Bei chronisch entzündlichen Darmkrankheiten das Osteoporose-Risiko mit Mikronährstoffen senken


Entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können zur Osteoporose beitragen. Die damit verbundene geringe Knochenmineraldichte kann das Risiko für Knochenbrüche erhöhen. Eine Reihe von Mikronährstoffen kann dieses Risiko verringern.


Die Ernährung von Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten erweist sich oft als unzureichend, was sich auch auf die Knochenmasse auswirkt und zu Osteopenie (verringerte Knochendichte), Osteoporose und Knochenbrüchen führt. Einige Studien zeigten, dass die Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen, von Vitaminen und Mineralien etc., bei Patienten mit chronischen Darmkrankheiten oftmals unter den empfohlenen Werten liegt. Das gilt ganz besonders in den aktiven Krankheitsphasen. Kalzium und Vitamin D sind die am häufigsten diskutierten Nährstoffe im Hinblick auf die Knochenmineraldichte. Darüber hinaus sind auch die Vitamine A, K, C, B12 und Folsäure sowie die Mineralien Phosphor, Magnesium, Natrium, Zink, Kupfer und Selen an der Bildung der Knochenmasse beteiligt. Diese Mikronährstoffe werden bei chronischen Darmkrankheiten oft entweder nicht genügend aufgenommen oder ihre Aufnahme bzw. Verwertung ist beeinträchtigt. Beides kann zu einem Mangel an für das Knochensystem wichtigen Mikronährstoffen führen und das Risiko für Osteoporose erhöhen.


Ein wichtiger Risikofaktor bei entzündlichen Darmkrankheiten kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente sein. Kortikosteroide können bei längerer Anwendung mit Nebenwirkungen verbunden sein, die das Knochengewebe betreffen. Sie erhöhen die Vernichtung von Zellen (Apoptose), vermindern die Bildung von Osteoblasten (knochenbildende Zellen) und fördern die Genese von Osteoklasten (resorbieren die Knochensubstanz). Sie können auch den Kalziumhaushalt mit einer geringeren Absorption von Kalzium im Darm und in den Nieren sowie das neuroendokrine System (Bildung von Neurohormonen) beeinflussen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass nach dem ersten Jahr der Steroidtherapie die Knochenmasse um etwa 12 % und im folgenden Jahr um 2-3 % pro Jahr abnehmen kann. Darüber hinaus kann sich die Muskelmasse verringern, was das Risiko für Frakturen weiter erhöht. Um einer steroidbedingten Osteoporose vorzubeugen, sollte daher die Knochenmineraldichte vor und nach jedem Jahr der Behandlung geprüft werden.


Bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten sollte die Vitamin-D-Konzentration routinemäßig untersucht werden, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. Ergänzungs-Dosen sollten individuell nach Bedarf festgelegt werden. Die meisten Patienten benötigen auch eine Kalziumergänzung (meist 1000-1500 mg/Tag). Essen die Patienten relativ wenig Obst und Gemüse, kann die Ergänzung von Vitamin C sinnvoll sein. Bei hohen Homocystein-Werten kann die Ergänzung von Vitamin B12- und Folsäure in Betracht gezogen werden, da dies mit einer niedrigen Knochenmineraldichte verbunden ist. Weitere wichtige oder notwendige Mikronährstoffe können individuell empfehlenswert sein, die Auswahl und Dosierung sollte nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.


Neben Vitaminen und Mineralien können auch Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) für Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten vorteilhaft sein. Sie sind u.a. in Kräutern, Obst und Gemüse enthalten, können aber auch als Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Polyphenole wirken antioxidativ und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, die auch den Verlauf von entzündlichen Darmkrankheiten beeinflussen können. Sie können zum Schutz vor oxidativem Stress und Entzündungen beitragen. Darüber hinaus sind Polyphenole wichtige Elemente in der Osteoporose-Prävention. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Polyphenolen. z.B. Olivenöl, Soja, Tee, Obst und Gemüse, tragen vermutlich zum Schutz vor der Osteoporose bei.


Unser Tipp: Vitamin D und Kalzium stehen in vielen, sehr gut bioverfügbaren Formen, einzeln und kombiniert, zur Verfügung. Spezielle Mikronährstoff-Formeln gibt es z.B. auch für die Osteoporose.


Quelle:
Alicja Ewa Ratajczak et al., Nutrients in the Prevention of Osteoporosis in Patients with Inflammatory Bowel Diseases. In: Nutrients, online 6.6.2020, doi: 10.3390/nu12061702.


 Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.


Ubichinol, die aktive, reduzierte Form von Coenzym Q10, konnte in einer Studie bei gesunden Personen, die bereits längere Zeit von Müdigkeit betroffen waren, die Erschöpfung verringern.

Müdigkeit ist ein normales Gefühl, das nach körperlicher oder geistiger Erschöpfung durch Aktivitäten zur körperlichen Erholung dient. Häufig wird Müdigkeit jedoch nicht genügend durch Ruhephasen aufgelöst, sondern durch schlechte Gewohnheiten noch verstärkt. Halten Müdigkeitsgefühle über längere Zeit an, so kann dies in schwereren Fällen zum chronischen Müdigkeitssyndrom führen. Diese Krankheit führt zu einer tiefgreifenden Erschöpfung und behindert alltägliche Aktivitäten. Die Diagnose wird gestellt, wenn die Erschöpfung mindestens 6 Monate lang ohne Linderung anhält und durch gewöhnliche Ruhephasen nicht gemildert wird. Es gibt einige Hinweise darauf, dass bei dieser Krankheit oxidative Prozesse eine Rolle spielen.


Bei anhaltender Müdigkeit werden Zellen und Gewebe durch reaktive Sauerstoffspezies geschädigt, die bei übermäßiger Aktivität entstehen. Die Erholung tritt ein, wenn dieser Schaden adäquat repariert wird. Besteht der Schaden jedoch aufgrund des Mangels an Energie für die Erholung weiter fort, wird eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Dies kann zu Unwohlsein und Fieber sowie in der Folge zu chronischer Müdigkeit führen. Entsprechend sind Antioxidantien, die Schäden durch oxidativen Stress hemmen, und Substanzen, die die Energieproduktion anregen, wirksam gegen Müdigkeit. Antioxidantien können die Energieproduktion (ATP) der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) erhöhen und auf diese Weise einen Anti-Ermüdungseffekt erzeugen. Dies kann sich vermutlich auch auf viele andere Effekte im Körper auswirken, z.B. auf verbesserte Herzfunktionen und mit entzündungshemmenden Wirkungen auf die blutbildenden Zellen. Zu den wirksamen Antioxidantien gehört Ubichinol, die aktive, reduzierte Form des Coenzyms Q10, mit einer besseren Bioverfügbarkeit und hoher antioxidativer Wirkung.


Coenzym Q10 ist in einigen Nahrungsmitteln (z.B. in Fleisch) enthalten, kann aber auch vom Menschen selbst gebildet werden, doch der Gehalt im Körper nimmt mit dem Alter ab. Auch bei der Einnahme von Statinen, die den Cholesterinspiegel im Blut senken, wird Coenzym Q10 verringert. Defizite können sich auf Müdigkeits-Zustände auswirken. Eine Gruppe japanischer Forschern prüfte daher in einer Studie, ob die Ergänzung von Ubichinol eine bereits länger anhaltende Müdigkeit verringern kann.


Einbezogen in die kleine Studie waren 62 Personen (Mitte 30 bis 50 Jahre), die seit wenigstens einem Monat und längstens seit sechs Monaten unter anhaltender Müdigkeit litten, Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt 12 Wochen lang täglich 100 mg Ubichinol, die andere Gruppe erhielt für die gleiche Zeit täglich mit 150 mg Ubichinol eine etwas höhere Dosis, und die dritte Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo. Zu Beginn der Studie und dann alle vier Wochen wurde die subjektiv empfundene und die objektiv getestete Müdigkeit der Teilnehmer bestimmt. Geprüft wurden auch die Veränderungen in den Serum-Ubichinol-Werten, in den autonomen Nervenfunktionen, im oxidativen Stress und in der antioxidativen Aktivität sowie die Reaktionszeit und Ergebnisse der Teilnehmer in kognitiven Tests. Die Teilnehmer berichteten außerdem über ihre subjektiven Empfindungen von Müdigkeit, Erschöpfung und depressiven Stimmungen.


In den beiden Ubichinol-Gruppen stiegen die Serumspiegel nach vier Wochen um das Drei- bis Vierfache an und blieben im Vergleich zum Placebo in der gesamten Studienzeit signifikant höher. Kleine Unterschiede zwischen der höheren und geringeren Ubichinol-Dosis waren dabei relativ gering (nicht signifikant). Mit den Ubichinol-Gaben verbesserte sich in beiden Gruppen die Empfindung der subjektiven Müdig- und Schläfrigkeit nach kognitiven Tests besser als in der Placebo-Gruppe. Bei der höheren Ubichinol-Dosierung zeigte sich im Vergleich zum Placebo eine signifikante Verbesserung im subjektiven Grad der Entspannung nach Test-Aufgaben sowie in der Schläfrigkeit sowie in der Motivation, die Aufgaben zu lösen. Außerdem verbesserten sich die Ubichinol-Serumspiegel bei oxidativem Stress.


Für die Forscher legen diese Ergebnisse nahe, dass Ubichinol die Lebensqualität bei Personen mit leichter Müdigkeit verbessern kann. Es kann die kognitiven Funktionen fördern, um Aufgaben zu lösen und die Müdig- und Schläfrigkeit nach solchen Belastungen verringern. Gleichzeitig hat Ubichinol eine entspannende Wirkung und kann den oxidativen Stress, der bei Müdigkeit und Erschöpfung entsteht, senken.


Unser Tipp: Ubichinol ist die aktive, reduzierte Form des Coenzym Q10, mit klaren Vorteilen. Es ist im Körper besser bioverfügbar und hat direkte antioxidative Wirkungen.


Quelle:
Kel Mizuno et al., Ubiquinol-10 Intake Is Effective in Relieving Mild Fatigue in Healthy Individuals. In: Nutrients, online am 2.6.2020, doi: 10.3390/nu12061640.



Ältere Menschen, die täglich Multivitamine und -mineralien ergänzen, z.B. Vitamin C und Zink, hatten bei Krankheiten geringere Beschwerden.

Wenn Menschen älter werden, steigt das Risiko für Defizite an Mikronährstoffen, an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, an. Nach Schätzungen fehlt etwa jedem dritten Älteren in Europa, Kanada und den USA wenigstens ein Mikronährstoff in ausreichender Versorgung. Oft fehlt es jedoch an mehreren Substanzen, die unzureichend sind. Das kann zu einem beeinträchtigten Immunsystem führen. Typisch sind dann z.B. das häufigere Auftreten von Entzündungen, von denen manche auch unbemerkt verlaufen. Es kommt weiter zu geringeren Funktionen der T-Lymphozyten (Gruppe der weißen Blutzellen), die wichtige Aufgaben im Immunsystem erfüllen. Da viele Mikronährstoffe das Immunsystem unterstützen, könnten ältere Menschen von Multivitamin- und Mineralien-Ergänzungen profitieren. Mehrere Indizien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Multivitamin- und Mineralstoff-Ergänzungen die Immunfunktionen bei Menschen ab etwa 55 Jahren verbessern könnten. Dies prüften Forscher vom Linus Pauling Institute der Oregon State University in den USA in einer kleinen Studie.


Einbezogen waren 42 gesunde Teilnehmer im Alter von 55 bis zu 75 Jahren. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten 12 Wochen lang täglich entweder Ergänzungen mit Vitaminen und Mineralien oder ein Placebo. Im Multipräparat waren einige der Mikronährstoffe enthalten, die das Immunsystem stärken. Dazu gehörten die Vitamine A, D, E, B6, Folsäure, B12 und C sowie die Mineralien Eisen, Kupfer, Zink und Selen. Die Forscher untersuchten, ob die Gabe dieser Mikronährstoffe einige Indikatoren des Immunsystems beeinflussen konnte. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden bei den Teilnehmern der Blutmineral- und Vitaminstatus (Vitamin C, D und Zink) bestimmt. In den Blutwerten verbesserten sich vor allem die Werte von Vitamin C und Zink. Getestet wurden weiter die Immunfunktionen (z.B. die bakterientötende Aktivität des Blutes, reaktive Sauerstoffspezies etc.) bzw. der Immunstatus. Dabei zeigten sich jedoch keine statistisch signifikanten Veränderungen. In den Berichten der Teilnehmer über ihren Gesundheitszustand zeigte sich jedoch ein wichtiger Unterschied. Die Anzahl der Patienten mit Krankheitssymptomen in den drei Monaten war in beiden Gruppen gleich. Doch mit der Aufnahme von Mikronährstoffen waren die Teilnehmer im Durchschnitt nur drei Tage krank im Vergleich zu sechs Tagen in der Placebo-Gruppe. Auch ihre Krankheitssymptome waren mit Vitaminen und Mineralien deutlich geringer.


Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergänzung von Vitaminen und Mineralien verbesserte den Vitamin C- und Zinkstatus im Blut und allgemein den Gesundheitszustand. Das deutet darauf hin, dass gesunde ältere Erwachsene von Ergänzungen mit Mikronährstoffen, mit Vitaminen und Mineralien, profitieren könnten. Die regelmäßige Aufnahme solcher Ergänzungspräparate könnte das Immunsystem von älteren Menschen stärken. Dies sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.


Unser Tipp: Zur Stärkung des Immunsystems gibt es bewährte Mikronährstoff-Formeln mit Vitaminen und Mineralien etc. Sie können die Funktionen des Immunsystems gut unterstützen und stärken.


Quelle
Mary L. Fantacone et al., The Effect of a Multivitamin and Mineral Supplement on Immune Function in Healthy Older Adults. A Double-Blind, Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients, online 14.8.2020, doi: 10.3390/nu12082447.


Lutein − gut für die Augen


Lutein ist ein Carotinoid, das besonders für die gesunden Augenfunktionen sehr wichtig ist. Es kann dazu beitragen, die altersbedingte Makuladegeneration, vor allem in den frühen Stadien, zu verlangsamen.


Ein Team von chinesischen und US-amerikanischen Forschern stellte in einer Übersicht die aktuellen Kenntnisse zu Lutein und seinen Beziehungen zu Augenkrankheiten vor. Lutein gehört zu den Carotinoiden und kann im Körper nicht selbst hergestellt werden. Es muss aus der Nahrung aufgenommen werden und ist vor allem im Eigelb und im dunkelgrünen Blattgemüse, z.B. im Grünkohl, Spinat, Brokkoli sowie in einigen Obstsorten wie Nektarinen, Pfirsich und Orangen enthalten. Lutein hat Eigenschaften, die für die gesunden Augenfunktionen sehr wichtig sind. Es wirkt antioxidativ und entzündungshemmend und kann Schäden durch freie Radikale verringern. Das ist für die Netzhaut sehr wichtig, weil sie für Radikalen-Schäden besonders anfällig ist. Lutein ist auch ein guter Filter für schädliches Blaulicht und darin deutlich effektiver als andere Carotinoide. Lutein ist im Auge vor allem in der Makula (Gelber Fleck) hoch konzentriert zu finden.


Sie liegt im hinteren Teil des Auges in der zentralen Netzhaut (Retina) und ist für die Sehschärfe und das zentrale Sehen verantwortlich. Neben Lutein gibt es dort zwei weitere Carotinoide, Zeaxanthin und Meso-Zeaxanthin, die beide von Lutein abhängig sind (als Stereoisomer und Metabolit). Sie bilden zusammen das retinale Makulapigment, das für die optimale Sehleistung notwendig ist. Mit zunehmendem Alter wird die Makula anfälliger für sich allmählich entwickelnde degenerative Veränderungen. Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) kann entstehen. Sie kann zu einem Verlust des zentralen Sehens führen, wobei das periphere Gesichtsfeld erhalten bleibt, die Krankheit kann bis zur Blindheit führen. Die AMD wird in zwei Formen und verschiedene Stadien eingeteilt, eine schreitet recht schnell voran (neovaskuläre AMD), eine andere entwickelt sich sehr langsam über Jahre und Jahrzehnte hinweg (atrophische AMD).


Für die atrophische Makuladegeneration gibt es bisher keine wirksamen Medikamente. Eine Option ist daher die Ergänzung von Antioxidantien, Multivitaminen und Mineralien mit der sogenannten AREDS2-Formel (Age-Related Eye Disease Study2) in der, neben den Vitaminen C und E, den Mineralien Zink und Kupfer, den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA, auch Lutein und Zeaxanthin als wesentliche Bestandteile enthalten sind. Über die Ernährung werden täglich oft nur etwa 1 bis 2 mg Lutein aufgenommen, das ist für den Bedarf bei Augenkrankheiten zu wenig. Studien zeigten, dass Lutein stark mit dem Risiko für die Makuladegeneration verbunden ist. Das gilt besonders für die sich langsam entwickelnde atrophische Form und die Vorstufe mit der Entwicklung von Drusen (Ablagerungen in der Netzhaut), aber auch in geringerem Maß für die neovaskuläre AMD.


Eine australische Studie zeigte, dass Personen mit den höchsten Aufnahmen von Lutein und Zeaxanthin deutlich seltener an der neovaskulären AMD erkrankten im Vergleich zu Personen, die beide Carotinoide nur in niedrigen Mengen aufgenommen hatten. Hinzu kommt, dass sich Lutein bei stark übergewichtigen Menschen auch im Fettgewebe ansiedeln kann. Dies kann zur Senkung des Luteinspiegels in der Netzhaut führen und damit das Risiko für Augenkrankheiten erhöhen. Generell kann Lutein die AMD nicht heilen, jedoch dazu beitragen, den Krankheitsprozess zu verlangsamen. Lutein wirkt möglicherweise auch auf andere Augenkrankheiten ein, dazu gehören die diabetische Retinopathie und die Myopie (Kurzsichtigkeit). Lutein kommt auch in der Linse vor und kann sie vor altersbedingten Augenkrankheiten wie dem Grauen Star schützen. Hier sind künftig weitere Forschungen nötig, um die Beziehungen von Lutein genauer zu erforschen.


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Unser Tipp: Für die Stärkung der Augengesundheit und die Unterstützung bei Augenkrankheiten, besonders der altersbedingten Makuladegeneration, stehen verschiedene Formeln zur Verfügung, z.B. Mischungen von Carotinoiden (u.a. mit Lutein und Zeaxanthin), Nährstoff-Kombinationen laut der AREDS-2-Formel (von 2012) und weitere spezielle Augenformeln.


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Quelle:
Long Hin Li et al., Lutein Supplementation for Eye Diseases. In: Nutrients, online 9.6.2020, doi: 10.3390/nu12061721.


Zink gehört zu den essentiellen Spurenelementen und ist für die Gesundheit unverzichtbar. Weniger bekannt ist, dass es auch für die Mundgesundheit, für gesunde Zähne und das Zahnfleisch, eine wichtige Rolle spielt.


Zink gehört zu den essentiellen Spurenelementen und ist für die Gesundheit unverzichtbar. Weniger bekannt ist, dass es auch für die Mundgesundheit, für gesunde Zähne und das Zahnfleisch, eine wichtige Rolle spielt.


Im menschlichen Körper sind etwa 60 % des Zinks in den Muskeln und 30 % in den Knochen vorhanden. In der Mundhöhle findet sich Zink im Speichel, im Zahnbelag (Plaque) und im Hydroxylapatit des Zahnschmelzes. Es trägt zur Bildung gesunder Zähne bei und wird wegen seiner wichtigen Rolle bei der Prävention von Zahnbelägen und Zahnstein in Mundspülungen und Zahnpasten verwendet. Da Zink auch für die Immunität und Knochenentwicklung wichtig ist, wurde es als Bestandteil in dentalen und kieferorthopädischen Materialien einbezogen. Studien zeigten z.B., dass Zinkionen die Demineralisierung im Zahnschmelz verringern können. Zink ist in der Oberfläche des Zahnschmelzes konzentrierter, sie ist daher härter als der Untergrund und widerstandsfähiger gegen Karies. Zahnpasten, die sowohl Fluorid als auch Zink enthalten, konnten die Demineralisierung wirksamer hemmen und die Remineralisierung besser fördern, als solche, die nur Fluorid enthalten.


Salze wie Zinkoxid, -chlorid, -citrat, -lactat und -sulfat werden in Zahnpasten und Mundspülungen auch verwendet, um die Plaquebildung zu kontrollieren und die Bildung von Zahnstein zu senken. Zinksalze hemmen außerdem die Bildung flüchtiger Schwefelverbindungen und tragen so zu verringertem Mundgeruch bei. Auch die Ergänzungen von Zink können zur Kariesprävention beitragen. Sie konnten z.B. in einer Studie an Schulkindern im Lauf von zehn Wochen den Plaque-Index verbessern. Erhöhte Zinkkonzentrationen können das Bakterienwachstum hemmen, indem sie die Säureproduktion im Zahnbelag und seine Bildung verringern, was die Entstehung von Karies senken kann. Mit seiner lokalen und immunologischen Wirkung auf die Weichgewebe im Mund ist Zink auch für die Erhaltung der parodontalen Gesundheit wichtig.


Nicht immer wird Zink in ausreichenden Mengen aus der Nahrung aufgenommen. Zink kann im Körper nicht längerfristig gespeichert werden und muss deshalb regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden. Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bei Männern 11 bis 16 mg Zink täglich, für Frauen sind 7 bis 10 mg angesetzt. Der Bedarf hängt davon ab, wieviel Phytat bzw. Fasern mit der Nahrung aufgenommen wird, die vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind und die Absorption von Zink verringern können.


Der Zinkgehalt in Lebensmitteln hängt von den Vorkommen im Boden ab. Fleisch, z.B. Lamm, Leber, Rind und Huhn, ist eine gute Zinkquelle, gleiches gilt für Vollkornprodukte wie schwarzer Reis, Brot und Nudeln. Obst und Gemüse sind meist geringere Zinkquellen. Vor allem tragen Soja, Pilze, Sellerie und Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen), Nüsse, Granatäpfel, Beeren und Avocados zur Versorgung bei. Studien zeigten, dass der Zinkmangel häufiger auftritt, z.B. durch ungenügende Aufnahme aus der Nahrung, schlechte Absorption oder erhöhte Verluste. Bei einer unzureichenden Versorgung und bei einem Mehrbedarf kann die Ergänzung von Zink sinnvoll sein.


Die Forscher ziehen das Fazit: Viele Studien weisen darauf hin, dass Zink ein essentielles Spurenelement für die Erhaltung der Mundgesundheit ist. Neben seiner präventiven Wirkung in Dentalprodukten, Mundspülungen und Zahnpasta ist Zink auch wirksam bei Erkrankungen der Mundschleimhaut, vor allem bei der Vorbeugung und Therapie von Parodontalerkrankungen und Zahnkaries. Eine gesunde Ernährung, die reich an Zink und anderen Mikronährstoffen ist, ist daher für die Optimierung einer guten Mundgesundheit unerlässlich. Ergänzungen von Zink können bei Zinkmangel und bei einem Mehrbedarf die Versorgung verbessern. Einen Mehrbedarf haben z.B. häufiger schwangere und stillende Frauen, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen. Bei Zinkergänzungen sollten möglichst gut verwertbare Zinkformen bevorzugt werden. Darauf geachtet werden sollte auch, dass eisenhaltige Präparate die Absorption von Zink beeinträchtigen können, sie sollten daher nicht gleichzeitig mit Zink eingenommen werden.


Unser Tipp: Ein ausgewogenes Verhältnis von Vitaminen und Mineralstoffen, einschließlich von Zink ist für die allgemeine Gesundheit und speziell für die Mundgesundheit sehr wichtig. Zink kann als Ergänzung sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen aufgenommen werden. Dabei sollte auf besonders gut bioverfügbare Formen, z.B. Zinkcitrat oder -glukonat etc., geachtet werden.


Quelle:
Anne Marie Uwitonze et al., Zinc Adequacy Is Essential for the Maintenance of Optimal Oral Health. In: Nutrients, online 30.3.2020, doi: 10.3390/nu12040949.


Mehr pflanzliche Kost senkt das Diabetes-Risiko


Ein höherer Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Typ 2 Diabetes verbunden. Das zeigen zwei neue Studien.


Der Typ 2 Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, die auf der Insulinresistenz oder dem Insulinmangel beruht, verbunden mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Weltweit steigt die Zahl der Diabetiker stark an. Zu den möglichen Ursachen gehören u.a. die genetische Veranlagung, eine fettreiche Ernährung und starkes Übergewicht. Die Umstellung der Ernährung, z.B. mit dem Verzehr von mehr pflanzlichen Lebensmitteln, gehört zu den grundlegenden Therapiemöglichkeiten.


Eine Gruppe von europäischen Forschern untersuchte die Beziehungen der Blutwerte von Vitamin C und Carotinoiden, die in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten sind, und dem Typ 2 Diabetes. Im Rahmen der großen EPIC-Studie zur Gesundheit und Ernährung wurden in acht Ländern Europas knapp 10.000 Erwachsene ausgewählt, bei denen dieser Diabetes erstmals diagnostiziert wurde. Sie wurden mit 13.000 gesunden Erwachsenen in Bezug auf ihre Ernährung bzw. die Werte von Vitamin C und Carotinoiden verglichen. Nach der Anpassung an weitere Einflussfaktoren zeigte sich, dass höhere Blutwerte von Vitamin C und Carotinoiden, sowohl einzeln als auch gemeinsam, mit einem geringeren Risiko für den Typ 2 Diabetes verbunden waren. Teilnehmer mit den höchsten Werten hatten ein um 50 % geringeres Diabetes-Risiko im Vergleich zu denen mit den geringsten Vitamin C- und Carotinoid-Werten. Die Forscher kalkulierten, dass sich pro 66 Gramm mehr Obst und/oder Gemüse pro Tag das Diabetes-Risiko um 25 % verringerte. Die Blutwerte von Vitamin C und Carotinoiden können außerdem als ein Biomarker für die Einschätzung des Diabetes-Risikos genutzt werden.


In der zweiten Studie untersuchten US-amerikanische Forscher die Beziehungen zwischen dem Verzehr von Vollkornprodukten und dem Typ 2 Diabetes. Sie werteten Daten der „Nurses Health Study“ und „Health Professionals Follow-up Study“ aus, an der rund 160.000 Frauen und 36.500 Männer von 1984 bis 2017 beteiligt waren. Alle waren anfangs frei von Diabetes, Herz- und Krebskrankheiten. Bei allen wurde der Verzehr von Vollkorn-Lebensmitteln erfasst, dazu gehörten u.a. Frühstücks-Cerealien, Haferflocken, brauner Reis, zugesetzte Kleie und Weizenkeime.. Im Lauf der Studienjahre erkrankten rund 18.600 Teilnehmer am Typ 2 Diabetes. Nach der Anpassung an andere Einflussfaktoren hatten die Teilnehmer mit dem höchsten Verzehr von Vollkornprodukten ein um 29 % geringeres Risiko für den Typ 2 Diabetes. Auch ein relativ geringer Verzehr an Vollkorn-Lebensmitteln zeigte seine Wirkungen. So verringerte sich das Diabetes-Risiko beim Verzehr von einer oder mehrerer Portionen kalter Vollkornflocken zum Frühstück oder von dunklem Brot täglich um 19 bis 21 % im Vergleich zu einem geringeren Verzehr.


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Die Ergebnisse beider Studien deuten darauf hin, dass schon ein gering erhöhter Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten dazu beiträgt, das Diabetes-Risiko zu senken. Das gilt besonders für Erwachsene, die bisher nur geringe Mengen an diesen Lebensmitteln essen. Beide Studien unterstützen die Empfehlung zu einem erhöhten Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten als Teil einer gesunden Ernährung und zur Vorbeugung von Typ 2 Diabetes.


Unser Tipp: Wenn die Zufuhr an Vitamin C und Carotinoiden nicht ausreichend ist, können sie auch mit Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Sie werden teils einzeln, teils in verschiedenen Kombinationen von Carotinoiden und anderen Mikronährstoffen angeboten. Wir empfehlen, auf gute bioverfügbare Formen zu achten.


Quellen:
Ju-Sheng Zheng et al., Association of plasma biomarkers of fruit and vegetable intake with incident type 2 diabetes: EPIC-InterAct case-cohort study in eight European countries. In British Medical Journal, online 8.7.2020, doi: 10.1136/bmj.m2194. 
Yang Hu et al., Intake of whole grain foods and risk of type 2 diabetes: results from three prospective cohort studies. in: British Medical Journal, online 8.7.2020, doi: 10.1136/bmj.m2206.


Bei jedem zweiten Deutschen fehlt es an genügend Kenntnissen über eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

 

Bei jedem zweiten Deutschen fehlt es an genügend Kenntnissen über eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Das zeigte eine repräsentative Studie, die vom AOK-Bundesverband vorgestellt wurde.

 

Das Wissen über die Ernährung setzt sich aus vielen Faktoren zusammen. Dazu gehört z.B., dass man die Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln richtig verstehen kann, dass man weiß, wie man Vorräte am besten lagert und Mahlzeiten bewusst plant. Dazu gehört weiter, dass man sich auch bei geringeren Geldmitteln gesund ernähren kann, z.B. zuckerhaltigen Lebensmitteln widerstehen und die richtigen Snacks für den „kleinen Hunger“ zwischendurch auswählen kann. Laut einer aktuellen Studie der AOK verfügen rund 54 % der Bevölkerung nicht über ausreichende bis zu sehr schlechten Kenntnissen über eine gesunde Ernährung. An der Studie nahmen 2.000 repräsentativ ausgewählte Bürger im Alter von 18 bis zu 69 Jahren teil. Sie beantworteten 29 Fragen zur Ernährung aus acht verschiedenen Bereichen. Hinzu kamen sechs Fragen zu Nährwerten auf einer Fertigpackung mit Eiscreme. Die Forscher wollten dabei prüfen, ob die Teilnehmer die Angaben verstehen konnten. Aus allen Antworten wurde die jeweilige Ernährungskompetenz der Teilnehmer berechnet. Sie wurde je nach Ergebnissen als nicht ausreichend, problematisch, ausreichend oder exzellent eingestuft.

 

Allgemein schnitten die Frauen im Ernährungswissen besser ab als die Männer. 53 % hatten ausreichende Kenntnisse, doch bei 46 % waren sie problematisch, nur bei 1 % inadäquat. Von den Männern waren nur 38 % ausreichend über eine gute Ernährung informiert, bei 58 % waren die Kenntnisse problematisch und bei 3 % inadäquat. Bei den Altersgruppen schnitten besonders die 18- bis 24-Jährigen schlecht ab. Nur rund ein Drittel in dieser Altersgruppe wusste, wie eine gesunde Ernährung sein sollte. Positiv fiel auf, dass die Ernährungskompetenz bei Teilnehmern mit Migrationshintergrund leicht positiv war. Dies könnte daran liegen, dass diese Gruppe häufiger die mediterrane Ernährung befolgt, und es werden öfter viele frische Produkte gekocht. Im Gegensatz dazu greifen viele Menschen in Deutschland, vor allem junge Familien, immer öfter zu Fertigprodukten, die oftmals nicht optimal zusammengesetzt sind. Sie enthalten häufig zu viel Zucker, gesättigte Fette und Salz.

 

Auf die Ernährung wirken sich auch die Bildung und das Einkommen aus. Die Kenntnisse über eine gesunde Ernährung sind in höheren Bildungs- und Einkommensschichten deutlich besser. Eine Folge davon ist, dass z.B. das Risiko für ein überhöhtes Übergewicht (Adipositas) bei Kindern aus benachteiligten Familien um das Vierfache höher ist als in besser gestellten Familien. Informationsangebote der Bundesregierung über die gesunde Ernährung, die sich z.B. speziell an Familien richten, erreichen die Risikogruppen für eine schlechtere Ernährung offenbar nicht.

 

Das alles zeigt, dass man sich für eine bessere Ernährung auf vielerlei Ebenen weiter einsetzen muss. Krankenkassen, Mediziner und Gesundheitsverbände fordern z.B. seit langem die Einschränkung der Werbung für stark zuckerhaltige Lebensmittel und eine Senkung von gesundheitsschädlichen Bestandteilen in Lebensmitteln. Der Anteil von zugesetztem Zucker in Fertiglebensmitteln ist nach wie vor zu hoch. Noch fehlt es auch an einem Stop für den Verkauf von zuckerhaltigen Getränken in Schulen und eine Schulspeisung, die ausgewogene Gerichte für alle Schüler anbietet. Und nicht zuletzt fehlt immer noch eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln, die in Europa einheitlich ist. Wie diese Studie auch zeigte, fehlt es 72 % der Teilnehmer vor allem an gesunden Vergleichsmöglichkeiten, um z.B. Entscheidungen für gesündere Produkte zu treffen.

 

Quelle:
AOK-Studie Hälfte der Deutschen mit problematischer Ernährungskompetenz, Pressemitteilung des AOK-Bundesverbands vom 16.6.2020.


Seit Jahrhunderten wird der Weihrauch als Heilmittel verwendet. Nun klärten Forscher Wirkungen auf, durch die Weihrauchextrakte Entzündungen hemmen können.

 

Seit Jahrhunderten wird der Weihrauch als Heilmittel verwendet. Nun klärten Forscher Wirkungen auf, durch die Weihrauchextrakte Entzündungen hemmen können.

 

Aus dem Stamm des Weihrauchbaums wird ein Harzextrakt gewonnen, in dem verschiedene Substanzen enthalten sind, darunter vor allem die Boswelliasäure. Neben einer langen Tradition als aromatisches Räuchermittel für kultische und religiöse Zwecke wird der Weihrauch seit vielen Jahrhunderten als Heilmittel verwendet. Davon zeugen z.B. Anwendungen in der afrikanischen und indischen Heilkunde. Seit der Antike wurde der Weihrauch auch in Europa eingesetzt, z.B. in der römischen und griechischen Medizin zur Wundreinigung oder bei Krankheiten der Atemwege.

 

Wie viele Naturheilmittel geriet mit der Entwicklung der modernen Medizin auch der Weihrauch im Lauf des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit. Doch mehr und mehr interessiert man sich längst wieder für deren Nutzen. Seit einigen Jahren forschen Wissenschaftler der Universität Jena über die entzündungshemmenden Wirkungen des Weihrauchs, die z.B. bei Asthma, Arthritis oder Neurodermitis hilfreich sein könnten. 2012 zeigten sie bereits, dass die Boswelliasäuren aus dem Weihrauch mit verschiedenen Proteinen, die an entzündlichen Reaktionen beteiligt sind, interagieren. Das galt vor allem für Prostaglandin E2, das zu den Vermittlern der Immunantwort gehört und z.B. bei Entzündungen, bei Fieber und Schmerzen eine entscheidende Rolle spielt. Nun ist es den Forschern aus Jena zusammen mit Forschern der US-amerikanischen Louisiana State University gelungen, eine weitere, wichtige Funktion des Weihrauchs bei Entzündungen aufzuklären.

 

Eine Schlüsselrolle hat dabei das Enzym 5-Lipoxygenase, das in allen Geweben vorhanden ist und u.a. auch Entzündungen fördert. Es unterstützt die Bildung von Leukotrienen, eine Gruppe von Entzündungs-Botenstoffen im Körper, die z.B. mit Asthma und der Atherosklerose verbunden sind. Die Forscher konnten nun mit neuen Untersuchungsmethoden zeigen, dass sich die Boswelliasäure aus dem Weihrauch an einer bestimmten Stelle an dieses Enzym binden kann. Daraufhin wird dessen übliche Aktivität gehemmt und umprogrammiert. Es entsteht eine Art Domino-Effekt: die 5-Lipoxygenase, die sonst Entzündungen fördert, bildet nun Substanzen, die Entzündungen auflösen. Damit sind einmal mehr die entzündungshemmenden Wirkungen des Weihrauchs bestätigt.

 

Unser Tipp: Weihrauch wird in verschiedenen Mischungen mit anderen Substanzen, Kräutern etc., angeboten. Es ist z.B. als Phytosom, gebunden an Phosphatidylcholin, auch einzeln erhältlich und in dieser Form besonders gut bioverfügbar,

 

Quelle:
Ute Schönfelder, Weihrauch programmiert Entzündungsenzym um. Forschungsteam aus Jena und den USA klärt entzündungshemmende Wirkung eines Naturstoffs aus Weihrauchharz auf. Pressemitteilung der Universität Jena vom 11.5.2020, Original: Nathaniel C. Gilbert et al., Structural and mechanistic insights into 5-lipoxygenase inhibition by natural products. In: Nature Chemical Biology, online 11.5.2020, doi: 10.1038/s41589-020-0544-7.


Mit geeigneten Nahrungsergänzungen und einer sinnvollen Ernährung können entzündliche Darmkrankheiten in ihren Symptomen verringert und in ihrem Verlauf verbessert werden.

Mit geeigneten Nahrungsergänzungen und einer sinnvollen Ernährung können entzündliche Darmkrankheiten in ihren Symptomen verringert und in ihrem Verlauf verbessert werden.

 

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Die entzündlichen Darmkrankheiten sind weltweit immer weiter verbreitet, zu ihnen gehören vor allem der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. Sie sind chronisch und treten ständig oder schubweise immer wieder auf. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Verstopfung, Diarrhö und Bauchkrämpfe. Medikamente können die Symptome lindern, die Krankheiten jedoch nicht heilen. Doch mit einer geeigneten Ernährung und Nahrungsergänzungen sind einige Erfolge zu erreichen. Sie können die Symptome der entzündlichen Darmkrankheiten lindern oder gar zu einer Remission beitragen. Eine Gruppe polnischer Wissenschaftler wertete dazu 30 relevante Studien aus. Ihre Analyse zeigt, dass Ballaststoffe, einige Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) und Fettsäuren sowie eine zuckerarme Ernährung bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa die Lebensqualität deutlich verbessern können.

 

Bei den Polyphenolen gibt es besonders für Curcumin und Resveratrol bereits einige gute Ergebnisse. Curcumin ist in Kurkuma enthalten und zeigte entzündungshemmende Wirkungen. In einigen Studien zu entzündlichen Darmkrankheiten konnten Curcumin-Gaben im Vergleich zu einem Placebo die Krankheitsaktivität stärker verringern oder sogar die Remission erreichen. Resveratrol kommt in vielen Pflanzen vor, z.B. in Weintrauben, Heidelbeeren und Erdnüssen. Es wirkt antioxidativ und kann Entzündungen hemmen, auch einige Wirkungen bei entzündlichen Darmkrankheiten sind untersucht. Ballaststoffe, darunter u.a. Fruktane, (Fructooligosaccharide, Inulin etc.), Psyllium (Flohsamen) sowie Hafer- und Weizenkleie, können positiv wirken und Magen-Darm-Symptome bei Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten ebenso wie die Lebensqualität verbessern. Bei den Fettsäuren wurden vor allem die Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), untersucht. Auch sie konnten entzündliche Darmkrankheiten verringern. Sie konnten weiter dazu beitragen, den Einsatz von Kortikosteroiden zu senken.

 

Bei den entzündlichen Darmkrankheiten wurden verschiedene Ernährungsweisen untersucht. Bewährt hat sich vor allem die FODMAP-Ernährung, bei der die Aufnahme von kurzkettigen, hoch fermentierbaren und schlecht resorbierbaren Kohlenhydraten eingeschränkt wird. Sie führen durch bakterielle Fermentierung und Wassersekretion z.B. zur Darmdysbiose, Verletzungen/Entzündungen und übermäßiger Gasbildung. Empfohlen werden Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, laktosefreie Milchprodukte, glutenfreies Getreide (z.B. Reis), Obst (z.B. Bananen), Gemüse (z.B. Spinat), die meisten Nüsse sowie viele Gewürze und Kräuter. Zu meiden sind Lebensmittel mit einem hohen Laktosegehalt, Hülsenfrüchte, Knoblauch und Zwiebeln. Den Patienten wird empfohlen, in den ersten 4-6 Wochen vor der Diät einige strenge Einschränkungen in der Ernährung einzuhalten und jede Veränderung der Symptome genau zu beobachten. Ziel ist ein optimales Niveau der FODMAP-Diät, das individuellen Bedürfnissen am besten entspricht. Die Anwendung dieser Ernährungsweise zeigt, dass sich dadurch gastrointestinale Symptome und Beschwerden verringern lassen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit. Eine geeignete Ernährung und eine Reihe von Nahrungsergänzungen können dazu beitragen, die Lebensqualität von Patienten mit entzündlichen Darmkrankheiten zu verbessern und die Symptome im Magen-Darm-Trakt zu lindern. In weiteren Forschungen sollten z.B. wirksame Dosierungen und längerfristige Wirkungen einzelner Substanzen genauer untersucht werden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen bereits, dass Nahrungsergänzungen und eine geeignete Ernährung eine Alternative oder zumindest eine Maßnahme sein können, um die üblichen Krankheitsverläufe bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu verbessern und eventuell Medikamente zu verringern. Die Forscher empfehlen bei entzündlichen Darmkrankheiten, Diäten und Nahrungsergänzungen nicht auf eigene Faust anzuwenden. Zusammen mit Ernährungsfachleuten und Therapeuten können individuell geeignete Ernährungsweisen, Substanzen und Dosierungen ausgewählt werden. Dies kann zu einer höheren Lebensqualität sowie zur besseren Krankheitskontrolle und zu weniger Komplikationen führen.

 

Unser Tipp: Die Funktionen im Magen-Darm-Trakt können durch viele Nahrungsergänzungen beeinflusst werden. Dazu gehören z.B. geeignete Vitamine, Mineralien, Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe etc., einzeln und in bewährten Mischungen. Auch wir empfehlen (nicht nur) bei Darmkrankheiten, die Anwendungen mit einem Therapeuten und Ernährungsfachleuten individuell auszuwählen.

 

Quelle:
Bartosz Malinowski et al., The Rundown of Dietary Supplements and Their Effects on Inflammatory Bowel Disease - A Review. In: Nutrients, online am 14.5.2020, doi: 10.3390/nu12051423.


 Die mediterrane Ernährung gilt als sehr gesund. Wie eine neue Studie zeigt, kann sie auch die Gesundheit der Knochen und Muskeln fördern.

 

Die mediterrane Ernährung gilt als sehr gesund. Wie eine neue Studie zeigt, kann sie auch die Gesundheit der Knochen und Muskeln fördern. Je besser die mediterrane Kost eingehalten wurde, umso stärker sank das Risiko für Knochenbrüche.

 

Die Mittelmeerkost gilt weithin als gesunde Ernährung und wird auch zur Prävention für von der Ernährung abhängige Krankheiten empfohlen. Dazu gehören z.B. Herz-Kreislauf- und Krebskrankheiten sowie der Typ-2-Diabetes. Einige Studien zeigten, dass die mediterrane Ernährung auch zur Gesundheit des Bewegungsapparats, d.h. des Knochen- und Muskelsystems, beitragen kann, obwohl die Forschung dazu bisher begrenzt ist. Die Mittelmeerdiät ist durch einen hohen Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreidewaren und Olivenöl, gekennzeichnet. Fisch und Alkohol werden eher mäßig und Milchprodukte sowie rotes und verarbeitetes Fleisch werden nur gering verzehrt. Mit dieser Ernährung werden reichlich Antioxidantien, einschließlich von Vitamin C, Carotinoiden, Selen und Magnesium, sowie Ballaststoffe aufgenommen. Sie wirken sich positiv auf die Gesundheit von Knochen und Muskeln aus. Auch die in Obst, Gemüse und Olivenöl enthaltenen Polyphenole sowie die Omega-3-Fettsäuren, vor allem aus Fischölen, können die Knochengesundheit unterstützen. Omega-3- Fettsäuren hemmen z.B. entzündliche Prozesse und verbessern den Kalziumtransport. Antioxidantien und Polyphenole hemmen u.a. im Stoffwechsel der Knochen die Aktivität der Osteoklasten (resorbieren die Knochensubstanz) und fördern die Differenzierung der Osteoblasten (synthetisieren Kollagen und andere Substanzen im Knochengewebe). Zusammen erhalten sie das Gleichgewicht zwischen dem Knochenabbau und der Knochenbildung.

 

Eine Gruppe von englischen Forschern untersuchte erstmals im Rahmen der großen EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer), wie sich die Einhaltung der mediterranen Ernährung auf die Gesundheit des Knochen- und Muskelsystems auswirkt. Das bezog sich auf das Risiko von Knochenbrüchen, die Knochendichte und die fettfreie Körpermasse. Einbezogen waren in einer ersten Studienphase ab 1993 rund 25.500 Männer und Frauen, die damals zwischen 39 und 79 Jahre alt waren. Sie wurden im Raum Norfolk zu einem Gesundheitscheck eingeladen und gaben dabei auch Auskünfte über ihre Ernährung. Sie wurden danach in Bezug auf ihre Gesundheit weiter beobachtet. Rund 17.000 Teilnehmer nahmen Ende der 90er Jahre an einem weiteren Gesundheitscheck teil. Sie wurden im Durchschnitt insgesamt rund 17 Jahre gesundheitlich beobachtet. Für diese Auswertung lagen Daten von rund 14.000 Teilnehmern vor. Anhand von Ernährungs-Tagebüchern prüften die Forscher, wer sich vorwiegend mediterran ernährte und damit nicht der regional üblichen Ernährung folgte. Es zeigte sich dabei auch, wie stark die mediterrane Ernährungsweise eingehalten wurde.

 

Im Lauf der langen Studienzeit kam es bei den Teilnehmern zu 2.195 Knochenbrüchen. Die Forscher setzen die Ernährung zu den Knochenbrüchen und zu anderen Marken für die Knochen- und Muskelgesundheit in Beziehung. Die stärkere Einhaltung einer mediterranen Diät war mit einem um bis zu 23 % verringerten Risiko für Knochenbrüche verbunden. Das Risiko speziell für Knochenbrüche an der Hüfte verringerte sich um 21 %. Beides galt im Vergleich zu Teilnehmern, die sich nicht oder nur wenig mediterran ernährten. Je konsequenter die Mittelmeerdiät eingehalten wurde, umso deutlicher sank das Risiko für Knochenbrüche. Diese Verbindung war bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Die Beziehung war ansonsten unabhängig von anderen Einflussfaktoren, wie z.B. Alter, Body Mass Index, Rauchen, körperlicher Aktivität, Menopausen-Status und der Einnahme von Medikamenten. Darüber hinaus zeigte sich, dass eine genauere Einhaltung der mediterranen Diät mit signifikant besseren Markern in der Knochendichte und der fettfreien Körpermasse verbunden war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass die Einhaltung der Mittelmeerdiät mit einem geringeren Risiko für Knochenbrüche verbunden ist. Besonders wichtig ist hier, dass die Studie in einer Region stattfand, in der sich die Bewohner traditionell nicht mediterran ernähren. Allgemein waren nur wenige der einzelnen Komponenten in der Mittelmeerdiät mit dem Risiko für Knochenbrüche verbunden. Das deutet darauf hin, dass gerade in einer nicht-mediterranen Region die additiven und synergistischen Effekte der einzelnen Komponenten innerhalb der Mittelmeerdiät einen größeren Effekt für die Knochengesundheit haben. Die Forscher empfehlen, die Einhaltung der Mittelmeerdiät stärker zu fördern. Das gilt besonders für Frauen, bei denen die präventive Verbindung zwischen der Mittelmeerdiät und Knochenbrüchen offenbar stärker ausgeprägt ist.

 

Quelle:
Amy Jennings et al., A Mediterranean Diet Is Positively Associated with Bone and Muscle Health in a Non-Mediterranean Region in 25,450 Men and Women from EPIC-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 21.4.2020, doi: 10.3390/nu12041154.


Mikronährstoffe für trockene Augen

 

Beim Syndrom der trockenen Augen wird die Horn- und Bindehaut nicht ausreichend mit der Tränenflüssigkeit benetzt. Dabei können verschiedene Mikronährstoffe, vor allem die Omega-3-Fettsäuren, eine Rolle spielen.

 

Die Augenoberfläche besteht aus mehreren Komponenten, dazu gehören die Horn- und Bindehaut, Tränendrüsen und Augenlider. Sie schützen zusammen das Auge und die Sehfunktionen vor schädlichen äußeren Einflüssen. Dazu trägt der Tränenfilm wesentlich mit Elektrolyten, schützenden Proteinen und Lipiden bei. Jeder Einfluss, der die Augenoberfläche stört, kann den Tränenfilm instabiler machen und zu Entzündungen und Gewebeschäden führen. Mit zunehmendem Alter kann der Tränenfilm verringert werden, vom Syndrom der trockenen Augen sind bis zu 30 % der Menschen über 50 Jahren betroffen. Ein erhöhtes Risiko besteht besonders für Frauen in der Postmenopause, Träger von Kontaktlinsen, bei der Computerarbeit und bei Autoimmunkrankheiten. Zu den typischen Symptomen gehören verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Brennen und Juckreiz. Bei trockenen Augen besteht eine starke Beziehung zum oxidativen Stress. Die Augenoberfläche ist häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt, das darin enthaltene UV-Licht ist ein Risikofaktor für oxidativen Stress. Normalerweise bekämpfen Antioxidantien übermäßig vorhandene oxidative Prozesse durch freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies. Mit dem zunehmenden Alter sinken jedoch die Konzentrationen antioxidativer Spezies.

 

Zur Therapie der trockenen Augen stehen vor allem künstliche Tränen zur Verfügung. Sie benetzen die Augenoberfläche, lindern die Symptome jedoch nur für einige Zeit. Antientzündliche und antioxidative Therapien zielen dagegen darauf ab, einige der Ursachen für trockene Augen zu korrigieren. Hier rückten besonders die Omega-3-Fettsäuren in den Mittelpunkt der Forschung. Zu ihnen gehören die pflanzliche, kurzkettige Alpha-Linolensäure sowie die langkettigen EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) aus Fischölen. Omega-3-Fettsäuren haben entzündungs- und gerinnungshemmende sowie blutdrucksenkende Eigenschaften. Sie beeinflussen den Lipidstoffwechsel, die Glukosetoleranz und Funktionen des Zentralnervensystems. Einer der frühesten Nachweise für die Rolle von Omega-3-Fettsäuren für die gesunde Augenoberfläche stammt aus einer großen Bevölkerungsstudie mit über 30.000 Frauen, die den Zusammenhang zwischen einer geringen Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und einem erhöhten Risiko für trockene Augen zeigte. Trotz einiger widersprüchlicher Ergebnisse scheint sich die Wirkung vor allem für die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen weiter zu bestätigen. Zwei neuere Meta-Analysen kamen zu dem Schluss, dass Omega-3-Fettsäuren wirksam dazu beitragen, Symptome der trockenen Augen zu verbessern.

 

Auch eine Reihe anderer Mikronährstoffe wirken auf die Augenoberfläche ein. Dazu gehört z.B. Vitamin A, das die Tränenqualität verbessern kann und generell für gesunde Augen wichtig ist. Vitamin C ist im Tränenfilm hoch konzentriert vorhanden und trägt zur antioxidativen Verteidigung bei. Vitamin D beeinflusst und stabilisiert die Augenoberfläche. Symptome der trockenen Augen verbesserten sich nach Ergänzungen, vor allem wenn Vitamin D zu gering vorhanden war. Selen kann bei trockenen Augen vermutlich zur Balance zwischen reaktiven Sauerstoffspezies und antioxidativen Fängern beitragen, indem es z.B. die Bildung des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase, das in der Augenoberfläche vorhanden ist, unterstützt. Einige Wirkungen sind auch für die Vitamine E und B12 beschrieben.

 

Die Forscher empfehlen, bei Patienten mit Erkrankungen der Augenoberfläche Defizite an Vitaminen zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Viele Mikronährstoffe in der Ernährung könnten sich positiv auf die Gesundheit der Augen und ihrer Oberfläche auswirken. Das gilt besonders für die Omega-3-Fettsäuren, für deren Wirksamkeit es bisher die stärksten Nachweise gibt.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren werden in verschiedenen Dosierungen und Kombinationen angeboten. Zur Stärkung der Augengesundheit gibt es außerdem spezielle Kombinationen von Mikronährstoffen.

 

Quelle:
Marco Pellegrini et al., The Role of Nutrition and Nutritional Supplements in Ocular Surface Diseases. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 30.3.2020, doi: 10.3390/nu12040952.


Eine Analyse zeigte, dass vor allem Defizite an Selen, Kupfer, Zink und Jod öfter vorkommen.

 

Viele ältere Menschen sind häufiger schlecht mit wichtigen Mikronährstoffen versorgt. Eine Analyse zeigte, dass vor allem Defizite an Selen, Kupfer, Zink und Jod öfter vorkommen.

 

Eine gute Ernährung trägt im Alter zum aktiven Leben und gesunden Altern bei. Doch ein verminderter Appetit, fehlendes Hungergefühl und eine oftmals verringerte Nahrungsaufnahme erhöhen das Risiko für die Unterernährung im Alter, damit werden dann auch zu wenig Mikronährstoffe aufgenommen. Soziale und psychische Veränderungen können sich im Alter negativ auf die Ernährung auswirken. Auch einige Krankheiten, z.B. Diabetes und Bluthochdruck, können Einschränkungen in der Ernährung erfordern. Hinzu kommt, dass eine Reihe von Medikamenten den Appetit verringern und zur unzureichenden Aufnahme von Mikronährstoffen beitragen können. Dabei werden Defizite an Vitaminen meist stärker beachtet, aber es werden oft auch zu wenig Mineralstoffe und Spurenelemente aufgenommen. Zu den Folgen solcher Defizite gehört, dass sich Funktionsstörungen, Gebrechlichkeit sowie Störungen im Immun- und Herz-Kreislauf-System etc. verstärken.

 

So zeigte z.B. eine Studie von 2006, dass eine unzureichende Zufuhr von mehr als drei Mikronährstoffen aus der Ernährung bei älteren Erwachsenen ab 65 Jahren mit stärkerer Gebrechlichkeit verbunden ist. Spurenelemente erfüllen lebenswichtige Funktionen im Körper. Dazu gehören Einflüsse auf den Stoffwechsel der Schilddrüse, antioxidative Aktivitäten und die Immunfunktionen. So wird z.B. Selen für antioxidative Prozesse und die Schilddrüse benötigt, und es ist wichtig für die Immunfunktionen. Jod ist für die Bildung von Schilddrüsenhormonen essentiell, ein Mangel kann zu Funktionsstörungen führen. Ein Zinkmangel kann das Immunsystem schwächen, zu den Folgen gehören z.B. erhöhte entzündliche Zytokine, ein geringerer antioxidativer Zellschutz und die stärkere Anfälligkeit für Infekte. Auch Kupfer hat antioxidative Fähigkeiten und ist an den Immunfunktionen beteiligt.

 

Eine Gruppe englischer Forscher wertete in Studien mit älteren Erwachsenen die Versorgung mit acht Spurenelemente aus. Das betraf die Versorgung mit Zink, Selen, Eisen, Jod, Kupfer, Chrom, Mangan und Molybdän. Sie konnten 28 (Bevölkerungs-)Studien (von 2006 bis 2019) in ihre Analyse einbeziehen. Daran hatten rund 9.000 ältere Erwachsene aus 13 westlichen Ländern teilgenommen, die vorwiegend selbstständig und zum Teil in Heimen lebten. Die Analyse zeigte vor allem bei vier Spurenelementen, bei Selen, Zink, Kupfer und Jod, recht weit verbreitete Defizite. Das galt für Männer und Frauen sowie für Ältere, die selbstständig oder in Heimen lebten, zum Teil auf unterschiedliche Weise. Ein Zinkmangel wurde bei 31 % der Frauen und 49 % der Männer, die selbstständig lebten, beobachtet. Personen in Pflegeheimen waren mit 50 % bzw. 66 % stärker davon betroffen. Die Selenzufuhr war bei 49 % der Frauen und 37 % der Männer, die selbstständig lebten, und bei 44 % der Frauen und 27 % der Männer in Heimen ähnlich kritisch. Ungenügende Aufnahmen fanden sich signifikant auch bei Eisen, Jod und Kupfer. Bei Joddefiziten galt dies vor allem für Männer und Frauen, die in Heimen lebten (78 % der Frauen, 67 % der Männer). Bei den selbstständig lebenden Teilnehmern waren vor allem ältere Frauen von Joddefiziten (22 %) betroffen, jedoch im Vergleich zu den Pflegeheim-Bewohnern geringer.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Besonders bei Selen, Zink, Jod und Kupfer besteht ein erhöhtes Risiko, dass ältere Menschen sie nicht in ausreichendem Maß aufnehmen. Solche Defizite können bei institutioneller Pflege stärker ausgeprägt sein. Die Forscher empfehlen eine stärkere Kontrolle in der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen bei älteren Menschen, vor allem bei Heimbewohnern. Dabei sollten alle Aufnahmen, aus der Ernährung und aus Nahrungsergänzungen, berücksichtigt werden. Verbesserungen können z.B. durch eine Ernährung erreicht werden, die kritische Mineralstoffe und Spurenelemente stärker einbezieht. Auf recht einfache Weise ist das z.B. mit der Verwendung von jodiertem Speisesalz in allen Pflegeeinrichtungen zu erreichen. Es ist weiter empfehlenswert, bei älteren Menschen Multi-Mineralstoffe bei Bedarf zu ergänzen. So zeigte eine Untersuchung aus den Niederlanden bei älteren Erwachsenen ab 70 Jahren, dass die Ergänzung von Spurenelementen, einschließlich der zusätzlichen Anreicherung der Ernährung mit Jodsalz, zur Gesamtaufnahme von Mineralstoffen beiträgt. Dadurch verringerte sich die Zahl der Personen, die unter dem durchschnittlichen Bedarf bei diesen Mikronährstoffen lagen.

 

Unser Tipp: Mineralstoffe und Spurenelemente werden einzeln und kombiniert angeboten. Es gibt eine Reihe von Multi-Präparaten für den speziellen Bedarf, z.B. zur Stärkung des Herz-Kreislauf- oder Immunsystems. Weiter gibt es Kombinationen, in denen speziell Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sind. Auf gut bioverfügbare Formen sollte jeweils geachtet werden.

 

Quelle:
Zeynep Viral et al., Trace Mineral Intake and Deficiencies in Older Adults Living in the Community and Institutions: A Systematic Review. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 13.4.2020, doi: 10.3390/nu12041072.


Mikronährstoffe bei Zöliakie

 

Bei Kindern und Jugendlichen, die sich wegen einer Zöliakie glutenfrei ernähren müssen, sollte auf eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden. Neben Eisen kann es auch an einigen anderen Mikronährstoffen fehlen.


Die Zöliakie (glutenbedingte Enteropathie) tritt weltweit auf, mit zunehmender Tendenz. Dabei wird Gluten (Klebereiweiß), das in Getreide, vor allem in Dinkel, Weizen, Roggen, Gerste und Hafer, enthalten ist, nicht vertragen. Bei genetischer Veranlagung reagiert die Schleimhaut des Dünndarms mit Unverträglichkeit. Das führt bei den betroffenen Kindern und Erwachsenen zu einer Immunreaktion mit einer chronischen Entzündung, wobei sich die Dünndarmzotten zurückbilden. Zu den Symptomen gehören u.a. Bauchschmerzen, chronische Diarrhö und Obstipation, Anämie, Osteopenie oder Osteoporose sowie bei Kindern auch ein gestörtes Wachstum. Eine lebenslang durchgeführte streng glutenfreie Diät ist die einzige verfügbare Behandlung für Zöliakie. Dadurch treten die Besserung und das Abklingen der Symptome innerhalb von Tagen oder Wochen ein. Etwa 20 % der Patienten haben jedoch trotz einer guten Einhaltung ihrer Diät anhaltende oder wiederkehrende Symptome.


Bei der Zöliakie kann auch die Resorption von Nährstoffen und Mikronährstoffen beeinträchtigt sein. Mediziner empfehlen, nach der Diagnose die Ernährung der Patienten zu untersuchen, da etwa 20 bis zu 40 % ernährungsbedingte Defizite an Mikronährstoffen haben. Das betrifft z.B. Vitamin B12 (8 bis 41 %), vor allem aber den Eisenmangel (12 bis 69 %). Eisen ist an der Blutbildung, am oxidativen Stoffwechsel, an enzymatischen Aktivitäten und an zellulären Immunantworten beteiligt. Bisher ist jedoch die Beziehung zwischen Eisendefiziten und der Zöliakie nicht ausreichend untersucht. Bekannt ist, dass auch bei glutenfreier Ernährung meist weniger Mikronährstoffe aufgenommen werden. Meidet man z.B. weizenhaltige Lebensmittel, wird zum einen auf eine wichtige Proteinquelle verzichtet, zum anderen liefert Weizen auch Eisen, Folat und die B-Vitamine Thiamin (B1), Riboflavon (B2) und Niacin (B3).


Eine Gruppe von spanischen Forschern untersuchte in einer kleinen Studie, wie sich die Eisenwerte und einige andere Mikronährstoffe bei Kindern und Jugendlichen mit Zöliakie nach Beginn einer glutenfreien Ernährung entwickeln. Einbezogen waren 68 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren, die im spanischen Granada wegen ihrer Zöliakie untersucht wurden. Sie ernährten sich zum Teil bereits seit längerer Zeit, zum Teil auch weniger als ein halbes Jahr glutenfrei. Zum Vergleich diente eine altersgleiche Kontrollgruppe mit 43 gesunden Teilnehmern. Alle gaben Auskunft über ihre Ernährung, und in Blutproben wurden einige der bei Zöliakie oft defizitären Mikronährstoffe und weitere Werte bestimmt.


Die wichtigsten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den gesunden Teilnehmern etwas niedrigere Werte im Hämoglobin (Farbstoff der roten Blutkörperchen), in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und im Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen) hatten. Die Kinder und Jugendlichen mit Zöliakie waren im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe etwas geringer mit Eisen und Folat versorgt. Bei denen, die sich bereits länger als sechs Monate glutenfrei ernährten, fand sich außerdem eine geringere Aufnahme von Magnesium und Selen. Wurde die glutenfreie Ernährung weniger als sechs Monate durchgeführt, waren die Werte von Vitamin B12 (Cobalamin) häufiger geringer im Vergleich zu den Kindern, die sich bereits länger glutenfrei ernährt hatten.


Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Zöliakie ist die Ernährung häufig weniger ausgewogen, das betrifft auch die Mikronährstoffe, vor allem Eisendefizite kommen häufiger vor. Das kann sowohl mit einer Malabsorption verbunden, aber auch die Folge einer unzureichenden Anpassung an die glutenfreie Ernährung sein. Die Forscher empfehlen, in die Therapie der Zöliakie Ernährungsfachleute einzubeziehen. Sie können dazu beitragen, dass die glutenfreie Ernährung besser umgesetzt werden kann. Dabei kommt es auch darauf an, möglicherweise fehlende Mikronährstoffe, z.B. Eisen, Folsäure oder Vitamin B12, sinnvoll zu ergänzen.


Unser Tipp: Die Versorgung mit Eisen, Vitamin B12 und Folsäure etc. lässt sich mit Bluttests bestimmen. Bei Bedarf tragen Ergänzungen dazu bei, die Versorgung zu verbessern. Sie sind sowohl einzeln als auch in Kombinationen erhältlich, auf gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.


Quelle:
Teresa Nestares et al., Is a Gluten-Free Diet Enough to Maintain Correct Micronutrients Status in Young Patients with Celiac Disease? In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 21.3.2020, doi: 10.3390/nu12030844.


Anthocyane aus Beeren beim metabolischen Syndrom

 

Wichtige kardiometabolische Biomarker können sich mit der Aufnahme von Anthocyanen (sekundäre Pflanzenstoffe) aus Beerenfrüchten verbessern.


Das metabolische Syndrom ist aufgrund von Überernährung und zu geringer Bewegung weit verbreitet. Es ist gekennzeichnet durch ein starkes (bauchbetontes) Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker-Werte und einen gestörten Fettstoffwechsel. Um die Diagnose metabolisches Syndrom zu stellen, müssen mindestens drei dieser Faktoren vorhanden sein. Hinzu kommen können z.B. auch erhöhte Harnsäurewerte, niedriggradige Entzündungen, eine erhöhte Blutgerinnung und endotheliale Dysfunktionen. In der Folge steigt das Risiko für die Entstehung weiterer Krankheiten an. Das gilt u.a. für die Atherosklerose, die wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöht. Bei der Atherosklerose werden Cholesterin und andere Fette in die inneren Gefäßwände der arteriellen Blutgefäße eingelagert, was zur Verengung der Arterien führt.


Neben der Gewichtsreduktion und mehr Bewegung spielt die gesunde Ernährung eine wichtige Rolle bei der Prävention und Therapie des metabolischen Syndroms. Dazu gehört auch die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen. Das betrifft u.a. Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die reichlich in Beerenfrüchten vorkommen. Sie schenken ihnen die intensiven roten und blauen Farben und haben antioxidative Wirkungen. Gute Aufnahmen von Anthocyanen könnten beim metabolischen Syndrom nützlich sein. Eine Gruppe von australischen Forschern prüfte in einer kleinen Studie, ob diese Pflanzenstoffe einige der kardiometabolischen Biomarker verbessern und z.B. das Thromboserisiko senken können.


An der Studie nahmen 55 Personen im Alter von 25 bis zu 75 Jahren teil, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die eine Gruppe war am metabolischen Syndrom erkrankt, die andere Gruppe diente zum Vergleich und war gesund. Die Teilnehmer erhielten vier Wochen lang zweimal täglich 320 mg Anthocyane. Vor Beginn der Studie und am Ende wurden eine Reihe von kardiometabolischen Risikofaktoren bestimmt. Dazu gehörten die Gerinnungsaktivität der Blutplättchen, die Lipidprofile, der Nüchtern-Blutzucker sowie Biomarker für entzündlichen und oxidativen Stress.


Es zeigte sich, dass die Anthocyane im Zeitraum von vier Wochen signifikant die kardiometabolischen Risikofaktoren verringern konnten. Dabei senkte sich bei den Patienten mit dem metabolischen Syndrom der durchschnittliche Nüchtern-Blutzuckerspiegel um rund 13 %, bei den Lipidprofilen verringerten sich die Triglyzeride um rund 25 %, und LDL, das sogenannte „schlechte“ Cholesterin senkte sich um rund 33 %. Bei den Frauen sank außerdem der Spiegel von hs-CRP (hochempfindliches C-reaktives Protein, ein Entzündungs-Marker) um 28 %. Beeinflusst wurden weiter die Aktivierung von Thrombozyten (P-Selektin) um 40 %.


Für die Forscher unterstützen diese Ergebnisse die Annahme, dass die Ergänzung von Anthocyanen antiatherogene Wirkungen hat. Sie können dazu beitragen, kardiometabolische Risikofaktoren zu verbessern. Dadurch könnte sich auch das Risiko für die Entstehung von Thrombosen bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom verringern.


Unser Tipp: Anthocyane sind u.a. in Blaubeeren, blauen Trauben, Himbeeren, Auberginen und Rotkohl enthalten. Sie sind auch in Nahrungsergänzungsmitteln, einzeln oder kombiniert, erhältlich, z.B. in Heidelbeerextrakten.


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Quelle:
Anahita Aboonabi et al., Anthocyanins in berries exhibited anti-atherogenicity and anti platelet activities in a metabolic syndrome population. In: Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 27.2.2020, doi: 10.1016/j.nutres.2020.02.011.


Mehr Obst und Gemüse bei Asthma

 

Wie man bei Asthma die Ernährung am besten umstellen sollte, zeigt ein Review von US-amerikanischen Forschern, in dem die wissenschaftlichen Kenntnisse über Asthma und Ernährung ausgewertet wurden. Asthma ist eine häufige chronische Erkrankung, bei der sich die Atemwege entzünden und verengen. Dadurch entsteht eine Hyperreaktivität in den Bronchien, zeitweise wird der Luftstrom behindert. In den akuten Episoden kommt es zu Atemnot, Keuchen, Husten und Engegefühlen in der Brust.


Seit den 80er Jahren steigen die Vorkommen von Asthma stetig an. Parallel stieg auch die Verbreitung der westlichen Ernährungsweise mit einem hohen Verzehr von Fleisch, Fetten und wenig Obst und Gemüse. Wie Studien zeigen, kann neben der Therapie mit Arzneimitteln und der Senkung von auslösenden Reizen eine betont pflanzliche Ernährung zum Schutz vor Asthma beitragen und helfen, die Symptome zu verringern. Die pflanzliche Kost kann z.B. auf systemische Entzündungen im Körper, die Asthma verschlimmern können, einwirken. Mit reichlich Obst und Gemüse werden vermehrt Ballaststoffe aufgenommen, die dazu beitragen können, die Lungenfunktionen zu verbessern. Auch die enthaltenen Antioxidantien und Flavonoide können bei Asthma schützende Wirkungen haben. Das betrifft z.B. die Freisetzung von Zytokinen (regulatorische Proteine für die Signalübertragung zwischen Zellen), die Schädigung durch freie Radikale und Immunreaktionen, die an der Entstehung und dem Verlauf von Asthma beteiligt sind.


In Bezug auf die Versorgung mit Mikronährstoffen zeigt sich, dass Asthma-Patienten besonders häufig Vitamin D fehlt. Eine gute Versorgung mit dem u.a. antientzündlich wirkenden Vitamin D wirkt sich positiv auf die Asthmakontrolle aus. Es kann das Immunsystem, die Muskelzellen in den Atemwegen und die Lungenfunktionen positiv beeinflussen. Grundsätzlich sollte bei Asthma auf eine gute Aufnahme von Vitamin D geachtet werden. Dazu tragen der Aufenthalt in der Sonne, mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel und bei Bedarf auch Ergänzungen mit Vitamin D bei. Eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von oxidativem Stress spielen die Antioxidantien. Zu ihnen gehören u.a. die Vitamine E und C, aber auch Beta-Carotin und andere Carotinoide, Coenzym Q10, Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), z.B. Resveratrol, sowie Magnesium und Selen. Sie wirken mit ihren antioxidativen Funktionen auch auf das Immunsystem ein, haben antientzündliche Fähigkeiten und können zur Stärkung der Lungenfunktionen beitragen.


Die Auswertung relevanter Studien zeigte, dass der erhöhte Konsum von Obst und Gemüse das Risiko für Asthma bei Kindern und Erwachsenen verringern kann, gleiches gilt für Asthma-Symptome. So hatten zum Beispiel Asthmatiker, die sich acht Wochen lang vegetarisch ernährten, weniger Symptome als eine Kontrollgruppe. Mit vegetarischer Kost konnte auch der Einsatz von Asthma-Medikamenten verringert werden. In einer anderen Studie ernährten sich Asthmapatienten ein Jahr lang rein vegetarisch. Damit verbesserte sich ihre Vitalkapazität (Maß für die Luftmenge, die Patienten ausstoßen können) und andere Asthmasymptome. Dagegen können ein hoher Verzehr von Milchprodukten und Lebensmitteln, die reichlich gesättigte Fettsäuren enthalten, eher schädlich wirken. So hatten z.B. Kinder mit einem höheren Konsum an Milchprodukten ein stärkeres Asthmarisiko im Vergleich zu Kindern, die weniger davon aufnahmen. Der hohe Verzehr an gesättigten Fetten und von wenig Ballaststoffen war bei Asthmapatienten mit Entzündungen der Atemwege und schlechteren Lungenfunktionen verbunden.


Die Forscher ziehen das Fazit: Die Empfehlung für den erhöhten Verzehr von Obst und Gemüse, einschließlich von Hülsenfrüchten, wird durch die aktuelle Forschung zu Asthma und Ernährung unterstützt. Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Milchprodukten sollte dagegen verringert werden. Dadurch sinkt das Asthmarisiko und verbessert sich die Asthmakontrolle. Die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen, Antioxidantien und gesünderen Fettsäuren unterstützt vermutlich Immunwege, die an der Entstehung und dem Verlauf von Asthma beteiligt sind.


In einem Podcast zum Thema „Asthma & Coronavirus“ (The Exam Room) nehmen die Autoren zur aktuellen Pandemie Stellung. Asthmapatienten haben bei der Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf, abhängig z.B. vom Grad der Krankheit und der therapeutischen Kontrolle. Asthmatiker sollten besonders darauf achten, alle Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die gesunde Ernährung sollte ebenfalls im Blick behalten werden.


Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen erhältlich. Dabei unterstützen z.B. emulgiertes und liposomales Vitamin D die gute Aufnahme im Körper.


Quelle:
Jihad Alwarith et al., The role of nutrition in asthma prevention and treatment. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 13.3.2020, doi: 10.1093/nutrit/nuaa005.


Divertikel entstehen bei vielen Menschen im Lauf des Lebens in der Darmwand.

 

Divertikel entstehen bei vielen Menschen im Lauf des Lebens in der Darmwand. Sie können schmerzhafte Entzündungen auslösen, denen mit einer ballaststoffreichen Ernährung vorgebeugt werden kann.

 

Im höheren Alter erkranken in den westlichen Ländern viele Menschen an der Divertikelkrankheit, mit zunehmender Tendenz. Divertikel sind Ausstülpungen vor allem in der Darmwand, können aber auch in anderen Hohlorganen, z.B. in der Harnblase, auftreten. Viele bleiben „stumm“ und verursachen keine Beschwerden. Haben sich recht viele Divertikel gebildet, spricht man von einer Divertikulose. Durch Entzündungen kann es zur Divertikulitis kommen, die mit starken Schmerzen vor allem im linken Unterbauch und meist auch mit Fieber verbunden ist. Eine strenge Diät und viel Flüssigkeit trägt zur Therapie bei. Längst sind die typischen Risikofaktoren für die Divertikelkrankheit bekannt. Dazu gehören Übergewicht und Adipositas, geringe körperliche Aktivität, Rauchen und bestimmte Medikamente (NSAIDs). Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei einer Ernährung, die nur wenig Ballaststoffe enthält und einen hohen Anteil an rotem Fleisch hat. Dagegen kann eine Ernährung mit einer hohen Aufnahme von Ballaststoffe das Risiko verringern, allerdings sind hier die Ergebnisse zur „Dosis-Wirkungs-Beziehung“ bisher nicht einheitlich. Dabei ist auch unklar, welche Art der Ballaststoffe besonders vorteilhaft für die Vermeidung der Divertikelkrankheit ist. So zeigte sich z.B. für Ballaststoffe aus Obst und Gemüse eine senkende Wirkung, das galt jedoch nicht für Ballaststoffe aus Getreidewaren.

 

Um die Beziehung von Ballaststoffen auf das Risiko für Divertikelkrankheiten besser einzuschätzen, wertete eine Gruppe von englischen und norwegischen Forschern die relevante Literatur systematisch aus und führte eine Metaanalyse von prospektiven Studien durch. Sie konnten fünf Bevölkerungsstudien mit rund 866.000 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen. Darunter waren rund 19.000 Fälle der Divertikelkrankheit. Die Forscher berechneten für die Aufnahmen von Ballaststoffen die „Dosis-Wirkungs-Beziehung“. Es zeigte sich ein linearer Zusammenhang, immer berechnet zum Vergleich einer geringen täglichen Zufuhr von 7,5 g Ballaststoffen. Die etwas erhöhte Aufnahme von je 10 Gramm Ballaststoffen täglich verringerte das Risiko für die Divertikelkrankheit um 26 %. Bei der Aufnahme von 20 g Ballaststoffe pro Tag sank das Risiko für die Divertikelkrankheit um 23 %. Bei einer noch höheren Zufuhr von täglich 30 g verringerte sich das Risiko um 41 %, und bei der Aufnahme von 40 g Ballaststoffen sank das Risiko sogar um 58 %. Je nach Art der Ballaststoffe ergaben sich einige Unterschiede in der Wirkung. Bei der täglichen Aufnahme von 10 g pflanzlichen Fasern sank das Risiko um 20 %. Bei 10 g Getreidefasern täglich sank das Risiko um 26 %, bei 10 g Fasern aus Obst minderte sich das Risiko um 44 %.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Zusammenfassend zeigte diese Meta-Analyse eine starke und lineare Verringerung des Risikos der Divertikelkrankheit bei einer hohen Zufuhr von Ballaststoffen. So lässt sich mit täglich 30 g Ballaststoffen das Krankheitsrisiko um 41 % verringern. Obst- und Getreidefasern waren dabei am effektivsten, aber in weiteren Studien sollte die Art der Ballaststoffe in ihrer Wirkung auf die Divertikelkrankheit weiter untersucht werden.

 

Quelle:
Dagfinn Aune et al., Dietary fibre intake and the risk of diverticular disease: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. In: European Journal of Nutrition, Vol. 59, Nr. 2, 2020, doi: 10.1007/s00394-019-01967-w.


u den wichtigsten Faktoren gehören Übergewicht und der Alkoholkonsum.

 

In einer Übersicht stellte eine Gruppe internationaler Forscher die aktuellen Kenntnisse über die Beziehung zwischen der Ernährung und dem Risiko für die verschiedenen Krebskrankheiten vor. Zu den wichtigsten Faktoren gehören Übergewicht und der Alkoholkonsum.

 

Seit Jahrzehnten nimmt man an, dass die Ernährung einen wichtigen Einfluss auf Krebskrankheiten hat. Studien zeigten bereits in den 1960er Jahren, dass die Krebsraten bei einzelnen Bevölkerungsgruppen sehr unterschiedlich sind. Das unterstützte die Annahme, dass Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle spielen könnten. Dabei zeigte sich eine starke Beziehung zwischen vielen Krebsarten und Ernährungsfaktoren. So hatten z.B. Länder mit einem großen Fleischverzehr hohe Raten an Darmkrebs. Es gab auch erste Hinweise, dass eine verbesserte Ernährung die Krebsraten senken könnte. Seither zeigte sich jedoch, dass die Bestimmung des Krebsrisikos und die Beziehungen zur Ernährung sehr kompliziert und komplex sind.

 

Zwei große Organisationen, der Weltkrebsforschungsfonds (WCRF) und die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), überprüften das karzinogene Risiko von Lebensmitteln und Nährstoffen anhand systematischer Übersichtsarbeiten und der Bewertung durch Expertengremien. Ein starkes Übergewicht (Adipositas, ab BMI 30) und der übermäßige Konsum von Alkohol können an mehreren Stellen im Körper Krebs verursachen. Bei Übergewicht und Adipositas schwankt der Risikoanstieg pro 5 kg/m2 im Body Mass-Index zwischen 5 % für den Darmkrebs und 50 % für den Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Beim Alkoholkonsum reichen die Risikozunahmen pro 10 g Anstieg im täglichen Konsum zwischen 4 % für den Leberkrebs und 25 % für das Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre. Auch verarbeitete Fleischwaren wurden als überzeugende Krebsursache eingestuft. Im jüngsten WCRF-Bericht erhöhte ein hoher Verzehr von verarbeitetem Fleisch das Risiko für Darmkrebs um 16 % (pro 50 g/Tag-Zunahme).

 

Bei vielen anderen Ernährungsfaktoren ist eine Beziehung zum Krebsrisiko wahrscheinlich, doch es fehlen ausreichende Nachweise. Einige Beispiele: Die Fettleibigkeit erhöht wahrscheinlich das Risiko von Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens sowie von aggressivem Prostatakrebs. Sehr heiße Getränke erhöhen wahrscheinlich das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Durch Salz konservierte Lebensmittel erhöhen wahrscheinlich das Risiko für Magenkrebs. Das Risiko für Endometriumkrebs wird wahrscheinlich durch eine Ernährung mit einer hohen glykämischen Belastung erhöht.

 

Für die verschiedenen Krebskrankheiten können die Risiken durch die Ernährung unterschiedlich sein. Wir greifen als Beispiel die Ernährung beim Brustkrebs heraus, weltweit die zweithäufigste Krebskrankheit. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören reproduktive und hormonelle Faktoren. Ein starkes Übergewicht (Adipositas) erhöht bei Frauen in der Postmenopause das Brustkrebs-Risiko. Dazu trägt vermutlich die Erhöhung der zirkulierenden Östrogene bei, die durch das Enzym Aromatase im Fettgewebe gebildet werden. Es ermöglicht, dass Androgene in Östrogene umgewandelt werden können. Bekannt ist weiter, dass Alkohol das Brustkrebs-Risiko deutlich erhöhen kann, bei jedem täglich konsumierten Getränk um etwa 10 %, auch dies könnte mit erhöhten Östrogenen verbunden sein. Die Annahme, dass eine hohe Fettzufuhr im Erwachsenenalter das Brustkrebsrisiko erhöht, ist bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Auch Ergebnisse für andere Ernährungsfaktoren wie Fleisch, Milchprodukte und Obst sind nicht immer eindeutig. Einige neuere Studien zeigten eine Beziehung zwischen dem erhöhten Verzehr von Gemüse und dem geringeren Risiko für den (Östrogenrezeptor-negativen) Brustkrebs sowie zwischen Ballaststoffen und dem Gesamtrisiko. Isoflavone, die größtenteils aus Soja gewonnen werden, waren in der asiatischen Bevölkerung mit einem geringeren Brustkrebsrisiko verbunden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Adipositas und Alkohol erhöhen das Risiko für verschiedene Krebsarten. Dies sind die wichtigsten Ernährungsfaktoren, die weltweit zur Gesamtbelastung durch Krebs beitragen. Bei Darmkrebs erhöhen verarbeitetes Fleisch und rotes Fleisch wahrscheinlich das Risiko. Dagegen verringern Ballaststoffe, Milchprodukte und Kalzium wahrscheinlich das Risiko für den Darmkrebs. Lebensmittel, die Mutagene (Substanzen, die das Erbgut verändern können) enthalten, können Krebs verursachen. Mit Aflatoxin (Mykotoxine aus bestimmten Schimmelpilzen) kontaminierte Lebensmittel können Leberkrebs verursachen. Obst und Gemüse stehen nicht eindeutig mit dem Krebsrisiko in Verbindung, obwohl eine sehr geringe Aufnahme das Risiko für mit Tabakkonsum verbundene und einige andere Krebsarten erhöhen könnte.

 

Unser Tipp: Diese Übersicht zeigt wichtige Faktoren in der Beziehung der Ernährung zu Krebskrankheiten. Je tiefer man in die Details geht, umso größer wird das komplexe Spektrum der Einflussfaktoren. Dazu gehören auch die Mikro-Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe etc. Viele von ihnen können bei guter Versorgung z.B. das Immunsystem stärken, zur Prävention von Krankheiten beitragen und die Therapie unterstützen.

 

Quelle:
Timothy J. Key et al., Diet, nutrition, and cancer risk: what do we know and what is the way forward? In: The British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 5.3.2020, doi: 10.1136/bmj.m511.


 Vitamin D kann den Heilungsprozess nach einer Hüftoperation unterstützen.

 

Vitamin D kann den Heilungsprozess nach einer Hüftoperation unterstützen. In einer Studie waren ältere Patienten mit einer guten Versorgung an Vitamin D nach einer solchen Operation deutlich mobiler.

 

Ein höheres Alter und die Osteoporose können zu mehr Knochenbrüchen beitragen. Damit steigt auch die Gefahr für Knochenbrüche an den Hüften, die oft besonders schwere Folgen haben können. Die Heilung kann sich über mehrere Monate hinziehen. Zu den möglichen Folgen gehören z.B. Einschränkungen beim Gehen sowie Schmerzen und Schwellungen. Eine gute Versorgung mit Vitamin D, das für die Knochen und Muskeln besonders wichtig ist, könnte möglicherweise dazu beitragen, die Heilung nach Hüftoperationen zu fördern und belastende Folgen zu verringern. Das prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern in einer Studie.

 

An dieser Untersuchung nahmen 290 Patienten im höheren Alter (im Durchschnitt 82 Jahre, 73 % Frauen) und einem im Durchschnitt leicht erhöhten Körpergewicht (BMI 25) teil. Alle waren wegen eines Knochenbruches an den Hüften operiert worden. Bei allen wurde 30 Tage nach der Operation und noch einmal nach 60 Tagen der Gesundheitszustand untersucht. Dabei wurden bei allen Patienten Albumin (wichtiges Plasmaprotein), Vitamin D (25(OH)D) und das Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon, wichtig für den Kalziumspiegel) bestimmt, außerdem wurde der Ernährungs-Zustand bewertet. Die Teilnehmer mit den besten Vitamin D-Werten (> 30 ng/mL) waren nach 30 Tagen mobiler bzw. konnten besser gehen. Dies galt auch noch nach 60 Tagen im Vergleich zu den Patienten mit der schlechtesten Versorgung an Vitamin D (<12 mg/mL). Bei einem schlechten Ernährungszustand zeigte sich ein leichter Trend zur geringeren Mobilität nach 30 Tagen, der jedoch nach 60 Tagen nicht mehr vorhanden war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Nach Hüftoperationen ist eine schlechte Versorgung mit Vitamin D bei älteren Patienten mit einer geringeren Beweglichkeit verbunden. Eine gute Versorgung mit Vitamin D fördert dagegen die Mobilität der Patienten. Die Ernährung hat ebenfalls einen leichten Einfluss, ist aber als Einflussfaktor weniger ausgeprägt. Die Forscher empfehlen, die Ursachen für den Einfluss von Vitamin D auf die Erholung nach einer Hüftoperation weiter zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen erhältlich. Dabei unterstützen z.B. emulgiertes und liposomales Vitamin D die gute Aufnahme im Körper.

 

Quelle:
Lihong Hao et al., Vitamin D deficiency is associated with reduced mobility after hip fracture surgery: a prospective study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 19.2.2020, doi: 10.1093/ajcn/nqaa029.


Zwei Äpfel täglich sind gut fürs Herz

 

Äpfel enthalten reichlich bioaktive Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) und Ballaststoffe, beide haben ein breites Spektrum von gesundheitlichen Wirkungen. Wie eine kleine Studie zeigt, kann der Apfelverzehr die Cholesterinwerte verbessern und damit den Schutz vor Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen.

 

Seit langem und weltweit bekannt ist der englische Spruch: „An apple a day keeps the doctor away“, ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Hinweisen darauf, dass der Verzehr von Äpfeln sich mitsamt den enthaltenen bioaktiven Komponenten, darunter reichlich Polyphenole und Ballaststoffe (vor allem Pektin), günstig auf den Fettstoffwechsel und die Cholesterinwerte sowie auf andere Marker von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken kann. Eine Gruppe von englischen und italienischen Forschern untersuchte in einer kleinen (kontrollierten) Studie die Auswirkungen des Apfelverzehrs auf die zirkulierenden Blutfette (Lipide), die Gefäßfunktionen und andere Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten.

 

Einbezogen in die Studie waren 40 gesunde Personen (23 Frauen, 17 Männer) im Alter von durchschnittlich 51 Jahren. Sie waren normal- bis leicht übergewichtig (BMI 25,3 ± 3,7) und hatten leicht erhöhte Cholesterinwerte. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine verzehrte acht Wochen lang täglich zwei Äpfel (Sorte Renetta Canada), die reich an Proanthocyanidinen (Polyphenole) sind, die andere nahm ein im Zucker- und Energiegehalt angepasstes Apfelgetränk zur Kontrolle ein.

 

Darauf folgten vier Wochen ohne Intervention (sogenannte Auswaschperiode). Danach wurden die Gruppen getauscht, wer vorher Äpfel verzehrt hatte, nahm nun acht Wochen lang das Apfelgetränk ein und umgekehrt. Vor und nach jeder Periode wurden bei den Teilnehmern Nüchtern-Blutproben genommen. Es wurden Serumlipide, Glukose, Insulin, Gallensäuren sowie Endothel- und Entzündungs-Biomarker bestimmt. Außerdem wurde bei allen Teilnehmern die Arteriensteifigkeit gemessen.

 

Der Apfelverzehr verbesserte vor allem die Cholesterinwerte, es verringerten sich das Gesamt- und das (sogenannte schlechte) LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride. Weiter fanden sich mit dem Apfelverzehr geringere Werte beim Adhäsionsmolekül, das zur Gruppe der Immunglobuline gehört und an entzündlichen Prozessen beteiligt ist. Die Reaktion auf die vom Endothel abhängige Gefäßerweiterung (mikrovaskuläre Vasodilatation) war nach dem Verzehr von Äpfeln größer. Weitere Einflussfaktoren durch den Apfelverzehr, z.B. auf den Blutdruck oder andere kardiovaskuläre Marker, zeigten sich nicht.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstützen die positiven gesundheitlichen Wirkungen des täglichen Verzehrs von Äpfeln mit reichlich Polyphenolen bei leicht erhöhten Cholesterinwerten. Damit können die Cholesterinwerte gesenkt und einige positive Wirkungen auf die Blutgefäße erreicht werden. Diese Beziehungen sollten in größeren Studien weiter untersucht werden.
 
Quelle:
Athanasios Koutsos et al., Two apples a day lower serum cholesterol and improve cardio metabolic biomarkers in mildly hypercholesterolemic adults: a randomised, controlled, crossover trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 16.12.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqz282.


Bei Stress geraten auch Mikronährstoffe unter Druck

 

Stress kann verschiedene Ursachen und Wirkungen haben. Dazu gehört auch, dass sich Mikronährstoffe verringern können. Das kann viele Abläufe im Körper weiter belasten und stören.

 

Stress ist eine unspezifische, körperliche und psychische Reaktion auf erhöhte Belastungen, z.B. aus der Umwelt oder durch Prozesse im eigenen Organismus. Damit verbunden ist eine erhöhte Aktivität des vegetativen Nervensystems und der endokrinen Organe (Schilddrüse, Hypophyse, Pankreas, Nebennieren etc.). Zu den Folgen gehört, dass mehr Katecholamin (Noradrenalin, Dopamin etc.) ausgeschüttet wird. Der Blutdruck erhöht sich, das Herz und die Gefäße können ebenso wie das Immunsystem beeinträchtigt werden. Bei übermäßiger oder chronischer Stressbelastung steigt das Risiko für psychische und physische Krankheiten. Weniger bekannt ist, dass sich Stressbelastungen auch auf die Konzentration von Mikronährstoffen auswirken können.

 

Zu ihnen gehören Vitamine und Mineralien, die für zahlreiche körperliche und geistige Funktionen notwendig sind. Defizite oder gar schwerere Mängel sind mit einer Reihe von Krankheiten verbunden. Ein australischer Forscher wertere dazu relevante Studien aus, in denen die Auswirkungen verschiedener Stressfaktoren in Bezug auf Mikronährstoffe untersucht wurden. Geprüft wurden vor allem die Folgen von psychischem Stress, Schlafentzug und körperlicher Bewegung auf die Konzentration und Ausscheidung von Mikronährstoffen. Analysiert wurden vor allem Studien mit Magnesium, Zink, Kalzium, Eisen sowie dem B-Vitamin Niacin.

 

Insgesamt deutete ein Großteil der Ergebnisse darauf hin, dass erhöhte Stressbelastungen die Konzentration von Mikronährstoffen beeinflussen können. Zu den möglichen Ursachen könnten z.B. der Einfluss verschiedener Stressfaktoren und die Art und der Grad der Stressbelastungen gehören. Unterschiedliche Reaktionen gibt es möglicherweise auch bei verschiedenen Personengruppen, z.B. aufgrund von Alter, dem Geschlecht oder Gesundheitszustand. Die näheren Zusammenhänge über die Beziehungen zwischen Stressbelastungen und Mikronährstoffen sollten in weiteren Studien genauer untersucht werden.

 

Unser Tipp: Bei Stressbelastungen verschlechtert sich oft auch die Ernährung. Dadurch sinkt die Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie mit Antioxidantien. Gute Kombinationen von Mikronährstoffen können in Stressphasen den Körper, das Nerven- und Immunsystem etc., unterstützen.

 

Quelle:
Adrian L. Lopresti, The Effects of Psychological and Environmental Stress on Micronutrient Concentrations in the Body: A Review of the Evidence. In: Advances in Nutrition, Nr. 1, 2020, S. 103-112, doi: 10.1093/advances/nmz082.