Sardinen enthalten u.a. reichlich Omega-3-Fettsäuren. Ihr regelmäßiger Verzehr trug in einer spanischen Studie zur Vorbeugung vor Diabetes bei.

 

Sardinen enthalten u.a. reichlich Omega-3-Fettsäuren. Ihr regelmäßiger Verzehr trug in einer spanischen Studie zur Vorbeugung vor Diabetes bei.

 

Fischmahlzeiten gehören zu einer gesunden Ernährung, da vor allem die fettreichen Sorten (z.B. Lachs, Makrelen, Sardinen) reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten. Dies könnte eine Rolle bei der Vorbeugung vor Typ-2-Diabetes spielen. Doch bisher gab es dazu wenig nähere Angaben über die Fischarten und den präventiven Mechanismus, der zur Gesundheit beträgt. Sardinen sind eine gute Quelle von Omega-3-Fettsäuren und der Aminosäure Taurin, die isoliert oder in Synergie durch verschiedene molekulare Mechanismen dem Typ 2 Diabetes vorbeugen bzw. seine Entwicklung verzögern könnten. Eine Gruppe spanischer Forscher prüfte in einer Studie, ob der regelmäßige Verzehr von Sardinen bei Menschen im höherem Alter die Entwicklung von Typ 2 Diabetes verringern kann.

 

An der Studie nahmen 152 ältere Personen aus Barcelona im Alter ab 65 Jahren teil, die erhöhte Nüchternglukose-Werte (100 bis 124 mg/dL) hatten. Alle Teilnehmer wurden in einer gesunden Ernährung geschult, die dazu beitragen sollte, dem Typ 2 Diabetes vorzubeugen. Diese Ernährung führten alle ein Jahr lang durch. Die Hälfte der Teilnehmer (37 % hohes Diabetes-Risiko) erhielt zusätzlich pro Woche 200 Gramm Ölsardinen. Die zweite Gruppe (27 % hohes Diabetes-Risiko) diente zur Kontrolle und ernährte sich nur mit der empfohlenen Präventionskost. Vor Beginn und am Ende der Studie wurden bei allen wichtige Gesundheitsdaten geprüft. Vollständige Daten waren nach der Studie für 132 Teilnehmer verfügbar. Die Auswertung zeigte: Nach einem Jahr war das hohe Diabetes-Risiko beim regelmäßigen Verzehr von Sardinen deutlich auf nur noch 8 % gesunken. In der Kontrollgruppe hatte sich dagegen das hohe Risiko nur gering verbessert (von 27 auf 22 %). Durch den Sardinen-Verzehr verbesserten sich viele Gesundheitswerte.

 

Das galt z.B. für die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sowie für Vitamin D und die Aminosäure Taurin. Dies stimmte mit dem Anstieg zirkulierender Metaboliten von Taurin, Omega-3-Fettsäuren und Gallensäuren überein. Außerdem kam es zu Veränderungen der Erythrozytenmembran-Fettsäure, wenn sich die Omega-6-Fettsäuren verringert hatten und die Omega-3-Fettsäuren angestiegen waren. Mit dem Sardinenverzehr hatten sich bei Typ 2 Diabetes weitere wichtige Werte verbessert. Das sogenannte „gute“ Cholesterin HDL und Adiponektin (Gewebshormon) hatten sich in dieser Gruppe erhöht, die Triglyzeride und der Blutdruck waren gesunken, außerdem hatten sie niedrigere HOMA-IR-Werte (Nachweis der Insulinresistenz).

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Eine Ernährung zur Vorbeugung von Typ 2 Diabetes kann zusammen mit dem regelmäßigen Verzehr von Sardinen den Schutz vor der Entwicklung eines Typ 2 Diabetes stärken. Dies kann auch zur Prävention von kardiovaskulären Krankheiten beitragen.

 

Unser Tipp: Fische werden nach wie vor zu selten und oft nicht regelmäßig gegessen. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren kann daher empfehlenswert sein. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in der Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle:
Díaz-Rizzoli et al., Type 2 diabetes preventive effects with a 12-months sardine-enriched diet in elderly population with prediabetes: An Interventional, randomised and controlled trial. In: Clinical Nutrition, online 17.3.2021, doi: 10.1016/j.clnu.2021.03.014.


Ernährung und Mikronährstoffe für die Knochengesundheit

 

Zwei Studien zeigen, wie die Ernährung die Knochengesundheit deutlich beeinflussen kann. Veganern fehlt es häufiger an wichtigen Mikronährstoffen, die für gesunde Knochen wichtig sind. Eine nicht allein pflanzliche Kost, wie die mediterrane Ernährung, senkt dagegen das Risiko für die Knie-Arthrose.

 

Es gibt einige Hinweise aus der Forschung, dass eine vegane Ernährung zum Schutz vor einer Reihe chronischer Krankheiten beitragen kann, z.B. vor Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten. Allerdings zeigte sich auch, dass diese rein pflanzliche Ernährung die Knochengesundheit beeinträchtigen könnte. Eine Gruppe deutscher Forscher untersuchte daher im Rahmen der Studie „Risiken und Vorteile der veganen Ernährung“ diese Beziehungen an den Fersenknochen. 72 Personen aus Berlin, je zur Hälfte Veganer und Omnivoren (Allesesser), nahmen daran teil. Bei allen wurde die Knochengesundheit am Fersenbein geprüft. Einbezogen waren auch andere Einflussfaktoren, z.B. Alter, Body Mass Index und die körperliche Aktivität. Da bei veganer Ernährung die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen unzureichend sein kann, wurden von der Ernährung abhängige und auf die Knochen bezogene Biomarker einbezogen. So sind z.B. Kalzium und Vitamin D für die Knochengesundheit sehr wichtig, sie werden bei Veganern als potenziell kritische Nährstoffe angesehen.

 

Im Vergleich zu den Allesessern zeigte sich, dass die Veganer niedrigere Werte am Fersenbein hatten. Sie hatten außerdem geringere Werte bei vielen für die Knochen wichtigen Mikronährstoffen. Das galt für die Vitamine A und B2, die Aminosäure Lysin, Zink, Selenoprotein, Omega-3-Fettsäuren sowie für Jod im Urin und Kalzium. Sie waren dagegen gut mit einigen Mikronährstoffen versorgt, die zum Knochenschutz beitragen können, das betraf Vitamin K1, Folat und Glutamin.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Untersuchungen am Fersenbein zeigten, dass Veganer im Vergleich zu Omnivoren eine geringere Knochengesundheit hatten. Deutliche Unterschiede gab es auch bei Biomarkern, die mit der Knochengesundheit verbunden sind. Im Rahmen dieser Studie identifizierten die Forscher 12 Biomarker, die am stärksten die Knochengesundheit beeinflussen können. Dazu gehören u.a. Lysin, Jod im Urin, Selenoprotein P, Vitamin A, Leucin, Omega-3-Fettsäuren, Kalzium/Magnesium im Urin und Vitamin B6. Viele für die Knochengesundheit wichtige Nährstoffe sind vor allem in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Entsprechend könnte sich die vegane Ernähung langfristig belastend auf die Knochengesundheit auswirken. Da dies jedoch eine kleine, regional begrenzte Studie war, sollten die Ergebnisse weiter überprüft werden.

 

In einer anderen Studie untersuchten US-amerikanische Forscher die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Risiko für eine Knie-Arthrose. Ausgewertet wurden die Daten von rund 2.800 Personen im Alter von 45 bis 79 Jahren, die an der „Osteoarthritis Initiative“ teilnahmen. Bei allen wurde die Ernährung untersucht. Zu Beginn der Studie war eine Arthrose entweder nicht oder allenfalls an einem Knie nachgewiesen. Im Lauf von sechs Jahren wurden die Veränderungen in Bezug auf die Arthrose-Entwicklung beobachtet. 385 Teilnehmer entwickelten in dieser Zeit eine Knie-Arthrose. Bei einer typisch westlichen Ernährung, mit einem starken Anteil von raffinierten Getreidewaren und reichlich Fleisch, hatte sich das Arthrose-Risiko um rund 70 % erhöht. Dagegen war dieses Risiko bei einer betont pflanzlichen Kost, wie z.B. der mediterranen Ernährung, um 30 % verringert. Die Beziehungen verminderten sich etwas, wenn der Body Mass Index einbezogen wurde bzw. waren sie zum Teil durch Übergewicht vermittelt.

 

Unser Tipp: Wie hier gezeigt, wird die Knochengesundheit deutlich von der guten Versorgung mit Mikronährstoffen beeinflusst. Neben der Grundversorgung mit Vitamin D und Kalzium sind auch eine Reihe anderer Mikronährstoffe nötig. Zur Stärkung der Knochen und speziell für Arthrose werden daher eine Reihe bewährter Kombipräparate angeboten.

 

Quelle:
Juliane Menzel et al., Vegan Diet and Bone Health - Results from the Cross-Sectional RBVD Study. In: Nutrients, online 21.2.2021, doi: 10.3390/nu13020685. 
Chang. Xu et al., Dietary patterns and risk of developing knee osteoarthritis: data from the osteoarthritis initiative. In: Osteoarthritis and Cartilage, online 17.3.2021, doi: 10.1016/j.joca.2021.02.571.


Der Bluthochdruck wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dabei spielen die Ernährung und besonders die gute Versorgung mit Magnesium eine wichtige Rolle. Das gilt für die Prävention ebenso wie für die begleitende Therapie.

 

Der Bluthochdruck wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dabei spielen die Ernährung und besonders die gute Versorgung mit Magnesium eine wichtige Rolle. Das gilt für die Prävention ebenso wie für die begleitende Therapie.

 

Der Bluthochdruck ist eine komplexe Erkrankung, abhängig von umweltbedingten sowie von körperlichen Einflüssen und Interaktionen. Vor allem in den westlichen Industrieländern sind viele Menschen davon betroffen. In der Folge steigen die Risiken für kardio- und zerebrovaskuläre Krankheiten an. Viele Studien zeigten bereits, dass es eine Beziehung zwischen Defiziten an Magnesium und dem Bluthochdruck gibt. Generell sind ältere Menschen am meisten von den Folgen des Bluthochdrucks betroffen. Sie haben häufiger auch Defizite an Magnesium. Zu einer guten Versorgung tragen vor allem Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie Vollkornwaren bei, die reichlich Magnesium enthalten. Industriell verarbeitete Lebensmittel sind deutlich ärmer an Magnesium und anderen wichtigen Mikronährstoffen. Wenn die Ernährung nicht genügend mit Magnesium versorgt, kann die Ergänzung von Magnesium nützlich sein. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher stellte die aktuellen Kenntnisse zur Beziehung von Magnesium und dem Bluthochdruck vor. Sie richteten dabei ihren Fokus besonders auf Veränderungen im Magnesiumstoffwechsel beim Bluthochdruck im Alter.

 

Magnesium ist ein Cofaktor vieler Enzyme, rund 600 Enzyme sind heute bekannt, auf die Magnesium Einfluss nimmt. Magnesium ist an grundlegenden Zellreaktionen beteiligt, am Energiestoffwechsel, der DNA-Synthese und RNA-Expression, an muskulären und neuronalen Zellsignalen, dem Glukosestoffwechsel und der Kontrolle des Blutdrucks. In den 80er Jahren wurde bekannt, dass der Bluthochdruck häufig mit niedrigem, interzellulären Magnesium verbunden ist. Dabei galt, je niedriger das intrazelluläre Magnesium war, desto höher war der Blutdruck. In weiteren Studien zeigte sich, wie Magnesium an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt ist, z.B. durch Modulation des vaskulären Tonus, Funktionen als Kalziumantagonist und Einfluss auf die Gefäß-Funktionen. Defizite bzw. ein Mangel an Magnesium wurden u.a. mit niedriggradigen Entzündungen, dem oxidativen Stress, Insulinresistenz und metabolischen Syndrom verbunden. Weltweit gilt der Bluthochdruck als stärkster unabhängiger und beeinflussbarer Risikofaktor für Herzinsuffizienz, ischämische Herzkrankheiten, zerebrovaskuläre Ereignisse, chronische Nierenerkrankungen und kognitiven Abbau. Vorbeugende Maßnahmen, einschließlich einer gesunden Ernährung und der Ergänzung von wichtigen Mikronährstoffen, können dazu beitragen, die Vorkommen des Bluthochdrucks zu senken.

 

Vor allem Magnesium hat dabei eine große Wirkung, gefolgt von Kalium und einem geringeren Salzkonsum. In den USA werden täglich 420 mg Magnesium für Männer und 320 mg für erwachsene Frauen empfohlen (in Deutschland 350 mg für Männer, 300 mg für Frauen). Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 60 % der Amerikaner unter dieser Empfehlung liegen. Einige Studien zeigten, dass erhöhte Aufnahmen von Magnesium die Vorkommen des Bluthochdrucks senken konnten. Nachgewiesen wurde auch, dass Ergänzungen von Magnesium den Blutdruck verringern können. Allerdings waren hier die Ergebnisse teilweise widersprüchlich.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für den Bluthochdruck sowie für Defizite an Magnesium, die u.a. zum Bluthochdruck beitragen können. Darüber hinaus kann der häufige Einsatz von Diuretika als Therapie des Bluthochdrucks und der Herzinsuffizienz, den Magnesiummangel verstärken. Magnesium allein ist jedoch zur Vorbeugung und Therapie des Bluthochdrucks nicht ausreichend. Es kann aber ein Marker für signifikante Risikofaktoren beim Bluthochdruck und einen gesunden Ernährungsstil sein. Die Nachweise für günstige Wirkungen von Magnesium auf das Bluthochdruck-Risiko unterstreichen die Bedeutung einer gesunden Ernährung mit reichlich Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkorngetreide und Gemüse, die gute Quellen für Magnesium sind. Dagegen sollten verarbeitete Lebensmittel, die arm an Magnesium und anderen Mikronährstoffen sind, weitgehend gemieden werden. Wenn die Ernährung nicht ausreicht, um einen adäquaten Magnesiumstatus aufrechtzuerhalten, können Ergänzungen von Magnesium, die gut verträglich sind, nützlich sein.

 

Unser Tipp: Zur Ergänzung wird Magnesium in vielen Verbindungen angeboten. Gute organische Verbindungen sind z.B. Magnesiumcitramate (Citrat und Malat), -bisglycinate und -glukonate. Sie sind oft besser bioverfügbar als anorganische Verbindungen (z.B. Magnesiumoxid).

 

Quelle
Ligia J. Dominguez et al., Magnesium and Hypertension in Old Age. In: Nutrients, online 31.12.2021, doi: 10.3390/nu13010139.


Vitamin B6 stärkt die körperliche Leistungen im Alter

 

Zur Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter trägt eine gute körperliche Leistungsfähigkeit bei. Dabei ist eine gute Versorgung mit verschiedenen B-Vitaminen nützlich. Vor allem Vitamin B6 kann sich direkt auf die körperlichen Leistungen auswirken.

 

Die Lebenserwartung der Menschen stieg in den letzten Jahrzehnten stetig an. Um auch im höheren Alter gesund und selbstständig zu leben, ist ein hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit eine gute Voraussetzung. Sie senkt auch das Risiko für Krankheiten und den Abbau der kognitiven Leistungen. Die regelmäßige, ausreichende Bewegung kann den Abbauprozessen vorbeugen und sie herauszögern. Auch eine gute Ernährung mit der ausreichenden Versorgung an wichtigen Mikronährstoffen kann dazu beitragen. Das gilt besonders für die B-Vitamine, speziell für Niacin, die Vitamine B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin) sowie für Folat. B-Vitamine spielen bei mindestens drei Mechanismen im Zusammenhang mit der körperlichen Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle. Ausreichende Aufnahmen der Vitamine B6, B12 und Folat senken die Konzentration von Homocystein. Zu hohe Werte dieser Aminosäure können zu Entzündungen führen und neurologische Funktionen beeinträchtigen, was zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen kann. Mehrere Studien zeigten, dass die Konzentration von Homocystein z.B. mit der Kraft des Quadriceps (Oberschenkelmuskel), der Leistung beim Aufstehen von einem Stuhl und der Ganggeschwindigkeit verbunden ist.

 

Niacin, die Vitamine B6, B12 und Folat tragen weiter zur Funktion der Mitochondrien (sogenannte Kraftwerke der Zellen) bei, die durch erhöhte Homocystein-Werte belastet werden. Darüber hinaus kann die Aufnahme von Niacin (und seiner Vorstufe Tryptophan) zu erhöhten Konzentrationen an NAD (Coenzym im Energiestoffwechsel) führen, was die Funktion der Mitochondrien verbessern kann. Nicht zuletzt können B-Vitamine die Muskelqualität auch durch ihre antioxidativen Eigenschaften und verbesserte neuromuskuläre Funktionen erhalten. Noch fehlt es jedoch an näheren Kenntnissen über diese Beziehungen. Eine Gruppe europäischer Forscher untersuchte daher den Zusammenhang zwischen der Zufuhr der B-Vitamine Niacin, B6, B12 und Folat und der körperlichen Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen.

 

Die Forscher verwendeten für ihre Analyse Daten aus der NU-AGE-Studie (European Project on Nutrition in Elderly People). Daran hatten in fünf Ländern Europas 1.249 gesunde ältere Erwachsene im Alter von 65-79 Jahren teilgenommen. Für sie lagen vollständige Daten zur Nahrungsaufnahme aus Lebensmittelprotokollen und Befragungen vor. Dazu gehörten auch Angaben über die Ergänzung von Vitaminen. Bei allen Teilnehmern wurde außerdem die körperliche Leistungsfähigkeit mit einer Reihe von Tests bestimmt. Für die Aufnahme von Niacin, B12 oder Folat und der körperlichen Leistungsfähigkeit zeigten sich dabei keine deutlichen Beziehungen. Gleiches galt auch für die Konzentrationen von Homocystein. Dagegen konnte die gute Zufuhr von Vitamin B6 bei den Teilnehmern die Zeit für das Aufstehen von einem Stuhl verkürzen. B6 wirkte sich dazu signifikant auf die Handgriffstärke aus. Dabei spielte die Interaktion zwischen der B6-Aufnahme und dem Niveau der körperlichen Aktivität eine signifikante Rolle. Bei Teilnehmern mit der geringsten körperlichen Aktivität war eine höhere Zufuhr an Vitamin B6 tendenziell mit einer größeren Handgriffstärke verbunden. Bei Teilnehmern mit der höchsten körperlichen Aktivität beeinflusste die höhere Zufuhr an B6 die Handgriffstärke nicht oder verringerte sie sogar.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei älteren und körperlich aktiven Europäern zeigte sich vor allem für eine gute Versorgung mit Vitamin B6 eine Beziehung zum schnelleren Aufstehen von einem Stuhl. Bei Teilnehmern, die weniger körperlich aktiv waren, zeigte sich mit einer guten B6-Versorgung vor allem eine Beziehung zur Handgriffstärke. Eine gute Versorgung mit Vitamin B6 könnte dazu beitragen, dem altersbedingten Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit vorzubeugen bzw. ihn zu verlangsamen. Das gilt besonders für ältere Menschen, bei denen eine Steigerung der körperlichen Aktivität nicht möglich ist.

 

Unser Tipp: Die acht B-Vitamine haben unterschiedliche und sehr komplexe Funktionen, gemeinsam ist ihnen, dass sie wasserlöslich sind. Sie werden oft als vollständiges Spektrum angeboten, da sie sich zum Teil ergänzen und synergistisch wirken. Bei Bedarf können B-Vitamine jedoch auch einzeln ergänzt werden.

 

Quelle:
Pol Grootswagers et al., Vitamin B-6 intake is related to physical performance in European older adults: results of the New Dietary Strategies Addressing the Specific Needs of the Elderly Population for Healthy Aging in Europa (NU-AGE) study. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 113, Nr. 4, 2021, S. 781-789, doi: 10.1093/ajcn/nqaa368.


Schwangere Frauen brauchen genügend Zink und Eisen

 

Eine gute Versorgung mit den Mineralien Zink und Eisen ist für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten sehr wichtig. Sie erfolgt über Nährstoffspeicher, die schon im Fötus aufgebaut wurden sowie über die Muttermilch. Eine Studie zeigt jedoch, dass schwangere Frauen nicht immer ausreichend mit Zink und Eisen versorgt sind.

 

Die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen ist für das Wachstum und die Entwicklung des Fötus essentiell. Ob im Einzelfall Ergänzungen an Mikronährstoffen bei schwangeren Frauen empfehlenswert sind, das kann am besten mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden. Die Mutter überträgt vor allem in der späten Schwangerschaft wichtige Nährstoffe über die Plazenta an ihr Kind. Dadurch wird ein Speicher an Nährstoffen aufgebaut, der zur Nutzung im frühen Säuglingsalter bereitsteht. Fehlt es Frauen sowohl in der Zeit der Befruchtung als auch im Lauf der Schwangerschaft an wichtigen Nährstoffen, kann sich das Risiko für Komplikationen erhöhen. Zu den für die Entwicklung des Fötus sehr wichtigen Mikronährstoffen gehören die Mineralien Eisen und Zink. Letzteres ist u.a. an der Zellteilung und Bildung von Wachstumshormonen beteiligt.

 

Eisen wird z.B. für die Entwicklung der Schilddrüse und des Gehirns benötigt. Im Lauf der Schwangerschaft steigt die Versorgung mit Zink und Eisen im Fötus an, sie werden von der Mutter besonders im dritten Trimester übertragen. Die Zink- und Eisenspiegel sind im Blut der Nabelschnur dann höher als im sonstigen Blut. Frühere Studien zeigten z.B. bei niedrigen Zinkwerten in der Schwangerschaft Beziehungen zur beeinträchtigten Entwicklung des Fötus und zu einem geringeren Geburtsgewicht. In den ersten Lebensmonaten erhalten gestillte Säuglinge Zink und Eisen durch die Muttermilch. Sie nutzen außerdem die vorher aufgebauten Speicher, um ihren Bedarf zu decken. Ist die Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend mit den beiden Mineralien versorgt, können Defizite an Eisen und Zink in den ersten Lebensmonaten entstehen.

 

Ein Team von Forschern aus Thailand und Deutschland prüfte in einer Studie, ob die Werte von Zink und Ferritin (Eisenspeicher-Protein) im Nabelschnurblut mit der Ernährung und dem Zink- und Eisenstatus in der Schwangerschaft sowie anderen Faktoren der Geburt verbunden sind. 117 Frauen nahmen in Bangkok ab dem Ende des zweiten Trimesters an der Studie teil und wurden bis zur Entbindung weiter beobachtet. Die Frauen gaben in einer Befragung Auskunft über ihre Ernährung. Alle erhielten in der Schwangerschaft Eisenpräparate, die meisten nahmen auch Zinkergänzungen ein. Die Ernährung der Frauen war nicht immer optimal bzw. versorgte nicht ausreichend mit diesen wichtigen Mikronährstoffen. Im Blut und in der Nabelschnur wurden die Werte von Zink und Ferritin bestimmt. Im Vergleich zum ersten Trimester der Schwangerschaft zeigten sich im dritten Trimester geringere Werte im eisenabhängigen Hämoglobin, die Vorkommen von Anämie waren etwas höher. Generell waren die Eisendefizite mit knapp 15 % relativ gering. Etwas mehr als die Hälfte der Frauen hatte jedoch deutliche Zinkdefizite (51 %). Auch die Art der Geburt beeinflusste die Zink- und Ferritinspeicher beim Säugling. Bei natürlichen Geburten waren Zink und Ferritin im Blut der Nabelschnur signifikant höher als bei Entbindungen durch einen Kaiserschnitt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Studie bestätigt die Bedeutung der mütterlichen Ernährung in der Schwangerschaft bis in die ersten Lebensmonate des Kindes hinein. Defizite an Eisen und besonders an Zink wurden bei den schwangeren Frauen festgestellt. Die Zinkspeicher der Säuglinge waren mit dem mütterlichen Zinkspiegel während der Schwangerschaft deutlich verbunden. Eine natürliche Geburt über die Vagina ist offenbar für den Transfer von Mikronährstoffen, speziell von Eisen und Zink, für das Kind vorteilhaft. Bei (nachgewiesenen) Defiziten an Zink und Eisen in der Schwangerschaft können Ergänzungen empfohlen und mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden. Sie können dazu beitragen, Komplikationen zu vermeiden und die Versorgung des Kindes mit diesen wichtigen Mikronährstoffen zu verbessern.

 

Unser Tipp: Für den weiblichen Stoffwechsel gibt es spezielle Empfehlungen zu geeigneten Nahrungsergänzungen. Besonders in der Schwangerschaft sollte bei vorhandenen Defiziten auf gut bioverfügbare Formen geachtet werden. Das gilt z.B. bei Eisen und Zink für organische Verbindungen, die meist besser verwertbar sind.

 

Quelle
Oraporn Dumrongwongsiri et al., Effect of Maternal Nutritional Status and Mode of Delivery on Zinc and Iron Stores at Birth. In: Nutrients, online 5.3.2021, doi: 10.3390/nu13030860.


Defizite an Vitamin D sind weltweit verbreitet. Davon sind selbst sonnenreiche Regionen betroffen, wie eine italienische Studie an Kindern und Jugendlichen zeigt. Vielen der Teilnehmer fehlte Vitamin D auch im Lauf des Sommers.

 

Defizite an Vitamin D sind weltweit verbreitet. Davon sind selbst sonnenreiche Regionen betroffen, wie eine italienische Studie an Kindern und Jugendlichen zeigt. Vielen der Teilnehmer fehlte Vitamin D auch im Lauf des Sommers.

 

Vitamin D spielt im Stoffwechsel von Kalzium und Phosphat eine wichtige Rolle. Es ist für den Knochenaufbau und das gesamte Knochen- und Muskelsystem ein Leben lang sehr wichtig. Es ist weiter an vielen Vorgängen im Stoffwechsel und am Immunsystem beteiligt. Defizite in der Versorgung mit Vitamin D werden weltweit recht häufig festgestellt. Die Aufnahmen aus der Ernährung sind gering, die wichtigsten Quellen sind fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Makrele. Einige Lebensmittel, z.B. Margarine etc., sind mit Vitamin D angereichert. In erster Linie wird Vitamin D jedoch über die Einwirkung des Sonnenlichts auf die Haut im Körper gebildet. Empfohlen sind dafür täglich ca. 15 bis 30 Minuten Aufenthalt im Freien mit unbedeckten Hautpartien. Im Sommer wird entsprechend mehr Vitamin D hergestellt als in den sonnenärmeren Monaten des Winters, das gilt vor allem für nördlicher gelegene Regionen. Doch es gibt auch für die südlicheren Länder Hinweise, dass Vitamin D nicht immer ausreichend vorhanden ist.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher untersuchte daher in einer Studie die Vitamin-D-Spiegel in einer südlichen Region Italiens mit hoher Sonnenlichtexposition. In Apulien nahmen daran 1.500 Kinder und Jugendliche, vom Säuglingsalter bis zu Jugendlichen im Alter von 17 Jahren, teil. Bei allen wurde die Konzentration von Vitamin D (25(OH)D) im Serum bestimmt. Der Status wurde bei Werten bis zu 20 ng/ml als mangelhaft eingestuft. Als unzureichend galten 20 bis zu 30 ng/ml, eine Versorgung ab 30 ng/ml wurde als ausreichend gewertet. Im Durchschnitt lagen die Vitamin D-Werte bei bei 20 ng/ml, also auf der Grenze zwischen einer mangelhaften und unzureichenden Versorgung. Rund die Hälfte der Teilnehmer (49 %) hatte deutlich zu geringe Vitamin D-Werte unter 20 ng/ml. Nur 15 % der Kinder und Jugendlichen waren gut mit Vitamin D versorgt. In Abhängigkeit von der Jahreszeit wurden Schwankungen in der Vitamin D-Versorgung beobachtet. Doch selbst im Sommer kam nur knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen auf ausreichende Vitamin D-Werte.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mehr als 80 % dieser Kinder und Jugendlichen aus dem Süden Italiens hatten Vitamin D-Werte, die als unzureichende oder gar mangelhafte Versorgung gilt. Die Defizite konnten selbst im Sommer nicht in einem größeren Maß verbessert werden. Die Forscher empfehlen, mit Hilfe von Screenings und gegebenenfalls Ergänzungen den Vitamin D-Status zu verbessern. Dabei sollten das Alter, der allgemeine Ernährungszustand und die Jahreszeiten berücksichtigt werden.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist einzeln oder kombiniert in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Dabei sollte auf gut bioverfügbare Formen, z.B. als emulgiertes oder liposomales Vitamin D, geachtet werden.

 

Quelle:
Irene Rutigliano et al., Is sunlight enough for sufficient vitamin D status in children and adolescents? A survey in a sunny region of southern Italy. In: Nutrition Vol. 84, Nr. 4, 2021, doi: 10.1016/j.nut.2020.111101.


Neue Ernährungspyramide zur rheumatoiden Arthritis

 

Die Ernährung kann die Entwicklung der rheumatoiden Arthritis beeinflussen. Forscher stellten aufgrund bisheriger Kenntnisse dazu eine neue Ernährungspyramide vor, die für Patienten nützlich sein kann.

 

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Autoimmun- und Entzündungskrankheit, die durch die Zerstörung von Knorpel, Knochen und Gelenken gekennzeichnet ist. Stark beteiligt ist der Stoffwechsel der T-Lymphozyten (wichtige Zellen des Immunsystems), der sich möglicherweise durch diätetische Maßnahmen beeinflussen lässt. Eine gute Ernährung ist allgemein für das Immunsystem sehr wichtig, da sie z.B. Entzündungen, die Antigenpräsentation, antioxidative Abwehrmechanismen und die Darm-Mikrobiota beeinflusst. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zeigt sich häufiger eine nicht ausreichende Ernährungsqualität, was den Zustand beeinträchtigen kann. Eine schlechte Ernährung ist mit einer länger anhaltenden Morgensteifigkeit und mehr eingeschränkten Funktionen verbunden. Vielen Patienten ist bewusst, dass die Ernährung eine wichtige Rolle beim Ausmaß ihrer Symptome spielt. Rund die Hälfte versucht daher, ihre Ernährung zu ändern, um Symptome zu verbessern. Vor diesem Hintergrund setzte sich eine Gruppe italienischer Forscher das Ziel, die bisherigen Nachweise zur Ernährung bei der rheumatoiden Arthritis zu bewerten. Sie prüften über 200 Studien und entwickelten eine Ernährungspyramide, die Patienten mit rheumatoider Arthritis helfen soll, ihre Ernährung zu verbessern, den oxidativen Stress zu reduzieren sowie Entzündungen und einem schwachen Immunsystem entgegenzuwirken.

 

Allgemein günstig ist der erhöhte Verzehr von Obst und Gemüse. Möglichst drei Portionen Obst (vor allem Beeren und Zitrusfrüchte) und zwei Portionen Gemüse (besonders grünes Blattgemüse), eine Portion roh, die andere gekocht, werden täglich empfohlen. Bei Tomaten wurden zum Teil Unverträglichkeiten beobachtet, man rät den Patienten daher zu beobachten, ob der Verzehr die Symptome beeinflusst. Experimentelle Forschungen deuten darauf hin, dass Gewürze, die Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) enthalten, nützlich sein könnten. Dazu gehören Ingwer, Zimt und Kurkuma bzw. dessen Inhaltsstoff Curcumin. Einige Studien zeigten, dass ein erhöhter Fischkonsum das Risiko für die rheumatoide Arthritis verringern kann. Drei Portionen (möglichst fettreicher) Fisch pro Woche kann sowohl zur Prävention als auch zur Verbesserung von Symptomen nützlich sein. Wichtig sind hier die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen (EPA und DHA), die oft zu wenig aufgenommen werden. Sie wirken antioxidativ und antientzündlich, was bei der rheumatoiden Arthritis hilfreich sein kann.

 

Sie konkurrieren mit der Arachidonsäure um den Einbau in die Zellmembranen, was zu einer geringeren Synthese von Leukotrienen und Prostaglandinen (beides Arachidonsäurederivate) mit entzündlicher Aktivität führt. Die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren konnte in einigen Studien bei rheumatoider Arthritis typische Entzündungs-Marker signifikant verbessern. Bei ausreichender Dosierung trugen sie dazu bei, den Verbrauch von Medikamenten (NSAR) zu senken. Auch viele andere Mikronährstoffe, Vitamine und Mineralien sowie sekundäre Pflanzenstoffe, wirken antioxidativ, z.B. Selen, Kupfer, Mangan, Zink, Vitamin C und Carotinoide. Freie Sauerstoffradikale und proentzündliche Zytokine (Botenstoffe) sind bei der rheumatoiden Arthritis Mediatoren von Gewebeschäden. Antioxidantien können vor solchen Schäden schützen, da sie die Expression von Zytokinen und Kollagenase unterdrücken. Sie tragen auf diese Weise zum Schutz vor der rheumatoiden Arthritis und ihrer Entwicklung bei.

 

Vitamin D hat wichtige Funktionen im Knochensystem, es spielt eine Rolle im Stoffwechsel von Kalzium und bei der Knochenmineralisierung. Eine unzureichende Versorgung wirkt sich direkt auf die Knochengesundheit aus. Geringere Serumspiegel (25(OH)D < 50 nmol/L) sind z.B. mit Knochenverlust und Mineralisierungsdefekten verbunden, was zu mehr Fragilität und Frakturen führt. Bei Frauen in der Menopause kann der Mangel an Östrogen die Knochengesundheit zusätzlich beeinträchtigen. Ältere Frauen mit rheumatoider Arthritis haben daher ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Niedrige Vitamin D-Konzentrationen können auch mit Schmerzzuständen verbunden sein und zu höheren Vorkommen von Osteoporose beitragen. Bei den Patienten sollten die Vitamin D-Werte untersucht werden, gegebenenfalls kann die Ergänzung erfolgen. In einer Meta-Analyse zeigte sich ein Trend, dass Gaben von Vitamin D die Krankheitsaktivität der rheumatoiden Arthritis senken konnte. Viele Untersuchungen zeigten außerdem, dass die Vitamin A-Spiegel oft zu niedrig sind und ein Mangel häufiger vorkommt, was die Krankheitsaktivität ebenfalls beeinflussen kann.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ernährungspyramide für die rheumatoide Arthritis stützt sich auf die Analyse bisheriger klinischer Studien, die insgesamt noch relativ gering sind. Die Ernährungspyramide wurde daher bisher nicht in der Praxis beobachtet. Sie kann jedoch für die Prävention der rheumatoiden Arthritis mit Empfehlungen zur Ernährung und der Ergänzung wichtiger Antioxidantien eine sinnvolle Strategie sein, um die Symptome zu verbessern. Die Empfehlungen können auch Adipositas, Diabetes und Insulinresistenz sowie das metabolische Syndrom und kardiovaskuläre Krankheiten beeinflussen, die häufig mit der rheumatoiden Arthritis verbunden sind. Die Forscher regen weiter dazu an, die bisher oft ignorierten Beziehungen zwischen der rheumatoiden Arthritis, der Immunität, Entzündungen sowie den Belastungen durch oxidativen Stress und der Ernährung näher zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Für die rheumatoide Arthritis gibt es eine Reihe empfehlenswerter Nahrungsergänzungen, mit einzelnen und kombinierten Mikronährstoffen. Neben Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren haben auch viele andere Vitamine, Mineralien und pflanzliche Substanzen antioxidative und antientzündliche Wirkungen.

 

Quelle:
Mariangela Rondanelli et al., Ideal food pyramid for patients with rheumatoid arthritis: A narrative review. In: Clinical Nutrition Vol. 40, Nr. 3, 2021, doi: 10.1016/j.clnu.2020.08.020.


Bioaktive Mikronährstoffe für die Haut

 

Die Gesundheit der Haut wird ein Leben lang durch die Ernährung beeinflusst, dazu tragen viele Mikronährstoffe bei. Sie können die Haut vor schädlichen Einflüssen aus der Umwelt und auch vor Altersprozessen schützen.

 

Die Haut ist das größte Organ des Körpers, sie besteht aus mehreren Schichten und ist eine wichtige Barriere zur Außenwelt. Sie kann uns vor schädlichen Einwirkungen, z.B. vor Bakterien, Chemikalien und den UV-Strahlen des Sonnenlichts, schützen. Die Haut hat wichtige Funktionen im Wasser- und Elektrolythaushalt, in der Thermoregulation sowie im Immunsystem. Sie ist auch am Stoffwechsel, z.B. durch die Aufnahme und Speicherung von Stoffen, beteiligt. Der Zustand der Haut, ihre Oberfläche, Farbe und physiologische Eigenschaften, ergibt sich aus der Versorgung mit Wasser sowie dem Gehalt an Sebum (Talg) und Säuren (pH-Wert). Auch die allgemeine Gesundheit, das Alter und nicht zuletzt die gesunde Ernährung spielen eine wichtige Rolle für die Haut. Dabei ist die Zufuhr von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten ebenso wichtig wie die Aufnahme von Mikronährstoffen, von Vitaminen, Mineralien, Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Sie alle beeinflussen z.B. die Elastizität, Festigkeit, Faltenbildung und Feuchtigkeit der Haut. Sie können außerdem dazu beitragen, Hautkrankheiten vorzubeugen. Eine Gruppe von polnischen Forscherinnen stellte in einer Übersicht die aktuellen Kenntnisse über die Beziehung der Haut zu den Mikronährstoffen vor.

 

Die Haut verändert sich ständig mit einer schnellen Proliferation (Zellbildung). Dies wird durch Umweltfaktoren, z.B. die Einwirkung von UV-Strahlen im Sonnenlicht oder das Rauchen, beeinflusst. Eng damit verbunden ist die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies und der oxidative Stress. Dadurch können z.B. die Hautbarriere, die Bildung von Kollagen und anderen Strukturproteinen beeinträchtigt werden. Äußerlich sichtbar wird das vor allem im höheren Alter. Zu den typischen Merkmalen der Altershaut gehören Falten, geringere Elastizität, Pigmentierungen, Trockenheit, Anfälligkeit für Irritationen und eine langsamere Regeneration und Heilung. Die Haut wird außerdem schlechter mit Blut, Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Viele Mikronährstoffe beeinflussen die Prozesse der Hautalterung, sie können die Zellbildung und den Stoffwechsel der Haut fördern. Dies wirkt der Hautalterung entgegen, trägt zu einem jüngeren Erscheinungsbild bei und beugt oxidativen und UV-induzierten Hautschäden vor. Wichtig für die Haut sind vor allem die Vitamine A, C und E, Selen, Zink, Kupfer, Silizium, sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole, Carotinoide etc.) sowie die essentiellen mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Viele der für die Haut wichtigen Mikronährstoffe sind in kosmetischen oder therapeutischen Cremes und Salben enthalten. Sehr wichtig ist jedoch auch die Zufuhr von Mikronährstoffen mit der Ernährung oder Ergänzungen, um die Haut von innen mit allen nötigen Substanzen zu versorgen.

 

Vitamin A (Retinoide), einschließlich der Vorstufe Beta-Carotin, verbessert die Haut durch eine verringerte Faltenbildung, erhöhte Glätte und geringere Pigmentierung. Vitamin A trägt zur Pflege der Altershaut und zur Beseitigung von Zeichen der Lichtalterung bei. Es wird auch zur Behandlung einiger Hautkrankheiten eingesetzt (z. B. Akne, Warzen, Dermatosen). Bei den Mineralien beeinflussen vor allem Selen, Kupfer und Zink die Hautalterung. Selen wirkt über Enzyme (z.B. Gluthationperoxidase) antioxidativ, kann vor oxidativem Stress durch UV-Strahlung schützen und der davon abhängigen Faltenbildung vorbeugen. Zink ist für das Immunsystem wichtig, es schützt auch die Haut, besonders vor Schäden durch UV-Strahlung bzw. allgemein vor Hautalterung. Die innere und/oder äußerliche Anwendung von Zink trägt seit langem zur Regeneration und Heilung der Haut bei. Zinkpasten und -salben reinigen die Haut von überschüssigem Talg, stellen ihren natürlichen pH-Wert wieder her, wirken adstringierend und können zur Hemmung von Entzündungen und Akne beitragen. Zink wird zur Behandlung zahlreicher dermatologischer Erkrankungen wie Infektionen, entzündliche Dermatosen und Pigmentstörungen eingesetzt. Kupfer ist für den gesamten Zustand der Haut wichtig, es beeinflusst die Bildung der Fibroblasten (kollagenbildende Zellen), Hautproteine und neuer Blutgefäße (Angiogenese). Kupfer ist ein Cofaktor des antioxidativen Enzyms Superoxiddismutase, das vor freien Radikalen schützt. Es ist auch ein Cofaktor des Enzyms Tyrosinase, das an der Synthese des Hautpigments Melanin beteiligt ist.

 

Essentielle Fettsäuren sind für die Hautbarriere und -integrität sowie für die Hautstruktur und -funktionen wichtig. Zu den Symptomen eines Mangels gehören die Trockenheit, das Schälen und die Schlaffheit der Haut, und sie kann anfälliger für Reizungen werden und langsamer heilen. Pflanzenöle, die reich an Linol- und Gamma-Linolensäure sind, verbessern z.B. die Hauthydratation, wirken regenerierend auf die geschädigte Lipidbarriere der Oberhaut und regulieren den Hautstoffwechsel. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Pflege trockener, empfindlicher, fettiger, zu Akne neigender und reifer Haut. Die Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Hautfunktionen. Obwohl sie in der Oberhaut nicht vorhanden sind, reichern sich dort ihre Metaboliten nach der Aufnahme von Fischölen an. Studien zeigten, dass die Omega-3-Fettsäuren antioxidativ und antientzündlich wirken, sie können auch dazu beitragen, den Schweregrad von Erythemen (Hautrötungen) zu verringern.

 

Viele pflanzliche Substanzen (Polyphenole, darunter vor allem Flavonoide) wirken sowohl innerlich als auch äußerlich auf die Haut. Sie können durch antimutagene und antioxidative Eigenschaften vor UV-Strahlen schützen und zur Pflege der reiferen Haut beitragen. Das gilt besonders für Quercetin, Curcumin. Silymarin (Mariendistel), Proanthocyanidine und Resveratrol. Auch der grüne Tee enthält mit den enthaltenen Catechinen wichtige Polyphenole, die Hautzellen schützen und schädliche Wirkungen von UV-Strahlen und Altersprozessen lindern, auch sie wirken antientzündlich und antioxidativ. Neben Beta-Carotin haben auch andere Carotinoide hautschützende Wirkungen, das gilt z.B. für Lutein und Zeaxanthin. Carotinoide beugen mit entzündungshemmenden und UV-filternden Effekten der Hautalterung vor, sie regen Fibroblasten an, Kollagen und Elastin zu bilden. Sie verbessern die Elastizität, Hydratation, Textur der Haut und reduzieren Verfärbungen.

 

Die Forscherinnen ziehen das Fazit: Die Haut ist ein empfindlicher Indikator für den Mangel an Nährstoffen. Der effektivste Weg, den Zustand der Haut zu verbessern, ist die Versorgung mit essentiellen Nährstoffen, sowohl äußerlich als auch innerlich durch eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung und bei Bedarf durch Ergänzungen von Mikronährstoffen. Wichtig sind Substanzen, die die Hautbarriere schützen und regenerieren, den Feuchtigkeitsgehalt der Haut fördern sowie vor äußeren Faktoren und entzündungsbedingten Schäden schützen. Das gilt z.B. für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Antioxidantien und Phytonährstoffe, die freie Radikale abfangen und oxidative Hautschäden lindern. Zum Schutz vor negativen Wirkungen übermäßiger UV-Strahlung im Sonnenlicht tragen die Vitamine A, C und E sowie Selen, Zink, Kupfer, Silizium, Polyphenole und Carotinoide bei. Antioxidantien können eine wirksame Ergänzung zu chemischen und physikalischen UV-Filtern sein und DNA-Schäden reduzieren, die zur Hautalterung führen und zur Entstehung von Hautkrebs beitragen. Die gute Aufnahme dieser Substanzen aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen könnte dazu beitragen, Altersprozessen der Haut vorzubeugen.

 

Unser Tipp: Mikronährstoffe, die zum Schutz der Haut beitragen, sind einzeln und kombiniert in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Besonders wichtig sind dabei gut bioverfügbare Substanzen.

 

Quelle:
Monika Michalek et al., Bioactive Compounds for Skin Health: A Review. In: Nutrients online 12.1.2021, doi: 10.3390/nu13010203.


Stark prozessierte Lebensmittel erhöhen kardiovaskuläres Risiko

 

Zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig, so lautet zu oft das Fazit von Fachleuten über die Ernährung. Der Trend zu Fertiglebensmitteln, die stark industriell verarbeitet sind, hat eine Kehrseite, er verstärkt das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten.

 

Das Angebot an industriell verarbeiteten (prozessierten) Lebensmitteln nahm in den letzten Jahrzehnten sehr stark zu. Das verdrängte traditionellere Ernährungsweisen, die selbst zubereitet wurden und natürliche bzw. wenig verarbeitete Lebensmittel verwendeten. Im Alltag siegt zu oft der Griff zu fertigen Lebensmitteln über die Lust am Kochen. Das hat langfristige Folgen für die Gesundheit. Eine stark prozessierte Ernährung wird, z.B. aufgrund des oft hohen Zucker- und Fettgehalts, mit Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten verbunden. Auch der Anteil von Salz ist oft zu hoch, außerdem fehlen oft wichtige Mikronährstoffe. Abhängig vom Ausmaß der industriellen Verarbeitung wurde eine Klassifizierung für Lebensmittel und Getränke eingeführt (NOVA). Zur höchsten Klasse gehören die ultra-prozessierten Lebensmittel. Dazu gehören z.B. Snacks, Getränke und Fertiggerichte. Sie enthalten oft Aromen, Farb- und andere Zusatzstoffe, die sensorische Eigenschaften von Lebensmitteln oder Speisen imitieren oder verstärken.

 

Sie sind meist verzehrfertig, schmackhaft, preiswert und lange haltbar. Sie konkurrieren vor allem mit Lebensmitteln, die von Natur aus verzehrfertig sind (z.B. Obst) oder frisch zubereitet werden müssen. Nach Schätzungen haben ultra-prozessierte Lebensmittel längst einen hohen Anteil (über 50 %) an der Ernährung in den USA. In Europa ist dies mit einem Anteil von 24 bis 35 % der täglichen Energieaufnahmen noch geringer. Bisher eher wenig untersucht ist, welchen Einfluss stark prozessierte Lebensmittel auf die Gesundheit haben. Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten und Krebs sowie auf ein damit verbundenes erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Zu den möglichen Ursachen gehören Wirkungen auf die Gesundheit durch die Art der Verarbeitung, die Zusammensetzung der Nährstoffe und Aspekte, die das Sättigungsgefühl beeinflussen.

 

Eine Gruppe italienischer Forscher untersuchte in einer großen Bevölkerungsstudie (Moli-sani), wie stark prozessierte Lebensmittel die Gesundheit sowie Krankheits- und Sterblichkeits-Risiken beeinflussen. An der Studie nahmen rund 22.000 Frauen und Männer (im Durchschnitt 55 Jahre) teil. Geprüft wurde im Lauf von rund acht Jahren der Beobachtung, wie sich die in prozessierten Lebensmitteln enthaltenen Haupt-Nährstoffe (z.B. Zucker und gesättigte Fette) auf die Gesundheit auswirkten. Alle Teilnehmer gaben detaillierte Auskünfte über ihre Ernährung. Damit konnte der Anteil von ultra-prozessierten Lebensmitteln ermittelt werden. Wurden sie häufig verzehrt, so war dies mit einem erhöhten Risiko für die allgemeine Sterblichkeit bzw. aufgrund von kardiovaskulären Krankheiten verbunden. Das wurde zum Teil auf den hohen Zuckergehalt dieser Lebensmittel zurückgeführt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt im übrigen die Auswertung einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie (NHANES 2011-2016). Dort lag der Anteil der ultra-prozessierten Nahrung bei über 50 % der Energieaufnahmen. Auch hier zeigte sich die Beziehung zur beeinträchtigten kardiovaskulären Gesundheit.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die Studie zeigt ein erhöhtes Risiko für die gesamte und kardiovaskuläre Mortalität in Verbindung mit einem hohen Konsum von ultra-prozessierten Lebensmitteln in einer mediterranen Bevölkerung. Sie gibt einen Einblick in mögliche biologische Mechanismen, die durch hoch verarbeitete Lebensmittel schädliche Wirkungen auf die Gesundheit ausüben könnten. Diese Ergebnisse sollten dazu anregen, mehr über die Ursachen dieser Beziehungen zu forschen. Sie sollten auch dazu anregen, mehr frische oder zumindest nur minimal industriell verarbeitete Lebensmittel zu verzehren und frisch zubereitete Gerichte und Mahlzeiten zu bevorzugen.

 

Quelle
Marialaura Bonaccio et al., Ultra-processed food consumption is associated with increased risk of all-cause and cardiovascular mortality in the Moli-sani Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 112, Nr. 2, 2021, S. 446-455, doi: 10.1093/ajcn/nqaa299.
Zefeng Zhang et al., Association between ultraprocessed food intake and cardiovascular health in US adults: a cross-sectional analysis of the NHANES 2011-2016. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 113, Nr. 2 2021, S. 428-436, doi: 10.1093/ajcn/nqaa 276.


Das Mikrobiom im Darm ist am gesunden Altern beteiligt

 

Bisher war der Einfluss eines gesunden Mikrobioms im Darm in Bezug auf das Altern wenig bekannt. Nun zeigt eine Studie, dass sich das Mikrobiom im Alter verändern und zur guten Gesundheit beitragen kann, was auch die Lebensperspektiven beeinflusst.

 

Das Mikrobiom im Darm ist mit seiner Gemeinschaft der Darmbakterien für die Gesundheit sehr wichtig, das zeigte sich in vielen Studien. Doch ob dies auch für das Alter gilt, das war bisher nur wenig untersucht. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern prüfte daher in einer Studie die Zusammensetzung der Darmmikroben in verschiedenen Generationen. Sie analysierten dabei, ob es bestimmte Merkmale gibt, die mit gesunden oder ungesunden Altersverläufen verbunden sind. Ausgewertet wurden das Mikrobiom im Darm und klinische Daten von über 9.000 Teilnehmern im Alter zwischen 18 und 101 Jahren, die in drei unabhängige Gruppen eingeteilt waren. Ein besonderer Fokus lag auf 900 älteren Teilnehmern, die von 78 bis 98 Jahre alt waren und in einer Gemeinde lebten.

 

Die Auswertungen zeigten, dass das Mikrobiom des Darms mit zunehmendem Alter immer einzigartiger wurde, sich also immer stärker von dem anderer Personen unterschied. Dies korrespondierte mit einer stetigen Abnahme in der Häufigkeit von Gattungen der Kernbakterien (z.B. Bacteroides), die tendenziell bei allen Menschen gleich sind. Auffallend war, dass die Funktionen im Stoffwechsel, die vom Mikrobiom ausgehen, zum Teil gemeinsame Merkmale hatten. Das galt z.B. für einige mikrobielle Metaboliten im Blutplasma, die mit einer längeren Lebensspanne in Verbindung gebracht wurden.

 

„Interessanterweise scheint dieses einzigartige Muster in der Mitte des Lebens zu beginnen, im Alter von 40 bis 50 Jahren. Es ist mit einer klaren Signatur (von Metaboliten) im Blut verbunden, was darauf hindeutet, dass diese Mikrobiom-Veränderungen nicht einfach nur eine Diagnose für gesundes Altern sind, sondern dass sie auch direkt zur Gesundheit im Alter beitragen können", sagt einer der beteiligten Forscher. Zum Beispiel sind Indole (Gruppe aromatischer Amine) dafür bekannt, Entzündungen im Darm zu reduzieren, und chronische Entzündungen werden als ein Hauptfaktor für das Fortschreiten von altersbedingten Krankheiten angesehen. Die einzigartige Signatur des Mikrobioms im Darm kann daher Hinweise auf das Überleben in den letzten Lebensjahrzehnten geben. Gesunde Personen um das 80. Lebensjahr herum zeigten eine besondere Zusammensetzung im Mikrobiom, die bei weniger gesunden Personen nicht vorhanden war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Das identifizierte Mikrobiom-Muster des gesunden Alterns ist durch eine Verringerung der Kerngattungen von Bakterien gekennzeichnet, die bei den meisten Menschen vorkommen, vor allem von Bacteroides. Bleibt jedoch eine hohe Dominanz von Bacteroides bis ins hohe Alter vorhanden oder entwickelt sich das Mikrobiom im Alter weniger einzigartig, so könnte dies ein Zeichen für eine geringere Überlebensperspektive sein. Diese Analyse unterstreicht die Tatsache, dass sich das erwachsene Darmmikrobiom mit dem fortgeschrittenem Alter bei gesunden Individuen weiterentwickelt, nicht aber bei ungesunden. Nach Ansicht der Forscher sind dies aufregende Ergebnisse, die große Auswirkungen in Bezug auf die Kontrolle und Modifizierung der Gesundheit des Mikrobioms im Darm in der gesamten Lebensspanne eines Menschen haben werden.

 

Quelle:
Tomasz Wilmanski et al., Gut microbiome pattern reflects healthy ageing and predicts survival in humans. In: Nature Matabolism, online 18.2.2021, doi: 10.1038/s42255-021-00348-0.


Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA beeinflussen das Asthma-Risiko

 

Mit einer höheren Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA lässt sich vermutlich das Asthma-Risiko in der Kindheit verringern. Das gilt für Kinder mit einer häufig vorkommenden Gen-Variante.

 

Die Verbreitung von Asthma bei Kindern hat in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen, Asthma ist die häufigste chronische Krankheit in der Kindheit. Bei vielen erwachsenen Asthmatikern hat die Krankheit entsprechend meist schon in der Kindheit begonnen. Möglichkeiten der Vorbeugung sind bisher nicht bekannt. Eine schlechte Ernährung kann das Asthma-Risiko möglicherweise beeinflussen, doch Studien dazu sind bisher nicht ausreichend vorhanden. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass ein erhöhter Fischkonsum zur Prävention von Asthma beitragen könnte. Vor allem fettreiche Fische sind eine reichhaltige Quelle für die gesunden, langkettigen und mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). Sie haben antientzündliche Eigenschaften, das könnte auf Asthma als einer entzündlichen Krankheit positiv einwirken. Eine Gruppe von englischen Forschern prüfte diese Beziehungen bei rund 4.500 Kindern. Ihre Mütter hatten in den 90er Jahren an der großen Bevölkerungsstudie ALSPAD (Avon Longitudinal Study of Parents and Children) teilgenommen. Ihre Kinder wurden seither gesundheitlich beobachtet. Im Alter von 7 Jahren wurden bei den Kindern der Fischverzehr und die Aufnahmen von EPA und DHA untersucht. Im Alter von 11 bis 14 Jahren prüften die Forscher die Vorkommen von Asthma in dieser Gruppe.

 

Grundsätzlich waren die Omega-3-Fettsäuren nicht mit Asthma verbunden. Die Forscher untersuchten jedoch auch Beziehungen zu möglichen genetischen Varianten. Im Körper können EPA und DHA mit Hilfe von Enzymen in gewissen Mengen auch aus pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren hergestellt werden. Dafür ist u.a. das Enzym Delta-6-Desaturase nötig, in dessen Gen (FADS2) gibt es eine Variante, durch die die Aktivität des Enzyms verringert wird. Diese Variante kommt recht häufig vor und lässt sich durch eine Blutuntersuchung auf einfache Weise feststellen. Wer diese Genvariante trägt, muss die EPA und DHA über die Nahrung aufnehmen. Tatsächlich trugen mehr als die Hälfte der Kinder diese Genvariante, was sich auf die Häufigkeit von Asthma auswirkte. Bei einem hohen Verzehr von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen hatten diese Kinder und Jugendlichen ein um 51 % geringeres Risiko, an Asthma zu erkranken, das galt im Vergleich zu den geringsten Aufnahmen an EPA und DHA.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Kindern mit der FADS-Variante war die höhere Aufnahme von EPA und DHA aus Fisch stark mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von Asthma verbunden. Aus Beobachtungsstudien lässt sich allerdings nicht sicher schließen, dass eine höhere Aufnahme dieser Omega-3-Fettsäuren in der Kindheit der Entwicklung von Asthma vorbeugen kann. In weiteren Studien sollte daher geklärt werden, ob eine höhere Aufnahme von EPA und DHA mit einem geringeren Risiko für den Verlauf von Asthma-Erkrankungen verbunden ist. Auch wenn sich zur Zeit noch nicht sicher sagen lässt, dass der Verzehr von mehr Fisch bzw. den Fischölen EPA und DHA Asthma bei Kindern vorbeugen kann, halten die Forscher es dennoch für empfehlenswert, dass Kinder mehr Fisch essen, als üblicherweise empfohlen wird.

 

Unser Tipp: Fisch wird auch bei uns oft zu wenig gegessen, entsprechend niedrig ist dann die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Ergänzungen mit EPA und DHA aus Fischölen können die Aufnahmen verbessern, dabei sollte auf eine gute Qualität und Haltbarkeit geachtet werden.

 

Quelle:
Mohammad Talaei et al., Intake of n-3 polyunsaturated fatty acids in childhood, FADS genotype, and incident asthma. In: European Respiratory Journal Vol. 57, Nr. 1, 2021, doi: 10.1183/13993003.03633-2020.


Vitamin C fürs Zahnfleisch und die Netzhaut

 

Die zu geringe Versorgung mit Vitamin C kann zu Blutungen im Zahnfleisch und in der Netzhaut führen. Eine verbesserte Aufnahme von Vitamin C kann solche Blutungen verringern.

 

Zahnfleischbluten ist ein Signal für eine mögliche Entzündung des Zahnfleischs (Gingivitis) und kann auch ein frühes Zeichen für eine Parodontose (Schwund im Zahnfleisch etc.) sein. Ein Besuch beim Zahnarzt sollte die Ursachen klären. Weniger bekannt ist, dass die Blutungen im Zahnfleisch möglicherweise auch ein Zeichen für eine zu geringe Versorgung mit Vitamin C sein können. In solchen Fällen bringt eine verbesserte Mundhygiene mit vermehrtem Zähneputzen und der Reinigung der Zahnzwischenräume keine Abhilfe. Die Verbindung zwischen der ausreichenden Aufnahme von Vitamin C und dem Zahnfleischbluten wurde bereits vor über 30 Jahren erkannt, sie geriet jedoch bald in Vergessenheit. Von leichten Blutungen aufgrund von Vitamin C-Defiziten kann außerdem die Netzhaut des Auges betroffen sein. Beides könnte ein Zeichen für eine systemische mikrovaskuläre Störung sein, die durch eine erhöhte Aufnahme von Vitamin C rückgängig gemacht werden kann.

 

Eine Forschergruppe aus den USA untersuchte diese Beziehungen in 15 klinischen Studien aus sechs Ländern mit 1.140 vorwiegend gesunden Teilnehmern. Sie bezogen außerdem die Daten von 8.120 US-Amerikanern (aus der großen NHANES-Bevölkerungsstudie) in ihre Analyse mit ein. Geprüft wurden bei den Teilnehmern die Werte von Vitamin C und ob sich durch Ergänzungen von Vitamin C Blutungen im Zahnfleisch und/oder in der Netzhaut vermeiden lassen. Die Auswertungen zeigten, dass das Zahnfleischbluten, ausgelöst durch eine sanfte Sondierung oder durch eine vorhandene Gingivitis, mit geringen Vitamin C-Werten im Blut verbunden war. Gleiches galt für leichte Blutungen in der Netzhaut. Eine erhöhte tägliche Aufnahme von Vitamin C konnte bei den Teilnehmern mit zu geringen C-Werten diese Blutungen verringern.

 

Das Auftreten von Blutungen im Zahnfleisch und in der Netzhaut könnte ein Zeichen für eine generelle Störung im mikrovaskulären System sein. Dazu gehört dann auch die Neigung zu mikrovaskulären Blutungen im Gehirn, im Herz und in den Nieren. Die Forscher empfehlen, auf die Aufnahme von ausreichend Vitamin C zu achten. Bevorzugt werden sollten nicht verarbeitete Lebensmittel wie Kohl (z.B. Grün- und Rosenkohl etc.), Paprikaschoten, Kiwis und Citrusfrüchte. Allerdings werden an Vitamin C reiche Obstsorten wie Orangen und Kiwis wegen ihres Zuckergehalts z.B. in kohlenhydratarmen Diäten oft nicht einbezogen. Hinzu kommt, dass die täglichen Bedarfsempfehlungen für Vitamin C (110 mg für Erwachsene in Deutschland) zu gering sein könnten, um solche mikrovaskulären Blutungen im Zahnfleisch und in der Netzhaut zu vermeiden. Reicht die Aufnahme von Vitamin C aus der Nahrung nicht aus, um eine gute Zufuhr zu sichern, dann kann Vitamin C mit 100 bis 200 mg täglich auch aus Nahrungsergänzungen aufgenommen werden.

 

Unser Tipp: Vitamin C ist einzeln und kombiniert in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Dabei sollte auf eine gute Qualität geachtet werden. So fördert z.B. säurearmes (gepuffertes) Vitamin C die gute Aufnahme.

 

Quelle
Philipp P. Hujoel et al., Bleeding tendency and ascorbic acid requirements: systematic review and meta-analysis of clinical trials. In: Nutrition Reviews, online 1.2.2021, doi: 10.1093/nutrit/nuaa115.


Ernährung und Lebensstil beeinflussen das Reflux-Risiko

 

Das häufige und schmerzhafte Sodbrennen könnte um bis zu 50 % verringert werden, wenn die Betroffenen sich gesund ernähren und einen gesunden Lebensstil führen. Das zeigt eine US-amerikanische Bevölkerungsstudie.

 

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird durch eine Entzündung der Speiseröhre ausgelöst. Sie kann entstehen, wenn der Schließmuskel zwischen der Speiseröhre und dem Magen nicht genügend funktioniert. So kann ein Teil des sauren Mageninhalts zurück in die Speiseröhre fließen und dort die Schleimhaut schädigen. Zu den häufigsten Symptomen gehören das Sodbrennen mit saurem Aufstoßen und brennenden Schmerzen in der Speiseröhre. Es können aber auch andere Beschwerden, z.B. Druckgefühle, Schmerzen und Luftaufstoßen, auftreten. Die Refluxkrankheit entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer weit verbreiteten Volkskrankheit. In den USA sind rund 30 % der Bevölkerung davon betroffen (in Deutschland rund 25 %). Damit steigt auch das Risiko für Folgekrankheiten, die bis hin zu Krebs reichen können. Die Refluxkrankheit kann medikamentös (z.B. mit Protonenpumpenhemmern) behandelt werden, das kann jedoch einige Nebenwirkungen haben. Bei häufigem Sodbrennen können auch ein gesünderer Lebensstil und eine gesündere Ernährung hilfreich sein.

 

Bisher wurde jedoch nicht näher geprüft, ob diese Maßnahmen allein bereits das Krankheitsrisiko senken können. Ein Team von US-Forschern untersuchte daher anhand der „Nurses´Health Study 2“, wie sich das Sodbrennen verringern lässt. Seit 1989 nehmen knapp 117.000 Krankenschwestern an der Studie teil. Zweimal pro Jahr gaben sie in einer detaillierten Befragung Auskünfte über ihren Gesundheitszustand. Sie gaben weiter regelmäßig Auskünfte über ihren Lebensstil und ihre Ernährung. Von 2004 bis 2017 wurden die Teilnehmerinnen auch mehrmals zur gastroösophagealen Refluxkrankheit und zum Sodbrennen befragt. Die Angaben von rund 43.000 Teilnehmerinnen von 42 bis 62 Jahren konnten dazu ausgewertet werden. Im Lauf der langen Studienjahre erkrankten knapp 9.300 Frauen an der Refluxkrankheit. Die Forscher analysierten, welche Faktoren sie davor schützen oder ihr persönliches Krankheitsrisiko erhöhen konnten.

 

Die Analysen zeigten, dass eine gesunde Ernährung zusammen mit einem guten Lebensstil das Risiko für die Refluxkrankheit deutlich verringern konnte. Den größten Einfluss hatte ein normales Körpergewicht (BMI von 18,5 bis 24,9), dadurch verringerte sich das Krankheitsrisiko um 31 %. Eine gesunde Ernährung senkte das Refluxrisiko um 13 %. Daran hatte die relativ geringe Aufnahme von Kaffee, Tee und kohlensäurehaltigen Getränken (weniger als zwei Tassen/Gläser) täglich mit der Risikosenkung von 8 % einen wichtigen Anteil. Hinzu kam, dass die regelmäßige körperliche Aktivität (wenigstens 30 Minuten mäßiger bis mittlerer Aktivität täglich) das Refluxrisiko um 9 % senken konnte. Diese Wirkung erklären die Forscher so: Die Körperaktivität könnte die Mobilität im Magen-Darm-Trakt fördern und dafür sorgen, dass der saure Magensaft besser in den Darm gelangt und nicht nach oben in die Speiseröhre austreten kann.

 

Einen gewissen Einfluss hatte außerdem der Verzicht auf das Rauchen, der das Refluxrisiko um 6 % senkte. Erfüllten die Teilnehmerinnen alle fünf Kriterien, verringerte sich ihr Refluxrisiko um 50 %. Auch Frauen, deren Reflux-Krankheit medikamentös behandelt wurde, profitierten von einer gesunden Ernährung und dem guten Lebensstil, auch sie konnten damit ihre Symptome verringern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse zeigen, dass eine regelmäßige gesunde Ernährung und ein gesunder Lebensstil die Reflux-Krankheit und ihr häufigstes Symptom, das Sodbrennen, erheblich verringern können. Für viele Patienten könnte dadurch die Einnahme von Medikamenten zur Therapie der Refluxkrankheit unnötig werden. Die Forscher halten dies für die beste Option bei der Refluxkrankheit, um die Symptome zu kontrollieren. Mit einem guten Lebensstil und gesunder Ernährung ließen sich auf diese Weise mehr als ein Drittel der Fälle von Refluxkrankheiten vermeiden.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen beeinflussen die Funktionen im Magen-Darm-Trakt, dazu gehören die Vitamine A und U (dl-Methionin-S-methyl-sulfoniumchlorid) sowie einige pflanzliche Substanzen (z.B. Gamma-Oryzanol aus Reis) und Extrakte. Sie können zum Schutz der Magenschleimhaut und vor Sodbrennen beitragen.

 

Quelle:
Raaj S. Mehta et al., Association of Diet and Lifestyle With the Risk of Gastroesophageal Reflux Disease Symptoms in US Women. In: JAMA Internal Medicine, online 4.1.2021, doi: 10.1001/jamainternmed.2020.7236


Eisenmangel beim intensiven Sporttraining

 

Bei aktiven Sportlern, einschließlich von engagierten Freizeit-Sportlern, wird ein Eisenmangel häufiger beobachtet. Eine gute Mischkost kann die Eisenaufnahme verbessern. Sportler, die Vegetarier und Veganer sind, sollten auf eine gute Eisenzufuhr besonders achten.

 

Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das für die Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), den Sauerstofftransport, die Elektronentransportkette und die Energieerzeugung in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) benötigt wird. Viele dieser Funktionen sind mit guten Leistungen im Sport verbunden. Bei engagierten Sportlern ist ein Eisenmangel relativ häufig vorhanden, Das gilt zwar in erster Linie für Elitesportler, trifft aber auch auf ehrgeizige Freizeitsportler zu. Durch die Menstruation und schlechtere Eisenspeicherung ist der Eisenmangel häufiger bei Frauen zu finden, doch auch Männer können davon betroffen sein. Beim Sport kann Eisen außerdem über die Ausscheidung von Schweiß und Urin verstärkt verloren gehen. Viele Sportarten im Leistungssport sind mit einer anhaltenden Gewichtsreduktion bzw. Gewichtskontrolle verbunden, dadurch kann sich das Risiko für eine Mangelernährung erhöhen. Ein ständig intensiv betriebener Sport regt außerdem die Synthese von Hepcidin (Protein mit wichtiger Rolle im Eisenstoffwechsel) in der Leber an.

 

Es senkt die Aufnahme von Eisen aus der Ernährung im Darm und kann so zum Eisenmangel bei Sportlern beitragen. Generell können Eisendefizite auch durch die Ernährung entstehen. Eisen ist in seiner gut aufnehmbaren Form als zweiwertiges Eisen reichlich in Fleisch und Wurstwaren enthalten. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt das dreiwertige Eisen vor, das im Körper in die besser verwertbare Form umgewandelt werden muss. Pflanzliches Eisen ist vor allem in Hülsenfrüchten, grünem Gemüse, Nüssen und Samen enthalten. Auch Vollkornwaren können mit Eisen versorgen. Vegetarier und speziell Veganer sollten jedoch auf eine gute Eisenversorgung besonders achten, da einige pflanzliche Stoffe wie z.B. Phytate in Getreide, Soja und Hülsenfrüchten die Eisenaufnahme hemmen können.

 

Wird ein regelmäßiges sportliches Training neu aufgenommen, dann kommt es, abhängig von der jeweiligen Trainingsintensität, schon bald zu einer Expansion des Blutvolumens, vor allem im Plasma. Damit steigt die maximale Aufnahme von Sauerstoff an, und die Hämoglobin-Konzentration sowie Hämatokrit (Anteil zellulärer Bestandteile am Blutvolumen) werden gesenkt. Der Hämoglobin-Wert kann im Ausdauersport leicht unter die üblichen Normgrenzen sinken, das wird oft als Sportanämie bezeichnet. Dies ist jedoch nicht ganz richtig, denn eigentlich ist dieser Vorgang eine Anpassung an das Training. Allerdings kann sich daraus eine echte Anämie entwickeln, für die hauptsächlich ein Eisenmangel die Ursache ist.

 

Spitzensportler werden seit langem medizinisch gut betreut, dazu gehört auch die routinemäßige Bestimmung der Werte von Hämoglobin und Ferritin (Speichereisen). Das gilt besonders für Frauen, aber auch bei bestimmten Sportarten wie Marathonlauf, Triathlon, Eisschnelllaufen und im Ausdauersport. Sportler mit einem intensiven Training sollten ihre Ernährung in Bezug auf eine gute Aufnahme von Eisen anpassen. Sind die Eisenwerte zu gering, kann die Eisentherapie und regelmäßige Ergänzung von Eisen notwendig sein. Generell ist die Eisenaufnahme keine Doping-Strategie, da dadurch nur ein vorhandener Mangel beseitigt wird. Diese Empfehlungen gelten in etwas geringerem Maß auch für ehrgeizige Freizeitsportler/innen, die nicht wie Profi-Sportler mit Routine-Kontrollen betreut werden. Bei ihnen fallen z.B. niedrige Eisenwerte häufiger auf (niedriges Ferritin). Für Hobbysportler ist dagegen das Risiko für einen Eisenmangel eher gering.

 

Hier reicht meist eine gesunde Ernährung aus, um ausreichend mit Eisen versorgt zu sein. Engagierte Freizeit-Sportler sollten möglichst eine ausgewogene Mischkost bevorzugen. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung ist auf die gute Eisenaufnahme zu achten. Bei Bedarf ist auch hier die Eisenergänzung zu empfehlen.

 

Unser Tipp: Für die Ergänzung von Eisen stehen verschiedene, gut bioverfügbare Formen zur Verfügung. Eisen ist außerdem in einigen Multi-Formeln enthalten.

 

Quelle:
Prof. Dr. rer. nat. Peter Nielsen, Eisenmangel bei Sportlern: Prävention. IN: MMW - Fortschritte der Medizin, Nr. 12/2020, doi: 10.1007/s15006-020-0601-x.


Curcuma-Extrakt bei Knie-Arthrose

 

Patienten mit Arthrose im Knie, die mit Entzündungen verbunden ist, könnten von einer Therapie mit antientzündlichen Mikronährstoffen profitieren. In einer Studie konnten Curcuma-Extrakte die Arthroseschmerzen verringern.

 

Die Arthrose ist eine degenerative, chronische Erkrankung der Gelenke, dabei sind die Knie besonders häufig betroffen. Die Krankheit entsteht meist im höheren Alter durch langjährige Überlastungen. Zunächst nutzt sich der Gelenkknorpel ab, in späteren Stadien verändert sich auch das Knochengewebe. Bei einigen Arthrose-Patienten entwickelt sich ein Erguss (Sammlung von Flüssigkeit) im Kniegelenk oder eine Synovitis (Entzündung der Gelenkschleimhaut). Das deutet darauf hin, dass sie an einer Arthrose vom entzündlichen Typ leiden, entsprechend könnten sie von einer entzündungshemmenden Therapie profitieren. Bisher lässt sich eine Arthrose nicht optimal behandeln, empfohlen wird z.B. oftmals die Gewichtsreduktion, die Anwendung von Chondroitin, Glucosamin und Hyaluronsäure sowie eine physikalische Therapie. Auch einige pflanzliche Extrakte können bei Arthrose hilfreich sein, um die Schmerzen zu lindern, das gilt vor allem für den Weihrauch. Ein möglicher Kandidat für eine schmerzlindernde Wirkung ist auch Curcuma (Curcuma longa), eine Gewürzpflanze, die traditionell in der ayurvedischen und chinesischen Medizin angewendet wird. Curcuma hat entzündungs- und schmerzlindernde Eigenschaften und könnte daher bei Arthrose, die mit Entzündungen einhergeht, wirksam sein. Eine Gruppe von Forschern aus Australien und Neuseeland untersuchte in einer Studie die Wirksamkeit eines Curcuma-Extraktes bei Patienten mit Kniearthrose.

 

Einbezogen in die (randomisierte, kontrollierte, doppelblinde) Studie waren 70 Patienten, die in einem Zentrum im südlichen Tasmanien behandelt wurden. Sie hatten bereits eine Schwellung am Knie bzw. einen Kniegelenks-Erguss oder eine Synovitis. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine Gruppe erhielt 12 Wochen lang täglich 2 Kapseln (2 x 500 mg) mit Curcuma longa, die andere nahm zum Vergleich ein Placebo ein. Geprüft wurde, ob sich im Lauf der Studie die Knieschmerzen, der Gelenkknorpel und das Volumen des Ergusses oder der Synovitis verändert hatten. Die Ergebnisse zeigten, dass sich mit dem Curcuma-Extrakt die Schmerzwerte im Vergleich zum Placebo deutlich verbessert hatten. Entsprechend war der Verbrauch an Schmerzmitteln bei den Patienten in der Curcuma-Gruppe geringer. Der Gelenkerguss verringerte sich leicht, aber nicht signifikant. Es zeigte sich jedoch kein Einfluss auf die Kniescheiben-Synovitis oder die Zusammensetzung des Knorpels bzw. die Knorpeldicke. Subjektiv waren die Symptome der Patienten gelindert, jedoch nicht beim objektiven Zustand. Die Forscher vermuten, dass Curcuma-Extrakte den Arthrose-Verlauf selbst offenbar nicht beeinflussen können, möglicherweise wirken sie jedoch bei Arthrose schmerzlindernd. Die Forscher empfehlen, Curcuma-Extrakte in einer größeren Studie und mit einer längeren Dauer bei Arthrose weiter zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Bei der Arthrose sind verschiedene Mikronährstoffe empfehlenswert, die begleitend zur Therapie eingesetzt werden können. Dabei gibt es z.B. bewährte Kombinationen mit Extrakten aus dem Weihrauch und Curcuma longa.

 

Quelle
Zhiqiang Wang et al., Effectiveness of Curcuma longa Extract for the Treatment of Symptoms and Effusion-Synovitis of Knee Osteoarthritis. In: Annals of Internal Medicine, online 1.12.2021, doi: 10.7326/M20-0990.


Können Omega-3-Fettsäuren auch glücklich machen?

 

Seit langem ist bekannt, dass die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen einige mentale Zustände beeinflussen können. In einer neuen Studie zeigten sich nun Beziehungen zwischen den Omega-3-Spiegeln und Glücksgefühlen der Teilnehmerinnen.

 

Nach Untersuchungen der Positiven Psychologie stehen positive Emotionen z.B. in direktem Zusammenhang mit verbesserten Werten bei Depressionen. Emotionale Störungen und ein höherer Grad der belastenden Symptome können das Glücksgefühl und das emotionale Wohlbefinden beeinflussen. Dabei spielen z.B. Selbstwert-Gefühle, Gefühle der Erfüllung oder psychologische Belohnungen eine Rolle. Die Steigerung positiver Gefühle kann für das psychische Wohlbefinden und für die Therapie von psychischen Störungen wichtig sein, auch wenn vor allem letztere mit vielen anderen Einflussfaktoren verbunden sind. Ein Team japanischer Forscher untersuchte in einer kleinen Studie Faktoren, die helfen können, einen positiven psychosomatischen Zustand im Alltag aufrecht zu erhalten.

 

Dabei gehört u.a. die Ernährung zu den wichtigen Faktoren. Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass z.B. die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren zum Schutz vor kognitiven oder psychischen Störungen beitragen kann. Neben dem allgemeinen Wohlbefinden können Ernährungsfaktoren auch zur Aufrechterhaltung des hedonischen Wohlbefindens, wie z.B. Glücksgefühlen, beitragen. Die Forscher untersuchten daher in einer Studie Gefühle von subjektiv empfundenem Glück und Erfüllung bzw. das Gefühl, wertvoll zu sein in Bezug zu Konzentrationen von Omega-3-Fettsäuren und anderen Einflussfaktoren.

 

An der Studie waren 133 Mitarbeiterinnen eines Krankenhauses und eines Pflegeheims in Japan beteiligt. Bei allen Frauen wurden die Konzentrationen der Omega-3-Fettsäuren gemessen. Mit einer in Japan genutzten Glücks-Skala wurden die subjektiven Empfindungen der Frauen bestimmt, Gefühle der Erfüllung wurden ebenfalls mit einer Skala bewertet. Weitere Einflussfaktoren wie Alter, Body Mass Index, Menopause, Körperbewegung und Ernährungsgewohnheiten, darunter auch die Neigung zum Naschen, wurden einbezogen und an die Ergebnisse angepasst. Es zeigten sich signifikant positive Beziehungen zwischen den Omega-3-Fettsäuren (aus Fischölen) und dem Gefühl der Erfüllung für die Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Dagegen zeigte sich zur Alpha-Linolensäure (aus pflanzlichen Quellen) keine positive Beziehung. Gefühle der Erfüllung waren speziell von der Versorgung mit der EPA sowie von der beginnenden Menopause mit dem Ausbleiben der Menstruation beeinflusst. Ansonsten spielten das Alter, der Body Mass Index oder auch Naschgewohnheiten bei den Glücksgefühlen keine beeinflussende Rolle.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Erstmals zeigte sich hier ein Zusammenhang von positiven Gefühlen und den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen. Bei den Frauen hatten die Glücksgefühle eine stärkere Beziehung zu positiven Gefühlen der Erfüllung, zur Versorgung mit der EPA und zur Menopause. Das galt abgestuft in dieser Reihenfolge und unabhängig von der Versorgung mit der DHA. Weitere Studien sind künftig nötig, um die Ursachen für diese Beziehungen, z.B. auch für die fehlende Wirkung der Alpha-Linolensäure auf diese Gefühle, zu untersuchen. Trotz der Beschränkungen durch eine kleine Studie deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die EPA für die Aufrechterhaltung unseres psychologischen Wohlbefindens nützlich sein könnte.

 

Unser Tipp: Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA und DHA, sind in Nahrungsergänzungen gemeinsam und meist in ihrem natürlichen Verhältnis enthalten. In einigen Präparaten ist die Dosierung der EPA deutlich erhöht.

 

Quelle:
Hirohito Tsuboy et al., Omega-3 Eicosapentaenoic Acid Is Related to Happiness and a Sense of Fulfilment - A Study among Female Nursing Workers. In: Nutrients, online 11.11.2020, doi: 10.3390/nu12113462.


In einer neuen Studie aus Großbritannien zeigte sich jedoch für Veganer, Vegetarier und für Pescatarier ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche an den Hüften. Speziell bei Veganern stieg das Risiko auch für andere Knochenbrüche an.

 

Allgemein gilt die pflanzliche Kost als vorteilhafter für die Gesundheit. In einer neuen Studie aus Großbritannien zeigte sich jedoch für Veganer, Vegetarier und für Pescatarier ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche an den Hüften. Speziell bei Veganern stieg das Risiko auch für andere Knochenbrüche an.

 

Im Rahmen der europäischen EPIC-Studien, in der seit vielen Jahren der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit untersucht wird, waren in der EPIC-Oxford-Studie von 1993 bis 2001 rund 55.000 Personen aus Großbritannien beteiligt. Sie wurden zu ihrer Ernährung befragt, dies wurde 2010 nochmals wiederholt. 29.400 Teilnehmer ernährten sich mit einer gemischten Kost, einschließlich Fleisch, 8.000 Teilnehmer aßen neben pflanzlichen Lebensmitteln nur Fisch (Pescatarier), 15.500 waren Vegetarier und 2.000 Veganer. Untersucht wurde, wie sich die jeweilige Ernährungsweise auf das Risiko für Knochenbrüche auswirkt. Bei der Analyse wurden die Daten an verschiedene weitere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Lebensstil, Body Mass Index, Körperbewegung, Rauchen und sozioökonomische Faktoren angepasst. Bei den Frauen wurde auch die Menopause und Einnahme von Hormonen berücksichtigt.

 

Im Lauf der jahrelangen Beobachtungen traten bei den Teilnehmern bis zum Jahr 2016 insgesamt knapp 4.000 Knochenbrüche auf. Ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche zeigte sich u.a. bei einem geringeren Körpergewicht und einer niedrigeren Aufnahme von Proteinen. Bei Veganern trug eine geringere Versorgung mit Kalzium zum erhöhten Knochenbruch-Risiko bei. Die Vegetarier hatten 11 % und Veganer 50 % mehr Knochenbrüche erlitten. Am häufigsten kam es zu Hüftfrakturen, davon waren Vegetarier und am stärksten die Veganer (2,64-fach erhöhtes Risiko) betroffen. Doch auch Pescatarier hatten ein um 33 % erhöhtes Risiko, bei anderen Arten von Knochenbrüchen waren sie nicht stärker gefährdet. Bei Knochenbrüchen an den Armen war das Risiko der Vegetarier um 28 % und bei Veganern sogar um 67 % erhöht. Knochenbrüche an den Beinen erlitten die Veganer doppelt so häufig wie Mischköstler. Veganer hatten außerdem ein um 73 % erhöhtes Risiko für Knochenbrüche am Schlüsselbein, an den Rippen und Wirbeln.

 

Generell sind Vegetarier und Veganer meist schlanker als Mischköstler, und ein normaler BMI (bis 25) gilt als günstig für die Gesundheit. Ein leichtes Übergewicht kann jedoch zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen, weil die etwas höheren Fettpolster Stürze besser abfangen können. Der Verzicht auf Protein in der Ernährung hat ungünstige Folgen für die Muskulatur. Sie besteht zu 20 % aus Proteinen, der Erhalt und die Reparatur des Muskelgewebes hängt von der ausreichenden Proteinaufnahme ab. Vegetarier verzichten mit Fleisch und Veganer dazu auch mit Milchprodukten auf die Versorgung mit wichtigen Proteinen. Eine geringere Muskelqualität könnte die Folge sein, wodurch das Risiko für Stürze und Knochenbrüche steigt. Da Veganer auf alle Milchprodukte verzichten, ist ihr Risiko für von der Kalzium-Versorgung abhängige Krankheiten erhöht. Bei einer mangelnden Kalzium-Zufuhr nutzt der Körper die in den Knochen gespeicherten Vorräte an Kalzium. Dieser Mineralstoff ist jedoch nicht nur für ein gesundes Knochensystem sehr wichtig, sondern wird z.B. auch für viele Enzyme, die Blutgerinnung und die Muskelfunktionen benötigt. Ist die Kalzium-Reserve in den Knochen geringer, sinkt die Verfügbarkeit für den Knochenstoffwechsel, das Risiko für die Entstehung von Osteoporose könnte daher erhöht sein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Beim Verzicht auf Fleisch, vor allem bei Veganern, war das Risiko für Knochenbrüche deutlich erhöht, das galt besonders für Brüche an den Hüften. Hier war das Risiko im Vergleich zu den Mischköstlern bei den Pescatariern um 26 %, bei Vegetariern um 25 % und am stärksten bei Veganern um das 2,3-fache erhöht. Die Veganer hatten außerdem ein höheres Risiko für Gesamt-, Bein- und andere Knochenbrüche als Mischköstler. Zum Risiko tragen, abgesehen vom Fleischverzicht, auch der Body Mass Index und die Aufnahmen von Kalzium und Proteinen bei. Künftig sollten weitere Studien die Ursachen für das erhöhte Risiko für Knochenbrüche vor allem bei Veganern näher untersuchen.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung des Muskel- und des Knochensystems stehen eine ganze Reihe von Mikronährstoffen, einzeln und in gut ausgewählten Kombinationen, zur Verfügung. Dabei sollte auf gut bioverfügbare Formen geachtet werden.

 

Quelle:
Tammy Y.N. Tong et al., Vegetarian and vegan diets and risks of total and site-specific fractures: results from the prospective EPIC-Oxford study. In: BMC Medicine, online 23.11.2020, doi: 10.1186/s12916-020-01815-3.


lle vier Jahre stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. ihren Ernährungsbericht vor. Er zeigt die aktuelle Situation mit neuen Trends in der Ernährung der Deutschen auf, mit guten und weniger guten Nachrichten.

 

Alle vier Jahre stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. ihren Ernährungsbericht vor. Er zeigt die aktuelle Situation mit neuen Trends in der Ernährung der Deutschen auf, mit guten und weniger guten Nachrichten.

 

Zu den positiven Entwicklungen gehört, dass mehr Gemüse gegessen wird sowie mehr Mineralwässer und Tees aller Arten getrunken werden. Es wird weniger Schweinefleisch verzehrt, auch Alkohol, vor allem Bier, wird weniger getrunken. Trotz solch positiver Veränderungen werden die Menschen in Deutschland immer dicker. In den Altersgruppen von 18 bis zu 65 Jahren sind rund 60 % der Männer und rund 37 % der Frauen davon betroffen, zunehmend mit dem höheren Alter. Der Weg zu einer generell gesünderen Ernährung ist in Deutschland daher immer noch weit.

 

Beim Fleisch verlagerte sich der Verzehr auf mehr Rind-, Kalbs- und Geflügelfleisch, Schweinefleisch wird seltener gegessen. Doch mit im Durchschnitt knapp 60 kg Fleisch pro Person und Jahr bleibt der Verzehr nahezu unverändert und weiter zu hoch. Erhöht hat sich der Verbrauch an Gemüse. Mehr gegessen werden vor allem Tomaten, Möhren, rote Rüben und Zwiebelgemüse sowie etwas mehr Hülsenfrüchte. Beim Obst sank dagegen der Verzehr. Äpfel, Birnen, Weintrauben und Apfelsinen wurden weniger gegessen. Leicht gestiegen ist z.B. nur der Verbrauch an Beerenobst und Bananen. Der Ernährungsbericht hebt hervor, dass eine pflanzenbetonte Ernährung die Gesundheit fördert und klimafreundlich ist. Sie liefert bei einem relativ geringen Energiegehalt wichtige Ballast- und Mikronährstoffe, darunter viele sekundäre Pflanzenstoffe. Pflanzliche Lebensmittel sollten daher häufiger als bisher gegessen werden. Kritisch merken die Forscher vor allem an, dass der Verzehr von frischen Kartoffeln und Getreidewaren gesunken ist.

 

Bei den Getränken stieg der Verbrauch an Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees. Geringer getrunken wurden zuckerhaltige Erfrischungsgetränken und Säfte sowie alkoholische Getränke wie Sekt, Spirituosen und Bier. Gesunken ist auch der Verbrauch von Milch, gestiegen dafür der Verzehr von Käse, der eher in geringeren Mengen gegessen werden sollte. Beim Übergewicht und der Adipositas (BMI ab 30) gab es zur vorherigen Untersuchung kaum Unterschiede. Bei schwangeren Frauen hat sich die Situation sogar deutlich verschlechtert. 2017 waren 40 % der Schwangeren bei der Erstuntersuchung übergewichtig, vier Jahre zuvor waren es 34 %. Ein starkes Übergewicht ist mit einem höheren Risiko für den Schwangerschafts-Diabetes sowie mit Bluthochdruck und Präeklampsie (Schwangerschafts-Bluthochdruck) verbunden. Bei den Kindern erhöht sich das Geburtsgewicht, außerdem steigt ihr Risiko für späteres Übergewicht.

 

Bisher oft umstritten ist, ob eine vegetarische oder gar vegane Ernährung für Kinder zu empfehlen ist. Dazu gibt es bisher nur wenig Untersuchungen. In der neuen, allerdings nicht repräsentativen VeChi-Youth-Studie waren 401 Kinder in Deutschland im Alter von 6 bis zu 18 Jahren einbezogen, die sich jeweils etwa zu einem Drittel vegetarisch, vegan und mit der Mischkost ernährten. Alle führten zwei Jahre lang ein Ernährungstagebuch, außerdem wurden ihr Blut und Urin regelmäßig untersucht. In den verschiedenen Altersgruppen zeigten sich im Vergleich zu Kindern mit Mischkost kaum Unterschiede in Körpergrößen und -gewicht sowie bei der Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen. Vegetarisch und vegan ernährte Kinder aßen mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. Vegan ernährte Kinder aßen außerdem weniger Fertignahrungsmittel. Mit Vitamin B12, das Vegetariern und Veganern häufig fehlt, waren die Kinder und Jugendlichen gut versorgt, auf die notwendige Ergänzung wurde geachtet. Sie waren jedoch signifikant geringer mit Eisen versorgt. Gleich bei welcher Kost, vielen Kindern und Jugendlichen fehlte es an Vitamin B2, Kalzium, Jod und Vitamin D. Die Forscher empfahlen, die Ernährung bei allen drei Ernährungsweisen darauf auszurichten, z.B. jodiertes Salz und mehr kalziumreiche Lebensmittel zu verwenden.

 

Bei Vitamin D könnte eventuell eine Ergänzung notwendig sein, da es aus der Nahrung nur in geringen Mengen (ca. 10 bis 20 %) aufgenommen wird. Das gilt besonders in den Wintermonaten, wenn die Bildung von Vitamin D über die Sonneneinwirkung auf die Haut verringert ist. Die Versorgung mit Vitamin D untersuchten die Forscher darüber hinaus durch die Auswertung von 73 Reviews, dabei wurde speziell auf die Wirkung von Vitamin D auf Krankheiten geachtet. Die Analysen ergaben, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D zum Schutz vor akuten Atemwegserkrankungen beitragen und sich positiv auf die Therapie von Asthma und COPD auswirken kann. Neuere Studien zu Covid-19 waren in dieser Auswertung noch nicht einbezogen. Auch hier gibt es inzwischen Hinweise, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D zum Schutz beitragen kann.

 

Die Autoren des Ernährungsberichts fassen die Ergebnisse zusammen: Generell ist der seit Jahren positive Trend beim Gemüseverbrauch erfreulich. Leider geht aber der Obstverzehr seit etwa 2010 zurück. Auch der rückläufige Konsum von Getreidewaren ist unter gesundheitlichen Aspekten negativ zu bewerten und sollte in einen positiven Trend umgekehrt werden. Der Fokus sollte vor allem auf dem Verzehr von Vollkornprodukten liegen, sie sind eine wichtige Quelle für Ballaststoffe. Weiter steht der steigende Verbrauch an Käse, Rind-, Kalb- und Geflügelfleisch nicht im Einklang mit dem Ziel einer pflanzenbetonten Ernährung. Tierische Lebensmittel sind zwar eine wertvolle Ergänzung der Ernährung und erleichtern eine bedarfsdeckende Versorgung mit Nährstoffen. Sie sind jedoch oft fettreich und liefern vor allem gesättigte Fettsäuren, daher sollte ihr Verzehr auf kleine Mengen beschränkt werden. Dies könnte unerwünschte Folgen für die Gesundheit und das Klima verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Verbrauch von Gemüse, einschließlich von Hülsenfrüchten, Obst, Getreide, Kartoffeln und Nüssen, deutlich steigen und der Verbrauch von tierischen Lebensmitteln stark sinken.

 

Unser Tipp: Vitamin D und andere fehlende Mikronährstoffe können bei Bedarf ergänzt werden. Empfehlenswert sind gut bioverfügbare Formen. Die Auswahl und Dosierung von Mikronährstoffen sollte am besten mit Ernährungsfachleuten und Therapeuten abgestimmt werden.

 

Quellen
Was isst Deutschland? Aktuelle Trends im Lebensmittelverbrauch im 14. DGE-Ernährungsbericht, Aktualisierte Presseinformation vom 8.12.2020.


Gute Kenntnisse über Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe, die Entzündungen fördern oder verringern können, tragen zu einer gesunden Ernährung bei. Das kann sich auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten auswirken.

 

Gute Kenntnisse über Lebensmittel und ihre Inhaltsstoffe, die Entzündungen fördern oder verringern können, tragen zu einer gesunden Ernährung bei. Das kann sich auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten auswirken.

 

Bei der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Krankheiten spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Sie kann mit bestimmten Inhaltsstoffen Entzündungen beeinflussen, ihre Ausbreitung fördern oder hemmen. Proentzündlich kann vor allem der höhere Verzehr von zuckerreichen, raffinierten und prozessierten Lebensmitteln wirken. Dazu tragen z.B. zu viele gesättigte Fettsäuren und entzündlich wirkende Zytokine (regulatorische Proteine) und Adipozyten (Fettgewebshormone) bei. Eine Ernährung, die reichlich Gemüse, Obst und Fisch enthält, dazu wichtige Vitamine und Mineralien sowie viele Antioxidantien (Omega-3-Fettsäuren etc.) und Ballaststoffe liefert, kann dagegen zur Senkung von Entzündungen beitragen. Bisher wurde jedoch nicht untersucht, ob Ernährungsweisen mit einem höheren entzündlichen Potenzial langfristig das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten erhöhen können. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern untersuchte dies in einer (prospektiven) Studie.

Rund 75.000 Frauen aus der Nurses Health Study (1984-2016), rund 92.000 Frauen aus dem zweiten Zweig dieser Studie (1991-2015) und rund 44.000 Männer aus der Health Professionals Follow-up Study (1986-2016) waren in die Studie einbezogen. Alle Teilnehmer hatten zu Beginn weder Herz-Kreislauf- noch Krebskrankheiten. Ihre Ernährung wurde alle vier Jahre mit Befragungen zur Häufigkeit von verzehrten Nahrungsmitteln genauer bestimmt. Das entzündliche Potenzial ihrer Nahrung wurde anhand eines Lebensmittel-Scores (EDIP, Empirical Dietary Inflammatory Pattern) bewertet. Außerdem konnten die Forscher verschiedene Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten in ihre Analysen einbeziehen, die bei den Teilnehmern bestimmt wurden. Bewertet wurden dabei z.B. auch die Einnahmen von entzündungshemmenden Medikamenten sowie der Body Mass-Index. In den drei Langzeit-Studien traten knapp 16.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten auf.

 

Darunter waren knapp 10.000 Fälle von koronaren Herzkrankheiten und rund 6.000 Schlaganfälle. Allgemein ging ein stärkeres Entzündungspotenzial in der Nahrung, angezeigt durch höhere EDIP-Scores, mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten einher. Das galt für alle drei Studien, und die Ergebnisse waren für beide Geschlechter ähnlich. Teilnehmer, die eine Ernährung mit einem hohen Anteil von proentzündlichen Lebensmitteln bevorzugten, hatten ein um 46 % höheres Risiko für Herzerkrankungen und ein 28% höheres Risiko für Schlaganfälle im Vergleich zu Teilnehmern, deren Ernährung stärkere antientzündliche Komponenten hatte. Bei einer Untergruppe von knapp 34.000 Teilnehmern zeigte sich, dass ein höherer EDIP-Score mit einem höheren Profil an proentzündlichen Biomarkern, geringeren Spiegeln von Adiponektin (Fettgewebshormon) und einem ungünstigeren Profil der Blutfette verbunden war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Ernährungweisen mit einem erhöhten proentzündlichen Potenzial waren in diesen drei Langzeit-Studien mit einem stärkeren kardiovaskulären Risiko verbunden. Ein geringes entzündliches Potenzial der Ernährung kann möglicherweise eine wirksame Strategie zur Prävention von Herz-Kreislauf-Krankheiten sein. Die Forscher schlagen vor, Lebensmittel mit einem höheren Gehalt an Antioxidantien und Ballaststoffen zu verzehren, um Entzündungen im Körper zu senken. Dazu tragen grüne Blattgemüse (Grünkohl, Spinat, Kohl, Rucola), gelbes Gemüse (Kürbis, gelbe Paprika, Bohnen, Karotten), Vollkorngetreide, Kaffee, Tee und Wein (bei mäßigem Konsum) bei. Die Forscher schlagen weiter vor, die Aufnahme von raffiniertem Zucker und raffiniertem Getreide, frittierten Lebensmitteln und Limonaden zu begrenzen. Auch der Verzehr von verarbeitetem roten Fleisch sollte eingeschränkt werden. Diese Nahrungsmittel tragen zu einem erhöhten proentzündlichen Ernährungsindex bei.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc., haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen EPA und DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Grüntee-Extrakte, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen.

 

Quelle:
Jun Li et al., Dietary Inflammatory Potential and risk of Cardiovascular Disease Among Men and Women in the U.S. In: Cardiology, online 10.11.2020, doi: 10.1016/jacc.2020.09.535.


Mikronährstoffe beim Sport und danach

 

Die gute Ernährung und Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen können die Leistungen und die kardiovaskuläre Gesundheit von Sportlern fördern. Einige Makro- und Mikronährstoffe spielen z.B. eine Schlüsselrolle bei Leistungen im Marathonlauf und für die Erholung nach dem Training, wie zwei neue Studien zeigen.

 

Eine Gruppe spanischer Forscher untersuchte in einer kleinen Studie die Zufuhr bestimmter Makronährstoffe und Mineralien, die die kardiovaskuläre Gesundheit von Freizeit-Marathonläufern beeinflussen könnten. 37 Läufer wurden nach ihren durchschnittlichen Laufzeiten (3 Std. 39 Minuten) in zwei Gruppen mit schnelleren und langsameren Läufern eingeteilt. Vor und nach einem Marathonlauf wurden bei allen Teilnehmern neben Daten zu Körpergröße und -bau auch Informationen über die Aufnahme von Makronährstoffen, das Lipidprofil und Mineralien gesammelt. 24 Stunden vor dem Lauf, unmittelbar danach und noch einmal 48 Stunden danach wurden verschiedene Werte bestimmt. Dazu gehörten die Mineralien Natrium, Kalium und Magnesium sowie das Lipidprofil (u.a. LDL-, HDL-Cholesterin). Untersucht wurden auch typische Marker für Muskelschäden (Kreatinkinase), Entzündungen (C-reaktives Protein) und die kardiovaskuläre Gesundheit. Die Teilnehmer der schnelleren Läufergruppe waren etwas leichter und hatten einen geringeren BMI. Sie nahmen mehr einfache und ungesättigte Fettsäuren auf und hatten höher Werte an Eisen, Kalium und Magnesium. Die Teilnehmer der langsameren Läufergruppe hatten höhere Werte bei den Triglyzeriden und niedrigere Werte beim „guten“ HDL-Cholesterin. Einige Marker für kardiovaskuläre Belastungen oder Verletzungen waren in dieser Gruppe höher, und 81 % hatten nach dem Lauf höhere Werte für den kardiovaskulären Stress.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Marathonläufer, die ausreichende Mengen an guten ungesättigten Fettsäuren sowie an Eisen, Kalium und Magnesium zu sich nahmen, hatten bessere Leistungen und zeigten bessere Werte in der kardiovaskulären Gesundheit.

 

In einer anderen Studie untersuchten brasilianische Forscher, ob Vitamin C (Ascorbinsäure) die übermäßige Entstehung von oxidativem Stress beim Training oder danach verringern kann. Die Forscher werteten dazu 18 (randomisiert kontrollierte) Studien mit 313 gesunden Teilnehmern (62 % Männer, im Durchschnitt 24 Jahre alt) in einer Meta-Analyse aus. Geprüft wurde, ob Ergänzungen von Vitamin C nach einer Trainingseinheit den oxidativen Stress, typische Entzündungsmarker, Muskel- und Wundschäden sowie die Funktionen des Muskel-Skelett-Systems beeinflussen können. Die Gaben von Vitamin C verringerten vor allem den oxidativen Stress (Lipidperoxidation) direkt nach dem Training und bis zu zwei Stunden danach. Das proentzündlich wirkende Interleukin-6 (IL-6) war ebenfalls etwas verringert. Die Forscher schließen daraus, dass Ergänzungen von Vitamin C nach dem Training den oxidativen Stress und entzündliche Reaktionen verringern können.

 

Unser Tipp: Für Sportler gibt es spezielle Angebote an zertifizierten Nahrungsergänzungen, die frei von im Sport unerlaubten Stoffen sind. Wichtig ist für Sportler auch, dass z.B. bei Ergänzungen von Eisen, Magnesium und Vitamin C auf gut verwertbare Formen geachtet werden sollte.

 

Quelle:
Emma Roca et al., Macronutrient and mineral intake effects on racing time and cardiovascular health in non-elite marathon runners. In: Nutrition Vol. 78, Nr. 10 2020, doi: 10.1016/j.nut.2020.110806.
Natiele Camponogara Righi et al., Effects of vitamin C on oxidative stress, inflammation, muscle soreness, and strength following acute exercise: meta-analyses of randomised clinical trials. In: European Journal of Nutrition Vol. 59, Nr. 7 2020, S. 2827-2839, doi: 10.1007/s00394-020-02215-2.