verbesserten sich durch die Ergänzungen deutlich. Bei den Kindern wurde außerdem eine signifikant größere Hautfaltendicke (im Schulterbereich) beobachtet.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Erstmals wurde in einer Studie zur Ergänzung von wichtigen Vitaminen, Mineralien und der Omega-3-Fettsäure DHA in der Schwangerschaft gezeigt, dass sich wichtige Parameter im Stoffwechsel von Mutter und Kind verbessern lassen. Die gute Versorgung der werdenden Mütter mit Mikronährstoffen kann dazu beitragen, das Risiko für Komplikationen zu senken. Die Aufnahme an Mikronährstoffen ist bei schwangeren Frauen jedoch selbst in den Industrieländern, in denen Nahrungsressourcen leichter verfügbar sind, oft unzureichend. Die routinemäßige Einnahme von Multi-Mikronährstoffen wird in der Schwangerschaft bisher meist nicht empfohlen, trotz der Vorteile für klinische Ergebnisse. Neben der Aufnahme von Folsäure und Vitamin D sollte z.B. auch auf die Zufuhr von Jod, Eisen und Omega-3-Fettsäuren besonders geachtet werden. Das gilt besonders für die essentielle Rolle der DHA für die Gehirn-Entwicklung des Fötus und für das Immunsystem. Da diese Studie relativ klein war, sollten diese Beziehungen künftig in größeren Studien weiter untersucht werden.

 

Unser Tipp: Folsäure und Vitamin D sind in sehr gut bioverfügbaren Formen erhältlich. Zur Stärkung des weiblichen Stoffwechsels gibt es eine Reihe von unterstützenden Kombinationen von Mikronährstoffen. Schwangere Frauen sollten sich vor der Einnahme beraten lassen.

 

Quelle
Maddalena Massari et al., Multiple Micronutrients and Docosahexaenoic Acid Supple-mentation during Pregnancy: A Randomized Controlled Study. In: Nutrients, online 13.8.2020, doi: 10.3390/nu12082432.


Bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten das Osteoporose-Risiko mit Mikronährstoffen senken

 

Entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können zur Osteoporose beitragen. Die damit verbundene geringe Knochenmineraldichte kann das Risiko für Knochenbrüche erhöhen. Eine Reihe von Mikronährstoffen kann dieses Risiko verringern.

 

Die Ernährung von Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten erweist sich oft als unzureichend, was sich auch auf die Knochenmasse auswirkt und zu Osteopenie (verringerte Knochendichte), Osteoporose und Knochenbrüchen führt. Einige Studien zeigten, dass die Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen, von Vitaminen und Mineralien etc., bei Patienten mit chronischen Darmkrankheiten oftmals unter den empfohlenen Werten liegt. Das gilt ganz besonders in den aktiven Krankheitsphasen. Kalzium und Vitamin D sind die am häufigsten diskutierten Nährstoffe im Hinblick auf die Knochenmineraldichte. Darüber hinaus sind auch die Vitamine A, K, C, B12 und Folsäure sowie die Mineralien Phosphor, Magnesium, Natrium, Zink, Kupfer und Selen an der Bildung der Knochenmasse beteiligt. Diese Mikronährstoffe werden bei chronischen Darmkrankheiten oft entweder nicht genügend aufgenommen oder ihre Aufnahme bzw. Verwertung ist beeinträchtigt. Beides kann zu einem Mangel an für das Knochensystem wichtigen Mikronährstoffen führen und das Risiko für Osteoporose erhöhen.

 

Ein wichtiger Risikofaktor bei entzündlichen Darmkrankheiten kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Kortikosteroide können bei längerer Anwendung mit Nebenwirkungen verbunden sein, die das Knochengewebe betreffen. Sie erhöhen die Vernichtung von Zellen (Apoptose), vermindern die Bildung von Osteoblasten (knochenbildende Zellen) und fördern die Genese von Osteoklasten (resorbieren die Knochensubstanz). Sie können auch den Kalziumhaushalt mit einer geringeren Absorption von Kalzium im Darm und in den Nieren sowie das neuroendokrine System (Bildung von Neurohormonen) beeinflussen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass nach dem ersten Jahr der Steroidtherapie die Knochenmasse um etwa 12 % und im folgenden Jahr um 2-3 % pro Jahr abnehmen kann. Darüber hinaus kann sich die Muskelmasse verringern, was das Risiko für Frakturen weiter erhöht. Um einer steroidbedingten Osteoporose vorzubeugen, sollte daher die Knochenmineraldichte vor und nach jedem Jahr der Behandlung geprüft werden.

 

Bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten sollte die Vitamin-D-Konzentration routinemäßig untersucht werden, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. Ergänzungs-Dosen sollten individuell nach Bedarf festgelegt werden. Die meisten Patienten benötigen auch eine Kalziumergänzung (meist 1000-1500 mg/Tag). Essen die Patienten relativ wenig Obst und Gemüse, kann die Ergänzung von Vitamin C sinnvoll sein. Bei hohen Homocystein-Werten kann die Ergänzung von Vitamin B12- und Folsäure in Betracht gezogen werden, da dies mit einer niedrigen Knochenmineraldichte verbunden ist. Weitere wichtige oder notwendige Mikronährstoffe können individuell empfehlenswert sein, die Auswahl und Dosierung sollte nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.

 

Neben Vitaminen und Mineralien können auch Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) für Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten vorteilhaft sein. Sie sind u.a. in Kräutern, Obst und Gemüse enthalten, können aber auch als Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Polyphenole wirken antioxidativ und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, die auch den Verlauf von entzündlichen Darmkrankheiten beeinflussen können. Sie können zum Schutz vor oxidativem Stress und Entzündungen beitragen. Darüber hinaus sind Polyphenole wichtige Elemente in der Osteoporose-Prävention. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Polyphenolen. z.B. Olivenöl, Soja, Tee, Obst und Gemüse, tragen vermutlich zum Schutz vor der Osteoporose bei.

 

Unser Tipp: Vitamin D und Kalzium stehen in vielen, sehr gut bioverfügbaren Formen, einzeln und kombiniert, zur Verfügung. Spezielle Mikronährstoff-Formeln gibt es z.B. auch für die Osteoporose.

 

Quelle:
Alicja Ewa Ratajczak et al., Nutrients in the Prevention of Osteoporosis in Patients with Inflammatory Bowel Diseases. In: Nutrients, online 6.6.2020, doi: 10.3390/nu12061702.


 Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.

 

Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.

Müdigkeit ist ein normales Gefühl, das nach körperlicher oder geistiger Erschöpfung durch Aktivitäten zur körperlichen Erholung dient. Häufig wird Müdigkeit jedoch nicht genügend durch Ruhephasen aufgelöst, sondern durch schlechte Gewohnheiten noch verstärkt. Halten Müdigkeitsgefühle über längere Zeit an, so kann dies in schwereren Fällen zum chronischen Müdigkeitssyndrom führen. Diese Krankheit führt zu einer tiefgreifenden Erschöpfung und behindert alltägliche Aktivitäten. Die Diagnose wird gestellt, wenn die Erschöpfung mindestens 6 Monate lang ohne Linderung anhält und durch gewöhnliche Ruhephasen nicht gemildert wird. Es gibt einige Hinweise darauf, dass bei dieser Krankheit oxidative Prozesse eine Rolle spielen.

 

Bei anhaltender Müdigkeit werden Zellen und Gewebe durch reaktive Sauerstoffspezies geschädigt, die bei übermäßiger Aktivität entstehen. Die Erholung tritt ein, wenn dieser Schaden adäquat repariert wird. Besteht der Schaden jedoch aufgrund des Mangels an Energie für die Erholung weiter fort, wird eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Dies kann zu Unwohlsein und Fieber sowie in der Folge zu chronischer Müdigkeit führen. Entsprechend sind Antioxidantien, die Schäden durch oxidativen Stress hemmen, und Substanzen, die die Energieproduktion anregen, wirksam gegen Müdigkeit. Antioxidantien können die Energieproduktion (ATP) der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) erhöhen und auf diese Weise einen Anti-Ermüdungseffekt erzeugen. Dies kann sich vermutlich auch auf viele andere Effekte im Körper auswirken, z.B. auf verbesserte Herzfunktionen und mit entzündungshemmenden Wirkungen auf die blutbildenden Zellen. Zu den wirksamen Antioxidantien gehört Ubichinol, die aktive, reduzierte Form des Coenzyms Q10, mit einer besseren Bioverfügbarkeit und hoher antioxidativer Wirkung.

 

Coenzym Q10 ist in einigen Nahrungsmitteln (z.B. in Fleisch) enthalten, kann aber auch vom Menschen selbst gebildet werden, doch der Gehalt im Körper nimmt mit dem Alter ab. Auch bei der Einnahme von Statinen, die den Cholesterinspiegel im Blut senken, wird Coenzym Q10 verringert. Defizite können sich auf Müdigkeits-Zustände auswirken. Eine Gruppe japanischer Forschern prüfte daher in einer Studie, ob die Ergänzung von Ubichinol eine bereits länger anhaltende Müdigkeit verringern kann.

 

Einbezogen in die kleine Studie waren 62 Personen (Mitte 30 bis 50 Jahre), die seit wenigstens einem Monat und längstens seit sechs Monaten unter anhaltender Müdigkeit litten, Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt 12 Wochen lang täglich 100 mg Ubichinol, die andere Gruppe erhielt für die gleiche Zeit täglich mit 150 mg Ubichinol eine etwas höhere Dosis, und die dritte Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo. Zu Beginn der Studie und dann alle vier Wochen wurde die subjektiv empfundene und die objektiv getestete Müdigkeit der Teilnehmer bestimmt. Geprüft wurden auch die Veränderungen in den Serum-Ubichinol-Werten, in den autonomen Nervenfunktionen, im oxidativen Stress und in der antioxidativen Aktivität sowie die Reaktionszeit und Ergebnisse der Teilnehmer in kognitiven Tests. Die Teilnehmer berichteten außerdem über ihre subjektiven Empfindungen von Müdigkeit, Erschöpfung und depressiven Stimmungen.

 

In den beiden Ubichinol-Gruppen stiegen die Serumspiegel nach vier Wochen um das Drei- bis Vierfache an und blieben im Vergleich zum Placebo in der gesamten Studienzeit signifikant höher. Kleine Unterschiede zwischen der höheren und geringeren Ubichinol-Dosis waren dabei relativ gering (nicht signifikant). Mit den Ubichinol-Gaben verbesserte sich in beiden Gruppen die Empfindung der subjektiven Müdig- und Schläfrigkeit nach kognitiven Tests besser als in der Placebo-Gruppe. Bei der höheren Ubichinol-Dosierung zeigte sich im Vergleich zum Placebo eine signifikante Verbesserung im subjektiven Grad der Entspannung nach Test-Aufgaben sowie in der Schläfrigkeit sowie in der Motivation, die Aufgaben zu lösen. Außerdem verbesserten sich die Ubichinol-Serumspiegel bei oxidativem Stress.

 

Für die Forscher legen diese Ergebnisse nahe, dass Ubichinol die Lebensqualität bei Personen mit leichter Müdigkeit verbessern kann. Es kann die kognitiven Funktionen fördern, um Aufgaben zu lösen und die Müdig- und Schläfrigkeit nach solchen Belastungen verringern. Gleichzeitig hat Ubichinol eine entspannende Wirkung und kann den oxidativen Stress, der bei Müdigkeit und Erschöpfung entsteht, senken.

 

Unser Tipp: Ubichinol ist die aktive, reduzierte Form des Coenzym Q10, mit klaren Vorteilen. Es ist im Körper besser bioverfügbar und hat direkte antioxidative Wirkungen.

 

Quelle:
Kel Mizuno et al., Ubiquinol-10 Intake Is Effective in Relieving Mild Fatigue in Healthy Individuals. In: Nutrients, online am 2.6.2020, doi: 10.3390/nu12061640.


 

Ältere Menschen, die täglich Multivitamine und -mineralien ergänzen, z.B. Vitamin C und Zink, hatten bei Krankheiten geringere Beschwerden.

Wenn Menschen älter werden, steigt das Risiko für Defizite an Mikronährstoffen, an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, an. Nach Schätzungen fehlt etwa jedem dritten Älteren in Europa, Kanada und den USA wenigstens ein Mikronährstoff in ausreichender Versorgung. Oft fehlt es jedoch an mehreren Substanzen, die unzureichend sind. Das kann zu einem beeinträchtigten Immunsystem führen. Typisch sind dann z.B. das häufigere Auftreten von Entzündungen, von denen manche auch unbemerkt verlaufen. Es kommt weiter zu geringeren Funktionen der T-Lymphozyten (Gruppe der weißen Blutzellen), die wichtige Aufgaben im Immunsystem erfüllen. Da viele Mikronährstoffe das Immunsystem unterstützen, könnten ältere Menschen von Multivitamin- und Mineralien-Ergänzungen profitieren. Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Multivitamin- und Mineralstoff-Ergänzungen die Immunfunktionen bei Menschen ab etwa 55 Jahren verbessern könnten. Dies prüften Forscher vom Linus Pauling Institute der Oregon State University in den USA in einer kleinen Studie.

 

Einbezogen waren 42 gesunde Teilnehmer im Alter von 55 bis zu 75 Jahren. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten 12 Wochen lang täglich entweder Ergänzungen mit Vitaminen und Mineralien oder ein Placebo. Im Multipräparat waren einige der Mikronährstoffe enthalten, die das Immunsystem stärken. Dazu gehörten die Vitamine A, D, E, B6, Folsäure, B12 und C sowie die Mineralien Eisen, Kupfer, Zink und Selen. Die Forscher untersuchten, ob die Gabe dieser Mikronährstoffe einige Indikatoren des Immunsystems beeinflussen konnte. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden bei den Teilnehmern der Blutmineral- und Vitaminstatus (Vitamin C, D und Zink) bestimmt. In den Blutwerten verbesserten sich vor allem die Werte von Vitamin C und Zink. Getestet wurden weiter die Immunfunktionen (z.B. die bakterientötende Aktivität des Blutes, reaktive Sauerstoffspezies etc.) bzw. der Immunstatus. Dabei zeigten sich jedoch keine statistisch signifikanten Veränderungen. In den Berichten der Teilnehmer über ihren Gesundheitszustand zeigte sich jedoch ein wichtiger Unterschied. Die Anzahl der Patienten mit Krankheitssymptomen in den drei Monaten war in beiden Gruppen gleich. Doch mit der Aufnahme von Mikronährstoffen waren die Teilnehmer im Durchschnitt nur drei Tage krank im Vergleich zu sechs Tagen in der Placebo-Gruppe. Auch ihre Krankheitssymptome waren mit Vitaminen und Mineralien deutlich geringer.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzung von Vitaminen und Mineralien verbesserte den Vitamin C- und Zinkstatus im Blut und allgemein den Gesundheitszustand. Das deutet darauf hin, dass gesunde ältere Erwachsene von Ergänzungen mit Mikronährstoffen, mit Vitaminen und Mineralien, profitieren könnten. Die regelmäßige Aufnahme solcher Ergänzungspräparate könnte das Immunsystem von älteren Menschen stärken. Dies sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Immunsystems gibt es bewährte Mikronährstoff-Formeln mit Vitaminen und Mineralien etc. Sie können die Funktionen des Immunsystems gut unterstützen und stärken.

 

Quelle
Mary L. Fantacone et al., The Effect of a Multivitamin and Mineral Supplement on Immune Function in Healthy Older Adults. A Double-Blind, Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients, online 14.8.2020, doi: 10.3390/nu12082447.


Lutein − gut für die Augen


Lutein ist ein Carotinoid, das besonders für die gesunden Augenfunktionen sehr wichtig ist. Es kann dazu beitragen, die altersbedingte Makuladegeneration, vor allem in den frühen Stadien, zu verlangsamen.


Ein Team von chinesischen und US-amerikanischen Forschern stellte in einer Übersicht die aktuellen Kenntnisse zu Lutein und seinen Beziehungen zu Augenkrankheiten vor. Lutein gehört zu den Carotinoiden und kann im Körper nicht selbst hergestellt werden. Es muss aus der Nahrung aufgenommen werden und ist vor allem im Eigelb und im dunkelgrünen Blattgemüse, z.B. im Grünkohl, Spinat, Brokkoli sowie in einigen Obstsorten wie Nektarinen, Pfirsich und Orangen enthalten. Lutein hat Eigenschaften, die für die gesunden Augenfunktionen sehr wichtig sind. Es wirkt antioxidativ und entzündungshemmend und kann Schäden durch freie Radikale verringern. Das ist für die Netzhaut sehr wichtig, weil sie für Radikalen-Schäden besonders anfällig ist. Lutein ist auch ein guter Filter für schädliches Blaulicht und darin deutlich effektiver als andere Carotinoide. Lutein ist im Auge vor allem in der Makula (Gelber Fleck) hoch konzentriert zu finden.


Sie liegt im hinteren Teil des Auges in der zentralen Netzhaut (Retina) und ist für die Sehschärfe und das zentrale Sehen verantwortlich. Neben Lutein gibt es dort zwei weitere Carotinoide, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin, die beide von Lutein abhängig sind (als Stereoisomer und Metabolit). Sie bilden zusammen das retinale Makulapigment, das für die optimale Sehleistung notwendig ist. Mit zunehmendem Alter wird die Makula anfälliger für sich allmählich entwickelnde degenerative Veränderungen. Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) kann entstehen. Sie kann zu einem Verlust des zentralen Sehens führen, wobei das periphere Gesichtsfeld erhalten bleibt, die Krankheit kann bis zur Blindheit führen. Die AMD wird in zwei Formen und verschiedene Stadien eingeteilt, eine schreitet recht schnell voran (neovaskuläre AMD), eine andere entwickelt sich sehr langsam über Jahre und Jahrzehnte hinweg (atrophische AMD).


Für die atrophische Makuladegeneration gibt es bisher keine wirksamen Medikamente. Eine Option ist daher die Ergänzung von Antioxidantien, Multivitaminen und Mineralien mit der sogenannten AREDS2-Formel (Age-Related Eye Disease Study2) in der, neben den Vitaminen C und E, den Mineralien Zink und Kupfer, den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA, auch Lutein und Zeaxanthin als wesentliche Bestandteile enthalten sind. Über die Ernährung werden täglich oft nur etwa 1 bis 2 mg Lutein aufgenommen, das ist für den Bedarf bei Augenkrankheiten zu wenig. Studien zeigten, dass Lutein stark mit dem Risiko für die Makuladegeneration verbunden ist. Das gilt besonders für die sich langsam entwickelnde atrophische Form und die Vorstufe mit der Entwicklung von Drusen (Ablagerungen in der Netzhaut), aber auch in geringerem Maß für die neovaskuläre AMD.


Eine australische Studie zeigte, dass Personen mit den höchsten Aufnahmen von Lutein und Zeaxanthin deutlich seltener an der neovaskulären AMD erkrankten im Vergleich zu Personen, die beide Carotinoide nur in niedrigen Mengen aufgenommen hatten. Hinzu kommt, dass sich Lutein bei stark übergewichtigen Menschen auch im Fettgewebe ansiedeln kann. Dies kann zur Senkung des Luteinspiegels in der Netzhaut führen und damit das Risiko für Augenkrankheiten erhöhen. Generell kann Lutein die AMD nicht heilen, jedoch dazu beitragen, den Krankheitsprozess zu verlangsamen. Lutein wirkt möglicherweise auch auf andere Augenkrankheiten ein, dazu gehören die diabetische Retinopathie und die Myopie (Kurzsichtigkeit). Lutein kommt auch in der Linse vor und kann sie vor altersbedingten Augenkrankheiten wie dem Grauen Star schützen. Hier sind künftig weitere Forschungen nötig, um die Beziehungen von Lutein genauer zu erforschen.


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Unser Tipp: Für die Stärkung der Augengesundheit und die Unterstützung bei Augenkrankheiten, besonders der altersbedingten Makuladegeneration, stehen verschiedene Formeln zur Verfügung, z.B. Mischungen von Carotinoiden (u.a. mit Lutein und Zeaxanthin), Nährstoff-Kombinationen laut der AREDS-2-Formel (von 2012) und weitere spezielle Augenformeln.


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Quelle:
Long Hin Li et al., Lutein Supplementation for Eye Diseases. In: Nutrients, online 9.6.2020, doi: 10.3390/nu12061721.