Die mediterrane Ernährung gilt als sehr gesund. Wie eine neue Studie zeigt, kann sie auch die Gesundheit der Knochen und Muskeln fördern.


Die mediterrane Ernährung gilt als sehr gesund. Wie eine neue Studie zeigt, kann sie auch die Gesundheit der Knochen und Muskeln fördern. Je besser die mediterrane Kost eingehalten wurde, umso stärker sank das Risiko für Knochenbrüche.


Die Mittelmeerkost gilt weithin als gesunde Ernährung und wird auch zur Prävention für von der Ernährung abhängige Krankheiten empfohlen. Dazu gehören z.B. Herz-Kreislauf- und Krebskrankheiten sowie der Typ-2-Diabetes. Einige Studien zeigten, dass die mediterrane Ernährung auch zur Gesundheit des Bewegungsapparats, d.h. des Knochen- und Muskelsystems, beitragen kann, obwohl die Forschung dazu bisher begrenzt ist. Die Mittelmeerdiät ist durch einen hohen Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreidewaren und Olivenöl, gekennzeichnet. Fisch und Alkohol werden eher mäßig und Milchprodukte sowie rotes und verarbeitetes Fleisch werden nur gering verzehrt. Mit dieser Ernährung werden reichlich Antioxidantien, einschließlich von Vitamin C, Carotinoiden, Selen und Magnesium, sowie Ballaststoffe aufgenommen. Sie wirken sich positiv auf die Gesundheit von Knochen und Muskeln aus. Auch die in Obst, Gemüse und Olivenöl enthaltenen Polyphenole sowie die Omega-3-Fettsäuren, vor allem aus Fischölen, können die Knochengesundheit unterstützen. Omega-3- Fettsäuren hemmen z.B. entzündliche Prozesse und verbessern den Kalziumtransport. Antioxidantien und Polyphenole hemmen u.a. im Stoffwechsel der Knochen die Aktivität der Osteoklasten (resorbieren die Knochensubstanz) und fördern die Differenzierung der Osteoblasten (synthetisieren Kollagen und andere Substanzen im Knochengewebe). Zusammen erhalten sie das Gleichgewicht zwischen dem Knochenabbau und der Knochenbildung.


Eine Gruppe von englischen Forschern untersuchte erstmals im Rahmen der großen EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer), wie sich die Einhaltung der mediterranen Ernährung auf die Gesundheit des Knochen- und Muskelsystems auswirkt. Das bezog sich auf das Risiko von Knochenbrüchen, die Knochendichte und die fettfreie Körpermasse. Einbezogen waren in einer ersten Studienphase ab 1993 rund 25.500 Männer und Frauen, die damals zwischen 39 und 79 Jahre alt waren. Sie wurden im Raum Norfolk zu einem Gesundheitscheck eingeladen und gaben dabei auch Auskünfte über ihre Ernährung. Sie wurden danach in Bezug auf ihre Gesundheit weiter beobachtet. Rund 17.000 Teilnehmer nahmen Ende der 90er Jahre an einem weiteren Gesundheitscheck teil. Sie wurden im Durchschnitt insgesamt rund 17 Jahre gesundheitlich beobachtet. Für diese Auswertung lagen Daten von rund 14.000 Teilnehmern vor. Anhand von Ernährungs-Tagebüchern prüften die Forscher, wer sich vorwiegend mediterran ernährte und damit nicht der regional üblichen Ernährung folgte. Es zeigte sich dabei auch, wie stark die mediterrane Ernährungsweise eingehalten wurde.


Im Lauf der langen Studienzeit kam es bei den Teilnehmern zu 2.195 Knochenbrüchen. Die Forscher setzen die Ernährung zu den Knochenbrüchen und zu anderen Marken für die Knochen- und Muskelgesundheit in Beziehung. Die stärkere Einhaltung einer mediterranen Diät war mit einem um bis zu 23 % verringerten Risiko für Knochenbrüche verbunden. Das Risiko speziell für Knochenbrüche an der Hüfte verringerte sich um 21 %. Beides galt im Vergleich zu Teilnehmern, die sich nicht oder nur wenig mediterran ernährten. Je konsequenter die Mittelmeerdiät eingehalten wurde, umso deutlicher sank das Risiko für Knochenbrüche. Diese Verbindung war bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Die Beziehung war ansonsten unabhängig von anderen Einflussfaktoren, wie z.B. Alter, Body Mass Index, Rauchen, körperlicher Aktivität, Menopausen-Status und der Einnahme von Medikamenten. Darüber hinaus zeigte sich, dass eine genauere Einhaltung der mediterranen Diät mit signifikant besseren Markern in der Knochendichte und der fettfreien Körpermasse verbunden war.


Die Forscher ziehen das Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass die Einhaltung der Mittelmeerdiät mit einem geringeren Risiko für Knochenbrüche verbunden ist. Besonders wichtig ist hier, dass die Studie in einer Region stattfand, in der sich die Bewohner traditionell nicht mediterran ernähren. Allgemein waren nur wenige der einzelnen Komponenten in der Mittelmeerdiät mit dem Risiko für Knochenbrüche verbunden. Das deutet darauf hin, dass gerade in einer nicht-mediterranen Region die additiven und synergistischen Effekte der einzelnen Komponenten innerhalb der Mittelmeerdiät einen größeren Effekt für die Knochengesundheit haben. Die Forscher empfehlen, die Einhaltung der Mittelmeerdiät stärker zu fördern. Das gilt besonders für Frauen, bei denen die präventive Verbindung zwischen der Mittelmeerdiät und Knochenbrüchen offenbar stärker ausgeprägt ist.


Quelle:
Amy Jennings et al., A Mediterranean Diet Is Positively Associated with Bone and Muscle Health in a Non-Mediterranean Region in 25,450 Men and Women from EPIC-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 21.4.2020, doi: 10.3390/nu12041154.


Mikronährstoffe für trockene Augen


Beim Syndrom der trockenen Augen wird die Horn- und Bindehaut nicht ausreichend mit der Tränenflüssigkeit benetzt. Dabei können verschiedene Mikronährstoffe, vor allem die Omega-3-Fettsäuren, eine Rolle spielen.


Die Augenoberfläche besteht aus mehreren Komponenten, dazu gehören die Horn- und Bindehaut, Tränendrüsen und Augenlider. Sie schützen zusammen das Auge und die Sehfunktionen vor schädlichen äußeren Einflüssen. Dazu trägt der Tränenfilm wesentlich mit Elektrolyten, schützenden Proteinen und Lipiden bei. Jeder Einfluss, der die Augenoberfläche stört, kann den Tränenfilm instabiler machen und zu Entzündungen und Gewebeschäden führen. Mit zunehmendem Alter kann der Tränenfilm verringert werden, vom Syndrom der trockenen Augen sind bis zu 30 % der Menschen über 50 Jahren betroffen. Ein erhöhtes Risiko besteht besonders für Frauen in der Postmenopause, Träger von Kontaktlinsen, bei der Computerarbeit und bei Autoimmunkrankheiten. Zu den typischen Symptomen gehören verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Brennen und Juckreiz. Bei trockenen Augen besteht eine starke Beziehung zum oxidativen Stress. Die Augenoberfläche ist häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt, das darin enthaltene UV-Licht ist ein Risikofaktor für oxidativen Stress. Normalerweise bekämpfen Antioxidantien übermäßig vorhandene oxidative Prozesse durch freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies. Mit dem zunehmenden Alter sinken jedoch die Konzentrationen antioxidativer Spezies.


Zur Therapie der trockenen Augen stehen vor allem künstliche Tränen zur Verfügung. Sie benetzen die Augenoberfläche, lindern die Symptome jedoch nur für einige Zeit. Antientzündliche und antioxidative Therapien zielen dagegen darauf ab, einige der Ursachen für trockene Augen zu korrigieren. Hier rückten besonders die Omega-3-Fettsäuren in den Mittelpunkt der Forschung. Zu ihnen gehören die pflanzliche, kurzkettige Alpha-Linolensäure sowie die langkettigen EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) aus Fischölen. Omega-3-Fettsäuren haben entzündungs- und gerinnungshemmende sowie blutdrucksenkende Eigenschaften. Sie beeinflussen den Lipidstoffwechsel, die Glukosetoleranz und Funktionen des Zentralnervensystems. Einer der frühesten Nachweise für die Rolle von Omega-3-Fettsäuren für die gesunde Augenoberfläche stammt aus einer großen Bevölkerungsstudie mit über 30.000 Frauen, die den Zusammenhang zwischen einer geringen Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und einem erhöhten Risiko für trockene Augen zeigte. Trotz einiger widersprüchlicher Ergebnisse scheint sich die Wirkung vor allem für die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen weiter zu bestätigen. Zwei neuere Meta-Analysen kamen zu dem Schluss, dass Omega-3-Fettsäuren wirksam dazu beitragen, Symptome der trockenen Augen zu verbessern.


Auch eine Reihe anderer Mikronährstoffe wirken auf die Augenoberfläche ein. Dazu gehört z.B. Vitamin A, das die Tränenqualität verbessern kann und generell für gesunde Augen wichtig ist. Vitamin C ist im Tränenfilm hoch konzentriert vorhanden und trägt zur antioxidativen Verteidigung bei. Vitamin D beeinflusst und stabilisiert die Augenoberfläche. Symptome der trockenen Augen verbesserten sich nach Ergänzungen, vor allem wenn Vitamin D zu gering vorhanden war. Selen kann bei trockenen Augen vermutlich zur Balance zwischen reaktiven Sauerstoffspezies und antioxidativen Fängern beitragen, indem es z.B. die Bildung des antioxidativen Enzyms Glutathionperoxidase, das in der Augenoberfläche vorhanden ist, unterstützt. Einige Wirkungen sind auch für die Vitamine E und B12 beschrieben.


Die Forscher empfehlen, bei Patienten mit Erkrankungen der Augenoberfläche Defizite an Vitaminen zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Viele Mikronährstoffe in der Ernährung könnten sich positiv auf die Gesundheit der Augen und ihrer Oberfläche auswirken. Das gilt besonders für die Omega-3-Fettsäuren, für deren Wirksamkeit es bisher die stärksten Nachweise gibt.


Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren werden in verschiedenen Dosierungen und Kombinationen angeboten. Zur Stärkung der Augengesundheit gibt es außerdem spezielle Kombinationen von Mikronährstoffen.


Quelle:
Marco Pellegrini et al., The Role of Nutrition and Nutritional Supplements in Ocular Surface Diseases. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 30.3.2020, doi: 10.3390/nu12040952.


Eine Analyse zeigte, dass vor allem Defizite an Selen, Kupfer, Zink und Jod öfter vorkommen.


Viele ältere Menschen sind häufiger schlecht mit wichtigen Mikronährstoffen versorgt. Eine Analyse zeigte, dass vor allem Defizite an Selen, Kupfer, Zink und Jod öfter vorkommen.


Eine gute Ernährung trägt im Alter zum aktiven Leben und gesunden Altern bei. Doch ein verminderter Appetit, fehlendes Hungergefühl und eine oftmals verringerte Nahrungsaufnahme erhöhen das Risiko für die Unterernährung im Alter, damit werden dann auch zu wenig Mikronährstoffe aufgenommen. Soziale und psychische Veränderungen können sich im Alter negativ auf die Ernährung auswirken. Auch einige Krankheiten, z.B. Diabetes und Bluthochdruck, können Einschränkungen in der Ernährung erfordern. Hinzu kommt, dass eine Reihe von Medikamenten den Appetit verringern und zur unzureichenden Aufnahme von Mikronährstoffen beitragen können. Dabei werden Defizite an Vitaminen meist stärker beachtet, aber es werden oft auch zu wenig Mineralstoffe und Spurenelemente aufgenommen. Zu den Folgen solcher Defizite gehört, dass sich Funktionsstörungen, Gebrechlichkeit sowie Störungen im Immun- und Herz-Kreislauf-System etc. verstärken.


So zeigte z.B. eine Studie von 2006, dass eine unzureichende Zufuhr von mehr als drei Mikronährstoffen aus der Ernährung bei älteren Erwachsenen ab 65 Jahren mit stärkerer Gebrechlichkeit verbunden ist. Spurenelemente erfüllen lebenswichtige Funktionen im Körper. Dazu gehören Einflüsse auf den Stoffwechsel der Schilddrüse, antioxidative Aktivitäten und die Immunfunktionen. So wird z.B. Selen für antioxidative Prozesse und die Schilddrüse benötigt, und es ist wichtig für die Immunfunktionen. Jod ist für die Bildung von Schilddrüsenhormonen essentiell, ein Mangel kann zu Funktionsstörungen führen. Ein Zinkmangel kann das Immunsystem schwächen, zu den Folgen gehören z.B. erhöhte entzündliche Zytokine, ein geringerer antioxidativer Zellschutz und die stärkere Anfälligkeit für Infekte. Auch Kupfer hat antioxidative Fähigkeiten und ist an den Immunfunktionen beteiligt.


Eine Gruppe englischer Forscher wertete in Studien mit älteren Erwachsenen die Versorgung mit acht Spurenelemente aus. Das betraf die Versorgung mit Zink, Selen, Eisen, Jod, Kupfer, Chrom, Mangan und Molybdän. Sie konnten 28 (Bevölkerungs-)Studien (von 2006 bis 2019) in ihre Analyse einbeziehen. Daran hatten rund 9.000 ältere Erwachsene aus 13 westlichen Ländern teilgenommen, die vorwiegend selbstständig und zum Teil in Heimen lebten. Die Analyse zeigte vor allem bei vier Spurenelementen, bei Selen, Zink, Kupfer und Jod, recht weit verbreitete Defizite. Das galt für Männer und Frauen sowie für Ältere, die selbstständig oder in Heimen lebten, zum Teil auf unterschiedliche Weise. Ein Zinkmangel wurde bei 31 % der Frauen und 49 % der Männer, die selbstständig lebten, beobachtet. Personen in Pflegeheimen waren mit 50 % bzw. 66 % stärker davon betroffen. Die Selenzufuhr war bei 49 % der Frauen und 37 % der Männer, die selbstständig lebten, und bei 44 % der Frauen und 27 % der Männer in Heimen ähnlich kritisch. Ungenügende Aufnahmen fanden sich signifikant auch bei Eisen, Jod und Kupfer. Bei Joddefiziten galt dies vor allem für Männer und Frauen, die in Heimen lebten (78 % der Frauen, 67 % der Männer). Bei den selbstständig lebenden Teilnehmern waren vor allem ältere Frauen von Joddefiziten (22 %) betroffen, jedoch im Vergleich zu den Pflegeheim-Bewohnern geringer.


Die Forscher ziehen das Fazit: Besonders bei Selen, Zink, Jod und Kupfer besteht ein erhöhtes Risiko, dass ältere Menschen sie nicht in ausreichendem Maß aufnehmen. Solche Defizite können bei institutioneller Pflege stärker ausgeprägt sein. Die Forscher empfehlen eine stärkere Kontrolle in der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen bei älteren Menschen, vor allem bei Heimbewohnern. Dabei sollten alle Aufnahmen, aus der Ernährung und aus Nahrungsergänzungen, berücksichtigt werden. Verbesserungen können z.B. durch eine Ernährung erreicht werden, die kritische Mineralstoffe und Spurenelemente stärker einbezieht. Auf recht einfache Weise ist das z.B. mit der Verwendung von jodiertem Speisesalz in allen Pflegeeinrichtungen zu erreichen. Es ist weiter empfehlenswert, bei älteren Menschen Multi-Mineralstoffe bei Bedarf zu ergänzen. So zeigte eine Untersuchung aus den Niederlanden bei älteren Erwachsenen ab 70 Jahren, dass die Ergänzung von Spurenelementen, einschließlich der zusätzlichen Anreicherung der Ernährung mit Jodsalz, zur Gesamtaufnahme von Mineralstoffen beiträgt. Dadurch verringerte sich die Zahl der Personen, die unter dem durchschnittlichen Bedarf bei diesen Mikronährstoffen lagen.


Unser Tipp: Mineralstoffe und Spurenelemente werden einzeln und kombiniert angeboten. Es gibt eine Reihe von Multi-Präparaten für den speziellen Bedarf, z.B. zur Stärkung des Herz-Kreislauf- oder Immunsystems. Weiter gibt es Kombinationen, in denen speziell Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sind. Auf gut bioverfügbare Formen sollte jeweils geachtet werden.


Quelle:
Zeynep Viral et al., Trace Mineral Intake and Deficiencies in Older Adults Living in the Community and Institutions: A Systematic Review. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 13.4.2020, doi: 10.3390/nu12041072.


Mikronährstoffe bei Zöliakie

 

Bei Kindern und Jugendlichen, die sich wegen einer Zöliakie glutenfrei ernähren müssen, sollte auf eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden. Neben Eisen kann es auch an einigen anderen Mikronährstoffen fehlen.


Die Zöliakie (glutenbedingte Enteropathie) tritt weltweit auf, mit zunehmender Tendenz. Dabei wird Gluten (Klebereiweiß), das in Getreide, vor allem in Dinkel, Weizen, Roggen, Gerste und Hafer, enthalten ist, nicht vertragen. Bei genetischer Veranlagung reagiert die Schleimhaut des Dünndarms mit Unverträglichkeit. Das führt bei den betroffenen Kindern und Erwachsenen zu einer Immunreaktion mit einer chronischen Entzündung, wobei sich die Dünndarmzotten zurückbilden. Zu den Symptomen gehören u.a. Bauchschmerzen, chronische Diarrhö und Obstipation, Anämie, Osteopenie oder Osteoporose sowie bei Kindern auch ein gestörtes Wachstum. Eine lebenslang durchgeführte streng glutenfreie Diät ist die einzige verfügbare Behandlung für Zöliakie. Dadurch treten die Besserung und das Abklingen der Symptome innerhalb von Tagen oder Wochen ein. Etwa 20 % der Patienten haben jedoch trotz einer guten Einhaltung ihrer Diät anhaltende oder wiederkehrende Symptome.


Bei der Zöliakie kann auch die Resorption von Nährstoffen und Mikronährstoffen beeinträchtigt sein. Mediziner empfehlen, nach der Diagnose die Ernährung der Patienten zu untersuchen, da etwa 20 bis zu 40 % ernährungsbedingte Defizite an Mikronährstoffen haben. Das betrifft z.B. Vitamin B12 (8 bis 41 %), vor allem aber den Eisenmangel (12 bis 69 %). Eisen ist an der Blutbildung, am oxidativen Stoffwechsel, an enzymatischen Aktivitäten und an zellulären Immunantworten beteiligt. Bisher ist jedoch die Beziehung zwischen Eisendefiziten und der Zöliakie nicht ausreichend untersucht. Bekannt ist, dass auch bei glutenfreier Ernährung meist weniger Mikronährstoffe aufgenommen werden. Meidet man z.B. weizenhaltige Lebensmittel, wird zum einen auf eine wichtige Proteinquelle verzichtet, zum anderen liefert Weizen auch Eisen, Folat und die B-Vitamine Thiamin (B1), Riboflavon (B2) und Niacin (B3).


Eine Gruppe von spanischen Forschern untersuchte in einer kleinen Studie, wie sich die Eisenwerte und einige andere Mikronährstoffe bei Kindern und Jugendlichen mit Zöliakie nach Beginn einer glutenfreien Ernährung entwickeln. Einbezogen waren 68 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren, die im spanischen Granada wegen ihrer Zöliakie untersucht wurden. Sie ernährten sich zum Teil bereits seit längerer Zeit, zum Teil auch weniger als ein halbes Jahr glutenfrei. Zum Vergleich diente eine altersgleiche Kontrollgruppe mit 43 gesunden Teilnehmern. Alle gaben Auskunft über ihre Ernährung, und in Blutproben wurden einige der bei Zöliakie oft defizitären Mikronährstoffe und weitere Werte bestimmt.


Die wichtigsten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den gesunden Teilnehmern etwas niedrigere Werte im Hämoglobin (Farbstoff der roten Blutkörperchen), in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und im Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen) hatten. Die Kinder und Jugendlichen mit Zöliakie waren im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe etwas geringer mit Eisen und Folat versorgt. Bei denen, die sich bereits länger als sechs Monate glutenfrei ernährten, fand sich außerdem eine geringere Aufnahme von Magnesium und Selen. Wurde die glutenfreie Ernährung weniger als sechs Monate durchgeführt, waren die Werte von Vitamin B12 (Cobalamin) häufiger geringer im Vergleich zu den Kindern, die sich bereits länger glutenfrei ernährt hatten.


Die Forscher ziehen das Fazit: Bei Zöliakie ist die Ernährung häufig weniger ausgewogen, das betrifft auch die Mikronährstoffe, vor allem Eisendefizite kommen häufiger vor. Das kann sowohl mit einer Malabsorption verbunden, aber auch die Folge einer unzureichenden Anpassung an die glutenfreie Ernährung sein. Die Forscher empfehlen, in die Therapie der Zöliakie Ernährungsfachleute einzubeziehen. Sie können dazu beitragen, dass die glutenfreie Ernährung besser umgesetzt werden kann. Dabei kommt es auch darauf an, möglicherweise fehlende Mikronährstoffe, z.B. Eisen, Folsäure oder Vitamin B12, sinnvoll zu ergänzen.


Unser Tipp: Die Versorgung mit Eisen, Vitamin B12 und Folsäure etc. lässt sich mit Bluttests bestimmen. Bei Bedarf tragen Ergänzungen dazu bei, die Versorgung zu verbessern. Sie sind sowohl einzeln als auch in Kombinationen erhältlich, auf gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.


Quelle:
Teresa Nestares et al., Is a Gluten-Free Diet Enough to Maintain Correct Micronutrients Status in Young Patients with Celiac Disease? In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 21.3.2020, doi: 10.3390/nu12030844.


Anthocyane aus Beeren beim metabolischen Syndrom

 

Wichtige kardiometabolische Biomarker können sich mit der Aufnahme von Anthocyanen (sekundäre Pflanzenstoffe) aus Beerenfrüchten verbessern.


Das metabolische Syndrom ist aufgrund von Überernährung und zu geringer Bewegung weit verbreitet. Es ist gekennzeichnet durch ein starkes (bauchbetontes) Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker-Werte und einen gestörten Fettstoffwechsel. Um die Diagnose metabolisches Syndrom zu stellen, müssen mindestens drei dieser Faktoren vorhanden sein. Hinzu kommen können z.B. auch erhöhte Harnsäurewerte, niedriggradige Entzündungen, eine erhöhte Blutgerinnung und endotheliale Dysfunktionen. In der Folge steigt das Risiko für die Entstehung weiterer Krankheiten an. Das gilt u.a. für die Atherosklerose, die wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöht. Bei der Atherosklerose werden Cholesterin und andere Fette in die inneren Gefäßwände der arteriellen Blutgefäße eingelagert, was zur Verengung der Arterien führt.


Neben der Gewichtsreduktion und mehr Bewegung spielt die gesunde Ernährung eine wichtige Rolle bei der Prävention und Therapie des metabolischen Syndroms. Dazu gehört auch die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen. Das betrifft u.a. Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, die reichlich in Beerenfrüchten vorkommen. Sie schenken ihnen die intensiven roten und blauen Farben und haben antioxidative Wirkungen. Gute Aufnahmen von Anthocyanen könnten beim metabolischen Syndrom nützlich sein. Eine Gruppe von australischen Forschern prüfte in einer kleinen Studie, ob diese Pflanzenstoffe einige der kardiometabolischen Biomarker verbessern und z.B. das Thromboserisiko senken können.


An der Studie nahmen 55 Personen im Alter von 25 bis zu 75 Jahren teil, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die eine Gruppe war am metabolischen Syndrom erkrankt, die andere Gruppe diente zum Vergleich und war gesund. Die Teilnehmer erhielten vier Wochen lang zweimal täglich 320 mg Anthocyane. Vor Beginn der Studie und am Ende wurden eine Reihe von kardiometabolischen Risikofaktoren bestimmt. Dazu gehörten die Gerinnungsaktivität der Blutplättchen, die Lipidprofile, der Nüchtern-Blutzucker sowie Biomarker für entzündlichen und oxidativen Stress.


Es zeigte sich, dass die Anthocyane im Zeitraum von vier Wochen signifikant die kardiometabolischen Risikofaktoren verringern konnten. Dabei senkte sich bei den Patienten mit dem metabolischen Syndrom der durchschnittliche Nüchtern-Blutzuckerspiegel um rund 13 %, bei den Lipidprofilen verringerten sich die Triglyzeride um rund 25 %, und LDL, das sogenannte „schlechte“ Cholesterin senkte sich um rund 33 %. Bei den Frauen sank außerdem der Spiegel von hs-CRP (hochempfindliches C-reaktives Protein, ein Entzündungs-Marker) um 28 %. Beeinflusst wurden weiter die Aktivierung von Thrombozyten (P-Selektin) um 40 %.


Für die Forscher unterstützen diese Ergebnisse die Annahme, dass die Ergänzung von Anthocyanen antiatherogene Wirkungen hat. Sie können dazu beitragen, kardiometabolische Risikofaktoren zu verbessern. Dadurch könnte sich auch das Risiko für die Entstehung von Thrombosen bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom verringern.


Unser Tipp: Anthocyane sind u.a. in Blaubeeren, blauen Trauben, Himbeeren, Auberginen und Rotkohl enthalten. Sie sind auch in Nahrungsergänzungsmitteln, einzeln oder kombiniert, erhältlich, z.B. in Heidelbeerextrakten.


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Quelle:
Anahita Aboonabi et al., Anthocyanins in berries exhibited anti-atherogenicity and anti platelet activities in a metabolic syndrome population. In: Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 27.2.2020, doi: 10.1016/j.nutres.2020.02.011.


Mehr Obst und Gemüse bei Asthma

 

Wie man bei Asthma die Ernährung am besten umstellen sollte, zeigt ein Review von US-amerikanischen Forschern, in dem die wissenschaftlichen Kenntnisse über Asthma und Ernährung ausgewertet wurden. Asthma ist eine häufige chronische Erkrankung, bei der sich die Atemwege entzünden und verengen. Dadurch entsteht eine Hyperreaktivität in den Bronchien, zeitweise wird der Luftstrom behindert. In den akuten Episoden kommt es zu Atemnot, Keuchen, Husten und Engegefühlen in der Brust.


Seit den 80er Jahren steigen die Vorkommen von Asthma stetig an. Parallel stieg auch die Verbreitung der westlichen Ernährungsweise mit einem hohen Verzehr von Fleisch, Fetten und wenig Obst und Gemüse. Wie Studien zeigen, kann neben der Therapie mit Arzneimitteln und der Senkung von auslösenden Reizen eine betont pflanzliche Ernährung zum Schutz vor Asthma beitragen und helfen, die Symptome zu verringern. Die pflanzliche Kost kann z.B. auf systemische Entzündungen im Körper, die Asthma verschlimmern können, einwirken. Mit reichlich Obst und Gemüse werden vermehrt Ballaststoffe aufgenommen, die dazu beitragen können, die Lungenfunktionen zu verbessern. Auch die enthaltenen Antioxidantien und Flavonoide können bei Asthma schützende Wirkungen haben. Das betrifft z.B. die Freisetzung von Zytokinen (regulatorische Proteine für die Signalübertragung zwischen Zellen), die Schädigung durch freie Radikale und Immunreaktionen, die an der Entstehung und dem Verlauf von Asthma beteiligt sind.


In Bezug auf die Versorgung mit Mikronährstoffen zeigt sich, dass Asthma-Patienten besonders häufig Vitamin D fehlt. Eine gute Versorgung mit dem u.a. antientzündlich wirkenden Vitamin D wirkt sich positiv auf die Asthmakontrolle aus. Es kann das Immunsystem, die Muskelzellen in den Atemwegen und die Lungenfunktionen positiv beeinflussen. Grundsätzlich sollte bei Asthma auf eine gute Aufnahme von Vitamin D geachtet werden. Dazu tragen der Aufenthalt in der Sonne, mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel und bei Bedarf auch Ergänzungen mit Vitamin D bei. Eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von oxidativem Stress spielen die Antioxidantien. Zu ihnen gehören u.a. die Vitamine E und C, aber auch Beta-Carotin und andere Carotinoide, Coenzym Q10, Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), z.B. Resveratrol, sowie Magnesium und Selen. Sie wirken mit ihren antioxidativen Funktionen auch auf das Immunsystem ein, haben antientzündliche Fähigkeiten und können zur Stärkung der Lungenfunktionen beitragen.


Die Auswertung relevanter Studien zeigte, dass der erhöhte Konsum von Obst und Gemüse das Risiko für Asthma bei Kindern und Erwachsenen verringern kann, gleiches gilt für Asthma-Symptome. So hatten zum Beispiel Asthmatiker, die sich acht Wochen lang vegetarisch ernährten, weniger Symptome als eine Kontrollgruppe. Mit vegetarischer Kost konnte auch der Einsatz von Asthma-Medikamenten verringert werden. In einer anderen Studie ernährten sich Asthmapatienten ein Jahr lang rein vegetarisch. Damit verbesserte sich ihre Vitalkapazität (Maß für die Luftmenge, die Patienten ausstoßen können) und andere Asthmasymptome. Dagegen können ein hoher Verzehr von Milchprodukten und Lebensmitteln, die reichlich gesättigte Fettsäuren enthalten, eher schädlich wirken. So hatten z.B. Kinder mit einem höheren Konsum an Milchprodukten ein stärkeres Asthmarisiko im Vergleich zu Kindern, die weniger davon aufnahmen. Der hohe Verzehr an gesättigten Fetten und von wenig Ballaststoffen war bei Asthmapatienten mit Entzündungen der Atemwege und schlechteren Lungenfunktionen verbunden.


Die Forscher ziehen das Fazit: Die Empfehlung für den erhöhten Verzehr von Obst und Gemüse, einschließlich von Hülsenfrüchten, wird durch die aktuelle Forschung zu Asthma und Ernährung unterstützt. Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Milchprodukten sollte dagegen verringert werden. Dadurch sinkt das Asthmarisiko und verbessert sich die Asthmakontrolle. Die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen, Antioxidantien und gesünderen Fettsäuren unterstützt vermutlich Immunwege, die an der Entstehung und dem Verlauf von Asthma beteiligt sind.


In einem Podcast zum Thema „Asthma & Coronavirus“ (The Exam Room) nehmen die Autoren zur aktuellen Pandemie Stellung. Asthmapatienten haben bei der Infektion mit dem Coronavirus ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf, abhängig z.B. vom Grad der Krankheit und der therapeutischen Kontrolle. Asthmatiker sollten besonders darauf achten, alle Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die gesunde Ernährung sollte ebenfalls im Blick behalten werden.


Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen erhältlich. Dabei unterstützen z.B. emulgiertes und liposomales Vitamin D die gute Aufnahme im Körper.


Quelle:
Jihad Alwarith et al., The role of nutrition in asthma prevention and treatment. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 13.3.2020, doi: 10.1093/nutrit/nuaa005.


Divertikel entstehen bei vielen Menschen im Lauf des Lebens in der Darmwand.

 

Divertikel entstehen bei vielen Menschen im Lauf des Lebens in der Darmwand. Sie können schmerzhafte Entzündungen auslösen, denen mit einer ballaststoffreichen Ernährung vorgebeugt werden kann.

 

Im höheren Alter erkranken in den westlichen Ländern viele Menschen an der Divertikelkrankheit, mit zunehmender Tendenz. Divertikel sind Ausstülpungen vor allem in der Darmwand, können aber auch in anderen Hohlorganen, z.B. in der Harnblase, auftreten. Viele bleiben „stumm“ und verursachen keine Beschwerden. Haben sich recht viele Divertikel gebildet, spricht man von einer Divertikulose. Durch Entzündungen kann es zur Divertikulitis kommen, die mit starken Schmerzen vor allem im linken Unterbauch und meist auch mit Fieber verbunden ist. Eine strenge Diät und viel Flüssigkeit trägt zur Therapie bei. Längst sind die typischen Risikofaktoren für die Divertikelkrankheit bekannt. Dazu gehören Übergewicht und Adipositas, geringe körperliche Aktivität, Rauchen und bestimmte Medikamente (NSAIDs). Ein erhöhtes Risiko besteht auch bei einer Ernährung, die nur wenig Ballaststoffe enthält und einen hohen Anteil an rotem Fleisch hat. Dagegen kann eine Ernährung mit einer hohen Aufnahme von Ballaststoffe das Risiko verringern, allerdings sind hier die Ergebnisse zur „Dosis-Wirkungs-Beziehung“ bisher nicht einheitlich. Dabei ist auch unklar, welche Art der Ballaststoffe besonders vorteilhaft für die Vermeidung der Divertikelkrankheit ist. So zeigte sich z.B. für Ballaststoffe aus Obst und Gemüse eine senkende Wirkung, das galt jedoch nicht für Ballaststoffe aus Getreidewaren.

 

Um die Beziehung von Ballaststoffen auf das Risiko für Divertikelkrankheiten besser einzuschätzen, wertete eine Gruppe von englischen und norwegischen Forschern die relevante Literatur systematisch aus und führte eine Metaanalyse von prospektiven Studien durch. Sie konnten fünf Bevölkerungsstudien mit rund 866.000 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen. Darunter waren rund 19.000 Fälle der Divertikelkrankheit. Die Forscher berechneten für die Aufnahmen von Ballaststoffen die „Dosis-Wirkungs-Beziehung“. Es zeigte sich ein linearer Zusammenhang, immer berechnet zum Vergleich einer geringen täglichen Zufuhr von 7,5 g Ballaststoffen. Die etwas erhöhte Aufnahme von je 10 Gramm Ballaststoffen täglich verringerte das Risiko für die Divertikelkrankheit um 26 %. Bei der Aufnahme von 20 g Ballaststoffe pro Tag sank das Risiko für die Divertikelkrankheit um 23 %. Bei einer noch höheren Zufuhr von täglich 30 g verringerte sich das Risiko um 41 %, und bei der Aufnahme von 40 g Ballaststoffen sank das Risiko sogar um 58 %. Je nach Art der Ballaststoffe ergaben sich einige Unterschiede in der Wirkung. Bei der täglichen Aufnahme von 10 g pflanzlichen Fasern sank das Risiko um 20 %. Bei 10 g Getreidefasern täglich sank das Risiko um 26 %, bei 10 g Fasern aus Obst minderte sich das Risiko um 44 %.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Zusammenfassend zeigte diese Meta-Analyse eine starke und lineare Verringerung des Risikos der Divertikelkrankheit bei einer hohen Zufuhr von Ballaststoffen. So lässt sich mit täglich 30 g Ballaststoffen das Krankheitsrisiko um 41 % verringern. Obst- und Getreidefasern waren dabei am effektivsten, aber in weiteren Studien sollte die Art der Ballaststoffe in ihrer Wirkung auf die Divertikelkrankheit weiter untersucht werden.

 

Quelle:
Dagfinn Aune et al., Dietary fibre intake and the risk of diverticular disease: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. In: European Journal of Nutrition, Vol. 59, Nr. 2, 2020, doi: 10.1007/s00394-019-01967-w.


u den wichtigsten Faktoren gehören Übergewicht und der Alkoholkonsum.

 

In einer Übersicht stellte eine Gruppe internationaler Forscher die aktuellen Kenntnisse über die Beziehung zwischen der Ernährung und dem Risiko für die verschiedenen Krebskrankheiten vor. Zu den wichtigsten Faktoren gehören Übergewicht und der Alkoholkonsum.

 

Seit Jahrzehnten nimmt man an, dass die Ernährung einen wichtigen Einfluss auf Krebskrankheiten hat. Studien zeigten bereits in den 1960er Jahren, dass die Krebsraten bei einzelnen Bevölkerungsgruppen sehr unterschiedlich sind. Das unterstützte die Annahme, dass Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle spielen könnten. Dabei zeigte sich eine starke Beziehung zwischen vielen Krebsarten und Ernährungsfaktoren. So hatten z.B. Länder mit einem großen Fleischverzehr hohe Raten an Darmkrebs. Es gab auch erste Hinweise, dass eine verbesserte Ernährung die Krebsraten senken könnte. Seither zeigte sich jedoch, dass die Bestimmung des Krebsrisikos und die Beziehungen zur Ernährung sehr kompliziert und komplex sind.

 

Zwei große Organisationen, der Weltkrebsforschungsfonds (WCRF) und die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), überprüften das karzinogene Risiko von Lebensmitteln und Nährstoffen anhand systematischer Übersichtsarbeiten und der Bewertung durch Expertengremien. Ein starkes Übergewicht (Adipositas, ab BMI 30) und der übermäßige Konsum von Alkohol können an mehreren Stellen im Körper Krebs verursachen. Bei Übergewicht und Adipositas schwankt der Risikoanstieg pro 5 kg/m2 im Body Mass-Index zwischen 5 % für den Darmkrebs und 50 % für den Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Beim Alkoholkonsum reichen die Risikozunahmen pro 10 g Anstieg im täglichen Konsum zwischen 4 % für den Leberkrebs und 25 % für das Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre. Auch verarbeitete Fleischwaren wurden als überzeugende Krebsursache eingestuft. Im jüngsten WCRF-Bericht erhöhte ein hoher Verzehr von verarbeitetem Fleisch das Risiko für Darmkrebs um 16 % (pro 50 g/Tag-Zunahme).

 

Bei vielen anderen Ernährungsfaktoren ist eine Beziehung zum Krebsrisiko wahrscheinlich, doch es fehlen ausreichende Nachweise. Einige Beispiele: Die Fettleibigkeit erhöht wahrscheinlich das Risiko von Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens sowie von aggressivem Prostatakrebs. Sehr heiße Getränke erhöhen wahrscheinlich das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Durch Salz konservierte Lebensmittel erhöhen wahrscheinlich das Risiko für Magenkrebs. Das Risiko für Endometriumkrebs wird wahrscheinlich durch eine Ernährung mit einer hohen glykämischen Belastung erhöht.

 

Für die verschiedenen Krebskrankheiten können die Risiken durch die Ernährung unterschiedlich sein. Wir greifen als Beispiel die Ernährung beim Brustkrebs heraus, weltweit die zweithäufigste Krebskrankheit. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören reproduktive und hormonelle Faktoren. Ein starkes Übergewicht (Adipositas) erhöht bei Frauen in der Postmenopause das Brustkrebs-Risiko. Dazu trägt vermutlich die Erhöhung der zirkulierenden Östrogene bei, die durch das Enzym Aromatase im Fettgewebe gebildet werden. Es ermöglicht, dass Androgene in Östrogene umgewandelt werden können. Bekannt ist weiter, dass Alkohol das Brustkrebs-Risiko deutlich erhöhen kann, bei jedem täglich konsumierten Getränk um etwa 10 %, auch dies könnte mit erhöhten Östrogenen verbunden sein. Die Annahme, dass eine hohe Fettzufuhr im Erwachsenenalter das Brustkrebsrisiko erhöht, ist bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Auch Ergebnisse für andere Ernährungsfaktoren wie Fleisch, Milchprodukte und Obst sind nicht immer eindeutig. Einige neuere Studien zeigten eine Beziehung zwischen dem erhöhten Verzehr von Gemüse und dem geringeren Risiko für den (Östrogenrezeptor-negativen) Brustkrebs sowie zwischen Ballaststoffen und dem Gesamtrisiko. Isoflavone, die größtenteils aus Soja gewonnen werden, waren in der asiatischen Bevölkerung mit einem geringeren Brustkrebsrisiko verbunden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Adipositas und Alkohol erhöhen das Risiko für verschiedene Krebsarten. Dies sind die wichtigsten Ernährungsfaktoren, die weltweit zur Gesamtbelastung durch Krebs beitragen. Bei Darmkrebs erhöhen verarbeitetes Fleisch und rotes Fleisch wahrscheinlich das Risiko. Dagegen verringern Ballaststoffe, Milchprodukte und Kalzium wahrscheinlich das Risiko für den Darmkrebs. Lebensmittel, die Mutagene (Substanzen, die das Erbgut verändern können) enthalten, können Krebs verursachen. Mit Aflatoxin (Mykotoxine aus bestimmten Schimmelpilzen) kontaminierte Lebensmittel können Leberkrebs verursachen. Obst und Gemüse stehen nicht eindeutig mit dem Krebsrisiko in Verbindung, obwohl eine sehr geringe Aufnahme das Risiko für mit Tabakkonsum verbundene und einige andere Krebsarten erhöhen könnte.

 

Unser Tipp: Diese Übersicht zeigt wichtige Faktoren in der Beziehung der Ernährung zu Krebskrankheiten. Je tiefer man in die Details geht, umso größer wird das komplexe Spektrum der Einflussfaktoren. Dazu gehören auch die Mikro-Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe etc. Viele von ihnen können bei guter Versorgung z.B. das Immunsystem stärken, zur Prävention von Krankheiten beitragen und die Therapie unterstützen.

 

Quelle:
Timothy J. Key et al., Diet, nutrition, and cancer risk: what do we know and what is the way forward? In: The British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 5.3.2020, doi: 10.1136/bmj.m511.


 Vitamin D kann den Heilungsprozess nach einer Hüftoperation unterstützen.

 

Vitamin D kann den Heilungsprozess nach einer Hüftoperation unterstützen. In einer Studie waren ältere Patienten mit einer guten Versorgung an Vitamin D nach einer solchen Operation deutlich mobiler.

 

Ein höheres Alter und die Osteoporose können zu mehr Knochenbrüchen beitragen. Damit steigt auch die Gefahr für Knochenbrüche an den Hüften, die oft besonders schwere Folgen haben können. Die Heilung kann sich über mehrere Monate hinziehen. Zu den möglichen Folgen gehören z.B. Einschränkungen beim Gehen sowie Schmerzen und Schwellungen. Eine gute Versorgung mit Vitamin D, das für die Knochen und Muskeln besonders wichtig ist, könnte möglicherweise dazu beitragen, die Heilung nach Hüftoperationen zu fördern und belastende Folgen zu verringern. Das prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern in einer Studie.

 

An dieser Untersuchung nahmen 290 Patienten im höheren Alter (im Durchschnitt 82 Jahre, 73 % Frauen) und einem im Durchschnitt leicht erhöhten Körpergewicht (BMI 25) teil. Alle waren wegen eines Knochenbruches an den Hüften operiert worden. Bei allen wurde 30 Tage nach der Operation und noch einmal nach 60 Tagen der Gesundheitszustand untersucht. Dabei wurden bei allen Patienten Albumin (wichtiges Plasmaprotein), Vitamin D (25(OH)D) und das Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon, wichtig für den Kalziumspiegel) bestimmt, außerdem wurde der Ernährungs-Zustand bewertet. Die Teilnehmer mit den besten Vitamin D-Werten (> 30 ng/mL) waren nach 30 Tagen mobiler bzw. konnten besser gehen. Dies galt auch noch nach 60 Tagen im Vergleich zu den Patienten mit der schlechtesten Versorgung an Vitamin D (<12 mg/mL). Bei einem schlechten Ernährungszustand zeigte sich ein leichter Trend zur geringeren Mobilität nach 30 Tagen, der jedoch nach 60 Tagen nicht mehr vorhanden war.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Nach Hüftoperationen ist eine schlechte Versorgung mit Vitamin D bei älteren Patienten mit einer geringeren Beweglichkeit verbunden. Eine gute Versorgung mit Vitamin D fördert dagegen die Mobilität der Patienten. Die Ernährung hat ebenfalls einen leichten Einfluss, ist aber als Einflussfaktor weniger ausgeprägt. Die Forscher empfehlen, die Ursachen für den Einfluss von Vitamin D auf die Erholung nach einer Hüftoperation weiter zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist als Nahrungsergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen erhältlich. Dabei unterstützen z.B. emulgiertes und liposomales Vitamin D die gute Aufnahme im Körper.

 

Quelle:
Lihong Hao et al., Vitamin D deficiency is associated with reduced mobility after hip fracture surgery: a prospective study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 19.2.2020, doi: 10.1093/ajcn/nqaa029.


Zwei Äpfel täglich sind gut fürs Herz

 

Äpfel enthalten reichlich bioaktive Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) und Ballaststoffe, beide haben ein breites Spektrum von gesundheitlichen Wirkungen. Wie eine kleine Studie zeigt, kann der Apfelverzehr die Cholesterinwerte verbessern und damit den Schutz vor Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen.

 

Seit langem und weltweit bekannt ist der englische Spruch: „An apple a day keeps the doctor away“, ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Hinweisen darauf, dass der Verzehr von Äpfeln sich mitsamt den enthaltenen bioaktiven Komponenten, darunter reichlich Polyphenole und Ballaststoffe (vor allem Pektin), günstig auf den Fettstoffwechsel und die Cholesterinwerte sowie auf andere Marker von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken kann. Eine Gruppe von englischen und italienischen Forschern untersuchte in einer kleinen (kontrollierten) Studie die Auswirkungen des Apfelverzehrs auf die zirkulierenden Blutfette (Lipide), die Gefäßfunktionen und andere Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten.

 

Einbezogen in die Studie waren 40 gesunde Personen (23 Frauen, 17 Männer) im Alter von durchschnittlich 51 Jahren. Sie waren normal- bis leicht übergewichtig (BMI 25,3 ± 3,7) und hatten leicht erhöhte Cholesterinwerte. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine verzehrte acht Wochen lang täglich zwei Äpfel (Sorte Renetta Canada), die reich an Proanthocyanidinen (Polyphenole) sind, die andere nahm ein im Zucker- und Energiegehalt angepasstes Apfelgetränk zur Kontrolle ein.

 

Darauf folgten vier Wochen ohne Intervention (sogenannte Auswaschperiode). Danach wurden die Gruppen getauscht, wer vorher Äpfel verzehrt hatte, nahm nun acht Wochen lang das Apfelgetränk ein und umgekehrt. Vor und nach jeder Periode wurden bei den Teilnehmern Nüchtern-Blutproben genommen. Es wurden Serumlipide, Glukose, Insulin, Gallensäuren sowie Endothel- und Entzündungs-Biomarker bestimmt. Außerdem wurde bei allen Teilnehmern die Arteriensteifigkeit gemessen.

 

Der Apfelverzehr verbesserte vor allem die Cholesterinwerte, es verringerten sich das Gesamt- und das (sogenannte schlechte) LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride. Weiter fanden sich mit dem Apfelverzehr geringere Werte beim Adhäsionsmolekül, das zur Gruppe der Immunglobuline gehört und an entzündlichen Prozessen beteiligt ist. Die Reaktion auf die vom Endothel abhängige Gefäßerweiterung (mikrovaskuläre Vasodilatation) war nach dem Verzehr von Äpfeln größer. Weitere Einflussfaktoren durch den Apfelverzehr, z.B. auf den Blutdruck oder andere kardiovaskuläre Marker, zeigten sich nicht.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstützen die positiven gesundheitlichen Wirkungen des täglichen Verzehrs von Äpfeln mit reichlich Polyphenolen bei leicht erhöhten Cholesterinwerten. Damit können die Cholesterinwerte gesenkt und einige positive Wirkungen auf die Blutgefäße erreicht werden. Diese Beziehungen sollten in größeren Studien weiter untersucht werden.
 
Quelle:
Athanasios Koutsos et al., Two apples a day lower serum cholesterol and improve cardio metabolic biomarkers in mildly hypercholesterolemic adults: a randomised, controlled, crossover trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 16.12.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqz282.


Bei Stress geraten auch Mikronährstoffe unter Druck

 

Stress kann verschiedene Ursachen und Wirkungen haben. Dazu gehört auch, dass sich Mikronährstoffe verringern können. Das kann viele Abläufe im Körper weiter belasten und stören.

 

Stress ist eine unspezifische, körperliche und psychische Reaktion auf erhöhte Belastungen, z.B. aus der Umwelt oder durch Prozesse im eigenen Organismus. Damit verbunden ist eine erhöhte Aktivität des vegetativen Nervensystems und der endokrinen Organe (Schilddrüse, Hypophyse, Pankreas, Nebennieren etc.). Zu den Folgen gehört, dass mehr Katecholamin (Noradrenalin, Dopamin etc.) ausgeschüttet wird. Der Blutdruck erhöht sich, das Herz und die Gefäße können ebenso wie das Immunsystem beeinträchtigt werden. Bei übermäßiger oder chronischer Stressbelastung steigt das Risiko für psychische und physische Krankheiten. Weniger bekannt ist, dass sich Stressbelastungen auch auf die Konzentration von Mikronährstoffen auswirken können.

 

Zu ihnen gehören Vitamine und Mineralien, die für zahlreiche körperliche und geistige Funktionen notwendig sind. Defizite oder gar schwerere Mängel sind mit einer Reihe von Krankheiten verbunden. Ein australischer Forscher wertere dazu relevante Studien aus, in denen die Auswirkungen verschiedener Stressfaktoren in Bezug auf Mikronährstoffe untersucht wurden. Geprüft wurden vor allem die Folgen von psychischem Stress, Schlafentzug und körperlicher Bewegung auf die Konzentration und Ausscheidung von Mikronährstoffen. Analysiert wurden vor allem Studien mit Magnesium, Zink, Kalzium, Eisen sowie dem B-Vitamin Niacin.

 

Insgesamt deutete ein Großteil der Ergebnisse darauf hin, dass erhöhte Stressbelastungen die Konzentration von Mikronährstoffen beeinflussen können. Zu den möglichen Ursachen könnten z.B. der Einfluss verschiedener Stressfaktoren und die Art und der Grad der Stressbelastungen gehören. Unterschiedliche Reaktionen gibt es möglicherweise auch bei verschiedenen Personengruppen, z.B. aufgrund von Alter, dem Geschlecht oder Gesundheitszustand. Die näheren Zusammenhänge über die Beziehungen zwischen Stressbelastungen und Mikronährstoffen sollten in weiteren Studien genauer untersucht werden.

 

Unser Tipp: Bei Stressbelastungen verschlechtert sich oft auch die Ernährung. Dadurch sinkt die Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie mit Antioxidantien. Gute Kombinationen von Mikronährstoffen können in Stressphasen den Körper, das Nerven- und Immunsystem etc., unterstützen.

 

Quelle:
Adrian L. Lopresti, The Effects of Psychological and Environmental Stress on Micronutrient Concentrations in the Body: A Review of the Evidence. In: Advances in Nutrition, Nr. 1, 2020, S. 103-112, doi: 10.1093/advances/nmz082.


Vitamin D beim Müdigkeitssyndrom

 

Wenn Müdigkeit über eine längere Zeit anhält, spricht man von Fatigue oder dem Müdigkeitssyndrom. Sie tritt häufiger infolge von schwereren Krankheiten, aber auch bei älteren Menschen zum Teil ohne erkennbare Gründe auf. Oft wird dann auch ein Mangel an Vitamin D festgestellt.

 

Müdigkeit ist durch ein vermindertes Energieniveau, eine geringere Muskelkraft und sinkende kognitive Leistungen gekennzeichnet. Der Verlust an Kraft und Ausdauer belastet die Verrichtung alltäglicher Aufgaben, das soziale und familiäre Leben ebenso wie die Arbeitsleistungen. Die Müdigkeit ist normalerweise ein vorübergehender Zustand, ausgelöst z.B. durch Schlafmangel oder Stressbelastungen. Wenn aber die Müdigkeit häufiger auftritt und über längere Zeit vorkommt, spricht man von Fatigue. Sie kann z.B. als chronisches Erschöpfungs- oder Müdigkeitssyndrom bei verschiedenen chronischen Krankheiten auftreten, das gilt vor allem bei Krebskrankheiten. Es gibt inzwischen einige Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einer zu geringen Versorgung an Vitamin D und der Fatigue. Davon könnten ältere Menschen stärker betroffen sein, da ihre Fähigkeit zur Bildung von Vitamin D durch die Sonneneinwirkung auf die Haut sinkt und sie sich oftmals auch weniger im Freien aufhalten. Eine Gruppe von italienischen Forschern untersuchte daher in einer Studie den Vitamin D-Status bei älteren Menschen mit und ohne Müdigkeitssyndrom.

 

Einbezogen waren 480 ältere Patienten (ab 65 Jahren) aus einem Krankenhaus im italienischen Catania. Die Hälfte von ihnen litt am Müdigkeitssyndrom, die andere Hälfte hatte keine auffälligen Symptome von erhöhter Müdigkeit und diente zur Kontrolle. Bei allen Teilnehmern wurde der Grad der Müdigkeit anhand einer Skala gemessen, auch die geistige und körperliche Müdigkeit wurden untersucht. Bei allen Teilnehmern wurden in Blutproben auch die Konzentration von Vitamin D sowie einige andere Parameter bestimmt. Die Patienten mit Fatigue hatten im Vergleich zu den Kontrollpersonen höhere Werte bei der körperlichen und mentalen Müdigkeit sowie auf der Schweregrad-Skala. Parameter im Blut, die mit der Müdigkeit zusammenhingen, waren jedoch in beiden Gruppen weitgehend normal.

 

Einige Unterschiede fanden die Forscher z.B. bei den Werten von Thrombozyten (Blutplättchen), Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und Hämatokrit (feste Blutbestandteile). Die Werte von CRP (C-reaktives Protein), ein typischer Entzündungs-Marker, waren bei den Fatigue-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher. Auffällig waren bei den Müdigkeits-Patienten vor allem die niedrigeren Vitamin-D-Spiegel. Bei einer besseren Versorgung mit Vitamin D war dagegen die Ausprägung der Müdigkeit geringer.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Defizite an Vitamin D waren in dieser Studie mit den Vorkommen von geistiger und körperlicher Fatigue verbunden. Das deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass eine Ergänzung von Vitamin D das Risiko für die Fatigue bei älteren Menschen verringern könnte. Diese Zusammenhänge sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist für die Knochen, Muskeln, die Verwertung von Kalzium und Phosphor, aber auch für das Immunsystem sehr wichtig. Auf eine gute Qualität sollte bei Ergänzungen geachtet werden, die Aufnahme kann z.B. durch emulgierte oder flüssige Vitamin D-Formen verbessert werden.

 

Quelle:
Manuela Pennisi et al., Decrease in Serum Vitamin D Level of Older Patients with Fatigue. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 20.10.2019, doi: 10.3390/nu11102531.


Mit grünem Tee länger leben?

 

Wer pro Woche mindestens drei Tassen grünen Tee trank, konnte in einer chinesischen Studie die Perspektive für ein längeres, gesünderes Leben verbessern. Das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle hatte sich dadurch um 20 % verringert.

 

Der grüne Tee gilt allgemein als sehr gesund, weil er viele bioaktive Inhaltsstoffe, vor allem Polyphenole (Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe) enthält. Gesundheitlich wirksam sind besonders die Catechine, darunter vor allem EGCG (Epigallocatechingallat), für das viele Wirkungen nachgewiesen sind, z.B. auf Herzfunktionen, Blutgefäße und den Bluthochdruck, hinzu kommen verringerte Entzündungen und antioxidative Funktionen. Im schwarzen Tee ist der antioxidative Effekt dagegen deutlich geringer, weil im Lauf der Fermentation die Polyphenole oxidieren. Schwarzer Tee wird außerdem häufiger mit Milch getrunken, was z.B. die Wirkungen auf die Blutgefäße hemmen könnte.

 

Einige Studien zeigten jedoch, dass die Polyphenole aus dem grünen Tee im Körper nicht längerfristig gespeichert werden können. Daher ist vermutlich ein regelmäßiger Konsum notwendig, um die herzschützenden Wirkungen des grünen Tees zu erreichen. In einer chinesischen Langzeitstudie prüften Forscher daher, wie sich das Trinken verschiedener Teesorten auf das Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten und Schlaganfälle auswirkt.

 

Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie nahmen seit 1998 rund 101.000 chinesische Erwachsene aus 15 Provinzen an einer prospektiven Studie (China-PAR) teil. Alle Teilnehmer wurden zu ihrem gewohnten Teekonsum befragt, dazu gehörte die Art des bevorzugten Tees und die üblicherweise konsumierte Menge. Danach wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine trank regelmäßig Tee (wenigstens 3-mal pro Woche), die andere trank Tee nur selten oder nie. 50 % der Teetrinker bevorzugten den grünen Tee, 8 % tranken schwarzen Tee, die restlichen Teilnehmer tranken am liebsten aromatisierte Tees. Im Lauf von sieben Jahren Beobachtungszeit traten in dieser großen Gruppe rund 3.700 atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten auf, knapp 1.500 Teilnehmer verstarben aufgrund dieser Krankheiten.

 

Die regelmäßigen Teetrinker konnten ihr Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle im Durchschnitt um 20 % verringern. Sie konnten koronare Herzkrankheiten oder Schlaganfälle deutlich verzögern (um 1,41 Jahre), und sie hatten eine längere Lebenszeit (im Durchschnitt 1,26 Jahre) im Vergleich zu Teilnehmern, die grünen Tee selten oder nie tranken. Die Ergebnisse waren für den grünen Tee signifikant und am effektivsten bei denen, die den Tee regelmäßig über viele Jahre tranken. Nach weiteren acht Jahren befragten die Forscher noch einmal 14.000 Teilnehmer aus dieser Studie zu ihrem Lebensstil und zu den Gewohnheiten beim Teetrinken. Sie wurden danach fünf Jahre lang weiter beobachtet. Teilnehmer, die ihren hohen Teekonsum über all diese Jahre beibehielten, konnten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten nun noch weiter, d.h. um 39 %, senken.

 

Aus einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht auf die Ursachen für die positiven Wirkungen des grünen Tees schließen. Dies müsste in kontrollierten Studien weiter untersucht werden. Die Ergebnisse lassen sich ohne weiteres auch nicht auf andere Regionen übertragen, da z.B. in Europa der grüne Tee noch immer seltener als schwarzer Tee getrunken wird. Die Forscher ziehen dennoch aus dieser Studie das Fazit, dass ein regelmäßiger Konsum von grünem Tee die Gesundheit stärkt und die Lebensperspektiven verbessern kann. Das gilt vor allem für ein verringertes Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheiten und bei einem regelmäßigen Teekonsum über viele Jahre.

 

Unser Tipp: Extrakte aus dem grünen Tee sind in Nahrungsergänzungsmittelnm einzeln und in Kombinationen, enthalten. Dabei ist besonders der gute Gehalt an Polyphenolen und speziell von EGCG (Epigallocatechingallat) wichtig.

 

Quelle:
Xinyan Wang et al., Tea consumption and the risk of atherosclerotic cardiovascular disease and all-cause mortality: The China-PAR project. In: European Journal of Preventive Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 8.1.2020, doi: 10.1177/2047487319894685.


Diäten zur Gewichtsreduktion auf dem „realen“ Prüfstand

 

Ohne intensive diätetische Unterstützung haben viele Programme zum Abnehmen einen eher geringen Erfolg. In einer Studie prüften Forscher über ein Jahr, wie Diäten zur Gewichtsabnahme von den Teilnehmern befolgt werden und welche gesundheitlichen Verbesserungen sie bringen.

 

Verschiedene Diäten führten in kontrollierten Versuchen zum Gewichtsabbau. Bisher gibt es jedoch nur wenig Nachweise für die langfristige Wirksamkeit von Diäten zur Gewichtsabnahme unter normalen Lebensbedingungen, die nicht intensiv unterstützt werden. Eine Forschergruppe aus Neuseeland untersuchte dies in einer Studie bei übergewichtigen Erwachsenen. Geprüft werden sollte, wie wirksam drei verschiedene Diäten unter den Bedingungen der "realen Welt" waren,

 

Ein Jahr lang nahmen 250 gesunde, übergewichtige Erwachsene (BMI ab 27) an der Studie teil. Alle erhielten anfangs eine Aufklärung über die verschiedenen Diäten, danach konnten sie sich für eine Form entscheiden. Sie hatten die Wahl zwischen der Mittelmeer- oder der Paleo-Diät oder dem intermittierenden Fasten. Zur Mittelmeerdiät gehört der Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Getreidewaren, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und Olivenöl sowie mäßige Mengen an Fisch, Huhn, Eiern und Milchprodukten. Rotes Fleisch sollte nur einmal pro Woche oder noch seltener gegessen werden. Bei der Paleo-Diät wurde eine gemäßigte Form empfohlen. Neben wenig verarbeiteten Lebensmitteln mit dem Schwerpunkt auf Obst und Gemüse, tierischen Proteinen, Nüssen, Kokosnussprodukten und gutem Olivenöl sollten auch einige Milchprodukte sowie bis zu einer Portion Hülsenfrüchte und Getreidewaren täglich einbezogen werden.

 

Beim intermittierenden Fasten reduzierten die Teilnehmer an zwei selbst gewählten Tagen pro Woche ihre Energiezufuhr um rund 25 % (500 Kalorien bei Frauen, 600 Kalorien bei Männern). Nach der Beratung führten die Teilnehmer ihre gewählte Diät ohne die Unterstützung durch Ernährungsberater durch.

 

Rund 54 % der Teilnehmer entschieden sich für das intermittierende Fasten, 27 % für die Mittelmeerdiät und 18 % für die Paleo-Diät. Nach einem Jahr befolgten jedoch nur noch etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Mittelmeerdiät (57 %) und das intermittierende Fasten (54 %), nur rund ein Drittel hielt noch die Paleo-Diät (35 %) aufrecht. Die anderen Teilnehmer brachen die Diät vorzeitig ab oder befolgten sie nur noch teilweise. Nach einem Jahr betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust 4 Kilogramm beim intermittierenden Fasten, 2,8 Kilogramm bei der Mittelmeerdiät und 1,8 Kilogramm bei der Paleo-Diät. Die Einhaltung der jeweiligen Diät über das ganze Jahr erhöhte den Gewichtsverlust beim intermittierenden Fasten und bei der Mittelmeerdiät um 1,1 bzw. 1,8 Kilogramm. Die Forscher untersuchten im Lauf der Studie auch Veränderungen im Stoffwechsel. Beim intermittierenden Fasten und bei der Mittelmeerdiät sank der systolische Blutdruck im Durchschnitt um 4,9 mm Hg bzw. um 5,9 mm HG. Außerdem verringerte sich bei der Mittelmeerdiät der Blutzuckerspiegel (glykiertes Hämoglobin) im Durchschnitt um 0,8 mmol/mol.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass die mediterrane Diät, das intermittierende Fasten- oder auch die Paleo-Diät eine gesunde Ernährungsweise sein kann. Die Gewichtsabnahme blieb jedoch ohne die regelmäßige Diät-Betreuung der Teilnehmer eher bescheiden. Mit der Fasten- oder der Mittelmeerdiät war der Erfolg etwas besser, und die Teilnehmer erreichten auch einige gesundheitliche Verbesserungen im Blutdruck und/oder im Blutzucker. Die Forscher heben hervor, dass es nicht die eine, einzig „richtige“ Ernährung für alle Menschen gibt, sondern verschiedene Optionen. Alle drei Diäten bieten sinnvolle Ansätze für eine gesunde Ernährung. Die „beste“ Ernährung ist die, die gesunde Lebensmittel enthält und zum Individuum passt. Hier zeigte sich, dass die mediterrane Ernährung für die Teilnehmer in der Durchführung am einfachsten war. Zu hoch sollten die Erwartungen an den Erfolg bei der Gewichtsabnahme durch eine Diät ohne ständige Begleitung nicht sein, um Enttäuschungen zu vermeiden, die den Abbruch nach sich ziehen können. Unter realen Bedingungen des Alltags erreichten die Teilnehmer mit der Mittelmeer-Diät und dem intermittierenden Fasten die besten Ergebnisse.

 

Unser Tipp: Bei einer Gewichtsreduktion sollte darauf geachtet werden, dass sich durch die verminderte Kalorienaufnahme die Zufuhr von wichtigen Mikro-Nährstoffen nicht ebenfalls verringert. Gute Multipräparate mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen können mögliche Defizite ausgleichen.

 

Quelle:
Michelle R. Jospe et al., Intermittent fasting, Paleolithic, or Mediterranean diets in the real world: exploratory secondary analysis of a weight-loss trial that included choice of diet and exercise. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 27.12.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqz330.


Bei Teenagern mit PCOS ist das Mikrobiom stärker belastet

 

Bei übergewichtigen Teenagern mit einem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) wurden in einer Studie mehr ungesunde Darmbakterien gefunden. Das deutet darauf hin, dass das Mikrobiom im Darm bei PCOS eine Rolle spielen könnte.

 

Veränderungen im Darm-Mikrobiom sind mit dem metabolischen Syndrom verbunden. Die Zusammensetzung der Bakterien wirkt sich auf den Energiestoffwechsel, auf Störungen des Glukose- und Lipidstoffwechsels sowie auf entzündliche Prozesse aus. Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann diese Situation weiter verschlechtern, diese Stoffwechselstörung beeinträchtigt das hormonelle Gleichgewicht von Frauen. Betroffen sind etwa 6 bis 18 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter, das Risiko steigt bei Übergewicht deutlich an. Die Krankheit ist durch erhöhte Testosteronspiegel im Blut gekennzeichnet, dies kann zu Akne, übermäßigem Haarwachstum und unregelmäßiger Menstruation beitragen. Bei erwachsenen Frauen zeigte sich bereits, dass die Krankheit vermutlich mit einer veränderten Zusammensetzung der Darmbakterien einhergeht. Ob PCOS auch bei Teenagern mit einem veränderten Bakterien-Profil verbunden ist, prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern in einer kleinen Studie.

 

Sie untersuchten bei 58 übergewichtigen Teenagern (im Durchschnitt 16 Jahre alt) die Vorkommen und Vielfalt der Bakterien im Stuhl. 37 Mädchen waren an PCOS erkrankt, zur Kontrolle waren 21 gesunde Mädchen einbezogen. Bei allen wurden typische Stoffwechsel-Marker untersucht und Hormonmessungen durchgeführt. Mit PCOS hatten die Mädchen im Vergleich zu den Gesunden häufiger ein verändertes Darm-Mikrobiom. Typisch waren dann eine geringere Vielfalt und ein höherer Anteil von ungesunden Bakterien. Das war mit höheren Konzentrationen von Testosteron und anderen charakteristischen Markern des metabolischen Syndroms verbunden, z.B. mit einem höheren Blutdruck, Leberentzündungen und höheren Triglyzeriden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Teenager mit PCOS hatten im Vergleich zu den gesunden Mädchen ein verändertes Darm-Mikrobiom. Ein weiterer Nachweis, dass das Mikrobiom bei PCOS und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen offenbar eine wichtige Rolle spielt. Die Veränderungen im Mikrobiom treten bereits bei jugendlichen Mädchen auf, die an PCOS erkrankt sind und sich noch in einem frühen Stadium der Erkrankung befinden. In weiteren Studien sollten künftig die Zusammenhänge zwischen PCOS und dem Mikrobiom näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Auch wenn die Beeinflussung des Mikrobioms durch gesunde Bakterien hier nicht untersucht wurde, so gibt es deutliche Hinweise aus der Forschung, dass Prä- und Probiotika zusammen mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, die Bakterienflora im Darm zu verbessern.

 

Quelle:
Beza Jobira et al., Obese adolescents with PCOS have altered biodiversity and relative abundance in gastrointestinal microbiota. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Online-Veröffentlichung vom 23.1. 2020, doi: 10.1210/clinem/dgz263.


In einer kleinen Studie an Patienten mit dem metabolischen Syndrom konnte ein Intervallfasten mit begrenzter täglicher Nahrungsaufnahme an 10 Stunden viele Symptome des metabolischen Syndroms verbessern.

 

In einer kleinen Studie an Patienten mit dem metabolischen Syndrom konnte ein Intervallfasten mit begrenzter täglicher Nahrungsaufnahme an 10 Stunden viele Symptome des metabolischen Syndroms verbessern.

 

Bei der Flut an Diäten, die ständig in den Medien propagiert wird, ist es oft schwer zu beurteilen, ob die Maßnahmen sinnvoll sind oder langfristig eher wenig Erfolg bieten. In letzter Zeit wurde das Intervallfasten populär, bei dem entweder ein oder zwei Tage pro Woche nichts gegessen wird oder die Mahlzeiten täglich nur in einem begrenzten Zeitfenster von etwa acht Stunden (ohne Kalorien-Zählung) aufgenommen werden. Doch bisher gibt es noch nicht viele Studien, die sich mit dem Intervallfasten beschäftigten. Eine US-amerikanische Pilotstudie bei Menschen mit dem metabolischen Syndrom zeigte nun, dass ein Intervallfasten mit der Nahrungsaufnahme an 10 Stunden täglich half, das Körpergewicht, auch ohne vermehrte Körperbewegung, zu senken und den Stoffwechsel zu verbessern.

 

Das metabolische Syndrom ist weit verbreitet, rund jeder fünfte Erwachsene ist in Deutschland davon betroffen. Zu den Merkmalen gehören Übergewicht und (abdominale) Adipositas, erhöhte Blutfette sowie ein zu hoher Blutdruck und Blutzucker. Mindestens drei Merkmale müssen bei einem Patienten vorhanden sein, um ein metabolisches Syndrom zu diagnostizieren. In der Folge erhöht sich das Risiko für kardiometabolische Krankheiten, dazu gehören Herz-Kreislauf-Krankheiten und der Typ 2 Diabetes. Zu den grundlegenden Empfehlungen gehören mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung. Wie man aus langer Erfahrung weiß, ist beides nicht leicht zu erreichen. Das Intervallfasten könnte dabei helfen, darauf deuteten Versuche bei Tieren hin.

 

Die zeitliche Begrenzung der Nahrungsaufnahme hatte sich auf den Tag-Nacht-Rhythmus günstig ausgewirkt. Das Intervallfasten trug zu einem geringeren Gewicht und besseren Stoffwechsel-Parametern bei. Die kalifornische Forschergruppe prüften daher in einer kleinen Pilotstudie, ob das Intervallfasten auch bei Menschen mit dem metabolischen Syndrom hilfreich sein kann. Daran nahmen 13 Männer und 6 Frauen mit dem metabolischen Syndrom teil, 16 von ihnen nahmen Medikamente, Statine oder Blutdrucksenker, ein. Vor der Studie zogen sich die Mahlzeiten der Teilnehmer über 14 Stunden pro Tag hin. In der Studie beschränkten sie 12 Wochen lang ihre Mahlzeiten auf 10 Stunden pro Tag. Sie konnten selbst auswählen, in welcher Zeit sie aßen. Die meisten nahmen ihr Frühstück etwas später als gewohnt und die letzte Mahlzeit etwas früher ein. Sie blieben bei drei Mahlzeiten täglich und verzichteten abends auf Snacks.

 

Am Ende der Studie hatten sich einige typische Parameter des metabolischen Syndroms verbessert. Das betraf das geringere Gesamtcholesterin (− 1,2 mg/dl), den verbesserten Blutdruck (− 5,1 mm Hg beim systolischen, − 6,4 mm Hg beim diastolischen Blutdruck) und den langfristigen Blutzuckerwert HbA1c (− 0,22 %), bei den Insulin-Werten zeigte sich zumindest ein abnehmender Trend. Die Teilnehmer berichteten außerdem über eine verbesserte Schlafqualität. Für viele sicher am erfreulichsten, sie nahmen mit dem Intervallfasten 3,3 kg Gewicht ab, verringerten ihren Taillenumfang und das Körperfett (einschließlich abdominales Fett), ohne sich stärker körperlich bewegt zu haben.

 

Die Forscher ziehen daraus das Fazit, dass ein verbesserter zirkadianer Rhythmus dazu beitragen kann, das metabolische System zu verbessern. Sie prüfen jetzt die Wirkung des Intervallfastens beim metabolischen Syndrom in einer größeren Studie. Noch ist nicht geklärt, ob die erreichten Vorteile eine Folge des Intervallfastens oder der Gewichtsreduktion sind. Für die Teilnehmer dürfte dies weniger von Bedeutung sein. Ihre Ernährungsprotokolle zeigten jedenfalls, dass es den meisten gelang, sich an die Essenszeiten im Lauf von 10 Stunden täglich zu halten.

 

Quelle:
Michael J. Wilkinson et al., Ten-Hour Time-Restricted Eating Reduces Weight, Blood Pressure, and Atherogenic Lipids in Patients with Metabolic Syndrome. In: Cell Metabolism, Online-Veröffentlichung vom 5.12.2019, doi: 10.1016/j.cmet.2019.11.004.


Ein Forscherteam der Universität Homburg analysierte die Versorgung in Deutschland und empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um Defizite an Vitamin D besser zu vermeiden.

 

Defizite an Vitamin D sind weltweit sehr verbreitet. Ein Forscherteam der Universität Homburg analysierte die Versorgung in Deutschland und empfiehlt, Strategien zu entwickeln, um Defizite an Vitamin D besser zu vermeiden.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Funktionen, und es werden noch immer neue Aufgaben entdeckt. Neben der bekannten Schlüsselrolle im Kalzium-Haushalt und bei der Knochen- und Muskel-Gesundheit ist Vitamin D für viele andere Prozesse im Stoffwechsel, im Immun- und Hormonsystem sowie für den Tag-Nacht-Rhythmus (zirkadianes System) wichtig. Langfristig können Defizite z.B. zu Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten sowie zu Störungen im Immunsystem beitragen. Vitamin D wird überwiegend über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Die Aufnahme aus der Ernährung ist vergleichsweise gering. Vitamin D kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor, z.B. in fettreichen Fischen, in der Leber und im Lebertran, in Eiern und Milchprodukten.

 

Pflanzliche Lebensmittel enthalten mit Ausnahme von Pilzen nur wenig Vitamin D, das außerdem in seiner Form weniger wirksam ist. Für Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. eine tägliche Zufuhr von 400 I.E. (10 µg) Vitamin D aus der täglichen Ernährung für Säuglinge. Für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, schwangere und stillende Frauen sind 800 I.E. (20 µg) pro Tag angesetzt. Vor allem in den sonnenärmeren Herbst- und Wintermonaten sollten regelmäßig an Vitamin D reiche Lebensmittel verzehrt und auf einen gesunden Lebensstil geachtet werden.

 

Allgemein ist die Versorgung mit Vitamin D in Deutschland gut untersucht. Rund 63 % der Kinder und Jugendlichen (1 bis 17 Jahre) und rund 57 % der Erwachsenen (18 bis 79 Jahre) haben Serumspiegel von Vitamin D unter dem wünschenswerten Ziel von mindestens 50 nmol/L. 2008 zeigte eine Untersuchung bei rund 4.000 Personen, dass rund 45 % der Männer und rund 55 % der Frauen Vitamin D fehlte. In den sonnenarmen Monaten zwischen November und April waren rund 68 % der Männer und 61% der Frauen mit Vitamin D nicht ausreichend versorgt. Eine neuere Auswertung bei Erwachsenen zeigte, dass 25 % der Männer und Frauen von November bis April zu geringe Vitamin D-Spiegel (<30 nmol/L) hatten. Besonders betroffen sind davon ältere Menschen, weil sie weniger Vitamin D über die Haut bilden und sich oft weniger in der Sonne aufhalten. Auch Bewohnern von Pflegeheimen und Menschen mit dunklerer Hautfarbe fehlt Vitamin D häufiger.

 

Viele Gruppen in der Bevölkerung haben ein erhöhtes Risiko für Vitamin D-Defizite oder einen Mehrbedarf. Dazu gehören z.B. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich zu wenig in der Sonne aufhalten oder eine dunklere Haut haben, ältere Menschen ab 50 Jahren sowie schwangere und stillende Frauen. Auch einige Krankheiten und bestimmte Medikamente können zu einer schlechteren Versorgung mit Vitamin D beitragen. Stärkere Defizite sollten durch die gezielte Ergänzung von Vitamin D behoben werden. Das geschieht meist für einige Wochen mit hoch dosiertem Vitamin D, danach geht man zu einer Erhaltungstherapie mit einer geringeren Dosis über. Die Vitamin D-Werte sollten bei einer solchen Therapie kontrolliert werden, um die Dosierung individuell anzupassen.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Die häufigen Defizite an Vitamin D in Deutschland zeigen, dass es wichtig ist, Strategien für eine verbesserte Versorgung zu entwickeln. Dabei gilt es. eine individuelle Balance zwischen der Aufnahme von Vitamin D über die Haut, dem Verzehr von Vitamin D-reichen Lebensmitteln und gegebenenfalls mit Ergänzungen von Vitamin D zu erreichen. Für die meisten Menschen in Deutschland ist zu empfehlen, sich zwei- bis dreimal pro Woche im Frühjahr, Sommer und Herbst zwischen 10 und 15 Uhr etwa 5 bis 30 Minuten (je nach Tages- und Jahreszeit, Breitengrad und Hautpigmentierung) in der Sonne aufzuhalten. Dabei sollten etwa 20 bis 25 % des Körpers, z.B. Arme und Beine, frei sein. So wird die Balance zwischen den gesundheitlichen Vorteilen der Sonnenwirkung auf die Haut und dem minimal erhöhten Hautkrebs-Risiko gewährleistet.

 

Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten ist es wichtig, sich regelmäßig vitaminreich zu ernähren und besonders auf die Aufnahme von Vitamin D zu achten. Menschen mit Risikofaktoren für Vitamin D-Defizite sowie bei einem früher aufgetretenen Mangel an Vitamin D, bei Osteoporose und Osteomalazie, dunkler Hautpigmentierung (ab Hauttyp III) oder einer allgemein ungesunden Lebensweise sollten ihre Versorgung mit Vitamin D kontrollieren lassen und gegebenenfalls Vitamin D nach therapeutischer Empfehlung ergänzen.

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Einzeln wird es u.a. in emulgierter bzw. flüssiger Form angeboten, die gut dosierbar und sehr gut bioverfügbar ist. Auf eine gute Qualität (z.B. ohne Konservierungsstoffe) sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Roman Saternus et al., A Critical Appraisal of Strategies to Optimize Vitamin D Status in Germany, a Population with a Western Diet. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.11.2019, doi: 10.3390/nu11112682..


Neue Veganer − wie schnell sinkt das Vitamin B12?

 

 

Veganer haben durch ihre rein pflanzliche Ernährung ohne Milchprodukte ein erhöhtes Risiko für Defizite an einigen Mikro-Nährstoffen. Das betrifft vor allem Vitamin B12 (Cobalamin). Forscher prüften bei neuen Veganern, wie sich die veränderte Ernährung auf typische Biomarker auswirkt.

 

Die vegane Ernährung wird in den westlichen Ländern immer beliebter. Veganer schließen aus gesundheitlichen, ökologischen und/oder ethischen Gründen alle tierischen Lebensmittel, also auch Milchprodukte, strikt aus ihrer Ernährung aus.

 

Da Vitamin B12 vorwiegend in tierischen und nur sehr geringfügig in pflanzlichen Lebensmittel enthalten ist, erhöht sich das Risiko für ein Defizit an Vitamin B12, das am Stoffwechsel aller Zellen beteiligt und für die DNA-Synthese wichtig ist. Weder Tiere noch Pflanzen bilden jedoch Vitamin B12 selbst. Es wird über die tierischen Darmbakterien synthetisiert und kommt daher in Milchprodukten vor. Bei Veganern, führt dieser Verzicht ohne Ergänzung von Vitamin B12 zum Mangel. Als Folge können die (megaloblastische) Anämie (der Knochenmarkszellen) und periphere Neuropathien (Schäden im Nervensystem) entstehen. Defizite an Vitamin B12 führen weiter dazu, dass mehr Homocystein im Körper gebildet wird, eine Aminosäure, die in höheren Mengen schädlich wirken kann.

 

Vitamin B12 wird im Körper hauptsächlich in der Leber und in der Niere gespeichert. Man schätzt, dass die täglichen Verluste an Vitamin B12 normalerweise weniger als 0,1% der gesamten Körperspeicher bei Erwachsenen ausmachen. Bisher ging man daher davon aus, dass bei einer rein pflanzlichen Ernährung, wenn Vitamin B12 nicht ergänzt wird, Defizite erst nach einiger Zeit nachweisbar sind. Man hielt es aber für möglich, dass typische Marker für den Vitamin B12-Status, schon bei einer kurzfristig begrenzten Zufuhr abnehmen, ohne dass ein offensichtlicher Mangel vorliegt. Das könnte z.B. Marker betreffen, die für Entzündungen und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems relevant sind.

 

Eine Forschergruppe der Universitäten Heidelberg, Freiburg und Ulm prüfte Veränderungen im B12-Status in einer kleinen Studie. Daran nahmen von April bis Juni 2017 53 Personen teil, die von 18 bis zu 60 Jahren alt und vorher weder Vegetarier noch Veganer waren. Alle nahmen eine Woche vor Beginn der Studie an einer ausgewogenen, gemischten Ernährung teil. Dann wurden zwei Gruppen gebildet. Die eine ernährte sich vier Wochen lang täglich weiter wie gewohnt auch mit Fleisch und verzehrte davon täglich > 150 g. Die andere Gruppe ernährte sich dagegen strikt vegan. Beide Gruppen wurden in dieser Zeit regelmäßig betreut, und alle Teilnehmer notierten täglich ihre Ernährung in einem Protokoll. Vor und nach der Studie wurden bei allen Teilnehmern Blut- und Urinproben genommen. Neben Vitamin B12 wurden auch Folat und Vitamin B6 bestimmt, die an der Homocystein-Konzentration beteiligt sind. Dazu wurden weitere Werte (z.B. Glutathion, Methioninsulfoxid, Fettsäuren und Vitamin D) ermittelt, die mit Vitamin B12 in Verbindung stehen. Die Forscher konnten schließlich die Daten von 44 Personen auswerten, für die alle nötigen Ergebnisse vorlagen.

 

Die Beurteilung der Ernährung sowie der Blut- und Urinparameter deutete darauf hin, dass die pflanzliche Ernährung für die Gesundheit von Vorteil ist. Sie führte zu einer signifikanten Senkung der Cholesterin-Aufnahmen und allgemein zu angemessenen Profilen bei den Makro- und Mikro-Nährstoffen. Das galt mit Ausnahme von Vitamin B12. Hier zeigten die Daten, dass Holotranscobalamin (Holo-TC), die bioaktive Form von Vitamin B12 im Plasma, in nur vier Wochen bei geringer Aufnahme von Vitamin B12 signifikant abnahm. Während dieser Zeit blieben Homocystein und die damit verbundene Methylmalonsäure (MMA) im normalen Bereich, und es gab keine klinischen Anzeichen für einen Vitamin-B12-Mangel. Die Forscher gehen davon aus, dass das Holo-TC ein schnell reagierender Biomarker sein kann, um die Zufuhr von Vitamin B12 bei Veganern oder auch Vegetariern zu kontrollieren. Sie weisen jedoch auf einen wichtigen Unterschied hin. Eine verminderte Zufuhr von Vitamin B12 führt zur geringeren Konzentration von Holo-TC im Serum, das bedeutet, dass weniger bioaktives Vitamin B12 für die Versorgung der Zellen verfügbar ist. Dies entspricht (noch) nicht einem zellulären Vitamin-B12-Mangel, der von einer Erhöhung der Biomarker Homocystein und MMA begleitet wird. Die Diagnose eines Vitamin-B12-Mangels sollte immer mindestens einen systemischen Biomarker (Serum-Vitamin B12 oder Holo-TC) und einen zellulären Biomarker (Homocystein oder bevorzugt MMA) beinhalten. Das bioaktive Vitamin B12 (Holo-TC) kann jedoch als eigenständiger Biomarker ausreichen, um die Aufnahme von Vitamin B12 bei Menschen mit vegetarischer/veganer Ernährung zu überwachen.

 

Unser Tipp: Vitamin B12 ist einzeln, in Kombination mit den anderen B-Vitaminen oder auch in vielen Multi-Präparaten enthalten. Einzeln gibt es z.B. B12-Lutschtabletten, dabei wird Vitamin B12 sublingual besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Ann-Kathrin Lederer et al., Vitamin B12 Status Upon Short-Term Intervention with a Vegan Diet − A Randomized Controlled Trial in Healthy Participants. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 18.11.2019, doi: 10.3390/nu11112815.


Vitamin D − ein möglicher Biomarker fürs Altern

 

Die Beziehung zwischen Vitamin D und der Häufigkeit von chronischen Krankheiten ist bekannt. Vitamin D könnte daher möglicherweise ein Biomarker für das physiologische Altern sein.

 

Vitamin D hat im Körper sehr viele Aufgaben, die auch im Alter mit seinen komplexen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Eine Gruppe von italienischen Forschern führte dazu eine Meta-Analyse durch, in der die Rolle der Konzentration von Vitamin D als Biomarker für das gesunde Altern untersucht wurde. Einbezogen waren Studien ab dem Jahr 2000 bis zum Anfang 2019. Untersucht wurde die Beziehung zwischen dem Vitamin-D-Status und langfristigen Lebensperspektiven, Krankheiten sowie der körperlichen und kognitiven Funktionalität. Die Forscher konnten 24 Studien, vor allem aus Europa und den USA, in ihre Analyse einbeziehen. Daran waren rund 78.000 ältere Personen mit einem durchschnittlichen Alter von über 50 Jahren beteiligt. Alle waren zu Beginn der jeweiligen Studien gesund und hatten bisher Vitamin D nicht ergänzt. Bei niedrigen Vitamin D-Werten (25(OH)D) zeigten sich Beziehungen zu respiratorischen und kardiovaskulären Ereignissen, zu Markern im Zusammenhang mit Knochenbrüchen, z.B. an den Hüften, aber auch in anderen Körperbereichen (ohne Wirbelbrüche), sowie zur Sterblichkeit. Die Forscher prüften zusätzlich die Beziehungen zwischen dem gesunden Altern und dem sogenannten aktiven Vitamin D (1,25(OH)2), das geringer konzentriert und weniger haltbar ist. Dabei zeigten sich ähnliche Ergebnisse, die jedoch klinisch von geringerer Bedeutung waren.

 

Für die Forscher bestätigte sich damit, dass der Vitamin D-Status (25(OH)D) als ein sinnvoller Biomarker für Altersprozesse dienen kann. Damit könnten Prognosen für verschiedene krankhafte Entwicklungen und in Bezug auf die Lebensperspektiven bzw. das Sterblichkeitsrisiko ermöglicht werden. Das gilt z.B. für Lungenfunktionen und -krankheiten, kardiovaskuläre und koronare Krankheiten, Hüftfrakturen und die Vorkommen von Sarkopenie (Abbau von Muskelmasse und -kraft). Kein Zusammenhang zeigte sich dagegen in dieser Analyse zwischen Vitamin D und dem Sturzrisiko sowie der Knochenmineraldichte. Gleiches galt für die kognitiven Funktionen und bei kardiometabolischen Krankheiten (z.B. Bluthochdruck und Diabetes) sowie für Krebskrankheiten.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese systematische Auswertung zeigte besondere Aspekte von Vitamin D als ein möglicher (mehrdimensionaler) Indikator für die Gesundheit im Alter. Da Altersprozesse jedoch generell sehr komplex sind, sollten diese Beziehungen in weiteren Studien genauer untersucht werden. Dabei wäre auch die Frage zu klären, ob Ergänzungen von Vitamin D krankhafte Entwicklungen im Alter verringern oder verzögern können.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem als D3 (Cholecalciferol) in Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte geachtet werden. Flüssige Formen sind z.B. sehr gut dosierbar und werden vom Körper besonders gut aufgenommen.

 

Quelle:
Silvia Caristia et al., Vitamin D as a Biomarker of Ill-Health among the Over-50s: A Systematic Review of Cohort Studies. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.10.2019, doi: 10.3390/nu11102384.


Die gesunde Ernährung beeinflusst das Hörvermögen

 

Der zunehmende Hörverlust gilt als ein Teil des Alterungsprozesses. Möglicherweise gibt es Faktoren, die den Verlust des Gehörs verringern, verzögern oder verhindern können. Dazu könnte eine gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit wichtigen Mikronährstoffen beitragen.

 

Schon in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass eine höhere Aufnahme von bestimmten Lebensmitteln und Mikronährstoffen das Risiko für einen Hörverlust im Alter verringern kann. Dazu gehören die Carotinoide Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin, Folsäure und die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Sie sind in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie in Fischen und Meeresfrüchten enthalten und werden bei einer gesunden Ernährung häufiger verzehrt. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern prüfte im Rahmen der „Nurses' Health Study II“ (2012-2018), einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie mit Frauen aus Gesundheitsberufen, ob es Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust gibt bzw. wie sich der Hörverlust im Lauf von drei Jahren verändert.

 

Einbezogen waren 3.135 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren. Bei allen war mehrmals die Art der Ernährung zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt worden. Dabei prüften die Forscher auch, wie stark sich die Teilnehmerinnen an gesunde Ernährungsweisen anpassten. Als Vorgabe dienten hier die DASH-Diät zur Senkung des Blutdrucks, die alternative mediterrane Ernährung und der Alternate Healthy Eating-Index (AHEI 2010). Die stärkere Einhaltung dieser Ernährungsweisen wurde mit einer Reihe von wichtigen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Das gilt z.B. für ein geringeres Risiko von Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall sowie allgemein für ein gesundes Altern. Zu Beginn und nach drei Jahren wurde bei allen Teilnehmerinnen das Hörvermögen untersucht. Audiologen maßen die Veränderungen der Reinton-Hörschwellen und die niedrigsten Lautstärke, die eine Teilnehmerin in einem Ohr noch erkennen konnte. Ihnen wurden Töne mit niedrigen (0,5, 1 und 2 kHz), mittleren (3 kHz und 4 kHz) und höheren Frequenzen (6 kHz und 8 kHz) mit variablen Lautstärke-Pegeln präsentiert. Die Teilnehmerinnen gaben an, wann sie den Ton nur noch knapp hören konnten.

 

Diese Untersuchungen wurden nach drei Jahren bei allen Teilnehmerinnen wiederholt. In dieser Zeit hatten 19 % der Frauen einen Hörverlust in den tiefen Frequenzen, 38 % einen Hörverlust in den mittleren Frequenzen und fast die Hälfte einen Hörverlust in den höheren Frequenzen entwickelt. Es zeigte sich weiter, dass Frauen, die sich stärker an gesunde Ernährungsweisen hielten, ein deutlich geringeres Risiko für eine sinkende Hörsensitivität hatten. Ihr Risiko für einen Rückgang beim Hören der Mittelfrequenzen war um fast 30 % geringer im Vergleich zu den Frauen, die sich am wenigsten gesund ernährten. Das Risiko für einen Hörverlust in den höheren Frequenzen war bei einer gesunden Ernährung um bis zu 25 Prozent niedriger.

 

Die Forscher waren überrascht, dass sich bei so vielen Frauen, die zudem oft noch in einem Alter waren, in dem man das Gehör meistens noch nicht untersuchen lässt, in einer relativ kurzen Zeitspanne ein Hörverlust gezeigt hatte. Eine gesunde Ernährung kann diesen Prozess offenbar deutlich verlangsamen. Die Forscher empfehlen, die Beziehungen zwischen der Ernährung und dem Hörverlust im höheren Alter in weiteren Studien näher zu untersuchen.

 

Unser Tipp: Wenn die Versorgung mit Mikronährstoffen über die Ernährung nicht ausreicht, dann können wichtige Nährstoffe, wie z.B. die Carotinoide, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren, auch über Nahrungsergänzungen aufgenommen werden. Auf eine gute Qualität sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Sharon G. Curhan et al., Prospective Study of Dietary Patterns and Hearing Threshold Decline. In: American Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 14.10.2019, doi: 10.1093/aje/kwz223.


Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle.

 

Der Schlaf wird von der Ernährung mit beeinflusst, dabei spielt auch die Versorgung mit einigen Mikronährstoffen eine Rolle. Bei einem länger anhaltenden Kurzschlaf können häufiger Defizite an Mikronährstoffen auftreten.

 

Ein guter Schlaf ist erholsam für den Körper, das gilt vor allem für das Immun-, Hormon- und Nervensystem. Eine normale Schlafdauer erreichen Erwachsene mit sieben bis neun Stunden, bei den Älteren ab 65 Jahren geht man von sieben bis acht Stunden Schlaf aus. Zu wenig Schlaf kann, wenn er über längere Zeit anhält, viele gesundheitliche Folgen haben. Davon sind immer mehr Menschen betroffen. Zu wenig Schlaf führt z.B. zu erhöhter Reizbarkeit, kognitiven Schwächen und zu einem beeinträchtigten Immunsystem. Wie eine Auswertung der großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) zeigt, gehört zu den Folgen eines länger anhaltenden Kurzschlafs auch die unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Sie spielen neben vielen anderen Aufgaben im Körper auch eine Rolle in der Chronobiologie. Durch die Regulation des zirkadianen Rhythmus wird die Anpassung an den 24-stündigen Tag- und Nacht-Rhythmus erreicht. Dazu trägt z.B. die Synthese des sogenannten „Schlafhormons“ Melatonin bei, die durch die Vitamine Folat und Vitamin B6 sowie durch das Spurenelement Zink unterstützt wird.

 

Die Forscher befragten Teilnehmer an der NHANES-Studie in Bezug auf ihre Ernährung, die Aufnahme von Mikronährstoffen aus Nahrungsergänzungen und zu ihrer üblichen Schlafdauer. Die Analyse von rund 26.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 47 Jahre) aus den Jahren 2005 bis 2016 ergab, dass die Schlafdauer im Durchschnitt bei sieben Stunden lag. Insgesamt berichtete rund ein Drittel der Teilnehmer über eine zu geringe Schlafdauer von weniger als sieben Stunden. Männer waren vom Kurzschlaf häufiger betroffen. Den Teilnehmern mit einem zu kurzem Schlaf fehlte es häufiger an wichtigen Mikronährstoffen. Das betraf bei Erwachsenen im Alter ab 19 Jahren vor allem Kalzium, Magnesium und Vitamin D und bei den 19- bis zu 50-Jährigen auch Vitamin K. Diese Defizite zeigten sich auch nach der Daten-Anpassung an mögliche andere Einflussfaktoren. Teilnehmer, die über Kurzschlaf berichteten, hatten außerdem häufiger eine zu geringe Versorgung an mehreren Nährstoffen, auch hier wurden Unterschiede im Alter und Geschlecht beobachtet. Erwachsene ab 51 Jahren hatten bei kurzer Schlafdauer häufiger unzureichende Aufnahmen von mehreren Mikronährstoffen. Bei den Frauen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und der oftmals nicht ausreichenden Zufuhr von Kalzium, Magnesium und den Vitaminen A, C, D und E. Obwohl insgesamt mehr Männer einen Kurzschlaf hatten, fand man bei ihnen meist nur eine unzureichende Zufuhr von Vitamin D.

 

Für die Forscher zeigen diese Ergebnisse, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Kurzschlaf und einer nicht genügenden Versorgung mit einzelnen und/oder mehreren Mikronährstoffen gibt. Das betrifft vor allem Kalzium, Magnesium und die Vitamine A, C, D und E. Durch einen längerfristig anhaltenden Kurzschlaf kann demnach der Bedarf für Nahrungsergänzungen mit einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen ansteigen.

 

Unser Tipp: Abendlicher Hunger, ein üppiges Essen, zu viel Säure, Koffein oder Alkohol können den Schlaf stören. Hausmittel wie warme Milch und Kräutertees können das Einschlafen unterstützen. Eine ausreichende Zufuhr an Mikronährstoffen ist für den Schlaf wichtig, das gilt neben den genannten Vitaminen und Mineralstoffen z.B. auch für die Aminosäure Tryptophan.

 

Quelle:
Chioma J. Ikonte et al., Micronutrient Inadequacy in Short Sleep: Analysis of the NHANES 2005-2016. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 1.10.2019, doi: 10.3390/nu11102335.


Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Nachdem sich die Versorgung mit Jod vor einigen Jahren verbessert hatte, zeigt sich nun in den letzten Jahren, von 2014 bis 2017, ein erneuter Trend zu Joddefiziten bei Kindern und Jugendlichen.

 

Die gute Versorgung mit Jod ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Zu den Funktionen von Jod gehört, dass es auf das Nervensystem einwirkt. Neurokognitive Fähigkeiten werden von einer guten Jodversorgung beeinflusst. Das beginnt bereits in der Schwangerschaft mit der Jodversorgung des Fötus durch die Mutter. Ein milder bis moderater Jodmangel in der frühen Schwangerschaft kann zu einem später verringerten verbalen IQ der Kinder beitragen. Eine gute Jodversorgung ist auch in der gesamten Kindheit sehr wichtig. So konnte z.B. bei 10- bis 13jährigen Schülern die Gabe von täglich 150 µg Jod über ein halbes Jahr die kognitiven Funktionen signifikant verbessern. Auch die Folgen von Joddefiziten sind bekannt, so wurde u.a. ein Zusammenhang zwischen einem Jodmangel und der Entwicklung von ADHS hergestellt.

 

Auf dem Kongress für Kinder- und Jugendmedizin wurden im September in München neue Ergebnisse der KiGGS Welle 2, einer Langzeitstudie zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, zur Jodversorgung vorgestellt. In dieser Studie wurden von 2014 bis 2017 bei rund 15.000 Teilnehmern im Alter von 0 bis zu 29 Jahren umfangreiche Daten zur Gesundheit erhoben. Bei rund 3.300 Kindern und Jugendlichen wurde im Urin auch der Jodgehalt bestimmt. Im Durchschnitt lag die Jodausscheidung bei rund 90 µg/L. Die Empfehlung für eine gute Jodversorgung liegt nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwischen 100 und 199 µg/L Jod. Die Jodwerte der Kinder und Jugendlichen waren damit allgemein niedrig. Rund 60 % der Kinder und Jugendlichen waren nicht ausreichend mit Jod versorgt. Nur Jungen von drei bis zu sechs Jahren hatten mit durchschnittlich rund 106 µg/L Jod noch akzeptable Werte.

 

Die Forscher stufen daher Deutschland wieder als Jodmangelgebiet ein, anders noch als in den 80er und 90er Jahren. Auch in der vorangegangenen KiGGS-Basisuntersuchung (2003 bis 2006) wurden mit Joddefiziten von rund 42 % noch bessere Werte erzielt, außerdem war die Jodausscheidung der Teilnehmer zu dieser Zeit deutlich höher. Die Forscher gehen davon aus, dass die inzwischen wieder seltenere Verwendung von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie zu den Ursachen für den erhöhten Jodbedarf gehört. Industriell hergestellte Lebensmittel sind nach wie vor die wichtigste Salzquelle, rund 77 % der Salzaufnahmen gehen auf ihr Konto. Salz, das im Haushalt verwendet wird, kommt dagegen nur auf einen Anteil von 10 %.

 

Unser Tipp: Jod kann auch als Nahrungsergänzung aufgenommen werden. Es wird z.B. in vom Körper sehr gut aufnehmbaren Formen, z.B. als flüssiges Jod (Kaliumjodid), angeboten.

 

Quelle:
Dr. Beate Fessler, „Ein Anlass zur Sorge“ Deutschland − ein Jodmangelland. In: Springer Medizin, Online-Veröffentlichung vom 22.9.2019.


Gesunde Ernährung und Vitamin D stärken bei Depressionen

 

Eine gesunde Ernährung kann ebenso wie eine gute Versorgung mit Vitamin D dazu beitragen, den Zustand bei Depressionen zu verbessern. Sowohl Studenten als auch ältere Patienten mit Depressionen konnten davon in zwei kleineren Studien profitieren.

 

Schon seit längerem ist bekannt, dass sich Patienten mit Depressionen oft sehr schlecht ernähren. Eine gesündere Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, Fisch und magerem Fleisch, kann dazu beitragen, dass sich depressive Symptome verringern. Das bestätigt eine neue, australische Studie an 76 Studenten im Alter von 17 bis zu 35 Jahren. Sie waren in einem Test durch eine erhöhte Depressivität aufgefallen und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sah sich ein Video an, in dem sie eine Diätassistentin zur Veränderung ihrer Ernährung aufforderte. Sie erhielten dazu einen Lebensmittelkorb mit gesunden Nahrungsmitteln und einen Einkaufsgutschein im Wert von 60 US-Dollar. In den drei Wochen danach wurden die Studenten zweimal von der Ernährungsberaterin angerufen, um sie weiter zu einer gesünderen Ernährung zu motivieren. Die Studenten der zweiten Gruppe erhielten dagegen keinerlei Informationen zur gesunden Ernährung, man lud sie nur zu einer weiteren Untersuchung nach drei Wochen ein.

 

Die meisten Studenten, die an der Ernährungsberatung teilgenommen hatten, befolgten die Empfehlungen. Das zeigten sowohl einer Befragung zu ihren Depressionen als auch Hautmessungen. Letztere zeigen über Farbveränderungen der Haut an, ob vermehrt Flavonoide aus Obst und Gemüse verzehrt wurden. Die gesündere Ernährung hatte sich außerdem nachweisbar positiv auf die Depressionen ausgewirkt. Auf der Depressions-Skale waren die Werte um rund 21 Punkte gesunken. Depressive Symptome, Ängste und Stress hatten sich gebessert. Bei den Studenten ohne Ernährungsintervention zeigte sich dagegen ein leichter Anstieg der Depressionen. Nach drei Monaten konnten die Forscher 33 Teilnehmer an der Diätberatung noch einmal kontaktieren. Knapp zwei Drittel der Studenten hielt sich weiter an die Empfehlungen für eine gesündere Ernährung. Die günstige Wirkung auf die depressiven Symptome war weiterhin nachweisbar.

 

Mit zunehmendem Alter steigen die Vorkommen von depressiven Stimmungen und Depressionen an. So schätzt man z.B. in Großbritannien, dass rund 22 % der Männer und 28 % der Frauen über 65 Jahren von Depressionen betroffen sind. Die Prävention und Therapie von Depressionen spielt für die Gesundheit im Alter eine wichtige Rolle. Dabei kommt es auch auf die gute Versorgung mit Vitamin D an, wie eine aktuelle iranische Studie zeigt. Daran waren 68 Personen über 60 Jahren beteiligt, die an mäßigen bis schwereren Depressionen litten. Bei allen Teilnehmern wurde zu Beginn der Studie die Versorgung mit Vitamin D im Blut geprüft. Dabei fanden sich im Durchschnitt relativ niedrige Vitamin D-Werte (unter 30 ng/ml). Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine Gruppe erhielt wöchentlich 50.000 I.E. Vitamin D, die andere Gruppe nahm zur Kontrolle ein Placebo.

 

Die Ergebnisse zeigten, dass sich mit der Aufnahme von Vitamin D die Werte im Blutspiegel deutlich erhöht hatten. Damit sanken auch die Werte für Depressionen leicht ab, während sich in der Placebo-Gruppe die Tendenz zu einem Anstieg der Depressionen zeigte. Die Forscher verweisen darauf, dass es im Hippocampus, ein Bereich des Gehirns, der mit Depressionen verbunden ist, viele Vitamin D-Rezeptoren gibt. Bekannt ist weiter, dass mehrere Vitamin D-Metaboliten die Blut-Hirn-Schranke überqueren können.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Vitamin D bei älteren depressiven Patienten dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern. Patienten könnten im Rahmen einer Therapie von Depressionen auch von der ergänzenden Gabe von Vitamin D profitieren..

 

Unser Tipp: Vitamin D ist in vielen Nahrungsergänzungen enthalten, dabei wird meist die natürliche Form D3 (Cholecalciferol) bevorzugt. Als Einzelpräparat wird Vitamin D3 u.a. in emulgierter Form angeboten, das die Aufnahme deutlich verbessert.

 

Quelle:
Heather M. Francis et al., A brief diet intervention can reduce symptoms of depression in young adults - A randomised controlled trial. In: PLOS One, Online-Veröffentlichung vom 9.10. 2019, doi: 10.1371/journal.pone.0222768.
und
Negin Masoudi Alavi et al., Effect of vitamin D supplementation on depression in elderly patients: A Randomized clinical trial. In: Clinical Nutrition, Vol. 38, Nr. 5, S. 2065-2070.


Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Eine ungesunde Ernährung kann die Schuppenflechte (Psoriasis) deutlich verstärken. Dabei spielen das Übergewicht und die zu hohe Aufnahme an gesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle.

 

Die Psoriasis ist eine erblich bedingte, chronische und entzündliche Erkrankung der Haut und der Gelenke. Nach der Neurodermitis ist sie die häufigste chronische Hauterkrankung. Typische Merkmale sind die rote Fleckenbildung an der Haut mit einer trockenen und silbrig glänzenden Schuppung, die meist in Schüben auftreten. Das Auftreten der Krankheit kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören z.B. äußere Verletzungen sowie Belastungen durch Stress, Alkohol oder Medikamente, aber auch Infektionen und Stoffwechselstörungen sowie umweltbedingte Faktoren. Auch die Ernährung kann die Psoriasis beeinflussen. Eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und die zu hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren können die Schwere der Psoriasis beeinflussen. Das hatten Forscher der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Leipzig in einer Studie geklärt.

 

Bekannt ist allgemein, das die typische westliche Ernährung zu einem Ungleichgewicht zwischen der durchschnittlichen Aufnahme an gesättigten und den ungesättigten Fettsäuren führt, wobei die gesättigten Fette, die vor allem aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen werden, meist überwiegen. Bei Übergewicht können Adipozyten (Zellen im Fettgewebe) zu entzündlichen Prozessen beitragen, wozu.u.a. auch der oxidative Stress beiträgt, der bei Übergewicht verstärkt auftritt. Damit verbunden sind nicht nur die Entwicklung von Typ II Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch die Verschlechterung von entzündlichen Hauterkrankungen wie der Psoriasis. Die Forscher entdeckten bei Psoriasis-Patienten, wie gesättigte Fettsäuren zum Schlüsselfaktor für verstärkte Hautentzündungen werden können.

 

Dabei war der Spiegel der freien Fettsäuren im Serum der einzige Parameter, der die Schwere der Psoriasis direkt beeinflussen kann. Gesättigte Fettsäuren können so genannte myeloische Zellen (des blutbildenden, jedoch nicht des lymphatischen Systems) für erhöhte entzündliche Reaktionen sensibilisieren und in der Folge die Keratinozyten (hornbildende Zellen der Oberhaut) aktivieren. Die Forscher vermuten, dass eine Reduktion von gesättigten Fettsäuren hilfreich sein kann, um neben der üblichen Behandlung der Psoriasis die Krankheit auch über eine gesunde Ernährung zu unterstützen und zu lindern. Die Forscher starteten nun eine Studie, in der eine spezielle Diät zusätzlich zur Therapie der Psoriasis über sechs Monate lang getestet wird.

 

Unser Tipp: Die meisten ungesättigten Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen. Einige, wie die Alpha-Linolensäure (Omega-3), die Linolsäure (Omega-6) und die sehr gesunden Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) aus Fischölen, sind essenziell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Bei einem besonderen Bedarf gibt es eine Reihe von essenziellen Fettsäuren auch als Nahrungsergänzungen, dabei spielt bei Kombinationen auch ein gutes Verhältnis der Fettsäuren zueinander eine Rolle.

 

Quelle: 
Diana Herbert et al., High-Fat Diet Exacerbates Early Psoriatic Skin Inflammation Independent of Obesity: Saturated Fatty Acids as Key Players. In: Journal of Investigative Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2018
und
ikr, Psoriasis. Spezialdiät im Text. In: Ärzte-Zeitung, Online-Veröffentlichung vom 23.10.2019.


Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden.

 

Nicht nur wir Menschen bieten Bakterien einen guten Nährboden. Wie eine Studie zeigt, sind sie z.B. auch in Äpfeln reichlich vorhanden. Dabei liefern Bio-Äpfel die bessere Bakterien-Qualität im Vergleich zu konventionell angebauten Äpfeln.

 

Reichlich Obst und Gemüse, das gehört zu einer guten Ernährung dazu. Sie enthalten neben den jeweiligen pflanzlichen Bestandteilen und Nährstoffen auch eine Fülle von Bakterien, die wir mit dem Verzehr aufnehmen und die dann vorübergehend auch unseren Darm besiedeln. Diese Mikroorganismen sind für eine gesunde Darmflora sehr wichtig. Rohes Obst und Gemüse ist eine besonders gute Quelle für die Mikroorganismen im Darm, denn beim Kochen werden die meisten Bakterien vernichtet.

 

Wie die Besiedelung von Bakterien speziell beim Apfel aussieht, das untersuchten Forscher des Instituts für Umweltbiotechnologie der Technischen Universität Graz in einer Studie. Sie nahmen das Mikrobiom der Äpfel unter die Lupe und bestimmten den Gehalt an Mikroorganismen. Dabei verglichen sie auch Äpfel aus dem biologischen und konventionellen Anbau. Generell zählen Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten. Mit ihrem Verzehr nehmen wir nicht nur die Schalen und das Fruchtfleisch auf, ein normaler Apfel enthält im Durchschnitt rund 100 Millionen Bakterien. Sie sind vor allem in den Samen und im Fruchtfleisch konzentriert und deutlich weniger in den Schalen angesiedelt. In den verschiedenen Geweben eines Apfels (Stängel, Schalen, Fruchtmark, Samen und Kelch) siedeln sich verschiedene Bakterienstämme und -arten an.

 

Der Großteil geht auf das Konto der Proteobakterien (80 %), mit einigem Abstand gefolgt von Bacteriodetes (9 %), Actinobacteria (5 %) und Firmicutes (3 %). Zu ihnen gehören jeweils diverse Bakteriengruppen und -arten, die die Gesundheit stärken können, einige dieser Arten wirken jedoch auch gesundheitsschädigend. Deutliche Unterschiede bei den Bakterien fanden die Forscher zwischen Bio-Äpfeln und Äpfeln aus dem konventionellen Anbau. Bio-Äpfel hatten eine deutlich größere Vielfalt an Bakterien mit einer signifikanten Verschiebung der Bakteriengattungen und -ordnungen., von fast 40 %. In konventionell angebauten Äpfeln beobachteten die Forscher mehr Bakterien, die für ein gesundheitsschädliches Potential bekannt sind.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Mit dem Verzehr eines Apfels werden rund 100 Millionen Bakterienzellen verzehrt. Obwohl die Menge bei einem Bio-Apfel und einem aus dem konventionellen Anbau gleich ist, unterscheidet sich die Zusammensetzung der Bakterien deutlich. Die Bio-Äpfel enthalten nicht nur eine größere Vielfalt, sondern auch mehr gesündere Bakterienarten.

 

Quelle:
Birgit Wassermann et al., An Apple a Day: Which Bacteria Do We Eat With Organic and Conventional Apples. In: frontiers in Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 24.7.2019, doi: 10.3389/fmicb.2019.01629.


Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost?

 

Ein englisches Forscherteam wertete Daten der großen EPIC-Oxford-Studie aus, um die Risiken für Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Vegetariern, Pescatariern und Fleischessern zu untersuchen. Dabei zeigt sich, ganz so eindeutig ist das Ergebnis nicht.

 

Am englischen Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) waren von 1993 bis 2001 rund 48.000 Männer und Frauen beteiligt. Der Anteil der Vegetarier, einschließlich der Veganer, war mit 16.000 recht hoch, dazu gaben rund 7.500 Teilnehmer an, zwar kein Fleisch, jedoch Fisch zu essen. Damit waren die Gruppen der Vegetarier und Pescatarier fast ebenso groß wie die Gruppe, die auch Fleisch aß. Die Teilnehmer wurden bis zum Jahr 2001 beobachtet. In dieser Zeit kam es in dieser großen Gruppe zu 2.830 ischämischen Herzkrankheiten, die aufgrund einer mangelnden Durchblutung entstehen. Weiter traten 1.072 Schlaganfälle auf, rund die Hälfte davon ebenfalls ischämisch, die andere Hälfte hämorrhagisch, d.h. aufgrund von Blutungen, die im Gehirn entstanden.

 

Bei den Vegetariern war das Risiko für ischämische Herzkrankheiten um 22 % geringer im Vergleich zu den Fleischessern, auch bei den Pescatariern sank dieses Risiko, mit 13 % jedoch etwas geringer. Allerdings hatten die Vegetarier bei den Schlaganfällen ein um 20 % erhöhtes Risiko, für die Forscher ein unerwartetes Ergebnis. Die Pescatarier schnitten hier besser ab, bei ihnen zeichnete sich nur eine leichte Tendenz für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle ab. Bei den Vegetariern zeigte sich ein besonders erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle.

 

Rund zehn Jahre später, 2010, konnten die Forscher einen Großteil der Teilnehmer an der EPIC-Oxford-Studie erneut zu ihren Essgewohnheiten befragen. Danach untersuchten die Forscher den Einfluss eines langfristigen Verzichts auf Fleisch in Bezug auf die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Einbezogen waren auch andere Einflussfaktoren, z.B. der Gesundheitszustand, Rauchen, die körperliche Aktivität, die Einnahme von Nahrungsergänzungen und die Ernährungsweise. Generell hatten hier die Vegetarier und etwas weniger ausgeprägt die Pescatarier ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten im Vergleich zu den Fleischessern. Seit langem ist bekannt, dass sich einige der typischen Risikofaktoren für diese Krankheiten, ein zu hoher Blutdruck, ein hoher Blutzucker und zu hohe Cholesterinwerte, bei der vegetarischen Ernährung verbessern, das zeigte sich auch in dieser Studie. Die Forscher vermuten, dass weitere Aspekte eines allgemein gesünderen Lebensstils dabei eine Rolle spielen. Die Vegetarier waren im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die Fleischesser, sie trieben mehr Sport, und sie hatten ein geringeres Körpergewicht.

 

Anhand einer Beobachtungsstudie lässt sich nicht klären, warum die Vegetarier ein erhöhtes Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle hatten. Die Forscher vermuten, dass möglicherweise die schlechtere Versorgung mit den Vitaminen B12 und D oder auch mit essentiellen Aminosäuren dazu beitragen könnten. Die Ursachen für diese Beziehung müssten in weiteren Studien untersucht werden.

 

Unser Tipp: Vegetariern und vor allem Veganern fehlt es häufiger an Vitamin B12 und Vitamin D, die vor allem im Fleisch vorhanden sind. Diese Werte sollten beobachtet werden, vorhandene Defizite können mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Wer Fisch nicht mag, ihn gar nicht oder nur selten isst, kann die in fetttreichen Fischen enthaltenen gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA als Nahrungsergänzungen aufnehmen. Auf die gute, stabile Qualität der Präparate sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Tammy Y. N. Tong et al., Risk of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford story. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 4.9.2019, doi: 10.1136/bmj.14897.


Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle.

 

Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Defiziten an Mikro-Nährstoffen. Pflanzliche Lebensmittel sind generell eine geringere Eisenquelle. Daher könnten Vegetarier und Veganer schlechter mit Eisen versorgt sein als Fleischesser.

 

Eisen gehört zu den essentiellen Spurenelementen, es ist als Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen und als Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) sehr wichtig. Die Unterversorgung mit Eisen gehört zu den am häufigsten vorkommenden Nährstoff-Defiziten. Pflanzliche Lebensmittel sind allgemein eine weniger gute Eisenquelle, daher könnten Vegetarier und Veganer relativ oft Defizite in der Eisen-Versorgung haben. Eisen ist in Lebensmitteln in unterschiedlichen Mengen enthalten, das gilt für pflanzliche, aber auch für tierische Lebensmittel. Gute Mengen an Eisen liefern z.B. mageres Rindfleisch, Eier und Schweinekoteletts.

 

Bei den pflanzlichen Quellen liefern Ölsamen, Getreide und Hülsenfrüchte relativ viel Eisen. Dabei unterschieden sich jedoch die Eisenformen. Gut verfügbares Häm-Eisen (2-wertiges Fe) ist nur in Fleisch und Fisch enthalten. Pflanzliche Lebensmittel liefern ebenso wie Milch und Milchprodukte dagegen nur Nicht-Häm-Eisen (3-wertiges Fe), das vom Körper deutlich schlechter aufgenommen wird. Daher können die vegetarische und vegane Ernährung den Eisenstatus verringern, da das enthaltene Eisen weniger bioverfügbar ist. Das überprüften spanische Forscher in einer Studie.

Die Forscher untersuchten bei 49 Lakto-Ovo-Vegetariern und bei 55 Veganern die hämatologischen und biochemischen Eisenparameter. Sie analysierten bei allen Teilnehmern den Konsum von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen, die Körperzusammensetzung, die körperliche Aktivität, bei den Frauen außerdem die menstruellen Blutverluste und den Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln. Je nach dem Grad der Eisenversorgung bzw. den Eisendefiziten wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingestuft: Eisenmangelanämie, Eisenmangel (Ferritin <15 ng/ml), Eisendefizite (Ferritin ≥15 bis ≤30 ng/ml) und eine ausreichende Eisenversorgung (Ferritin >30 ng/ml). Die Eisenmangelanämie war nur bei 4 Teilnehmern vorhanden (4,8%). Bei knapp 28 % wurde ein Eisenmangel festgestellt, bei knapp 31 % fanden sich Eisendefizite, entsprechend waren nur etwas mehr als ein Drittel der Vegetarier und Veganer ausreichend mit Eisen versorgt.

 

Die Eisenwerte waren jedoch nicht mit der Dauer der vegetarischen Ernährung verbunden, und es gab zwischen Vegetariern und Veganern keine Unterschiede. Außerdem zeigten sich keinerlei Beziehungen zur körperlichen Aktivität. Frauen waren vom Eisenmangel deutlich stärker betroffen, das Ferritin im Serum war bei Frauen niedriger als bei Männern. Frauen haben generell einen höheren Eisenbedarf und während der Menstruation geht mit dem Blutverlust auch ein Teil des Eisens verloren. Von der Eisenmangelanämie und dem Eisenmangel waren nur die Frauen betroffen. Sie nahmen auch am häufigsten Eisenergänzungen ein. 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Eisenstatus zeigte keine Unterschiede zwischen Lakto-Ovo-Vegetariern und Veganern, auch die Dauer der pflanzlichen Ernährung beeinflusste die Eisenversorgung nicht. Von einem Eisenmangel waren vor allem die Frauen häufiger betroffen. Sie sollten auf ihre Eisenversorgung besonders achten, das gilt vor allem, wenn sie durch die Menstruation intensive Blutverluste haben.

 

Unser Tipp: Eisen wird als Nahrungsergänzung einzeln und kombiniert mit anderen Mikro-Nährstoffen in verschiedenen Formen angeboten. Auf besonders gut bioverfügbare Formen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Angélica Gallego-Narbón et al., Physiological and Diet Determinants of Iron Status in Spanish Vegetarians. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 26.7.2019, doi: 10.3390/nu11081734.


Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Die gute Versorgung mit Zink und Selen trägt bei Kinderwunsch dazu bei, die Chance auf die Empfängnis zu unterstützen.

 

Viele Paare, die sich vergeblich ein Kind wünschen, suchen nach den möglichen Ursachen dafür. Zur Unfruchtbarkeit können verhaltensbedingte, medizinische und biologisch bedingte Faktoren beitragen. Dazu gehören z.B. die Ernährung, Rauchen, Alter, Übergewicht oder das polyzystische Ovarsyndrom. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine erhöhte Belastung mit toxischen Metallen, wie Quecksilber, Cadmium und Blei, die Fruchtbarkeit verringern kann. Im Gegensatz dazu tragen essentielle Spurenelemente zur reproduktiven Gesundheit bei. Hinweise dazu gibt es für die männliche Fruchtbarkeit in Bezug auf Selen, Zink und Kupfer. Es gibt auch Hinweise dazu bei schwangeren Frauen, die mögliche Wirkungen dieser Spurenelemente auf das Gleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien, auf den Beitrag zum Zellwachstum (Zink), zur Synthese von Proteinen (Selen, Zink) und zur Blutbildung (Kupfer) zeigen.

 

Doch bisher ist zur direkten Wirkung dieser Spurenelemente auf die weibliche Empfängnis wenig bekannt. Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte daher diese Beziehungen im Rahmen einer Bevölkerungsstudie. Das Ziel war es, den Zusammenhang zwischen den mütterlichen Plasmakonzentrationen der Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen in Bezug auf die Fruchtbarkeit zu untersuchen. Dabei spielte die Zeit bis zur Schwangerschaft und eine eventuell eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität) eine Rolle.

 

Die Forscher werteten Daten aus einem Teilbereich der internationalen SCOPE-Studie (Screening for Pregnancy Endpoints) aus. Rund 1.060 Frauen aus Adelaide und Umgebung hatten von Ende 2004 bis Mitte 2008 daran teilgenommen. Bei den Teilnehmerinnen wurden um die 15. Woche der normal verlaufenden Schwangerschaft herum Blutproben genommen. Darin wurden die Werte der Spurenelemente, vor allem von Kupfer, Selen und Zink, sowie von CRP, einem typischen Entzündungs-Marker, bestimmt. Die Frauen gaben außerdem Auskunft über ihre Gesundheit und Ernährung, z.B. über den Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Fast Food sowie über den Konsum von Alkohol und ihr Rauchverhalten. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungen, z.B. von Vitamin C, Folsäure, Multi-Vitaminen und Spurenelementen, wurde untersucht.

 

Rund 85 % der Frauen mit Kinderwunsch hatten bis zu einem Jahr gebraucht, um schwanger zu werden.15 % benötigten dazu eine längere Zeitspanne, was als Subfertilität, also eine geringere Fruchtbarkeit, eingestuft wurde. Dazu trugen verschiedene Faktoren bei. Dazu gehörte z.B. eine niedrigere Frequenz des Geschlechtsverkehrs oder der geringere Verzehr von Obst. Bei den Spurenelementen waren niedrigere Zink- und Selen-Konzentrationen mit einer längeren Dauer bis zur Empfängnis verbunden. Geringere Selen-Konzentrationen erhöhten außerdem das Risiko für eine schlechtere Fertilität (um 46 %). Für Kupfer konnte die Beziehung zur Fertilität bzw. zur Zeit, bis zu der die Empfängnis eintrat, nicht bestätigt werden.

 

Die Forscher sind nach den Ergebnissen dieser Analyse der Ansicht, dass eine gute Versorgung mit Spurenelementen, speziell von Zink und Selen, aus der Ernährung und Nahrungsergänzungen die Fruchtbarkeit unterstützen können. Diese Beziehungen sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink und Selen sind als Nahrungsergänzungen einzeln, aber auch in Multipräparaten verfügbar. Dabei sollten gut bioverfügbare Formen bevorzugt werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten ebenso wie schwangere und stillende Frauen Nahrungsergänzungen nach therapeutischer Empfehlung einnehmen.

 

Quelle:
Jessica A. Grieger et al., Maternal Selenium, Copper and Zinc Concentrations in Early Pregnancy, and the Association with Fertility. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 19.7.2019, doi: 10.3390/nu11071609.


Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Der Fischverzehr mit den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringerte in einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

Seit vielen Jahren wird innerhalb der EPIC-Studie in zehn europäischen Ländern die Beziehung zwischen der Ernährung und Krebskrankheiten untersucht. Dazu gehört auch der Einfluss von Fischölen mit den darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Sie haben antientzündliche Wirkungen und könnten daher zur Senkung des Krebsrisikos beitragen. An der EPIC-Studie waren von 1992 bis 2000 rund 521.000 Menschen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlangen, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt. Alle Teilnehmer nahmen an einer umfangreichen Befragung zur Ernährung teil. Daraus wurde der übliche Fischverzehr ermittelt. Die Forscher unterschieden dabei den Anteil von fettreichen Fischen, die z.B. reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten, und den von mageren, weißen Fischsorten.

 

Im Lauf der durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp 15 Jahren erkrankten in dieser großen Gruppe 6.291 Personen an Darmkrebs (1,3 %). Teilnehmer mit dem höchsten Fischkonsum hatten ein um 12 % geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken im Vergleich zu den Teilnehmern, die am seltensten Fisch, d.h. weniger als eine Portion Fisch pro Woche, verzehrten. Eine vergleichbare Risikosenkung wurde beim Verzehr von fettreichen Fischsorten erreicht. Beim mageren, weißen Fisch zeigte sich eine ähnliche Tendenz, die Werte erreichten jedoch nicht die statistische Signifikanz.

 

Die Forscher untersuchten außerdem, ob und wie die Fisch-Fettsäuren das Krebsrisiko beeinflussen konnten. Sie werteten dazu die Daten einer Untergruppe mit rund 920 Teilnehmern aus, die Hälfte von ihnen war an Krebs erkrankt, die andere Hälfte war gesund. Bei allen Teilnehmern wurden die Fettsäuren im Blut bestimmt, das galt speziell für den Anteil der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören. Bei ihrer erhöhten Aufnahme verringerte sich ebenfalls das Risiko für den Darmkrebs, in etwa im gleichen Maße wie beim allgemeinen Fischverzehr. Dagegen war die höhere Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis zu den Omega-3-Fettsäuren mit einem höheren Risiko für den Darmkrebs verbunden. Andere Fettsäuren beeinflussten das Darmkrebsrisiko nicht.

 

Die Forscher vermuten aufgrund dieser Ergebnisse, dass sich der regelmäßige Fischverzehr, nahezu unabhängig von der Sorte, positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Noch lässt sich nicht genau angeben, worauf die präventiven Wirkungen des Fischverzehrs und der Omega-3-Fettsäuren zurückzuführen sind. Vermutlich spielt dabei auch die Balance zwischen den Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, da sie unterschiedlich auf Entzündungen einwirken können. Die Omega-3-Fettsäuren könnten zur Senkung des Darmkrebs-Risikos über die Bildung von Eicosanoiden beitragen. Diese Verbindungen, die aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren entstehen, sind an vielen Zell- und Gewebefunktionen beteiligt. Sie spielen in der Immunabwehr und bei Heilungsprozessen, z.B. bei Entzündungen, eine wichtige Rolle, da sie u.a. antientzündliche Fähigkeiten besitzen.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen auch ergänzen. Dabei ist auf die gute und stabile Qualität der Präparate zu achten.

 

Quelle:
Elom K. Agalo et al., Consumption of Fish and Long-chain n-3 Polyunsaturated Fatty Acids Is Associated With Reduced Risk of Colorectal Cancer in a Large European Cohort. In: Clinical Gastrienterology and Hepatology, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.cgh.2019.06.031.


Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Im Rahmen einer großen europäischen Bevölkerungsstudie (EPIC) wird seit vielen Jahren untersucht, wie die Ernährung die Gesundheit beeinflusst. Eine Teilstudie, die im englischen Norfolk durchgeführt wurde, zeigte, wie sich Defizite an Vitamin C auf die Gesundheit auswirken.

 

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist vor allem in Gemüse und Obst enthalten, es muss regelmäßig aufgenommen werden, da es im Körper nicht selbst gebildet werden kann. Vitamin C ist an vielen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt. Es wird besonders für den Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und Zähne benötigt und trägt auch zur Prävention von Blutungen und zur Wundheilung bei. Es wirkt weiter antioxidativ, spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem und fördert die Aufnahme von Eisen und Zink. Die bekannteste Mangelkrankheit von Vitamin C ist der Skorbut, bei der Kollagen nicht ausreichend gebildet werden kann. Das Bindegewebe, die Knochen, der Knorpel und die Blutgefäße sind davon beeinträchtigt. Typische Symptome sind eine schlechte Wundheilung, Blutungen, Ödeme und Müdigkeit. Der Skorbut tritt heute nur noch selten auf, da extreme Defizite an Vitamin C selten sind.

 

Bei einem geringeren Mangel an Vitamin C können jedoch die Symptome eines latenten Skorbuts auftreten. Dazu gehören unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit und Muskelschmerzen, die mit einer besseren Versorgung von Vitamin C dann leicht vermeidbar sind. Bekannt ist weiter, dass ein erhöhter Bedarf an Vitamin C bestehen kann. Das gilt z.B. für Raucher, deren Umsatz von Vitamin C höher ist. Im Rahmen der Norfolk-EPIC-Studie wurden Risikofaktoren für einen Mangel an Vitamin C über mehrere Jahre hinweg untersucht. Die Ergebnisse zeigten, wie Defizite an Vitamin C die Gesundheit beeinträchtigen.

 

Rund 30.000 Männer und Frauen von 40 bis zu 79 Jahren aus Norfolk und Umgebung nahmen ab 1993 an der Studie mit einem Gesundheits-Check teil. Für rund 22.000 Teilnehmer konnten nach einem einige Jahre später durchgeführten zweiten Gesundheits-Check die Ergebnisse von Vitamin C im Blut ausgewertet und verglichen werden. Sehr geringe Vitamin C-Werte hatten 315 Teilnehmer (1,4 %), geringes Vitamin C fanden die Forscher immerhin bei 2.410 Teilnehmern (10.7 %). Die Defizite an Vitamin C kamen häufiger bei Teilnehmern vor, die Männer waren, ein höheres Alter hatten und weniger körperlich aktiv waren. Sie waren häufiger sozial benachteiligt, weniger gebildet und rauchten mehr.

 

Bei einer geringen Versorgung mit Vitamin C hatten die Teilnehmer häufiger einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, wie eine umfassenden Befragung zeigte. Dazu gehörten zum Teil die Symptome eines latenten Skorbuts, z.B. erhöhte Müdigkeit oder verstärkte körperliche Schmerzen. Diese Ergebnisse waren konstanter bei Teilnehmern, die keine Vitamin C-Ergänzungen einnahmen und bereits beim ersten Gesundheits-Check niedrigere Vitamin C-Werte hatten.

 

Allgemein sollte daher auf eine gute Versorgung mit Vitamin C geachtet werden. Die Aufnahme von ausreichend Vitamin C aus Obst und Gemüse stärkt die Gesundheit und trägt dazu bei, die Symptome eines latenten Skorbuts zu vermeiden. Vor allem Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Defizite an Vitamin C haben, sollten auf eine gute Versorgung achten.

 

Unser Tipp: Vitamin C-Ergänzungen können bei einer schlechten Versorgung mit Vitamin C und bei einem erhöhten Bedarf die Versorgung verbessern. Es gibt verschiedene Formen von Vitamin C, auf eine gute Bioverfügbarkeit sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Stephen J. McCall et al., Plasma Vitamin C Levels: Risk Factors for Deficiency and Association with Self-Reported Functional Health in the European Prospective Investigation into Cancer-Norfolk. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.7.2019, doi: 10.3390/nu11071552.


Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen.

 

Viele Menschen, die von einer Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) betroffen sind, fehlt es oftmals an wichtigen Mikro-Nährstoffen. Schon bei der Diagnose sollte daher auf die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen geachtet werden.

 

Die Zöliakie (glutensensitive Enteropathie oder auch Sprue genannt) entsteht durch die Unverträglichkeit von Gluten (Klebereiweiß) im Magen-Darm-Trakt, Gluten ist in vielen Getreidesorten (z.B. Weizen, Roggen, Gerste etc.) enthalten, die dann ebenso wie andere glutenhaltige Lebensmittel ein Leben lang gemieden werden müssen. Zu den typischen Symptomen gehören z.B. Wachstumsstörungen, Bauchschmerzen, chronische Diarrhoe oder Obstipation, Anämie und depressive Verstimmungen. Es werden verschiedene Formen der Krankheit unterschieden, sie kann bei Babys bereits einige Monate nach dem Abstillen auftreten, aber auch erst später im Schul- oder gar Erwachsenenalter.

 

Bei der Zöliakie kommt es durch den Verzehr von Gluten zu einer Immunreaktion im Dünndarm und zu chronischen Entzündungen der Darmschleimhaut. Das führt dazu, dass Nährstoffe zum Teil nur unzureichend aufgenommen bzw. nicht verdaut werden können. Betroffen ist davon auch die Resorption einiger wichtiger Mikro-Nährstoffe. In einer Studie untersuchten Forscher der US-amerikanischen Mayo Clinic vom Jahr 2000 bis zu 2014 bei Erwachsenen mit einer neu diagnostizierten Zöliakie die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. 309 Patienten (196 Frauen, 113 Männer) mit einem durchschnittlichen Alter von 46 Jahren konnten in die Studie einbezogen werden. Bei allen wurde die Versorgung mit den bestimmten Mikro-Nährstoffen geprüft, von denen bekannt ist, dass sie bei einer Zöliakie häufiger unzureichend sind. Das betraf Zink, Vitamin D, Ferritin (Depot-Eisen), Kupfer, Vitamin B12 und Folat. Untersucht wurden auch die Gewebetransglutaminase IgA und Albumin (Plasmaprotein), die für die Bestimmung der Zöliakie wichtig sind. Die Ergebnisse wurden mit denen von gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bestimmt wurde auch das Körpergewicht der Teilnehmer, da Gewichtsverluste bei der Zöliakie als typisch gelten.

 

Das bestätigte sich hier jedoch nicht, im Durchschnitt lag der Body Mass Index bei 25,9, also bei einem leichten Übergewicht. Eine Gewichtsabnahme wurde nur bei rund 25 % der Patienten beobachtet. Bei den Mikro-Nährstoffen fehlte den Zöliakie-Patienten am häufigsten Zink. Rund 60 % der Patienten waren mit Zink nicht ausreichend versorgt. Bei den Kontrollpersonen waren nur rund 33 % davon betroffen. Auch bei der Versorgung mit Kupfer, (rund 6 %), Vitamin B12 (rund 5 %) und Folat (knapp 4 %) hatten Zöliakie-Patienten im Vergleich zu den Gesunden etwas häufiger unzureichende Werte. Bei Zöliakie fehlte es oft auch an Ferritin (rund 31 %). Bei Vitamin D unterschieden sich die Zöliakie-Patienten kaum von den Gesunden, knapp ein Fünftel war in beiden Gruppen mit Vitamin D unzureichend versorgt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Defizite an Mikro-Nährstoffen bei Patienten mit Zöliakie recht weit verbreitet sind. Sie empfehlen, dass bei der Diagnose einer Zöliakie entsprechend auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen kontrolliert wird. Das gilt vor allem für Vitamin D, Eisen, Folsäure, Vitamin B12, Zink und Kupfer.

 

Quelle:
Adam C. Bledsoe et al., Micronutrient Deficiencies Are Common in Contemporary Celiac Disease Despite Lack of Overt Malabsorption Symptoms. In: Mayo Clinic Proceedings, Online-Veröffentlichung vom 25.6.2019, doi: 10.1016/j.mayocp.2018.11.036.


Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein.

 

Zinkergänzungen können sowohl für Diabetiker als auch für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes geeignet sein. Sie können den Schutz vor Diabetes erhöhen und die glykämische Kontrolle verbessern.

 

Die beeinträchtigte Glukosetoleranz spielt bei der Entstehung des Diabetes eine wichtige Rolle. Er ist durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) gekennzeichnet, der von der gestörten Glukosetoleranz abhängig ist. Dabei spielt auch der Stoffwechsel von Zink eine Rolle. Viele Studien zeigten bereits, dass eine zu geringe Versorgung mit Zink die Insulinbildung beeinträchtigt, die Insulinsensitivität verringert und typische Entzündung-Marker erhöht (Il-6. TNFalpha. hsCRP). Die Zinkwerte sind bei Diabetes-Patienten häufig niedriger als bei Gesunden. Diabetiker mit geringen Zinkwerten sind meist schon längere Zeit erkrankt, haben eine schlechtere Glukose-Kontrolle und verringerte Funktionen der B-Zellen im Pankreas, die Insulin bilden. Doch es gibt bisher nur wenig Studien, in denen Zinkergänzungen in Bezug auf die Prävention oder Therapie von Diabetes untersucht wurden. Daher führten chinesische Forscher eine Meta-Analyse zur Beziehung von Zink und Diabetes durch.

Sie konnten 32 (randomisierte, placebokontrollierte) Studien, in denen die Ergänzung von Zink bei der Prävention und Behandlung von Diabetes untersucht wurde, einbeziehen. Beteiligt waren insgesamt 1.700 Teilnehmer aus 14 Ländern, vor allem aus Asien. In 22 Studien wurden nur Zinkgaben eingesetzt, in weiteren 10 Studien wurden neben Zink auch andere Ergänzungen angewendet. Die durchschnittliche Dosierung betrug täglich 35 mg Zink, die Studien dauerten von einem Monat bis zu einem Jahr. Insgesamt verringerte sich bei den Teilnehmern mit Zinkergänzungen die Nüchtern-Glukose statistisch signifikant (im Durchschnitt -14,15 mg/dL). Bei der Glukosemessung zwei Stunden nach einer Mahlzeit konnte Zink ebenfalls die Werte verringern (im Durchschnitt -36,85 mg/dL). Auch die Werte von Nüchtern-Insulin, Insulinresistenz, glykiertem Hämoglobin und dem hochsensitiven C-reaktiven Protein (hsCRP) verbesserten sich mit den Ergänzungen von Zink im Vergleich zu den Kontrollgruppen ohne Zink.

 

Die Analyse von Untergruppen zeigte, dass sich die Zinkgaben auf die Nüchtern-Glukose signifikant auswirkten, beeinflusst zum einen durch den Diabetes-Status, zum anderen durch die Form der Zinkgaben. Hier wirkte sich anorganisches Zink stärker auf die Nüchtern-Glukose aus. Das erklären die Forscher so: In den Studien mit anorganischem Zink wurden im Durchschnitt höhere Zinkdosierungen eingesetzt. Anorganisches Zink wurde außerdem häufiger bei Diabetikern als bei Menschen mit einem erhöhten Diabetes-Risiko geprüft. Die am besten geeigneten Zinkformen sollten daher in Zukunft bei Diabetes weiter geprüft werden.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass diese Meta-Analyse die positive Wirkung von Zinkergänzungen für die Prävention und Therapie von Diabetes unterstützt. Mehrere glykämische Schlüsselfunktionen können durch Zink verbessert werden. Die bessere Versorgung mit Zink kann die glykämische Kontrolle sowohl bei Diabetikern als auch bei Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko (z.B. beim metabolischen Syndrom etc.) modulieren. Zink spielt dabei eine wichtige Rolle, es ist reichlich in den Pankreas-Inseln vorhanden, wo es die Kristallisation und Bildung von Insulin beeinflusst. Zink scheint weiter den Glukose-Transporter GLUT4 und die Glukose-Nutzung zu beeinflussen. Zinkdefizite sind oft mit erhöhten chronischen Entzündungen verbunden, es gibt außerdem Nachweise, dass Zinkergänzungen auf das hochsensitive CRP positiv wirken. Von Zinkergänzungen können Diabetiker ebenso wie Menschen mit einem erhöhten Risiko für Diabetes profitieren.

 

Unser Tipp: Zink wird sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen zur Ergänzung angeboten. Für die Regulation der Blutglukose und für einen guten Blutzuckerspiegel gibt es außerdem spezielle Kombinations-Präparate.

 

Quelle:
Xinhua Wang et al., Zinc supplementation improves glycemic control for diabetes prevention and management: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 110, Nr. 1, 2019, S. 76-90, doi: 10.1093/ajcn/nqz041.


Neue Bedarfswerte für Zink und Vitamin B6

 

Die täglich empfohlenen Bedarfswerte werden von Zeit zu Zeit überprüft. Jetzt wurden die empfohlenen Aufnahmen für das Spurenelement Zink und für Vitamin B6 aktualisiert.

 

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das im Körper nicht selbst gebildet und auch nicht längerfristig gespeichert werden kann. Es muss daher regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, um Defiziten vorzubeugen. Gute Quellen sind u.a. Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch, Eier und Nüsse (z.B. Cashew-, Pekannüsse) sowie Keimlinge von Weizen und Roggen. Zink ist ein Bestandteil vieler Enzyme und Proteine und an vielen Körperprozessen beteiligt. Dazu gehören u.a. das Zellwachstum, die Wundheilung, Abläufe im Stoffwechsel und Immunsystem sowie die Fortpflanzung.

 

Die täglichen Empfehlungen (Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.) für Zink hängen vom Alter und Geschlecht ab, und sie werden an den Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit angepasst. Für Erwachsene wurde bisher ein täglicher Bedarf von 7 mg Zink für Frauen und von 10 mg Zink für Männer angegeben. Die neuen Empfehlungen machen die Zinkaufnahme nun von Phytaten abhängig. Das ist eine Form der Phytinsäure, die vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, besonders in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Phytate binden Zink im Magen-Darm-Trakt und können dessen Bioverfügbarkeit um bis zu 45 % senken. Die Menge an Phytaten in der Ernährung bestimmt nun den täglichen Zinkbedarf. Erwachsene Frauen sollten bei einer geringen Aufnahme von Phytaten täglich 7 mg Zink aufnehmen, bei einer mittleren Zufuhr sind es 8 mg und bei hoher Zufuhr 10 mg. Bei erwachsenen Männern sind die Werte etwas höher, bei der niedrigen Aufnahme von Phytaten sollten täglich 11 mg Zink, bei mittlerer Zufuhr 14 mg und bei hoher Zufuhr 16 mg Zink aufgenommen werden.

 

Bisher gibt es zur Aufnahme von Phytaten aus der Ernährung in Deutschland allerdings keine näheren Kenntnisse. Zur Einschätzung trägt bei, dass bei einer vollwertigen Kost sowie bei der vegetarischen oder veganen Ernährung von einer mittleren Aufnahme von Phytaten auszugehen ist. Der Verzehr von Hülsenfrüchten und Vollkornwaren ist jedoch allgemein in Deutschland nicht sehr verbreitet. so dass viele Menschen im Bereich der niedrigen bis mittleren Aufnahme von Phytaten liegen. Bei vielen gesunden Frauen dürfte die Zinkversorgung über die Ernährung auch mit den neuen Zinkwerten gedeckt sein. Ein Teil der Männer dürfte die empfohlene tägliche Zufuhr bei einer mittleren oder höheren Phytataufnahme von 14 mg bzw. 16 mg Zink aber nicht erreichen. Bei ihnen kann es zu Defiziten in der Zinkversorgung kommen. Beim individuellen Bedarf sollte auch bedacht werden. dass die tägliche Zinkaufnahmen aus der Ernährung vor allem bei älteren Menschen und bei Krankheiten (z.B. chronisch entzündliche Darmkrankheiten) oftmals nicht ausreichen. Zinkergänzungen können bei hoher Aufnahme an Phytaten und bei einem erhöhten Zinkbedarf die Versorgung verbessern, sie sollte am besten nach Empfehlung eines Therapeuten erfolgen.

 

Das wasserlösliche Vitamin B6 bezeichnet jetzt nicht mehr allein Pyridoxin, sondern auch andere B6-Formen: Pyridoxamin und Pyridoxal. Vitamin B6 ist am Stoffwechsel von Aminosäuren und Kohlenhydraten sowie an der Bildung von Botenstoffen beteiligt. Zusammen mit anderen B-Vitaminen (B2, Folat und B12) reguliert es den Stoffwechsel von Homocystein und trägt zur Bildung des B-Vitamins Niacin bei. Vitamin B6 ist vor allem in Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Nüssen (Hasel-, Walnüsse) sowie in Fisch und Fleisch enthalten. Die neuen täglichen Bedarfswerte wurden nicht mehr von der Proteinzufuhr abgeleitet. sondern aus Studien mit Pyridoxal-5´-Phosphat und sind für Erwachsene ein wenig erhöht. Empfohlen werden jetzt täglich 1,4 mg Vitamin B6 für Frauen und 1,6 mg für Männer. Diese Zufuhr wird in Deutschland von einem Teil der Erwachsenen nicht ganz erreicht, daher kann eine leichte Unterversorgung auftreten. Größere Mängel an Vitamin B6 sind jedoch eher selten und dann meist mit einem allgemeinen Defizit an B-Vitaminen verbunden. Dazu können z.B. Alkoholmissbrauch, Leberkrankheiten, aber auch einige Medikamente (z.B. die „Pille“ und Asthma-Medikamente) beitragen. Auch hier gilt, dass bei einem erhöhten Risiko für die unzureichende Versorgung oder z.B. auch bei einem Mehrbedarf aufgrund von Krankheiten Vitamin B6 ergänzt werden kann, am besten nach der Empfehlung eines Therapeuten.

 

Unser Tipp: Zink steht in verschiedenen Dosierungen und Formen zur Verfügung, einige wie z.B. (organisches) Zinkcitrat und -glukonat, sind besonders gut bioverfügbar. Auch für Vitamin B6 gibt es sehr gut bioverfügbare Formen aus pflanzlichen Quellen, z.B. Pyridoxin-5-Phosphat. Bei den B-Vitaminen wird oft ein B-Vitamin-Komplex empfohlen, da ein Mangel selten isoliert auftritt und die Verwertung im Komplex verbessert wird.

 

Quelle:
DGE e.V. (Herausgeber), Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink; Ausgewählte Fragen zu Vitamin B6, Online-Veröffentlichungen vom Juli 2019 (https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/).


Rotes Fleisch und Fertiggerichte besser seltener essen

 

Ein häufiger Verzehr von industriell hergestellten Lebensmitteln und rotem Fleisch erhöht die Risiken für Krankheiten und senkt die Lebensperspektiven. Das zeigen drei umfassende Bevölkerungsstudien, die über viele Jahre durchgeführt wurden.

 

Industriell hergestellte, stark verarbeitete Lebensmittel, wie Pizza, Fast Food, Chips, Wurst, Schokolade, Speiseeis oder Limonaden, liefern meist zu viele Kalorien, zu viel Zucker, Salz, gehärtete Fette sowie Zusatzstoffe, und es fehlt an wichtigen Vitaminen und Ballaststoffen. Werden sie regelmäßig verzehrt, begünstigen sie z.B. die Entstehung von Übergewicht, Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten. In drei großen Bevölkerungsstudien wurde das gesundheitliche Risiko durch Fertiggerichte über viele Jahre näher untersucht.

 

Im Rahmen der französischen NutriNet-Santé-Studie (2009-18) wurde bei rund 105.000 gesunden Erwachsenen ab 18 Jahren (zu 80 % Frauen, im Durchschnitt 43 Jahre alt) geprüft, ob stark verarbeitete Nahrungsmittel das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Von Zeit zu Zeit protokollierten die Teilnehmer für einen Tag ihre Ernährung und gaben Auskunft über ihren Gesundheitszustand und den Lebensstil (im Durchschnitt sechs Befragungen pro Person). Daraus wurde der Anteil von industriell stark verarbeiteten Speisen berechnet. Die Lebensmittel waren Gruppen zugeordnet, die von nicht bzw. kaum verarbeiteten bis zu hoch verarbeiten Nahrungsmitteln reichten. Abhängig vom Konsum an industriell hergestellten Fertigwaren wurden die Teilnehmer vier Gruppen zugeordnet.

 

Die jüngeren Teilnehmer kamen auf den höchsten Anteil an Fertigwaren, sie waren weniger gebildet, bewegten sich weniger und nahmen mit ihrer Nahrung mehr Kalorien auf. Im Lauf der mehrjährigen Beobachtungszeit (im Durchschnitt knapp sechs Jahre) traten in dieser Gruppe über 1.400 kardiovaskuläre Ereignisse auf. Beim höchsten Verzehr von industriell hergestellten Lebensmittel war das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten um 18 % erhöht, das für Schlaganfälle stieg um 23 %.

 

In der kleineren, spanischen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra, 1999-2018)) nahmen seit 1999 Absolventen der Universität teil und gaben alle zwei Jahre Auskunft über ihre Ernährung und den Lebensstil. Ausgewertet wurden die Daten von knapp 20.000 Teilnehmern, die im Durchschnitt rund zehn Jahre an der Studie teilgenommen hatten. Abhängig von den Portionen an täglich verzehrten Lebensmitteln aus industrieller Herstellung wurden die Teilnehmer in vier Gruppen, vom niedrigsten (weniger als zwei Portionen täglich) bis zum höchsten Verzehr (mehr als vier Portionen täglich), eingeteilt. Im Lauf der Studie kam es in dieser Gruppe zu 335 Todesfällen, aufgrund des jüngeren Durchschnittsalters (38 Jahre) vor allem durch Krebskrankheiten. Beim höchsten Verzehr an Fertigwaren stieg das Sterblichkeitsrisiko um 62 % an im Vergleich zum niedrigsten Konsum. Jede Portion Fertignahrung mehr pro Tag erhöhte das Sterblichkeitsrisiko um 18 % über zehn Jahre hinweg. Bei den älteren und stark übergewichtigen (adipösen) Teilnehmern war dieses Risiko stärker ausgeprägt.

 

Eine weitere Studie untersuchte die Beziehung zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und dem Sterblichkeitsrisiko bei Frauen und Männern. Frühere Studien dazu hatten bereits den häufigeren Verzehr von industriell verarbeiteten rotem Fleisch (z.B. Bacon. Salami, Hamburger, Würstchen etc.) mit chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck in Verbindung gebracht. An der US-amerikanischen Nurses´ Health Study und Health Professionals Follow-Up Study nahmen rund 81.000 Beschäftigte aus Gesundheitsberufen teil. Sie waren anfangs gesund und wurden mehrmals im Lauf der Studie zu ihrer Ernährung und zum Lebensstil befragt. In den vielen Studienjahren kam es in den beiden großen Gruppen zu rund 14.000 Sterbefällen. Erhöhten die Teilnehmer den Konsum von rotem Fleisch über acht Jahre hinweg, so war dies bei Frauen und Männern mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko verbunden. Erhöhte sich der Verzehr von rotem Fleisch um eine halbe Portion täglich, so stieg das Sterblichkeitsrisiko um 10 % an. Dabei war das Risiko für industriell verarbeitetes Fleisch mit 13 % etwas höher, das für unverarbeitetes Fleisch (z.B. Steak, Braten) mit 9 % Anstieg etwas geringer. Diese Beziehung blieb auch in allen Untergruppen konstant, einbezogen waren hier Alter, körperliche Aktivität, die Qualität der Ernährung, Rauchen und/ oder Alkoholkonsum.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Der Anstieg des Konsums von rotem Fleisch, insbesondere von industriell verarbeiteten Fleischwaren, ist mit einem höheren Risiko für die Sterblichkeit verbunden.

 

Stark industriell verarbeitete Lebensmittel, einschließlich von rotem Fleisch. können nach diesen Ergebnissen bei einem hohen Verzehr die Risiken für chronische Krankheiten und eine verkürzte Lebenszeit deutlich erhöhen. Eine strikte Ursache-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus Bevölkerungsstudien jedoch nicht ableiten, da z.B. eine ungesunde Ernährung oft auch mit einem ungesunden Lebensstil einhergeht. Weitere Studien sind daher nötig, um die Beziehungen genauer zu klären. Doch auch jetzt ist es bereits empfehlenswert, den Verzehr von industriell herstellten Lebensmitteln und rotem Fleisch zumindest zu verringern..

 

Quelle:
Bernard Srour et al., Ultra-processed food intake and risk of cardiovascular disease: prospective cohort study (NutriNet-Santé). In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1451.
Anaïs Rico-Campà et al., Association between consumption of ultra-processed foods and all cause mortality: SUN prospective cohort study. In: The British Medical Journal. Online-Veröffentlichung vom 29.5.2019, doi: 10.1136/bmj.l1949.
Yan Zheng et al., Association of changes un red meat consumption with total and cause specific mortality among US women and men; two prospective cohort studies. In: The British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2019, doi; 10.1136/bmj.I2110.


Vitamin K für den Blutdruck und die Arterien

 

Verkalkungen und Versteifungen der Arterien sind ein Vorläufer von kardiovaskulären Krankheiten. Die gute Versorgung mit Vitamin K trägt dazu bei, die Gefäßwände der Arterien und den Blutdruck zu verbessern.

 

Vitamin K wird vor allem für die Funktionen des Herz-Kreislauf- und des Knochensystems benötigt und kommt in zwei Formen vor. Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt vorwiegend in grünblättrigen Salaten und Gemüse (Spinat, Brokkoli, Kohl etc.) vor. Vitamin K2 (Menachinon) ist in Lebensmitteln seltener vorhanden, es kommt vor allem in Käse und fermentierten Lebensmitten vor, kann jedoch auch im Körper von der Darmflora synthetisiert werden. Beide Formen haben teils ähnliche, teils auch unterschiedliche Funktionen. Nur Vitamin K2 wurde z.B. mit guten Wirkungen auf das kardiovaskuläre System verbunden, da es stärker bioaktiv und beständig ist. Vitamin K2 aktiviert u.a. ein Protein, das bei der Gefäßverkalkung eine Rolle spielt, das Matrix-GLA-Protein (MGP). Verkalkungen in den Blutgefäßen führen besonders im höheren Alter zur Arteriosklerose und zur Versteifung der Arterien, wodurch weiter das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ansteigt. Die Gefäßverkalkung kann u.a. durch das Matrix-GLA-Protein beeinflusst und gehemmt werden. Seine volle Wirksamkeit erlangt es jedoch erst, wenn es mit Hilfe von Vitamin K2 aktiviert wurde. Ist im Körper zu wenig Vitamin K2 vorhanden, steigt der Spiegel an inaktivem MGP (dp-ucMGP) an, was die Entstehung der Arteriosklerose begünstigt. Entsprechend dient dieser Wert als Risikomarker für Herz-Kreislauf-Krankheiten und den Mangel an Vitamin K2.

 

Eine Gruppe von belgischen Forschern untersuchte die Werte des (inaktiven) Matrix-GLA-Protein bei 835 Flamen (Männer und Frauen, im Durchschnitt knapp 50 Jahre alt) in Bezug auf den Blutdruck und die Arteriensteifigkeit. Bei allen Teilnehmern wurden im Blutplasma die MGP-Werte gemessen. Die Forscher bestimmten außerdem u.a. den zentralen Pulsdruck und die Pulswellen-Geschwindigkeit in der Aorta (Hauptschlagader). Die Ergebnisse zeigten, dass rund ein Drittel der Teilnehmer zu geringe Werte von Vitamin K hatte. Das ging mit erhöhten Werten des inaktiven (dp-up-)Matrix-GLA-Proteins und den Werten für die Arteriensteifigkeit einher.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass diese Ergebnisse auch repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung in Belgien sein könnten. Um vor Herz-Kreislauf-Krankheiten zu schützen, könnten die üblichen Empfehlungen für den Bedarf an Vitamin K nicht ausreichen. Bei einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten könnte eine verbesserte Zufuhr an Vitamin K, speziell von Vitamin K2, die Arterien besser schützen.

 

Unser Tipp: Vitamin K ist in beiden Formen, als K1 und K2, als Nahrungsergänzung erhältlich. Besonders empfehlenswert ist Vitamin K2 als Menachinon-7, das aus Sojabohnen gewonnen wird und sehr gut bioverfügbar ist,

 

Quelle:
Fang-Fei Wei et al., Central Hemohynamics in Relation to Circulating Desphospho-Uncarboxylating Matrix Gla Protein: A Population Study. In: Journal of the American Heart Association, Online-Veröffentlichung vom 1.4.2019, doi: 10.1161/JAHA.119.011960.


 Blaubeeren senken Risiken fürs Herz-Kreislauf-System

 

Täglich eine Portion (150 Gramm) Blaubeeren trug bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom zur Vorbeugung von kardiovaskulären Krankheiten bei. Zurückgeführt wird das auf den Gehalt von Anthocyanen.

 

Vom metabolischen Syndrom sind nach Schätzungen rund ein Drittel der westlichen Bevölkerung betroffen. Dazu können Bluthochdruck, ein zu hoher Blutzucker, übermäßiges Körperfett in der Taille, geringe Werte des „guten“ HDL-Cholesterins und hohe Triglyzerid-Werte beitragen. Die Diagnose metabolisches Syndrom wird gestellt, wenn wenigstens drei dieser Risikofaktoren vorhanden sind. Zu den Folgen gehört ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und den Typ 2 Diabetes. Oftmals können jedoch schon leichtere Veränderungen in der Ernährung dazu beitragen, das Risiko für das metabolische Syndrom zu senken. Einige frühere Studien zeigten, dass sich der Verzehr von Blaubeeren positiv auf den Typ 2 Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten auswirken kann. Zurückgeführt wird das vor allem darauf, dass Blaubeeren reichlich Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavonoide, enthalten. Sie schenken Blüten und vielen Früchten ihre roten, violetten und blauen Farben. Sie haben außerdem gesundheitliche Wirkungen, sind z.B. antioxidativ und können Entzündungen hemmen.

 

Eine Gruppe von Forschern aus Großbritannien und den USA untersuchte die Wirkungen von Blaubeeren auf das metabolische Syndrom in einer klinischen (randomisierten, doppelblinden) Studie. Sie prüften, ob Blaubeeren die Insulin-Resistenz und andere Faktoren des metabolischen Syndroms beeinflussen konnten. Dazu gehörten z.B. der Lipoprotein-Status und die Funktionen der Arterien. An der Studie nahmen sechs Monate lang 115 übergewichtige und adipöse Teilnehmer mit einem metabolischen Syndrom teil. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppen aß täglich eine Portion mit 150 g (tiefgefrorenen) Blaubeeren-Pulver, das 364 mg Anthocyane enthielt. Die zweite Gruppe aß täglich nur die Hälfte dieser Portion, also 75 g Blaubeeren mit 182 mg Anthocyanen. Die dritte Gruppe verzehrte ein Placebo, das ähnlich aussah und schmeckte, jedoch keine Anthocyane enthielt. Die Teilnehmer erhielten dazu Rezepte-Tipps, wie sie das Pulver zubereiten konnten, z.B. als Getränk, Smoothie oder in Joghurt und Desserts.

 

Im Lauf von sechs Monaten blieb die Insulinresistenz bei den Teilnehmern unverändert, und gegen die Erwartungen der Forscher brachte die kleinere Portion Blaubeeren keine gesundheitlichen Vorteile. Mit 150 Gramm Blaubeeren täglich verbesserten sich bei den Teilnehmern dieser Gruppe jedoch anhaltend die vaskulären Funktionen und die Arteriensteifigkeit. Dadurch sank ihr Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten um 12 bis zu 15 %. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ein erhöhter Konsum an Blaubeeren mit Anthocyanen täglich nötig ist, um gesundheitlich wirksam zu sein. Blaubeeren können dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu verringern.

 

Unser Tipp: Anthocyane sind auch in anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten. z.B. in verschiedenen Beeren, Kirschen, Pflaumen, Rotkohl und Auberginen. Sie sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, z.B. als Heidelbeerextrakt, oft in Kombination mit anderen nützlichen Mikro-Nährstoffen.

 

Quelle:
Peter J. Curtis et al., Blueberries improve biomarkers of cardiometabolic syndrome - results from a 6-month, double-blind, randomised controlled trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 28.5.2019, doi: 10.1093/ajcn/nqy380.


Sonnencreme und Vitamin D

 

Sonnenschutz ist wichtig, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen, er kann aber die Bildung von Vitamin D über die Haut verringern. Eine Studie zeigt, dass Mittel mit einem erhöhten UVA-Schutz nicht nur den Sonnenbrand verhindern, sondern auch die Aufnahme von Vitamin D fördern.

 

Vitamin D wird zum größten Teil (rund 90 %) über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Der Anteil von Vitamin D aus der Nahrung ist dazu im Vergleich relativ gering. Er ist dennoch vor allem in den nördlicheren Breiten sehr wichtig, weil die Sonneneinwirkung auf die Haut für die gute Versorgung mit Vitamin D nicht immer ausreichend ist. Das gilt besonders in den sonnenärmeren Monaten. Das Sonnenlicht enthält zwei Arten der Strahlung, langwellige UVA- und kurzwellige UVB-Strahlen. Letztere sind für die Synthese von Vitamin D über die Haut unerlässlich. Gleichzeitig sind sie aber eine wichtige Ursache für den Sonnenbrand und damit nicht zuletzt ein Risiko für die Entstehung von Hautkrebs. Beim Aufenthalt in der Sonne über längere Zeit wird daher ein geeigneter UVB-Schutz empfohlen, um den Sonnenbrand zu verhindern. Mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor können Sonnencremes und -Sprays die negativen Auswirkungen der Sonnenstrahlen auf die Haut deutlich verringern. Doch dies kann die Bildung von Vitamin D über die Haut und damit den Vitamin D-Status im Körper beeinträchtigen.

 

In einer Studie untersuchte eine Forschergruppe den Einfluss von Sonnenschutzmitteln auf den Vitamin-D-Status während eines einwöchigen Sonnenurlaubs auf Teneriffa bei wolkenlosem Himmel. Sie verglichen die Wirkung von zwei Sonnenschutzmitteln mit dem gleichen Lichtschutzfaktor 15. Eines der beiden Präparate hatte neben dem UVB-Schutz zusätzlich einen hohen UVA-Schutzfaktor, das andere Mittel hatte dagegen nur einen geringeren UVA-Schutz. An der Studie nahmen 40 polnische Urlauber teil. Sie erhielten jeweils eines der beiden Mittel und wurden über deren richtige Anwendung beraten. Bei allen Teilnehmern wurde der Gebrauch der Sonnenschutzmittel beobachtet, dazu der jeweilige Aufenthalt in der Sonne, die Kleidung und das eventuelle Auftreten von Sonnenbrand verzeichnet. Zum Vergleich nahmen zwei weitere Gruppen mit Urlaubern und Einheimischen an der Studie teil, die Sonnenschutz nach ihrem eigenen Ermessen benutzten.

 

Ohne Intervention waren sowohl die Urlauber als auch die Einheimischen nicht so stark vor einem Sonnenbrand geschützt. Die beiden Gruppen der polnischen Urlauber waren dagegen mit den beiden Sonnenschutzmitteln vor der Entstehung eines Sonnenbrands geschützt, die Nutzung der Sonnencremes war in beiden Gruppen vergleichbar. Nur mit dem UVA-Sonnenschutz zeigte sich auch ein statistisch signifikanter Anstieg von Vitamin D. Der Sonnenschutz mit dem erhöhten UVA-Faktor ermöglichte dabei eine deutlich höhere Vitamin-D-Synthese als das Mittel mit den niedrigem UVA-Schutz. Die Forscher vermuten, dass beim erhöhten UVA-Faktor mehr UVB-Transmissionen ermöglicht werden. So wird nicht nur der Sonnenbrand verhindert, sondern auch die Vitamin D-Synthese gefördert.

 

Unser Tipp: Wo der Aufenthalt in der Sonne nicht ausreicht bzw. in Regionen mit sonnenärmeren Jahreszeiten kann die Ergänzung von Vitamin D die Werte im Blut verbessern.

 

Quelle:
A. R. Young et al., Optimal Sunscreen use, during a sun-holiday with a very high UV index, allows vitamin D synthesis without sunburn. In: British Journal of Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 8.5.2019, doi: 10.1111/bjd.17888


Zink, Kupfer und Mangan bei Depressionen

 

Die Ernährung trägt zur psychischen Gesundheit bei, das betrifft auch die Versorgung mit Mikro-Nährstoffen. Eine zu geringe Versorgung mit den Spurenelementen Zink, Mangan und Kupfer kann zu Depressionen und Angststörungen beitragen.

 

Die Vorkommen von Depressionen und/oder Angststörungen stiegen in den letzten Jahren in vielen Ländern an. Die Belastungen in der Arbeitswelt tragen offenbar bei vielen Menschen zur Entstehung dieser Krankheiten bei. Daher rücken vorbeugende Maßnahmen stärker in den Fokus der Medizin. Dazu gehört auch der

 

Lebensstil mit der Ernährung, der Körperbewegung und den Schlafgewohnheiten. Eine gesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Geflügel, Fisch und Vollkornprodukten trägt zur Vorbeugung vor psychischen Störungen bei. Das gilt bei den Mikro-Nährstoffen besonders für die Omega-3-Fettsäuren und die B-Vitamine einschließlich der Folsäure. Es gibt Hinweise, dass einige Spurenelemente auf Depressionen wirken könnten, doch bisher gibt es dazu wenige Studien. Eine japanische Forschergruppe untersuchte daher sechs Mineralstoffe und Spurenelemente in ihre Wirkung auf die Vorkommen von Depressionen und Angststörungen. Sie nutzten Daten aus der japanischen Eat-Well-Studie (Eating Habit and Well-Being). Daran waren ab Ende 2013 rund 2.100 japanische Arbeiter (Männer und Frauen, 18 bis 79 Jahre) beteiligt, die bisher nicht unter psychischen Störungen gelitten hatten. Alle nahmen an einer Befragung zu ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit teil. Weiter wurden ihre Aufnahmen an Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan bestimmt.

 

Bei knapp 7 % der Teilnehmer fanden sich Vorkommen von Depressionen oder Angstsymptomen, davon waren die Männer etwas stärker betroffen. Kalzium, Magnesium und Eisen wirkten sich statistisch nicht signifikant auf Depressionen und Angststörungen aus. Eine zu geringe Versorgung mit Zink, Kupfer und Mangan war jedoch mit Depressionen und Angststörungen verbunden. Vor allem bei gleichzeitig geringen Werten von Zink und Kupfer war das Risiko für Depressionen und Angststörungen um das Dreifache erhöht im Vergleich zu einer guten Versorgung mit diesen beiden Spurenelementen. Die Defizite an Zink und Kupfer haben offenbar eine additive Wirkung auf Depressionen und Angststörungen. Diese Ergebnisse waren unabhängig von anderen Faktoren, die Depressionen und Angststörungen beeinflussen können, z.B. Ernährung, Lebensstil und Arbeitsbedingungen. Zu den möglichen Ursachen dieser Beziehungen könnte gehören, dass Zink, Kupfer und Mangan auf Neurotransmitter einwirken können Außerdem spielt der oxidative Stress bei der Entstehung von Depressionen eine Rolle, Zink, Kupfer und Mangan sind an antioxidativen Prozessen beteiligt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit: Diese Ergebnisse unterstützen die Verbindung von Zink, Kupfer und Mangan zu Depressionen und Angststörungen, unabhängig von anderen beeinflussenden Faktoren. In weiteren Studien sollte ihr Einfluss auf die psychische Gesundheit näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zink, Kupfer und Mangan gibt es als Nahrungsergänzung sowohl einzeln als auch in Kombinationen, z.B. mit anderen Mineralstoffen und Spurenelementen oder auch in speziellen Multi-Formeln für die antioxidative Unterstützung. Für eine gute Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen sollte auf gut bioverfügbare Verbindungen geachtet werden.

 

Quelle:
Mieko Nakamura et al., Low Zinc, Copper, and Manganese Intake is Associated with Depression and Anxiety Symptoms in the Japanese Working Population: Findings from the Eating Habit and Well-Beging Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 15.4.2019, doi: 10.3390/nu11040847.


Defizite an Makro- und Mikronährstoffen bei älteren Menschen

 

Suboptimale Aufnahmen von Makro- und Mikro-Nährstoffen können sich im Alter negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei vielen älteren Menschen sin Defizite vorhanden, wie eine dänische Studie zeigt.

 

Die zu geringe Aufnahme an Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im Alter das Risiko für die Gebrechlichkeit erhöhen und ein selbstständiges Leben erschweren.

 

Ein gesunder Ernährungs-Status mit der angemessenen Aufnahme von Makro- und Mikro-Nährstoffen kann im höheren Alter aus mehreren Gründen schwieriger werden. Dazu gehören die soziale Isolation, der oft zunehmende Appetitverlust, die sinkende Absorption von Mikro-Nährstoffen und eine schlechtere orale Gesundheit. So ist z.B. eine zu geringe Aufnahme an Proteinen mit dem Verlust der Muskelmasse und -kraft verbunden. In früheren Studien zeigte sich bereits, dass vor allem sechs Mikro-Nährstoffe bei älteren Menschen oft zu gering vorhanden sind: die Vitamine D, B1 und B2 sowie Kalzium, Magnesium und Selen. Eine Forschergruppe prüfte in einer Studie bei älteren Dänen aus der Region um Kopenhagen die Versorgung mit Makro- und Mikro-Nährstoffen. Sie nutzten dafür Daten aus der CALM-Studie (Counteracting Age-related Loss of Skeletal Muscle Mass), an der 157 Personen von 65 bis zu 81 Jahren beteiligt waren. Alle nahmen an einem dreitägigen Ernährungsprotokoll sowie an einer ausführlichen Befragung zu ihrer Ernährung und zum Gesundheitszustand teil. Bei allen wurde dazu die tägliche Aufnahme von Makro-und Mikro-Nährstoffen bestimmt.

 

Die Auswertung zeigte, dass 40 % der Teilnehmer zu wenig Kohlenhydrate aufnahmen, bei 25 % war der Fettanteil zu hoch. 68% hatten ein Risiko für die zu geringe Aufnahme an Ballaststoffen und 66 % für zu wenig gesättigte Fettsäuren. Bei den einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren lagen die Zahlen für zu geringe Aufnahmen bei 47 % bzw. 62 %. Bei der Aufnahme von Alkohol lag die Hälfte der Teilnehmer über der empfohlenen Höchstmenge (56 % der Männer, 45 % der Frauen). Das Risiko einer zu geringen Versorgung mit Mikro-Nährstoffen war für mehrere Substanzen relativ hoch, das galt vor allem für die Versorgung mit Vitamin D und Vitamin B1 (Thiamin). Ausreichendes Vitamin D ist für die Knochengesundheit, den Bewegungsapparat und die kognitiven Funktionen sehr wichtig. Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinstrahlung auf die Haut aufgenommen.

 

Doch die suboptimalen Werte von Vitamin D im Blut, die bei den Teilnehmern häufiger beobachtet wurden, zeigen, dass die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung dennoch eine Rolle spielt. Auch die zu geringe Versorgung mit Vitamin B 1 kann für ältere Menschen problematisch sein. Zu den Folgen können u.a. Müdigkeit sowie ein höheres Risiko für die Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems und der kognitiven Leistungen gehören. Unzureichend war bei den Teilnehmern öfter auch die Versorgung mit den Vitaminen A, E und B2 (Riboflavin) sowie mit Selen und Jod.

 

Insgesamt zeigte sich in dieser Studie, dass die Zufuhr an gesättigten Fetten und von Alkohol zu hoch war. Im Gegensatz dazu war die Aufnahme von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie von Ballaststoffen zu gering. Eine beträchtliche Anzahl der Teilnehmer hatte ein Risiko für die suboptimale oder unzureichende Versorgung mit einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen Das betraf vor allem das Risiko für den Mangel an Vitamin D und Vitamin B1. Zwar war das Risiko für unzureichende Aufnahmen der Vitamine A, E und B2 sowie von Jod und Selen etwas geringer, doch auch dies könnte sich problematisch auf die Gesundheit auswirken. Die Forscher empfehlen, im Alter besonders auf die ausreichende Aufnahme an Energie sowie eine gesunde Ernährung zu achten, die mit allen nötigen Makro- und Mikro-Nährstoffen versorgt.

 

Unser Tipp: Ältere Menschen sollten bei der Auswahl von Nahrungsergänzungen nicht nur auf wichtige Mikro-Nährstoffe, sondern z.B. auch auf eine gute Bioverfügbarkeit achten. Für eine gute Aufnahme im Körper kann auch die Darreichung, z.B. als Kapseln, Tabletten, Tropfen oder Spray, eine Rolle spielen.

 

Quelle:
Simon Rønnow Schacht et al., Investigating Risk of Suboptimal Macro and Micronutrient Intake and Their Determinants in Older Danish Adults with Specific Focus on Protein Intake - A Cross-Sectional Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.4.2019, doi: 10.3390/nu11040795.


Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt.

 

Über seine zahlreichen Funktionen im Stoffwechsel von Aminosäuren ist Vitamin B6 auch an der Leistungsfähigkeit des Gehirns beteiligt. Eine gute Versorgung kann die kognitiven Leistungen im Alter stärken.

 

Vitamin B6 (Pyridoxin) spielt als Coenzym vor allem eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Aminosäuren. Es ist auf diese Weise auch an der Bildung von Neurotransmittern, z.B. von Dopamin, Serotonin und GABA etc., beteiligt. Gelangt zu wenig Vitamin B6 ins Gehirn, wird die Bildung von Neurotransmittern eingeschränkt. Das kann Prozesse im Gehirn beeinträchtigen, wozu auch die kognitiven Leistungen gehören. Im höheren Alter, wenn die geistigen Kräfte nachlassen, könnte eine gute Versorgung mit Vitamin B6 daher besonders wichtig sein. Trotz seiner wichtigen Rolle für die kognitive Entwicklung und Regulierung der Funktionen des Nervensystems wurde Vitamin B6 in Bezug auf das kognitive Altern bisher jedoch nicht ausreichend untersucht. Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte dazu eine Untersuchung im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Boston Puerto Rican Health Study) durch. Sie prüften. ob und wie die Konzentrationen von Vitamin B6 (Plasma-Pyridoxal-5’-phosphat) mit den kognitiven Funktionen und dem Rückgang der kognitiven Leistungen im Alter verbunden waren.

 

An der Studie nahmen 949 Puerto-Ricaner (70 % Frauen) teil, die zu Beginn zwischen 45 bis zu 75 Jahren alt waren. Bei allen wurden die Konzentrationen von Vitamin B6 im Plasma bestimmt. Abhängig von der jeweiligen Versorgung wurden sie auf drei Gruppen verteilt, die von der geringsten über die mittlere bis zur höchsten Versorgung mit Vitamin B6 reichten. Mit verschiedenen Tests wurden die kognitiven Leistungen der Teilnehmer geprüft. Diese Untersuchungen wurden nach zwei Jahren bei allen wiederholt und in den Ergebnissen miteinander verglichen.

 

Teilnehmer aus der Gruppe mit einer nur geringen Versorgung von Vitamin B6 hatten nach zwei Jahren im Durchschnitt ein um knapp 2,5-fach erhöhtes Risiko für einen größeren Rückgang in den kognitiven Leistungen im Vergleich zur Gruppe mit der besten Vitamin B6-Versorgung. Das Risiko erhöhte sich bei einigen Untergruppen noch stärker. Wer zu Anfang der Studie älter als 55 Jahre war, hatte ein rund 4,5-fach erhöhtes Risiko für die Senkung der kognitiven Leistungen. Außerdem hatten Raucher ein 3-fach erhöhtes Risiko für geringere kognitive Leistungen im Vergleich zu Nichtrauchern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine geringe Versorgung mit Vitamin B6 das Risiko für einen Rückgang der kognitiven Leistungen bei älteren Menschen im Lauf von zwei Jahren deutlich erhöht. Davon waren die älteren Teilnehmer der Studie und die Raucher deutlich stärker betroffen.

 

Unser Tipp: Vitamin B6 kann in seiner aktiven Form als Pyridoxal-5-Phosphat einzeln ergänzt werden. Es kann eventuell sinnvoll sein, den gesamten Komplex der B-Vitamine zu ergänzen. Nicht zuletzt ist Vitamin B6 auch in vielen Multivitamin-Ergänzungen enthalten.

 

Quelle:
Natalia Palacios et al., Lower Plasma Vitamin B-6 is Associated with 2-Year Cognitive Decline in the Boston Puerto Rican Health Study. In: The Journal of Nutrition Vol. 149, Nr. 4, 2019, S. 635-641, doi: 10.1093/jn/nxy268.