Omega-3-Fettsäuren - trotz Bekanntheit zu wenig genutzt

 

Viele Menschen kennen die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen für die Gesundheit. Dieses Wissen führt jedoch oft nicht dazu, die Versorgung mit diesen gesunden Fettsäuren zu verbessern.

 

Die Aufnahme von Mikro-Nährstoffen wird auch durch die Kenntnisse über deren gesundheitlichen Nutzen gefördert. Das kann die Wahl von Lebensmitteln mit guten Nährstoff-Quellen ebenso wie die Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln beeinflussen. Noch ist jedoch eher wenig bekannt, wie die individuelle Wahrnehmung von Mikro-Nährstoffen die Versorgung anregen kann. Ein Forscherteam von der Purdue University in Indiana (USA) und der Ludwig-Maximilians-Universität in München untersuchte am Beispiel der Omega-3-Fettsäuren die Kenntnisse über den Nutzen dieser Nährstoffe im Vergleich zur tatsächlichen Versorgung durch die Ernährung und Nahrungsergänzungen. Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen gehören zu den kritischen Nährstoffen, von denen man weiß, dass durch die unzureichende Versorgung die Gesundheit belastet wird, es steigt dann z.B. das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. Gute Quellen für die Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) sind vor allem fettreiche Fische und Meeresfrüchte. Empfohlen werden daher meist zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Tatsache ist jedoch in vielen Ländern, dass Fisch zu wenig gegessen wird.

 

200 Erwachsene aus den USA und aus Deutschland im Alter von 18 bis zu 80 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie gaben Auskunft über ihre Kenntnisse zu Omega-3-Fettsäuren und schätzten ihre Versorgung ein. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war der Ansicht, dass Omega-3-Fettsäuren einen guten Nutzen für die Gesundheit von Herz und Gehirn haben und dass sie mit Fischen deren wichtigste Nahrungsquellen kennen. Mit dem Omega-3-Index, der als Biomarker für die längerfristige Versorgung mit EPA und DHA gilt, wurde bei den Teilnehmern die tatsächliche Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren geprüft. Mit diesem Index lässt sich auch einschätzen, wie hoch das Risiko für die Entstehung von koronaren Herzkrankheiten ist. Die Ergebnisse zeigten, dass die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bei den meisten Teilnehmern nicht ausreichend war. Das galt gleichermaßen für diejenigen, die glaubten, dass sie genügend versorgt waren als auch für andere, die meinten, dass ihre Versorgung unzureichend war. Nur relativ wenige Teilnehmer hatten Omega-3-Indexwerte, die für einen guten Schutz des Herz-Kreislauf-Systems ausreichten.

 

Ein mittleres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten hatten 30 % der Teilnehmer aus den USA und 27 % der Deutschen. Ein hohes Risiko hatten 40 % der US-amerikanischen Teilnehmer, mit 10 % war hier der Anteil der Deutschen deutlich geringer. Noch können die Forscher nicht genau erklären, warum trotz der Kenntnisse über Omega-3-Fettsäuren die Versorgung nicht ausreichend gedeckt wird. Möglicherweise könnten häufiger eher fettarme Fische bevorzugt werden, die geringer mit Omega-3-Fettsäuren versorgen. Es könnte auch daran liegen, dass pflanzliche Lebensmittel bevorzugt werden, die wie z.B. Walnüsse und Leinsamen reichlich die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure enthalten. Sie kann jedoch im Körper nicht so effizient wie die EPA und DHA aus Fischölen genutzt werden.

 

Die Forscher sind der Ansicht, dass optimale Werte an Omega-3-Fettsäuren idealerweise durch die Nahrung erreicht werden sollten. Ihnen ist jedoch bewusst, dass dies nicht für jeden Menschen erreichbar ist. Nahrungspräferenzen, vegetarische, vegane Ernährung oder Nahrungsmittelallergien können z.B. dazu führen, dass Fisch nicht oder nicht ausreichend gegessen wird. Für Vegetarier und Veganer gibt es auf Algen basierende Quellen von Omega-3-Fettsäuren und damit angereicherte Lebensmittel. Für alle anderen sind Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen als Nahrungsergänzungen empfehlenswert, um gute Werte zu erreichen. Die Forscher empfehlen, sie nicht auf leeren Magen, sondern zusammen mit einer Mahlzeit einzunehmen. Für die gute Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren im Körper sind auch andere Nahrungsfette wichtig.

 

Unser Tipp: Die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden in verschiedenen Formen und Dosierungen als Nahrungsergänzungen angeboten. Auf eine gute Qualität sollte dabei geachtet werden.

 

Quelle: 
Sowmyanarayanan V. Thuppal et al., Discrepancy between Knowledge and Perceptions of Dietary Omega-3 Fatty Acid Intake Compared with Omega-3-Index. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 24.8.2017, doi: 10.3390/nu9090930.


Multi-Vitamine/Mineralstoffe beugen Versorgungslücken vor

 

Viele Menschen nehmen Nahrungsergänzungen ein, um Defiziten mit wichtigen Mikro-Nährstoffen in der täglichen Versorgung vorzubeugen. Das gelingt weitgehend, wie eine große Bevölkerungsstudie aus den USA zeigt.

Rund 50 % der Erwachsenen in den USA nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein. Doch bisher gibt es relativ wenig Informationen über deren Einfluss auf die Nährstoff-Aufnahmen und die Korrektur möglicher Defizite bei den Mikro-Nährstoffen. Eine Gruppe US-amerikanischer Forscher führte dazu eine umfassende statistische Analyse durch. Als Basis dienten ihnen die nationalen, repräsentativen Daten von rund 10.700 Erwachsenen aus der großen Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Surveys), die von 2009 bis 2012 durchgeführt wurde. Dabei wurden Untersuchungen über die Aufnahmen von Mikro-Nährstoffen allein aus der Ernährung und dazu im Vergleich mit der kombinierten Einnahme von Multi-Vitamin/Multi-Mineralstoff-Ergänzungen durchgeführt. Einbezogen waren 17 der wichtigsten Mikro-Nährstoffe mit ihrem geschätzten durchschnittlichen Bedarf. Hinzu kam der Status von fünf Nährstoffen mit bekannten Biomarkern und häufiger vorkommenden Defiziten im Blut.

 

Im Vergleich zur Ernährung allein sorgte die zusätzliche Aufnahme von Mikro-Nährstoffen für geringere Vorkommen von unzureichender Versorgung bei 15 der 17 Nährstoffe. Außer für Kalzium, Magnesium und Vitamin D verhinderte der häufigste Gebrauch von Nahrungsergänzungen von wenigstens 21 Tagen pro Monat unzureichende Aufnahmen bei den wichtigsten Mikro-Nährstoffen. Das war mit der Ausnahme von Eisen auch mit signifikant niedrigeren Raten für Defizite bei den untersuchten Nährstoff-Biomarkern im Blut verbunden. Bei sieben Mikro-Nährstoffen zeigte sich eine leicht erhöhte Zufuhr über den so genannten tolerablen täglichen Aufnahmewerten, die jedoch jeweils unter ≤4% lag.

Aus Sicht der Forscher unterstützen die Ergebnisse den Nutzen von Nahrungsergänzungen für die allgemeine Gesundheit. Sie widersprechen dem oft angeführten Argument, dass eine gute Ernährung allein ausreicht, um mit allen nötigen Mikro-Nährstoffen, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit wichtig sind, zu versorgen. Deutliche Mangel-Krankheiten durch fehlende Vitamine kommen heute zwar nur äußerst selten vor, doch viele Studien zeigen, dass auch geringere Defizite an einzelnen oder mehreren Mikro-Nährstoffen die Gesundheit beeinträchtigen können. Beim großen Spektrum der Mikro-Nährstoffe kann es immer wieder einmal kurzfristig zu unzureichenden Aufnahmen kommen.

 

Die Forscher gehen heute von wenigstens 11 Mikro-Nährstoffen aus, die in den USA häufiger oder zumindest kurzfristig in einem zu geringen Maß aufgenommen werden. Das sind die Vitamine A, C, D, E, K, Folsäure und Cholin (vitaminähnliche Substanz) sowie die essentiellen Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Magnesium und Kalium. Multi-Nahrungsergänzungen können helfen, kleinere Versorgungslücken im Alltag auszugleichen. Das gelingt weitgehend, jedoch nicht bei allen Stoffen, wie diese Auswertung der NHANES-Daten zeigt. Kritisch waren teilweise noch die Aufnahmen von Kalzium, Vitamin D und Magnesium. Den größten Nutzen von Vitaminen und Mineralstoffen hatten die Teilnehmer, die am beständigsten Nahrungsergänzungen nutzten. Sie hatten ein deutlich geringeres Risiko für Mangelversorgungen an Mikro-Nährstoffen.

 

Unser Tipp: Multi-Vitamine und Multi-Mineralstoff-Ergänzungen gibt es in vielen Mixturen und Dosierungen, sie lassen sich daher sehr gut an den individuellen Bedarf anpassen. Auf eine gute Qualität bei den einzelnen Mikro-Nährstoffen sollte geachtet werden.

 

Quelle:
Jeffrey R. Blumberg et al., Impact of Frequency of Multi-Vitamin/Multi-Mineral Supplement Intake on Nutritional Adequacy and Nutrient Deficiencies in U.S. Adults. In: Nutrients, Online-Veröffentlichung vom 9.8.2017, doi: 10.3390/nu9080849.


Finnische Forscher stellten eine klare Beziehung zwischen dem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko für die Herzinsuffizienz fest.

 

Finnische Forscher stellten eine klare Beziehung zwischen dem erhöhten Salzkonsum und dem Risiko für die Herzinsuffizienz fest. Es steigt mit der verzehrten Salzmenge an, beim höchsten Verzehr verdoppelt sich das Krankheitsrisiko.

 

Ein hoher Salzverzehr gehört zu den wichtigsten Ursachen für einen zu hohen Blutdruck, er ist außerdem ein unabhängiger Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit und Schlaganfälle. Die Herzinsuffizienz gehört zu den wichtigsten kardiovaskulären Krankheiten, bei ihr ist jedoch die Rolle eines zu hohen Salzverzehrs bisher nur wenig bekannt. Finnische Forscher untersuchten daher in einer Studie die Beziehung zwischen der Salzaufnahme und der Herzinsuffizienz.

In die (prospektive) Beobachtungsstudie waren 4.630 Männer und Frauen im Alter von 25 bis zu 64 Jahren einbezogen. Sie hatten an der finnischen North Karelia Salt Study und an der National FINRISK Study in der Zeit von 1979 bis 2002 teilgenommen. Zu den bei allen Teilnehmern anfänglich erhobenen Daten gehörten eine Befragung über die Gesundheit sowie Messungen von Gewicht, Größe und Blutdruck. Außerdem wurden Blutproben genommen und die Sammlung vom 24-Stunden-Urin durchgeführt.

 

Die Bestimmung der Natrium-Extraktion in der Urin-Analyse gilt als „Goldstandard“ für die Einschätzung des Salzkonsums auf individueller Basis, da die aufgenommene Salzmenge vor allem über die Nieren ausgeschieden wird. Je nach der Höhe der täglichen Salzaufnahme wurden die Teilnehmer fünf Gruppen zugeordnet, angefangen mit Werten unter 6.8 g, dann ansteigend bis zum Konsum von mehr als 13,7 g Salz täglich.

 

Die Gesundheit der Teilnehmer wurde 12 Jahre lang mit Hilfe eines nationalen Gesundheits-Registers beobachtet. Die Fälle von Herzinsuffizienz ermittelten die Forscher mit Aufzeichnungen in Krankenhäusern, Arzneimittelerstattungen sowie aus den Ursachen für Todesfälle. Im Lauf der beiden Studien entwickelten 121 Männer und Frauen eine Herzinsuffizienz. Nach Anpassung von Alter, Geschlecht, Studienjahren etc. stieg das Risiko für die Herzkrankheit mit erhöhten Salzaufnahmen deutlich an. Im Vergleich zum niedrigsten Konsum unter 6,8 g täglich war das Risiko bei knapp 7 bis 9 g täglich bereits um 13 % erhöht, bei bis zu 11 g Salz täglich erhöhte es sich um 45 %. Die Risikowerte stiegen bis zum höchsten Verzehr ab 13,7 g Salz täglich weiter an, dabei verdoppelte sich das Krankheitsrisiko für die Herzinsuffizienz. Bezogen die Forscher zusätzlich den systolischen Blutdruck, das Gesamt-Cholesterin und den Body Mass Index ein, war beim höchsten Salzkonsum das Risiko für die Herzinsuffizienz immer noch um 75 % erhöht.

 

Professor Pekka Jousilahti, einer der beteiligten Forscher, weist darauf hin, dass die optimale Salzzufuhr pro Tag vermutlich noch unter dem in dieser Studie angesetzten Mindestwert von 6,8 Gramm täglich liegt. Hauptsächlich wird Salz aus verarbeiteten Lebensmitteln, aus Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren sowie aus Milchprodukten und Käse aufgenommen, hinzu kommt Salz aus diversen Fertiggerichten. Untersuchungen über den Salzverzehr in Deutschland zeigen, dass Männer im Durchschnitt täglich 10 g, Frauen 8,4 g Salz aufnahmen. Damit wäre ihr Risiko für die Herzinsuffizienz bereits leicht erhöht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die maximale Aufnahme von 5 Gramm Salz täglich, der physiologische Bedarf wird mit 2 bis 3 Gramm noch geringer angesetzt. Professor Jousilahti sagt zu den Ergebnissen der finnischen Studie: „Das Herz mag kein Salz. Hohe Salzaufnahmen erhöhen deutlich das Risiko für die Herzinsuffizienz.“

 

Quelle:
High salt intake associated with doubled risk of heart failure. Pressemitteilung der European Society of Cardiology vom 27.7.2017 (Kongressbericht).


Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen.

 

Australischen Forschern gelang es, Kinder mit einer Erdnussallergie von ihren Beschwerden zu heilen. Die Forscher kombinierten eine orale Immuntherapie mit Probiotika vom Typ der Laktobazillen.

 

Die (spezifische) Immuntherapie gehört seit einigen Jahren auch bei Nahrungsmittelallergien zu den möglichen Therapien. Damit lässt sich bei vielen Patienten eine gewisse Toleranz erreichen, doch bisher ist nur wenig über die Langzeitwirkung bekannt. Jetzt zeigte ein australisches Forscherteam, dass bei einer Erdnussallergie die Kombination der Immuntherapie mit einem Probiotikum auch noch nach mehreren Jahren erfolgreich sein kann. Die Forscher führten ihre (randomisierte, doppelblinde) Studie 18 Monate lang mit 56 Kindern im Alter von ein bis zu zehn Jahren durch, bei denen eine Erdnussallergie nachgewiesen war. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kinder erhielten eine orale Immuntherapie, dabei steigerten die Forscher bei allen nach und nach die Gaben der Erdnussproteine, um deren Toleranz zu erhöhen.

 

In einer Gruppe erhielten die Kinder zusätzlich Milchsäurebakterien vom Typ Lactobacillus rhamnosus. Sie unterstützen die gesunde Darmflora und können auch die Immunzellen ebenso wie die Immuntoleranz fördern. Die täglichen Bakteriengaben waren hoch dosiert in einem Bereich, der mit der Ernährung nicht erreichbar ist. Die Menge der Laktobazillen entsprach in etwa dem Inhalt von 20 Portionen Joghurt pro Tag. Zum Vergleich nahmen die Kinder in der Kontrollgruppe nur ein Placebo ein. Am Ende der Studie waren 23 von 28 Kindern (82,1 %), die kombiniert die Immuntherapie zusammen mit den Laktobazillen erhalten hatten, frei von allergischen Symptomen auf Erdnüsse. Das wurde mit einem Provokationstest nachgewiesen. In der Kontrollgruppe tolerierte dagegen nur ein Kind diesen Test.

 

Nach vier Jahren schlossen die Forscher eine weitere Untersuchung an, um bei den Kindern die Langzeitwirkungen der Kombinationstherapie zu prüfen. Daran nahmen noch 48 Kinder teil, 24 aus der Probiotika- und 24 aus der Kontrollgruppe. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihren Allergie-Symptomen, außerdem wurde ihre Reaktion auf Erdnüsse mit Allergie-Tests untersucht. In der Kontrollgruppe, die neben der oralen Immuntherapie nur ein Placebo erhalten hatte, war wiederum nur ein Kind frei von allergischen Symptomen. Rund zwei Drittel (16 von 24) der Kinder, die zusätzlich mit Laktobazillen behandelt wurden, hatten auch nach vier Jahren noch keine Symptome einer Erdnussallergie.

 

Die restlichen Kinder aus dieser Gruppe berichteten von leichteren Beschwerden, jedoch hatte keines von ihnen einen anaphylaktischen Schock erlebt. Auch die Ergebnisse der Allergie-Tests (Pricktest, IgG4, sIGE) zeigten bei den Kindern mit der Kombinationstherapie eine bessere Toleranz gegenüber Erdnussproteinen. Für die Forscher ist dies ein deutlicher Beweis, dass Erdnussallergien mit einer Kombination von Immuntherapie und Probiotika erfolgreich therapiert werden können. Sie wollen die Wirkungen nun in größeren Gruppen prüfen.

 

Unser Tipp: Laktobazillen gehören zu den sehr gut untersuchten Probiotika. Besondere Herstellungsverfahren garantieren eine hohe Zufuhr an gesunden Bakterien, dabei kann u.a. auch auf Milch- und Casein-Zusätze verzichtet werden. 


Quelle: 

Kuang-Chih Hsiao et al., Long-term clinical and immunological effects of probiotic and peanut oral immunotherapy after treatment cessation: 4-year follow up of a randomised, double-blind, placebo-controlled trial. In: The Lancet Child & Adolescent Health, Online-Veröffentlichung vom 15.8.2017, doi: 10.1016.S2352-4642(17)30041-X.


Eine Ernährung, die reich an den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, verringert möglicherweise das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Raucher profitieren davon am stärksten.

 

Eine Ernährung, die reich an den gesunden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, verringert möglicherweise das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Raucher profitieren davon am stärksten.

 

Die Art von Nahrungsfetten spielt vermutlich eine Rolle bei der Entstehung von Lungenkrebs. Die Ergebnisse aus epidemiologischen Studien waren dazu bisher jedoch uneinheitlich. Daher werteten Forscher nun zehn große, internationale Bevölkerungsstudien aus. Sie stammten aus den USA, Europa und Asien, und daran nahmen fast 1,5 Millionen Personen teil. In allen Studien wurde zu Beginn mit Hilfe einer Ernährungs-Befragung bei den Teilnehmern bestimmt, wie hoch die tägliche gesamte Energieaufnahme war und welchen Anteil daran Kohlenhydrate, Proteine und Fette hatten. Bestimmt wurde bei den Fetten die Gesamtmengen, dazu wurde der Anteil an gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ermittelt.

 

Über die Zeit von im Durchschnitt rund zehn Jahren (maximal rund 21 Jahre) diagnostizierte man bei rund 18.800 Teilnehmern Lungenkrebs. Die Forscher setzten die Vorkommen von Lungenkrebs zu den Fettsäuren in Beziehung. Ihre Auswertung zeigte, dass bei einem hohen Fettkonsum das Risiko für Lungenkrebs allgemein um 7 % anstieg. Wurden besonders viel gesättigte Fettsäuren verzehrt, stieg das Risiko mit 14 % noch stärker an. Bei Rauchern war diese Beziehung mit einem Risikoanstieg von 23 % im Vergleich zu ehemaligen Rauchern und Nichtrauchern noch stärker ausgeprägt. Auch bei speziellen Lungenkrebs-Formen (Plattenepithel- und kleinzelliges Karzinom) war das Risiko durch einen hohen Konsum von gesättigten Fetten deutlich erhöht.

 

Teilnehmer, die dagegen reichlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufnahmen, konnten ihr Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich verringern. Es sank im Vergleich zu einem sehr geringen Konsum an gesunden Fettsäuren um 8 %. Die Forscher berechneten außerdem, wie sich das Krankheitsrisiko durch den Austausch von gesättigten Fetten gegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren veränderte. Beim Verzicht von 5 % an gesättigten Fetten in der täglichen Energiebilanz verringerte sich mit der entsprechenden erhöhten Aufnahme an mehrfach ungesättigten Fettsäuren das Risiko für Lungenkrebs (Plattenepithel- und kleinzelliges Karzinom) um 16 bis 17 %. Experimentelle Studien zeigten überdies bereits, dass vor allem die Omega-3-Fettsäuren einen krebsschützenden Effekt haben können. Sie beeinflussen u.a. die Bildung von Zytokinen und die Genexpression, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind.

 

Unser Tipp: Die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem von den gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen, lässt sich auch mit Nahrungsergänzungen deutlich verbessern.

 

Quelle:
Jae Jeong Yang et al., Dietary Fat Intake and Lung Cancer Risk: A Pooled Analysis. In: Journal of Clinical Oncology, Online-Veröffentlichung vom 25.7.2017, doi: 10.1200/JCO,2017.73.3329.


Raucher ernähren sich oft schlechter als Nichtraucher, was u.a. eine geringere Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen zur Folge hat. Damit steigen die Risiken für erhöhten oxidativen Stress und seine Folgen.

 

Raucher ernähren sich oft schlechter als Nichtraucher, was u.a. eine geringere Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen zur Folge hat. Damit steigen die Risiken für erhöhten oxidativen Stress und seine Folgen.

 

Weltweit ist die Zahl der Raucher gesunken, dennoch gehört das Rauchen nach wie vor zu einem der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung chronischer Krankheiten. Dazu gehören z.B. Krebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegs-Krankheiten. Sie sind u.a. auch durch die Ernährung zu beeinflussen. Frühere Studien zeigten bereits, dass die Ernährung von Rauchern oft eine geringere Qualität hat, damit verbunden ist meist auch die verringerte Aufnahme von Mikro-Nährstoffen. Raucher haben, abhängig vom Stoffwechsel, einen erhöhten Bedarf an Mikro-Nährstoffen, der durch das Rauchen beeinflusst ist. So zeigte sich z.B., dass für Vitamin C Aufnahmen von bis zu 200 mg täglich erforderlich waren, um vor geringen Vitamin C-Werten im Serum zu schützen. Die empfohlene Vitamin C-Aufnahme für Erwachsene liegt deutlich darunter. US-amerikanische Forscher prüften nun im Rahmen einer Studie zum Stress und Rauchverhalten auch die Energie- und Nährstoff-Aufnahmen der Teilnehmer.

 

138 Raucher und 46 Nichtraucher nahmen an der Studie teil, alle hatten im Durchschnitt ein leichtes Übergewicht, der Body Mass Index war bei den Rauchern etwas höher. An drei Tagen zeichneten alle Teilnehmer ihre verzehrten Nahrungsmittel auf. Daraus wurde die jeweilige Gesamt-Energiezufuhr berechnet. Einbezogen wurden auch die Aufnahmen wichtiger Mikro-Nährstoffe, u.a. mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamine. Im Vergleich zu den Nichtrauchern nahmen die Raucher im Durchschnitt täglich rund 200 Kalorien weniger Energie auf. Bei den Makro-Nährstoffen (Proteine, Fett und Kohlenhydrate) fanden sind kaum Unterschiede, allerdings nahmen die Raucher weniger mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolensäure und DHA) zu sich. Generell erreichten sowohl die Raucher als auch die Nichtraucher bei einigen Mikro-Nährstoffen nicht die empfohlenen täglichen Werte. Raucher waren dabei oft noch geringer versorgt.

 

Das galt vor allem für wichtige Schlüssel-Nährstoffe bei den Vitaminen und Mineralstoffen. Sie können bei einer guten Versorgung dazu beitragen, das Risiko für chronische Krankheiten zu verringern. Die Raucher nahmen mit ihrer Ernährung vor allem weniger Eisen, Phosphor, Vitamin C, Vitamin D, B2, Niacin und Folsäure auf.

 

Die Forscher setzten z.B. bei Vitamin C den täglichen allgemeinen Bedarfswert von 75 mg an. Rund die Hälfte der Raucher und fast ein Drittel der Nichtraucher erreichten diese Aufnahme mit ihrer Ernährung nicht. Das ist besonders problematisch, weil für Raucher ein erhöhter Bedarfswert gilt, der um 35 mg täglich höher liegt. Diese etwas höhere Versorgung soll dazu beitragen, den oxidativen Stress, der mit dem Rauchen verbunden ist, besser zu kompensieren. Eine zu geringe Vitamin C-Aufnahme kann bei Rauchern den oxidativen Stress erhöhen und zur Entstehung von mit dem Rauchen verbundenen Lungenkrankheiten beitragen. Weiter waren bei den Rauchern die Aufnahmen von Vitamin A häufiger zu gering, gleiches galt oftmals auch für die B-Vitamine, speziell für B2, Niacin, Pantothensäure und Vitamin B6.

 

Beim Vitamin E zeigten sich deutliche Defizite bei den Rauchern, aber auch bei Nichtrauchern, also waren bei fast allen Teilnehmern die durchschnittlichen Aufnahmen davon zu gering. Auch dies war für die Raucher problematischer, weil Vitamin E als wichtiges Antioxidans eine zentrale Rolle beim Schutz vor dem oxidativen Stress und freien Radikalen spielt.

 

Die Forscher ziehen das Fazit, dass die verringerte Aufnahme von wichtigen Mikro-Nährstoffen bei Rauchern das Risiko für chronische Krankheiten erhöhen kann. Gesundheitsprogramme für Raucher sollten sich nicht allein auf den Rauchverzicht richten, sondern auch eine verbesserte Ernährung mit guten Aufnahmen von Mikro-Nährstoffen empfehlen. Das gilt besonders für die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie für Magnesium, Folsäure und die Vitamine A, C und E.

 

Unser Tipp: Gute Nährstoff-Präparate mit Multi-Vitaminen und -Mineralstoffen können die Versorgung mit wichtigen Mikro-Nährstoffen bei Rauchern verbessern. Darin sind z.B. viele Antioxidantien enthalten, die beim erhöhten oxidativen Stress wichtig sind.

 

Quelle:
Susan K. Raatz et al, Smokers report lower intake of key nutrients than nonsmokers yet both fall short of meeting recommended intakes. In: Nutrition Research, Online-Veröffentlichung vom 28.7.2017, doi: 10.1016/j.nutres.2017.07.010.


Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, bei der im Ruhezustand und vor allem nachts in den Beinen Missempfindungen

 

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, bei der im Ruhezustand und vor allem nachts in den Beinen Missempfindungen mit einem unnatürlichen Bewegungsdrang entstehen. Bei einer schlechten Versorgung mit Vitamin D können die Beschwerden zunehmen.

 

Kommt der Körper zur Ruhe, auch tagsüber, jedoch vor allem bei der Bettruhe vor dem Schlaf, treten beim Restless-Legs-Syndrom Beschwerden wie Ziehen, Reißen oder Ameisenkribbeln in den Waden auf, die erst durch Bewegung zurückgehen. Dadurch verschlechtert und/oder verkürzt sich der Nachtschlaf. Zu den Folgen am Tage gehören die erhöhte Müdigkeit und eine verringerte Leistungsfähigkeit. Die Zahl der Betroffenen schätzt man in Deutschland auf rund 5 bis 10 %, Frauen leiden an diesem Syndrom etwas häufiger als Männer.

 

Noch sind die Ursachen für diese Krankheit nicht völlig geklärt, man vermutet zum einen genetische Veränderungen, zum anderen ist vermutlich eine Störung im Stoffwechsel von Dopamin, einem Neurotransmitter, beteiligt. Einige Studien zeigten bereits, dass möglicherweise auch Vitamin D einen Einfluss auf das Restless-Legs-Syndrom hat. So fand man bei einigen der betroffenen Patienten zu geringe Vitamin D-Werte. Weiter gab es Hinweise dass bei Vitamin D-Ergänzungen die Restless-Legs-Symptome geringer werden können. Insgesamt sind die Kenntnisse über den Einfluss von Vitamin D jedoch bisher eher gering.

 

Forscher der Universität Innsbruck prüften daher die Beziehung zwischen Vitamin D und dem Restless-Legs-Syndrom in einer Studie. Daran nahmen 214 Personen mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren teil, jeweils zur Hälfte Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom und Gesunde als Kontrollpersonen. Bei allen Teilnehmern wurde die Versorgung mit Vitamin D im Blut bestimmt, dabei wurden Werte unter 20 ng/ml als Mangel eingestuft. Im Durchschnitt unterschieden sich die Vitamin D-Werte bei den Teilnehmern nicht signifikant. Allerdings stellte man bei neun Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom einen deutlichen Vitamin D-Mangel fest, in der gesunden Kontrollgruppe war davon nur ein Teilnehmer betroffen. Patienten, die einen starken Mangel an Vitamin D hatten, litten stärker unter den Restless-Legs-Symptomen. Hinzu kam, dass sich die Beziehung zwischen Vitamin D und der Krankheit bei Patienten verstärkte, wenn die Krankheit erst spät ausgebrochen war. Die Mediziner vermuten deshalb, dass bei diesen Patienten das Restless-Legs-Syndrom stärker durch äußere Faktoren beeinflusst wird.

 

Noch können die Forscher nicht erklären, auf welche Weise eine zu geringe Versorgung mit Vitamin D auf die Entstehung oder den Verlauf des Restless-Legs-Syndroms einwirken kann. Aus experimentellen Studien gibt es Hinweise, dass möglicherweise der Eisenstoffwechsel dabei eine Rolle spielen könnte, da für die Dopamin-Synthese Eisen benötigt wird. Geringe Vitamin D-Werte könnten beispielsweise dazu führen, dass das Gehirn zu wenig mit Eisen versorgt wird. Das könnte wiederum die Signalübertragungen von Dopamin beeinträchtigen und damit die Restless-Legs-Symptome verstärken.

 

Unser Tipp: Vitamin D steht zur Ergänzung in sehr gut bioverfügbaren Formen, z.B. emulgiert oder flüssig, zur Verfügung.

 

Quelle:
Thomas Müller, Zu wenig Vitamin D bei RLS? In: DNP Der Neurologe&Psychiater Vol. 17 Nr. 7/8, 2017, S. 9 (Bericht vom 3. EAN-Kongress 2017, Amsterdam).


Ein hoher Verzehr von Nüssen kann vermutlich das Risiko für den Lungenkrebs senken. Das gilt nach den Ergebnissen zweier Studien in einem geringeren Maß auch für Raucher.

 

Ein hoher Verzehr von Nüssen kann vermutlich das Risiko für den Lungenkrebs senken. Das gilt nach den Ergebnissen zweier Studien in einem geringeren Maß auch für Raucher.

 

Nüsse sind gesund, das zeigten bereits mehrere Studien, in denen sie dazu beitrugen, die Risiken für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes zu verringern. Es gab einige Hinweise, dass Nüsse möglicherweise auch das Risiko für den Lungenkrebs vermindern können. Dies haben US-amerikanische Forscher anhand von zwei Studien näher untersucht. Ausgewertet wurden Daten der italienischen EAGLE-Studie (Environment and Genetics in Lung Cancer Etiology), an der 2.000 Patienten mit Lungenkrebs und dazu 2.000 Gesunde in einer Kontrollgruppe teilnahmen. Einbezogen wurden weiter Daten aus der US-amerikanischen NIH-AARP-Studie (National Cancer Institute American Association of Retired Persons), einer großen Bevölkerungsstudie zur Ernährung und Gesundheit mit Daten von fast 500.000 älteren Teilnehmern.

 

Im Lauf dieser Langzeitstudie erkrankten rund 18.500 Teilnehmer an Lungenkrebs. In beiden Studien wurde u.a. die Häufigkeit des Verzehrs von Nüssen untersucht. Einbezogen waren Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln und Erdnüsse. Die Teilnehmer gaben jeweils an, ob sie Nüsse täglich, d.h. ein- oder mehrmals aßen oder ob sie Nüsse seltener oder auch niemals verzehrten. Je nach der Höhe des Nusskonsums wurden die Teilnehmer in Gruppen von sehr geringem bis zu einem sehr hohen Verzehr von Nüssen eingeteilt. Der Nussverzehr wurde dann zu den Vorkommen von Lungenkrebs in Beziehung gesetzt. Es zeigte sich, dass beim höchsten Verzehr von Nüssen das Risiko für den Lungenkrebs in der EAGLE-Studie um 26 %, in der NIH-AARP-Studie um 14 % sank. Dies galt im Vergleich zu den Teilnehmern, die Nüsse nur sehr gering oder nie aßen. Die Beziehung war in einem etwas geringeren Maß auch bei den Rauchern vorhanden. Am stärksten profitierten Raucher vom Nussverzehr, die täglich eine bis zu maximal 20 Zigaretten pro Tag rauchten.

 

Die Forscher vermuten, dass in Nüssen der hohe Gehalt an Substanzen, die vor dem oxidativen Stress schützen können, diesen Zusammenhang erklären könnte. Nüsse enthalten reichlich Omega-3-Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren, besonders Ölsäure, die antientzündlich wirken können. Sie enthalten dazu viele sekundäre Pflanzenstoffe, Polyphenole, Phytoöstrogene und Flavonoide, die antioxidativ wirken und dadurch die Karzinogenese (Krebsentstehung) hemmen könnten. Weiter vorhanden sind Inositol, Magnesium und Selen, die möglicherweise ebenfalls antikarzinogene Eigenschaften haben. Dabei könnten die enthaltenen pflanzlichen Substanzen mit den Antioxidantien möglicherweise synergistisch wirken und gemeinsam zur Verringerung von oxidativen Schäden beitragen.

 

Quelle:
Jennifer T. Lee et al., Nut Consumption and Lung Cancer Risk: Results from Two Large Observational Studies. In: Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention Vol. 26, Nr. 6, 2017, S. 826-36, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-16-0806.


Ein konzentrierter Extrakt aus Broccoli-Sprossen kann vermutlich Patienten mit Diabetes (Typ 2) helfen, ihren Blutzucker besser zu kontrollieren.

 

Ein konzentrierter Extrakt aus Broccoli-Sprossen kann vermutlich Patienten mit Diabetes (Typ 2) helfen, ihren Blutzucker besser zu kontrollieren.

 

Der Diabetes Typ 2 ist weltweit stark verbreitet. Viele Patienten können mit dem antidiabetischen Medikament Metformin behandelt werden. Es hemmt in der Leber die Bildung von Glukose (Glukoneogenese) und senkt auf diese Weise den Blutzucker. Für rund 15 % der Betroffenen ist dieses Medikament jedoch nicht geeignet, weil eine Störung ihrer Nierenfunktionen das Risiko für eine Laktatazidose (sinkender pH-Wert im Blut durch zu viel Milchsäure bzw. Laktat) erhöht. Auch Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, z.B. mit Übelkeit oder Diarrhö, können eventuell die Einnahme von Metformin bei einigen Patienten beeinflussen. Ein schwedisches Forscherteam suchte daher nach Wirkstoffen, mit denen die Glukoneogenese gehemmt werden kann. Dafür analysierten sie zunächst die genetische Krankheitssignatur, d.h. sie bestimmten 50 Gene, die beim Diabetes besonders aktiv sind.

 

Im nächsten Schritt prüften sie den Einfluss von 3.852 Wirksubstanzen auf die so ermittelte „Diabetes-Gensignatur“, um die größtmögliche Übereinstimmung zwischen beiden zu finden mit der Perspektive, die Krankheitsentwicklung zu hemmen. Das gelang am deutlichsten bei Sulforaphan, ein sekundärer Pflanzenstoff, der in Kohlgemüse, vor allem im Broccoli, enthalten ist. Einige experimentelle Studien zeigten bereits, dass Sulforaphan die Glukosebildung, z.B. durch die Hemmung von Schlüssel-Enzymen, in den Leberzellen verringern kann.

 

Die Forscher prüften danach in einer kleinen Studie, ob Sulforaphan bei Diabetes-Patienten wirksam ist. Daran nahmen 97 Patienten teil, deren Diabetes (Typ 2) bei fast allen bereits mit Metformin behandelt wurde. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt 12 Wochen lang einen Extrakt aus Broccoli-Sprossen, woraus im Lauf der Verdauung Sulphoraphan freigesetzt wird. Die andere Gruppe nahm zur Kontrolle nur ein Placebo ein. Tatsächlich konnte in der Gruppe mit dem Broccoli-Extrakt der Blutzucker bei den Patienten gesenkt werden. Sie konnten ihre Werte für glykiertes Hämoglobin (HbA1c) verringern, das man auch als „Blutzuckergedächtnis“ bezeichnet, weil es die Beurteilung des Stoffwechsels der letzten Wochen ermöglicht. Die Patienten konnten außerdem ihre Werte für den Nüchtern-Blutzucker verbessern. Am besten profitierten von Sulforaphan Patienten mit einem starken Übergewicht, die trotz der Metformin-Behandlung einen schlecht regulierten Diabetes (Typ 2) hatten.

 

Für die Forscher eröffnet sich mit diesen Ergebnissen eine neue Perspektive für Diabetes-Patienten (Typ 2). Sulforaphan könnte auf eine relativ einfache Weise dazu beitragen, den Blutzucker zu senken. Das könnte möglicherweise auch eine Alternative für die Diabetes-Patienten sein, die Metformin nicht gut vertragen.

 

Unser Tipp: Broccoli-Extrakte gibt es mit Sulforaphan in guter Qualität auch als Nahrungsergänzungen.

 

Quelle:
Annika S. Axelsson et al., Sulforaphane reduces hepatic glucose production and improves glucose control in patients with type 2 diabetes. In: Science Translational Medicine Vol. 9, Nr. 394, 2017, doi: 10.1126scitranslmed.aah4477.


Nach einem zu langen Aufenthalt in der Sonne kann hoch dosiertes Vitamin D offenbar dazu beitragen, Rötungen, Schwellungen und Entzündungen der Haut zu verringern.

 

Nach einem zu langen Aufenthalt in der Sonne kann hoch dosiertes Vitamin D offenbar dazu beitragen, Rötungen, Schwellungen und Entzündungen der Haut zu verringern.

 

Vitamin D wirkt nicht nur auf den Knochenstoffwechsel und die Kalzium-Homöostase (Gleichgewicht) ein, es hat im Körper noch viele andere Funktionen. Dazu gehören die Wirkungen auf das Immunsystem, das u.a. bei entzündlichen Prozessen eine wichtige Rolle spielt. Vitamin D wird hauptsächlich über die Sonneneinwirkung (UV-Strahlung) auf die Haut gebildet, Nahrungsquellen spielen bei der Versorgung eine geringere Rolle. Ob aber Vitamin D-Ergänzungen akute entzündliche Prozesse, z.B. in der Haut, direkt beeinflussen können, das war bisher nicht näher untersucht. Nun prüfte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern den Einfluss von Vitamin D nach einem Sonnenbrand. An der kleinen Studie (doppelblind, Placebo-kontrolliert) waren 20 Personen beteiligt. Mit einer kleinen UV-Lampe löste man bei ihnen an der inneren Armfläche einen „Sonnenbrand“ aus. Im ersten Teil der Studie beobachtete man nur die Entwicklung danach im Lauf von ein, zwei und drei Tagen sowie nach einer Woche. Im zweiten Teil der Studie nach wenigen Wochen wurde die UV-Einwirkung wiederholt, und nun nahmen die Teilnehmer eine Stunde danach Vitamin D in verschieden recht hohen Dosen (50.000, 100.000 oder 200.000 I.E.) ein. Die Forscher beobachteten hier auf gleiche Weise bei allen Teilnehmern die Entwicklung der Haut an der bestrahlten Stelle. Für weitere Untersuchungen entnahmen sie Hautproben, um die Aktivität von Genen zu bestimmen, die für die Hautreparatur wichtig sind.

 

Teilnehmer mit den höchsten Vitamin D-Dosen profitierten über die gesamte Beobachtungszeit hinweg am deutlichsten, vor allem nach zwei Tagen hatten sie weniger Hautentzündungen. Teilnehmer, die zu Beginn der Studie bereits gut mit Vitamin D versorgt waren, hatten weniger Hautrötungen, außerdem wurde bei ihnen eine Gen-Aktivität beobachtet, die mit der Reparatur der Hautbarriere verbunden ist. Im Gegensatz dazu hatten Teilnehmer mit anfangs geringem Vitamin D nach der UV-Einwirkung signifikant mehr proentzündliche Gene. Die Wirkungen von Vitamin D auf die Haut waren deutlich von der Dosis abhängig. Die Forscher vermuten, dass Vitamin D hilft, die Hautbarriere zu schützen, indem es entzündliche Prozesse in der Haut verringert. Neu war für die Forscher, dass die Hochdosen von Vitamin D Gene aktivieren konnten, die für die Hautreparatur benötigt werden. Über die Aktivierung bestimmter Gene wird z.B. ein antientzündliches Enzym (Arginase-2) erhöht. Es fördert nach Gewebeschäden die Reparatur und hilft, andere antientzündliche Proteine anzuregen.

 

Erstmals wurde in dieser Studie gezeigt, dass Vitamin D auch in akuten Situationen antientzündliche Wirkungen entfalten kann. Die Forscher heben jedoch hervor, dass sie sehr hohe Dosen von Vitamin D eingesetzt haben, die weit über den täglich empfohlenen Werten liegen. Die Einnahme von Hochdosen von Vitamin D sollte nur nach medizinischer Empfehlung erfolgen. In weiteren Studien wollen die Forscher nun mögliche Behandlungs-Pläne mit Vitamin D bei Sonnenbrand-Patienten untersuchen.

 

Unser Tipp: Die Studie zeigt auch, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D den Hautschutz bei Sonneneinwirkungen bereits verbessern kann. In der Regel reichen dafür geringere Dosierungen aus, als hier eingesetzt wurden.

 

Quelle:
Jeffrey F. Scott et al., Oral vitamin D rapidly attenuates inflammation from sunburn: an interventional study. In: Journal of Investigative Dermatology, Online-Veröffentlichung vom 30.5.2017, doi: 10.1016/j.jid.2017.04.40.


Zu einer gesunden Ernährung gehört reichlich Gemüse. Viele Menschen halten es für wenig schmackhaft und schränken den Verzehr lieber ein.

 

Zu einer gesunden Ernährung gehört reichlich Gemüse. Viele Menschen halten es für wenig schmackhaft und schränken den Verzehr lieber ein. Eine Studie zeigt nun, wie man die Lust auf Gemüse auf einfache Weise mit der besseren Deklarationen steigern kann.

 

Ernährungsfachleute empfehlen seit Jahrzehnten, mehr Gemüse zu essen, oft ohne nennenswerten Erfolg oder sogar mit kontraproduktiven Wirkungen. Restaurants und andere Anbieter von Speisen, die bei ihren Angeboten den gesundheitlichen Nutzen hervorheben, haben damit oft keinen großen Erfolg. Zu viele Menschen halten eine gesunde Kost für wenig schmackhaft und schränken deren Verzehr daher lieber ein. Frauen, die täglich Gemüse essen, haben in Deutschland z.B. einen Anteil von 43 %, bei Männern ist der Anteil mit 25 % noch deutlich geringer (GEDA-Studie, 2015). Weiter zeigte sich z.B., dass Gerichte, die als gesund gekennzeichnet waren, zu höheren Hungerhormon-Werten führen im Vergleich zum gleichen Mahl, das ansprechender beschrieben wurde. US-amerikanische Forscher prüften daher in einer Studie, wie Menschen auf jeweils die gleichen Gemüsegerichte mit unterschiedlichen Deklarationen reagieren.

 

In einer großen Universitäts-Mensa wurden mehrere Gemüsesorten mit verschiedenen Botschaften angeboten: neutral nur mit dem Namen, gesundheitlich restriktiv, z.B. kalorienarm, gesundheitlich positiv, z.B. nährstoffreich, oder mit einer Botschaft versehen, die einen kulinarischen Genuss versprach. Geprüft wurde, ob und wie die Studenten auf die unterschiedlichen Botschaften reagieren und wann sie häufiger oder seltener zu Gemüseangeboten greifen. 46 Tage lang hatten die Studenten die Wahl bei verschiedenen Gemüsesorten, die jeweils auf die gleiche Weise zubereitet, jedoch anders deklariert waren. So wurden Zucchini einmal nur als solche und damit neutral bezeichnet, zum anderen aber mit einer Genussbotschaft versehen und als „geröstete karamellisierte Zucchinihappen“ angeboten.

 

Bei den gesundheitsbezogenen Botschaften wurden sie einmal restriktiv als „kalorienarme Wahl Zucchini“, zum anderen positiv als „nährstoffreiche grüne Zucchini“ gekennzeichnet. Die Forscher untersuchten, wie sich die Bezeichnung der Gemüse auf die Anzahl der Esser und die Portionen auswirkten. Bezeichnungen, die einen kulinarischen Genuss versprachen, waren besonders förderlich. Im Gegensatz zum neutralen Gemüsenamen steigerte sich mit dem Genussversprechen die Zahl der Gemüseesser allgemein um 25 %. Noch besser schnitt die Genussbotschaft mit 41 % mehr Zugriffen im Vergleich zur restriktiven Gesundheitsbotschaft ab. Im Vergleich zur positiven Genussbotschaft hatte das Genussversprechen immerhin noch 35 % mehr Zugriffe. Auch die Größe der Portionen wurde durch die Deklarierung beeinflusst. Im Vergleich zum neutralen Gemüsenamen erhöhten sich die Portionen mit der Genussbotschaft um 23 %. Im Vergleich zur gesunden restriktiven Botschaft steigerten sich die Portionen mit der Genussbotschaft um 33 %.

 

Gemüse mit genussvollen Beschreibungen erhöhte also signifikant die Zahl der Personen, die Gemüse wählten und die Mengen, die sie verzehrten, ganz ohne Veränderungen in der Zubereitung. Diese Ergebnisse halten die Forscher für eine Herausforderung in Bezug auf verbreitete Empfehlungen, die sich meist allein auf die gesunden Vorteile von Gemüse richten. Die Forscher empfehlen zur Förderung des Gemüsekonsums eine einfache Strategie, die bereits bei Kindern erfolgreich angewendet wurde: „Indem man dieselben genussvollen, aufregenden und köstlichen Beschreibungen verwendet, wie sie für beliebtere, aber weniger gesunde Lebensmittel üblich sind.“ Die Forscher sind der Ansicht, dass dies sowohl in Speisebetrieben als auch bei Lebensmittelangeboten leicht eingeführt werden kann. Damit ließe sich die Wahl von gesünderen Angeboten beim Essen fördern.

 

Quelle: 
Bradley P. Turnwald et al., Association Between Indulgent Descriptions and Vegetable Consumption: Twisted Carrots and Dynamite Beets. In: JAMA Internal Medicine, Online-Veröffentlichung vom 12.6.2017, doi: 10.1001/jamainternmed.2017.1637.


Die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können ebenso wie der häufigere Fischverzehr den Zustand bei der rheumatoiden Arthritis unterstützen und zur Schmerzlinderung beitragen.

 

Die gesunden Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können ebenso wie der häufigere Fischverzehr den Zustand bei der rheumatoiden Arthritis unterstützen und zur Schmerzlinderung beitragen.

 

Die rheumatoide Arthritis ist eine chonisch-entzündliche Gelenkerkrankung, die u.a. mit geschwollenen, schmerzenden Gelenken verbunden ist. Dazu tragen Prostaglandine bei, die aus Arachidonsäure (Omega-6-Fettsäure) entstehen und bei entzündlichen Prozessen eine wichtige Rolle haben. Die hohe Zufuhr von Arachidonsäure, aufgenommen vor allem aus tierischen Fetten, kann entzündliche Prozesse, z.B. in den Gelenken, fördern. EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, haben antientzündliche Wirkungen. Einige Studien zeigten bereits, dass sie positiv bei rheumatoider Arthritis wirken und Schmerzen senken können.

 

Eine Gruppe englischer Forscher untersuchte daher in einem Review die Beziehung zwischen Omega-3-Fettsäuren und Schmerzen bei der rheumatoiden Arthritis. Sie konnten 18 randomisierte, kontrollierte Studien von 1985 bis 2013 in ihre Auswertung einbeziehen, daran hatten 1.143 Patienten mit rheumatoider Arthritis teilgenommen. Die Studien wurden wenigstens für 12 Wochen und maximal ein Jahr lang durchgeführt, dabei wurden täglich wenigstens 2 g Omega-3-Fettsäuren (mit EPA und DHA) eingenommen. Die Wirkung auf die rheumatoide Arthritis wurde durch Berichte der Patienten über ihre Schmerzen und durch medizinische Untersuchungen der Gelenke geprüft. In 10 Studien bestätigte sich, dass EPA und DHA zur Schmerzlinderung beitragen konnten. Dabei scheinen erhöhte Dosierungen von 3 bis zu 6 g Omega-3-Fettsäuren täglich eine bessere Wirksamkeit zu haben. Die Forscher ziehen das Fazit, dass EPA und DHA zur Schmerzlinderung in die Therapie der rheumatoiden Arthritis einbezogen werden könnte. In größeren Studien sollte die Wirkung weiter überprüft werden.

 

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie. Die Forscher untersuchten bei 176 Teilnehmern mit rheumatoider Arthritis die Häufigkeit des Fischverzehrs im Lauf eines Jahres. Teilnehmer mit mindestens zwei Fischmahlzeiten pro Woche hatten im Vergleich zu denen, die keinen oder weniger Fisch aßen, signifikant geringere DAS23-CRP-Werte. Das ist ein Marker, mit dem der Krankheitszustand bei der rheumatoiden Arthritis beurteilt werden kann, dazu gehört u.a. die Anzahl der auf Druckschmerz empfindlich reagierenden Gelenke. Die Forscher ziehen hier das Fazit, dass ein höherer Fischverzehr dazu beiträgt, die Krankheitsaktivität bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zu verringern.

 

Unser Tipp: Da viele Menschen Fisch nicht regelmäßig essen oder gar ganz darauf verzichten, können Nahrungsergänzungen mit EPA und DHA die Versorgung verbessern. Dabei sollte auf eine gute Qualität, z.B. in Reinheit und Stabilität, geachtet werden.

 

Quelle: 
Mozghan Abdulrazaq et al., Effect of ω-3 polyunsaturated fatty acids on arthritic pain: A systematic review. In: Nutrition, Vol.39-40, 2017, S.57-66, doi: 10.1016/j.nut.2016.12.003.
Sara K. Tedeschi et al., The relationship between fish consumption and disease activity in rheumatoid arthritis. In: Arthritis Care & Research, Online-Veröffentlichung vom 21.6.2017, doi: 10.1002/acr.23295.


Schlafstörungen können viele Ursachen haben, dazu gehören u.a. nachts auftretende Schmerzen. Vitamin D-Ergänzungen könnten in Kombination mit einer guten Schlafhygiene die Schlafqualität verbessern und nächtliche Schmerzen lindern.

 

Schlafstörungen können viele Ursachen haben, dazu gehören u.a. nachts auftretende Schmerzen. Vitamin D-Ergänzungen könnten in Kombination mit einer guten Schlafhygiene die Schlafqualität verbessern und nächtliche Schmerzen lindern

 

Chronische Schmerzen, z.B. aufgrund von rheumatoider Arthritis oder Fibromyalgie etc., können den Nachtschlaf erheblich stören. Dabei verlängert sich meist die Einschlafdauer und insgesamt ist der Schlaf nur wenig erholsam, oberflächlich und häufig unterbrochen. Der Schlaf ist ein sehr komplexer biologischer Prozess, der von verschiedenen Regionen im zentralen Nervensystem reguliert wird. Dazu gehört vor allem der Hypothalamus (im Zwischenhirn) als Regulationszentrum in Kombination mit verschiedenen Neurotransmittern (Substanzen, die Reize auf andere Nervenzellen übertragen). Schmerzen werden sowohl vom zentralen als auch vom peripheren Nervensystem reguliert. Dort ist das Immunsystem an entzündlichen Prozessen beteiligt, die zur erhöhten Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie) beitragen können. Eine schlechte Schlafqualität und Schlafstörungen sind oft mit einer Hyperalgesie verbunden.

 

Neuere Studien zeigen, dass Vitamin D bei nächtlichen Schmerzen eine Rolle spielen kann. Ein brasilianisches Forscherteam wertete in einem Review Studien aus, in denen der Einfluss von Vitamin D auf Schlafstörungen, die von Schmerzen abhängen, untersucht wurde. Vitamin D ist vor allem für seine Wirkungen auf den Knochenstoffwechsel bekannt, doch es hat im Körper viele andere Funktionen. Dazu gehören u.a. der Einfluss auf das Immunsystem und auf Schmerzen (nozizeptive Sensitivität) sowie die Anpassung an den Schlaf-Wach-Zyklus. Neuere Studien zeigten z.B. bei geringeren Vitamin D-Werten eine kürzere Schlafdauer, auch der REM-Schlaf (rapid eye movements) konnte beeinträchtigt sein. Weiter zeigte sich, dass sich bei einer guten Vitamin D-Versorgung die Schlafqualität verbesserte. Vitamin D scheint auch antientzündliche Prozesse anzuregen und könnte so die Schmerzempfindungen bei vielen Krankheiten lindern. Einige Studien zeigten bereits, dass Vitamin D-Ergänzungen Schmerzen im Muskel-Skelett-System verringern konnten, z.B. bei Fibromyalgie und rheumatoider Arthritis.

 

Noch sind viele Mechanismen in der komplexen Beziehung zwischen Schmerzempfinden, Schlaf-Wach-Zyklus und Vitamin D nicht genau erforscht. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Einfluss von Vitamin D auf den Schlaf-Wach-Zyklus und das Schmerzempfinden darauf basieren könnte, dass beide einige Neurotransmitter bei ähnlichen Abläufen miteinander teilen. Die Forscher ziehen das Fazit: Die gute Versorgung bzw. die Ergänzung von Vitamin D könnte in Kombination mit einer guten Schlafhygiene in Zukunft dazu beitragen, Schmerzen zu verringern und damit die Schlafqualität zu verbessern.

 

Unser Tipp: Bei vielen Menschen ist die Versorgung mit Vitamin D zu gering, die Aufnahme kann mit Nahrungsergänzungen verbessert werden. Deren Qualität ist erhöht, wenn bei der Herstellung auf unerwünschte Zusatzstoffe verzichtet wird.

 

Quelle:
Daniela Leite de Oliveira et al., The interfaces between vitamin D, sleep and pain. In: Journal of Endocrinology, Online-Veröffentlichung vom 23.5.2017, doi: 10.1530/JOE-16-0514.


Glutenfrei zu essen, ohne von einer Unverträglichkeit betroffen zu sein, ist nicht unbedingt gesund.

 

Glutenfrei zu essen, ohne von einer Unverträglichkeit betroffen zu sein, ist nicht unbedingt gesund. Eine Studie zeigt, dass die glutenfreie Kost bei Gesunden Herzkrankheiten nicht vorbeugen kann, und sie hat einige Nachteile.

 

Gluten (Klebeeiweiß) ist im Weizen und in anderen Getreidearten (Roggen, Gerste, Hafer etc.) vorhanden, es sorgt als Emulgator z.B. für die Backfähigkeit von Mehlen. Menschen, die von Zöliakie, einer Autoimmunkrankheit mit Gluten-Unverträglichkeit, oder Gluten-Sensitivität, betroffen sind, können glutenhaltige Lebensmittel nicht vertragen. Sie reagieren darauf bei Zöliakie mit Entzündungen im Dünndarm, das kann heftige Darmbeschwerden und Blähungen sowie die geringere Resorption von Nährstoffen auslösen. Mit der Zeit können auch Herzerkrankungen, Blutarmut und Osteoporose entstehen. Bei einer Gluten-Sensitivität kann Gluten ebenfalls einige unspezifische Symptome auslösen, ohne dass die Zöliakie vorhanden ist. Generell sind von der Zöliakie und Gluten-Sensitivität nur wenige Menschen betroffen.

 

Mit dem inzwischen größeren Angebot an glutenfreien Lebensmitteln greifen aber immer mehr Menschen, die Gluten vertragen, ebenfalls zu solchen Produkten. Viele Menschen glauben, das sei gesünder und verhindert Übergewicht. In den USA ist heute schon jeder Vierte der Ansicht, dass eine glutenfreie Ernährung für jeden Menschen gesund sei. Die „Selbstdiagnose“ der Gluten-Unverträglichkeit ist jedoch nicht empfehlenswert, man sollte es medizinisch klären lassen, ob man von einer Zöliakie oder Gluten-Sensitivität betroffen ist. Wer freiwillig auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet, nimmt damit weniger B-Vitamine und Ballaststoffe auf, die positiv die Darmfunktionen stärken und den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen. Eine neue US-Studie zeigt, dass die glutenfreie Ernährung für gesunde Menschen keinerlei Vorteile für die Herzgesundheit bringt und allgemein gesundheitliche Nachteile hat.

 

Die Forscher werteten die Ergebnisse zweier großer Bevölkerungsstudien (Nurses Health Study und Health Professionals Follow-up Study) aus der Zeit von 1986 bis 2010 aus. Enthalten waren viele Ernährungs- und Gesundheitsdaten von rund 110.000 US-amerikanischen Männern und Frauen. Ausgeschlossen waren in der Analyse grundsätzlich alle Teilnehmer, die von einer Zöliakie betroffen waren. Die Forscher wollten klären, ob auch gesunde Menschen von einer glutenfreien Ernährung profitieren und damit Herzerkrankungen vorbeugen können. Die Teilnehmer gaben alle vier Jahre genaue Auskünfte über ihre Ernährung, einschließlich des Verzehrs von glutenhaltigen oder -freien Lebensmitteln. Je nach ihrer Gluten-Aufnahme wurden die Teilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt, vom niedrigsten bis zum höchsten Konsum.

 

Im Lauf der langjährigen Beobachtungszeit traten bei den Teilnehmern rund 6.500 Fälle von koronaren Herzkrankheiten auf. Die Analysen ergaben, dass der Gluten-Verzehr keinerlei Einfluss auf die Entstehung dieser Herzerkrankungen hatte, ganz gleich wie viel oder wenig Gluten die Teilnehmer aufnahmen. Die Forscher prüften außerdem, ob sich der Verzicht auf  Gluten schädlich auswirken kann. Hier zeigte sich, dass bei Menschen, die aus Angst vor Gluten auf Vollkornprodukte in der Ernährung verzichteten, das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 15 % erhöht war.

 

Die Forscher ziehen den Schluss, dass bei Menschen, die nicht an Zöliakie leiden, das Nahrungs-Gluten nicht mit dem Risiko für Herzerkrankungen verbunden ist. Bei ihnen kann die Vermeidung oder Einschränkung von Vollkornprodukten als Teil einer glutenfreien oder -reduzierten Ernährung sogar die Risiken für Herzerkrankungen erhöhen. Die Forscher empfehlen daher, den Verzehr einer glutenfreien Ernährung nicht generell zu fördern. Es sollten nur die Menschen glutenfrei essen, die tatsächlich von Zöliakie oder der Gluten-Sensitivität betroffen sind. In weiteren Studien soll nun geprüft werden, ob die Aufnahmen von Gluten auch andere Krankheiten beeinflussen können.

 
Quelle:
Benjamin Lebwohl et al., Long term gluten consumption in adults without celiac disease and risk of coronary heart disease: prospective cohort study. In: British Medical Journal, Online-Veröffentlichung vom 2.5.2017, doi: 10.1136/bmj.j1892.


Der reichliche Verzehr von Broccoli kann die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm verändern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der reichliche Verzehr von Broccoli kann die Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm verändern, wie eine neue Studie zeigt.

 

Der Magen-Darm-Trakt wird von unzähligen Bakterien besiedelt, deren Zusammensetzung u.a. von der Ernährung abhängt. Wie aber bestimmte Lebensmittel die Mikrobiota beeinflussen, das ist bisher noch recht wenig erforscht. Von Kohlsorten (Kreuzblütler), z.B. Broccoli, Blumenkohl und Weißkohl, sind gute gesundheitliche Wirkungen bekannt. Das wird vor allem auf ihren recht hohen Gehalt an Glucosinolaten (auch Senfölglycoside genannt) zurückgeführt, die u.a. antibakteriell wirken können. Beim Broccoli ist z.B. erforscht, dass er zur Krebsprävention aufgrund eines hohen Anteils an Glucosinolaten beitragen kann. Besonders wichtig ist dabei Glucoraphanin, das mit Hilfe des Enzyms Myrosinase zum Senföl Sulphoraphan (Isothiocyanat) gespalten wird, ein sekundärer Pflanzenstoff mit starken antioxidativen, antibiotischen und antikarzinogenen Eigenschaften. Auch das für seine Spaltung nötige Enzym Myrosinase kommt im Broccoli vor, wird jedoch beim Kochen abgebaut.

 

Bei Nagetieren hatte man bereits beobachtet, dass die Aktivität dieses Enzyms bei einem regelmäßigen Kohlkonsum höher ist und offenbar grundlegende Funktionen für die Mikrobiota haben könnte. Um diese Zusammenhänge näher zu klären, führte eine Gruppe von US-amerikanischen Forschern eine kleine Studie mit 18 gesunden Männern und Frauen durch. Sie prüften den Einfluss eines regelmäßigen Broccoli-Verzehrs auf die Mikrobiota im Darm und die Rolle von Mikroben bei der Glucosinolat-Hydrolyse (Spaltung durch Reaktion mit Wasser).

 

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß täglich 200 Gramm von gekochtem Broccoli und 20 Gramm Daikon-Rettich (asiatischer Rettich), der eine gute Quelle für das Enzym Myrosinase ist. Die andere Gruppe aß in der gleichen Zeit zur Kontrolle eine Kost, die keinerlei Kohlsorten enthielt. Nach einem Tag Pause tauschten die beiden Gruppen diese Kost, so dass am Studienende für jeden Teilnehmer Ergebnisse aus einer Periode mit und ohne Broccoli verfügbar waren. Anhand von Stuhlproben der Teilnehmer wurden im Lauf der Studie mehrere mikrobielle Analysen durchgeführt. Der regelmäßige Verzehr von Broccoli beeinflusste die Bakteriengemeinschaft im Darm.

 

Durch seinen Konsum veränderte sich das Verhältnis von Bacteroidetes zu Firmicutes, die ersteren gehören zur häufigsten Bakteriengruppe der normalen Darmflora, zu den letzteren gehören nützliche, aber auch viele schädliche Bakterien. Die Teilnehmer in der Broccoli-Periode erhöhten das Verhältnis der beiden Bakterienarten um bis zu 37 %. Während der kohlfreien Kost verringerte sich dagegen dieses Verhältnis. Speziell die Gattung der Bacteroides erhöhte sich z.B. um 6 % beim Broccoli-Verzehr und sank um 2 % in der Kontrollgruppe ohne Kohl.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass der Verzehr von Broccoli die Vielfalt und Zusammensetzung der Mikrobiota im Darm bei gesunden Menschen beeinflusst. Für die Forscher verbessern sich damit die Kenntnisse über die Rolle der bakteriellen Hydrolyse von pflanzlichen Nährstoffen. Die Forscher bewerten den Anstieg von Bacteroides als besonders wichtig, weil man für eine spezielle Form dieser Bakterien (Bacteroides thetaiotaomicron) bereits experimentell nachweisen konnte, dass sie Glucosinolate nutzen können.

 

Unser Tipp: Im Alltag dürfte es etwas eintönig sein, jeden Tag Brokkoli zu essen. Samenextrakte aus dem Brokkoli mit Sulphoraphan-Glucosinolaten sind auch als Nahrungsergänzung erhältlich.

 

Quelle:
Jennifer L. Kaczmarek et al., Broccoli Consumption Impacts the Human Gastrointestinal Microbiota. In: FASEB Journal Vol. 31, Nr 1 Supplement 965.18.


Die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen sind für ihre herzschützenden Eigenschaften bekannt.

 

Die gesunden Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen sind für ihre herzschützenden Eigenschaften bekannt. Dazu gehört auch ihr Potential, den Blutdruck zu senken.

 

Die Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen, EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), sind gesund für das Herz-Kreislauf-System. Dazu gehört auch, dass sie den Blutdruck senken können, wie eine dänische Forschergruppe in einer Studie zeigte. Sie gingen davon aus, dass ein erhöhter und regelmäßiger Fischverzehr und bessere Werte von Omega-3-Fettsäuren im Blut mit einem niedrigeren Blutdruck verbunden sein könnten. Entsprechend ließe sich die Gabe von blutdrucksenkenden Arzneimitteln verringern. Um diese Annahme zu überprüfen, führten die Forscher eine Studie mit 115 Patienten durch, bei denen erstmals ein Bluthochdruck diagnostiziert wurde.

 

Bei allen Teilnehmern wurden zu Beginn der Studie das Blutdruck-Profil über 24 Stunden hinweg und der zentrale Blutdruck (der Aorta) untersucht. Hinzu kamen ein Ernährungs-Protokoll, einschließlich der Gewohnheiten des Fischverzehrs, sowie die Bestimmung der Fettsäuren im Blut. Nach einem Jahr wurden diese Untersuchungen wiederholt. Patienten, die bei Studienbeginn wenigstens zweimal pro Monat Fischmahlzeiten aßen, hatten signifikant höhere Werte bei den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Fischölen. Sie hatten außerdem einen geringeren zentralen Blutdruck, beim peripheren (am Arm gemessenen) Blutdruck zeigte sich ein Trend zu geringeren Werten.

 

Nach einem Jahr hatten 21 Teilnehmer (18 %) keinerlei blutdrucksenkende Medikamente erhalten. Sie hatten signifikant höhere Werte bei den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sowie ein zwar etwas erhöhtes, jedoch akzeptables 24-Stunden-Blutdruck-Profil. Im Gegensatz zu den mit Medikamenten behandelten Teilnehmern nahmen sie häufiger Fischöl-Kapseln ein und konnten ihre Omega-3-Plasmawerte im Vergleich zum Studienbeginn noch erhöhen.

 

Die Forscher konnten mit dieser Studie zeigen, dass eine verbesserte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren durch einen regelmäßigen Fischverzehr bzw. aus Fischöl-Kapseln das Blutdruck-Profil bei Patienten mit einem erhöhten Blutdruck verbessern kann. Damit könnte eine nicht-medikamentöse Maßnahme zur Senkung des Bluthochdrucks zur Verfügung stehen, die andere Maßnahmen ergänzen oder sogar ersetzen kann.

 

Unser Tipp: Bei Omega-3-Fettsäuren aus Fischölen kommt es auch auf eine gute Qualität an, das betrifft z.B. die Reinheit, Bioverfügbarkeit und Stabilität von EPA und DHA.

 

Quelle:
Carina N. Bagge et al., Marine n-3-polyunsaturated fatty acids affect the blood pressure control in patients with newly diagnosed hypertension - a 1-year follow-up study. In: Nutrition Research,  Vol. 38, Nr. 2, 2017, S. 71-78, doi: 10.1016/j.nutres.2017.02.009.


Die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer sind seit langem bekannt. Dazu gehören der Einfluss auf die Verdauung sowie die Linderung von Schmerzen

 

Die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer sind seit langem bekannt. Dazu gehören der Einfluss auf die Verdauung sowie die Linderung von Schmerzen, Übelkeit und Brechreiz. Eine chinesische Studie zeigt, dass Ingwer auch zur Prävention von einigen chronischen Krankheiten beitragen kann.

 

Der Ingwer hat sich als Gewürz längst auch in unseren Küchen durchgesetzt, er ist außerdem für seine Wirkungen als Heilpflanze bekannt. Neben Vitaminen und Mineralstoffen sind ätherische Öle enthalten, die dem Ingwer nicht nur den scharf-aromatischen Geschmack verleihen, sie wirken antioxidativ und antientzündlich und können das Immunsystem stärken. Es gibt Hinweise, dass Ingwer auch zur Vorbeugung vor chronischen Krankheiten beitragen könnte. Dies untersuchten chinesische Forscher in einer Bevölkerungsstudie, an der rund 4.300 Personen im Alter von 18 bis zu 77 Jahren teilnahmen. Sie wurden zu ihrer Gesundheit und Ernährung, einschließlich Ingwer-Verzehr, befragt.

 

Die Teilnehmer wurden dann in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe aß mit 0 bis 2 Gramm täglich entweder keinen oder nur wenig Ingwer, die zweite Gruppe lag mit 2 bis 4 Gramm Ingwer täglich im mittleren Bereich, die dritte Gruppe verzehrte mit 4 bis 6 Gramm täglich relativ viel Ingwer. Anhand der krankheitsbezogenen Daten der Teilnehmer untersuchten die Forscher, ob es zwischen der Ingwer-Aufnahme und den Vorkommen von chronischen Krankheiten eine Beziehung gab. Einbezogen waren z.B. Diabetes, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten, Störungen im Fettstoffwechsel und in den Blutgefäßen des Gehirns.

 

Grundsätzlich waren die gesundheitlichen Wirkungen von Ingwer stärker ausgeprägt, wenn die täglichen Aufnahmen höher waren. Deutlich präventive Wirkungen zeigten sich durch den täglichen Ingwer-Verzehr vor allem beim Blutdruck, im Durchschnitt verringerte er sich durch Ingwer um 8 %, etwas weniger im höheren Alter. Noch etwas stärker präventiv wirkte der Ingwer auf die koronaren Herzkrankheiten, die sich um 13 % verringerten. Mit dem höheren Alter nimmt das Risiko für Herzkrankheiten allgemein zu, bei einem guten Verzehr blieb die Risikosenkung durch den Ingwer aber auch ab dem Alter von 60 Jahren erhalten.

 

Diese Ergebnisse zeigen, dass Ingwer wahrscheinlich zur Vorbeugung gegenüber einigen chronischen Krankheiten beitragen kann. Das betrifft vor allem für den Bluthochdruck und die koronaren Herzkrankheiten, gilt aber vermutlich auch für andere chronische Krankheiten. Das müsste zwar in weiteren Studien näher untersucht werden, doch schon jetzt geben die Forscher eine (vorläufige) Empfehlung: Die Einnahme von 2 bis 4 Gramm Ingwer täglich könnte zur Vorbeugung vor chronischen Krankheiten beitragen.

 

Unser Tipp: Ingwer ist vor allem in der asiatischen Küche ein beliebtes Gewürz und lässt sich sehr gut auch als Tee bzw. Ingwerwasser zubereiten. Wer den scharfen Geschmack nicht mag, kann Ingwer auch als Extrakt separat oder in der Mischung mit anderen Pflanzenextrakten aufnehmen.

 

Quelle:
Yu Wang et al., Evaluation of daily ginger consumption for the prevention of chronic diseases in adults: A cross-sectional study. In: Nutrition Vol. 36, Nr. 4, 2017, S. 79-84, doi: 10.1016/j.nut.2016.05.009.


Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD).

 

Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD). Antioxidantien aus Obst und Gemüse können dazu beitragen, die Lunge vor oxidativen Schäden besser zu schützen und so der COPD vorbeugen.

 

Die COPD ist eine weltweit verbreitete Lungenkrankheit, und immer mehr Menschen, vor allem Raucher und Ex-Raucher, erkranken daran. Bei der Entstehung dieser Krankheit spielen der oxidative Stress und entzündliche Prozesse eine wichtige Rolle. Beide können durch die Aufnahme von Antioxidantien verringert werden. Zu ihnen gehören eine Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und viele sekundäre Pflanzenstoffe, die in Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind.

 

Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm prüften in einer Studie, ob und wie der Verzehr von Obst und Gemüse die Vorkommen der COPD beeinflusst. Sie werteten Daten aus einer Bevölkerungsstudie mit rund 44.500 Männern im Alter von 45 bis zu 79 Jahren aus. Alle Teilnehmer litten zu Beginn der Studie nicht an Lungenkrankheiten. Im Lauf der Beobachtungszeit von im Durchschnitt 13 Jahren erkrankten 1.918 Männer an der COPD, 34% von ihnen waren Raucher, knapp 39 % gehörten zu den Ex-Rauchern. Wenn die Raucher weniger als zwei Portionen Obst und Gemüse täglich verzehrt hatten, war ihr Krankheitsrisiko für die Entstehung einer COPD deutlich höher im Vergleich zu Ex-Rauchern, die ebenfalls einen geringen Konsum hatten. Am niedrigsten war das COPD-Risiko bei Teilnehmern, die täglich reichlich Obst und Gemüse in den von empfohlenen Mengen aßen. Das sind täglich 3 Portionen Gemüse und Salat (400 Gramm) sowie zwei Portionen Obst (250 Gramm).

 

Pro verzehrter Portion Obst oder Gemüse sank das COPD-Risiko bei den Rauchern um 8%, bei den Ex-Rauchern um 4%. Besonders effektiv waren dabei Äpfel. Birnen, grüne Blattgemüse und Paprikaschoten, andere Obst- und Gemüsesorten wirkten sich etwas geringer auf die Prävention aus. Bei Nichtrauchern, die generell ein geringeres COPD-Risiko hatten, wirkte sich ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse nicht auf das COPD-Risiko aus. Raucher mit dem höchsten Verzehr konnten ihr COPD-Risiko dagegen insgesamt um 40% verringern im Vergleich zu einem nur sehr geringen Konsum. Bei den Ex-Rauchern mit hohem Obst- und Gemüse-Verzehr sank das COPD-Risiko um 34%.

 

Die Studie zeigt, dass ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse mit verringerten Vorkommen der COPD verbunden ist. Das galt sowohl für Raucher als auch für Ex-Raucher. Die Forscher vermuten, dass die in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien den schädlichen Einfluss des Rauchens auf den oxidativen Stress und Entzündungen vermindern können. Mehr Obst und Gemüse können so zur Vorbeugung der COPD beitragen.

 

Unser Tipp: Antioxidativ wirkende Mikro-Nährstoffe sind in guten Mischungen auch als Nahrungsergänzungen erhältlich.

 

Quelle:
Joanna Kaluza et al., Fruit and vegetable consumption and risk of COPD: a prospective cohort study of men. In: Thorax, Online-Veröffentlichung vom 22.2.2017, doi: 10.1136/thoraxjnl-2015-207851.


Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind

 

Magnesium könnte ein Schlüssel zur Prävention von Knochenbrüchen sein, von denen vor allem Menschen in höherem Alter häufiger betroffen sind.

 

Magnesium ist ein essentielles Spurenelement, das bei vielen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Es beeinflusst zelluläre, neurologische und muskuläre Funktionen und ist auch ein Bestandteil der Knochen. Rund zwei Drittel des gesamten Magnesiums im Körper sind im Knochengewebe angesiedelt. Einige Studien zeigten, dass Magnesium gut auf die Knochengesundheit einwirkt. Bisher fehlte es jedoch an Nachweisen, in denen Magnesium in Bezug auf Knochenbrüche untersucht wurde. Ein Team aus englischen und finnischen Forschern prüfte diese Wirkung im Rahmen einer großen finnischen Bevölkerungsstudie (Kuopio Ischemic Heart Disease).

 

Einbezogen waren 2.245 Männer im Alter von 42 bis zu 61 Jahren. Zu Beginn wurden ihre Magnesium-Werte im Blutserum gemessen, sie nahmen außerdem an einer Ernährungsbefragung teil. Im Lauf der langen Beobachtungszeit von rund 25 Jahren traten bei den Teilnehmern 123 Knochenbrüche auf, 78 davon im Hüftbereich. Magnesium war mit dem Risiko für Knochenbrüche allgemein verbunden, das galt auch, wenn andere Risikofaktoren einbezogen wurden.

 

Männer mit den niedrigsten Magnesium-Konzentrationen hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, das galt vor allem für Brüche im Hüftbereich. Männer mit den besten Magnesium-Werten (ab 2,3 mg/dl) waren dagegen deutlich besser vor Knochenbrüchen geschützt. Sie hatten ein um 44 % verringertes Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Auffällig war, dass die Aufnahme von Magnesium aus der Ernährung nicht direkt mit den Knochenbrüchen verbunden war. Generell hängen die Magnesium-Werte im Blut von der Zufuhr von Magnesium aus Lebensmitteln und Wasser ab. Trotz genügend Magnesium in der Nahrung kann die Absorption und Bioverfügbarkeit von Magnesium, z.B. bei älteren Menschen, bei Darm- und Nierenstörungen oder auch bei der Nutzung bestimmter Medikamente (z.B. Diuretika etc.), beeinträchtigt sein. Wird reichlich Magnesium, z.B. aus dunklem Blattgemüse, Nüssen, Samen und Avocados, aufgenommen, führt dies dann nicht unbedingt zu verbesserten Magnesium-Werten im Blut. Hier könnten Ergänzungen dann eher zu einer besseren Versorgung mit Magnesium führen.

 

Noch ist nicht genau geklärt, wie Magnesium zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen kann und wie zu geringe Magnesium-Konzentrationen die Knochengesundheit beeinträchtigen. In Frage kommen z.B. ein verschlechtertes Knochenwachstum, geringere Knochendichte und Osteoporose. Magnesium wirkt außerdem über einen vom Stickoxid abhängigen Mechanismus auch auf die Aktivität der Osteoblasten und die Anzahl der Osteoklasten (Knochenzellen) ein. Auch wenn dazu bisher nicht alle Fragen geklärt sind, halten die Forscher die Wirkung von Magnesium für beachtlich. Sie vermuten, dass gute Magnesium-Werte im Blutserum zum Schutz vor Knochenbrüchen beitragen können.

 

Dies sollte in weiteren Studien untersucht werden. Bei älteren Menschen und bei denen, die ein erhöhtes Risiko für eine geringe Versorgung mit Magnesium haben, kann es sinnvoll sein, die Magnesium-Werte zu bestimmen. Man schätzt, dass etwa 2,5 bis 15 % der Bevölkerung nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind. Symptome können vor allem bei niedrigen Konzentrationen (unter 2 mg/dl) entstehen. Reicht die Versorgung nicht aus, dann ist die Ergänzung ein Weg, Magnesium im Serum zu erhöhen.

 

Unser Tipp: Bei Magnesium-Ergänzungen, gleich ob als Einzel- oder im Multipräparat, kommt es auch auf die Qualität an. Das betrifft z.B. die Magnesiumverbindung: Magnesiumcitrate oder -glukonate sind besser bioverfügbar.

 

Quelle:
Setor Kwadzo Kunutsor et al., Low serum magnesium levels are associated with increased risk of fractures: a long-term prospective cohort study. In: European Journal of Epidemiology, Online-Veröffentlichung vom 12.4.2017, doi: 10.1007/s10654-017-0242-2.


Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an.

 

Die Allergie-Saison hat für viele Pollen-Allergiker bereits begonnen und hält noch einige Monate an. Die Einnahme von Probiotika mit Laktobazillen und Bifidobakterien kann dazu beitragen, allergische Beschwerden zu lindern.

 

Viele Studien zeigten bereits, dass Probiotika, die gesunden Bakterien im Darm, dazu beitragen, die Immunanwort auf Allergene zu regulieren. Damit könnten auch  die saisonalen Belastungen durch Heuschnupfen sinken. Doch nicht alle Arten von Probiotika zeigten die gleichen Wirkungen. Bekannt ist, dass eine Kombination von Laktobazillen und Bifidobakterien nicht nur die gesunde Verdauung stärkt, sondern auch auf das Immunsystem einwirkt. Die beiden Bakterienarten erhöhen vermutlich den Anteil der regulatorischen T-Zellen, die wiederum die Toleranz gegenüber Heuschnupfen-Allergenen verstärken könnten.

 

In einer Studie prüften US-amerikanische Forscher der University of Florida eine Kombination von drei Bakterienarten, mit der Allergie-Symptome verringert werden könnten. Einbezogen waren Lactobacillus gasseri und die beiden Bifidobakterien bifidum und longum. Die Forscher führten eine (doppelblinde, Placebo-kontrollierte, randomisierte) klinische Studie mit 173 Teilnehmern durch. Alle litten unter saisonal auftretenden Allergien mit leichten bis mittleren Beschwerden, waren ansonsten jedoch gesund. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe  nahmen in der Allergie-Saison im Frühjahr acht Wochen lang täglich zwei Kapseln ein, die 1,5 Milliarden Bakterien-Einheiten pro Kapsel ergänzten.

 

Die andere Gruppe nahm zum Vergleich ein Placebo ein. Anhand von Stuhlproben wurden im Lauf der Studie die Veränderungen in den Bakterien-Spezies analysiert. Bei allen Teilnehmern wurden außerdem wöchentlich die Allergie-Beschwerden ermittelt. Bei einer Untergruppe von 72 Teilnehmern wurden außerdem Blutproben genommen. Darin wurden die Anteile für das Serum-Immunglobulin E (Abwehrstoff des Immunsystems) und die regulatorischen T-Zellen bestimmt. Damit prüften die Forscher, ob sich die Toleranz gegenüber den Heuschnupfen-Symptomen erhöht hatte.

 

Die Analyse der Stuhlproben zeigte, dass mit der Einnahme von Probiotika der Anteil der gesunden Bakterien angestiegen war. Bis zur sechsten Woche zeigte sich dazu in der Probiotika-Gruppe ein ansteigender Trend für bessere Werte im Serum-Immunglobulin E und in den T-Zellen. Die Teilnehmer aus der Gruppe mit Probiotika berichteten über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität vom Studienbeginn bis zum Höhepunkt der Pollen-Belastung. Sie litten weniger unter allergischen Nasen-Symptomen und fühlten sich in ihren täglichen Aktivitäten weniger beeinträchtigt.

 

Unser Tipp: Probiotika gibt es in vielen Zusammensetzungen, auch mit der hier untersuchten Mischung von Laktobazillen und den Bifidobakterien bifidum und longum. Wichtig ist dabei nicht nur die Anzahl der Bakterien pro Kapsel, sondern auch die Qualität der Zubereitung, z.B. in Bezug auf die Stabilität der Bakterien.

 

Quelle:
Jennifer C. Dennis-Wall et al., Probiotics (Lactobacillus gasseri KS-13, Bifidobacterium bifidum G9-1, und Bifidobacterium longum MM-2) improve rhinoconjunctivitis-specific quality of life in individuals with seasonal allergies. a double-blind, placebo-controlled, randomized trial. In: The American Journal of Clinical Nutrition Vol. 105, Nr. 3, 2017, doi: 10.3945/ajcn.116.140012.