Vitamine können die Gesundheit im Darm beeinflussen und unterstützen. Eine Gruppe von Forschern aus der Schweiz und den Niederlanden stellte die aktuellen Kenntnisse über die Wirkungen von Vitaminen auf das Mikrobiom im Darm und die gastrointestinale Gesundheit vor.

 

Vitamine können die Gesundheit im Darm beeinflussen und unterstützen. Eine Gruppe von Forschern aus der Schweiz und den Niederlanden stellte die aktuellen Kenntnisse über die Wirkungen von Vitaminen auf das Mikrobiom im Darm und die gastrointestinale Gesundheit vor.

 

Die Gesundheit im Magen-Darm-System ist sehr komplex, dazu gehören die normalen Funktionen des Immunsystems, die Darmbarriere, das neuroendokrine und motorische System sowie die Verdauung. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Mikrobiom im Darm, die Gemeinschaft der unzähligen Darmbakterien. Mehr und mehr bestätigt sich, dass das Darm-Mikrobiom jede dieser Funktionen beeinflusst, das unterstreicht seine Bedeutung für die Gesundheit und die Entstehung vieler Krankheiten. Neuere Forschungen zeigten, dass Umweltfaktoren, darunter besonders die Ernährung, stark au das Mikrobiom im Darm einwirken, wobei der Schwerpunkt auf den Nahrungsfasern als Energielieferant für die Mikroben liegt. Doch auch Mikronährstoffe und andere Nahrungsbestandteile, wie Vitamine, Mineralien, spezifische Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, können das Mikrobiom modulieren. Das geschieht zum einen direkt durch die Wirkung der jeweiligen Substanzen auf die Zusammensetzung des Mikrobioms oder seine Stoffwechselprozesse.

 

Das geschieht zum anderen indirekt durch die Beeinflussung der Physiologie des Darms, um das Darmmilieu und das Mikrobiom zu verändern. Vitamine kommen über mehrere Mechanismen als Modulatoren des Mikrobioms in Frage. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) werden ähnlich wie Fette absorbiert und transportiert, sie sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen. Wasserlösliche Vitamine (B-Vitamine, C) sind als Coenzyme an vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt und übertragen chemische Gruppen und Elektronen. Einige haben direkte antimikrobielle Wirkungen, wie die Vitamine A, B6, C und E, mit unmittelbaren Auswirkungen auf das Mikrobiom des Darms, das zeigt sich in einem veränderten fäkalen Mikrobiom. Vitamine, die Cofaktoren bei der Energieerzeugung sind, sind am Energiestoffwechsel der Bakterien beteiligt. Sie können bestimmte Mikroben direkt unterstützen, indem sie ihre Vorkommen erhöhen oder ihre biologische Funktionen fördern. Zu den indirekten Wirkungen gehören Veränderungen der Immunantwort oder die Anfälligkeit für Infektionen, insbesondere im Darm. Das Mikrobiom ist selbst ein Produzent von Vitaminen, es kann sowohl zu einem Mangel an Mikronährstoffen als auch zur Stabilität der bakteriellen Gemeinschaften im Darm beitragen. Vitamine können bidirektional, direkt oder indirekt auf das Darm-Mikrobiom einwirken, ohne dass sie als Energiequelle genutzt werden.

 

Sie scheinen die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts mit zu prägen, entweder durch ihren Einfluss auf die Zusammensetzung und Aktivität des Stoffwechsels im Darm-Mikrobiom oder durch die Beeinflussung der normalen Funktionen der Darmbarriere und des Immunsystems. Dazu ein Beispiel für Vitamin A: Erkenntnisse zu Infektionskrankheiten im Magen-Darm-System deuten darauf hin, dass Vitamin A sich vielfältig auf die Immunität des Darms auswirkt. Das kann die Darmschleimhaut und damit die Reaktion auf schädliche Substanzen beeinflussen. Dazu gehören auch Auswirkungen auf die Barrierefunktion der Darmschleimhaut. Selbst ein leichter Mangel an Vitamin A wird aufgrund einer verminderten Barrierefunktion mit Infektionen der Atemwege und des Darms in Verbindung gebracht, besonders bei Kindern. Ist die Reaktion der Darmschleimhaut durch einen Mangel an Vitamin A beeinträchtigt, könnte dies das Eindringen schädlicher Bakterien durch die Darmbarriere erleichtern.

 

Bei einigen Vitaminen wurde nachgewiesen, dass sie, wenn sie in hohen Dosen oder im Dickdarm verabreicht werden, das Mikrobiom im Darm positiv beeinflussen. Sie erhöhen oder erhalten vermutlich die Häufigkeit und Vielfalt der gesunden Darmbakterien (Vitamine A, B2, B3, C D, E K und Beta-Carotin) und tragen zur Bildung kurzkettiger Fettsäuren bei. Die Vitamine A und D modulieren die Immunantwort oder die Barrierefunktion des Darms, sie beeinflussen so indirekt die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts oder das Mikrobiom. Diese möglichen Wirkungen von Mikronährstoffen im Darm sollten weiter erforscht werden, um die zugrundeliegenden Mechanismen und den Nutzen für die Gesundheit weiter zu klären. Dabei sollte auch geprüft werden, welche Dosierungen von Vitamin-Ergänzungen am besten geeignet sind, um das Darm-Mikrobiom und die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts zu verbessern und zu fördern.

 

Unser Tipp: Für die Gesundheit des Magen-Darm-Trakts stehen viele Mikronährstoffe zur Verfügung. Sie reichen von Vitaminen, Mineralien über gesunde Fettsäuren und Pflanzenextrakte bis hin zu den Prä- und Probiotika, um die gesunde Bakterienvielfalt zu stärken.

 

Quelle
Van T. Pham et al., Vitamins, the gut microbiome and gastrointestinal health in humans. In: Nutrition Research, online 21.10.2021, doi: 10.1016/j.nutres.2021.09.001.


Vitamin D ist für ein gesundes Knochen- und Muskelsystem sehr wichtig. In der frühen Phase einer Knie-Arthrose könnte Vitamin D möglicherweise die Entwicklung beeinflussen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Vitamin D ist für ein gesundes Knochen- und Muskelsystem sehr wichtig. In der frühen Phase einer Knie-Arthrose könnte Vitamin D möglicherweise die Entwicklung beeinflussen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die Arthrose ist eine häufige Gelenkerkrankung, die in der Regel chronische Schmerzen verursacht und weltweit eine der Hauptursachen für Behinderungen ist. Häufig betroffen sind die Kniegelenke, verbunden mit degenerativen Prozessen, die auf den fortschreitenden Verlust von Gelenkknorpel, Knochenveränderungen, Entzündungen und Meniskusdegeneration zurückzuführen sind. Ein Problem ist, dass die Knie-Arthrose meist erst im späteren Stadium festgestellt wird, für nicht-chirurgische Therapien ist es dann oft zu spät. Für die Forschung sind daher Kenntnisse zu den frühen Phasen der Arthrose sehr interessant. Kann man das Arthrose-Risiko früh erkennen, könnten Therapien eingeleitet werden, die ein Fortschreiten und schwere strukturelle Veränderungen im Gelenk verringern oder gar verhindern könnten. Dabei könnte Vitamin D eine Rolle spielen. Es hat einen wichtigen Einfluss auf den Zustand vieler Gelenkstrukturen wie Knorpel, Knochen und Muskelgewebe, die an der Entwicklung der Knie-Arthrose beteiligt sind.

 

Die Ergänzung von Vitamin D könnte möglicherweise das Fortschreiten der Arthrose verhindern, indem es den Knochenumbau fördert und anormale Krankheitsprozesse im Kniegelenk reduziert. Doch die Rolle von Vitamin D bei der Entstehung und Entwicklung der Arthrose ist bisher nicht restlos geklärt. Die meisten Studien, in denen über den Zusammenhang geforscht wurde, führte man in späteren Stadien durch. Eine Gruppe von spanischen Forschern untersuchte daher nun in einer kleinen (Querschnitts-)Studie die Beziehung zwischen Vitamin D (im Serum) und der Knie-Arthrose in einem frühen Stadium. Sie prüften dabei auch die Beziehung zum von Vitamin D abhängigen Parathormon (PTH), das den Kalziumspiegel reguliert und die Knochenbildung anregt sowie die Schmerzintensität beeinflussen könnte.

 

Einbezogen in die Studie waren 48 Patienten mit einer frühen Knie-Arthrose und 48 gesunde Kontrollpersonen. Bei allen wurden die Serumspiegel von Vitamin D und Parathormon analysiert. Darüber hinaus wurden körperliche und psychologische Funktionen gemessen, um mögliche Zusammenhänge mit dem Vitamin-D-Spiegel zu ermitteln. Die Arthrose-Patienten hatten im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen niedrigere Vitamin D-Werte. Mehr als die Hälfte der Patienten (54,2 %) hatte einen Mangel an Vitamin D (<20 ng/mL). Patienten mit niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln hatten außerdem höhere Werte für die Schmerzintensität und Angstgefühle. Sie kamen auf schlechtere Werte für das Sitzen, Stehen, die Gehgeschwindigkeit und soziale Teilhabe. Bei den Patienten mit einem Vitamin D-Mangel zeigte sich weiter eine signifikante, moderate Beziehung zum Grad der Behinderung. Ein niedrigerer Spiegel im Parathormon war dazu mit einer höheren Schmerzintensität und einer geringeren sozialen Teilhabe verbunden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Vitamin D für die frühe Diagnose und Prävention der Knie-Arthrose. Patienten mit Problemen im Kniegelenk weisen häufiger einen niedrigeren Vitamin-D-Spiegel auf als gesunde Kontrollpersonen. Ein Mangel an Vitamin D steht bei Patienten mit einer frühen Knie-Arthrose in Zusammenhang mit einem höheren Maß an Schmerzintensität, Behinderung, Angst und depressiven Symptomen, geringerer sozialer Teilhabe und körperlicher Leistungsfähigkeit. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Vitamin D für die frühe Diagnose und Prävention der Knie-Arthrose. Da diese Studie jedoch mit recht wenigen Teilnehmern durchgeführt wurde, sollte Vitamin D bei der Knie-Arthrose in weiteren Studien geprüft werden.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Kombinationen und einzeln, z.B. auch in flüssiger Form für gute Aufnahmen, verfügbar. Auf eine gute Qualität und angemessene Dosierung sollte geachtet werden.

 

Quelle
Ana Alabajos-Cea et al., The Role of Vitamin D in Early Knee Osteoarthritis and Its Relationship with Their Physical and Psychological Status. In: Nutrients, online 12.11.2021, doi: 10.3390/nu13114035.


Eine Ernährung mit weniger Fleischkonsum und mehr pflanzlichen Lebensmitteln trägt zur besseren Gesundheit bei. Ob dies auch für eine geringere Belastung der Umwelt gilt, das prüfte eine Forschergruppe am Beispiel von Nordrhein-Westfalen

 

Eine Ernährung mit weniger Fleischkonsum und mehr pflanzlichen Lebensmitteln trägt zur besseren Gesundheit bei. Ob dies auch für eine geringere Belastung der Umwelt gilt, das prüfte eine Forschergruppe am Beispiel von Nordrhein-Westfalen.

 

Eine gesündere Ernährung wird von Ernährungsfachleuten immer wieder empfohlen, doch sie konnte sich in den westlichen Ländern bisher nicht genügend durchsetzen. Das hat nicht nur Folgen für die Gesundheit mit der Entstehung von Krankheiten, die von der Ernährung beeinflusst werden, sondern belastet auch die Umwelt. Erweitert man die Bewertung einer Ernährung um die ökologische Perspektive, sind noch mehr Dinge zu berücksichtigen, wie eine deutsche Studie zeigt. Im Durchschnitt verzehrt jeder EU-Bürger 950 Kilogramm Lebensmittel und Getränke pro Jahr. Das entspricht rund 27 % des gesamten, konsumbasierten, ökologischen Fußabdrucks der EU, ein Großteil davon entfällt auf tierische Produkte. Auf das Konto der Ernährung geht weltweit ein Viertel der menschlichen Emissionen an Treibhausgasen, die Viehzucht hat daran den größten Anteil. Dazu gehören weiter veränderte Landnutzungen und die Entwaldung, die Versauerung von Böden und die Anreicherung von Süß- und Meerwasser vor allem mit Phosphor- und Stickstoffverbindungen.

 

Die industrielle Landwirtschaft steht in direkter Beziehung zu unausgewogenen Kreisläufen von Nährstoffen, der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und dem Verlust der biologischen Vielfalt in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen. Trotz wachsender ökologischer, sozialer und ethischer Bedenken gegenüber dem Fleischkonsum steht Deutschland mit rund 60 kg Fleischverzehr pro Kopf und Jahr in der EU an der Spitze. Die Tierhaltung hat sich in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich intensiviert. Zu den Folgen gehören neben erheblichen Umweltschäden die steigenden Vorkommen von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) sowie von chronischen Krankheiten, die mit der Ernährung in Verbindung stehen. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfälle, Diabetes und Krebs.

 

Der Weg zu einer nachhaltigeren, gesünderen Ernährung stellt eine sehr große Herausforderungen dar. Künftig muss eine wachsende Bevölkerung unter den Auswirkungen des Klimawandels ernährt werden, der Ökosysteme, Landwirtschaft und die globale Gesundheit bedroht. Die „One Health-Perspektive“ ist noch ein neuerer Bereich in der Betrachtung der Ernährung, sie schließt nicht nur die optimale Gesundheit des Menschen, sondern auch die von Tieren und der Umwelt mit ein. Eine Gruppe von deutschen und österreichischen Forschern bezog in einer Studie die Ökobilanz mit ein, um die Nachhaltigkeit des Lebensmittelkonsums zu bewerten. In ihrer Analyse konzentrierten sie sich auf die Ernährung in Nordrhein-Westfalen, dem an der Bevölkerung reichsten deutschen Bundesland. Vorherrschend ist die „westliche Ernährung“, mit einem hohen Anteil an Wurst- und Fleischprodukten sowie an Fertigwaren.

 

Die Fleischindustrie hat hier einen starken Anteil, rund 30 % der Tierhaltung in Deutschland entfallen auf Nordrhein-Westfalen. Alternativ dazu bezogen die Forscher gesündere Ernährungsweisen ein mit dem Ziel, Empfehlungen für eine nachhaltigere Ernährung zu geben und die Dimensionen von Umwelt, Mensch und Tier zu berücksichtigen. Untersucht wurde die Umstellung auf drei Ernährungsweisen, die allgemein als „gesund“ gelten: Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die mediterrane Ernährung mit mehr Fisch und Meeresfrüchten sowie die vegane Ernährung. Jede ist aus der Sicht der „One-health-Perspektive“ nachhaltig vorteilhaft, bei näherer Betrachtung zeigen sich einige Unterschiede.

 

Allgemein gilt, wer öfter auf Fleisch verzichtet und stattdessen mehr Vollkornprodukte, Gemüse und Obst isst, tut nicht nur sich selbst, sondern auch den Tieren und der Umwelt etwas Gutes. Daher gehen die Empfehlungen der DGE mit einer stärker pflanzlichen Ernährung in die richtige Richtung. Im Hinblick auf die menschliche Gesundheit sind die mediterrane und vegane Ernährung jedoch vorteilhafter. Im Detail zeigen sich in Bezug auf die Umwelt auch einige Nachteile. Die mediterrane Ernährung ist zwar sehr gesund, was viele Studien der letzten Jahre bestätigten. Sie führt aufgrund eines hohen Anteils an Nüssen und Gemüse jedoch zu einem erhöhten Wasserbedarf. Wenn zudem, wie die Forscher in ihrer Studie prüften, der Verzehr von Fleisch vollständig durch Fisch ersetzt wird, sind die Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere überraschend negativ: Da Fische und Meeresfrüchte viel kleiner sind als z.B. Kühe oder Schweine, leiden deutlich mehr Tiere unter dieser Ernährungsweise. Auch der erhöhte Verbrauch von Honig, der eine intensive Bewirtschaftung der Bienenvölker erfordert, wirkt sich negativ aus. Die vegane Ernährung schneidet in vielen Bereichen am besten ab. Allerdings ist auch die Herstellung veganer Lebensmittel mit einem erhöhten Wasserverbrauch verbunden. Außerdem müssen Veganer bestimmte Nährstoffe wie Vitamin B12, Vitamin D und Kalzium separat zu sich nehmen, da diese Mikronährstoffe mit der rein pflanzlichen Ernährung nicht genügend aufgenommen werden.

 

Alle drei Ernährungsweisen sind im Vergleich zur einer fleischreichen Kost gesünder und führen trotz einiger Kompromisse zu einem Gewinn an Nachhaltigkeit. Der Nutzen für die Gesundheit ist umso stärker, je größer der Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukten, in der Ernährung ist. Einerseits kann aber der Ersatz von tierischen durch pflanzliche Proteinquellen die Wasserknappheit erhöhen. Andererseits hat ein erhöhter Verbrauch von tierischen Produkten wie Fisch, Meeresfrüchten und Honig auch negative Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere. Dies unterstreicht die Rolle, die tierische Produkte für die gesamte Nachhaltigkeit der westlichen Ernährungsweise aus Sicht der One-Health-Perspektive haben. Darüber hinaus wird empfohlen, den Verzehr von Fertiggerichten und stark verarbeiteten Lebensmitteln zu senken, um die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt zu verbessern. Tatsache ist auch, dass sich viele Menschen zu reichhaltig ernähren. Wenn die Menge an Nahrungsmitteln auf das reduziert würde, was man wirklich benötigt, könnte sich dies zusätzlich positiv auf die Gesundheit und die Umwelt auswirken.

 

Quelle
Juliana Minetto Gellert Paris et al., Changing dietary patterns is necessary to improve the sustainability of Western diets from a One Health perspective. In: Science of The Total Environment, online 6.11.2021, doi: 10.1016/j.scitotenv.2021.151437.


Die Ernährung kann den Verlauf von Rheuma mit beeinflussen. In einer Übersicht stellen Forscher die aktuellen Kenntnisse dazu vor.

 

Die Ernährung kann den Verlauf von Rheuma mit beeinflussen. In einer Übersicht stellen Forscher die aktuellen Kenntnisse dazu vor. Trotz zum Teil unterschiedlicher Studien zeichnet sich ab, dass die Omega-3-Fettsäuren bei guter Versorgung die Rheuma-Beschwerden leicht verringern könnten.

 

Die rheumatoide Arthritis (Rheuma) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, gekennzeichnet durch Entzündungssymptome und Schmerzen in den Gelenken. Sie tritt auf, wenn das Immunsystem körpereigene Zellen mit externen Eindringlingen verwechselt und Entzündungsstoffe freisetzt, die die Gelenkschleimhaut angreifen. Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen, Gelenksteifigkeit, Schwellungen, Müdigkeit und Schwäche. Rheuma wirkt sich auf fast alle Organe des Körpers aus und führt auch zu begleitenden Erkrankungen, darunter Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Krankheiten, Infektionen, Osteoporose und Depressionen. Zur Therapie gehört die lebenslange Einnahme von Medikamenten, um das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern und die Symptome zu kontrollieren. Dazu gehören nichtsteroidale Antirheumatika, Kortikosteroide und Antirheumatika, die Gelenkschmerzen, Schwellungen und Entzündungen lindern.

 

Noch ist unklar, wie Rheuma entsteht, eine genetische Veranlagung, aber auch beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Bewegung und die Ernährung spielen eine Rolle. Doch über die Auswirkungen verschiedener Ernährungsweisen bei Rheuma ist bisher wenig bekannt. Am meisten untersucht sind Omega-3-Fettsäuren, die antientzündliche und antioxidative Wirkungen haben. Sie regulieren die Signalwege von Antioxidantien und verändern Entzündungswege, indem sie mit Omega-6-Fettsäuren konkurrieren, die zu entzündungsfördernden Substanzen (Eicosanoide) umgewandelt werden. Studien zeigten, dass die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren typische Rheuma-Symptome, z.B. Morgensteifigkeit, Schmerzen, Griffstärke und Gelenkempfindlichkeit, verbessern kann. Angesichts der Beziehung zwischen Entzündungen und dem Fortschreiten der Krankheit spielen Omega-3-Fettsäuren durch die Modulation der Entzündungsprozesse und -wege eine wichtige Rolle.

 

Bisher fehlt es jedoch noch an Vergleichen zwischen der Ernährung allein oder in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren. Ein Team von US-amerikanischen Forschern stellte jetzt in einem Review die aktuellen Kenntnisse zu diätetischen Maßnahmen mit oder ohne Ergänzungen von Omega-3-Fettsäuren bei der Behandlung von Rheuma vor. Nach einer umfassenden Literaturrecherche konnten sie 20 Studien mit 1.063 erwachsenen Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen.

Verglichen wurden unterschiedliche Ernährungsweisen, darunter waren die mediterrane, vegetarische, vegane, eine allergenfreie oder allgemein gesunde Ernährung sowie das Fasten. Zwei Studien schlossen eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren in die Ernährungsintervention ein. Bei einer (doppelblinden Crossover-)Studie erhielten die Teilnehmer beider Gruppen entweder ein Placebo oder Fischölkapseln (30 mg/kg Körpergewicht). In der zweiten Studie wurde eine Ernährung mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einer Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren (pro Tag 1,6 g EPA, 1,1 g DHA ) bei Rheuma geprüft. Außerdem wurden in einer Studie Diäten mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren verglichen.

 

Verbesserungen der Symptome zeigten sich mit Omega-3-Fettsäuren bei Schmerzen, Dauer der Morgensteifigkeit, Gelenkempfindlichkeit, Griffstärke und bei Entzündungsmarkern (z.B. CRP). Obwohl die Auswirkungen der Ernährungsmaßnahmen unterschiedlich waren, zeigte sich bei Rheuma-Patienten, dass diätetische Maßnahmen in Kombination mit einer Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren Vorteile haben können.

Die Forscher ziehen das Fazit: Für Erwachsene mit Rheuma, die eine ergänzende Behandlung suchen, können diätetische Maßnahmen auf entzündungshemmender Basis nützlich sein. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren könnte zu Verbesserungen bei bestimmten Rheuma-Symptomen führen. Grundsätzlich ist die Rolle und die Wirksamkeit diätetischer Maßnahmen bei der Rheuma-Therapie vielfältig und z.B. aufgrund heterogener Studien weiterhin nicht eindeutig geklärt. Einige diätetische Maßnahmen wie eine entzündungshemmende, vegetarische oder mediterrane Ernährung etc. könnten zu einer deutlichen Linderung der Symptome beitragen. Über die Beziehungen zwischen der Ernährung und Rheuma sollte künftig weiter geforscht werden.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA und DHA, haben u.a. entzündungshemmende Wirkungen. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle
Tala Raad et al., Dietary Interventions with or without Omega-3 Supplementation for the Management of Rheumatoid Arthritis: A Systematic Review. In: Nutrients, online 4.10.2021, doi: 10.3390/nu13103506.


Die antioxidativ wirkenden Catechine sind die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee. Sie können vermutlich dazu beitragen, Infektionen der oberen Atemwege zu verringern.

 

Die antioxidativ wirkenden Catechine sind die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee. Sie können vermutlich dazu beitragen, Infektionen der oberen Atemwege zu verringern. Das gilt nach einer Studie für das Teetrinken, die Aufnahme von Catechinen und für das Gurgeln mit dem grünen Tee.

 

Infektionen der Atemwege, sei es durch die Grippe, die häufiger vorkommenden Erkältungen und grippalen Infekte oder gar durch das Coronavirus, kommen weltweit häufig vor. Sie erhöhten das Interesse an vorbeugenden, nicht medizinischen Maßnahmen. Dazu gehören z.B. das Händewaschen, der Körperabstand, das Tragen von Masken sowie das Gurgeln und Mundspülungen mit geeigneten Lösungen. Sie können die Zahl an Infektionen verringern, jedoch fehlt es hier oft noch an umfassenderen Nachweisen. Es gibt einige Hinweise, dass der grüne Tee zum Schutz vor Infektionen beitragen könnte. In Ostasien wird grüner Tee traditionell getrunken, auch bei uns wird er längst häufiger angeboten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Catechine (gehören zu den Flavonoiden, einer Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe), vor allem für Epigallocatechingallat (EGCG) sind antioxidative und antivirale Wirkungen nachgewiesen. Es gibt einige Nachweise, dass das Gurgeln mit Grüntee präventiv gegen Influenza (Grippe) wirken könnte.

 

Dies gilt vermutlich auch für das Trinken von grünem Tee und die Aufnahme von Catechinen, die zur Vorbeugung gegen Influenza und andere akuten Infektionen der oberen Atemwege beitragen könnten. Eine Gruppe japanischer Forscher untersuchte daher in einer systematischen Übersicht und Meta-Analyse, ob der grüne Tee zur Vorbeugung vor Infektionen der oberen Atemwege beitragen kann. Sie prüften dabei auch, ob der Konsum von Grüntee und Catechinen die gleiche Schutzwirkung hat wie das Gurgeln mit dem Tee.

Nach einer umfassenden Recherche in den einschlägigen Datenbanken werteten sie sechs (randomisierte kontrollierte) Studien und vier prospektive Bevölkerungsstudien mit rund 3.700 Teilnehmern aus. Das Gurgeln mit Tee und der Konsum von Catechinen hatten signifikante präventive Wirkung gegen Infektionen der oberen Atemwege, sie minderten das Risiko für Infektionen um 26 %. Die Forscher werteten auch die Ergebnisse für einige Untergruppen aus. Sowohl bei den prospektiven Bevölkerungsstudien als auch bei den kontrollierten Studien zeigten sich signifikante präventive Effekte (Risikominderung von 33 bzw. 21 %). Auch abhängig von der Krankheitsart zeigten sich vorbeugende Wirkungen. Bei Grippe konnte das Risiko um 31 %, bei akuten Infektionen der oberen Atemwege um 22 % verringert werden. Sowohl das Gurgeln mit Tee als auch die Aufnahme von Catechinen schützten wirksam vor einer Infektion der oberen Atemwege. Beim Teetrinken und Verzehr von Catechinen sank das Risiko um 32 %, beim Tee-Gurgeln um 17 %.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl das Gurgeln mit Grüntee und die Aufnahme von Tee-Catechinen präventive Wirkungen gegen virale Atemwegsinfektionen haben können. Es wurde eine dosisabhängige Beziehung zwischen der täglichen Gesamtaufnahme an Catechinen und der vorbeugenden Wirkung gegen Infektionen festgestellt. Dies deutet darauf hin, dass die Wirkung vermutlich auf die Catechine zurückzuführen ist. Die Aufnahme von Tee-Catechinen und auch das Gurgeln mit Tee könnte in die täglichen Alltagsroutinen einbezogen werden und zur Vorbeugung vor viralen Infektionen der Atemwege beitragen. Diese Wirkungen sollten in groß angelegten Studien weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Wer grünen Tee nicht oder nur selten trinkt, kann Grüntee-Extrakte auch aus Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden.

 

Quelle
Mai Umeda et al., Preventive effects of tea and tea catechise against influenza and acute upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis. In: European Journal of Nutrition, online 22.9.2021, doi: 10.1007/S00394-021-02681-2.


Die Aufnahmen von Zink könnten bei Infekten der Atemwege nützlich sein.

 

Die Aufnahmen von Zink könnten bei Infekten der Atemwege nützlich sein. Zink könnte dazu beitragen, die Symptome zu verringern und die Dauer der Erkältung zu verkürzen. Das zeigt eine umfassende Metaanalyse.

 

Akute, durch Viren ausgelöste Infektionen der Atemwege treten in den Herbst- und Wintermonaten allgemein häufiger auf. Das Spektrum reicht von leichteren Erkältungen und grippeähnlichen Erkrankungen bis hin zu Lungenentzündungen und schweren akuten Atemwegs-Syndromen. Die Infektionsraten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, sie variieren je nach dem Viruserreger und Ort, der Jahreszeit sowie dem Gesundheitszustand und Alter der Betroffenen. Abgesehen von Grippe- und SARS-CoV-2-Impfungen gibt es bisher nur wenige vorbeugende Maßnahmen und mögliche Therapien. Einige Empfehlungen richten sich auf die Anwendung von Zink, das eine Schlüsselrolle im Immunsystem hat. Es trägt zur Abwehr von Entzündungen bei und besitzt antivirale Eigenschaften. Zink unterstützt bei Verletzungen, der Regulierung des Bluthochdrucks und bei der Versorgung von Sauerstoff in den Geweben. Allerdings waren die Studienergebnisse zur Beziehung von Zink und Infekten der Atemwege bisher nicht einheitlich, z.B. aufgrund verschiedener Arten der Verabreichung oder der Zinkformen. Ein Team von Forschern aus den USA, Kanada und Australien untersuchte daher Zink sowohl zur Selbstmedikation als auch in der klinischen Praxis in einem umfassenden Review und in einer Metaanalyse bei durch Viren ausgelösten Atemwegs-Infekten. Analysiert wurden dabei z.B. die Dauer der Infekte, der Schweregrad der Symptome und mögliche Nebenwirkungen.

 

Ausgewertet wurden Studien bis zum August 2020, 28 klinische Studien mit knapp 5.500 Teilnehmern konnten in die Meta-Analyse einbezogen werden. Am häufigsten wurde Zink als Lutschtablette eingesetzt, verwendet wurden auch Nasensprays und Gels, entweder als Zink-Acetat oder -Glukonat. Die Dosierungen waren unterschiedlich, abhängig davon, ob Zink zur Vorbeugung oder zur Therapie eingesetzt wurde. Im Vergleich zum Placebo verhinderte orales oder intranasal aufgenommenes Zink 5 Atemwegs-Infekte pro 100 Personen. Die Beziehung zwischen Zink und den Infekten war am deutlichsten bei Fieber-Symptomen und grippeähnlichen Erkrankungen. Im Durchschnitt klangen die Symptome mit sublingualem oder intranasalen Zink im Vergleich zum Placebo zwei Tage früher ab. 19 Erwachsene pro 100 Personen hatten ohne Zink ein höheres Risiko, am Ende der ersten Woche symptomatisch zu bleiben. Es zeigte sich mit Zink ein (klinisch signifikanter) geringerer Schweregrad der Symptome am dritten Tag, jedoch nicht beim durchschnittlichen täglichen Schweregrad der Symptome.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Erwachsenen, bei denen ein Zinkmangel eher unwahrscheinlich ist, zeigte sich, dass bei Verwendung von Zink zur Vorbeugung ein geringeres Risiko besteht, schwerer an Atemwegs-Infektion zu erkranken. Es gibt einige Hinweise, dass Zink die Symptome von Infektionskrankheiten verhindern und die Krankheitsdauer verkürzen kann. Bei der Behandlung wurde festgestellt, dass Zink die Dauer der Symptome verkürzt und den Schweregrad der Symptome am dritten Tag verringert, nicht jedoch den gesamten täglichen Schweregrad der Symptome. Es bestand zwar ein erhöhtes Risiko für leichtere Nebenwirkungen, die die Verträglichkeit für einige Patienten einschränken könnten, aber das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen war gering. Die Studien waren insgesamt recht heterogen, so dass genauere Einschätzungen der Wirksamkeit, verschiedener Zinkformen und -dosen nicht abgeleitet werden konnten. Zink sollte nach Ansicht der Forscher bei viralen Infekten der Atemwege, einschließlich SARS-CoV-2, weiter erforscht werden. Da es nach wie vor an wirksamen Medikamenten gegen unspezifische Atemwegs-Infektionen fehlt, kann Zink eine nützliche Alternative für die Selbstmedikation sein.

 

Unser Tipp: Zink kann in verschiedenen Formen aufgenommen werden, z.B. als Tabletten, Kapseln, sublingual oder flüssig. Sehr gut bioverfügbar sind z.B. diese Zinkformen: Zinkcitrat, -glukonat und -picolinat.

 

Quelle
Jennifer Hunter et al., Zinc for the prevention or treatment of acute viral respiratory tract infections in adults: a rapid systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: BMJ Open Vol. 11. Nr. 11 2021, doi: 10.1136/bmjopen-2020-047474.


Schon ein leichter bis mittlerer Jodmangel kann die wichtige Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft für Mutter und Kind beeinträchtigen. Jodergänzungen können die Funktionen der Schilddrüse bei schwangeren und stillenden Frauen verbessern.

 

Schon ein leichter bis mittlerer Jodmangel kann die wichtige Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft für Mutter und Kind beeinträchtigen. Jodergänzungen können die Funktionen der Schilddrüse bei schwangeren und stillenden Frauen verbessern.

 

Die ausreichende Jodzufuhr ist für die normalen Funktionen der Schilddrüse sehr wichtig, da Jod in die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) eingebaut wird. Das gilt besonders in der Schwangerschaft, da beide Hormone für die neuronale Entwicklung des Fötus benötigt werden. Der Jodbedarf steigt in der Schwangerschaft und nach der Geburt durch eine erhöhte Bildung von Schilddrüsenhormonen, der Übertragung von Jod auf den Fötus, der erhöhten glomerulären Filtration (Prozess in den Nierenkörperchen) und der Jodverluste im Urin sowie der Bildung der Muttermilch während der Stillzeit. Schwangeren und stillenden Frauen wird daher eine etwas erhöhte tägliche Aufnahme von 230 bzw. 260 mcg Jod empfohlen.

 

Die Hauptquellen für Jod sind Seefische sowie Milch und Milchprodukte, allerdings wird dadurch der Jodbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht immer gedeckt. Jodergänzungen im Salz oder aus Nahrungsergänzungen können die Zufuhr verbessern. Die nachteiligen Auswirkungen eines schweren Jodmangels in der Schwangerschaft sind gut untersucht. Wird der Fötus nicht ausreichend mit Jod versorgt, steigt das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und nach der Geburt an, z.B. im Wachstum, der Knochenreifung und der Entwicklung des Gehirns. Ob sich ein leichter bis mäßiger Jodmangel ebenfalls nachteilig auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken, das ist bisher weniger bekannt, außerdem sind die Ergebnisse nicht einheitlich. Eine Gruppe von Forschern aus Norwegen untersuchte daher, ob die Jodzufuhr und der Zeitpunkt des Beginns der Jodergänzung mit der Schilddrüsenfunktion bei schwangeren Frauen und nach der Geburt zusammenhängen.

 

Im Rahmen einer Ernährungsstudie (Mommy´s Food) wurden schwangere Frauen einbezogen, die sich im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft zum Teil stärker mit Fisch und zum Teil wie gewohnt ernährten. Durch den erhöhten Fischverzehr stieg die Urin-Jodkonzentration an, was sich jedoch nicht auf die Schilddrüsenfunktionen auswirkte. Daher untersuchten die Forscher mögliche Zusammenhänge zwischen Markern der Jodversorgung und Tests zu den Schilddrüsenfunktionen in einer zweiten Analyse. Einbezogen waren 137 schwangere Frauen, die in der 18. und 36. Woche der Schwangerschaft sowie drei und sechs Monate nach der Entbindung untersucht wurden. Dazu gehörten Blut- und Urinproben und Befragungen zur Ernährung und zur Einnahme von Nahrungsergänzungen. Zu jedem Zeitpunkt wurde die Funktion der Schilddrüsen (Schilddrüsenhormone TSH, T3 und T4), die Jod- und Kreatinin-Konzentration im Urin sowie die Jodzufuhr vor und in der Schwangerschaft, einschließlich der Einnahme von Jodergänzungen, untersucht.

 

Der Jodgehalt in den genutzten Nahrungsergänzungen variierte zwischen 75 und 225 mcg pro empfohlener Tagesdosis. Die mittleren Werte der Urin-Jodkonzentration wiesen bei den Frauen in der 18. Schwangerschaftswoche auf leichte bis mäßige Jodmängel hin. Dabei zeigten sich in der Urin-Jodkonzentration und der Jodzufuhr einige Beziehungen zu den Schilddrüsenhormonen. Im Vergleich zu Frauen, die keine Nahrungsergänzungen einnahmen, hatten diejenigen, die schon vor der Schwangerschaft mit der Jodergänzung begonnen und diese in der Schwangerschaft fortgesetzt hatten, niedrigere Werte an Thyrotropin (TSH) und höhere Werte an Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4).

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Einnahme von jodhaltigen Nahrungsergänzungen, die vor der Schwangerschaft begonnen und in dieser Zeit fortgesetzt wurde, war mit besseren Konzentrationen in den Schilddrüsenhormonen verbunden. Das könnte dazu beitragen, die Funktionen der Schilddrüsen in dieser Zeit zu verbessern. Diese Ergebnisse unterstützen die Auffassung, dass die Optimierung der Jodzufuhr bereits vor der Schwangerschaft beginnen sollte.

 

Unser Tipp: Jod kann einzeln oder in Kombination mit anderen Mineralien und Mikronährstoffen ergänzt werden. Sehr gut aufnehmbar ist es z.B. in flüssiger Form als Kaliumjodid.

 

Quelle
Synnøve Næss et al., Iodine Nutrition and Iodine Supplement Initiation in Association with Thyroid Function in Mildly-to-Moderately Iodine-Deficient Pregnant and Postpartum Women. In: The Journal of Nutrition, Vol. 151, Nr. 10 2021, Pages 3187–3196, doi: 10.1093/jn/nxab224.


Die Ernährung kann ein entzündliches Potenzial haben, verschiedene Faktoren tragen dann dazu bei, Entzündungen im Körper zu „fördern“.

 

Die Ernährung kann ein entzündliches Potenzial haben, verschiedene Faktoren tragen dann dazu bei, Entzündungen im Körper zu „fördern“. In einer Studie zeigte sich bei einem hohen Entzündungs-Potenzial eine Beziehung zu chronischen Krankheiten.

 

Die Ernährung enthält eine Reihe von Bestandteilen, die Entzündungen im Körper fördern, während andere sie senken können. Ein erhöhtes entzündliches Potenzial der Ernährung trägt vermutlich zum Risiko für chronische Krankheiten bei. Darauf weisen eine Reihe von Studien hin. Proentzündlich wirken vor allem Lebensmittel, die zuckerreich sind, einschließlich gesüßter Getränke sowie raffinierte und prozessierte Lebensmittel. Gesättigte Fettsäuren sollten in der Nahrung nur in geringen Mengen, Transfettsäuren nur sehr gering enthalten sein.

Eine antientzündliche Ernährung enthält dagegen reichlich pflanzliche Lebensmittel, Gemüse, Obst, Fisch und Milchprodukte. Sie liefern reichlich Ballaststoffe, die gesunden Omega-3-Fettsäuren, Antioxidanzien, sekundäre Pflanzenstoffe, Kalzium und Vitamin D, die antientzündlich wirken können. Außerdem sollte nur wenig Salz aufgenommen werden. Das entzündliche Potenzial der Ernährung lässt sich mit einem speziellen Index (DII, Dietary Inflammatory Index) bestimmen. Vorausgesetzt, es liegen genügend Daten zur jeweiligen Ernährung vor. Eine Gruppe von australischen Forschern untersuchte in einem umfassenden Review und einer Meta-Analyse den Zusammenhang zwischen diesem Nahrungs-Entzündungs-Index und einer Reihe von gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

 

Einbezogen in die Auswertung wurden 15 Meta-Analysen zu 38 chronischen Krankheiten mit einer Gesamtzahl von 4.360.111 Teilnehmern. Die Ergebnisse wurden anhand der verschiedenen Studiendesigns untersucht, darunter waren Fall-Kontroll-, Querschnitts-, prospektive und Kombinations-Studien. Die Analyse zeigte, dass eine Ernährungsweise, die Entzündungen fördert, signifikant mit 27 (71 %) der einbezogenen chronischen Krankheiten stand. Die Nachweise wurden in verschiedene Grade der Glaubwürdigkeit eingeteilt. Überzeugend (Klasse I) war die Beziehung zwischen der proentzündlichen Ernährung und dem Herzinfarkt. Sehr wahrscheinlich (Klasse II) war die Verbindung zum Risiko für Krebskrankheiten allgemein, speziell zum Krebs des Dickdarms, der Bauchspeicheldrüse, der Atemwege und der Mundhöhle. Beeinflusst bzw. erhöht wurde hier auch das Risiko für die allgemeine Sterblichkeit. Die meisten Ergebnisse wurden als wahrscheinlich (Klasse III) eingestuft oder hatten nur geringere Nachweise mit schwachen oder fehlenden Verbindungen zu den Entzündungsfaktoren in der Ernährung.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Ernährungsweisen, die Entzündungen fördern, können mit einem erhöhten Risiko für viele chronische Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Allerdings ist die Beweiskraft für die meisten Ergebnisse aus den Studien noch recht begrenzt. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Beziehungen zwischen einer proentzündlichen Ernährung und chronischen Krankheiten zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Viele Nahrungsergänzungen enthalten antientzündlich wirkende Mikronährstoffe, einzeln oder kombiniert in speziellen Mischungen. Auf eine gute Qualität und Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Wolfgang Marx et al., The Dietary Inflammatory Index and Human Health: An Umbrella Review of Meta-Analyses of Observational Studies. In: Advances in Nutrition, Vol. 12, Nr. 5 2021, S. 1681–1690, doi: 10.1093/advances/nmab037.


Flavonoide sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Bei einer guten Aufnahme können sie langfristig vermutlich dazu beitragen, die kognitiven Leistungen älterer Menschen zu stärken.

 

Flavonoide sind in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Bei einer guten Aufnahme können sie langfristig vermutlich dazu beitragen, die kognitiven Leistungen älterer Menschen zu stärken.

 

Weltweit steigt die Anzahl alter Menschen an, entsprechend werden altersbedingte kognitive Beeinträchtigungen und Demenz-Krankheiten weiter zunehmen. Präventive Maßnahmen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Oft nehmen Betroffene selbst das Nachlassen ihrer kognitiven Fähigkeiten schon Jahre vorher wahr, bevor kognitive Beeinträchtigungen und Demenz medizinisch festgestellt werden können. In dieser oft jahrelangen Phase lassen sich möglicherweise einige der bekannten Risikofaktoren für den kognitiven Leistungsabfall im Alter beeinflussen. Dazu gehört die Ernährung und speziell die gute Versorgung mit Flavonoiden aus pflanzlichen Lebensmitteln. Rund 8.000 verschiedene Flavonoide aus Pflanzen sind bereits ermittelt. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und geben Pflanzen nicht nur ihre markanten Farben, sondern schützen sie auch vor UV-Licht und Krankheitserregern. Sie sind vor allem in vielen Obstsorten enthalten, gute Anteile liefern vor allem Beeren und Zitrusfrüchte. Der Nutzen von Flavonoiden für die Gesundheit des Menschen wird seit vielen Jahren untersucht. Sie sind wirksame Antioxidantien und wirken auch antientzündlich. Ihre starke antioxidative Wirkung könnte Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen, die überall im Körper entstehen, wo der lebenswichtige Sauerstoff vorhanden ist.

 

Das gilt auch für das Gehirn, das den höchsten Verbrauch an Sauerstoff von allen Organen hat. Die antioxidativen Schutzsysteme, zu denen neben Flavonoiden z.B. auch einige Vitamine, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren gehören, werden im Alter schwächer. Das könnte dazu beitragen, dass sich die Hirnfunktionen und vor allem die kognitiven Leistungen verringern. Doch die bisherigen Ergebnisse zur Beziehung von Flavonoiden und den kognitiven Leistungen sind nicht einheitlich. Daher untersuchte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern diese Verbindungen in zwei großen prospektiven Bevölkerungsstudien.

 

Einbezogen wurden rund 49.500 Frauen aus der Nurses' Health Study (1984-2006) und knapp 20.000 Männer aus der Health Professionals Follow-Up Study (1986-2002). Die Teilnehmer waren zu Beginn zwischen 48 und 51 Jahre alt, alle wurden mehr als 20 Jahre in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. Untersucht wurde dabei der Zusammenhang zwischen den Aufnahmen von Flavonoiden aus der Nahrung (Untergruppen Flavonole, Flavone, Flavanone, Flavan-3-ole, Anthocyane, polymere Flavonoide, Proanthocyanidine) und kognitiven Leistungen. Bei den Krankenschwestern wurde die langfristige durchschnittliche Nahrungsaufnahme aus sieben Befragungen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme berechnet. Die Teilnehmerinnen bewerteten außerdem ihre subjektiv wahrgenommenen kognitiven Leistungen in den Jahren 2012 und 2014. Bei den Männern aus Gesundheitsberufen wurde die durchschnittliche Nahrungsaufnahme an Flavonoiden anhand von fünf Befragungen berechnet. Die Teilnehmer bewerteten ihre kognitiven Leistungen in den Jahren 2008 und 2012. Sie gaben z. B. an, wie ihre Erinnerung und Merkfähigkeit funktionierte, wie sie sich in ihrer Umgebung zurechtfanden und ob ihr Gedächtnis nachgelassen hatte.

 

Die täglichen Aufnahmen von Flavonoiden waren sehr unterschiedlich. Teilnehmer mit dem höchsten Konsum kamen auf ca. 600 mg Flavonoide täglich, bei den geringsten Aufnahmen waren es nur ca. 150 mg. Bei den höchsten Aufnahmen hatten die Teilnehmer ein um ca. 20 % signifikant geringeres Risiko für einen subjektiven Abbau der kognitiven Leistungen. Noch deutlichere Wirkungen gab es bei einzelnen Flavonoid-Arten: Die beste Schutzwirkung gegen subjektiv wahrgenommene kognitive Störungen wurde für Flavone, Flavanone und Anthocyane gefunden. Sie verringerten bei guter Versorgung das Risiko für geringere kognitive Leistungen um 38 %, 36 % bzw. 24 %. Flavone kommen z.B. in Orangen, Paprika, Rosmarin und Thymian vor. Flavanone sind vor allem in Orangen und Grapefruit enthalten. Anthocyane finden sich in vielen Obstsorten, vor allem in Blaubeeren, Erdbeeren, Äpfeln und im Rotwein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass eine höhere Aufnahme von Flavonoiden zum Erhalt der kognitiven Funktionen beitragen kann. Bei den Untergruppen der Flavone, Flavanone und Anthocyane zeigten sich die stärksten vermutlich schützenden Beziehungen zu den langfristig beobachteten kognitiven Leistungen. Dies sollte in weiteren Studien mit präventiven und therapeutischen Anwendungen von Flavonoiden näher untersucht werden. In der Zwischenzeit kann der Verzehr von flavonoidreichen Lebensmitteln wie Beeren und Zitrusfrüchten und -säften für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion von Vorteil sein.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Flavonoiden ist auch in vielen Nahrungsergänzungen erhalten, z.B. in einzelnen Obst- und Gemüse-Extrakten, aber auch in Multipräparaten in Kombinationen mit anderen Mikronährstoffen. Auf eine gute Qualität sollte immer geachtet werden.

 

Quelle
Tian-Shin Yeh et al., Long-term Dietary Flavonoid Intake and Subjective Cognitive Decline in US Men and Women. in: Neurology, online 28.7.2021, doi: 10.1212/WNL.0000000000012454.


Schwangerschafts-Diabetes erhöht den oxidativen Stress

 

Der Schwangerschafts-Diabetes verstärkt bei den betroffenen Frauen auch den oxidativen Stress. Einige Mikronährstoffe, vor allem Probiotika und Omega-3-Fettsäuren, konnten in einer Meta-Analyse ihren oxidativen Stress verringern.

 

Der Schwangerschafts-Diabetes (Gestations-Diabetes mellitus) ist eine Störung des Glukosestoffwechsels und tritt meist im zweiten oder dritten Trimester der Schwangerschaft auf. Man schätzt, dass rund 13 % der werdenden Mütter davon betroffen sind. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, Diabetes-Vorkommen in der Familie und eine gestörte Glukosetoleranz. Im Lauf der normalen Schwangerschaft führen die Anpassungen im Stoffwechsel und die Bildung von Plazentahormonen zur Entwicklung einer "physiologischen" Insulinresistenz. Sie dient dazu, den Transfer von Glukose an den Fötus zu gewährleisten. Ein Gestations-Diabetes entwickelt sich bei Frauen, deren Funktion der Bauchspeicheldrüse nicht ausreicht, um diese schwangerschaftsabhängige Insulinresistenz zu überwinden, was zu erhöhten Konzentrationen des Blutzuckers führt. Bekannt ist, dass beim Gestations-Diabetes ein erhöhter oxidativer Stress entsteht, dabei wird das Gleichgewicht zwischen der Bildung von Sauerstoff-Radikalen und den antioxidativen Abwehrkräften gestört.

 

Erhöhte Werte von freien Radikalen und Lipidperoxiden sind in der Schwangerschaft ein durchaus normales Phänomen. Bei Schwangerschaften, die durch einen Gestations-Diabetes komplizierter sind, wurde über eine übermäßige Oxidation berichtet, die hauptsächlich auf eine Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker) zurückzuführen ist. Überschüssige Glukose ist für die erhöhte Bildung von freien Radikalen verantwortlich, da sie mehrere Mechanismen im Stoffwechsel aktiviert und die Bildung von freien Radikalen in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) der Plazenta fördert. Ein erhöhter oxidativer Stress wird mit einer gestörten insulin-abhängigen Glukoseaufnahme, einer erhöhten Apoptoserate (gesteuerter „Selbstmord“ der Zellen) und einer Dysfunktion der Plazenta in Verbindung gebracht, während gleichzeitig ein allgemeiner proentzündlicher Zustand entsteht. Daher könnte die Ergänzung von antioxidativen Mikronährstoffen bei schwangeren Frauen mit Gestations.Diabetes vorteilhaft sein. Ein Forscherteam aus Griechenland prüfte in einer Meta-Analyse erstmals verschiedene Nahrungsergänzungen in Bezug auf den oxidativen Stress beim Schwangerschafts-Diabetes. Nach einer umfangreichen Recherche wurden schließlich 16 Studien mit insgesamt 1.173 Frauen mit Gestations-Diabetes ausgewertet.

 

Es zeigte sich, dass mehrere Nahrungsergänzungen den oxidativen Stress beim Schwangerschafts-Diabetes verringern konnten. Die Konzentrationen von Biomarkern, die die Oxidation fördern bzw. hemmen, konnten erhöht bzw. gesenkt werden. Omega-3-Fettsäuren gehören zu den wirksamsten antioxidativen Maßnahmen. Sie können bei schwangeren Frauen mit Gestations-Diabetes den erhöhten oxidativen Status auf verschiedene Weise verbessern. Dazu gehört, dass sie die Bildung proentzündlicher Zytokine (regulatorische Proteine) hemmen können. Sie lassen außerdem die Konzentration des stark antioxidativ wirkenden Glutathions (Tripeptid aus Aminosäuren) ansteigen, und sie verhindern die Oxidation von Lipiden im Plasma.

 

Auch Gaben von Probiotika sind bei Frauen mit Gestations-Diabetes gerechtfertigt, sie können die negativen Wirkungen des oxidativen Stresses abschwächen. Sie führen zur Bildung von Metaboliten mit antioxidativer Kapazität wie Glutathion, hemmen proentzündliche Zytokine und verhindern die Oxidation von Lipiden im Plasma. Auch einige andere Mikronährstoffe können beim Gestations-Diabetes vorteilhaft sein. Die Vitamine E und C wirken antioxidativ, indem sie oxidative Schäden verringern oder gar verhindern. Vitamin E hemmt die Kettenreaktionen der Lipidperoxidation in den Zellmembranen, indem es die Vermehrung von Lipid-Radikalen hemmt. Vitamin C kann, selbst in geringen Mengen, Proteine, Lipide, Kohlenhydrate und Nukleinsäuren vor Schäden durch die Bildung von freien Radikalen schützen. Vitamin C kann außerdem oxidiertes Glutathion wieder regenerieren. Es hat sich weiter gezeigt, dass Gaben von Vitamin D die Oxidation von Lipiden und die Produktion von AGEs (glykierte Endprodukte) senkt und die Aktivität von antioxidativen Glutathion-Enzymen erhöht.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Gerade in der Schwangerschaft besteht ein Bedarf an unschädlichen Maßnahmen, die den Schwangerschafts-Diabetes mit seinem erhöhten oxidativen Stress verringern können. Die Gaben verschiedener Nahrungsergänzungen können dabei hilfreich sein. Sie können die schädlichen Wirkungen des oxidativen Stresses begrenzen, der sich bei diesen Schwangerschaften verstärkt entwickelt. Das gilt besonders für Probiotika und Omega-3-Fettsäuren, aber auch für Gaben der Vitamine C, E und D.

 

Quelle
Christos Chatzakis et al., The Effect of Dietary Supplements on Oxidative Stress in Pregnant Women with Gestational Diabetes Mellitus: A Network Meta-Analysis. In: Nutrients, online 30.6,2021, doi: 10.3390/nu13072284.