Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht.

 

Über pflanzliche Biomarker wird in Beziehung zum metabolischen Syndrom in den letzten Jahren intensiver geforscht. Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass höhere Werte von Carotinoiden positiv auf das metabolische Syndrom wirken.

 

Das metabolische Syndrom ist durch zentrales Übergewicht, Bluthochdruck und einen gestörten Cholesterin-, Glukose- und Insulin-Stoffwechsel charakterisiert. Mindestens drei der Faktoren müssen zusammentreffen, um die Diagnose zu stellen. Einzeln wirken sie gesundheitlich oft noch nicht so belastend, doch kombiniert erhöhen sie deutlich das Risiko für weitere Krankheiten, vor allem für Diabetes (Typ 1 und 2) und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei der Entstehung des metabolischen Syndroms spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Dazu gehören auch Mikro-Nährstoffe. Mehr und mehr rücken dabei Pflanzenstoffe in das Interesse der Forschung. Carotinoide gehören zu den Pflanzenstoffen, die nicht nur als Provitamin A vielfältige gesundheitliche Wirkungen haben, sie entfalten auch antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Fähigkeiten.

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern suchte in medizinischen Datenbanken daher nach Studien (von 1997 bis 2017) über die Verbindung von Vitamin A und Carotinoiden zum metabolischen Syndrom. Sie konnten schließlich 33 Studien in ihre Auswertung einbeziehen, mit 11 Studien führten sie außerdem eine Meta-Analyse mit Daten von fast 30.000 Teilnehmern durch. Es bestätigte sich, dass die höhere Aufnahme von (Gesamt-)Carotinoiden das metabolische Syndrom positiv beeinflussen konnte. Das galt auch für einzelne Carotinoide, am stärksten für Beta-Carotin, gefolgt von Alpha-Carotin und Beta-Cryptoxanthin sowie für Retinylester (Fettsäureester von Vitamin A). Dagegen konnte Vitamin A (Retinol) das metabolische Syndrom nicht beeinflussen, seine Rolle bleibt weiter zu klären.

 

Diese Ergebnisse zeigen eine Korrelation zwischen Carotinoiden und dem metabolischen Syndrom auf, nicht jedoch die Ursachen dafür. Die Forscher gehen von einem plausiblen Wirkmechanismus von Carotinoiden zum Nutzen der kardiometabolischen Gesundheit aus, vermittelt durch senkende Wirkungen auf oxidativen Stress. Obwohl es viele Faktoren gibt, mit denen sich die individuelle Variabilität und Bioverfügbarkeit von Carotinoiden bei Menschen erklären lassen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Carotinoide eine wesentliche Rolle in den Fettgeweben spielen können. Dazu gehören die Kontrolle der Entstehung von Fettzellen (Adipogenese) und vom oxidativen Stress sowie die Bildung von Adipokinen (vom Fettgewebe gebildete Verbindungen, die als Signalmoleküle wirken) und Entzündungsmediatoren. Sie beeinflussen die Verteilung der zentralen Adipositas und das Auftreten der Insulinresistenz.

 

Es zeichnet sich ab, dass Gesamt-Carotinoide ebenso wie einzelne Carotinoide (Alpha-, Beta-Carotin und Beta-Cryptoxanthin) positiv auf das metabolische Syndrom einwirken können. Der regelmäßige Verzehr von gemischten Carotinoiden ist daher für die kardiometabolische Gesundheit wichtig. In der für westliche Industrieländer typischen Ernährung werden täglich nur etwa ein bis fünf Milligramm Carotinoide aus der Ernährung aufgenommen. Das reicht für den kardiometabolischen Schutz nicht aus. Die Forscher plädieren daher für die Festlegung von Empfehlungen für die tägliche Aufnahme von Carotinoiden.

 

Unser Tipp: Natürliche Carotinoide sind in Nahrungsergänzungen einzeln oder kombiniert enthalten. Angeboten wird z.B. natürliches Beta-Carotin aus der Alge Dunaliella salina, enthalten sind Alpha-Carotin, Zeaxanthin und Cryprtoxanthin. Empfehlenswert sind weiter natürliche Carotinoide aus einem Grünkohl-Ölauszug (biologischer Anbau) mit Lutein, Beta-Carotin, Lykopin und Zeaxanthin. Beide haben eine sehr gute Bioverfügbarkeit.

 

Quelle:
May A. Beydoun et al., Carotenoids, vitamin A, and their association with the metabolic syndrome. A systematic review and meta-analysis. In: Nutrition Reviews, Online-Veröffentlichung vom 7.9.2018, doi: 10.1093/nutrit/nuy044.


Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern.

 

Der Verzehr von Walnüssen, nicht nur zur Weihnachtszeit, kann dazu beitragen, die Blutfette und die Darmflora zu verbessern, wie zwei neue Studien zeigen.

 

Walnüsse leisten nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern jederzeit einen guten Beitrag zur gesunden Ernährung. Sie liefern wichtige Antioxidantien, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sowie eine Reihe von Vitaminen (E, B-Vitamine) und Mineralstoffen (Kalium, Kalzium, Magnesium etc.). Positive Wirkungen sind vor allem auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten und auf die Blutfette bekannt.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen und spanischen Forschern führte eine Metaanalyse durch, in denen sie die Wirkungen des Verzehrs von Walnüssen auf die Blutfette und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren untersuchten. Sie konnten sechsundzwanzig klinische Studien mit 1059 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen. Bei einer mit Walnüssen angereicherten Ernährung erreichten die Teilnehmer geringere Werte beim Gesamt-Cholesterin (-6,99 mg/dL) und beim „schlechten“ LDL-Cholesterin (-5,51 mg/dL), außerdem sanken die Werte der Triglyzeride. Auch das Apolipoprotein B (LDL-Bestandteil) wurde bei der mit Walnüssen angereicherten Ernährung im Vergleich zu Kontrollgruppen signifikant stärker reduziert. Die Forscher ziehen das Fazit: Die Aufnahme von Walnüssen in die Ernährung verbessert das Profil der Blutfette, ohne das Körpergewicht oder den Blutdruck negativ zu beeinflussen.

 

Der regelmäßige Verzehr von Walnüssen wirkt sich auch günstig auf die Darmflora aus, wie eine Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität zeigt. Einbezogen waren 194 gesunde Frauen und Männer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Nach einer Anfangsphase ohne den Verzehr von Walnüssen wurden die Teilnehmer auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Gruppe erhielt eine Ernährung mit je 43 Gramm Walnüssen täglich und wechselte nach acht Wochen zu einer Ernährung ohne Nüsse. Die andere Gruppe blieb zunächst weiter bei der Ernährung ohne Nüsse und wechselte nach acht Wochen zur täglichen Aufnahme von 43 Gramm Walnüssen. In der mit Nüssen angereicherten Zeit wurde den Teilnehmern jeweils empfohlen, entweder Fett oder Kohlenhydrate oder beides zu reduzieren, um die zusätzlichen Kalorien der recht fetthaltigen Nüsse auszugleichen. Am Ende wurden von allen Teilnehmern Stuhlproben genommen und in Bezug auf die enthaltenen Bakterien analysiert.

 

Der Verzehr von täglich 43 g Walnüssen über acht Wochen hatte in beiden Gruppen die Zusammensetzung und die Vielfalt des Mikrobioms im Darm signifikant beeinflusst. Dabei hatten sich probiotische und Buttersäure bildende Bakterienarten bei den Teilnehmern verbessert. Ruminokokken und Bifidobakterien nahmen signifikant zu, während andere Bakterienarten abnahmen. Die Wirkung auf das Mikrobiom hing nur geringfügig davon ab, ob die Teilnehmer beim Verzehr von Walnüssen die Fette oder Kohlenhydrate eingeschränkt hatten. Die regelmäßige Ergänzung von Walnüssen könnte präbiotische und probiotische Vorteile bieten, durch die sich die Zusammensetzung und Vielfalt des Mikrobioms verbessert. Noch ist der genaue Mechanismus nicht bekannt, über den Walnüsse die mikrobielle Gemeinschaft im Darm verändern. Darüber hinaus scheinen auch andere Substanzen aus Nüssen, z.B. Polyphenole und Polysaccharide inkl. Ballaststoffe, eine präbiotische Wirkung zu haben. Sie erhöhen vermutlich das Wachstum und die Fermentation von unverdaulichen Komponenten zu kurzkettigen Fettsäuren einschließlich Butyrat (Salze und Ester der Buttersäure), die auch die Aktivität von mikrobiellen Enzymen im Darm beeinflussen können.

 

Die beiden Studien zeigen, dass Walnüsse dazu beitragen, wichtige körperliche Funktionen zu verbessern. Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel und den Cholesterinspiegel, das gilt besonders für das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Und sie verbessern auch das Mikrobiom durch die verstärkte Besiedelung von probiotischen und Buttersäure bildenden Keimen im Darm.

 

Quellen:
Marta Gosch-Ferré et al., Effects of walnut consumption on blood lipids and other cardiovascular risk factors: an updated meta-analysis and systematic review of controlled trials. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 108, Nr. 1, 2018, S. 174-187, doi: 10.1093/ajcn/nqy091.
Charlotte Bamberger et al., A Walnut-Enriched Diet Affects Gut Microbiome in Healthy Caucasian Subjects: A Randomized, Controlled Trial. In: Nutrients. Online-Veröffentlichung vom 22.2.2018, doi: 10.3390/nu10020244.


Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos

 

Ein hoher Verzehr von Bio-Lebensmitteln führte in einer großen französischen Bevölkerungsstudie zu einer deutlichen Senkung des Krebsrisikos.

 

Biologisch erzeugte Lebensmittel sind weniger durch Pestizide belastet als konventionell hergestellte. Das zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. In einer Untersuchung von Lebensmitteln enthielten 44 % der Proben aus konventioneller Herstellung Pestizid-Rückstände, in Bio-Lebensmitteln war dies mit 6,6 % deutlich seltener der Fall. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass die Bio-Kost deutlich gesünder ist. Ob sich dies auch auf ein geringeres Risiko für Krankheiten auswirkt, wurde bisher nur in wenigen Studien untersucht. Nachgewiesen ist z.B., dass ein Wechsel zur Bio-Kost schon nach wenigen Tagen die Konzentration von Pestiziden im Körper verringert. Einige Pestizide wirken im Körper möglicherweise oder sehr wahrscheinlich karzinogen. Für die Forschung stellt sich daher die Frage, ob Menschen, die häufiger oder regelmäßig Bio-Lebensmittel essen, seltener an Krebs erkranken. Erste Untersuchungen dazu brachten keine einheitlichen Ergebnisse. Nun gibt es neue Erkenntnisse durch eine Studie des französischen Gesundheits- und Forschungs-Instituts INSERM in Paris.

 

Die Forscher werteten Daten aus der großen französischen Bevölkerungsstudie NutriNet-Santé aus. Seit 2009 beantworteten rund 69.000 Franzosen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren freiwillig einen (Internet-basierten) Fragebogen zu ihrer Ernährung. Einbezogen waren auch Angaben zum Verzehr von 16 Bio-Lebensmitteln. Die Befragungen wurden danach jährlich wiederholt. Im Lauf der Nachbeobachtung von rund viereinhalb Jahren verzeichnete man bisher unter den Teilnehmern 1.340 Krebskrankheiten. Es zeichnet sich dabei ab, dass die Anhänger der Bio-Kost eine geringere Krebsrate haben. Teilnehmer mit den größten Anteilen von Bio-Lebensmitteln in der Ernährung erkrankten um 25 % (signifikant) seltener an Krebs im Vergleich zu Teilnehmern, die am wenigsten biologisch angebaute Lebensmittel aßen. Die Forscher prüften außerdem die Beziehungen der Bio-Kost zu einzelnen Krebskrankheiten. Am deutlichsten war die Differenz bei Lymphomen, bei einem hohen Verzehr an Bio-Lebensmitteln sank das Risiko für diese Krebskrankheit um 76 %. Eine schützende Wirkung wurde auch beim Brustkrebs nach der Menopause nachgewiesen, bei einem hohen Konsum von Bio-Lebensmitteln verringerte sich das Risiko dafür um 34 %.

 

Noch sind die Forscher vorsichtig, aufgrund der Ergebnisse einer Bevölkerungsstudie mit freiwilligen Teilnehmern von einen Nachweis für die Schutzwirkung der Bio-Kost zu sprechen. Eine Schwierigkeit bei der Auswertung der Daten war z.B., dass viele Teilnehmer die Bio-Kost neben anderen konventionell hergestellten Lebensmitteln verwendeten. Weitere Studien über die Beziehungen zwischen der Bio-Kost und der Prävention von Krankheiten sind daher notwendig. Die Forscher heben jedoch hervor, dass die Förderung des Verzehrs von biologisch angebauten Lebensmitteln in der allgemeinen Bevölkerung eine vielversprechende Strategie sein könnte, die Prävention von Krebskrankheiten zu stärken.

 

Quelle:
Julia Baudry et al., Association of Frequency of Organic Food Consumption With Cancer Risk Findings From the NutriNet-Santé Prospective Cohort Study. In: JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4357.


Nach der Einnahme von Antibiotika kann sich die Mikroflora bei gesunden Menschen innerhalb von einigen Wochen wieder erholen.

 

Nach der Einnahme von Antibiotika kann sich die Mikroflora bei gesunden Menschen innerhalb von einigen Wochen wieder erholen. Doch auch noch nach sechs Monaten fehlt es an einigen der gesunden Darmbakterien.

 

Die enormen Mengen an Bakterien mit diversen Arten im Darm beeinflussen unsere Gesundheit auf vielen Wegen, einschließlich der Wirkungen auf das Immunsystem und den Stoffwechsel. Eine Vielzahl von gesunden Bakterien fördert die Gesundheit und trägt zur Vorbeugung vor vielen Krankheiten bei. Dagegen kann eine schlechte Zusammensetzung der Mikroflora im Darm mit vielen ungeeigneten Bakterien zur Entstehung chronischer Krankheiten, wie z.B. Diabetes, Asthma und Darmentzündungen, beitragen. Die Gabe von Antibiotika wird zur Therapie bei einem schädlichen Bakterienbefall eingesetzt. Der wiederholte Einsatz führt nicht nur zur möglichen Resistenz, er beeinträchtigt auch die gesunde Mikroflora im Darm und damit die Gesundheit.

 

Eine dänische Forschergruppe hat die Wirkungen von Antibiotika auf die Darmflora in einer kleinen Studie genauer überprüft. Sie gaben zwölf jungen, gesunden Männern an vier Tagen drei Breitspektrum-Antibiotika. Die Gabe lehnte sich an aktuelle Therapien bei Intensiv-Therapien an. Die Antibiotika vernichteten die Darmflora der Teilnehmer fast vollständig, darunter z.B. Bifidobakterien und Butyrat-Produzenten. Die Darmflora erholte sich danach im Lauf von sechs Wochen nahezu vollständig, fast alle Bakterien-Spezies waren dann wieder im Darm vorhanden. Das galt jedoch nicht für alle gesunden Bakterienarten, neun der vorher vorhandenen Bakterien hatten sich auch nach sechs Monaten nicht wieder erneut im Darm angesiedelt. Außerdem waren einige neue, möglicherweise nicht erwünschte Bakterienarten in der Mikroflora hinzu gekommen. Längst bekannt ist, dass die westliche Bevölkerung allgemein eine geringere Vielfalt an Bakterienarten im Darm im Vergleich zu Naturvölkern aus Afrika oder vom Amazonas hat. Eine mögliche Erklärung dafür ist der in den Industrieländern weit verbreitete Einsatz von Antibiotika bei Infektions-Krankheiten, der die Bakterienvielfalt im Darm beeinträchtigen könnte.

 

Die Forscher konnten in dieser kleinen Studie nachweisen, dass sich die Darmflora nach Antibiotika-Gaben zwar wieder erholen kann, dass sie jedoch einen Teil ihrer Vielfalt im bakteriellen Ökosystem einbüßt. Antibiotika können für die Wiederherstellung der Gesundheit sehr hilfreich sein, sie sollten jedoch nur bei einem tatsächlich nachgewiesenen, schädlichen Bakterienfall als Ursache von Infektionen eingesetzt werden.

 

Unser Tipp: Probiotika können gesunde Darmbakterien, z.B. nach Antibiotika-Therapien oder aus anderen Gründen, zuführen und damit die Mikroflora im Darm positiv beeinflussen. Es gibt sie in Mischungen verschiedener Bakterienstämme und -mengen. Dabei kommt es auf eine gute Qualität an, damit die Bakterien auch tatsächlich im Darmmilieu ankommen und sich dort ansiedeln können.

 

Quelle:
Albert Palleja et al., Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure: In: Nature Microbiology, Online-Veröffentlichung vom 22.10.2018, doi: 10.1038/s41564-018-0257-9.


Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Angststörungen sind recht weit verbreitet. Im Umgang mit ihnen wird bisher die Bedeutung der Ernährung zu wenig beachtet. Das gilt besonders für den Einsatz der gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forscher suchte nach Studien über die Beziehungen zwischen der Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren und kognitiven Störungen, zu denen auch die Angststörungen gehören. Von fast 200 Studien konnten sie schließlich sechs mit knapp 500 Teilnehmern in eine systematische Auswertung einbeziehen. Die Forscher richteten ihren Fokus vor allem auf mögliche Mechanismen, über die Omega-3-Fettsäuren auf Angstsymptome einwirken bzw. sie verringern könnten. Sie fanden mögliche Wirkungen für Omega-3-Fettsäuren, die in Bezug auf Angstsymptome eine Rolle spielen könnten.

 

Es gibt bereits einige Nachweise, dass ein erhöhter Entzündungs-Status im Körper mit Ängsten verbunden ist. Dabei erwiesen sich die Omega-3-Fettsäuren als hilfreich. Vom Gehirn stammende neurotrophische Faktoren, besonders der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), sind bestimmte Proteine, die einige Funktionen des Nervensystems regulieren, indem sie das neuronale Überleben fördern. Ein Mangel oder auch ein Überschuss an solchen Proteinen wurde mit verschiedenen psychischen Krankheiten verbunden, darunter u.a. Depressionen und Alzheimer. Omega-3-Fettsäuren können diese neurotrophischen Proteine beeinflussen. Cortisol ist als Stress-Hormon bekannt, Omega-3-Fettsäuren können zu dessen Regulation beitragen. Hinzu kommt, dass es eine Verbindung zwischen den Herz-Kreislauf-Funktionen und den Omega-3-Fettsäuren gibt, die offenbar dazu beitragen, die Herzfrequenz-Variabilität zu regulieren. Eine geringere Variabilität (in der Zeit zwischen den Herzschlägen) wird mit höheren Werten von Angstsymptomen verbunden.

 

Die Forscher sahen jedoch auch bei ihrer Literaturrecherche, dass die Studien auf diesem Gebiet zum Teil recht heterogen waren. Es wurden z.B. verschiedenste Dosierungen bei den Omega-3-Fettsäuren eingesetzt, das galt auch für unterschiedliche Verhältnisse der beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), zueinander. In Zukunft sollten weitere Forschungen über die Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren bei Angststörungen durchgeführt werden, die jedoch stärker standardisiert bzw. klarer strukturiert sein sollten.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Ashley R. Polokowski et al., Omega-3 fatty acids and anxiety: A systematic review of the possible mechanisms at play. In: Nutritional Neuroscience, Online-Veröffentlichung vom 28.9.2018, doi: 10.1080/1028415X.2018.1525092.


Höhere Blutwerte der Omega-3-Fettsäuren sind mit einer besseren Aussicht auf die Gesundheit im Alter verbunden. Das zeigen die Ergebnisse einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie.

 

Höhere Blutwerte der Omega-3-Fettsäuren sind mit einer besseren Aussicht auf die Gesundheit im Alter verbunden. Das zeigen die Ergebnisse einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie.

 

Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Lebensalter, dieser Trend hält weltweit an. Gesundheit ist in jedem Alter ein hohes Gut, jedoch im Alter mit körperlicher und mentaler Gesundheit besonders wichtig. Forscher suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Gesundheit im Alter zu stärken. Dabei spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Das gilt nicht nur für die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, sondern zunehmend auch für andere Mikro-Nährstoffe. Vor allem für die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gibt es viele positive Nachweise für gesundheitliche Wirkungen, jedoch sind die Ergebnisse bisher nicht immer einheitlich. In einer Studie prüfte daher eine Gruppe US-amerikanischer Forscher die Beziehung zwischen zirkulierenden Blutwerten der Omega-3-Fettsäuren und der Gesundheit im Alter. 2.622 ältere Menschen nahmen an einer Studie zur kardiovaskulären Gesundheit von 1992 bis 2015 teil. Zu Beginn waren die Teilnehmer im Durchschnitt bereits 74 Jahre alt.

 

Bei allen wurden anfangs sowie nach sechs und dreizehn Jahren die Omega-3-Fettsäuren im Blut gemessen, die vor allem aus Fischölen von fettreichen Fischen aufgenommen werden. Die Werte wurden separat für die Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Docosapentaensäure (DPA) bestimmt. Einbezogen wurde außerdem die Alpha-Linolensäure, die vorwiegend aus pflanzlichen Lebensmitteln zugeführt wird, vor allem aus Nüssen, Samen und grünblättrigem Gemüse. Aufgrund der Ergebnisse wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt, von den geringsten Werten an Omega-3-Fettsäuren bis zur höchsten Versorgung.

 

Im Lauf der langen Studienzeit wurde die Gesundheit der Teilnehmer weiter beobachtet. Eine gute Gesundheit wurde so definiert: keine chronischen Krankheiten, z.B. weder Herz-Kreislauf-Krankheiten noch Krebs, Lungenkrankheiten oder schwerere chronische Nierenkrankheiten. Außerdem litten die Teilnehmer nicht unter körperlichen oder geistigen Einschränkungen. 89 % der Teilnehmer erkrankten im Lauf der langjährigen Studie, immerhin 11 % blieben auch in hohem Alter gesund. Bei der besten Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sank das Krankheits-Risiko um 18 % im Vergleich zur Gruppe mit den niedrigsten Werten. Bei der besten Versorgung mit EPA hatten die Teilnehmer ein um 24 % geringeres Risiko, dass sich ihre Gesundheit verschlechterte im Vergleich zur Gruppe mit den geringsten Werten. Ähnliche Werte wurden bei einer guten DPA-Versorgung erreicht, bei höchsten Werten wurde die Gesundheit im Alter um 18 bis zu 21 % weniger beeinträchtigt. Dagegen wirkten sich die Werte der DHA und der Alpha-Linolensäure nicht signifikant auf die Gesundheit im Alter aus.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren die Gesundheit im Alter fördern kann. Sie führen diese Wirkungen vorwiegend auf die Fähigkeit der Omega-3-Fettsäuren zurück, den Blutdruck zu verringern sowie die Herzrate und Entzündungen zu beeinflussen. Weitere Forschungen sollten diese Beziehungen zur Gesundheit im Alter näher klären. Empfehlenswert für ältere Menschen ist ein erhöhter Fischverzehr bzw. die erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren stehen zur Ergänzung in verschiedenen Formen und Dosierungen zur Verfügung. Auf eine gute Qualität und Stabilität der Präparate sollte dabei immer geachtet werden.

 

Quelle:
Heidi T.M. Lai et al., Serial circulating omega-3 polyunsaturated fatty acids and healthy aging among older adults in the Cardiovascular Health Study: prospective cohort study. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 17.10.2018, doi: 10.1136/bmj.k4067.


Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können zur Hirngesundheit beitragen.

 

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können zur Hirngesundheit beitragen. Sie können in allen Lebensphasen, besonders aber im Alter, die Funktionen des Gehirns stärken.

 

Gute Gehirnfunktionen helfen uns, einen klaren, aktiven Geist zu bewahren und ermöglichen Konzentration, Erinnerung, Lernen, Intuition sowie das Urteils- und Sprachvermögen. Das ist ein Leben lang, besonders jedoch im Alter wichtig, wenn ein gesundes Gehirn die Selbstständigkeit ebenso wie die Lebensqualität fördert. Zum Altern gehört jedoch, dass sich kognitive Fähigkeiten verringern, damit steigt u.a. das Risiko, an Demenz zu erkranken. Viele zelluläre und molekulare Veränderungen, einschließlich oxidativer Schäden, mitochondrialer Störungen sowie ein veränderter Glukose-Stoffwechsel und Nervenentzündungen, können zu kognitiven Störungen im Alter beitragen. Längst ist erkannt, dass einige Nährstoffe die Hirnfunktionen unterstützen und schützen. Dazu gehören die Omega-3-Fettsäuren, deren positiver Einfluss auf das Gehirn bereits vielfach untersucht wurde, doch noch sind die Wirkungen über die gesamte Lebensdauer nicht vollends bewertet. Ein englisches Ernährungs-Institut wertete daher geeignete Studien zur Beziehung zwischen der Hirngesundheit und der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren aus. Einbezogen waren die Ergebnisse aus 25 internationalen (randomisierten, kontrollierten) Studien mit rund 3.600 Teilnehmern.

 

Zu den Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören vor allem die EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), letztere ist in den neuronalen Membranen reichlich vorhanden. Quantitativ ist die DHA die wichtigste Omega-3-Fettsäure im Gehirn. Zunehmend zeigt sich, dass auch die EPA und DPA (Docosapentaensäure), neuroprotektive Eigenschaften besitzen. Im Vergleich zu Kontrollgruppen korrelierten Omega-3-Ergänzungen mit verbesserten Biomarkern im Blut. Davon profitierten besonders Teilnehmer mit einem niedrigen Gehalt an Fettsäuren, stillende Frauen oder auch Patienten mit neuropsychiatrischen Erkrankungen.

 

Die Ergänzung von Omega-3- Fettsäuren könnte generell eine nützliche Strategie sein, um die Hirngesundheit über die gesamte Lebensdauer hindurch zu unterstützen. Verbesserungen in den kognitiven Entwicklungen und Leistungen lassen sich über die gesamte Lebenszeit hindurch erreichen, das gilt vom Säuglingsalter über Kinder und Jugendliche bis ins hohe Erwachsenenalter. Dabei können sich z.B. das Sprach- und Lernvermögen sowie die Probleme bei der Aufmerksamkeit und Stimmungen verbessern. Auch bei ADHS gab es durch Omega-3-Fettsäuren einige gute Ergebnisse. Sie betrafen z.B. die Aufmerksamkeit und Hyperaktivität sowie kognitive Probleme und das Gedächtnis. Profitieren dürften davon vor allem Kinder, die schlecht mit Omega-3-Fettsäuren versorgt sind. Auch Symptome wie Konfusion und Angstgefühle konnten durch höhere Gaben von Omega-3-Fettsäuren gelindert werden.

 

Bei älteren Erwachsenen deuten einige Studien darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren helfen könnten, vor Neurodegeneration und kognitiver Beeinträchtigung zu schützen. So nahmen ältere Chinesen (im Durchschnitt 71 Jahre) mit leichter kognitiver Beeinträchtigung täglich sechs Monate lang 480 mg DHA und 720 mg EPA ein. Das verbesserte ihre kognitiven Werte und das Arbeitsgedächtnis im Vergleich zu einem Placebo. Eine ähnliche Studie an Älteren mit einer subjektiv wahrgenommenen Gedächtnisstörung zeigte, dass 2.400 mg EPA/DHA den Gehalt an roten Blutkörperchen, die Leistung im Arbeitsgedächtnis und die Hirnsignale signifikant verbesserten. Das weist darauf hin, dass sich neuronale Reaktionen durch EPA/DHA erhöht hatten. Ältere Erwachsene, die mit 800 mg DHA und einem höheren Anteil an EPA von 1200 mg versorgt wurden, verringerten ihren oxidativen Stress.

 

Das ist ein Risikofaktor, der vermutlich an Depressionen beteiligt ist. Bei älteren Menschen in den Vorstadien einer Demenz und bei entwickelter Krankheit war der Blutspiegel von EPA, DHA und den gesamten Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu Gesunden meist geringer. Bei Erwachsenen über 70 Jahren zeigte sich, dass 800 mg DHA und 225 mg EPA über 36 Monate hinweg dazu beitrugen, die Hirnfunktionen bei von Demenz bedrohten Menschen mit einem niedrigen Omega-3-Index aufrechtzuerhalten. Es scheint sich also zunehmend zu bestätigen, dass Omega-3-Fettsäuren bei Demenz-Krankheiten eine wichtige Rolle spielen.

 

Die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann allgemein eine positive Rolle bei der Verbesserung der Hirngesundheit spielen. Das gilt besonders für Menschen mit einer schlechten Versorgung an Omega-3-Fettsäuren, für stillende Mütter und bei neuropsychiatrischen Krankheiten. Für gute Hirnfunktionen im Lauf des gesamten Lebens, besonders aber zur Prävention von abnehmenden kognitiven Funktionen ist es sinnvoll, den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ein Leben lang möglichst optimal zu halten. Dazu tragen der Verzehr von fettreichen Fischen mit Omega-3-Fettsäuren (z.B. Lachs, Sardinen etc.) ebenso wie Nahrungsergänzungen mit EPA und DHA bei. In künftigen Studien sollten mögliche Interaktionen von Omega-3-Fettsäuren auch mit anderen Nährstoffen untersucht werden, die eine Rolle bei der Hirngesundheit spielen, das gilt z.B. für die B-Vitamine und Eisen.

 

Unser Tipp: Omega-3-Fettsäuren gibt es in vielen Formen und Dosierungen, die auf individuelle Bedingungen gut abgestimmt werden können. Auf eine gute Qualität und Stabilität sollte bei den Präparaten geachtet werden.

 

Quelle:
Emma Derbyshire, Brain Health across the Lifespan: A Systematic Review on the Role of Omega-3 Fatty Acid Supplements. In: Nutrients , Online-Veröffentlichung vom 15.8.2018, doi: 10.3390/nu10081094.


Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Halten sich Darmkrebs-Patienten nach der Therapie an die Empfehlungen zur gesunden Ernährung und der körperlichen Aktivität, können sie ihre Lebensperspektiven offenbar deutlich verbessern.

 

Krebs-Patienten erhalten nach der Therapie meist geeignete Empfehlungen für eine gesunde Ernährung und die Körperaktivität, außerdem wird ein gesundes Körpergewicht empfohlen. Ob die Patienten solche Empfehlungen befolgen und wie sich dies auf den weiteren Verlauf ihres Lebens auswirkt, das prüften Forscher der Universität von Kalifornien in einer Studie. Sie werteten die Daten von rund 1.000 Darmkrebs-Patienten aus (im Durchschnitt 60 Jahre), die von 1991 bis 2001 an einer Studie (CALGB-89803) teilgenommen und eine Chemotherapie erhalten hatten. In der Zeit ihrer Behandlung gaben sie auch Auskünfte über ihre Ernährung und den Lebensstil.

 

Nach der Therapie wurden sie im Durchschnitt sieben Jahre lang weiter in Bezug auf ihre Gesundheit beobachtet. 335 Teilnehmer entwickelten in dieser Zeit ein Rezidiv, davon starben 256 Teilnehmer an den Krebsfolgen, weitere 43 Teilnehmer aus anderen Gründen. Mit einem speziellen Score (0 bis 6 Punkte) wurde bei allen Teilnehmern die Anpassung an die Empfehlungen der amerikanischen Krebsgesellschaft geprüft (ACS-Richtlinien). Einbezogen waren der BMI, die körperliche Aktivität und in der Ernährung der Verzehr von Obst und Gemüse, Vollkornprodukten sowie von rotem und verarbeiteten Fleisch, außerdem wurde der Alkoholkonsum ausgewertet.

 

Patienten mit einer hohen Anpassung an die Empfehlungen der Krebsgesellschaft (Score 5 bis 6) hatten ein um 42 % geringeres Sterblichkeitsrisiko als Patienten mit einem niedrigen Score (0 bis 2). Wurde auch der Alkoholkonsum in die Auswertung einbezogen, sank das Sterblichkeitsrisiko beim hohen Score sogar um 51 %.

 

Außerdem zeigte sich bei einer gesunden Ernährung und genügend Körperaktivität die Tendenz zu einem längerem Überleben ohne Krankheit (31 %). Die 5-Jahres-Überlebensprognose betrug 85 % für Patienten mit hoher Anpassung an die ACS-Richtlinien und 76% für Patienten mit niedriger Übereinstimmung. Patienten mit Darmkrebs, die während und nach der Behandlung die ACS-Richtlinien in Bezug auf die Ernährung und die Körperaktivität befolgten, hatten also eine verbesserte Lebensperspektive.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die Beibehaltung oder das Erreichen eines gesunden Körpergewichts, die angemessene körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollkorn ist, nach einer Krebskrankheit mit einer besseren Lebensperspektive verbunden ist.

 

Quelle:
Erin L. Van Blarigan et al., Association of Survival With Adherence to the American Cancer Society Nutrition and Physical Activity Guidelines for Cancer Survivors After Colon Cancer Diagnosis The CALGB 89803/Alliance Trial. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 6, 2018, S. 783-790, doi: 10.1001/jamaoncol.2018.0126.


Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig.

 

Folsäure, Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen sind für die Gesundheit von Mutter und Kind sehr wichtig. Vielen Frauen fehlt es aber an der ausreichenden Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen.

 

Eine gute Ernährung ist für Frauen, die schwanger werden möchten, sehr wichtig. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit von Mutter und Kind und legt die Grundlagen für die Gesundheit des Kindes im späteren Leben. Für Paare, die Eltern werden wollen, gibt es Empfehlungen zur gesunden Ernährung, die auch die Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen einschließen. Dazu gehören optimale Aufnahmen von Folat, Vitamin D und der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

 

Folat wird empfohlen, um beim Fötus das Risiko für die Entwicklung eines Neuraltubendefektes zu vermeiden. Obwohl dieses B-Vitamin in vielen Lebensmitteln vorhanden ist, z.B. in grünblättrigem Gemüse, Obst, Fleisch und Milchprodukten, ist es offenbar für viele Frauen schwierig, die empfohlenen Mengen mit der Ernährung aufzunehmen. Daher wird Frauen mit Kinderwunsch die tägliche Ergänzung von Folsäure als Prävention empfohlen. Die Zufuhr sollte möglichst schon vor der Konzeption beginnen, weil gerade die ersten Wochen der Schwangerschaft für die Vermeidung des Neuraltubendefektes wichtig sind. Vitamin D ist in der Schwangerschaft u.a. für Prävention einer Präeklampsie (Hypertonie und Proteinurie) und von Gestations-Diabetes wichtig. Bei den Kindern kann es z.B. dazu beitragen, ein niedriges Geburtsgewicht sowie ein beeinträchtigtes Knochenwachstum und das Risiko von Asthma zu vermeiden. Die Aufnahme von Vitamin D durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf die Haut ist in nördlichen Ländern oft zu gering, auch die Zufuhr von Vitamin D aus der Nahrung reicht nicht aus.

 

Daher wird Frauen, die schwanger werden wollen, meist die tägliche Aufnahme von 10 mcg Vitamin D als Ergänzung empfohlen. Das gilt besonders in den Herbst- und Wintermonaten, in denen die Aufnahme von Vitamin D über das Sonnenlicht geringer ist. Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind vor allem für die Entwicklung das fötales Gehirns und der Retina wichtig. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, täglich 200 mg EPA und DHA aufzunehmen bzw. wenigstens eine Mahlzeit mit fettreichem Fisch pro Woche zu essen.

 

Wie die tatsächliche Versorgung von Frauen mit diesen wichtigen Mikro-Nährstoffen in der Zeit vor einer Befruchtung aussieht, darüber ist bisher wenig bekannt. Daher prüfte eine Gruppe niederländischer Forscher die Versorgung mit Folat, Vitamin D sowie von EPA und DHA bei Frauen mit Kinderwunsch samt der Quellen, aus denen die Frauen diese Mikro-Nährstoffe aufnahmen. Einbezogen waren 66 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die schwanger werden wollten. Zunächst untersuchte man die Ernährung der Frauen, weiter wurden die Werte von Vitamin D, von Folsäure sowie von EPA und DHA bestimmt. Viele Frauen erreichten dabei nicht die in den Niederlanden geltenden Empfehlungen zur Aufnahme von Folsäure (50%), Vitamin D (67%) und EPA/DHA (52%). 14 % der Frauen waren zu gering mit Folsäure versorgt, und bei 23 % wurde ein nicht ausreichender Vitamin-D-Status festgestellt.

 

In der Ernährung trug Gemüse am meisten zur Versorgung mit Folsäure bei (25%), Vitamin D wurde vor allem aus Ölen und Fetten bezogen (39%), und Fischmahlzeiten waren die Hauptquelle für die Versorgung mit EPA und DHA (69%). Folat-Ergänzungen, Vitamin D sowie EPA und DHA sowohl aus der Nahrung als auch aus Ergänzungen waren signifikant mit den Blutwerten verbunden. Nahrungsergänzungen trugen wesentlich zur Gesamtaufnahme von Folsäure und Vitamin D und zum besseren Ernährungs-Status bei. Die Forscher halten es für notwendig, den Fischverzehr und die Ergänzung von Folsäure und Vitamin D für Frauen, die schwanger werden wollen, stärker zu fördern. Das kann die Aufnahme und die Blutwerte dieser Mikro-Nährstoffe bei Frauen mit Kinderwunsch deutlich verbessern.

 

Unser Tipp: Folsäure, Vitamin D sowie EPA und DHA aus Fischölen gibt es jeweils als einzeln oder kombinierte Nahrungsergänzungen. Bei Kinderwunsch und einer Schwangerschaft kann auch geprüft werden, ob spezielle Multi-Nährstoff-Präparate für Frauen in Frage kommen.

 

Quelle:
Moniek Looman et al., Supplement Use and Dietary Sources of Folate, Vitamin D, and n-3 Fatty Acids during Preconception: The GLIMP2 Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2018, doi: 10.3390/nu10080962.


Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen.

 

Die Aufnahme von Flavonoiden kann über lange Zeit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen. Das ist eine degenerative Erkrankung der Netzhaut, die zum fortschreitenden Sehverlust führt.

 

Bei der altersbedingten Makuladegeneration wird der gelbe Fleck (Macula lutea) der Netzhaut (Retina) in seiner Funktion gestört. Das führt vor allem im höheren Alter zu einem fortschreitenden Sehverlust. Aus einigen Studien ist bekannt, dass Antioxidantien der Entwicklung dieser Augenkrankheit vorbeugen bzw. ihren Verlauf verlangsamen können. Untersucht sind dazu bisher vor allem die Vitamine C, E, A sowie Carotinoide, weniger die Wirkungen von Flavonoiden, pflanzlichen Substanzen aus Obst und Gemüse, von denen bereits viele gesundheitliche Funktionen bekannt sind. Sie haben teilweise auch antioxidative und antientzündliche Wirkungen. Im Rahmen einer Bevölkerungsstudie (Blue Mountains Eye Study) untersuchte eine australische Forschergruppe die Beziehungen zwischen der Ernährung und der Aufnahme von Flavonoiden incl. der dazu gehörenden Untergruppen.

 

Flavonoide sind starke Antioxidantien, die in fast allen Obst- und Gemüsesorten vorkommen und das Immunsystem stärken. Einbezogen in die Studie waren seit 1992 rund 2.850 Erwachsene ab dem Alter von 49 Jahren, davon konnten rund 2.000 Personen bis zu 15 Jahren und länger beobachtet werden. Bei allen Teilnehmern wurde die Ernährung mit Hilfe von Befragungen untersucht, daraus wurde die Aufnahme von Flavonoiden eingeschätzt. Besonderes Augenmerk richteten die Forscher auf den Verzehr von stark flavonoidreichen Lebensmitteln, vor allem auf Tee, Äpfel, Rotwein und Orangen, die häufiger konsumiert werden. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem die Gesundheit der Augen in Bezug auf die Makuladegeneration untersucht.

 

Die Auswertungen zeigten, dass Teilnehmer, die regelmäßig Flavonoide aufgenommen hatten, deutlich besser vor der Entwicklung der Makuladegeneration geschützt waren. Jeder Anstieg bei den Gesamt-Flavonoiden war mit einem geringeren Risiko für diese Augenkrankheit verbunden. Besonders effektiv wirkte dabei Hesperidin, ein Flavonoid, das vor allem in Orangen und Zitronen vorhanden ist. Bei einem höheren Verzehr konnten dadurch vor allem die späten Stadien der Krankheit verringert werden. Teilnehmer, die täglich z.B. eine Orange aßen, konnten ihr Risiko für die fortschreitende Makuladegeneration um 61 % verringern im Vergleich zu denen, die niemals Orangen verzehrten. Auch nur einer Orange pro Woche hatte noch eine gewisse Risikominderung zur Folge. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass Flavonoide zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration beitragen können. Das sollte in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Augengesundheit gibt es spezielle Nahrungsergänzungen, die neben wichtigen Vitaminen auch antiooxidative Bioflavonoide, Heidelbeerextrakt sowie Lutein, Lykopin und Zeaxanthin enthalten. Von ihnen ist bekannt, dass sie die Sehkraft besonders gut stärken können.



Vegetarisch und vegan auch für Kinder und Jugendliche?

 

Die Anhänger der vegetarischen oder der veganen Ernährung, bei der auch Milchprodukte und Eier gemieden werden, nehmen zu. Damit stellt sich für so manche Eltern die Frage, ob diese Ernährung auch für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gibt dazu jetzt Empfehlungen.

 

Kinder und Jugendliche haben einen besonderen Bedarf an Nährstoffen, um ihr Wachstum und die altersgemäße Entwicklung zu fördern. Ob dies auch mit alternativen Ernährungsformen in diesen Altersgruppen erreicht werden kann, dazu gibt es bisher eher wenig Studien. Aus den Ergebnissen lassen sich einige grundlegende Empfehlungen ableiten. Die Kinder- und Jugend-Mediziner halten eine ausgewogene Ernährung mit tierischen Produkten und reichlich pflanzlichen Lebensmitteln generell für empfehlenswert. Dazu gehören der mäßige Verzehr von Fleisch und Fisch sowie von Milch bzw. Milchprodukten. Auch die vegetarische Ernährung mit Eiern und Milchprodukten (ovo-lacto-vegetarische Ernährung) kann den Nährstoff-Bedarf von Kindern und Jugendlichen im Wachstum decken. Gute Kenntnisse über eine ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel sind nötig, gegebenenfalls unterstützt durch Kinderärzte oder Ernährungsfachleute.

 

Bei der vegetarischen Ernährung muss z.B. auf die gute Eisenzufuhr geachtet werden, da Eisen nur eine geringe Bioverfügbarkeit hat. Bei der veganen Ernährung, ohne Milchprodukte und Eier, wird die ausgewogene Versorgung mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen deutlich komplizierter. Man muss sich intensiv mit dem Nährstoff-Haushalt befassen, um gesundheitliche Risiken durch Defizite zu vermeiden. Besonders wichtig ist die konsequente Ergänzung von Vitamin B12, das hauptsächlich aus tierischen Lebensmitteln aufgenommen wird. Kritisch sind außerdem oft die Aufnahmen von Eisen, Zink, Jod, DHA (Omega-3-Fettsäure) und Kalzium. Auch sie stammen vorwiegend aus tierischen Lebensmitteln oder werden aus pflanzlichen Quellen erheblich schlechter aufgenommen. Einige Studien zeigten, dass die Versorgung mit diesen Mikro-Nährstoffen bei Veganern und zum Teil auch bei Vegetariern im Vergleich zur tierisch-pflanzlichen Kost geringer war.

 

Die Zahl der Vegetarier und Veganer stieg in den letzten Jahren an, insgesamt jedoch weniger, als es das öffentliche Interesse nahelegen mag. Auf rund 10 % wird der Anteil der Vegetarier heute nach Angaben des Vegetarierbunds geschätzt, auf 1 % kommen die Veganer. Weitaus größer dürfte die Zahl der Flexitarier sein, die sich nicht strikt pflanzlich ernähren. Sie verzichten z.B. zunehmend oder ganz auf Fleisch, essen aber noch Fisch (Pescatarier). Grundsätzlich gilt, das Risiko für Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen steigt, je stärker bestimmte Lebensmittel eingeschränkt oder vollends gemieden werden. Bei größeren Einschränkungen in der Ernährung sollten nötige Mikro-Nährstoffe ergänzt werden. Eine Blutuntersuchung, mit der die Versorgung von wichtigen Nährstoffen beurteilt wird, kann helfen, vorhandene Defizite zu erkennen und zu ergänzen.

 

Unser Tipp: Die Ergänzung von Mikro-Nährstoffen bei Kindern und Jugendlichen sollte am besten nach individueller Analyse der Ernährungssituation durch die Empfehlung von Therapeuten und/oder Ernährungsfachleuten erfolgen.

 

Quelle:
S. Rudloff et al., Vegetarische Kostformen im Kindes- und Jugendalter. Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ). In: Monatsschrift Kinderheilkunde, Online-Veröffentlichung vom 6.8.2018, doi: 10.1007s00112-018-0547-6.


Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte?

 

Ernährungsempfehlungen gibt es fast so viele wie Sand am Meer. Was aber ist wirklich empfehlenswert, wenn man die Herzgesundheit mit der Ernährung fördern möchte? US-Experten stellten dazu jetzt einen neuen Leitfaden vor.

 

Empfehlungen für die Ernährung haben immer Konjunktur, gleich ob es um den Verlust von zu vielen Pfunden oder um die Vorbeugung von Krankheiten geht, und sie passen sich aktuellen Trends ständig an. Viele Empfehlungen halten jedoch einem „Praxis-Check“ oftmals nicht stand. Wunder sind auch in der Ernährung kaum und schon gar nicht schnell zu erreichen, das gilt vor allem für extreme Ernährungsweisen. Gesichert ist, dass eine vollwertige Ernährung mit wenig Fertigprodukten, reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten, dazu in Maßen Nüsse (wegen des Fettgehalts in geringen Mengen), zur Gesundheit beitragen kann. Für die Prävention und den begleitenden Umgang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten haben Kardiologen aus den USA jetzt einen neuen Leitfaden vorgestellt. Er gibt weitgehend geprüfte und gesicherte Empfehlungen zur Ernährung. Hier ein kurzer Überblick:

 

Milchprodukte, fettreduzierte Milchprodukte sind eine wichtige Quelle für Vitamine, Mineralstoffe und hochwertige Proteine. Der Verzehr von fettreichen Milchprodukten sollte dagegen eingeschränkt werden, sie enthalten reichlich gesättigte Fettsäuren und Salz.

 

Zucker erhöht bei übermäßigem Konsum die Entstehung von Atherosklerose, Gewichtsanstieg sowie das Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Frauen sollten täglich nicht mehr als 100 Kalorien an zugefügtem Zucker aufnehmen, Männer nicht mehr als 150 Kalorien. Auf Softdrinks sollte möglichst verzichtet werden.

 

Energy Drinks, enthalten oft zu viel Zucker und Koffein, auf ihren Konsum sollte man besser verzichten. Sie können den Blutdruck erhöhen, begünstigen die Zusammenballung von Blutplättchen und können zu Rhythmusstörungen beitragen.

 

Kaffee und Tee, enthalten Polyphenole, die den Glukosestoffwechsel und die Insulinsensitivität positiv beeinflussen können. Kaffee wirkt bei moderatem Konsum positiv auf das Herz-Kreislauf-System, er ist auch für Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten in Maßen unbedenklich. Schwarzer Tee verbessert vermutlich die Gefäßfunktionen, Grüntee wirkt positiv auf das Lipidprofil (LDL/HDL-Verhältnis), das gilt vor allem für passionierte Teetrinker. Auf den Zusatz von Zucker, Süßstoffen oder fettreiche Milch/Sahne sollte man bei Kaffee und Tee möglichst verzichten.

 

Alkohol, kann schützend, aber auch schädigend wirken. Das ist eine Frage des Maßes und anderer Einflussfaktoren. z.B. Alter, Geschlecht etc. Mäßiger Konsum kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten verringern. Als durchschnittliches Maß gelten 1 bis 2 Drinks täglich für Männer, 1 Drink für Frauen. Ein regelmäßiger und erhöhter Konsum kann zahlreiche Risikofaktoren verstärken, z.B. Blutdruck, Triglyzeride, Entzündungen, Vorhofflimmern, Kardiomyopathie und Schlaganfälle.

 

Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen Kichererbsen etc. tragen dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Sie verbessern Glukosewerte und das „schlechte“ LDL-Cholesterin, den Blutdruck und tragen zu einem geringeren Körpergewicht bei. Sie sind eine gute Quelle für Proteine und Ballaststoffe.

 

Pilze werden häufiger empfohlen. Sie wirken vermutlich entzündungshemmend und antioxidativ, senken den Blutdruck und Blutzucker, das Gesamt-Cholesterin und Triglyzeride. Sie enthalten außerdem reichlich Vitamin D.

 

Omega-3-Fettsäuren senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und verbessern die Lipidprofile. Das gilt vor allem für EPA und DHA aus Fischölen, aber z.B. auch für die Alpha-Linolensäure aus Walnüssen und Pflanzenölen (Soja-, Raps- und Leinöl).

 

Vitamin B12 sollte ergänzt werden, wenn zu wenig davon aufgenommen wird. B12 fehlt häufiger bei älteren Menschen, Veganern, Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten sowie bei der Einnahme mancher Medikamente (Metformin, Säureblocker). Auf die geeignete Dosierung sollte geachtet werden.

 

Unser Tipp: Zur Stärkung der Herz- und Kreislauf-Funktionen tragen eine Reihe weiterer Mikro-Nährstoffe, Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe, bei. Es gibt spezielle Formeln zur Stärkung der Herzgesundheit.

 

Quelle:
Andrew M. Freeman et al., A Clinician´s Guide for Trending Cardiovascular Nutrition Controversies Part II. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 23.7.2018, doi: 10.1016/j.jacc.2018.05.030.


Die gesunde Ernährung lohnt sich auch im Hinblick auf die äußere Erscheinung.

 

Die gesunde Ernährung lohnt sich auch im Hinblick auf die äußere Erscheinung. Viel Obst und wenig rotes Fleisch lassen den Falten weniger Chancen. Männer müssen jetzt ganz stark sein, das gilt allerdings nur für Frauen.

 

Mit der Hoffnung, typische Altersspuren im Gesicht zu verringern, werden Jahr für Jahr Milliarden ausgegeben, längst nicht mehr nur von Frauen, auch Männer bemühen sich um ein „glatteres“ Aussehen. Es gehört dabei zu den seit langem bekannten Erkenntnissen, dass auch die Haut von einer gesunden Ernährung profitiert. Dennoch standen der hohe Verzehr von Obst und Gemüse beim Kampf gegen Falten bisher nicht in den obersten Rängen. Das könnte sich nach einer niederländischen Studie nun ändern.

 

Dermatologen der Erasmus-Universität in Rotterdam untersuchten im Rahmen einer Bevölkerungsstudie zur Gesundheit (Rotterdam-Studie) die Gesichtshaut von knapp 2.753 älteren Teilnehmern (Frauen und Männer) und bestimmten dabei auch den Anteil der Falten. Er betrug bei den Frauen im Durchschnitt 3,7 % und bei den Männern 4,6 %. Für beide Geschlechter galt: Ältere Teilnehmer hatten mehr Falten als die Jüngeren, Raucher mehr als Nicht- und Ex-Raucher. Zur Überraschung der Forscher hatten auch sportliche Teilnehmer mehr Falten als weniger Aktive. Auch die dickeren Teilnehmer hatten etwas weniger Falten. Nach einer Ernährungsbefragung prüften die Forscher, wie stark sich die Teilnehmer entsprechend dem „Dutch Healthy Diet Index“ (niederländischer Index für gesunde Kost) ernährten. Zur gesunden Ernährung gehörte der Verzehr von viel Gemüse und mehr Obst, dazu Fisch, Nüsse und bevorzugt weißes Fleisch, viel Wasser und nur wenig Wein. Als eher ungesund galt der Konsum von reichlich rotem Fleisch, Pizza, Snacks, und mehr Softdrinks, Kaffee und Alkoholika.

 

Die Forscher setzten dann die Haut-Analysen mit der Ernährung in Beziehung. Die Zunahme von jeweils 10 Punkten im gesunden Ernährungs-Index reduzierte bei den Frauen den Faltenanteil im Gesicht um 4,4 %. Das galt auch dann, wenn andere Einflussfaktoren, wie z.B. Alter, Body Mass Index, Rauchen, körperliche Aktivität etc., einbezogen wurden. Bei den Männern zeigten sich dagegen keine signifikanten Beziehungen zwischen der Ernährung und der Faltenbildung.

 

Ursachen für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Beziehung zwischen der Ernährung und Faltenbildung können die Forscher aus dieser Bevölkerungsstudie nicht ableiten. Vermuten lässt sich, dass eine höhere Aufnahme von Kohlenhydraten samt einem höheren Anteil an rotem Fleisch die Faltenbildung beschleunigt. Dagegen könnten erhöhte Aufnahmen von pflanzlichen Mikro-Nährstoffen, z.B. Carotinoide und Flavonoide, die durch UV-Strahlen bedingte Hautalterung möglicherweise verlangsamen. Zum Trost der Männer sei gesagt: Falten sollen sie ja angeblich attraktiver machen. Doch bestätigt ist: eine gesündere Kost trägt auch bei ihnen zur besseren Gesundheit bei.

 

Quelle:
Selma Mekic et al., A healthy diet in women is associated with less facial wrinkles in a large Dutch population-based cohort. In: Journal of the American Academy of Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 27.3.2018, doi: 10.1016/j.jaad.2018.03.033.


Die bessere Versorgung mit Vitamin D trägt dazu bei, das Risiko für Brustkrebs zu senken, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die bessere Versorgung mit Vitamin D trägt dazu bei, das Risiko für Brustkrebs zu senken, wie eine neue Studie zeigt. Die dafür nötigen erhöhten Werte lassen sich mit der Ernährung allein meist nicht erreichen.

 

Viele Studien zeigten, dass Vitamin D zur Vorsorge vor vielen Krankheiten beitragen kann, dazu gehören auch einige Krebsarten. Einige Studien weisen dabei auf eine mögliche Verbindung zwischen Vitamin D und der Entwicklung von Brustkrebs hin. US-amerikanische Forscher werteten dazu nun Daten aus zwei klinischen Studien von 2002 bis 2017 mit 3.325 Frauen aus, hinzu kam eine prospektive Studie mit 1.713 Frauen. Die Teilnehmerinnen hatten ein Alter ab 55 Jahren und waren zu Beginn der Studien nicht an Krebs erkrankt. Geprüft wurde, ob zwischen der Versorgung mit Vitamin D und dem Krebsrisiko eine Verbindung besteht. In den Studien wurden die Vitamin D-Werte (25-Hydroxyvitamin D im Blut) der Teilnehmerinnen mehrmals gemessen. In der durchschnittlichen Beobachtung von vier Jahren traten 77 neue Fälle von Brustkrebs auf.

 

Die Forscher identifizierten in Bezug auf das Brustkrebs-Risiko einen gesunden Mindestwert von Vitamin D im Blutplasma von 60 ng/ml. Das ist ein deutlich höherer Wert als die 20 bis 30 ng/ml, die in vielen Ländern als normale Versorgung mit Vitamin D genannt werden. Hier zeigte sich, dass Frauen mit deutlich höheren Vitamin D-Blutwerten (ab 60 ng/ml) ein um 82 % geringeres Brustkrebs-Risiko hatten. Auch nach Anpassung der Daten an andere Einflussfaktoren, wie z.B. Alter, Body Mass Index, Rauchverhalten und Kalzium-Aufnahmen, blieben die Ergebnisse konstant. Die Forscher ziehen das Fazit: Die Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels auf Werte, die deutlich über 20 ng/ml liegen, scheint für die Prävention von Brustkrebs wichtig zu sein. Weitere Studien sollten zeigen, ob auch andere Frauen, z.B. in jüngeren Altersgruppen, von einer guten Versorgung mit Vitamin D und einem geringeren Brustkrebsrisiko profitieren können.

 

Mit den derzeit üblichen Empfehlungen für die Aufnahme von Vitamin D sind solche höheren Vitamin D-Spiegel meist nicht zu erreichen. Die empfohlenen Aufnahmen liegen in den USA bei 600 I.E. (15 mcg) Vitamin D für Kinder und Erwachsene, für über 70-Jährige sind 800.I.E. (20 mcg) vorgesehen. In Deutschland werden 20 mcg ab einem Jahr bis ins hohe Alter empfohlen, wenn die Bildung von Vitamin D über die Haut nicht ausreichend ist. Um auf Werte von 60 ng/ml Vitamin D im Blut zu kommen, sind meist erhöhte Ergänzungen (ca. 100 bis zu 150 mcg) täglich nötig, die nicht ohne therapeutische Empfehlung eingenommen werden sollen. Die Ergänzungen können eventuell geringer angesetzt werden, wenn regelmäßig Sonneneinwirkungen auf die Haut erfolgen, die die körpereigene Bildung von Vitamin D verbessern können. Angesetzt werden dafür bei leichter Bekleidung täglich etwa 10-15 Minuten Aufenthalt in der Sonne während der Mittagszeit. Die Wirkung von oralen Vitamin D-Ergänzungen lässt sich mit einem Bluttest kontrollieren. Die Forscher empfehlen, die Messungen besonders während der sonnenarmen Wintermonate durchzuführen.

 

Unser Tipp: Schon 2009 forderten Experten einen gesunden Wert von 40 bis 60 ng/ml Vitamin D im Blut. Erhöhte Einnahmen von Vitamin D sollten jedoch immer therapeutisch überwacht werden. So sind z.B. oft unterschiedliche Mengen nötig, um auf gewünschte Serumwerte von Vitamin D zu kommen. Zu beachten ist auch die Vitamin D-Form, z.B. wird Vitamin D in emulgierter Form deutlich besser im Körper aufgenommen.

 

Quelle:
Sharon L. McDonnell et al., Breast cancer risk markedly lower with serum 25-hydroxyvitamin D concentrations ≥60 vs <20 ng/ml (150 vs 50 nmol/L): Pooled analysis of two randomized trials and a prospective cohort. In: PLOS One, Online-Veröffentlichung vom 15.6.2018, doi: 10.1371/journal.pone.0199265.


Eine gute Versorgung mit Vitamin K ist für die Entwicklung gesunder Knochen bei Kindern und Jugendlichen sehr wichtig.

Eine gute Versorgung mit Vitamin K ist für die Entwicklung gesunder Knochen bei Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Zu geringe K-Werte können zum erhöhten Risiko für Knochenbrüche beitragen.

 

Zu einer gesunden Knochenbildung im Kindes- und Jugendalter können verschiedene Faktoren beitragen. Dazu gehören die gesunde Ernährung und die gute Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen, die für die Knochen besonders wichtig sind. Das gilt vor allem für Vitamin D und Kalzium, aber auch für Vitamin K, dessen Verbindung zu den Knochen bereits einige Studien bei Erwachsenen zeigten. Jetzt untersuchte ein Forscherteam aus Polen, den USA und den Niederlanden erstmals in einer kleinen Studie, ob die Versorgung mit Vitamin K auch bei Kindern und Jugendlichen mit Knochenbrüchen verbunden ist. Bestimmen lässt sich dies mit Hilfe von Osteocalcin, einem Protein, das von Vitamin K abhängig ist und benötigt wird, um Kalzium in das Knochengewebe aufzunehmen, es dient auch als Marker für die Knochenbildung. Osteocalcin kommt als inaktive (unwirksame) und aktive (carboxylierte) Form im Körper vor. Für seine Aktivierung wird ausreichend Vitamin K benötigt. Das Verhältnis vom inaktiven zum aktiven Osteocalcin ist daher auch ein Marker für den Vitamin K-Status.

 

In die Studie einbezogen waren 39 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren. 20 Jungen und Mädchen hatten Knochenbrüche durch relativ geringe Krafteinwirkungen erlitten, was in dem noch nicht ausgereiften Knochensystem in diesem Alter häufiger vorkommen kann. Weitere 19 Teilnehmer ohne Knochenbrüche dienten zum Vergleich. Bei allen Teilnehmern wurde die Versorgung mit Kalzium sowie mit den Vitaminen D und K untersucht. Dazu bestimmten die Forscher wichtige Marker für die Knochengesundheit und das Verhältnis vom inaktiven zum aktiven Osteocalcin. Bei Vitamin D und Kalzium, beide für den gesunden Knochenbau sehr wichtig, sowie bei Markern für die Knochengesundheit zeigten sich zwischen beiden Gruppen keine wesentlichen Differenzen. Doch bei der Versorgung mit Vitamin K fanden die Forscher statistisch signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen, im Verhältnis vom inaktiven und aktiven Osteocalcin. Kinder und Jugendliche mit Knochenbrüchen hatten hier deutlich erhöhte Werte.

 

Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass neben Vitamin D und Kalzium auch Vitamin K eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit von Kindern und Jugendlichen spielt. Ergänzungen mit Vitamin K können bei Defiziten die Knochengesundheit im Wachstumsalter verbessern und so zur Vorbeugung von Knochenbrüchen mit geringer Krafteinwirkung beitragen.

 

Unser Tipp: Es gibt zwei Formen von Vitamin K: Phyllochinon (K1, auch Phytonadion genannt) und Menachinon (K2). K1 kommt in grünblättrigem Gemüse wie Salat, Broccoli und Spinat vor und liefert den Hauptanteil von Vitamin K (bis zu 90 %). Vitamin K2 ist in der Ernährung nur gering enthalten und kann auch im Darm durch die Mikroflora synthetisiert werden. Vitamin K2 hat verschiedene Formen, MK-4 ist im Fleisch enthalten, MK-7, -8 und -9 stammen aus fermentierten Lebensmitteln wie Käse und Natto (MK-7). Bei Ergänzungen sollte auf die geeignete K-Form geachtet werden. MK-7 scheint besonders gut auf das Hormon Osteocalcin einzuwirken. Bei guter Versorgung mit MK-7 verringerte sich z.B. in einer Studie das inaktive Osteocalcin um die Hälfte, das aktive Osteocalcin stieg deutlich an.

 

Quelle:
Janusz Popko et al., Decreased Levels of Circulating Carboxylated Osteocalcin with Low Energy Fractures: A Pilot Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 6.6.2018, doi: 10.3390/nu10060734.


Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion.

 

Wieviel Eier man pro Woche essen darf, dazu gibt es eine seit langem anhaltende Diskussion. Nun zeigte sich in einer Studie, dass beim Verzehr von bis zu einem Ei täglich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten geringer ist.

 

Eier gehören zu den sehr beliebten Speisen, vom Frühstücksei angefangen über das Spiegel- und Rührei bis zur Zutat in Salaten etc. Eier liefern hochwertiges Eiweiß und weitere wichtige Nährstoffe, z.B. die Vitamine A, D und E sowie die B-Vitamine B2, B6, B12, Biotin, Niacin und Folsäure, hinzu kommen bioaktive Phospholipide und Carotinoide. Dennoch galten Eier lange Zeit als nur in Maßen gesund, weil sie relativ viel Cholesterin enthalten, dessen zu hoher Gehalt im Blut das Herz belasten kann. Bisher waren Studienergebnisse zum Verzehr von Eiern und ihrem Einfluss auf die Gesundheit nicht einheitlich. Es fanden sich dabei Hinweise auf eine Beziehung zwischen dem Verzehr von Eiern und den Vorkommen von Herzkrankheiten oder Schlaganfällen. Eine Gruppe von chinesischen und englischen Forschern untersuchte nun anhand einer großen Bevölkerungsstudie diese Beziehungen. Sie nutzten Daten aus der China Kadoorie Biobank-Studie, an der seit 2004-2008 rund eine halbe Million Chinesen im Alter von 30 bis zu 79 Jahren aus 10 verschiedenen Regionen mit dichter oder geringer Besiedelung teilnahmen.

 

Zu Beginn der Studie berichteten die Teilnehmer über ihren üblichen Ei-Verzehr. 13,1 % aßen täglich Eier, 9,1 % verzehrte sie nie oder mit rund zwei Eiern pro Woche eher selten. Die Mehrheit kam im Durchschnitt auf 5,32 Eier pro Woche. Die Teilnehmer wurden dann in Bezug auf ihre Gesundheit weiter beobachtet. Die Forscher konnten schließlich Daten von rund 416.000 Teilnehmern in ihre Analyse einbeziehen, die zu Beginn der Studie nicht an kardiovaskulären Krankheiten, Diabetes oder Krebs gelitten hatten. Bei einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von knapp neun Jahren traten in dieser großen Gruppe 83.977 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten auf, und es kam dadurch zu 5.103 schweren koronaren Ereignissen und zu knapp 10.000 Todesfällen.

 

Die Forscher setzten die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten zum Eiverzehr in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass im Vergleich zu Personen, die keine Eier aßen, der tägliche Verzehr mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden war. Teilnehmer, die fast täglich ein Ei aßen, hatten ein um 26 % niedrigeres Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle (bedingt durch Gefäßruptur), die in China häufiger vorkommen. Weiter sanken die Raten für Todesfälle aufgrund von Schlaganfällen und kardiovaskulären Krankheiten. Das Risiko für ischämische Herzkrankheiten (bedingt durch Durchblutungsstörungen) sank um 12 % bei Teilnehmern, die nahezu täglich ein Ei aßen (5,32 pro Woche).

 

Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass es zwischen einem moderaten Eiverzehr (bis zu ein Ei täglich), und einer geringeren Rate von kardiovaskulären Krankheiten eine Verbindung gibt. Da aber eine Bevölkerungsstudie keine Erklärungen für solche Beziehungen geben kann, lassen sich daraus noch keine Ursachen für diese Verbindung ableiten. Dies muss in weiteren Studien erforscht werden.

 

Quelle:
Chenxi Qin et al., Associations of egg consumption with cardiovascular disease in a cohort study of 0.5 million Chinese adults. In: Heart, Online-Veröffentlichung vom 21.5.2018, doi: 10.1136/heartjnl-2017-312651.


Mikrobiom im Darm spielt wichtige Rolle bei Atherosklerose

 

Die Atherosklerose ist eine der wichtigsten Ursachen für Herz- und Schlaganfälle. Forscher entdeckten jetzt eine neue Beziehung zu den Darmbakterien. Sie können offenbar die Entstehung von Plaques in den Arterien beeinflussen.

 

Eine Gruppe kanadischer Forscher untersuchte in einer Studie den möglichen Einfluss von Darmbakterien auf die Entstehung von Atherosklerose (Arterienverhärtung). Bei dieser Krankheit werden Cholesterin und andere Fette etc. in die Blutgefäße der Arterienwände eingelagert. Diese Plaques können in den verhärteten Arterien zur verringerten Versorgung mit Sauerstoff führen, weitere Folgen sind Gefühle von Brustenge und Blutgerinnsel, auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können entstehen.

Die Forscher bestimmten bei 316 Teilnehmern die Plaque-Bildung in den Arterien, dazu die Blutwerte von metabolischen Produkten der Darmbakterien (Metabolite). Eine Gruppe der Teilnehmer hatte dabei ein Maß an Ablagerungen, wie man es von den traditionellen Risikofaktoren her vermuten konnte. Dazu gehören z.B. das Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Rauchen, hoher Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte. Eine weitere Gruppe der Teilnehmer schien vor der Entstehung von Atherosklerose besser geschützt zu sein. Sie hatten zwar ebenfalls hohe Werte bei den traditionellen Risikofaktoren, doch ihre Arterien waren in einem normalen Zustand.

 

Bei einer dritten Gruppe war die Atherosklerose nicht erklärbar. Bei diesen Teilnehmern fehlten die traditionellen Risikofaktoren, sie hatten dennoch hohe Plaque-Werte in den Arterien. Es zeigte sich, dass Patienten mit einer nicht erklärbaren Atherosklerose signifikant höhere Werte an toxischen Metaboliten im Blut hatten, die von Darmbakterien gebildet wurden. Dies konnten die Forscher nicht durch die Ernährung oder Nierenfunktionen erklären, sondern weist auf eine unterschiedliche Entwicklung bei den Darmbakterien hin. In der Forschung setzt sich zunehmend im Bereich des Mikrobioms die Annahme durch, dass die Funktion der Darmbakterien wichtiger ist als ihre Taxonomie (Klassifikationsschema). Mit anderen Worten, die bakterielle Gemeinschaft im Darm wird weniger davon bestimmt, wer im einzelnen dabei ist, sondern mehr davon, was die jeweiligen Bakterien tun und welche Produkte sie herstellen.

 

Diese Studie zeigt, dass das Darm-Mikrobiom eine wichtige Rolle beim individuellen Risiko für die Entstehung der Atherosklerose spielt. Das kann die Tür für neue Therapie-Optionen für jene Patienten öffnen, deren Atherosklerose bzw. Plaque-Bildung in den Arterien bisher nicht erklärbar waren. Die Ergebnisse legen nach Ansicht der Forscher nahe, Probiotika zu nutzen, um belastende Stoffe im Darm zu bekämpfen und das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten zu verringern. Die so veränderte Besiedelung des Darms mit erwünschten Darmbakterien könnte eine neue Annäherung an die Therapie der Atherosklerose sein.

 

Unser Tipp: Noch ist nicht ermittelt, welche Darmbakterien sich am besten bei der Prävention der Atherosklerose bewähren könnten. in vielen anderen Studien erwies sich jedoch besonders die Gabe von Laktobazillen und Bifidobakterien als nützlich, um die Darmgesundheit zu verbessern.

 

Quelle:
Chrysi Bogiatzi et al., Metabolic products of the intestinal microbiome and extremes of atherosclerosis. In: Atherosklerosis, Online-Veröffentlichung vom 16.4.2018, doi: 10.1016/j-atherosclerosis.2018.04.015.


Höhere Vitamin D-Werte tragen zur Prävention von Darmkrebs bei

 

Eine gute Versorgung mit Vitamin D kann offenbar das Risiko für Darmkrebs signifikant verringern. Das zeigt eine neue Studie, an der über 20 medizinische Zentren und Organisationen beteiligt waren.

 

Vitamin D ist für seine Wirkungen auf die Knochengesundheit bekannt, es könnte aber auch das Risiko für Darmkrebs beeinflussen, z.B. das Zellwachstum und die Zellregulation. Frühere Studien zeigten dazu jedoch bisher nicht einheitliche Ergebnisse. Dies lässt sich zum Teil z.B. durch zu kleine Teilnehmergruppen oder eine zu geringe Dauer der Vitamin D-Ergänzung erklären. Jedenfalls konnte man bisher keine Angaben über Vitamin D-Konzentrationen ermitteln, die für ein verringertes Darmkrebs-Risiko nützlich sein könnten.

 

In einer Meta-Analyse wurden daher die Beziehungen von Vitamin D und Darmkrebs genauer untersucht. Daran waren Forscher der American Cancer Society, der Harvard-Universität und des National Cancer Institute sowie über 20 weitere medizinische Zentren und Organisationen beteiligt. Ausgewertet wurden 17 (prospektive) Bevölkerungsstudien mit standardisierten Kriterien. Insgesamt nahmen daran rund 5.700 Patienten mit Darmkrebs sowie 7.100 Kontrollpersonen aus den USA, Europa und Asien teil. Bei allen Untersuchungen von Vitamin D wurde eine einheitliche Methode genutzt, um mögliche Unterschiede in den Ergebnissen zu vermeiden.

 

Teilnehmer mit geringen Konzentrationen von Vitamin D im Blut (<30 nmol/L) hatten im Vergleich zu Werten, die für die Knochengesundheit als ausreichend betrachtet werden (50-<62,5 nmol/L), ein um 31 % höheres Risiko für Darmkrebs im Lauf der jeweiligen Beobachtungszeiten (Durchschnitt 5 1/2 Jahre). Teilnehmer mit höheren Werten von Vitamin D (75-<87,5 und 87,5-<100 nmol/L) konnten ihr Darmkrebs-Risiko um 19 bzw. 27 % senken. Die Beziehung von Vitamin D zum Darmkrebs-Risiko wurde bei der Anpassung an weitere Einflussfaktoren, z.B. Body Mass-Index und körperliche Aktivität etc., nur minimal beeinflusst, die Beziehung blieb weitgehend konstant. Frauen profitierten von höheren Vitamin D-Werten stärker als die Männer. Bei den Frauen war die Beziehung zwischen Vitamin D und Darmkrebs signifikant, bei den Männern zeigte sich ebenfalls ein Trend zu einem verringerten Risiko, der jedoch weniger ausgeprägt war. Die Ergebnisse blieben insgesamt auch bei verschiedenen Darmkrebs-Arten, beim Vergleich der geografischen Regionen sowie bei den Jahreszeiten der Blutentnahmen stabil.

Die Forscher ziehen das Fazit: Höhere Vitamin D-Werte im Blut sind mit einem geringeren Darmkrebs-Risiko verbunden, statistisch signifikant bei Frauen, dazu ein ähnlicher Trend bei Männern. Die Ergebnisse verstärken die Nachweise für eine schützende Wirkung der guten Versorgung mit Vitamin D auf das Krebsrisiko. Die optimale Versorgung liegt dafür deutlich über den Empfehlungen zur Aufnahme von Vitamin D. Bisher empfehlen Gesundheits-Organisationen Vitamin D nicht für die Prävention von Darmkrebs. Dies sollte nach Meinung der Forscher nun geändert werden. Dabei ist zu beachten, dass für ein verringertes Darmkrebs-Risiko höhere Vitamin D-Werte nötig sind, die über den Empfehlungen für die Knochengesundheit liegen.

 

Unser Tipp: Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinwirkung auf die Haut gebildet. Es kann zu einem geringeren Teil auch aus der Nahrung, vor allem aus mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln, aufgenommen werden. Da die natürliche Versorgung oft nicht ausreicht, kann die Versorgung mit Vitamin D auch durch Nahrungsergänzungen verbessert werden.

 

Quelle:
Marjorie McCullough et al., Circulating Vitamin D and Colectoral Cancer Risk: An International Pooling Project of 17 Cohorts. In: JNCI (Journal of the National Cancer Institute), Online-Veröffentlichung vom 14.6.2018, doi: 10.1093/jnci/djy087.


Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Seit rund 20 Jahren wird die mediterrane Ernährung in Spanien untersucht. Die neuesten Ergebnisse bestätigen die positiven Wirkungen dieser gesunden Ernährung.

 

Die mediterrane Ernährung verwendet Olivenöl als Hauptquelle für Fett, sie ist reich an pflanzlichen Lebensmitteln, Obst, Nüssen, Gemüse, Hülsenfrüchte, Cerealien und Samen. Hinzu kommt der häufige Verzehr von Fisch, ein mäßiger Wein-Genuss zusammen mit den Mahlzeiten, und ein geringer Verzehr von Fleisch, vor allem Hühnerfleisch. Die beste Nachricht, diese Ernährung ist gesund und schmeckt. Spanische Forscher berichten jetzt über die wichtigsten Ergebnisse der langjährigen SUN-Studie (Seguimiento Universidad de Navarra), in der die gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung untersucht werden. Daran nehmen seit 1998 knapp 23.000 spanische Hochschul-Absolventen teil. Bei allen wurden zu Beginn Daten zur Ernährung, zum Lebensstil und klinische Diagnosen gesammelt und alle zwei Jahre aktualisiert. Die Anpassung an die mediterrane Ernährung lässt sich mit dem MDS (Mediterrannean Diet Score) messen. Im Lauf der rund zwei Jahrzehnte Beobachtungszeit zeigten sich gute gesundheitliche Wirkungen bei einer hohen Anpassung an die mediterrane Kost. Dadurch sanken die Risiken für chronische Krankheiten.

 

Die Vorkommen von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Typ 2 Diabetes waren geringer, das galt auch für Depressionen und kognitive Probleme. Weiter waren die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Übergewichts und des metabolischen Syndroms verringert, und die Herzrate verbesserte sich. Es zeichnete sich außerdem ab, dass die mediterrane Ernährung auch die Fruchtbarkeit fördern kann. Nicht zuletzt verbesserten sich chronische Entzündungen, das „gute“ HDL-Cholesterin und die Darmflora. Bei vielen dieser Beziehungen fanden die Forscher eine von der „Dosis“ abhängige Wirkung, d.h. je konsequenter die mediterrane Ernährung eingehalten wurde, um so stärker waren die gesundheitlichen Vorteile. Die Teilnehmer mit der höchsten Anpassung an die mediterrane Kost stammten im übrigen öfter aus Gesundheitsberufen, waren körperlich aktiver und rauchten weniger.

 

Die guten gesundheitlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung werden vor allem auf die erhöhte Aufnahme von antioxidativ und antientzündlich wirkenden Mikro-Nährstoffen, vor allem aus pflanzlichen Lebensmitteln, zurückgeführt, und generell verbessert sich das Nährstoff-Profil. Im einzelnen trägt die erhöhte Verwendung von Olivenöl mit seinen antiatherogenen Wirkungen und dem mindernden Einfluss auf den oxidativen Stress zur Wirkung bei. Gleiches gilt für antioxidative Polyphenole, z.B. aus dem Rotwein, die zum Schutz vor kardiovaskulären Krankheiten beitragen können. Weiter tragen eine bessere Glukose-Homöostase, ein geringerer Blutdruck, weniger abdominales Fett und höheres HDL-Cholesterin zur Gesundheit bei. Es scheint biologisch gut nachvollziehbar, dass die antientzündlichen Wirkungen der mediterranen Ernährung schädliche Wirkungen von niedriggradigen Entzündungen, die häufig mit Übergewicht verbunden sind, ausgleichen können. Auch die erhöhte Aufnahme der gesunden Omega-3-Fettsäuren durch Fischmahlzeiten könnte z.B. zur geringeren Herzrate beitragen, ebenso wie weniger Alkohol, mehr Obst und Gemüse. Da diese Kost auch mehr B-Vitamine, Folat, Vitamin E, Magnesium und Zink liefert, erhöht sich vermutlich der Schutz vor Depressionen. Das bessere Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren wirkt positiv auf das Gehirn, ein zusätzlicher Schutz entsteht durch mehr antioxidative Mikro-Nährstoffe.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die lange Auswertungszeit der SUN-Studie von nun rund 20 Jahren deutlich zeigt, dass eine bessere Anpassung der mediterranen Ernährung die Gesundheit stärkt und chronischen Krankheiten vorbeugt. Die positiven gesundheitlichen Wirkungen sind bei Männern stärker aufgetreten, und sie können sich durch einen körperlich sehr aktiven Lebensstil noch verstärken. Hohe Aufnahmen von Obst und Gemüse und weniger Fleisch waren unabhängig mit dem geringeren Risiko verbunden und haben einen wichtigen Anteil an den beobachteten Verbindungen. Gute Wirkungen zeigten sich z.B. auf die kardiovaskuläre Gesundheit, den Bluthochdruck und die Herzrate sowie auf Diabetes. Es zeigten sich auch seltener Gewichtszunahmen, und die Teilnehmer hatten bei guter Anpassung an die mediterrane Ernährung seltener ein metabolisches Syndrom.

 

Quelle:
Silvia Carlos et al., Mediterranean Diet and Health Outcomes in the SUN Cohort. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 31.3.2018, doi: 10.3390/nu10040439.


Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten kann den Eintritt der Menopause verzögern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten kann den Eintritt der Menopause verzögern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Die Menopause ist mit dem Ende der Fruchtbarkeit eine wichtige Phase im Leben von Frauen, dadurch verringert sich das Hormon Östrogen, und es steigen die Progesteron-Werte an. Das kann die Entstehung von geringer Knochendichte, Osteoporose, Depressionen und Herz-Kreislauf-Krankheiten beeinflussen. Wann die Menopause eintritt, das wird von vielen Faktoren beeinflusst, dabei spielt vermutlich auch die Ernährung eine Rolle. In einer Studie prüften Forscher der englischen University of Leeds, wie sich die Ernährung auf den Beginn der Menopause auswirkt. Einbezogen wurden 14.000 Frauen aus der englischen Women´s Cohort Study. Sie hatten an einer Basis-Untersuchung sowie vier Jahre später an einer Folge-Untersuchung teilgenommen. In einer Befragung gaben sie Auskunft über ihre Ernährung. Weiter wurde ihr Gewicht und die körperliche Aktivität bestimmt und ob sie z.B. Hormonersatz-Präparate eingenommen hatten.

 

Aufgezeichnet wurde weiter das Alter bei der letzten Periode und andere Gesundheits-Daten. 914 Frauen erreichten ihre Menopause im Lauf der Studienzeit, durchschnittlich im Alter von etwas über 50 Jahren. Bei einigen Lebensmitteln und Mikro-Nährstoffen zeigten sich Beziehungen, die mit einem früheren oder späteren Eintritt der Menopause verbunden waren.

 

Der häufigere Verzehr von raffinierter Pasta und Reis war mit einer früher eintretenden Menopause verbunden, pro Portion mehr täglich fand der Beginn der Menopause 1,5 Jahre früher statt. Ein hoher Verzehr von raffinierten Kohlenhydraten (Lebensmittel mit hohem glykämischen Index) steigert dazu das Risiko einer Insulinresistenz. Diese kann u.a. Östrogen erhöhen, wodurch luteinisierende Hormone freigesetzt werden, die den Eisprung auslösen. Das kann zu mehr Zyklen mit einem rascheren Abbau der Eizellen führen und die frühere Menopause auslösen.

 

Frauen, die sich vegetarisch ernährten, erreichten die Menopause ebenfalls in einem früheren Alter. Die pflanzliche Ernährung, die meist einen hohen Anteil an Ballaststoffen hat und keine tierischen Fette enthält, kann den Spiegel des luteinisierenden Hormons, des follikelstimulierenden Hormons und die Länge des Menstruationszyklus beeinflussen. Frühere Studien zeigten, dass sowohl hohe Ballaststoff- als auch verminderte Fettaufnahmen mit einem niedrigeren Östrogenspiegel verbunden waren, was das frühere Alter der Menopause bei Vegetarierinnen erklären kann.

 

Jede Portion Hülsenfrüchte mehr pro Tag verzögerte dagegen die Menopause um 0,9 Jahre. Hülsenfrüchte sind eine gute Quelle für Antioxidantien, was die Verbindung teilweise erklären kann. Wie einige Studien zuvor zeigten, werden z.B. die Reifung der Eizelle, der Eisprung und die Follikel-Rückbildung durch reaktive Sauerstoffspezies (freie Radikale) beeinflusst. Phenolische Verbindungen (z.B. Flavonoide etc.), Vitamine und Carotinoide in Gemüse wirken dem entgegen und können damit den Anteil der Follikel, die sich einer Rückbildung unterziehen, verringern. Auch bei einer hohen Zufuhr von Vitamin B6 und Zink zeigte sich ein späteres Alter in der Menopause, vermutlich, weil beide ebenfalls antioxidative Eigenschaften haben. Die tägliche, höhere Aufnahme von Vitamin B6 (pro Milligramm) verzögerte die Menopause um 0,6 Jahre und von Zink (pro Milligramm) um 0,3 Jahre. Die Forscher verweisen weiter auf eine frühere Studie, in der sich die Beziehung zwischen der Nutzung von Vitamin- und Mineralstoff-Präparaten und einer später eintretenden Menopause zeigte.

 

Die besten Ergebnisse erreichten die Frauen mit häufigeren Fischmahlzeiten. Jede weitere Portion pro Tag von fettreichen Fischen verzögerte die Menopause um ca. drei Jahre. Fettreiche Fische, z.B. Hering, Makrele und Lachs, liefern reichlich Omega-3-Fettsäuren, das kann die antioxidative Kapazität verbessern. Auch hier könnten die antioxidativen Eigenschaften der Fischöle dazu beitragen, übermäßig vorhandene freie Radikale zu verringern. Dadurch kann sich der Anteil der Follikel, die sich einer Rückbildung unterziehen, verringern und der Beginn der natürlichen Menopause verzögert werden.

 

Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass die Ernährung mit dem Eintritt der natürlichen Menopause von Frauen verbunden ist. Bei einer höheren Aufnahme von raffinierten Teigwaren und Reis sowie bei vegetarischer Ernährung war die Menopause mit einem jüngeren Alter verbunden. Der häufigere Verzehr von fettreichem Fisch mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren und von Hülsenfrüchten wurde dagegen mit einem späteren Beginn der Menopause verbunden. Außerdem könnten die Mikro-Nährstoffe Vitamin B6 und Zink bei guter Versorgung den Eintritt der Menopause verzögern.

 

Unser Tipp: Wer Fisch nicht mag oder nur selten isst, kann die gesunden Omega-3-Fettsäuren auch als Nahrungsergänzung einnehmen. Auf eine gute Qualität (Reinheit, Stabilität etc.) sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle:
Yashvee Dunneram et al., Dietary intake and age at natural menopause: results from the UK Women’s Cohort Study. In: Journal of Epidemiology & Community Health, Online-Veröffentlichung vom 30.4.2018, doi: 10.1136/jech-2017-209887.


Kinder, bei denen die Diagnose der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) neu gestellt wurde, waren häufiger mit den Vitaminen A und D schlechter versorgt.

 

Kinder, bei denen die Diagnose der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) neu gestellt wurde, waren häufiger mit den Vitaminen A und D schlechter versorgt.

 

Die Zöliakie ist charakterisiert durch die Intoleranz von Gluten, das „Kleber-Eiweiß“ in Weizen und anderen Getreidesorten. Die Schleimhaut des Dünndarms reagiert dann auf das Getreide-Eiweiß mit Unverträglichkeit. Es kommt u.a. zu einer Immunreaktion des Darms mit chronischen Entzündungen. Die Krankheit tritt familiär gehäuft auf, die Ursache ist bisher nicht geklärt, aber genetische Faktoren spielen eine Rolle. Die Zöliakie beginnt oft schon im Säuglingsalter, kann aber auch später, bis ins Erwachsenenalter hinein, auftreten. Bekannt ist, dass bei der Zöliakie die Resorption von Nährstoffen und von Mikro-Nährstoffen im oberen Dünndarm gestört ist. Das kann zur unzureichenden Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen führen. Betroffen sind vor allem die fettlöslichen Vitamine A und D. Eine Gruppe türkischer Forscher untersuchte daher in einer Studie ein Jahr lang (Mai 2015 - Mai 2016) die Versorgung mit den Vitaminen A und D bei an Zöliakie erkrankten und gesunden Kindern.

 

102 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis dreizehn Jahren nahmen an der Studie teil, 52 Kinder waren an Zöliakie erkrankt, die anderen 50 dienten als gesunde Kontrollpersonen. Zu den häufigsten Symptomen der Zöliakie-Kinder gehörten ein verzögertes Wachstum (61,5 %), Bauchschmerzen (51,9 %) und Diarrhoe (11,5 %). Außerdem waren ihre Werte der Vitamine A und D signifikant geringer im Vergleich zu den gesunden Kindern. 49 Kinder (92,3 %) mit Zöliakie fehlte Vitamin D, davon hatten 32 stärkere Defizite. Die Versorgung mit Vitamin A war etwas besser, aber immerhin waren 17 Kinder mit Zöliakie nicht ausreichend mit diesem Vitamin versorgt. Bei den gesunden Kindern war die Versorgung deutlich besser. Nur neun Kinder hatten niedrige Vitamin D-Werte, und nur zwei deutliche Vitamin D-Defizite. Mit Vitamin A waren sie ausreichend versorgt. Die weiter untersuchten Werte von Vitamin E und K1 unterschieden sich in beiden Gruppen nicht.

 

Da diese Studie relativ klein ist, sollten die Beziehungen zwischen der Zöliakie und geringen Vitamin A- und D-Werten weiter untersucht werden. Die Forscher sind nach diesen Ergebnissen aber bereits jetzt der Ansicht, dass bei Kindern, die neu die Diagnose Zöliakie erhalten, auch die Werte der Vitamine A und D bestimmt werden sollten.

 

Unser Tipp: Bei einer schlechten Versorgung können die Werte von Vitamin A und D durch Ergänzungen verbessert werden. Vor allem bei Kindern sollte dies jedoch nur nach therapeutischer Empfehlung erfolgen.

 

Quelle:
Yakuv Tokgöz et al., Fat soluble vitamin levels in children with newly diagnosed celiac disease, a case control study. In: BMC Pediatrics, Online-Veröffentlichung vom 9.4.2018, doi: 10.1186/s12887-018-1107-x.


Im Alter sinkt der Energiebedarf, das gilt jedoch nicht für den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der weitgehend gleich bleibt.

 

Im Alter sinkt der Energiebedarf, das gilt jedoch nicht für den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen, der weitgehend gleich bleibt. Auch auf eine gute Protein-Zufuhr sollte im Alter geachtet werden.

 

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel. Dazu gehören ein verringerter Grundumsatz und Kalorienbedarf, außerdem verspüren ältere Menschen oft weniger Appetit. Hält man sich an die früher gewohnten Energie-Zufuhren steigt das Körpergewicht an, dazu trägt u.a. auch bei, dass körperliche Aktivitäten oft geringer werden. Stellt man sich dagegen auf die für das Alter vorgegebenen, geringeren Kalorienzahlen ein, wird der Körper möglicherweise nicht mehr genügend mit allen notwendigen Mikro-Nährstoffen versorgt. Der Bedarf an Vitaminen sowie an Mineral- und Spurenstoffen bleibt nämlich weitgehend hoch, doch er ist dann über die Nahrung allein meist nicht zu decken. Durch dieses auseinander driftende Verhältnis entsteht möglicherweise eine Mangel- und Fehlernährung. Im Vorfeld des 124. Kongresses der „Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V.“ (DGIM) informierten die Internisten, wie die Ernährung auch im höheren Alter optimal sein kann.

 

Auch im Alter trägt eine gute Versorgung mit Mikro-Nährstoffen dazu bei, unzählige Körperfunktionen zu unterstützen und das Risiko für Krankheiten zu verringern.

 

Besonders deutlich wird das an Vitamin D und dem Mineralstoff Kalzium, die beide für ein gesundes Knochensystem sehr wichtig sind. Vitamin D kann der Körper über die Einwirkung des Sonnenlichts (UV.B-Anteil) auf die Haut weitgehend selbst bilden. Doch mit zunehmendem Alter sinkt die Fähigkeit zur Eigenproduktion. Dafür ist zum einen die gealterte Haut verantwortlich, die weniger Vitamin D bilden kann, zum anderen verbringen ältere Menschen oft weniger Zeit im Freien, das gilt besonders bei Krankheiten und Pflegebedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) empfiehlt daher Menschen im höheren Lebensalter, Vitamin D zu ergänzen.

 

Ab dem 70. Lebensjahr sollten ältere Menschen darauf achten, dass ihr Körpergewicht möglichst stabil bleibt. Starke Gewichtsabnahmen betreffen überwiegend das Muskelgewebe, dabei steigt das Risiko für die Sarkopenie (degenerativer Abbau der Skelett-Muskulatur), wodurch die Neigung zu Stürzen und Knochenbrüchen steigt. Verlorene Muskelmasse lässt sich Alter nur schwer über körperliches Training neu aufbauen. Doch dem Muskelabbau lässt sich vorbeugen, Bewegung und eine gute Versorgung mit Proteinen helfen dabei. Pro Kilogramm Körpergewicht sollten ältere Menschen täglich ca. 1 bis 1,2 Gramm Proteine aufnehmen. bei z.B. 70 kg Körpergewicht sind das 70 bis 84 Gramm. Ist die Muskelmasse bereits stärker abgebaut, werden täglich 1,4 Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Zur Aufnahme tragen hochwertige Milchprodukte, z.B. Hartkäse, und pflanzliche Proteine bei.

 

Die Muskel-Fitness kann im Alter auch durch entzündliche Prozesse und oxidativen Stress beeinträchtigt werden. Eine gute Zufuhr an Antioxidantien trägt dazu bei, dies zu verringern. Mit dem Verzehr von reichlich Obst und Gemüse nimmt man reichlich antioxidative Mikro-Nährstoffe auf. Auch die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen wirken stark antioxidativ. Die Internisten ziehen das Fazit: In jedem Alter ist eine hochwertige, den persönlichen Bedürfnissen angepasste Ernährung die wichtigste Gesundheitsvorsorge, möglichst kombiniert mit körperlicher Bewegung. Das ist die beste Medizin gegen das Altern.

 

Unser Tipp: Viele Nahrungsergänzungen sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet. Sie können individuell je nach Bedarf angewendet werden.

 

Quelle:
DGIM (Pressemitteilung), Richtige Ernährung im Alter − so wichtig wie Medizin. Im Vorfeld ihres Jahreskongresses warnen die Internisten vor Mangel und Fehlernährung im Alter, Online-Veröffentlichung vom April 2018.


Rauchen beeinflusst auch die Art und Weise der Ernährung.

 

Rauchen beeinflusst auch die Art und Weise der Ernährung. Im Vergleich zu Nichtrauchern und ehemaligen Rauchern ist die Qualität der Ernährung von Rauchern oft erheblich schlechter.

 

In einer großen US-amerikanischen Gesundheits-Studie (National Health and Examination Survey, NHANES) wurde die Ernährung von Rauchern, ehemaligen Rauchern und Nichtrauchern miteinander verglichen. 5.295 Erwachsene nahmen daran von 2013 bis 2014 teil. Mit Ernährungs-Befragungen wurde mehrmals ermittelt, was die Teilnehmer in den letzten 24 Stunden gegessen hatten. Die Forscher kalkulierten aus diesen Daten die mittlere Nahrungs-Energiedichte (Kalorien pro Gramm) und passten die Daten an verschiedene Einflussfaktoren an. Dazu gehörten z.B. Alter, Geschlecht, Bildung, körperliche Aktivitäten und der Body Mass Index.

 

Die Raucher nahmen im Durchschnitt täglich rund 200 Kalorien mehr auf, obwohl sie signifikant kleinere Portionen verzehrten. Sie bevorzugten Mahlzeiten mit einer hohen Energiedichte, dadurch nahmen sie relativ hohe Mengen an Kalorien auf. Im Durchschnitt kamen sie auf 2,02 Kalorien pro Gramm Nahrung. Die Raucher bevorzugten dabei eine Ernährung, in der die Anteile von Obst und Gemüse relativ gering waren. Dadurch sanken z.B. auch ihre Aufnahmen von Vitamin C, das gerade für Raucher durch seine antioxidativen Fähigkeiten sehr wichtig ist. Die Empfehlungen für die tägliche Zufuhr sind daher bei ihnen erhöht. Rauchende Männer sollten täglich 155 mg Vitamin C, rauchende Frauen 135 mg aufnehmen. Defizite an Vitamin C und auch anderen Mikro-Nährstoffen könnten dazu beitragen, das Risiko von Rauchern für kardiovaskuläre Krankheiten und Krebs zu erhöhen.

 

Die Nichtraucher bevorzugten dagegen eine Nahrung mit weniger Kalorien. Personen, die nie geraucht hatten, nahmen rund 1,79 Kalorien pro Gramm Nahrung auf, ehemalige Raucher kamen auf 1,84 Kalorien pro Gramm Nahrung bei einer geringeren Energiedichte im Vergleich zu den Rauchern. Bekannt ist, dass für viele Raucher die Sorge um Gewichtszunahmen eine Barriere ist, die dem Verzicht auf das Rauchen im Weg steht. Die Forscher gehen davon aus, dass eine Ernährung mit geringer Energiedichte bei Rauchern auch dazu beitragen könnte, der Gewichtszunahme nach dem Rauchverzicht vorzubeugen.

 

Unser Tipp: Raucher verbrauchen mehr Vitamin C, das durch ihre meist schlechtere Ernährung zudem weniger aufgenommen wird. Ihnen fehlen oft auch die Vitamine A und D sowie einige B-Vitamine, besonders B6, B12 und Folsäure. Weiter können die Mineralstoffe Kalzium, Kupfer, Selen und Zink fehlen. Nahrungsergänzungen können solche Defizite verringern.

 

Quelle:
R. Ross. Maclean et al., More to gain: dietary energy density is related to smoking status in US adults. In: BMC Public Health, Online-Veröffentlichung vom 2.4.2018, doi: 10.1186/s12889-018-5248-5.


Das Verhältnis von EPA und DHA im Blut lässt sich mit dem Omega-3-Index messen.

 

Das Verhältnis von EPA und DHA im Blut lässt sich mit dem Omega-3-Index messen. Neue Ergebnisse der Framingham-Herzstudie zeigen, dass dieser Index deutlicher mit dem Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verbunden ist als das Gesamt-Cholesterin.

 

An der Framingham Offspring-Studie nahmen in den USA 2.500 Personen mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren teil. Sie litten zu Beginn (2005-2008) nicht an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Forscher untersuchten bei allen Teilnehmern Risikofaktoren aus demografischen Daten und kardiovaskulären Untersuchungen. Das betraf u.a. Messungen der roten Blutzellen, die Versorgung mit den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), aus Fischölen sowie die Werte vom Gesamt-Cholesterin. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt dann sieben Jahre lang in Bezug auf ihre Gesundheit hin beobachtet. Die Vorkommen von kardiovaskulären Krankheiten, koronaren Herzkrankheiten, Krebs etc. wurden ebenso wie Sterbefälle etc. aufgezeichnet. Im Lauf der Studie kam es bei den Teilnehmern zu 245 kardiovaskulären Krankheiten. Weiter ereigneten sich 350 Todesfälle, 58 aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten, die anderen durch Krebs und andere Ursachen. Die Ergebnisse setzten die Forscher zum Omega-3-Index und Gesamt-Cholesterin in Beziehung. In der Gruppe mit dem höchsten Omega-3-Index (> 6,8%) sank das allgemeine Sterblichkeitsrisiko um 34 %, das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten verringerte sich um 39% im Vergleich zur Gruppe mit einem niedrigeren Omega-3-Index (< 4,2%). Die Beziehung zur DHA fiel dabei noch etwas stärker aus.

 

Mit dem Omega-3-Index wird der gesamte Gehalt von EPA und DHA in den roten Blutzellen bestimmt. Ein Wert von 8% gilt als optimal und verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Werte von 4 bis 8% zeigen ein mittleres Risiko an, unter 4% ist das Risiko für diese Krankheiten hoch. Die Studie zeigte, dass der Omega-3-Index bessere Aussagen in Bezug auf das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten ermöglicht als die Werte vom Gesamt-Cholesterin. Sie gelten allgemein als ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Hier zeigte sich, dass der Omega-3-Index sehr viel deutlicher mit diesem Risiko verbunden war. Die Forscher untersuchten weiter, wie sich der Omega-3-Index anheben lässt. Der Verzehr von 100 g (Zucht-)Lachs täglich oder die Ergänzung von Fischöl-Kapseln (mit 1.300 mg EPA und DHA pro Tag) könnten ausreichen, um von einem geringen Omega-3-Index auf einen guten Wert zu kommen. Fischmahlzeiten sollten bevorzugt werden, da sie auch andere Nährstoffe liefern. Wenn jedoch Fisch nicht oder nur wenig gegessen wird, können Omega-3-Fischöl-Kapseln die Zufuhr von EPA und DHA verbessern.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass der Omega-3-Index ein Marker für die allgemeine Gesundheit sein kann. Bei den besten Werten im Omega-3-Index war das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten im Vergleich zu niedrigen Werten um 39 % verringert. Die Forscher sind der Ansicht, dass der Omega-3-Index bei vielen Gruppen in der Bevölkerung nützlich sein kann, um gesundheitliche Risiken zu erkennen, ähnlich wie es längst bei Cholesterin-Messungen der Fall ist.

 

Unser Tipp: Omega-3-Kapseln können bei einem geringen oder fehlenden Fischverzehr sowie bei gesundheitlichem Bedarf EPA und DHA in verschiedenen Dosierungen ergänzen. Auf eine gute Qualität in der Herstellung (Reinigung, Stabilität etc.) sollte geachtet werden.

 

Quelle:
William S. Harris et al., Erythrocyte long-chain omega-3 fatty acid levels are inversely associated with mortality and with incident cardiovascular disease: The Framingham Heart Study. In: Journal of Clinical Lipidology, Online-Veröffentlichung vom 24.2.2018, doi: 10.1016/j.jacl.2018.02.010.


Die Gesundheit im Alter wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die am besten lebenslange, gesunde Ernährung.

 

Die Gesundheit im Alter wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehört auch die am besten lebenslange, gesunde Ernährung. Eine französische Studie zeigt, dass ein geringes Entzündungs-Potential der Ernährung im mittleren Alter die Chancen für eine bessere Gesundheit im Alter erhöht.

 

Mit zunehmendem Altern stellen sich oft funktionelle Beeinträchtigungen und chronische Krankheiten ein. Doch längst nicht jeder ist davon in den gleichen Altersgruppen betroffen. Dazu tragen z.B. unterschiedliche genetische und Umgebungs-Faktoren bei, zu denen auch die Ernährung gehört. Sie beeinflusst z.B. entzündliche Prozesse (systemische Entzündungen geringen Grades) im Körper, die meist unbemerkt verlaufen. Sie treten im höheren Alter häufiger auf und sind mit der Entstehung von verschiedenen Krankheiten, z.B. Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes verbunden. In der Ernährung gibt es sowohl proentzündliche als auch antientzündliche Faktoren. Entzündungen sind eine Reaktion auf oxidativen Stress, bei dem verstärkt Antioxidantien nötig sind. So wirken z.B. eine Reihe von Mikro-Nährstoffen in Lebensmitteln gleichzeitig antioxidativ und antientzündlich und tragen bei guter Versorgung dazu bei, Entzündungen zu verringern.

Doch bisher gab es keine Studien, in denen die Verbindung zwischen dem entzündlichen Potential der Ernährung und dem gesunden Altern näher untersucht wurde. Französische Forscher analysierten nun Daten von rund 2.800 Teilnehmer an der SU.VI.MAX-Studie, einer französischen Bevölkerungsstudie über die Ergänzung von antioxidativen Vitaminen und Mineralstoffen. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie 1994-1995 35 bis 60 Jahre alt. Sie waren gesund und litten nicht unter Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Krankheiten.

 

Im Lauf der Studienzeit bis 2002 erhielt eine Gruppe der Teilnehmer eine tägliche Dosis von antioxidativ wirkenden Nahrungsergänzungen. Sie enthielten 120 mg Vitamin C, 6 mg Beta-Carotin, 30 mg Vitamin E, 100 mcg Selen und 20 mg Zink. Die andere Gruppe erhielt zum Vergleich ein Placebo. Jahre später, 2007 bis 2009, untersuchten die Forscher abermals den Gesundheitszustand von rund 2.800 Teilnehmern. Als gute Gesundheit wurde gewertet, wenn sie keine chronischen Krankheiten, gute körperliche und kognitive Funktionen hatten, bei ihren täglichen Aktivitäten unabhängig waren, keine depressiven Symptome zeigten, sich selbst gesund fühlten und keine Schmerzen hatten, die ihre Funktionen eingrenzten.

 

Die Forscher prüften bei den Teilnehmern mit Hilfe von wiederholten Ernährungs-Protokollen das Potential der Ernährung in Bezug auf Entzündungen und verbanden dies mit dem Gesundheitszustand der Teilnehmer. Generell wurden die Energieaufnahme, Kohlenhydrate, Proteine, Gesamtfett, Cholesterin, gesättigte Fettsäuren, Vitamin B12 und Eisen als mögliche proentzündliche Faktoren gewertet. Dagegen wurden die Aufnahmen von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6), die Vitamine B3, B1, B2, B6, Magnesium, sowie die Vitamine A, C, D, E, Folsäure und Beta-Carotin sowie verschiedene Arten der sekundären Pflanzenstoffe (Anthocyanidine, Flavan-3-ol, Flavonole, Flavonone, Flavone, Isoflavone, Knoblauch, Ingwer, Pfeffer, Zwiebeln und Tee) als antientzündliche Faktoren gewertet.

 

Nach Anpassung der Daten an weitere Einflussfaktoren war ein höheres Entzündungs-Potential der Ernährung mit einem sinkenden Risiko für eine gute Gesundheit verbunden. Weitere Analysen zeigten, dass diese Verbindung nur bei Teilnehmern aus der früheren Placebo-Gruppe (bis 2002) signifikant war. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass eine proentzündliche Ernährung die Perspektiven für eine allgemein gute Gesundheit mit dem zunehmendem Alter verringert. Umgekehrt trägt eine gutes antientzündliches Potential der Ernährung in den mittleren Jahren auch im Alter zu einer besseren Gesundheit bei.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc. haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen. Sie tragen bei guter Versorgung zum antientzündlichen Potential der Ernährung bei.

 

Quelle: 
Karen E. Assmann et al., The Inflammatory Potential of the Diet at Midlife Is Associated with Later Healthy Aging in French Adults. In: The Journal of Nutrition Vol. 148, Nr. 3, 2018, S. 437-444, doi: 10.1093/jn/nxx061.


Der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen antientzündlichen Potential kann dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs zu verringern.

 

Der häufige Verzehr von Nahrungsmitteln mit einem hohen antientzündlichen Potential kann dazu beitragen, das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs zu verringern. Das zeigen zwei prospektive US-amerikanischen Studien.

 

Lebensmittel haben ein unterschiedliches Potential in Bezug auf die Beeinflussung von Entzündungen im Körper. Man unterscheidet zwischen Lebensmitteln mit einer stärkeren pro- oder antientzündlichen Wirkung. Dies kann bei der Entstehung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielen. Eine Ernährung mit einem stärkeren antientzündlichen Potential könnte ein wichtiger Faktor für die Prävention von Darmkrebs sein. Um diese Annahme zu untersuchen, wertete eine Forschergruppe im vergangenen Jahr zwei in den USA seit vielen Jahren laufende Bevölkerungsstudien aus, die Nurses´Health Study und die Health Professionals Follow-up Study. An der ersten Studie nehmen seit 1976 rund 120.000 Krankenschwestern teil, die zu Beginn 30 bis 55 Jahre alt waren, in der zweiten Studie sind seit 1986 52.000 Männer aus Gesundheitsberufen im Alter von 40 bis zu 75 Jahren einbezogen. Die Forscher werteten die Daten von rund 74.000 Frauen und 47.000 Männern aus, für die eine Beobachtungszeit von 26 Jahren zur Verfügung stand. Ihr Lebensstil und ihre Gesundheit wurden alle zwei bis vier Jahre erfragt, dabei gaben sie auch Auskunft über ihre Ernährung.

 

Die Forscher bestimmten aus diesen Angaben das jeweilige Entzündungs-Potential. Dafür nutzten sie den EDIP-Index (empirical dietary inflammatory pattern), mit dem Lebensmittel aus 39 Gruppen in Bezug auf entzündliche Faktoren − mit den Entzündungsmarkern IL-6, CRP und TNF-alpha Rezeptor 2 − bewertet werden können. Sie schränkten den Index auf 18 Lebensmittel-Gruppen ein, um die Auswertung praktikabler zu machen. Ein hohes entzündungsförderndes Potential hatten vor allem rotes und verarbeitetes Fleisch, bestimmte Gemüsearten, Fisch, Tomaten und Erfrischungsgetränke (z.B. Cola). Ein nur geringes entzündliches Potential hatten dagegen Wein, Bier, Fruchtsäfte, Karotten, Süßkartoffeln, grüne Gemüse und Pizza.

 

Im Lauf der langen Beobachtungszeit wurde bei 2.699 Teilnehmern Darmkrebs festgestellt. Bei einem hohen Entzündungs-Potential der Ernährung erhöhte sich allgemein das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken um 32 %. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei Männern war das Darmkrebs-Risiko um 44 % erhöht, bei Frauen war dies mit 22 % geringer. Bei einem niedrigen Entzündungs-Potential in der Ernährung hatten die Teilnehmer ein deutlich geringeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Forscher vermuten, dass Entzündungsprozesse ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel und der Entstehung von Darmkrebs sind. Sie halten für möglich, mit bestimmten Nahrungsmitteln den Status von Entzündungen im Körper positiv zu beeinflussen. Dazu könnten beispielsweise der Verzehr von mehr grünen Blattgemüsen und weniger gesüßte Erfrischungsgetränke beitragen. Die Zusammenhänge zwischen dem Entzündungs-Potential der Ernährung und dem Darmkrebs-Risiko sollten in weiteren Studien näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Eine Reihe von Mikronährstoffen, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe etc. haben antientzündliche Wirkungen. Dazu gehören z.B. die Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA, Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin und Resveratrol, um nur einige zu nennen. Sie tragen bei guter Versorgung zum antientzündlichen Potential der Ernährung bei.

 

Quelle: 
Fred K. Tagung et al., Association of Dietary Inflammatory Potential With Colectoral Cancer Risk in Men and Women. In: JAMA Oncology Vol. 4, Nr. 3, 2018, S. 366-373, doi: 10.1001/jamaoncol.2017.4844.


Fischmahlzeiten und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnten dazu beitragen, das Risiko für die multiple Sklerose zu senken.

 

Fischmahlzeiten und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen könnten dazu beitragen, das Risiko für die multiple Sklerose zu senken. Das zeigt eine erste Studie, deren Ergebnisse Ende April auf dem Kongress der American Academy of Neurology in Los Angeles vorgestellt werden.

 

Die multiple Sklerose ist eine schubweise oder chronisch verlaufende Krankheit des zentralen Nervensystems, bei der die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Körper beeinträchtigt wird. Vor allem im Gehirn treten Entzündungen auf, und das Immunsystem greift die Markscheiden an. Sie umhüllen und schützen die Nervenfasern und bestehen aus Myelin, einer fettreichen Substanz, die aus Proteinen und vor allem aus Lipiden besteht. Durch die Entzündungen und zerstörten Markscheiden werden die Signale zwischen dem Gehirn und dem Körper gestört. Zu den typischen Symptomen der multiplen Sklerose gehören u.a. Schwäche und Müdigkeit (Fatigue), Kribbeln, Taubheitsgefühle in den Gliedern oder Schwierigkeiten beim Gehen.

 

Medikamente können die multiple Sklerose verlangsamen, z.B. die Häufigkeit der Schübe verringern, nicht aber heilen. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher prüfte jetzt erstmals, ob und wie die multiple Sklerose durch einfache Veränderungen im Lebensstil zu beeinflussen ist. Seit langem sind die gesunden Wirkungen von Fischmahlzeiten bekannt, die vor allem auf den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zurückgeführt werden. Die Forscher untersuchten daher, ob und wie der Fischverzehr und die Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren das Risiko für die multiple Sklerose beeinflussen kann.

 

Die Forscher untersuchten die Ernährung von 1.153 Personen mit einem durchschnittlichen Alter von 36 Jahren, rund die Hälfte von ihnen hatte die Diagnose multiple Sklerose erhalten, oder sie hatten frühe Symptome der Krankheit entwickelt. Die andere Hälfte diente als gesunde Kontrollpersonen. Alle Teilnehmer gaben Auskunft darüber, wieviel Fisch sie üblicherweise verzehrten. Zu den Fischmahlzeiten, die am häufigsten gegessen wurden, gehörten Shrimps, Lachs und Thunfisch. Ein hoher Fischverzehr wurde definiert als wenigstens eine Portion pro Woche, alternativ ein bis drei Portionen Fisch pro Monat zusätzlich zur täglichen Einnahme von Fischöl-Ergänzungen. Ein geringer Verzehr wurde entsprechend mit weniger als eine Portion Fisch pro Woche definiert und Fischöl-Ergänzungen wurden nicht eingenommen.

 

Die Auswertungen zeigten, dass ein hoher Fischverzehr und die Einnahme von Fischöl-Ergänzungen mit einem um 45 % verringerten Risiko für die multiple Sklerose verbunden waren. Von den Patienten mit multipler Sklerose hatten nur 180 einen hohen Fischverzehr im Vergleich zu 251 bei den gesunden Kontrollpersonen. Die Studie zeigte weiter, dass es offenbar zwei Genvarianten gibt, die bei der Regulation von Fettsäuren eine Rolle spielen und das Risiko für die multiple Sklerose weiter verringern können. Die Forscher vermuten nach diesen Ergebnissen, dass Omega-3-Fettsäuren und die Art und Weise wie sie im Körper verwertet werden, zum verringerten Risiko der multiplen Sklerose beitragen können. In weiteren Forschungen sollten nun die Ursachen und Wirkungen für die Verbindung von Omega-3-Fettsäuren zu Entzündungen, Stoffwechsel und Nervenfunktionen näher untersucht werden.

 

Unser Tipp: Lachs, Sardinen, Forellen und Thunfisch liefern gute Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Fischöl-Ergänzungen können die Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren verbessern, empfehlenswert für alle, die Fisch nur wenig oder unregelmäßig essen. Dabei sollte auf eine gute Qualität (Reinigung, Stabilität etc.) geachtet werden.

 

Quelle:
American Academy of Neurology, Eating Fish may be tied to a reduced Risk of MS. Study Recommends Just How Much Fish May Be Beneficial. Pressemitteilung vom 1.3.2018.


Einige Studien zeigten bereits, dass es Beziehungen zwischen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen bzw. dem regelmäßigen Fischverzehr und der Schlafqualität gibt.

 

Einige Studien zeigten bereits, dass es Beziehungen zwischen Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen bzw. dem regelmäßigen Fischverzehr und der Schlafqualität gibt. Andere Studien ergaben, dass sich dadurch die kognitiven Funktionen verbessern. Jetzt wurden beide Funktionen erstmals zusammen bei Kindern mit guten Ergebnissen untersucht.

 

Eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern führte die Studie mit 541 Kindern im Alter von 9 bis 11 Jahren (54% Jungen, 46% Mädchen) in China durch. Alle Kinder gaben in einer Ernährungsbefragung an, wie oft sie in den letzten Monaten Fisch gegessen hatten. Alle nahmen im Alter von 12 Jahren außerdem an einem Intelligenztest teil, der an ihre Altersgruppe angepasst war. Damit wurden u.a. das Sprachverständnis, logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und die Verarbeitungsgeschwindigkeit geprüft. Die Eltern der Kinder beantworten außerdem Fragen zur Schlafqualität der Kinder, z.B. zur Schlafdauer, zu nächtlichem Schlafwandeln oder Müdigkeit am Tage. In die Auswertung aller Daten wurden weiter soziodemografische Daten einbezogen.

 

Kinder, die wöchentlich Fisch aßen, hatten auf der Intelligenz-Quotienten-Skala im Durchschnitt um 4,8 Punkte bessere Werte im Vergleich zu Kindern, die Fisch seltener oder gar nicht verzehrten. Dabei zeigte sich eine deutliche Dosis-Wirkungs-Beziehung. Kinder, die hin und wieder Fisch aßen, lagen immerhin noch um 3.3 IQ-Punkte über den Werten von Kindern, die Fisch niemals aßen. Ein erhöhter Fischverzehr war außerdem mit einer besseren Schlafqualität verbunden, Schlafstörungen traten dann seltener auf. In dieser Studie wurden nur die Beziehungen untersucht, nicht die Gründe für diese Funktionen. Die Forscher vermuten jedoch, dass der Einfluss von Fischmahlzeiten auf die Schlafqualität zumindest ein Bindeglied sein könnte, das zu verbesserten kognitiven Leistungen beiträgt. Omega-3-Fettsäuren tragen zum Wachstum und zu den Funktionen von neuronalen Geweben bei, sie scheinen auch an der Schlaf-Regulation, z.B. über den Einfluss auf die Melatonin-Bildung beteiligt zu sein, und der Schlaf kann vermutlich die kognitiven Funktionen beeinflussen.

 

Für die Forscher bestätigten sich damit Ergebnisse aus früheren Studien, dass sich der regelmäßige Fischverzehr positiv auf die Gesundheit auswirkt. Kinder sollten nach Ansicht der Forscher möglichst früh an den Fischverzehr und seinen Geschmack gewöhnt werden. Das könnte schon im Alter von etwa 10 Monaten beginnen, vorausgesetzt die Speisen enthalten keine Gräten und sind sorgfältig zerkleinert. Fischmahlzeiten sollten aber wenigstens ab dem Alter von zwei Jahren eingeführt werden. Das könnte das Schlafverhalten der Kinder verbessern und damit möglicherweise auch das abendliche Einschlafen fördern und zu besseren kognitiven Leistungen beitragen. Die Forscher wollen nun die Beziehungen zwischen dem Schlaf, den kognitiven Leistungen und dem Fischverzehr bei älteren Personen prüfen.

 

Unser Tipp: Wenn Fisch nicht regelmäßig gegessen wird, können auch Ergänzungen mit Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen die Aufnahme verbessern. Auf eine gute Qualität, z.B. bei der Stabilität, sollte geachtet werden.

 

Quelle: 

Jianghong Liu et al., The mediating role of sleep in the fish consumption − cognitive functioning relationship: a cohort study. In: Scientific Reports, Online-Veröffentlichung vom 21.12.2018, doi: 10.1038/s41598-017-17520-w.



Resveratrol zur Schmerzlinderung bei Frauen in der Menopause

 

Ältere Frauen sind häufiger von Arthrose und Einschränkungen des Wohlbefindens betroffen. Die Ergänzung von Resveratrol könnte dazu beitragen, die Schmerzen zu verringern und das Wohlbefinden allgemein zu verbessern.

 

Schmerzen nehmen bei Frauen in der Menopause oft zu. Dazu trägt vor allem bei, dass die empfindliche Balance zwischen der Knochenbildung und -resorption mit zunehmendem Alter verloren geht, da dann die Resorption die Knochenbildung überwiegt. Dieser Prozess wird durch Faktoren verschärft, die für die Menopause typisch sind. Dazu gehören Übergewicht mit den damit verbundenen niedrig-gradigen Entzündungen und hormonelle Veränderungen. Auch Arthrose tritt mit dem erhöhten Knorpelabbau in Gelenken in diesem Alter häufiger auf. Frauen in der Menopause sind von solchen Veränderungen häufiger betroffen, weil vaskuläre Dysfunktionen, die durch das verringerte Östrogen entstehen, eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Entwicklung von altersabbhängigem Knochenabbau spielen.

 

Resveratrol ist ein Polyphenol und Phytoöstrogen, das vor allem im Rotwein bzw. in blauen Trauben vorhanden ist. Es kann neben seinen Wirkungen auf die kardiovaskuläre Gesundheit auch den Stoffwechsel beeinflussen und hat antioxidative und antientzündliche Fähigkeiten. Die Wirkung von Resveratrol auf metabolische Knochenkrankheiten und Osteoporose erklärt sich vermutlich durch die erhöhte Zahl und Aktivität von Osteoblasten (knochenbildende Zellen) als durch die verringerte Aktivität der Osteoklasten (knochen-resorbierende Zellen). Eine Gruppe australischer Forscher untersuchte in einer (randomisierten, doppelblinden) Studie die Wirkung von Resveratrol-Ergänzungen auf 80 Frauen in der Postmenopause. Sie wurden für 14 Wochen in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten entweder zweimal täglich 75 mg Resveratrol oder ein Placebo. Die Forscher setzten dabei mit Trans-Resveratrol eine stabilere und besser bioverfügbare Form ein. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden bei den Frauen Aspekte des Wohlbefindens untersucht.

 

Dazu gehörten z.B. Schmerzen, Menopausen-Symptome, Schlafqualität, Stimmungen, depressive Symptome und allgemein die Lebensqualität. Je nach den Angaben der Frauen wurde daraus ein Gesamt-Score des Wohlbefindens ermittelt. Die Forscher untersuchten außerdem bestimmte Funktionen der Hirngefäße als Marker für die zerebrovaskulären Funktionen. Im Vergleich zum Placebo hatten sich am Ende der Studie bei den Frauen der Resveratrol-Gruppe signifikant die Schmerzen verringert, und sie hatten insgesamt ihr Wohlbefinden verbessert. Beides korrelierte mit den verbesserten Hirngefäß-Funktionen.

 

Die Forscher ziehen aus dieser ersten Studie über Resveratrol bei Frauen in der Menopause das Fazit, dass die Ergänzung das Potential haben könnte, chronische Schmerzen bei der altersabhängigen Arthrose zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. In weiteren Studien sollten diese Wirkungen auf ihre Grundlagen hin untersucht werden.

 

Unser Tipp: Resveratrol ist aus Nahrungsquellen nicht sehr gut bioverfügbar, da es sehr schnell metabolisiert wird. Trans-Resveratrol ist nicht nur eine stabilere Form von Resveratrol, es ist auch sehr gut absorbierbar.

 

Quelle: 
Rachel H. X. Wong et al., Resveratrol supplementation reduces pain experience by postmenopausal women. In: Menopause, Vol. 24, Nr. 8, 2017, S. 916-922, doi: 10.1097/GME.0000000000000861.


Nicht immer geht ein Kinderwunsch in Erfüllung. Wird die künstliche Befruchtung eingeleitet, kann die mediterrane Ernährung die Chancen für die Schwangerschaft erhöhen.

 

Nicht immer geht ein Kinderwunsch in Erfüllung. Wird die künstliche Befruchtung eingeleitet, kann die mediterrane Ernährung die Chancen für die Schwangerschaft erhöhen. Das gilt für Frauen ebenso wie für ihre Partner, wie zwei Studien zeigen.

 

Geht ein Kinderwunsch nicht in Erfüllung, liegt die Ursache nicht immer an medizinischen Problemen. Die Fertilität wird von vielen Faktoren beeinflusst, dazu gehören auch der Lebensstil und die Ernährung. So kann z.B. der Verzicht auf das Rauchen, ausreichend Körperbewegung und wenig Stress ebenso wie eine gesunde Ernährung die Chancen für die Schwangerschaft erhöhen. In den Fokus der Forscher rückten dabei auch einige Nährstoffe und Gruppen von Lebensmitteln. Wie griechische Forscher in einer Studie zeigten, kann z.B. die mediterrane Ernährung die künstliche Befruchtung (assistierte Reproduktion) unterstützen.

 

An der Studie nahmen 244 Frauen im Alter von 22 bis 41 Jahren mit normalem oder maximal leichtem Übergewicht (BMI unter 30) teil. Bevor ihre Reproduktions-Therapie begann, gaben sie Auskunft über ihren Lebensstil und die Ernährung, z.B. wie oft sie bestimmte Lebensmittel-Gruppen in den sechs vorangehenden Monaten gegessen hatten. Die Forscher prüften, wie weit die Nahrung der Frauen der mediterranen Ernährung entsprach. Höhere Werte auf dem MedDiet-Score (0 bis 55 Punkte) zeigen, dass die mediterrane Ernährung stärker befolgt wird. Die Forscher setzten dann diese Daten in Beziehung zur Therapie (In-vitro-Fertilisation) und ihren Ergebnissen.

 

Je nach ihrer Ernährung wurden die Frauen in drei Gruppen eingeteilt, mit niedriger Anpassung an die mediterrane Ernährung (bis 30 Punkte), mit mittlerer Anpassung (31-35 Punkte) und mit hoher Anpassung (ab 36 Punkte). Jede Verbesserung in der MedDiät-Skala um 5 Punkte ließ die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft und Geburt um das 2,7-fache ansteigen. Die 86 Frauen mit den besten Werten, die mehr Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl und weniger rotes Fleisch aßen, erreichten zu 50 % die Schwangerschaft. Bei Freuen mit den niedrigsten Werten in der mediterranen Ernährung war dies nur bei 29 % der Fall. Ähnliche Unterschiede wurden bei Frauen verzeichnet, die ein gesundes Kind zur Welt brachten. Allerdings gab es eine Altersgrenze, die positiven Wirkungen der gesunden Ernährung auf die Schwangerschaft und Geburten galten für Frauen unter 35 Jahren.

 

Bei älteren Frauen zeigte sich diese Beziehung nicht, bei ihnen spielen vermutlich verstärkt andere Faktoren eine wichtige Rolle, die die Vorteile der mediterranen Ernährung vermindern. Das könnte an hormonellen Veränderungen, geringerer Bildung von Eiern und anderen altersbedingten Veränderungen liegen, die den Einfluss von Umgebungsfaktoren bzw. der Ernährung überlagern können. Die gesunde Ernährung ist dennoch auch für sie wichtig, gleiches gilt für übergewichtige Frauen und natürlich auch für Frauen, die ihre Schwangerschaft auf natürliche Weise erreichen.

Die Forscher empfehlen vor allem jüngeren Frauen mit Kinderwunsch, nicht nur auf die Hilfe der Reproduktionsmedizin zu hoffen. Auch der Lebensstil und die Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Das gilt nicht nur für die Frauen, sondern auch für ihre Partner, wie eine weitere Studie zeigte. Die Forscher untersuchten 225 Partner von Frauen, die sich der Reproduktions-Therapie unterzogen. Sie waren 26 bis 55 Jahre alt, rund die Hälfte war übergewichtig oder gar adipös (stark übergewichtig), und 21 % rauchten. Die Männer nahmen ebenfalls an einem Ernährungs-Check teil. Außerdem wurde ihre Samenqualität geprüft in Bezug auf die Spermien-Konzentration, -Gesamtzahl und -Motilität.

 

Auch hier zeigte sich ein ähnliches Ergebnis. Hielten die Männer die mediterrane Ernährung stärker ein, so verbesserte sich ihre Samenqualität. Zusammen unterstützen diese Ergebnisse die Bedeutung der gesunden Ernährung für die Fertilität. Paare mit Kinderwunsch, die einen gesunden Lebensstil pflegen und sich mediterran ernähren, haben bessere Chancen, ihren Wunsch zu verwirklichen.

 

Quelle:
Dimitrios Karayiannis et al., Adherence to the Mediterranean diet and IVF success rate among non-obese women attempting fertility. In: Human Reproduction Vol. 33, Nr. 3, 2018, S. 494-502, doi: 10.1093/humrep/dey003.
Dimitrios Karayiannis et al., Association between adherence to the Mediterranean diet and semen quality parameters in male partners of couples attempting fertility. In: Human Reproduction Vol. 32, Nr. 1, 2017, S. 215-222, doi: 10.1093/humrep/dew288.


Antioxidantien fördern die Krebsvorbeugung im Verdauungstrakt

 

Die Vitamine C und E sind ebenso wie Selen starke Antioxidantien, die zur Krebsvorbeugung beitragen können. Erstmals wurde jetzt in einer größeren Studie das Potential dieser Mikro-Nährstoffe in Bezug auf die Krebsprävention im Verdauungssystem untersucht.

 

Es gibt aus der experimentellen Forschung einige Hinweise, dass Antioxidantien einen guten gesundheitlichen Einfluss auf die Vorbeugung von Krebskrankheiten im gesamten Verdauungssystem haben. Das beginnt in der Mundhöhle und reicht über den Magen bis in den Darm hinein. Antioxidantien tragen dazu bei, schädliche Folgen der Oxidation im Körper zu verringern. Das kann zum Schutz vor Krebskrankheiten beitragen. Allerdings waren humane Studie über die Beziehungen von Antioxidantien und Krebskrankheiten im Verdauungssystem bisher in ihren Ergebnissen nicht einheitlich, und nur wenige haben auch die Aufnahmen von Antioxidantien aus Nahrungsergänzungen erfasst. Eine Gruppe französischer Forscher untersuchte daher im Rahmen der großen Bevölkerungsstudie NutriNet-Santé, die von 2009 bis 2016 durchgeführt wurde, die Beziehungen zwischen der Aufnahme einiger Antioxidantien aus der Nahrung und aus Nahrungsergänzungen zu den Vorkommen von Krebskrankheiten im Verdauungssystem.

 

An der Studie nahmen insgesamt rund 39.000 Personen im mittleren Alter teil. Informationen zu ihrer Ernährung wurden durch wiederholte Befragungen zur täglichen Ernährung gesammelt. Dabei wurden auch die Einnahmen von Nahrungsergänzungen im Lauf eines Jahres aus den verschiedensten Präparaten ermittelt. Antioxidantien sind ein häufiger Bestandteil von Nahrungsergänzungen, da viele Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe antioxidativ wirken können. Die Forscher konzentrierten sich in ihren Untersuchungen besonders auf die Aufnahmen der Vitamine C und E sowie auf Beta-Carotin und Selen.

 

Im Lauf der Studienzeit wurden in dieser großen Teilnehmergruppe 167 Krebskrankheiten im Verdauungssystem diagnostiziert. 120 waren im Darm, 26 im Pankreas, 9 in der Speiseröhre, 7 im Magen und 4 in der Leber lokalisiert. Bei einer guten Versorgung mit Vitamin C aus der Nahrung allein und aus Nahrungsergänzungen stellten die Forscher ein geringeres Risiko für Krebs im Verdauungssystem fest. Gleiches galt für die Aufnahmen aus der Nahrung und Nahrungsergänzungen von Vitamin E und Selen. Allerdings wurden bei Selen Interaktionen mit einem erhöhter Alkoholkonsum beobachtet, und auf Vitamin E nahmen die Rauchgewohnheiten einen Einfluss. Die Forscher schließen aus diesen Ergebnissen, dass die Vitamine C und E sowie Selen vermutlich zum Schutz vor Krebskrankheiten im Verdauungssystem beitragen. Dabei können Alkohol und das Rauchen jedoch das krebsschützende Potential dieser Antioxidantien zum Teil verringern.

 

Unser Tipp: Die Vitamine C und E sind ebenso wie Selen häufig in vielen Nahrungsergänzungen enthalten. Sie werden einzeln oder vielfältig kombiniert angeboten. Für die gute Aufnahme im Körper sind besonders gut bioverfügbare Verbindungen empfehlenswert.

 

Quelle: Manon Egnell et al., Antioxidant intake from diet and supplements and risk of digestive cancers in middle-aged adults: results from the prospective NutriNet-Santé cohort. In: British Journal of Nutrition Vol. 118, Nr. 7, 2017, S. 541-549, doi: 10.1017/S0007114517002392.


Omega-3-Fettsäuren verbessern die Darmflora

 

Bei einer guten Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren reichern sich im Darm vermehrt gesunde Bakterien mit einer Vielfalt der Arten an. Das ist offenbar unabhängig von der Aufnahme von Ballaststoffen und Probiotika.

 

Die gesunden Omega-3-Fettsäuren könnten ihre Wirkungen zum Teil auch dadurch entfalten, dass sie die Zusammensetzung der Bakterien im Darm beeinflussen. Dies könnte viele gesundheitliche Vorteile haben, dazu gehören ein geringeres Risiko für Diabetes, Übergewicht und entzündliche Darmkrankheiten (Colitis, Morbus Crohn). Eine Gruppe englischer Forscher untersuchte daher in einer Studie die Vorkommen von Darmbakterien in einer großen Gruppe von Frauen im mittleren bis höheren Alter. Geprüft wurde ihre Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren in Bezug auf die Zusammensetzung der Darmbakterien.

 

An der Studie nahmen 876 Frauen teil. Mit Hilfe von Ernährungsbefragungen ermittelten die Forscher die Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren, und sie untersuchten auch die Omega-3-Konzentrationen im Blutserum. Diese Werte setzten sie dann in Beziehung zu den Bakterienarten im Darm (untersucht mit Gen-Sequenzierung). Sowohl die Gesamtwerte der Omega-3-Fettsäuren als auch speziell die Werte der DHA (Docosahexaensäure) waren im Darm signifikant mit der Vielfalt an gesunden Bakterien verbunden. Frauen mit höheren Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren sowie einem besseren Omega-3-Index, d.h. dem Verhältnis der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA zu den gesamten Fettsäuren im Blut, hatten auch ein breiteres Spektrum an nützlichen Darmbakterien. Das galt im übrigen unabhängig von anderen Einflussfaktoren, sowohl von der Aufnahme von Ballaststoffen als auch von Probiotika.

 

Die Forscher fanden besonders starke Verbindungen der DHA zu bestimmten Bakterienarten, z.B. aus der Familie der Lachnospiraceae. Diese wurden u.a. mit geringeren Entzündungen und einem geringeren Risiko für Übergewicht verbunden. Nach weiteren Untersuchungen fanden die Forscher eine Verbindung von Omega-3-Fettsäuren zu N-Carbamylglutamat (NCG) im Darm. Von NCG weiß man bereits aus Tierstudien, dass es den oxidativen Stress im Darm verringern kann. Die Forscher vermuten, dass einige der guten Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren im Darm darauf basieren, dass sie die Bakterien anregen, diese Substanz zu bilden.

 

Für die Forscher ist damit geklärt, dass die Omega-3-Fettsäuren mit der Zusammensetzung der Darmbakterien in Beziehung stehen. Damit zeichnet sich ein möglicher weiterer Nutzen von Omega-3-Fettsäuren ab. Sie könnten auch dazu beitragen, die Darmgesundheit zu verbessern und die Vielfalt der gesunden Darmbakterien erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Omega-3-Fettsäuren ist die Qualität sehr wichtig. Dadurch wird z.B. ein unangenehmer Geschmack oder das Aufstoßen vermieden.

 

Quelle: 
Cristina Menni et al., Omega-3 fatty acids correlate with gut microbiome diversity and production of N-carbamylglutamate in middle aged and elderly women. In: Scientific Reports, Online-Veröffentlichung vom 11.9.2017, doi: 10.1038/s41598-017-10382-2.


Jodmangel kann die Fruchtbarkeit von Frauen verringern

 

Frauen im gebärfähigen Alter sind oft nicht genügend mit Jod versorgt. Das kann möglicherweise die Fähigkeit, schwanger zu werden, beeinflussen, wie eine neue Studie zeigt.

 

Eine unzureichende Versorgung mit Jod kommt in den USA und in Europa relativ häufig vor. Bei Frauen kann eine zu geringe Jodaufnahme nicht nur die Funktionen der Schilddrüse beeinträchtigen, sondern auch zu Zyklusstörungen und möglicherweise zu einer geringeren Fertilität beitragen. In einer Studie prüften US-amerikanische Forscher, ob Joddefizite mit einer geringeren Fruchtbarkeit bei Frauen verbunden sind. An der Bevölkerungsstudie LIFE (Longitudinal Investigation of Fertility and the Environment), bei der die Beziehungen zwischen Fertilität, Lebensstil und Einflüssen aus der Umgebung untersucht wurden, nahmen 501 Frauen von 2005 bis 2009 teil. Alle hatten den Kinderwunsch und daher ihre Verhütung wenigstens zwei Monate vor dem Studienbeginn eingestellt.

 

In Interviews berichteten die Frauen über mögliche Risikofaktoren für die Unfruchtbarkeit und führten dann ein Tagebuch mit dafür relevanten Informationen. Sie testeten weiter jeweils zum Zeitpunkt einer erwarteten Menstruation, ob sie schwanger waren. In Urinproben wurde ihre Versorgung mit Jod bestimmt, Werte unter 50 mcg/g Jod wurden als eine mäßige bis ernste Defizienz gewertet. Rund 44 % der Frauen waren mit Jod unterversorgt, die Defizite wurden entweder als leicht (21,8 %), mäßig (20,8 %) bis hin zu stark (1,7 %) eingestuft. Diese Werte spiegeln, wie die Forscher angeben, auch die Joddefizite in der allgemeine Bevölkerung wider. Sie nennen einige Gründe, warum sich die Jodzufuhr verringern kann. Viele Menschen bevorzugen heute Meersalz anstelle von jodiertem Speisesalz, was die Aufnahme verringern kann. Jod ist vor allem in Fleisch und Meeresfrüchten enthalten. Auch Vegetarier und Veganer können daher mit Jod unterversorgt sein, es sei denn, sie essen häufiger Algen, die eine gute Jodquelle sind.

 

Bei Frauen mit einem mäßigen bis ernsten Jodmangel sank die Chance, schwanger zu werden bei jedem Menstruationszyklus im Vergleich zu den Frauen, die ausreichend mit Jod versorgt waren. Durch den Jodmangel war die Fertilität der Frauen um 46 % verringert. Die Auswertungen zeigten auch, dass Frauen, die schwanger werden wollen, oftmals mehr Jod benötigen. Bekannt ist bereits, dass der Jodbedarf während der Schwangerschaft ansteigt. Der Fötus braucht z.B. dieses Spurenelement, um die Schilddrüsenhormone zu bilden und die gesunde Hirnentwicklung zu fördern. Schwangeren Frauen werden daher in Deutschland tägliche Aufnahmen von 230 mcg Jod empfohlen, für stillende Frauen sind mit 260 mcg noch etwas höhere Werte angesetzt. Die Forscher empfehlen nun auch Frauen, die schwanger werden wollen, den Jodstatus zu prüfen. Werden Defizite festgestellt, so kann dies mit Jodergänzungen auf einfache Weise ausgeglichen werden, und damit verbessern sich die Bedingungen für eine Schwangerschaft.

 

Unser Tipp: Jod wird zur Nahrungsergänzung u.a. in flüssiger Form als Kaliumjodid angeboten, das sehr gut aufnehmbar ist. Aus pflanzlichen Quellen, gewonnen aus Algen, wird Jod auch in einigen Multipräparaten eingesetzt.

 

Quelle:
J. L. Mills et al., Delayed conception in women with low-urinary iodine concentrations: a population-based prospective cohort study. In: Human Reproduction, Online-Veröffentlichung vom 11.1.2018, doi: 10.1093/humrep/dex379.


Eine gute Versorgung mit Magnesium konnte bei älteren Männern, die durch Knie-Arthrose ein erhöhtes Risiko für die Gebrechlichkeit hatten, diesen Prozess deutlich verringern.

 

Eine gute Versorgung mit Magnesium konnte bei älteren Männern, die durch Knie-Arthrose ein erhöhtes Risiko für die Gebrechlichkeit hatten, diesen Prozess deutlich verringern.

 

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Gebrechlichkeit an, von der rund 10 % der älteren Menschen betroffen sind. Sie ist mit einem höheren Risiko für Knochenbrüche und andere Krankheiten verbunden. Dazu tragen eine Reihe von Faktoren bei, zu denen auch die gute Versorgung mit Mikro-Nährstoffen gehört. Gebrechliche, ältere Menschen sind öfter mit Vitaminen und Mineralstoffen geringer versorgt, häufig fehlt es auch an der ausreichenden Aufnahme von Magnesium. Dieser Mineralstoff ist vor allem in grünblättrigen Gemüsen sowie in Nüssen, Samen und Vollkornprodukten enthalten, die jedoch viele Menschen nicht oder nur wenig aufnehmen. Magnesium ist für die Muskelfunktionen, die Muskelkontraktion und -entspannung sehr wichtig, und es ist auch für den Energie-Stoffwechsel essentiell. Eine zu geringe Versorgung scheint mit signifikant schwächeren Muskelfunktionen verbunden zu sein.

 

Dazu können beispielsweise ein erhöhter oxidativer Stress, Entzündungen und die Insulin-Resistenz beitragen. Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen über die Beziehungen von Magnesium zur Gebrechlichkeit. Ein Forscherteam aus Italien, Großbritannien und Australien untersuchte daher in einer Studie, ob eine höhere Magnesium-Aufnahme aus der Nahrung mit einem geringeren Risiko der Gebrechlichkeit verbunden ist.

 

Einbezogen waren 4.421 US-Amerikaner mit Knie-Arthrose oder mit einem erhöhten Arthrose-Risiko. Sie waren im Durchschnitt 61 Jahre alt (58 % Frauen, 42 % Männer) und litten noch nicht unter Gebrechlichkeit. Bei allen Teilnehmern wurden die Magnesium-Aufnahmen aus der Ernährung bestimmt. Je nach Versorgungsgrad wurden sie zwei Gruppen mit entweder zu geringer oder mit empfohlener bzw. höherer Magnesium-Aufnahme zugeordnet. Alle Teilnehmer wurden im Lauf von acht Jahren weiter beobachtet. Dabei wurde verzeichnet, ob und wann bei ihnen Zeichen der Gebrechlichkeit auftraten. Sie war u.a. durch den Knochenbruch-Index, einen Aufstehtest von einem Stuhl und ein länger anhaltendes Gefühl der Energielosigkeit bestimmt. 362 Teilnehmer wurden im Lauf der Studie als gebrechlich eingestuft. Bei der Auswertung zeigte sich, dass Männer, die zu Beginn der Studie Magnesium wenigstens im Bereich der täglichen Empfehlungen der USA (420 mg) aufnahmen, ihr Risiko für die Gebrechlichkeit nahezu halbieren konnten.

 

Jeweils 100 mg mehr Magnesium aus der Nahrung korrespondierte mit einer Senkung von 22 % bei der Gebrechlichkeit von Männern. Bei den Frauen zeigte sich dagegen keine so deutliche Beziehung. Teilnehmer, die mehr Magnesium aufnahmen, waren allgemein körperlich aktiver, dies spielte zusammen mit der recht guten Magnesium-Versorgung vermutlich auch eine Rolle bei der geringeren Neigung zur Gebrechlichkeit. In weiteren Studien soll nun untersucht werden, ob Magnesium-Ergänzungen dazu beitragen können, die Gebrechlichkeit älterer Menschen zu verringern. Grundsätzlich weisen die Forscher noch darauf hin, dass die geringe Versorgung mit Magnesium auf einfache Weise zu vermeiden ist, mit einer geeigneten Nahrungsauswahl oder auch unterstützt durch Nahrungsergänzungen.

 

Unser Tipp: Magnesium ist in Multi-Formeln, in Kombination mit anderen Mineralstoffen und einzeln als Nahrungsergänzung in verschiedenen Verbindungen im Angebot. Besonders gut bioverfügbar sind z.B. die Verbindungen mit Bisglycinat, Citrat, Glukonat und Malat.

 

Quelle:
Nicola Veronese et al., Dietary Magnesium and Incident Frailty in Older People at Risk for Knee Osteoarthritis: An Eight-Year Longitudinal Study. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 16.11.2017, doi: 10.3390/nu9111253.


Lutein und Zeaxanthin stärken kognitive Funktionen junger Erwachsener

 

Die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin konnten bereits die kognitiven Funktionen von älteren Menschen verbessern. Jetzt zeigt eine neue Studie, dass auch jüngere Erwachsene mit den beiden Carotinoiden ihre kognitiven Leistungen verbessern können.

 

Die Ernährung wirkt auf nahezu alle Aspekte der Gehirnfunktionen ein. Dabei spielen Lipide und die stark sauerstoffreiche Struktur des Gehirns eine wichtige Rolle, da es anfälliger für entzündlichen Stress ist. Die Nahrung kann sich je nach ihrer Zusammensetzung besser oder schlechter auf den oxidativen, entzündlichen Zustand des Gehirns und seine Funktionen auswirken. Dazu gehören auch die Abläufe des zellulären Stoffwechsels und die Funktionen der Mitochondrien (die „Kraftwerke“ der Zellen). Das Gehirn benötigt beispielsweise besonders die Vitamine B6, B12 und Folat. Weniger bekannt ist, dass auch eine Reihe von pflanzlichen Nährstoffen auf das Gehirn einwirken. Dazu gehören die beiden Carotinoide Lutein und Zeaxanthin (aus der Gruppe der Xanthophylle), die in den neuronalen Geweben konzentriert vorhanden sind.

 

Sie siedeln sich besonders stark in der zentralen Retina (Netzhaut) und in der Makula an, das ist in der Retina die Stelle des schärfsten Sehens. Die Ergebnisse aus einigen früheren Studien deuten darauf hin, dass von einer besseren Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin nicht nur die Sehfunktionen profitieren, sondern sich bei älteren Erwachsenen auch die kognitiven Funktionen verbessern können. Ähnliche Untersuchungen bei jüngeren Erwachsenen gibt es bisher nur sehr wenige. Daher prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern nun die Wirkungen der beiden Carotinoide auf die kognitiven Funktionen bei jüngeren College-Studenten.

 

51 junge Erwachsene im Alter von 18 bis zu 30 Jahren nahmen an der (randomisierten, Placebo-kontrollierten) Studie teil. 37 Teilnehmer erhielten ab Ende 2013 ein Jahr lang täglich eine Ergänzung mit 10 mg Lutein und 2 mg Zeaxanthin. 19 Teilnehmer nahmen zur Kontrolle nur ein Placebo ein. Alle vier Monate wurde die Versorgung mit Lutein und Zeaxanthin gemessen, dazu diente die Bestimmung von MOPD (optische Dichte des Makula-Pigments), dieser Wert ist sowohl mit den visuellen als auch mit den kognitiven Funktionen verbunden. Bei allen Teilnehmern wurden die kognitiven Leistungen mit einer Reihe von Tests geprüft. Mit der täglichen Ergänzung von Lutein und Zeaxanthin stiegen bei den Teilnehmern im Lauf des Jahres die MOPD-Werte im Vergleich zum Placebo signifikant an. Mit den beiden Carotinoiden erzielten die Teilnehmer außerdem bessere Werte in den kognitiven Leistungen. Das galt z.B. bei Aufgaben zum räumlichen Gedächtnis, beim logischen Denken und bei Tests, die eine komplexe Aufmerksamkeit benötigten.

 

Unser Tipp: Lutein wird zum Teil einzeln, oft aber in der Kombination mit Zeaxanthin und anderen Carotinoiden angeboten. Auf eine gute Qualität, z.B. in der Bioverfügbarkeit, sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Lisa M. Renzi-Hammond et al., Effects of a Lutein and Zeaxanthin Intervention on Cognitive Function: A Randomised, Double-Masked, Placebo-Controlled Trial of Younger Healthy Adults. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 14.11.2017, doi: 10.3390/nu9111246.


Gesunde Fettsäuren senken Allergien bei Jugendlichen

 

Sind Kinder im Alter von 8 Jahren mit den gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3- und -6-Fettsäuren gut versorgt, sinkt einige Jahre später ihr Risiko für die Entwicklung von Asthma oder Heuschnupfen.

 

Allergische Krankheiten wie Asthma oder Rhinitis (Heuschnupfen) sind heute weltweit verbreitet, und sie beginnen oft schon in der Kindheit. Dabei wird das Krankheitsrisiko sowohl von vererbten Faktoren als auch von der Umgebung beeinflusst. Es gibt aus früheren Studien Hinweise, dass die langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3 und -6) das Risiko für allergische Krankheiten beeinflussen können, jedoch sind die Ergebnisse dazu bisher nicht einheitlich. Diese Fettsäuren sind für den Körper essentiell, sie können nicht selbst gebildet und müssen daher aus der Nahrung aufgenommen werden. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure), DHA (Docosahexaensäure) und DPA (Docosapentaensäure) sind Fischöle, für pflanzliche Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind es vor allem Nüsse und verschiedene Pflanzenöle.

 

In einer neuen und bisher größten Studie hat das Institut für Umweltmedizin vom schwedischen Karolinska Institut die Beziehung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zur Entwicklung von Allergien bei Kindern und Jugendlichen nun näher untersucht. An der Studie nahmen zu Beginn 940 Kinder aus der schwedischen Bevölkerungsstudie (BAMSE) im Alter von acht Jahren teil. Bei allen Kindern wurden in Blutproben der Gehalt bzw. das Verhältnis von Omega-3- (EPA, DHA, DPA, Alpha-Linolensäure) und Omega-6-Fettsäuren (Linol-, Arachidonsäure) untersucht. Die Kinder wurden außerdem zu allergischen Symptomen befragt, und es wurden Allergietests (IgE-Messungen) durchgeführt. Im Alter von 16 Jahren wurde bei den nun jugendlichen Teilnehmern die Neigung zu allergischen Krankheiten, Asthma und Rhinitis etc., erneut geprüft.

 

Kinder, die im Alter von acht Jahren höhere Werte bei den langkettigen Omega-3-Fettsäuren erreicht hatten, waren im Alter von 16 Jahren deutlich weniger anfällig für die Entwicklung von Asthma oder allergischer Rhinitis. Hatten sie mit acht Jahren höhere Werte der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, so war dies ebenfalls mit einem geringeren allergischen Risiko im Alter von 16 Jahren verbunden. Kinder, bei denen mit acht Jahren bereits Asthma oder eine allergische Rhinitis entwickelt waren, hatten bei einer guten Versorgung mit der Arachidonsäure eine gute Chance, mit 16 Jahren frei von allergischen Symptomen zu sein.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass ein besseres Verhältnis von Omega-3- und-6-Fettsäuren im Blut von Kindern mit acht Jahren einige Jahre später das Risiko für allergische Krankheiten verringern kann. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen, zwei- oder dreimal pro Woche Fisch zu essen und dabei zwischen fettreicheren und mageren Sorten zu variieren.

 

Unser Tipp: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren können auch mit Nahrungsergänzungen aus Fisch- und Pflanzenölen aufgenommen werden. Sie werden einzeln, aber auch zusammen in einem guten Verhältnis angeboten, auf eine hohe Qualität sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Jessica Magnussen et al., Polyunsaturated fatty acids in plasma at 8 years and subsequent allergy disease. In: The Journal of Allergy and Clinical Immunology, Online-Veröffentlichung vom 5.12.2017, doi: 10.1016/j.jaci.2017.09.023.


Wer regelmäßig Nüsse isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das zeigt die bisher größte durchgeführte Studie zur Beziehung zwischen dem Verzehr von Nüssen und der Herzgesundheit.

 

Wer regelmäßig Nüsse isst, hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Das zeigt die bisher größte durchgeführte Studie zur Beziehung zwischen dem Verzehr von Nüssen und der Herzgesundheit.

 

Zu einer gesunden Ernährung gehört auch der regelmäßige Verzehr von Nüssen. Sie enthalten reichlich einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, was sich günstig auf die Cholesterinspiegel auswirken kann. Einige Nüsse enthalten z.B. die gesunden Omega-3-Fettsäuren, die günstig auf viele Körperfunktionen wirken, darunter auch das Herz- und Kreislaufsystem. Enthalten sind weiter Ballaststoffe und pflanzliche Sterine (Lipoide), die ebenfalls zu gesünderen Cholesterinwerten beitragen können. Vitamin E und die Aminosäure Arginin schützen zusätzlich die Blutgefäße. Durch ihren hohen Fettgehalt (rund 80 %) haben Nüsse recht viele Kalorien (z.B. Walnüsse 650 Kalorien pro 100 g), sie sollten daher in kleineren Portionen verzehrt werden.

 

Bisher wurden in Studien oft Nussmischungen untersucht. Eine US-amerikanische Forschergruppe prüfte nun die Wirkungen einzelner Nussarten in Bezug auf die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Dazu gehörten Erdnüsse und Erdnussbutter, Walnüsse und andere Baumnüsse. Obwohl Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten gehören, wurden sie in die Studie einbezogen, da ihre Fettsäuren- und Nährstoff-Profile denen von Nüssen ähnlich sind. Die Forscher werteten die Daten von 210.000 Frauen und Männern aus, die viele Jahre an drei großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudien teilgenommen hatten, an der Nurses´ Health Study I (1980 bis 2012) und II (1991 bis 2013) sowie an der Health Professionals Follow-up Study (1986 bis 2012). Die Beobachtungszeit der Teilnehmer reichte bis zu 32 Jahren. Alle zwei Jahre wurden der Gesundheitszustand der Teilnehmer und wichtige Merkmale ihres Lebensstils und der Ernährung geprüft. Verzeichnet wurde das Auftreten von kardiovaskulären Krankheiten, Herzinfarkten, Schlaganfällen und der koronaren Herzkrankheiten. Im Lauf der Studien traten insgesamt 14.136 Fälle von kardiovaskulären Krankheiten in diesen großen Teilnehmergruppen auf.

 

Die Auswertung zeigte eine positive Wirkung zwischen der Gesamtaufnahme von Nüssen und kardiovaskulären sowie koronaren Herzkrankheiten im Vergleich zu Teilnehmern, die keine Nüsse aßen. Eine Portion Nüsse war mit 28 Gramm definiert. Differenzierten die Forscher die Daten nach einzelnen Sorten, dann zeigten sich beim Verzehr von Walnüssen − ein- oder mehrmals pro Woche − ein um 19 % geringeres Risiko für die kardiovaskulären und um 21 % weniger Risiko für die koronaren Herzkrankheiten. Teilnehmer, die Erdnüsse oder Baumnüsse zwei oder mehrmals pro Woche aßen, konnten ihr Risiko für diese Krankheiten um 13 bzw. 15 % senken, bei den koronaren Herzkrankheiten sank es um 15 bzw. 23 %. Teilnehmer, die fünf oder mehr Portionen Nüsse wöchentlich aßen, hatten ein um 14 % geringeres Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten, um 20 % sank ihr Risiko für koronare Herzkrankheiten.

 

Dies galt jeweils im Vergleich zu Teilnehmern, die generell nur wenig oder nie Nüsse verzehrten. Die Ergebnisse blieben konstant, wenn sie für bestimmte Sorten von Nüssen einzeln bestimmt wurden, für Baumnüsse, Erdnüsse und Walnüsse. Bei allen Sorten zusammen wirkte sich der Nussverzehr nicht auf Schlaganfälle aus. Der regelmäßige Verzehr von Erdnüssen und Walnüssen konnte jedoch das Risiko für Schlaganfälle verringern.

 

Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlungen, verschiedene Sorten von Nüssen regelmäßig − wenn auch wegen der hohen Kalorien in geeigneten Maßen − in eine gesunde Ernährung einzubeziehen. Dies trägt dazu bei, die Risiken chronischer Krankheiten allgemein zu verringern. Nüsse sollten nach Möglichkeit roh, ungeschält und nicht weiter verarbeitet (ungesalzen, ohne Öl geröstet) verzehrt werden. Sie können leicht in die Ernährung einbezogen werden, fördern die Gesundheit und schützen besonders das Herz-Kreislauf-System.

 

Quelle:
Maria Guasch-Ferré et al., Nut Consumption and Risk of Cardiovascular Disease. In: Journal of the American College of Cardiology, Online-Veröffentlichung vom 13.11.2017, doi: 10.1016/j.acc.2017.09.035.


Mikro-Nährstoffe beeinflussen das Brustkrebsrisiko

 

Eine gesunde Ernährung, die mit reichlich Mikro-Nährstoffen versorgt, kann dazu beitragen, das Risiko für den Brustkrebs zu verringern.

 

Brustkrebs ist die bei Frauen am häufigsten vorkommende Krebskrankheit. Zu den Risikofaktoren gehören neben genetischen Faktoren z.B. das Rauchen und der Alkoholkonsum, eine zu geringe Körperaktivität sowie die Ernährung. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und der grüne Tee können mit reichlich gesunden Mikro-Nährstoffen versorgen, von denen viele antioxidativ wirken und so zum Schutz vor Brustkrebs beitragen können. Eine Gruppe iranischer Forscher prüfte in einer Studie, ob und wie sich eine gesunde Ernährung auf das Brustkrebsrisiko auswirkt. Sie nutzten dazu einen Index, mit dem sich die Ernährungs-Qualität bewerten lässt. Dabei wird der Verzehr von Lebensmitteln sowohl quantitativ als auch qualitativ erfasst. Damit können sowohl die Nährstoffe einzelner Lebensmittel als auch ganzer Mahlzeiten und Ernährungsweisen bestimmt werden.

 

In die Studie waren 145 Frauen einbezogen, bei denen in einem Universitätszentrum bis zu maximal drei Monate zuvor die Diagnose Brustkrebs gestellt wurde. Sie wurden mit 148 gesunden Frauen in einer Kontrollgruppe verglichen. Alle Teilnehmerinnen ernährten sich normal und machten keine restriktiven Diäten. Die Frauen waren im Durchschnitt 49 Jahre alt, kamen aber aus allen Altersgruppen (von 20 bis zu 80 Jahren) und hatten im Durchschnitt einen Body Mass Index von 27, also ein leicht erhöhtes Übergewicht. Sie gaben Auskunft über ihren Lebensstil (Körperaktivität, Rauchen etc.) und nahmen an einer ausführlichen Ernährungsbefragung teil. Dabei berichteten sie, wie häufig sie diverse Lebensmittel aßen. Die Forscher berechneten daraus ihre tägliche Energiemenge und die Aufnahme von Makro- ebenso wie von Mikro-Nährstoffen

 

Frauen, die sich gesünder ernährten, hatten ein geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das galt im Vergleich zu Frauen, deren Ernährung fettreicher war und z.B. mehr Lammfleisch enthielt. Bei gesunder Ernährung waren die Frauen vor allem gut mit Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C und Folat versorgt, und sie bevorzugten fettreduzierte Milch. Die Forscher vermuten, dass vor allem die Vitamine A und C sowie die B-Vitamine B1, B2, B12 und das Spurenelement Selen bei guter Versorgung dazu beitragen, das Brustkrebsrisiko zu senken.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass Frauen mit Brustkrebs oft weniger Mikro-Nährstoffe aufnehmen. Das gilt besonders für die Vitamine A und E, die B-Vitamine sowie die Mineralstoffe und Spurenelemente Selen, Magnesium und Zink, außerdem auch für die Ballaststoffe. Sie empfehlen, mehr Lebensmittel zu essen, die reich an diesen Nährstoffen sind. Das gilt z.B. für Obst, Gemüse, fettarme Milchprodukte und proteinreiche Lebensmittel, besonders für Fisch. Geachtet werden sollte auch auf die geringere Aufnahmen von (verarbeiten) Fetten. Die gesündere Ernährung könnte ein guter Weg sein, um das Risiko für Brustkrebs zu senken.

 

Unser Tipp: Neben einer gesunden Ernährung können Nahrungsergänzungen mit guter Qualität zur guten Versorgung mit antioxidativ wirkenden Mikro-Nährstoffen beitragen und den „Lücken“ in der Versorgung vorbeugen.

 

Quelle:
Farhad Vahid et al., The association between the Index of Nutritional Quality (INQ) and great cancer and the evaluation of nutrient intake of breast cancer patients: A case-control study. In: Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 6.7.2017, doi: 10.1016/j.nut.2017.06.011.


Probiotika − günstig bei Typ 2 Diabetes

 

Die Auswertung von mehreren Studien zeigt, dass Probiotika auf einige der Risikofaktoren, die mit dem Typ 2 Diabetes verbunden sind, positiv einwirken.

 

Die Vorkommen von Diabetes sind in den letzten Jahren weltweit angestiegen, er gehört zu den häufigsten Stoffwechsel-Krankheiten. Daran hat der Typ 2, der im Lauf des Lebens erworben wird, mit rund 90 % einen sehr hohen Anteil. Früher als Altersdiabetes bezeichnet, tritt der Typ 2 Diabetes heute auch schon in jüngeren Jahren häufiger auf. Beim Diabetes sind die Funktionen des Zuckerstoffwechsels gestört, das kann viele verschiedene Symptome nach sich ziehen. Zu den auslösenden Faktoren gehören neben genetischen Bedingungen auch eine zu fettreiche Ernährung, Übergewicht und fehlende körperliche Bewegung. Viele dieser Lebensstil-Faktoren sind durch ein verändertes Verhalten vermeidbar bzw. zu beeinflussen. Dabei spielen vermutlich auch Probiotika, die gesunden Darmbakterien, eine Rolle.

 

Sie haben neben ihren guten Wirkungen auf die Darmflora auch einen Einfluss auf den Fettstoffwechsel, tragen zur Vorbeugung von starkem Übergewicht bei, fördern den gesunden Blutdruck und allgemein das Herz-Kreislauf-System. Es gibt Hinweise, dass Probiotika auch auf einige Faktoren einwirken, die beim Diabetes Typ 2 eine Rolle spielen, das betrifft vor allem die Blutzucker- und Insulinwerte. Eine Gruppe chinesischer Forscher führte daher zur Beziehung von Probiotika und dem Typ 2 Diabetes eine umfassende Literaturrecherche in den einschlägigen Datenbanken durch.

 

Die Forscher konnten schließlich 18 randomisierte, mit einem Placebo kontrollierte Studien auswerten, die bis Mitte 2016 veröffentlicht waren. Daran hatten 1.056 Diabetiker teilgenommen, sie hatten teilweise auch Symptome des metabolischen Syndroms oder schlechte Blutfett-Profile. Die Hälfte der Teilnehmer nahm Probiotika ein, die andere Hälfte nicht. Bei allen Teilnehmern wurden die Insulinspiegel, Glukosewerte und das glykierte (mit Zuckerresten verknüpfte) Hämoglobin (HbA1c) bestimmt. Mit dem HbA1c-Wert kann die längerfristige Einstellung des Stoffwechsels beurteilt werden, daher wird er auch als Gedächtnis des Blutzuckers bezeichnet. Die Forscher verglichen jeweils die Ergebnisse der Probiotika- mit denen der Kontrollgruppen.

 

Es zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede bei allen drei Werten, die sich in der Probiotikagruppe deutlich verbessert hatten. Bei der Analyse von Untergruppen zeigte sich weiter, dass die Wirkung von Probiotika auf die Blutzucker- und Insulinwerte nur bei den Typ 2 Diabetikern auftrat. Bei anderen Diabetesformen zeigten sich auf die Insulin- und glykierten Hämoglobinwerte keine klaren Wirkungen. Bei diesen Diabetikern war aber im Vergleich zu den Kontrollgruppen die Senkung des LDL-Cholesterins signifikant größer (im Durchschnitt -29 %).

 

Die Forscher sind noch vorsichtig in einer grundlegenden Bewertung dieser Ergebnisse, weil die Studien in ihrer Struktur zum Teil recht heterogen waren. Sie vermuten aber, dass die Aufnahmen von gesunden Probiotika bei Diabetes dazu beitragen können, die Werte des Blutzuckers, Insulins und glykierten Hämoglobins (HbA1c) zu senken. Davon könnten vor allem die Typ 2 Diabetiker profitieren.

 

Unser Tipp: Probiotika werden kombiniert mit verschiedenen Stämmen und Dosierungen angeboten. Besonders bewährt haben sich Bifidobakterien und Lactobazillen. Auf eine gute Qualität in der Herstellung, Stabilität und Dosierung sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Xia Wang et al., Multiple effects of probiotics on different types of diabetes: a systematic review and meta-analysis of randomised, placebo-controlled trials. In: Journal of Pediatric Endocrinology and Metabolism, 2017 30, S. 611-622, doi: 10.1515/jpem-2016-0230.


Mehr Vitamin K könnte das Herz von Jugendlichen schützen

 

Bei Jugendlichen, die nur wenig Vitamin K1 mit ihrer Ernährung aufnahmen, erhöhte sich das Risiko für eine ungesunde Vergrößerung der linken Herzkammer.

 

In einigen großen Bevölkerungsstudien zeigten sich Verbindungen zwischen einer guten Versorgung mit Vitamin K1 (Phyllochinon) und Cholesterinwerten sowie geringeren Lipidwerten im Blut, was mit gesünderen Herzfunktionen verbunden wird. Das essentielle, fettlösliche Vitamin K wird u.a. für gesunde Knochen und die Blutgerinnung benötigt. Es gibt zunehmend Nachweise, dass Vitamin K auch die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems beeinflusst. Eine gute Versorgung kann dazu beitragen, den Kalzium-Ablagerungen in den Wänden der Blutgefäße vorzubeugen. Vitamin K1 ist jedoch nur relativ kurzzeitig, d. h. über sechs Stunden lang, aktiv, nachdem es mit der Nahrung aufgenommen wurde, was die gute Versorgung eventuell beeinträchtigen kann.

 

Jetzt untersuchte eine Forschergruppe der Augusta University (Georgia, USA) erstmals den Einfluss von Vitamin K auf die Herzgesundheit von Jugendlichen. An der Studie nahmen 766 gesunde Teenager im Alter von 14 bis zu 18 Jahren teil. Bei allen wurde die Versorgung mit Vitamin K1 (Phyllochinon) aus der Ernährung untersucht, es ist besonders reichlich z.B. in Spinat, Kohl, Salat und Olivenöl enthalten. Die Teilnehmer trugen sieben Tage lang Aktivitäts-Monitore und berichteten wiederholt genauestens darüber, was sie gegessen hatten. Von allen lagen schließlich für wenigstens sechs Tage Aufzeichnungen über die Ernährung vor. Die Auswertungen dieser Daten zeigte, dass nur ein Viertel der Jugendlichen eine angemessene Versorgung mit Vitamin K1 erreicht hatte.

 

Mit einem Echokardiogramm wurde bei allen Teilnehmern außerdem die linke Herzkammer untersucht, die das Blut durch den gesamten Körper pumpt. Hier zeigte sich eine deutliche Beziehung zur Versorgung mit Vitamin K1. Bei Teilnehmern, die am wenigsten K1 aufgenommen hatten, fanden die Mediziner häufiger eine ungesunde Entwicklung der linken Herzkammer. Sie war einschließlich der Kammerwände vergrößert (Linksherzhypertrophie), und die Blutmenge, die vom Herz ausgestoßen wurde, war signifikant geringer. Im Vergleich zu Jugendlichen, die genügend Vitamin K1 aufgenommen hatten, war das Risiko für solche Veränderungen der linken Herzkammer bei geringer Versorgung um das 3,3-fache erhöht. Dies war unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren, z.B. von Geschlecht, Körperbau, -aktivität und Blutdruck.

 

Vergrößerungen der linken Herzkammer werden ansonsten bei Erwachsenen beobachtet, deren Herz z.B. durch einen anhaltend hohen Blutdruck stark belastet und dadurch in seinen Funktionen gestört wird. Für die Forscher zeigte sich hier erstmals die Verbindung zwischen Vitamin K und der Herzstruktur bzw. den Herzfunktionen bei jungen Menschen. Durch eine bessere Versorgung mit Vitamin K könnten sich solche Veränderungen der linken Herzkammer bei Jugendlichen möglicherweise vermeiden lassen. Das könnte langfristig die Gesundheit des Herzens fördern und die Risiken für Herzerkrankungen senken.

 

Unser Tipp: Vitamin K wird häufig als Vitamin K2 angeboten, oder auch in einer ausgewogenen und synergistischen Kombination von K1 und K2.

 

Quelle:
Mary K. Douthit et al., Phylloquinone Intake Is Associated with Cardiac Structure and Funktion in Adolescents. In: The Journal of Nutrition, Online-Veröffentlichung vom 7.7.2017, doi: 10.3945/jn.117-253666.