Der erhöhte Verzehr von fettreichen Fischen, die gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, verringerte bei Migräne-Patienten in einer Studie die Kopfschmerzen.

 

Der erhöhte Verzehr von fettreichen Fischen, die gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthalten, verringerte bei Migräne-Patienten in einer Studie die Kopfschmerzen.

 

Die Migräne, eine neurologische Erkrankung mit phasenweise auftretenden chronischen Kopfschmerzen, schränkt die Lebensqualität der Betroffenen stark ein. Die Verbreitung von Migräne nahm in den Industrieländern in den letzten Jahren deutlich zu, Frauen im Alter von 18 bis ca. 44 Jahren sind häufiger betroffen. Zwar können Medikamente die Migräne zum Teil verringern, sie haben jedoch auch einige Nebenwirkungen, z.B. durch Sedierung und Abhängigkeit. Es gibt Hinweise, dass bei Migräne auch die Ernährung eine Rolle spielen könnte. Die moderne industrialisierte Ernährung enthält meist nur geringe Mengen der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus fettreichen Fischen (EPA und DHA). Enthalten sind jedoch reichliche Anteile an Linolsäure, einer Omega-6-Fettsäure (z.B. in Mais-, Soja- und anderen Ölen etc.).

 

Sie ist u.a. ein Vorläufer körpereigener Signalmoleküle (Oxylipine), die (in präklinischen Studien) nachweislich Schmerzen verstärken, während die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sie verringern. Ein US-amerikanisches Forscherteam hatte bereits die Wirkungen von Linolsäure auf chronische Schmerzen, darunter auch Migräne, untersucht. Dabei zeigte sich, dass eine Ernährung mit einem geringeren Gehalt an Linolsäure und einer erhöhten Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren dazu beiträgt, Schmerzen und entzündliche Prozesse zu lindern. Nun erweiterten die Forscher ihre Studie und prüften bei 182 Erwachsenen (88 % Frauen), die häufig unter Migräne litten (5 bis 20 Tage pro Monat), verschiedene Ernährungsweisen. Es sollte festgestellt werden, ob Maßnahmen in Bezug auf Fettsäuren die zirkulierenden Lipid-Mediatoren, die an der Entstehung von Kopfschmerzen beteiligt sind, verändern und Kopfschmerzen bei Erwachsenen mit Migräne verringern können.

 

Die Teilnehmer wurden zufällig einem von drei Ernährungsplänen zugeteilt. Alle erhielten für 16 Wochen Mahlzeiten, die Fisch, Gemüse, Hummus, Salate und Frühstücksprodukte enthielten. Unterschiedlich war jedoch jeweils der Gehalt an den Fischölen EPA und DHA sowie an Linolsäure. Eine Gruppe nahm gute Mengen an fettreichem Fisch oder Fischölen (1,5 g pro Tag) zu sich, bei einer gleichzeitig geringeren Zufuhr von Linolsäure. Die zweite Gruppe erhielt ebenso Mahlzeiten mit einem hohen Gehalt an fettreichen Fischen, jedoch auch einen höheren Anteil an Linolsäure. Die dritte Gruppe erhielt zum Vergleich Mahlzeiten mit einer hohen Menge an Linolsäure und einem geringeren Anteil an fettreichen Fischen (<150 mg EPA/DHA pro Tag), wie es der üblichen Ernährung in den USA entsprach. Alle Teilnehmer zeichneten die Anzahl ihrer Tage mit Migräne, deren Dauer und Intensität sowie die Auswirkungen auf die Arbeit und den Alltag und die Einnahme von Schmerzmedikamenten auf. Am Schluss fanden außerdem Blut- und Kopfschmerztests sowie eine Befragung der Teilnehmer zur Lebensqualität statt.

 

Beide Diäten mit einem erhöhten Anteil der Omega-3-Fettsäuren führten zu biochemischen Veränderungen, die mit einer verringerten Schmerzwahrnehmung einhergingen. Sie verbesserten zwar die Lebensqualität nicht signifikant, führten aber im Vergleich zur Kontrolldiät zu einer deutlichen geringeren Häufigkeit und Schwere der Kopfschmerzen. Die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und geringerer Linolsäure war dabei in einigen Ergebnissen wirksamer. Sie führte zu 30 % bis 40 % weniger Kopfschmerzstunden pro Tag, zu weniger starken Kopfschmerzen und verringerte die Tage mit Kopfschmerzen pro Monat im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Blutproben dieser Teilnehmergruppe wiesen auch niedrigere Werte an Lipiden auf, die mit Schmerzen verbunden sind.

 

Diese Studie zeigt auf biologisch plausible Weise, dass Schmerzen durch eine gezielte Umstellung der Ernährung behandelt werden können. Die Ergebnisse deuten auf grundlegende Mechanismen hin, die einen Zusammenhang zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und der Schmerzwahrnehmung herstellen. Eine optimierte Ernährung mit mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Linolsäure könnte Migräne-Patienten helfen, ihre Belastungen durch Kopfschmerzen zu senken. Ob dies auch dazu beitragen könnte, andere chronische Schmerzen zu lindern, sollte in weiteren Studien genauer erforscht werden.

 

Unser Tipp: Wie viele Ernährungsstudien zeigen, essen viele Menschen nicht genügend Fisch, damit ist die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren oft zu gering. Die Ergänzung von EPA und DHA kann die Versorgung bei einem geringen oder fehlenden Fischverzehr verbessern.

 

Quelle:
Christopher E. Ramsden et al., Dietary alteration of n-3 and n-6 fatty acids for headache reduction in adults with migraine: randomised controlled trial. In: British Medical Journal, online 1.7.2021, doi: 10.1136/bmj.n1448.


Vitamin D kann dazu beitragen, Verschlechterungen bei Asthma-Patienten, die mit üblichen Medikamenten (Kortikosteroiden) behandelt werden, zu verringern.

 

Vitamin D kann dazu beitragen, Verschlechterungen bei Asthma-Patienten, die mit üblichen Medikamenten (Kortikosteroiden) behandelt werden, zu verringern.

 

Rund drei Millionen Kinder und Erwachsene sind in Deutschland von Asthma (bronchiale) betroffen. Die ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der es zu Anfällen mit Atemnot und Hustenreiz etc. kommt. Bisher gab es zur Wirkung von Vitamin D auf Asthma aus früheren Studien noch keine einheitlichen Ergebnisse und Empfehlungen. Doch es gab deutliche Hinweise, dass Vitamin D sowohl die Entstehung von Asthma als auch den Verlauf beeinflussen könnte. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Vitamin D eng mit den Funktionen des angeborenen wie des erworbenen Immunsystems verbunden ist. Es kann weiter auf entzündliche Prozesse in den Atemwegen einwirken und zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten beitragen. Bekannt ist seit langem, dass viele Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind, das könnte auch Asthma-Patienten betreffen und den Verlauf ihrer Krankheit beeinflussen. Eine Gruppe von chinesischen Forschern stellte die Hypothese auf, dass die Ergänzung von Vitamin D die Wirkung der häufig eingesetzten Medikamente (Kortikosteroide), die zum Teil auch Nebenwirkungen haben, verbessern könnte. Damit ließe sich auch die Situation von Asthmapatienten verbessern. Das könnte sich z.B. auf plötzliche Verschlechterungen, Lungenfunktionen und die Asthmakontrolle verbessern.

 

Die Forscher werteten dazu relevante Studien bis zum Januar 2021 aus, in denen die Wirkung von Vitamin-D-Ergänzungen in Bezug auf eine sich verschlechternde Asthma-Situation untersucht wurde. Die Studien wurden bei Patienten mit einem mittleren bis schweren Asthma durchgeführt, die mit Kortikosteroiden behandelt wurden. In die Meta-Analyse konnten schließlich 12 Studien mit 1.543 Asthma-Patienten einbezogen werden, beteiligt waren Kinder und Erwachsene. Dabei zeigten sich beim Asthma-Kontroll-Score und in den Lungenfunktionen zunächst keine deutlichen Verbesserungen. Die Ergänzungen von Vitamin D konnten jedoch das Risiko eines sich verschlechternden Asthmas signifikant (RR 0,70) verringern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzungen von Vitamin D senkten bei Patienten, deren Asthma mit Kortikosteroiden behandelt wurde, sicher die Rate der Asthma-Verschlechterungen. Möglicherweise eröffnet sich damit die Perspektive, bei Asthma-Patienten auf einen Teil der Kortikosteroide mit Hilfe von Vitamin D-Gaben zu verzichten. Daher sollte zur Beziehung von Vitamin D und Asthma weiter geforscht werden.

 

Unser Tipp: Die Versorgung mit Vitamin D lässt sich mit einem Bluttest nachweisen. Ergänzungen von Vitamin D können Defizite, die bei vielen chronischen Krankheiten, wie auch bei Asthma, häufiger vorhanden sind, verbessern.

 

Quelle:
Ziyu Chen et al., Vitamin D can safely reduce asthma exacerbations among corticosteroid-using children and adults with asthma: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: Nutrition Research, online 13.6.2021, doi: 10.1016/j.nutres.2021.05.010.

 



Im Lauf des Lebens verändert sich der Energiebedarf von der Geburt über die Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter.

 

Im Lauf des Lebens verändert sich der Energiebedarf von der Geburt über die Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter. Dabei gibt es bei den Erwachsenen eine lange, stabile Phase. Erst ab etwa 60 Jahren sinkt der Energieverbrauch langsam und stetig ab.

 

Eine Gruppe von internationalen Forschern hat erstmals in einer Studie genau untersucht, wie sich der Energiebedarf im Lauf des Lebens entwickelt. Rund 6.400 Menschen aus 29 Ländern rund um die Welt waren im Alter von wenigen Tagen bis ins sehr hohe Alter von 95 Jahren daran beteiligt. In früheren Studien wurde bereits untersucht, wieviel Energie der Körper für die grundlegenden Lebensfunktionen, z.B. Atmung, Verdauung und Blutkreislauf verbraucht. Dies entspricht etwa 50 bis 70 Prozent der Kalorien, die wir täglich verbrennen. Nicht berücksichtigt wurde bisher die Energie, die Menschen für alle täglichen Verrichtungen verbrauchen. Um verlässliche Zahlen für die tägliche Gesamtenergie bei allen Teilnehmern zu ermitteln, verwendeten die Forscher eine sehr gute, jedoch aufwändige Methode (Double Labeled Water). Sie konnten auf diese Weise die Veränderungen des Energiestoffwechsels im Lauf des Lebens bestimmen und vergleichen. Dabei zeigte sich, dass der Gewebe-Stoffwechsel nicht konstant ist, sondern sich vor allem in vier Lebensphasen verändert. Bei der Geburt entspricht der Energieverbrauch, im Vergleich zum Körpergewicht, dem eines Erwachsenen. Der Energieverbrauch beschleunigt sich dann rasch und liegt mit rund einem Jahr um etwa 50 % über den Werten von Erwachsenen. Das führen die Forscher auf das schnelle Wachstum und die Entwicklung der Organe im ersten Lebensjahr zurück.

 

Auch die zunehmende körperliche Aktivität der Säuglinge spielt dabei eine Rolle. Ab einem Jahr bis zum Alter von 20 Jahren verringert sich der Energieverbrauch jedes Jahr um ca. 2,8 %. Dies verändert sich auch durch das erhöhte Wachstum in der Pubertät nicht. Vom 20. bis zum 60. Lebensjahr folgt eine relativ konstante Phase im Energieverbrauch. Dies gilt bei den Frauen auch während der Schwangerschaft und in der Menopause, in der sich der Energiebedarf kaum verändert. Dies ist generell unabhängig vom Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit, die ungefähr ab dem 30. Lebensjahr einsetzt. Die häufigen Gewichtszunahmen in den mittleren Lebensjahren lassen sich in diesen Jahrzehnten nicht auf einen Rückgang des Energiestoffwechsels beziehen. Viel eher sind sie auf eine zu hohe Kalorienzufuhr zurückzuführen, die über dem Verbrauch liegt. Bei den älteren Erwachsenen ab 60 Jahren sinkt dann der Energieverbrauch um etwa 0,7 % pro Jahr. Mit 90 Jahren braucht man demnach rund 26 % weniger Energie als drei Jahrzehnte zuvor. Als Gründe dafür kommen z.B. die Verluste der Muskelmasse im Alter in Frage, weil Muskeln mehr Kalorien benötigen als das Fettgewebe. Es müssen jedoch mehrere Gründe zusammenkommen, um diesen Rückgang zu erklären.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Energieverbrauch verändert sich im Lauf des Lebens von der Geburt bis ins hohe Alter. Eine Reihe dieser physiologischen Veränderungen sind mit dem Wachstum und dem höheren Alter verbunden. Doch die neuen Ergebnisse zeigen, dass die Veränderungen im Energiestoffwechsel offenbar von anderen Entwicklungen beeinflusst werden. Der Stoffwechsel, die Rate mit der Kalorien verbrannt werden, erreicht die Spitze schon früher, in den ersten Lebensjahren. Sie bleibt außerdem bei Erwachsenen sehr viel länger konstant, als man es bisher erwartet hätte. Der unvermeidliche Abbau im Energieverbrauch beginnt erst deutlich später als erwartet, etwa ab dem Alter von 60 Jahren. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen einzelnen Individuen. Damit eröffnen sich neue Aspekte für das individuelle Verhalten und Altern, auch zu speziellen Ernährungsweisen und Gesundheitsstrategien für die gesamte Lebensspanne.

 

Unser Tipp: Bei dem im Alter verringerten Energieverbrauch bleibt jedoch der Bedarf an Mikronährstoffen relativ konstant. Wird dieser Bedarf über eine bedarfsgerechte Ernährung nicht gedeckt, können Multi-Nahrungsergänzungen dazu beitragen, Defizite zu vermeiden.

 

Quelle
Herman Panzer et al., Daily energy expenditure through the human life course. In: Science, online 13.8.2021, doi: 10.1126/science.abe5017.


Vitamin B12-Versorgung verbessern

 

Ein hoher Verzehr tierischer Lebensmittel kann zu einigen gesundheitlichen Problemen führen und sich negativ auf die Nachhaltigkeit auswirken. Bei einer pflanzlichen Ernährung erhöht sich dagegen das Risiko eines Mangels an Vitamin B12. In einem Review stellen italienische Forscher die Kenntnisse über den B12-Mangel vor und zeigen Wege, wie man solche Defizite verringern kann.

 

Vitamin B12 ist ein essentielles wasserlösliches Vitamin, auch bekannt als Cobalamin, das in seiner Struktur das Ion Kobalt enthält. Es kommt hauptsächlich in tierischen Produkten vor, vor allem in Fleisch, Meeresfrüchten, Eiern, Milch und Milchprodukten. Nur bestimmte Mikroorganismen sind in der Lage, Vitamin B12 zu synthetisieren. Wir beziehen daher B12 ausschließlich über die Nahrung, vor allem aus tierischen Produkten. Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs enthalten kein B12, mit Ausnahme von Algen und angereicherten Lebensmitteln (z.B. Getreide, Milchersatz, Mehle). Die Absorption und der Stoffwechsel von B12 sind recht komplex, daran beteiligt sind der Magen, Zwölffinger- und Dünndarm. Am Schluss steht ein Komplex (Transcobalamin-Cobalamin), der von den Körperzellen aufgenommen und in stoffwechselaktive Formen (Methylcobalamin, Adenosylcobalamin) umgewandelt wird.

 

Vitamin B12 wird für mehrere Funktionen benötigt, dazu gehören die Erythropoese (Bildung und Reifung roter Blutzellen), die Synthese und Aufrechterhaltung der Myelinscheide (umhüllen Nervenfasern) sowie die Synthesen von Nukleinsäure (DNA) und Neurotransmittern. Zusammen mit anderen B-Vitaminen beeinflusst Vitamin B12 auch den Stoffwechsel von Homocystein, eine Aminosäure, die im Übermaß schädlich wirken kann. B12-Defizite führen zu erhöhten Homocystein-Spiegeln, was mit mehreren chronischen Krankheiten verbunden wird (Herz-Kreislauf-Krankheiten, neurodegenerative Krankheiten, periphere Neuropathie, Nierenversagen, Hypothyreose, Sarkopenie).

 

Bestimmte Gruppen in der Bevölkerung haben ein erhöhtes Risiko für eine zu geringe Versorgung mit Vitamin B12. Das kann z.B. durch eine zu geringe Aufnahme von tierischer Nahrung bedingt sein, weiter nimmt im höheren Alter die Fähigkeit ab, B12 in genügender Menge aus der Nahrung aufzunehmen. Daten der US-amerikanischen Studie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) zeigten einen B12-Mangel bei rund 7 % der 51- bis 70-Jährigen und von 15 % bei Menschen über 70 Jahren. Der durchschnittliche B12-Gehalt des Körpers wird bei gesunden Erwachsenen auf ca. 2-3 mg geschätzt, die hauptsächlich in der Leber und etwas geringer in den Nieren gespeichert werden. Mit dem Alter nimmt der B12-Spiegel tendenziell ab. Das Spektrum der Defizite reicht von 4-5% bei gesunden Älteren bis zu etwa 30-40 % bei Älteren, die in Institutionen leben und/oder verschiedene Komorbiditäten haben.

 

Auf 23-35 % wird der Mangel an Vitamin B12 bei den über 80-Jährigen geschätzt, wobei Männer häufiger davon betroffen sind als Frauen. Meist entwickelt sich der Vitamin-B12-Mangel schleichend im Lauf der Jahre und beeinträchtigt die Gesundheit. Bei einem noch geringen, subklinischen Mangel zeigen sich meist nur unspezifische Symptome, deren Ursache oft nicht erkannt wird, die sich aber vor allem bei älteren Erwachsenen negativ auf die Gesundheit auswirken. Niedrige B12-Spiegel wurden u.a. mit erhöhten Entzündungen, oxidativem Stress und erhöhter Anfälligkeit für Infektionen in Verbindung gebracht. Die häufigsten Folgen des B12-Mangels sind eine schwere (megaloblastische) Anämie und neurologische Veränderungen (z.B. sensorische und motorische Störungen, in den unteren Extremitäten). Ein B12-Mangel bei älteren Menschen kann außerdem mit kognitiven und psychiatrischen Störungen sowie Demenz verbunden sein. Vitamin B12 spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Modulation des Darm-Mikrobioms, was sich auf die Entwicklung und Funktionen sowohl des angeborenen als auch des adaptiven Immunsystems auswirkt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Langfristig vermeidet man einen Mangel an Vitamin B12 mit dem Verzehr von tierischen Lebensmitteln, die reichlich Vitamin B12 enthalten. Ein stärkeres Umweltbewusstsein führte jedoch in den letzten Jahren dazu, dass viele Menschen tierische Lebensmittel deutlich weniger verzehrten. Damit erhöhte sich das Risiko für eine unzureichende Aufnahme von Vitamin B12. Vegetariern und Veganern, die tierische Produkte weitgehend oder ganz meiden, wird daher empfohlen, die B12-Werte zu kontrollieren und dieses Vitamin regelmäßig zu ergänzen. Auch ältere Menschen sollten auf eine gute Zufuhr achten und gegebenenfalls Vitamin B12 regelmäßig ergänzen. Künftig sollten auch mehr nachhaltige B12-Quellen als Alternative zum Fleischkonsum erschlossen werden.

 

Das gilt für Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs, die von Natur aus einen hohen Gehalt an bioaktivem Vitamin B12 aufweisen oder auch für die Anreicherung von Vitamin B12 in Lebensmitteln. Nicht zuletzt sollte die seit langem bekannte Ergänzung von Multivitaminen als präventive Behandlung des B12-Mangels in Betracht gezogen werden.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 gibt es einzeln in verschiedenen Dosierungen und Formen sowie in diversen Kombinationen mit anderen Mikronährstoffen. Oft wird auch der gesamte Komplex der B-Vitamine empfohlen. Bei allen Anwendungen sollte auf eine gute Bioverfügbarkeit geachtet werden.

 

Quelle:
Alessandra Vincenti et al., Perfective: Practical Approach to Preventing Subclinical B12 Deficiency in Elderly Population In: Nutrients, online 2.6.2021, doi: 10.3390/nu13061913.


Mehr Fertignahrung steigert entzündliche Darmkrankheiten

 

Der Verzehr von industriell hergestellten Fertigwaren (ultra-prozessierte Nahrung) nahm in den letzten Jahren deutlich zu. Dies könnte mit dem Anstieg der entzündlichen Darmkrankheiten verbunden sein, die in westlichen Ländern und Ostasien in den letzten Jahren zugenommen haben.

 

Die entzündlichen Darmkrankheiten, vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, gehören zu den häufigsten, schweren Darmkrankheiten. Ihre Vorkommen sind in den letzten Jahrzehnten in Europa, den USA und auch in Ostasien angestiegen. Dies geschah parallel zur Verbreitung westlicher Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Dazu gehören der erhöhte Verzehr an industriell hergestellten Lebensmitteln, z.B. süße und salzige Snacks, schnell verzehrbare Speisen, verarbeitete Fleischwaren und Limonaden, die oft zu viel Fette und Zucker enthalten. Eine Gruppe von internationalen Forschern prüfte in 21 Ländern rund um den Globus, ob es eine Beziehung zwischen dem erhöhten Verzehr von Fertigwaren und entzündlichen Darmkrankheiten gibt.

 

Sie werteten die PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology) aus, eine Bevölkerungsstudie, an der insgesamt rund 116.000 Personen im Alter von 35 bis zu 70 Jahren beteiligt waren. Alle gaben von 2003 bis 2016 wiederholt detaillierte Auskünfte über ihre Ernährung. In den verschiedenen Ländern war der durchschnittliche Anteil der Fertigwaren unterschiedlich, das erleichterte es, mögliche Verbindungen besser zu erkennen. Der Verzehr von ultra-prozessierten Lebensmitteln war in den USA, Europa und Südamerika höher als in anderen Regionen, das zeigte sich z.B. beim Verzehr von verarbeiteten Fleischwaren und Softdrinks.

 

Obwohl der Morbus Crohn und die Colitis ulzerosa meist in jüngeren Lebensjahren beginnen, erkrankten im Lauf der rund zehnjährigen Nachbeobachtung 90 Teilnehmer am Morbus Crohn und 377 Teilnehmer an Colitis ulcerosa. Wer täglich ein bis vier Portionen an Fertigwaren verzehrte, hatte dadurch ein um zwei Drittel erhöhtes Krankheitsrisiko. Wer mit fünf Portionen täglich noch mehr Fertigwaren zu sich nahm, steigerte das Krankheitsrisiko auf 82 %. Beides galt im Vergleich zu den Teilnehmern, die Fertigwaren seltener, d.h. weniger als eine Portion pro Tag, verzehrten. Diese Beziehung war beim Morbus Crohn deutlicher ausgeprägt als bei der Colitis ulcerosa. Bei den einzelnen Nahrungsmitteln waren vor allem gesüßte Erfrischungsgetränke und Lebensmittel, salzige Snacks und verarbeitete Fleischwaren mit einem erhöhten Risiko für die entzündlichen Darmkrankheiten verbunden. Dagegen zeigte sich durch den Verzehr für unverarbeitetes Geflügel und rotes Fleisch kein erhöhtes Risiko, gleiches galt für Milchprodukte, Stärke, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

 

Auch wenn bisher nicht alle Ursachen für die entzündlichen Darmkrankheiten geklärt sind, geht man davon aus, dass sie mit einer durchlässigen Darmschleimhaut-Barriere (leaky gut) verbunden sind. Diese entsteht als Reaktion auf eine Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmbakterien) im Magen-Darm-Trakt bei dafür anfälligen Menschen. Die Ernährung beeinflusst das Mikrobiom im Darm und könnte eine Rolle bei der Entstehung der entzündlichen Darmkrankheiten spielen. Ultra-prozessierte Lebensmittel bzw. Fertigwaren enthalten viele Zutaten und Zusatzstoffe, dazu gehören z.B. raffinierter Zucker und Süßstoffe, künstliche Aromen, Stabilisatoren, Emulgatoren und Konservierungsmittel.

 

Sie könnten die Darmbarriere schädigen und durchlässiger machen. Dadurch können Bakterien leichter in den Darm eindringen, das kann Entzündungen auslösen und zur Entstehung der entzündlichen Darmkrankheiten beitragen. Für die Forscher zeichnet sich mit diesen Ergebnissen deutlich ab, dass nicht die Nahrung an sich zu entzündlichen Darmkrankheiten beiträgt, sondern die Art und Weise, wie sie zubereitet wird spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Krankheiten, Je mehr die Nahrung industriell verarbeitet ist, umso stärker kann das Risiko für entzündliche Darmkrankheiten ansteigen.

 

Unser Tipp: Mehr Informationen über die Ernährung und Mikronährstoffe bei entzündlichen Darmkrankheiten finden Sie in unseren aktuellen Newslettern vom Juli und August auf unserer Homepage www.centrosan.com.

 

Quelle:
Neeraj Narula et al., Association of ultra-processed food intake with risk of inflammatory bowel disease: prospective cohort study. In: The British Medical Journal, online 15.7.2021, doi: 10.1136/bmj.n1554.


Fermentierte Lebensmittel senken Entzündungen und fördern den Immunstatus

 

Die Ernährung prägt das Mikrobiom im Darm, das kann sich auf die Gesundheit und das Immunsystem auswirken. Wie eine neue Studie zeigt, fördert eine Ernährung mit reichlich fermentierten Lebensmitteln die gesunde Vielfalt der Darmbakterien und senkt Entzündungs-Marker.

 

Eine auf den Bedarf des Mikrobioms ausgerichtete Ernährung könnte ein Weg sein, um den starken Anstieg chronischer Krankheiten, die mit Entzündungen verbunden sind, zu bekämpfen. Bisherige Studien zeigten z.B., dass eine ballaststoffreiche Ernährung die Gesundheit fördert und dass fermentierte Lebensmittel (mit mikrobieller Gärung hergestellt) dazu beitragen, bei der Gewichtskontrolle zu helfen und das Risiko von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zu senken. Reichlich Ballaststoffe sind in Obst und Gemüse enthalten, zu fermentierten Lebensmitteln gehören u.a. Brot, Hart- und Schimmelkäse, Kimchi, Joghurt, Quark, Sauerkraut, Kombucha-Tee und Sojasauce. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher prüfte in einer kleinen Studie, wie Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel das Mikrobiom im Darm und das Immunsystem gesunder Erwachsener beeinflussen. 36 Teilnehmer führten zehn Wochen lang eine Diät durch. Die eine Hälfte erhielt fermentierte, die andere ballaststoffreiche Lebensmittel. Die Forscher analysierten Blut- und Stuhlproben von allen Teilnehmern, die drei Wochen vor Beginn der Studie, während der zehnwöchigen Diät und bis zu vier Wochen danach gesammelt wurden.

 

Die beiden Diäten wirkten sich unterschiedlich auf das Darm-Mikrobiom und das Immunsystem aus. Fermentierte Lebensmittel förderten die Vielfalt der Darmbakterien, abhängig von der Menge an fermentierten Produkten. Darüber hinaus zeigten vier Arten von Immunzellen eine geringere Aktivierung, und die Werte von 19 Entzündungs-Proteinen waren in den Blutproben geringer. Eines dieser Proteine, Interleukin 6, (proentzündliche Signalsubstanz) wurde mit Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, Typ-2-Diabetes und dem chronischen Stress in Verbindung gebracht. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung, mit reichlich Hülsenfrüchten, Samen, Vollkornprodukten, Nüssen, Gemüse und Obst, verringerten sich dagegen die Entzündungs-Proteine bei den Teilnehmern nicht. Auch die Darmbakterien veränderten sich nicht sonderlich.

 

Die Forscher schließen daraus, dass die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen allein über einen relativ kurzen Zeitraum nicht ausreicht, um die gesunde Vielfalt des Darm-Mikrobioms zu verbessern. Es zeigte sich weiter, dass die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen zu mehr Kohlenhydraten in Stuhlproben führten. Das lässt auf einen unvollständigen Abbau der Ballaststoffe durch die Darmbakterien schließen. Dies passt zu anderen Forschungs-Ergebnissen, die darauf hindeuten, dass das Mikrobiom der Menschen in den Industrienationen nicht mehr über genügend Mikroben verfügt, die solche Fasern abbauen können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Eine auf das Darm-Mikrobiom ausgerichtete Ernährung kann den Immunstatus verbessern und könnte Entzündungen bei gesunden Erwachsenen verringern. Dies zeigte sich bei allen Teilnehmern, die in ihrer Diät reichlich fermentierte Lebensmittel zu sich nahmen. Für die Forscher ist dies ein erstes Beispiel, wie sich bei Erwachsenen durch eine einfache Veränderung der Ernährung das Mikrobiom im Darm in relativ kurzer Zeit positiv beeinflussen lässt. In weiteren Studien sollte künftig untersucht werden, wie sich verschiedene Diäten und auch die Gaben von Probiotika (gesunde Darmbakterien) und Präbiotika (fördern Wachstum und Aktivität gesunder Darmbakterien) auf das Mikrobiom und die Gesundheit auswirken.

 

Unser Tipp: Zu den bewährten Probiotika gehören vor allem die Laktobazillen und Bifidobakterien. Wichtig ist eine gute Qualität, dazu gehört auch die ausreichende Anzahl an gesunden Bakterien.

 

Mehr Informationen zu Probiotika und anderen Mikronährstoffen finden Sie in unserem aktuellen Centrosan-Newsletter auf unserer Homepage www.centrosan.com.

 

Quelle
Hannah C. Wastyk et al., Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status. In: Cell, online 12.7.2021, doi: 10.1016/j.cell.2021.06.019.


Grüner Tee kann zur Grippe-Vorbeugung beitragenv

 

Grüner Tee gilt allgemein als sehr gesund. Eine neue japanische Studie zeigt, dass ein erhöhter Konsum auch dazu beitragen kann, der Influenza (Virus-Grippe) vorzubeugen.

 

Die wichtigsten Inhaltsstoffe im grünen Tee sind die Catechine. Sie gehören zu den Flavonoiden (sekundäre Pflanzenstoffe) und sind in Bezug auf ihre gesundheitlichen Wirkungen gut untersucht. Catechine haben antioxidative, antientzündliche und immunstärkende Wirkungen, sie haben außerdem antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Grüner Tee wird bei einer beginnenden Erkältung, Schnupfen oder auch bei grippalen Infekten und sogar bei der „echten“ Virusgrippe (Influenza) empfohlen.

 

In einer Studie untersuchte daher eine Gruppe japanischer Forscher die Wirkungen des grünen Tees bei der Influenza. Einbezogen in die Studie waren anfangs rund 4.300 Arbeiter aus den Regionen Kanto und Tokai. Alle gaben in einer Befragung 2011 an, wie oft sie grünen Tee tranken. In der Wintersaison von 2011 bis zum April 2012 wurden dann in dieser großen Gruppe die Fälle von Infuenza verzeichnet, einerseits durch eigene Angaben, andererseits wurde die Influenza zum Teil durch ein Diagnose-Kit bestätigt. Für jeden Teilnehmer mit einer Infuenza wurden zum Vergleich zwei nach Alter und Geschlecht vergleichbare Kontrollpersonen zufällig aus der großen Teilnehmer-Gruppe ausgewählt. Die Forscher konnten schließlich 179 Arbeiter mit Influenza und 353 gesunde Kontrollpersonen in ihre Analyse einbeziehen.

 

Es zeigte sich, dass der Konsum von grünem Tee signifikant mit einem geringeren Risiko, an Influenza zu erkranken, verbunden war. Im Vergleich zu den Teilnehmern, die den grünen Tee seltener als einmal pro Woche tranken, profitierten die Teilnehmer, die fünf Tassen oder mehr an grünem Tee pro Woche tranken. Sie konnten mit dem grünen Tee ihr Risiko, an Influenza zu erkranken, um 39 % verringern. Wurde diese Analyse auf die mit einem Diagnose-Kit bestätigten Influenza-Fälle eingeschränkt, verringerte sich das Grippe-Risiko zwar ein wenig, aber immerhin konnte es noch um 32 % gesenkt werden.

 

Die Forscher ziehen aus diesen Ergebnissen das Fazit: Diese Analyse legt nahe, dass der Konsum von grünem Tee mit einem geringeren Risiko, an Influenza zu erkranken, verbunden ist. Die vorliegenden Ergebnisse sollten in größer angelegten prospektiven Studien weiter geprüft werden.

 

Unser Tipp: Wer grünen Tee nicht mag oder ihn nicht regelmäßig trinkt, kann Grüntee-Extrakte mit den enthaltenen Catechinen auch ergänzen. Dabei sollte auf gut bioverfügbare Produkte geachtet werden.

 

Quelle:
Akiko Nanri et al., Green tea consumption and influenza infection among Japanese employees. In: European Journal of Clinical Nutrition Vol. 75, Nr. 6 2021, S. 976-979, doi: 10.1038/s41430-020-00792-3.


Extrakte aus Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren und Traubenkernen können dazu beitragen, die Glukose- und Lipidwerte sowie den Blutdruck zu senken. Dadurch könnte sich auch das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten verringern.

 

Extrakte aus Heidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren und Traubenkernen können dazu beitragen, die Glukose- und Lipidwerte sowie den Blutdruck zu senken. Dadurch könnte sich auch das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten verringern.

 

Der tägliche Verzehr von Obst und grünem Blattgemüse kann das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes senken und die metabolische Gesundheit verbessern. Es gibt einige Hinweise darauf, dass auch Fruchtextrakte dazu beitragen können, dem Auftreten von Diabetes vorzubeugen. Dazu könnten möglicherweise ihr Gehalt an Flavonoiden (z.B. Flavanole, Anthocyane) beitragen. Nach der Passage durch den Dünndarm werden sie von der Bakteriengemeinschaft des Dickdarms (Mikrobiota) metabolisiert. Die so erzeugten Metaboliten werden leichter absorbiert und zirkulieren länger im Plasma. Daher wurde vermutet, dass sie zu den antidiabetischen Effekten von Obst-, Gemüse- oder Fruchtextrakten beitragen könnten. Eine Gruppe von englischen und chinesischen Forschern stellte in einem Review die Kenntnisse zur Wirksamkeit von Heidelbeer-, Schwarze Johannisbeer- und Traubenkernextrakten vor. Sie bezogen in die Analyse 24 Studien ein, in denen ihr Einfluss auf den Glukose- und Cholesterinstoffwechsel sowie auf den Blutdruck geprüft wurde.

 

Heidelbeer- und Schwarze-Johannisbeeren-Extrakte senkten die Werte des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c), zumindest bei chinesischen Teilnehmern. Das galt vor allem bei den Älteren, bei Diabetikern und bei längeren Studienzeiten. Über alle Studien hinweg gab es auch gute Nachweise, dass bei Teilnehmern mit hohen Cholesterinwerten, Typ-2-Diabetes oder dem metabolischen Syndrom die Gaben von Heidelbeer- und Schwarzen Johannisbeerextrakten und in einem gewissem Maß auch von Traubenkernextrakten die Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte nach vier Wochen signifikant verringert waren. Traubenkernextrakte konnten außerdem den systolischen und diastolischen Blutdruck bei Personen mit Bluthochdruck oder dem metabolischen Syndrom leicht senken.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Extrakte aus Heidelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren könnten den langfristigen Glukose-Stoffwechsel günstig beeinflussen, auch wenn dies bisher nur durch einige Studien bei chinesischen Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes gestützt wird. Heidelbeer- und Johannisbeer- sowie Traubenkernextrakte senken vermutlich den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel beim metabolischen Syndrom, Typ 2 Diabetes oder bei Hypercholesterinämie. Es gibt allerdings nur wenige Hinweise darauf, dass Traubenkernextrakte den Blutdruck bei Personen mit Bluthochdruck oder mit dem metabolischen Syndrom senken können. Insgesamt zeigte sich, dass der vorherige Gesundheitszustand ein Hauptfaktor für die Reaktion auf die Fruchtextrakte ist. Dabei scheinen langfristige Gaben vorteilhafter für die Regulierung des Blutzucker- und Cholesterin-Stoffwechsels zu sein. Künftig sollte weiter daran geforscht werden, welche Bevölkerungsgruppen am besten von diesen Fruchtextrakten profitieren können.

 

Unser Tipp: Beeren- und Traubenkernextrakte sind als Nahrungsergänzungen erhältlich. Auf die gute Qualität sollte geachtet werden. So erhöhen z.B. Traubenkernextrakte als Phytosom die Resorption und Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
Teresa Grohmann et al., Efficacy of Bilberry and Grape Seed Extract Supplement Interventions to Improve Glucose and Cholesterol Metabolism and Blood Pressure in Different Populations - A Systematic Review of the Literature. In: Nutrients, online 17.5.2021, doi: 10.3390/nu13051692.


Das Frühstück enthält charakteristische Lebensmittel, die im Lauf des Tages kaum noch verzehrt werden.

 

Das Frühstück enthält charakteristische Lebensmittel, die im Lauf des Tages kaum noch verzehrt werden. Wer auf die morgendliche Nahrung verzichtet, geht damit das Risiko ein, dass wichtige Schlüssel-Nährstoffe geringer aufgenommen werden.

 

Das regelmäßige Frühstück wird zwar allen Kindern zum guten Start in den Tag empfohlen, doch so mancher Erwachsene lässt, aus welchen Gründen auch immer, das Frühstück regelmäßig entfallen. Einige der Lebensmittel, die üblicherweise am Morgen verzehrt werden, z.B. Milch, Joghurt, Müsli, Obst etc., werden später am Tage meist nicht mehr oder weniger gegessen. Dadurch kann ein Teil der täglich empfohlenen Aufnahmen von Mikronährstoffen, Vitaminen und Mineralien, wegfallen. US-amerikanische Forscher untersuchten im Rahmen der großen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey), ob und wie sich der Verzicht auf das Frühstück auf die Qualität der Ernährung und auf die Versorgung mit Mikronährstoffen auswirkt. Sie werteten dazu die Daten von rund 30.000 US-Amerikanern (ab 19 Jahren) aus, die von 2005 bis 2016 an der Studie teilgenommen hatten. Einbezogen wurden ihr Gesundheitszustand, wiederholte Befragungen zur Ernährung, Labortests und körperliche Untersuchungen. Aus Ernährungs-Protokollen konnten bei den Teilnehmern die üblichen täglichen Aufnahmen von Lebensmitteln und die Versorgung mit Mikronährstoffen bewertet werden.

 

Knapp 5.000 Teilnehmer (15,2 %) berichteten, dass sie regelmäßig kein Frühstück verzehrten. Im Vergleich zu den täglichen Frühstücks-Konsumenten nahmen sie dennoch tagsüber insgesamt mehr Kalorien, Kohlenhydrate, gesamte und gesättigte Fette und Zuckerzusätze mit dem Mittag- und Abendessen sowie mit Snacks auf. Sie waren auch weniger mit wichtigen Schlüssel-Nährstoffen versorgt. Dazu gehörten eine geringere Zufuhr an Ballaststoffen, Magnesium und Zink bzw. allgemein weniger Vitamine und Mineralien. Die Defizite waren für Folat, Kalzium, Eisen sowie für die Vitamine A, D, B1, B2, B3, C und D am ausgeprägtesten. Insgesamt hatten die Teilnehmer beim Verzicht auf das Frühstück eine etwas geringere Qualität der Ernährung. Ihre Mahlzeiten im Lauf des Tages enthielten oft mehr Kalorien, die Portionen des Mittag- und Abendessens sowie von Snacks waren größer und hatten eine geringere Nahrungsqualität.

 

Für die Forscher liefern diese Ergebnisse gute Argumente für die Einnahme eines regelmäßigen Frühstücks. Was morgens nicht verzehrt wird, führt meistens zu einer „Lücke“ bei den Mikronährstoffen. Das Frühstück bietet eine gute Gelegenheit, wichtige Ballaststoffe und Mikronährstoffe aufzunehmen, die bei den nachfolgenden Mahlzeiten am Tage weniger präsent sind. Durch die mit dem Frühstück allgemein bessere Versorgung mit Mikronährstoffen können auch die Risiken für chronische Krankheiten, die von der Ernährung beeinflusst sind, gesenkt werden.

 

Unser Tipp: Bei einer zu geringen Versorgung mit den täglich empfohlenen Mikronährstoffen, mit Vitaminen und Mineralien etc., können Mischungen von Mikronährstoffen vorhandene Defizite ausgleichen. Dabei sollte auf die gute Qualität geachtet werden.

 

Quelle
S. Fanelli et al., Skipping breakfast is associated with nutrient gaps and poorer diet quality among adults in the United States. In: Proceedings of the Nutrition Society, online 30.4.2021, doi: 10.1017/S0029665121000495.


Sardinen enthalten u.a. reichlich Omega-3-Fettsäuren. Ihr regelmäßiger Verzehr trug in einer spanischen Studie zur Vorbeugung vor Diabetes bei.

 

Sardinen enthalten u.a. reichlich Omega-3-Fettsäuren. Ihr regelmäßiger Verzehr trug in einer spanischen Studie zur Vorbeugung vor Diabetes bei.

 

Fischmahlzeiten gehören zu einer gesunden Ernährung, da vor allem die fettreichen Sorten (z.B. Lachs, Makrelen, Sardinen) reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten. Dies könnte eine Rolle bei der Vorbeugung vor Typ-2-Diabetes spielen. Doch bisher gab es dazu wenig nähere Angaben über die Fischarten und den präventiven Mechanismus, der zur Gesundheit beträgt. Sardinen sind eine gute Quelle von Omega-3-Fettsäuren und der Aminosäure Taurin, die isoliert oder in Synergie durch verschiedene molekulare Mechanismen dem Typ 2 Diabetes vorbeugen bzw. seine Entwicklung verzögern könnten. Eine Gruppe spanischer Forscher prüfte in einer Studie, ob der regelmäßige Verzehr von Sardinen bei Menschen im höherem Alter die Entwicklung von Typ 2 Diabetes verringern kann.

 

An der Studie nahmen 152 ältere Personen aus Barcelona im Alter ab 65 Jahren teil, die erhöhte Nüchternglukose-Werte (100 bis 124 mg/dL) hatten. Alle Teilnehmer wurden in einer gesunden Ernährung geschult, die dazu beitragen sollte, dem Typ 2 Diabetes vorzubeugen. Diese Ernährung führten alle ein Jahr lang durch. Die Hälfte der Teilnehmer (37 % hohes Diabetes-Risiko) erhielt zusätzlich pro Woche 200 Gramm Ölsardinen. Die zweite Gruppe (27 % hohes Diabetes-Risiko) diente zur Kontrolle und ernährte sich nur mit der empfohlenen Präventionskost. Vor Beginn und am Ende der Studie wurden bei allen wichtige Gesundheitsdaten geprüft. Vollständige Daten waren nach der Studie für 132 Teilnehmer verfügbar. Die Auswertung zeigte: Nach einem Jahr war das hohe Diabetes-Risiko beim regelmäßigen Verzehr von Sardinen deutlich auf nur noch 8 % gesunken. In der Kontrollgruppe hatte sich dagegen das hohe Risiko nur gering verbessert (von 27 auf 22 %). Durch den Sardinen-Verzehr verbesserten sich viele Gesundheitswerte.

 

Das galt z.B. für die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sowie für Vitamin D und die Aminosäure Taurin. Dies stimmte mit dem Anstieg zirkulierender Metaboliten von Taurin, Omega-3-Fettsäuren und Gallensäuren überein. Außerdem kam es zu Veränderungen der Erythrozytenmembran-Fettsäure, wenn sich die Omega-6-Fettsäuren verringert hatten und die Omega-3-Fettsäuren angestiegen waren. Mit dem Sardinenverzehr hatten sich bei Typ 2 Diabetes weitere wichtige Werte verbessert. Das sogenannte „gute“ Cholesterin HDL und Adiponektin (Gewebshormon) hatten sich in dieser Gruppe erhöht, die Triglyzeride und der Blutdruck waren gesunken, außerdem hatten sie niedrigere HOMA-IR-Werte (Nachweis der Insulinresistenz).

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Eine Ernährung zur Vorbeugung von Typ 2 Diabetes kann zusammen mit dem regelmäßigen Verzehr von Sardinen den Schutz vor der Entwicklung eines Typ 2 Diabetes stärken. Dies kann auch zur Prävention von kardiovaskulären Krankheiten beitragen.

 

Unser Tipp: Fische werden nach wie vor zu selten und oft nicht regelmäßig gegessen. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren kann daher empfehlenswert sein. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in der Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle:
Díaz-Rizzoli et al., Type 2 diabetes preventive effects with a 12-months sardine-enriched diet in elderly population with prediabetes: An Interventional, randomised and controlled trial. In: Clinical Nutrition, online 17.3.2021, doi: 10.1016/j.clnu.2021.03.014.